Justiz unter strukturellem Überlastungsdruck (Antwort zu Drs. 21/5403)
Text
Justiz unter strukturellem Überlastungsdruck (Antwort zu Drs. 21/5403)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5730
21. Wahlperiode 04.05.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Aaron Valent, Clara Bünger, Anne-Mieke
Bremer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke
– Drucksache 21/5403 –
Justiz unter strukturellem Überlastungsdruck
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Seit mehreren Jahren warnen Fachverbände, insbesondere der Deutsche
Richterbund (DRB), vor einer strukturellen Überlastung der Strafjustiz in
Deutschland. Steigende Verfahrenszahlen, zunehmende Komplexität insbesondere bei
Wirtschafts-, Cyber- und Sexualstrafverfahren, eine unzureichende personelle
Ausstattung sowie hohe bürokratische Anforderungen führen nach
Einschätzung von Praktikern zu erheblichen Verfahrensverzögerungen. Es wurde auf
wachsende Verfahrensdauern und strukturelle Überlastungstendenzen
hingewiesen (vgl. beck-aktuell, „Justiz-Check: Gerichte am Limit“, https://rsw.bec
k.de/aktuell/daily/meldung/detail/justiz-check-gerichte-verfahren-dauer-ueberl
astung-statistik-massenverfahren).
Der Deutsche Richterbund erklärte am 11. Februar 2026, zum Jahresende
2025 seien bundesweit erstmals mehr als 1 Million Strafverfahren bei den
Staatsanwaltschaften in Bearbeitung gewesen. Zudem seien im Jahr 2025
insgesamt 50 dringend Tatverdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen
worden, weil Verfahren nicht mit der gebotenen Beschleunigung durchgeführt
werden konnten. Nach Angaben des DRB handelt es sich dabei regelmäßig
um schwerwiegende Vorwürfe wie Tötungsdelikte, Vergewaltigungen oder
schwere Körperverletzungen (vgl. RP Online, 11. Februar 2026:
„Richterbund: Erstmals mehr als eine Million offene Verfahren“, https://rp-online.de/p
olitik/deutschland/richterbund-erstmals-mehr-als-eine-million-offene-verfahre
n_aid-143695823).
Besondere öffentliche Aufmerksamkeit erregte im Februar 2026 eine
Justizpanne am Landgericht Berlin. Ein 28‑jähriger Mann war im Juni 2025 nach
rund 33 Verhandlungstagen wegen Vergewaltigung in drei Fällen sowie
weiterer Gewaltdelikte zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten
verurteilt worden. Das Urteil wurde jedoch nicht rechtskräftig. Das
Revisionsverfahren konnte nicht betrieben werden, weil das schriftliche Protokoll nicht
fristgerecht fertiggestellt wurde. Infolgedessen kam der Verurteilte frei; die
ehemalige Partnerin steht seither unter Polizeischutz (vgl. Tagesspiegel,
11. Februar 2026, www.tagesspiegel.de/berlin/justizpanne-um-gefahrlichen-ve
rgewaltiger-in-berlin-verurteilter-kommt-trotz-hohem-hafturteil-frei--weil-ein-
richter-akten-verschleppte-15237980.html).
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Justiz
und für Verbraucherschutz vom 30. April 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Vor dem Hintergrund der am 10. Februar 2026 veröffentlichten
Dunkelfeldstudie „LeSuBiA“ (Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag) wiegt
ein solcher Vorgang besonders schwer. Der Studie zufolge werden lediglich
unter 5 Prozent der Gewalttaten in Partnerschaften zur Anzeige gebracht. Als
zentrale Gründe werden fehlendes Vertrauen in Sicherheitsbehörden, geringe
Erfolgsaussichten vor Gericht sowie Angst vor Retraumatisierung genannt
(vgl. Tagesschau, 10. Februar 2026, www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/d
unkelfeldstudie-betroffene-gewalt-100.html;www.deutschlandfunk.de/haeusli
che-gewalt-lesubia-dunkelfeldstudie-bka-dobrindt-prien-100.html).
Zudem wurde Anfang 2026 bekannt, dass das Bezirksamt Berlin-Mitte
personenbezogene Daten von mehr als 700 Kandidaten der Schöffenwahl 2024
öffentlich zugänglich gemacht hatte. Die Daten waren aufgrund eines
Verfahrensfehlers im Jahr 2023 für mehrere Wochen einsehbar (vgl. netzpolitik.org,
2026, https://netzpolitik.org/2026/datenpanne-bei-schoeffenwahl-in-berlin-exp
oniert-im-ehrenamt/).
Ehrenamtliche Richterinnen und Richter übernehmen eine zentrale Funktion
im deutschen Rechtsstaat. Sie sind aufgrund ihrer Mitwirkung an (Straf-)
Urteilen potenziell besonderen Anfeindungen und Gefährdungen ausgesetzt. Der
Schutz ihrer personenbezogenen Daten ist daher von besonderer
rechtsstaatlicher Bedeutung.
