zu dem Antrag der Abgeordneten Leif-Erik Holm, Alexander Arpaschi, Carolin Bachmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Drucksache 21/1537 - Anstieg der Arbeitslosenzahlen ernst nehmen - Sofortige Wirtschaftswende für Deutschland einleiten
Text
zu dem Antrag der Abgeordneten Leif-Erik Holm, Alexander Arpaschi, Carolin Bachmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Drucksache 21/1537 - Anstieg der Arbeitslosenzahlen ernst nehmen - Sofortige Wirtschaftswende für Deutschland einleiten
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2207
21. Wahlperiode 14.10.2025
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Leif-Erik Holm, Alexander Arpaschi, Carolin
Bachmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/1537 –
Anstieg der Arbeitslosenzahlen ernst nehmen – Sofortige Wirtschaftswende
für Deutschland einleiten
A. Problem
Die Fraktion der AfD ist der Auffassung, dass sich Deutschland seit Jahren in
einer Rezession befinde, die durch politisch verursachte strukturelle Probleme,
insbesondere eine fehlgeleitete Wirtschafts- und Energiepolitik, verursacht
worden sei.
Die antragsstellende Fraktion möchte die Bundesregierung auffordern, die
Energiekosten und Netzentgelte durch die Abschaffung des Erneuerbare-Energien-
Gesetzes (EEG) und die Aufhebung des Klima- und Transformationsfondsgesetzes
(KFTG) zu senken, die Energie- und Unternehmenssteuern zu senken sowie den
Bürokratieaufwand durch die Abschaffung des
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) und des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) zu senken.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Annahme des Antrags.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/1537 abzulehnen.
Berlin, den 8. Oktober 2025
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Christian Frhr. von Stetten
Vorsitzender
Dr. Klaus Wiener
Berichterstatter
Mathias Weiser
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Dr. Klaus Wiener und Mathias Weiser
I. Überweisung
Der Antrag der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/1537 wurde in der 20. Sitzung des Deutschen Bundestages
am 10. September 2025 beraten und an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie zur Federführung sowie an den
Finanzausschuss, den Ausschuss für Arbeit und Soziales, den Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz
und nukleare Sicherheit sowie den Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen zur
Mitberatung überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die Fraktion der AfD ist der Auffassung, dass sich Deutschland trotz großer Stärken wie Innovationsvermögen
und qualifizierter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit Jahren in einer Rezession befinde, die durch politisch
verursachte strukturelle Probleme, insbesondere eine fehlgeleitete Wirtschafts- und Energiepolitik, verursacht
worden sei.
Die antragsstellende Fraktion möchte die Bundesregierung auffordern, die Energiekosten und Netzentgelte durch
die Abschaffung des EEG und die Aufhebung des KFTG zu senken, die Energie- und Unternehmenssteuern durch
die Absenkung der Stromsteuer auf das EU-Minimum und die Abschaffung des Solidaritätszuschlaggesetzes zu
senken sowie den Bürokratieaufwand durch die Abschaffung des LkSG und des EnEfG zu senken.
III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Finanzausschuss hat den Antrag auf Drucksache 21/1537 in seiner 6. Sitzung am 8. Oktober 2025 beraten
und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke
gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
Der Ausschuss für Arbeit und Soziales hat den Antrag auf Drucksache 21/1537 in seiner 6. Sitzung am 8.
Oktober 2025 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen Ablehnung.
Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat den Antrag auf
Drucksache 21/1537 in seiner 12. Sitzung am 8. Oktober 2025 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen
CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen
Ablehnung.
Der Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen hat den Antrag auf
Drucksache 21/1537 in seiner 8. Sitzung am 8. Oktober 2025 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen
CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dessen
Ablehnung.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat den Antrag auf den Drucksache 21/1537 in seiner 7. Sitzung am
8. Oktober 2025 abschließend beraten.
Die Fraktion der AfD führte einleitend aus, Deutschland befinde sich das dritte Jahr in Folge in einer Rezession.
Besonders besorgniserregend sei die steigende Arbeitslosenzahl, welche im Jahr 2025 erstmals seit zehn Jahren
mehr als drei Millionen übersteige. Im Vergleich zum Vorjahresquartal habe es einen Anstieg um 148 000
gegeben. Diese Entwicklung betreffe vor allem Schlüsselindustrien. In den nächsten Jahren würden voraussichtlich
weitere 26 000 Arbeitsplätze in der Automobilindustrie abgebaut werden. Diese strukturelle Krise beruhe auf drei
Kernproblemen: der Energiewende, der Hochsteuerpolitik in Deutschland und der Bürokratie. Das Erneuerbare-
Energien-Gesetz müsse abgeschafft sowie die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß gesenkt werden.
