Teilnahme syrischer Staatsangehöriger an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit
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Teilnahme syrischer Staatsangehöriger an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1782
21. Wahlperiode 23.09.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Tobias Matthias Peterka, Jan Feser, Peter Bohnhof, Knuth
Meyer-Soltau, Dr. Christoph Birghan, Erhard Brucker, Bernd Schattner, Gerrit
Huy, Raimond Scheirich, Carina Schießl, Lukas Rehm, Dr. Rainer Rothfuß,
Christian Reck, Birgit Bessin, Thomas Dietz, Kay-Uwe Ziegler, René Springer,
Edgar Naujok, Sergej Minich, Jan Wenzel Schmidt, Dr. Michael Espendiller, Mirco
Hanker, Olaf Hilmer, Stefan Henze, Dr. Malte Kaufmann, Rocco Kever, Dr. Michael
Blos, Joachim Bloch, Sascha Lensing, Otto Strauß, Pierre Lamely, Udo Theodor
Hemmelgarn, Robert Teske, Thomas Stephan, Achim Köhler, Julian Schmidt,
Stefan Keuter, Thomas Korell, Heinrich Koch, Lars Schieske, Kurt Kleinschmidt,
Dr. Anna Rathert, Dr. Christina Baum, Marc Bernhard, Iris Nieland, Thomas
Ladzinski, Alexis L. Giersch, Stefan Schröder, Uwe Schulz, Hauke Finger und
der Fraktion der AfD
Teilnahme syrischer Staatsangehöriger an Maßnahmen der Bundesagentur
für Arbeit
Ende des Jahres 2024 lebten ca. 975 000 Menschen mit syrischer
Staatsangehörigkeit in Deutschland (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/463384/u
mfrage/auslaender-aus-syrien-in-deutschland/). 2013, also elf Jahre zuvor,
lebten 60 000 Syrer in Deutschland (s. o.). Allein in den Jahren 2015 und 2016
erhöhte sich die Zahl der in Deutschland lebenden Syrer um fast 520 000
(s. o.). Syrien ist auch im Jahr 2024 – wie schon in den Vorjahren – das
Hauptherkunftsland der Menschen, die in Deutschland Asyl suchen (s. o.). Die
Schutzquote, d. h. die Anerkennungsquote der Asylbewerber aus Syrien, ist
dabei sehr hoch (s. o.). Die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer lag Ende
2024 bei etwa 14 Millionen (s. o.). Die meisten in Deutschland lebenden
Ausländer haben die türkische Staatsbürgerschaft, gefolgt von Ukrainern und
Syrern (s. o.).
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat im Januar 2025 Zahlen zur
Arbeitsmarktsituation von syrischen Staatsangehörigen veröffentlicht (https://statistik.a
rbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Migratio
n/Generische-Publikationen/AMkompakt-Arbeitsmarktsituation-von-syrischen-
Staatsangehoerigen.pdf?__blob=publicationFile, zuletzt abgerufen am 2.
September 2025). In dieser Publikation heißt es, bei Syrern läge ein „großes
Arbeitskräftepotential“ vor (ebd., S. 12): Die Anzahl von gemeldeten
erwerbsfähigen (ab 15 Jahren) Syrern, die von einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter
betreut werden, lag im November 2024 bei 386 000, davon waren 155 000
arbeitslos gemeldet und standen dem Arbeitsmarkt laut der BA unmittelbar zur
Verfügung (ebd., S. 12). Mehr als die Hälfte der nicht arbeitslos gemeldeten
Syrer (231 000) soll sich zu diesem Zeitpunkt in Ausbildung oder
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (123 000) befunden haben (ebd., S. 12). Im
Bevölkerungsdurchschnitt habe dieser Anteil bei rund einem Drittel gelegen (ebd.,
S. 12). 23 Prozent (54 000) seien einer Erwerbstätigkeit nachgegangen und
weitere 13 Prozent (30 000) hätten aufgrund von Sorgearbeiten (z. B.
Kinderbetreuung) dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung gestanden (ebd., S. 12). Der
hohe Anteil der Schüler, Auszubildenden und Maßnahmeteilnehmenden
syrischer Staatsangehörige spräche, so die BA, dafür, dass das
Arbeitskräfteangebot künftig noch steigen dürfte.
Im August 2024 hätten insgesamt 518 000 syrische Staatsangehörige
Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) erhalten, darunter
353 000 Personen im erwerbsfähigen Alter und rund 165 000 Kinder (ebd.,
S. 13, zuletzt abgerufen am 2. September 2025). Gemessen an der Bevölkerung
waren damit etwas mehr als die Hälfte der syrischen Staatsangehörigen
leistungsberechtigt (SGB-II-Hilfequote im August: 54,9 Prozent; ebd., S. 13).
Unklar ist, in welchem Umfang syrische Staatsangehörige an
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen, wie erfolgreich diese sind und welche
Unterschiede sich nach Geschlecht, Alter und Aufenthaltsstatus zeigen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele syrische Staatsangehörige haben seit 2015 bis heute an
Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nach dem SGB II und dem Dritten
Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) teilgenommen (bitte nach Jahren und
Maßnahmearten aufschlüsseln)?
2. Wie hoch ist die Zahl der derzeit teilnehmenden syrischen
Staatsangehörigen an Maßnahmen der BA (Stand: 2. September 2025; bitte nach
Maßnahmearten differenzieren)?
3. Wie verteilen sich die an den Maßnahmen der BA teilnehmenden
syrischen Staatsangehörigen nach Geschlecht, Altersgruppe und
Aufenthaltsstatus (Zeitraum von 2015 bis heute)?
4. Welche Maßnahmen weisen nach Kenntnis der Bundesregierung die
höchsten Übergangsquoten in Ausbildung oder Beschäftigung für syrische
Staatsangehörige auf?
5. Welche durchschnittliche Maßnahmedauer und welche Abbruchquoten
ergeben sich für die an den Maßnahmen der BA teilnehmenden syrischen
Staatsangehörigen (bitte jeweils nach Maßnahmeart differenzieren)?
6. Wie viele syrische Staatsangehörige nahmen seit 2015 bis heute an
Sprachkursen mit arbeitsmarktbezogenem Bezug teil, die durch die BA
gefördert wurden?
7. Welche finanziellen Mittel wurden seit 2015 bis heute jährlich für
Maßnahmen mit syrischen Staatsangehörigen aufgewendet (bitte nach Jahren
und Maßnahmearten aufschlüsseln)?
8. Welche spezifischen Programme oder Pilotprojekte zur
Arbeitsmarktintegration syrischer Staatsangehöriger unterstützt die Bundesregierung ggf.
über die BA hinaus?
9. Wie bewertet die Bundesregierung die Wirksamkeit dieser Maßnahmen
im Hinblick auf die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt?
10. Plant die Bundesregierung Änderungen, Erweiterungen oder
Schwerpunktsetzungen im Angebot der BA zur Förderung der
Arbeitsmarktintegration syrischer Staatsangehöriger, und wenn ja, welche?
Berlin, den 19. September 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
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