Die geschilderten Entwicklungen nähren nach Ansicht der Fragestellenden die
Sorge, dass strukturelle Defizite in der personellen und finanziellen
Ausstattung der Justiz sowie organisatorische Schwächen zu einer faktischen
Priorisierung und Selektion von Strafverfolgung führen. Eine solche Entwicklung
kann das Vertrauen der Bevölkerung in die Handlungsfähigkeit des
Rechtsstaats nachhaltig beeinträchtigen.
1. Wie viele Strafverfahren wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in
den vergangenen zehn Jahren gemäß den §§ 153 und 153a der
Strafprozessordnung (StPO) wegen Geringfügigkeit mit oder ohne Auflagen
eingestellt (bitte nach Jahren und Bundesländern aufschlüsseln)?
Statistische Daten zu den erledigten Ermittlungsverfahren und gerichtlichen
Strafverfahren enthalten die Statistik der Staatsanwaltschaften und der Statistik
der Strafgerichte, die jährlich durch das Statistische Bundesamt herausgegeben
werden. Die Statistik der Strafgerichte erfasst die Erledigungen jeweils getrennt
für die Amtsgerichte, Landgerichte und Oberlandesgerichte sowie für die
Instanzen. Die verfügbaren Daten zu den gemäß §§ 153, 153a der
Strafprozessordung (StPO) eingestellten Ermittlungsverfahren und gerichtlichen
Strafverfahren für die Jahre 2015 bis 2024 können den Anlagen „Ermittlungsverfah-
ren.xlsx“ und „Strafverfahren.xlsx“ entnommen werden.* Für das Berichtsjahr
2025 liegen noch keine Daten vor.
2. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung in den vergangenen
zehn Jahren die durchschnittliche Verfahrensdauer von Strafverfahren in
erster Instanz (bitte nach Bundesländern und Deliktgruppen
aufschlüsseln)?
Angaben zur durchschnittlichen Dauer der Strafverfahren erster Instanz enthält
ebenfalls die Statistik der Strafgerichte (Herausgeber Statistisches Bundesamt).
Die Angaben zur Verfahrensdauer werden jeweils getrennt für die
erstinstanzlichen Verfahren der Amtsgerichte, Landgerichte und Oberlandesgerichte
getrennt ausgewiesen. Nach Deliktsgruppen aufgeschlüsselte Daten liegen nicht
vor. Die verfügbaren Daten zur durchschnittlichen Dauer der erstinstanzlichen
Strafverfahren der Jahre 2015 bis 2024 können der Anlage „Verfahrensdau-
* Von einer Drucklegung der Anlagen wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 21/5730 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
er.xlsx“ entnommen werden.* Für das Berichtsjahr 2025 liegen noch keine
Daten vor.
3. In wie vielen Fällen wurde nach Kenntnis der Bundesregierung in den
vergangenen zehn Jahren eine überlange Dauer eines strafrechtlichen
Ermittlungs- oder Gerichtsverfahrens gemäß den §§ 198 ff. des
Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) festgestellt und eine Entschädigung
zugesprochen (bitte nach Jahren und Bundesländern aufschlüsseln)?
4. In wie vielen Fällen wurde nach Kenntnis der Bundesregierung in den
vergangenen zehn Jahren in Haftsachen ein Verstoß gegen das
verfassungsrechtliche Beschleunigungsgebot festgestellt?
5. Wie viele dringend Tatverdächtige wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung in den vergangenen zehn Jahren aufgrund überlanger
Verfahrensdauer aus der Untersuchungshaft entlassen (bitte nach Jahren,
Bundesländern und Deliktsarten aufschlüsseln)?
Die Fragen 3 bis 5 werden gemeinsam wie folgt beantwortet:
Der Bundesregierung liegen keine Kenntnisse zu den in die Zuständigkeit der
Länder fallenden Verfahren vor. Bundesweite Statistiken werden zu den
erfragten Daten nicht geführt.
6. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über strukturelle
Ursachen für Verzögerungen in Haftsachen vor?
Der Bundesregierung liegen keine über öffentliche Quellen hinausgehenden
Informationen über eventuelle strukturelle Ursachen für Verzögerungen in
Haftsachen vor.
7. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Richter,
Staatsanwälte und Beschäftigten im nichtrichterlichen Dienst in der
Strafjustiz in den vergangenen zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren
und Bundesländern aufschlüsseln)?
