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Rede von Reinhold Hemker (SPD) – Brähmig, Jürgen Klimke, Dr. Hans-Peter

dip / rede 22.03.2007 · WP 16 · Original ↗

Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 16 a und 16 b: Brähmig, Jürgen Klimke, Dr. Hans-Peter.

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Text

Rede von Reinhold Hemker (SPD) – Brähmig, Jürgen Klimke, Dr. Hans-Peter Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Ernst Burgbacher, wir sind eigentlich schon mitten in der Ausschussberatung. Aber wenn Sie genau hingeschaut hätten – wahrscheinlich haben Sie das getan; aber das hätten Sie schon aufgrund Ihrer Funktion zum Ausdruck bringen müssen –, dann hätten Sie sehen können, dass wir unter den 14 im Antrag aufgeführten Punkten Trends angeben und einige Qualitätsanforderungen formulieren. Uns ist aber klar, dass die Situation noch längst nicht so ist, wie sie teilweise auf der ITB von den Veranstaltern gelobt worden ist. Denn es gibt noch Schwächen. Nehmen wir das Beispiel der Verbindung von Nutzung der Naturparks durch Menschen, die in der Nähe wohnen – nicht nur in Entwicklungsländern –, mit der Gestaltung solcher Räume. Das führt zu einem qualitativen Naturschutz. Wenn man sich vor Augen führt, dass das beispielsweise im Zusammenhang steht mit einer nachhaltigen Nutzung von Senken, dann ist natürlich klar, dass Menschen dorthin fahren, die Naturerlebnisse im Urlaub erfahren und auch einen Beitrag zur Entwicklung dieser Länder leisten wollen. Dabei geht es nicht nur um Entwicklungsländer. Es gibt eine ganze Reihe von Ländern, die mittlerweile die Schwelle zu Industrieländern erreicht haben. Dazu gehört zum Beispiel Brasilien. Auch Südafrika ist in manchen Bereichen eines der führenden Industrieländer Afrikas. Es wird klar: Wir brauchen diese Verbindung, und wir müssen uns – das hat die diesjährige ITB eindeutig gezeigt – den Herausforderungen bei der Weiterentwicklung in bestimmten Bereichen stellen. Ich möchte auf ein Heft hinweisen, das mir zum ersten Mal die große Bedeutung dieser Entwicklung aufgezeigt hat. Es hat den Titel „Lo’Nam“. Dieser Name kommt aus einer Volkssprache Kameruns, Feefee, und bedeutet „Sonnenaufgang“. Das Heft beschäftigt sich mit dem Traum, in exotischen Ländern etwas zu erleben. Gleichzeitig werden die Investitionen von Migranten aus Afrika, die hier in Europa und in Deutschland leben, aufgezeigt. Diese Migranten helfen mit, dass der Tourismus naturnäher wird, und unterstützen Infrastrukturmaßnahmen. Zudem organisieren sie – es ist eben schon angesprochen worden – Meet-the-People-Programme, also Begegnungen von unterschiedlichen Kulturen und von Menschen mit unterschiedlichen Religionen. Diese Form des Tourismus birgt die Möglichkeit, zum Abbau von Vorurteilen beizutragen. Ich habe noch im Ohr, was eben in der Debatte zum Rassismus gesagt worden ist. Menschen, die im Urlaub andere Menschen kennengelernt und als gleichberechtigte Partner wahrgenommen haben, ändern ihre Einstellung und sagen beiihrer Rückkehr: Das sind wertvolle Menschen; es ist bewundernswert, was in diesen Ländern geleistet wird. In dem Heft „Lo’Nam“, das ich eben erwähnt habe und das von Afrikanern und ihren Freunden gemacht wird, findet sich ein Zitat eines Reisenden aus früherer Zeit, nämlich ein Zitat von Goethe, der schon damals festgestellt hat: „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ Das trifft für Reisen zu, die richtig organisiert sind. Genau das wollen wir mit den Qualitätsanforderungen, über die wir sprechen, erreichen: Wir möchten, dass die Bundesregierung in Gesprächen mit den Veranstaltern deutlich macht, dass im Vorfeld genauere Informationen gegeben werden müssen. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Das bezieht sich zum Beispiel auf die Sympathiemagazine, deren Erstellung immer wieder von der Bundesregierung unterstützt worden ist. Dort kann man den Reisenden entsprechende Informationen anbieten; sie bekommen ein positives Bild von den Menschen in den Ländern, in die sie reisen. Wir können nichts versprechen. Es geht auch nicht darum, die Bundesregierung in diesem Antrag zu loben. Wir wollen vielmehr deutlich machen, welche Zukunftstrends es gibt und welche Qualitätsanforderungen gestellt werden sollten. An den Qualitätsanforderungen wollen wir – zunächst einmal in den Fachberatungen – weiterarbeiten. Ich komme auf die ITB in diesem Jahr zurück. Ich erkenne einen beachtlichen Fortschritt gegenüber dem, was dort im letzten Jahr gezeigt wurde. Man hat sehr genau geschaut, was die Menschen eigentlich wollen, die in diese Urlaubsgebiete fahren, wo sie etwas Neues erleben können. Man hat sehr stark darauf geachtet, welche Zielgruppen es dort gibt. So gibt es eine große Zahl von Menschen, die bereit ist, für die Erweiterung ihres Horizontes in ökologischer, kultureller und religiöser Hinsicht Geld auszugeben. Darauf sollte man in den Fachberatungen im Ausschuss eingehen. Ich hoffe, dass wir dann ein gutes, weiterführendes Gespräch mit den beteiligten Ressorts der Bundesregierung führen können. Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie des Abg. Carl-Ludwig Thiele [FDP])

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