Zudem solle der Solidaritätsbeitrag beendet und Bürokratie abgebaut werden.
Die Fraktion der CDU/CSU unterstrich, dass die Bundesregierung den Anstieg der Arbeitslosenzahlen sehr ernst
nehme. Es bedürfe jedoch keiner sofortigen Wende im Sinne eines „Strohfeuers“, sondern gezielter Maßnahmen,
um mittelfristig die Wachstumsmöglichkeiten der deutschen Wirtschaft zu stärken. Hierfür seien Investitionen in
Höhe von 125 Milliarden Euro vorgesehen. Ferner würden Energiepreise gesenkt werden und das Energie-
Monitoring sei als Bestandsaufnahme auf den Weg gebracht worden. Der Bau-Turbo sei verabschiedet worden. Diese
Maßnahmen hätten alle zum Ziel, das Wachstumspotenzial zu heben, Arbeitsplätze zu schaffen, Kaufkraft zu
generieren und auf diese Weise auch den privaten Konsum zu stärken.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisierte den Antrag als Rückkehr in eine fossile Vergangenheit,
die von der Abhängigkeit von Uran, Kohle, Öl und Gas geprägt sei. Zukunftsgerichtete Energiepolitik erfordere
Investitionen in grüne Technologien und erneuerbare Energien. Deutschland habe im ersten Halbjahr mehr Strom
aus Wind- und Solarenergie erzeugt als aus Kohle. Auch Länder wie China und Indien investierten zunehmend
in diesen Bereich. Zudem seien in Deutschland im Vergleich zu den insgesamt schlechten Wachstumsraten
seit 2010 in der Green-Tech-Branche Wachstumsraten in Höhe von durchschnittlich 5 Prozent verzeichnet
worden. Gleichzeitig bestünde in den Bereichen des Handwerks und der Start-ups akuter Handlungsbedarf in Form
von Strukturreformen und konkreten Maßnahmen. Die Fraktion betonte, dass die Bundesregierung Investitionen
auch tatsächlich tätigen müsse, um den Standort Deutschland zu sichern.
Die Fraktion der SPD hob hervor, dass der Antrag aus ihrer Sicht nicht der heutigen Realität entspreche. Die
Zeit des freien Welthandels sei angesichts der protektionistischen Politik Chinas und der USA vorbei. Der Verlust
von Marktanteilen deutscher Unternehmen sei auch auf mangelnde Investitionen in Zukunftsfelder
zurückzuführen. Statt Subventionen zu reduzieren und sich allein auf den Markt zu verlassen, bedürfe es einer aktiven
Wirtschafts- und Industriepolitik, bei der gezielt in Zukunftsfelder investiert und die Rahmenbedingungen für
Startups verbessert würden. Als Beispiel nannte die Fraktion den Bereich E-Autos, die in China, dem größten
Automarkt der Welt, bereits jetzt häufiger zugelassen würden als Verbrenner.
Die Fraktion Die Linke betonte, dass der Antrag nicht zeitgemäß sei und die demokratischen Parteien die
Arbeitsplätze in Deutschland sichern müssten. In den letzten Jahren seien 300 000 Industriearbeitsplätze
weggefallen und weitere 100 000 seien gefährdet. Das Sondervermögen müsse vor allem in diesen Wirtschaftsbereich
investiert werden. Planungssicherheit sei hier von besonderer Bedeutung. Auch auf der Industrieseite bestehe die
Bereitschaft, den Transformationsprozess hin zu erneuerbaren Energien mitzugehen. Im Rahmen der
Investitionen seien klare Bedingungen für eine entsprechende Transformation notwendig. Die Fraktion unterstrich die Rolle
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, Rahmenbedingungen zum Erhalt von Arbeitsplätzen
während dieser Transformation zu schaffen.
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie beschloss mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD, die Ablehnung des
Antrags auf Drucksache 21/1537 zu empfehlen.
Berlin, den 8. Oktober 2025
Dr. Klaus Wiener
Berichterstatter
Mathias Weiser
Berichterstatter
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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