Die amtliche Statistik zum Personalbestand der ordentlichen Gerichte
differenziert nicht nach Zivil- und Strafsachen. Der Bundesregierung liegen für den
richterlichen und staatsanwaltschaftlichen Dienst Daten zur durchschnittlichen
Personalverwendung für Strafsachen in Arbeitskraftanteilen vor. Welcher
Anteil der Arbeitskraft von nicht-richterlichen Beschäftigten auf Strafsachen
entfällt, lässt sich den Übersichten zur Personalverwendung nicht entnehmen. Die
verfügbaren Daten für die Berichtsjahre 2015 bis 2024 können der Anlage
„Personalverwendung.xlsx“ entnommen werden.* Für das Berichtsjahr 2025
liegen noch keine Daten vor.
8. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle
Personalfehlbedarf in der Justiz?
Hinsichtlich der personellen Ausstattung der Länderjustizen liegen der
Bundesregierung keine eigenen Erkenntnisse vor. Die Länder sehen ausweislich eines
Beschlusses der Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister vom
5./6. Juni 2025 einen Bedarf von mindestens 2 000 neuen Stellen für den rich-
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 21/5730 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
terlichen und staatsanwaltlichen Dienst sowie der in der Folge notwendigen
zusätzlichen neuen Stellen im Bereich des nichtrichterlichen und
nichtstaatsanwaltlichen Personals in den Gerichten und Staatsanwaltschaften.
9. Welche finanziellen Mittel hat der Bund den Ländern in den vergangenen
zehn Jahren zur Stärkung der Justiz zur Verfügung gestellt (bitte nach
Programmen und Haushaltsjahren aufschlüsseln)?
Im Rahmen des (ersten) Pakts für den Rechtsstaat 2018 hat der Bund den
Ländern insgesamt 220 Mio. Euro für den Aufbau von 2 000 Stellen für
Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte zur Verfügung
gestellt. Die Mittel wurden den Ländern in zwei Tranchen von jeweils 110 Mio.
Euro (2019 und 2021) bereitgestellt.
In den Haushaltsjahren 2023 bis 2026 stellt der Bund in der sogenannten
Digitalisierungsinitiative für die Justiz bis zu 200 Mio. Euro, also jährlich etwa
50 Mio. Euro, für die weitere Digitalisierung der Justiz bereit.
10. Plant die Bundesregierung eine Weiterentwicklung oder Neuauflage
bundesweiter Unterstützungsprogramme zur personellen Stärkung der Justiz,
wenn ja, in welchem Umfang, und in welchem Zeitraum?
20. Wie stellt die Bundesregierung im Rahmen des geplanten Pakts für den
Rechtsstaat konkret sicher, dass die Bundesmittel – soweit dies der
Vorgabe entspricht – ausschließlich für zusätzliche Stellen verwendet
werden, und welche Sanktions- oder Rückforderungsmöglichkeiten sind
vorgesehen, wenn Länder die Mittel nicht zweckentsprechend einsetzen?
Die Fragen 10 und 20 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach dem Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode ist der Abschluss
eines neuen Pakts für den Rechtsstaat mit den Ländern geplant. In diesem Zuge
sollen in den Jahren 2027 bis 2029 neben 210 Mio. Euro für die Digitalisierung
weitere 240 Mio. Euro für die personelle Stärkung der Justiz bereitgestellt
werden. Die Verhandlungen mit den Ländern zu den Modalitäten des geplanten
Pakts dauern noch an.
11. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Stand der Einführung der
elektronischen Akte in Strafverfahren in den einzelnen Bundesländern?
Mit dem Gesetz zur Einführung der elektronischen Akte in der Justiz und zur
weiteren Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs vom 5. Juli 2017
(BGBI. I S. 2208) wurde zum 1. Januar 2026 die verbindliche elektronische
Aktenführung in der Justiz vorgesehen. Die Landesregierungen können aber
durch Rechtsverordnung bestimmen, dass Akten abweichend von § 32 Absatz 1
Satz 1 und 2 der StPO bis einschließlich 31. Dezember 2026 in Papierform
angelegt sowie von anderer Stelle bis einschließlich 31. Dezember 2026
übermittelte elektronische Akten in Papierform geführt oder weitergeführt werden
(§ 15 Absatz 2 des Einführungsgesetzes zur Strafprozessordnung). Nach dem
Kenntnisstand der Bundesregierung haben lediglich zwei Länder im
Kernstrafbereich von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.
12. Welche organisatorischen, technischen oder gesetzlichen Maßnahmen
bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung zur Sicherstellung der
fristgerechten Urteilsabsetzung und Protokollfertigung in Strafverfahren, und
welche weiteren Maßnahmen plant die Bundesregierung?
Gemäß § 275 Absatz 1 Satz 1 StPO ist das Urteil unverzüglich zu den Akten zu
bringen. Dies muss nach Satz 2 spätestens fünf Wochen nach der Verkündung
geschehen, wobei sich die Frist um zwei Wochen verlängert, wenn die
Hauptverhandlung länger als drei Tage gedauert hat. Sie verlängert sich um weitere
zwei Wochen je begonnenen Abschnitt von zehn Hauptverhandlungstagen.
