Keine digitale Identität und Geldbörse durch die EU - Mit nationaler Lösung echte Staatsmodernisierung vorantreiben (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/6650)
Text
Keine digitale Identität und Geldbörse durch die EU - Mit nationaler Lösung echte Staatsmodernisierung vorantreiben (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/6650)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8610
21. Wahlperiode 14.10.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung (23. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Tobias Ebenberger, Ruben Rupp, Robin Jünger,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/6650 –
Keine digitale Identität und Geldbörse durch die EU – Mit nationaler Lösung
echte Staatsmodernisierung vorantreiben
A. Problem
Die Fraktion der AfD betont, eine effizient digital arbeitende Verwaltung
verspreche spürbare Vorteile für Bürger und Wirtschaft sowie für die Verwaltung selbst.
Das Ziel der Staatsmodernisierung und des Bürokratierückbaus müsse für die
Bundesregierung daher Priorität haben.
Allerdings sind die Antragsteller der Ansicht, mit der geplanten Einführung der
European Digital Identity Wallet (EUDI) würden EU-Kommission und
Bundesregierung weit über das Ziel hinausschießen. Die EUDI-Wallet berge das Risiko
des dauerhaften Datenabgriffs zu kommerziellen Zwecken und des weiteren
Abbaus Anonymität wahrender analoger Strukturen sowie das Potential für
Kontrolle, Verhaltenssteuerung und Überwachung. Es sei weder Aufgabe der
Bundesregierung noch der EU, den Zugang zu privaten Dienstleistungen zu gestalten
oder zu vereinfachen. Der Staat habe vorrangig sicherzustellen, dass staatliche
Dienstleistungen für Bürger zugänglich seien.
Vor diesem Hintergrund solle der Deutsche Bundestag die Bundesregierung
insbesondere dazu auffordern, sich auf Ebene der Europäischen Union für die
Aufhebung der Artikel 5a bis 5f (Europäische Brieftaschen für die Digitale Identität)
in der eIDAS-Verordnung (EU) Nr. 910/2014 einzusetzen. Sodann solle sie die
weitere Umsetzung des nationalen EUDI-Wallet-Projekts einstellen und
unverzüglich eine nationale Wallet ausschließlich zur Optimierung von und für den
freiwilligen Gebrauch bei behördlichen Vorgängen entwickeln.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
C. Alternativen
Keine.
D. Kosten
Wurden im Ausschuss nicht erörtert.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/6650 abzulehnen.
Berlin, den 14. Oktober 2026
Der Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung
Hansjörg Durz
Vorsitzender
Dr. Markus Reichel
Berichterstatter
Tobias Ebenberger
Berichterstatter
Parsa Marvi
Berichterstatter
Rebecca Lenhard
Berichterstatterin
Sonja Lemke
Berichterstatterin
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Bericht der Abgeordneten Dr. Markus Reichel, Tobias Ebenberger, Parsa Marvi,
Rebecca Lenhard und Sonja Lemke
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat die Vorlage auf Drucksache 21/6650 in seiner 86. Sitzung am 25. Juni 2026 beraten
und an den Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung zur federführenden Beratung sowie an den
Innenausschuss, den Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, den Finanzausschuss, den Ausschuss für Arbeit und
Soziales und den Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union zur Mitberatung überwiesen.
II. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Innenausschuss hat die Vorlage auf Drucksache 21/6650 in seiner 47. Sitzung am 14. Oktober 2026 beraten
und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke
gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags.
Der Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz hat die Vorlage auf Drucksache 21/6650 in seiner 55. Sitzung
am 14. Oktober 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags.
Der Finanzausschuss hat die Vorlage auf Drucksache 21/6650 in seiner 46. Sitzung am 14. Oktober 2026 beraten
und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke
gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags.
Der Ausschuss für Arbeit und Soziales hat die Vorlage auf Drucksache 21/6650 in seiner 39. Sitzung am 14.
Oktober 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags.
Der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union hat die Vorlage auf Drucksache 21/6650 in
seiner 31. Sitzung am 14. Oktober 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des
Antrags.
III. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung hat in seiner 35. Sitzung am 14. Oktober 2026 die
Ablehnung des Antrags auf Drucksache 21/6650 mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD empfohlen.
Die Fraktion der CDU/CSU legte dar, die antragstellende Fraktion der AfD wolle ein nationales Inselsystem.
Dies widerspreche dem Grundgedanken, ein europäisches System aufzubauen. Der Antrag werde daher abgelehnt.
Die Fraktion der AfD stellte ihren Antrag vor und betonte, sie wolle eine schlanke und digitale Verwaltung.
Dafür werde aber keine europäische Brieftasche benötigt, deren Anwendung aller Voraussicht nach weit über
Verwaltungsleistungen hinausreichen werde. Der Gesetzentwurf setze ausdrücklich auf eine Wallet, die Identität,
Nachweise und Signaturen bündele und den Zugang auch zu privaten Diensten ermögliche. Diese Ausweitung
lehne man ab. Man wolle eine staatliche Digitalisierung nur dort, wo der Staat tatsächlich zuständig sei, also bei
Behörden und Verwaltungsverfahren. Man schlage daher eine nationale, freiwillige und digitale Wallet-Lösung
ausschließlich für diese behördlichen Vorgänge vor. Es dürfe keinen Nutzungszwang geben, analoge Zugänge
müssten dauerhaft und gleichberechtigt erhalten bleiben.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Berlin, den 14. Oktober 2026
Dr. Markus Reichel
Berichterstatter
Tobias Ebenberger
Berichterstatter
Parsa Marvi
Berichterstatter
Rebecca Lenhard
Berichterstatterin
Sonja Lemke
Berichterstatterin
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
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