Die Frist darf nur überschritten werden, wenn und solange das Gericht durch
einen im Einzelfall nicht voraussehbaren unabwendbaren Umstand an ihrer
Einhaltung gehindert worden ist.
Technische und organisatorische Maßnahmen zur Einhaltung der
Urteilsabsetzungsfrist fallen in die Zuständigkeit der Länder.
13. Welche gesetzgeberischen Maßnahmen zur strukturellen Beschleunigung
umfangreicher Strafverfahren wurden seit Beginn der laufenden
Legislaturperiode ergriffen oder sind geplant?
Die Bundesregierung hat im September 2025 eine Expertenkommission aus
Wissenschaft und Praxis unter Beteiligung der Länder zur Reform der
Strafprozessordnung eingesetzt. Ziel der Kommissionsarbeiten und der anschließenden
gesetzgeberischen Umsetzung der Ergebnisse der Kommission ist es, durch
eine effizientere Verfahrensstruktur und verbesserte Abläufe unnötige
Verzögerungen zu vermeiden und die Bearbeitungszeit insgesamt zu verkürzen. Die
Ergebnisse und Vorschläge der Kommission liegen noch nicht vor. Der
Abschlussbericht der Kommission soll bis zum Ende des Jahres 2026 vorliegen,
damit die Umsetzung noch in dieser Legislatur erfolgen kann.
14. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um das Vertrauen von
Opfern häuslicher und sexualisierter Gewalt in die
Strafverfolgungsbehörden zu stärken?
Die Bundesregierung hat am 25. März 2026 die Einbringung eines Gesetzes zur
Stärkung der Rechte von Verletzten insbesondere schwerer Gewalt- und
Sexualstraftaten auf psychosoziale Prozessbegleitung in das parlamentarische
Verfahren beschlossen (Bundesratsdrucksache 181/26). Mit dem Entwurf soll die
psychosoziale Prozessbegleitung, die sich als ein wertvolles Instrument zur
Reduzierung von den mit einem Strafverfahren verbundenen Belastungen von
Opfern von Gewalt- und Sexualstraftaten etabliert hat, erweitert und ihre
Durchführung in der Praxis verbessert werden.
Die bisher erforderliche Darlegung der besonderen Schutzbedürftigkeit soll
künftig bei Opfern von Sexualstraftaten und anderen schweren Gewalttaten,
deren Vorliegen zur Inanspruchnahme von psychosozialer Prozessbegleitung
berechtigt, entfallen. Daneben sieht der Gesetzentwurf insbesondere auch die
Verbesserung der Situation von Opfern häuslicher Gewalt im Strafverfahren
vor. So sollen diese Opfer in gravierenden Fällen zukünftig Anspruch auf für
sie kostenfreie psychosoziale Prozessbegleitung und auf Beiordnung eines
anwaltlichen Beistands haben.
15. Welche besonderen Schutzmaßnahmen bestehen nach Kenntnis der
Bundesregierung, wenn Verurteilungen aufgrund formaler Versäumnisse
nicht rechtskräftig werden und konkrete Gefährdungslagen entstehen?
Die Gefahrenabwehr liegt in der Zuständigkeit der Länder.
16. Welche empirischen Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über den
Zusammenhang zwischen Verfahrensdauer, Einstellungspraxis und
Anzeigebereitschaft bei Gewalt in Partnerschaften vor?
Mit der Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im
Alltag“ (LeSuBiA) werden Daten zu Gewalterfahrungen von Menschen in
Deutschland erhoben. Das Themenheft I (abzurufen auf der Internetseite des
Bundeskriminalamtes) widmet sich der Auswertung der Gewaltbetroffenheit
sowie der Anzeigebereitschaft. Zudem wird noch in diesem Jahr die
Veröffentlichung des Themenheftes II erwartet, in dem dann die Erfahrungen mit der
Inanspruchnahme des Sicherheits- und Hilfesystems von Polizei, Justiz, Medizin
und Opferhilfe infolge von Gewalterfahrungen ausgewertet werden. Empirische
Erkenntnisse hinsichtlich eines Zusammenhangs zwischen Verfahrensdauer,
Einstellungspraxis und Anzeigebereitschaft bei Gewalt in Partnerschaften
liegen der Bundesregierung nicht vor.
17. Welche bundeseinheitlichen Mindeststandards bestehen nach Kenntnis
der Bundesregierung für den Schutz personenbezogener Daten von
ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern, und plant die Bundesregierung
insoweit gesetzliche Anpassungen?
Hinsichtlich des Schutzes personenbezogener Daten von ehrenamtlichen
Richterinnen und Richtern gelten die allgemeinen datenschutzrechtlichen
Vorschriften, die sich unter anderem aus der Datenschutz-Grundverordnung, dem
Bundesdatenschutzgesetz sowie dem jeweiligen Landesrecht ergeben. In den
jeweiligen Verfahrensordnungen bestehen keine speziellen bundesrechtlichen
datenschutzrechtlichen Vorschriften zum Schutz von ehrenamtlichen Richterinnen
und Richtern.
18. Welche strukturellen Risiken für die gleichmäßige und effektive
Strafverfolgung erkennt die Bundesregierung vor dem Hintergrund steigender
Verfahrenszahlen und begrenzter personeller Ressourcen?
Die Strafverfolgung fällt überwiegend in die Zuständigkeit der Länder.
Hinsichtlich des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof (GBA) erkennt
die Bundesregierung kein strukturelles Risiko. In Anerkenntnis der
bestehenden Belastung der Justiz ist der in Antwort zu den Fragen 10 und 20 genannte
Abschluss eines neuen Pakts für den Rechtsstaat mit den Ländern geplant.
19. Welche Maßnahmen ergreift oder plant die Bundesregierung, um zu
gewährleisten, dass der Umfang und die Intensität der Strafverfolgung
nicht von der jeweiligen personellen oder finanziellen Ausstattung
einzelner Länder abhängig sind?
21. Welche quantifizierbaren Zielmarken (z. B. Reduzierung anhängiger
Verfahren, maximale Verfahrensdauer, Personalaufwuchs) setzt sich die
Bundesregierung zur messbaren Entlastung der Strafjustiz?
22. In welchem Zeitraum soll nach Vorstellung der Bundesregierung eine
spürbare Reduzierung der strukturellen Überlastung der Strafjustiz
erreicht werden?
Die Fragen 19, 21 und 22 werden gemeinsam wie folgt beantwortet:
Die Strafverfolgung liegt mit Ausnahme der in die Zuständigkeit des GBA
fallenden Verfahren in der Zuständigkeit der Länder. Der GBA ist personell und
finanziell zur Gewährleistung der Strafverfolgung ausgestattet.
Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission aus
Wissenschaft und Praxis unter Beteiligung der Länder erarbeitet Vorschläge für eine
effizientere Verfahrensstruktur und verbesserte Abläufe, wodurch unnötige
Verzögerungen vermieden werden sollen und die Bearbeitungszeit insgesamt
verkürzt werden soll. Die konkrete Umsetzung einer eventuellen
Gesetzesänderung infolge der Ergebnisse der Expertenkommission obliegt den Ländern.
Überdies wird auf die Antwort zu den Fragen 10 und 20 verwiesen.
2024 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 577.586 45.192 55.038 35.088 27.044 8.172 19.751 57.566 12.867 45.248 140.626 32.405 6.819 35.012 15.963 26.928 13.867
153a 158.892 19.449 20.763 4.762 7.304 2.538 6.000 13.008 4.405 18.026 33.995 11.038 503 5.195 4.258 5.258 2.390
2023 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 562.818 44.560 62.715 32.224 21.550 7.905 19.826 55.425 12.375 42.460 136.822 29.811 7.361 29.841 20.726 25.264 13.953
153a 161.637 19.920 21.825 4.801 6.468 2.418 7.247 13.338 4.493 18.376 33.780 10.895 507 5.124 4.367 5.821 2.257
2022 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 458.859 34.235 47.124 29.256 15.730 6.677 17.794 49.111 8.868 36.313 120.507 24.350 5.885 19.360 11.810 20.871 10.968
153a 155.352 18.940 20.892 4.729 5.795 2.027 7.166 11.709 4.161 18.136 33.423 10.551 468 4.866 4.648 5.624 2.217
2021 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 403.114 29.414 34.498 24.566 13.605 6.704 16.430 47.004 8.156 34.174 107.142 21.181 5.076 14.052 11.938 18.930 10.244
153a 148.979 17.832 21.089 4.456 6.155 2.189 6.775 11.715 4.129 17.612 30.165 9.895 417 4.933 4.242 5.258 2.117
2020 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 448.521 32.039 35.937 25.326 14.579 7.699 18.281 52.584 8.803 36.725 119.845 22.092 5.051 15.145 21.568 21.927 10.920
153a 158.306 18.245 22.371 4.293 5.932 2.401 6.478 15.066 4.444 18.638 32.640 10.568 470 4.806 4.149 5.707 2.098
2019 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 454.927 34.916 43.106 27.520 13.881 6.737 17.236 53.190 9.191 37.218 123.463 22.964 5.484 15.858 12.398 21.375 10.390
153a 163.757 18.941 25.491 5.043 5.575 2.415 5.797 15.249 4.352 18.911 33.964 10.895 473 4.425 4.379 5.774 2.073
2018 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 454.927 34.916 43.106 27.520 13.881 6.737 17.236 53.190 9.191 37.218 123.463 22.964 5.484 15.858 12.398 21.375 10.390
153a 163.757 18.941 25.491 5.043 5.575 2.415 5.797 15.249 4.352 18.911 33.964 10.895 473 4.425 4.379 5.774 2.073
2017 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 518.737 41.891 50.483 24.716 19.515 6.712 17.542 52.985 10.058 41.789 126.955 29.712 7.007 21.568 32.127 22.637 13.040
153a 165.967 18.176 25.165 5.159 5.896 2.403 5.939 15.099 3.839 19.348 34.228 11.130 594 5.152 5.056 6.568 2.215
2016 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 745.743 44.035 212.326 29.484 13.061 9.525 22.347 63.876 16.079 46.129 139.626 41.795 10.152 29.522 20.554 32.372 14.860
153a 169.922 18.110 25.394 5.142 6.042 2.629 6.146 14.577 3.926 20.718 36.174 11.410 614 4.960 5.072 6.669 2.339
2015 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen
Sachsen-
Anhalt
Schleswig-
Holstein
Thüringen
153 668.524 49.221 165.895 25.757 13.226 6.686 19.408 55.123 12.580 52.187 143.449 31.433 9.516 25.669 18.738 25.436 14.200
153a 170.952 18.827 24.279 5.440 6.354 2.505 5.964 14.374 3.965 21.067 37.447 11.508 579 4.945 5.270 5.997 2.431
Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Fachserie/Statistische Berichte "Staatsanwaltschaften"
Anlage 1 zu der Frage 1 der Kleinen Anfrage 21/5403
Nach §§ 153 und 153a StPO eingestellte Ermittlungsverfahren
2024 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 28.326 2.696 3.420 1.291 681 453 468 2.228 425 2.555 9.092 1.219 477 1.081 587 700 953
§ 153a 49.737 5.146 5.680 2.676 2.133 523 1.033 3.424 927 4.117 13.923 2.035 749 3.055 1.099 1.391 1.826
2023 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 27.950 2.445 3.422 1.403 689 423 465 2.310 428 2.509 8.827 1.168 386 1.132 581 695 1.067
§ 153a 49.028 4.800 5.388 3.424 2.106 462 1.097 3.215 904 4.019 13.184 2.018 684 3.155 1.143 1.461 1.968
2022 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 26.911 2.256 3.058 1.380 766 426 464 2.144 468 2.406 8.680 1.093 364 1.086 612 755 953
§ 153a 47.921 4.632 5.125 3.295 2.198 510 1.230 3.092 819 3.952 13.539 1.819 625 2.861 1.085 1.359 1.780
2021 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 29.161 2.472 3.348 1.476 838 421 570 2.402 458 2.589 9.175 1.176 342 1.200 724 887 1.083
§ 153a 50.002 5.090 5.228 3.543 2.288 444 1.314 3.493 840 4.031 13.399 2.054 586 2.966 1.111 1.619 1.996
2020 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 29.439 2.578 3.207 1.503 947 471 594 2.239 448 2.737 9.361 1.217 388 1.081 680 889 1.099
§ 153a 50.035 4.878 5.386 3.257 2.546 502 1.345 3.314 961 3.972 14.147 1.946 673 2.706 1.027 1.450 1.925
2019 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 31.081 2.591 3.379 1.570 972 411 689 2.475 512 2.983 10.193 1.306 344 1.030 691 860 1.075
§ 153a 54.214 5.297 5.890 3.425 2.681 510 1.606 3.465 997 4.174 16.025 2.131 663 2.717 1.117 1.488 2.028
2018 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 31.231 2.474 3.391 1.596 1.166 426 704 2.483 520 3.018 9.926 1.444 353 978 742 829 1.181
§ 153a 52.558 4.663 5.831 3.313 2.885 529 1.457 3.353 1.018 4.287 15.351 2.021 658 2.775 1.097 1.365 1.955
2017 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 31.245 2.291 3.265 1.591 1.088 433 694 2.549 487 3.070 10.210 1.380 330 1.037 724 940 1.156
§ 153a 53.001 4.511 6.194 3.518 3.044 487 1.314 3.393 1.000 4.244 15.428 1.919 550 2.855 1.102 1.456 1.986
2016 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 31.868 2.397 3.285 1.698 1.211 443 747 2.537 517 3.144 10.120 1.489 343 1.068 746 932 1.191
§ 153a 53.492 4.634 6.283 3.691 3.118 477 1.504 3.358 1.146 4.611 14.564 2.072 509 2.939 1.065 1.572 1.949
2015 Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
§ 153 33.416 2.464 3.391 1.906 1.216 401 806 2.421 573 3.266 10.756 1.479 367 1.207 885 1.057 1.221
§ 153a 55.048 4.669 6.500 3.902 3.102 481 1.659 3.360 1.117 4.476 15.228 2.194 586 3.002 1.187 1.578 2.007
Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Fachserie/Statistische Berichte "Strafgerichte"
Anlage 2 zu der Frage 1 der Kleinen Anfrage 21/5403
Nach §§ 153 und 153a StPO eingestellte Strafverfahren (Summe aller Instanzen)
Amtsgerichte Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen
2024 5,1 3,9 3,7 4,3 6,0 6,7 6,1 6,7 4,6 5,6 5,4 5,4 5,9 5,8 6,0 5,1 5,5
2023 5,0 3,8 3,5 4,0 5,9 7,4 5,9 6,4 4,3 5,5 5,3 5,4 4,8 5,8 6,1 4,9 5,7
2022 5,1 3,9 3,5 4,2 6,1 7,8 6,0 6,7 4,4 5,3 5,5 5,1 4,5 6,1 6,0 5,0 5,8
2021 5,0 3,8 3,5 4,2 7,4 7,5 5,7 6,6 4,2 5,3 5,3 5,1 4,5 5,8 6,0 5,3 5,5
2020 4,6 3,5 3,3 4,0 6,6 6,6 5,0 6,1 4,5 4,8 4,7 4,7 4,4 5,1 5,7 5,3 4,9
2019 4,3 3,3 3,0 3,6 6,3 6,2 4,7 5,5 4,0 4,4 4,4 4,4 4,5 4,8 5,1 4,9 5,0
2018 4,2 3,4 2,9 3,5 5,9 5,9 4,4 5,4 4,2 4,3 4,2 4,3 4,5 4,5 4,9 5,0 4,9
2017 4,0 3,3 2,9 3,4 5,3 5,3 4,1 5,4 4,1 4,2 4,2 4,2 4,5 4,2 4,5 4,8 4,7
2016 3,9 3,3 2,8 3,3 5,0 4,7 3,9 5,3 4,0 4,2 4,1 4,1 4,7 4,2 4,5 4,7 4,8
2015 4,0 3,2 2,9 3,1 5,2 4,7 3,9 5,0 4,3 4,2 4,1 4,2 4,6 4,3 4,7 4,9 4,8
Landgeriche Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen
2024 8,5 5,9 5,7 6,3 11,5 13,3 9,3 11,7 9,6 9,3 9,1 8,0 6,4 8,6 7,8 10,6 11,7
2023 8,4 6,1 5,7 7,5 12,4 14,9 9,9 10,5 7,6 8,5 8,6 8,4 5,7 9,1 7,5 9,7 12,3
2022 8,6 6,5 6,1 7,9 16,3 11,4 8,0 10,3 10,1 8,7 8,4 9,0 6,5 7,7 7,9 22,5 10,8
2021 8,2 6,9 6,4 7,6 15,8 14,2 6,6 10,1 8,8 9,5 7,9 8,1 6,9 7,9 7,5 7,7 7,6
2020 8,1 6,1 6,5 9,2 12,1 16,6 6,4 9,7 9,9 8,7 8,4 7,3 5,4 7,6 8,5 7,1 8,3
2019 8,0 6,5 6,0 9,5 10,8 12,1 7,1 9,1 8,2 8,2 8,9 7,1 5,0 7,8 6,8 6,7 8,0
2018 7,8 6,3 6,5 8,7 10,2 9,3 6,6 10,0 12,6 8,8 8,2 6,6 5,2 7,5 7,1 7,3 6,4
2017 7,7 6,6 6,0 7,6 13,0 7,3 6,3 9,5 7,6 8,0 8,8 6,4 4,5 6,8 7,6 9,1 6,1
2016 7,4 6,5 6,0 8,0 11,4 6,6 7,2 8,6 8,2 7,8 7,9 6,4 5,4 6,6 7,4 8,0 5,3
2015 7,3 6,9 6,3 8,1 11,0 9,5 7,3 7,1 7,6 7,9 7,8 6,6 6,3 6,4 5,3 8,4 6,8
Oberlandes-gerichte Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen
2024 8,1 9,9 8,9 6,2 - - 3,5 10,9 - 11,1 6,0 5,4 - 9,7 11,2 - 8,7
2023 11,0 11,5 16,3 14,3 - - 5,6 13,9 - 9,7 11,4 7,4 - 24,6 4,1 5,2 4,2
2022 11,3 10,4 13,4 11,8 - - 4,2 11,1 - 18,4 11,0 12,3 - 5,2 10,2 4,8 -
2021 11,0 10,9 18,8 19,4 - - 4,7 7,1 - 18,8 10,8 5,4 - 6,2 8,2 1,1 -
2020 12,1 19,9 22,7 6,7 - - 5,5 10,1 - 5,9 11,7 5,0 - 11,6 - - 0,0
2019 9,1 6,2 7,4 19,8 - - 9,6 9,1 - 7,6 10,9 6,2 - 7,0 - - 5,5
2018 11,1 7,4 9,3 10,2 - - 6,0 - - 13,0 18,8 - - 7,7 - - 0,8
2017 14,0 11,7 13,9 7,2 - - 4,9 0,0 - 4,8 23,3 5,4 - - - - 18,2
2016 9,5 10,3 4,9 4,8 - - 3,2 14,3 - 7,1 11,5 - - - - - -
2015 14,8 28,8 5,9 7,9 - - 5,5 24,7 - _ 19,9 4,1 - - - - 2,5
Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Fachserie/Statistische Berichte "Strafgerichte"
Anlage 3 zu der Frage 2 der Kleinen Anfrage 21/5403
Durchschnittliche Dauer der erstinstanzlichen Strafverfahren
richterlicher Dienst Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
2024 4.040,67 446,60 562,47 180,85 109,55 52,86 173,29 323,51 70,06 358,19 980,81 190,56 48,74 209,27 97,39 124,72 111,80
2023 4.132,42 440,73 550,27 264,78 109,33 52,52 167,87 310,13 70,54 386,19 989,54 194,85 47,74 213,57 103,64 120,05 110,67
2022 4.008,73 437,46 535,65 263,37 112,79 52,21 161,43 292,06 70,34 340,46 971,04 184,83 47,68 212,22 99,54 116,59 111,06
2021 4.013,05 436,26 544,11 263,20 112,68 50,61 158,30 285,82 71,67 351,69 965,10 183,57 51,47 211,33 100,10 115,88 111,27
2020 3.962,00 437,90 545,95 260,28 108,27 46,46 153,87 280,44 71,30 351,98 953,87 176,19 46,52 210,89 101,37 110,13 106,58
2019 3.912,83 447,70 541,07 257,25 105,27 45,90 150,52 280,49 70,93 338,68 933,06 178,79 44,43 213,96 94,39 105,20 105,19
2018 3.811,63 425,25 539,33 245,68 101,92 46,64 150,77 267,33 69,82 327,98 923,71 173,33 43,42 202,05 91,49 100,21 102,70
2017 3.710,00 398,07 531,06 243,86 98,93 41,82 137,45 263,13 66,52 325,36 901,55 171,95 42,86 198,95 92,44 97,56 98,49
2016 3.582,96 388,53 515,75 231,58 102,53 39,78 123,60 252,04 65,05 324,65 844,83 169,20 42,26 194,99 91,44 98,76 97,97
2015 3.485,90 381,39 493,07 224,09 100,23 37,10 119,95 239,45 72,43 315,06 822,20 158,91 41,66 194,16 91,48 99,34 95,38
staats-/ amtsanwalt-schaftl. Dienst Deutschland Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen
Mecklenburg-
Vorpommern
Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig- Holstein Thüringen
2024 6.398,28 722,30 790,59 423,62 219,69 72,05 228,25 498,45 132,65 601,13 1.450,10 310,22 67,95 301,81 188,54 224,00 166,93
2023 6.118,61 700,92 750,10 391,53 216,49 67,97 214,68 483,42 131,50 588,18 1.347,48 304,28 64,25 294,04 182,20 215,82 165,75
2022 5.914,57 673,74 710,75 393,74 206,22 65,48 216,28 457,83 126,15 574,19 1.306,41 295,97 61,85 285,43 173,56 201,76 165,21
2021 5.858,52 647,63 713,96 387,02 213,83 64,84 224,81 435,33 127,56 574,95 1.303,80 286,76 59,01 278,21 176,91 196,07 167,83
2020 5.731,38 632,39 694,55 379,36 194,73 65,25 211,87 429,58 126,26 569,14 1.277,55 281,32 59,18 279,79 175,16 192,86 162,38
2019 5.604,08 612,96 682,38 374,19 197,66 63,30 190,47 408,96 124,11 566,75 1.234,19 281,82 60,12 283,15 172,20 190,47 161,35
2018 5.456,25 608,73 654,80 371,56 181,28 62,62 191,26 410,45 119,30 536,12 1.187,71 288,74 56,94 281,69 158,55 187,68 158,82
2017 5.309,22 566,26 640,39 363,99 182,20 59,65 178,88 399,65 118,13 517,47 1.170,06 268,48 51,52 287,62 163,71 184,23 156,98
2016 5.169,82 536,03 620,46 377,40 195,19 55,74 176,02 392,13 116,24 527,10 1.077,40 271,15 51,12 275,65 162,78 181,64 153,77
2015 5.037,09 514,87 596,48 360,17 193,40 54,48 168,29 389,63 114,69 519,60 1.069,65 271,01 49,87 258,37 159,44 173,00 144,14
Quelle: Bundesamt für Justiz
Durchschnittliche Personalverwendung für Ermittlungs-, Straf- und Bußgeldsachen bei den Staatsanwaltschaften in Arbeitskraftanteilen
Anlage 4 zu der Frage 7 der Kleinen Anfrage 21/5403
Durchschnittliche Personalverwendung für Strafsachen bei den ordentlichen Gerichten in Arbeitskraftanteilen
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