Institut für Arbeitsforschung Dortmund (Antwort zu Drs. 21/1198)
Text
Institut für Arbeitsforschung Dortmund (Antwort zu Drs. 21/1198)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1370
21. Wahlperiode 27.08.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Robert Teske, René Springer, Peter
Bohnhof, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/1198 –
Institut für Arbeitsforschung Dortmund
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das Bundeskabinett hat den Haushaltsentwurf der Bundesregierung für das
Jahr 2025 am 24. Juni 2025 beschlossen und im Anschluss an den Deutschen
Bundestag zur Beratung (Bundestagsdrucksache 21/500) weitergeleitet. Der
Deutsche Bundestag hat in seiner 19. Plenarsitzung (1. Lesung) am Freitag,
den 11. Juli 2025, den Einzelplan 11 – Bundesministerium für Arbeit und
Soziales – beraten (www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw27-hausha
ltsberatungen-ablauf-1097892; www.bundestag.de/tagesordnung?week=28&y
ear=2025).
Im Kapitel 11 07 – Arbeitswelt im Wandel, Fachkräftesicherung – des
Einzelplanes heißt es: „Das Institut für Arbeitsforschung Dortmund (IfADo)
erforscht Potenziale und Risiken moderner Arbeit. Aus den Ergebnissen werden
Prinzipien zur leistungs- und gesundheitsförderlichen Gestaltung der
Arbeitswelt abgeleitet (SDGs 3, 8)“ (Bundestagsdrucksache 21/500, S. 1595).
Das IfADo wird gemäß Titel 632 01-164 – Zweckgebundene Zuweisungen an
die Länder für Mitgliedseinrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft
Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. (WGL) – des Einzelplanes 11 des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unterstützt.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität
Dortmund (IfADo) forscht zu arbeitsbezogenen Fragestellungen mit einem breiten
interdisziplinären Spektrum aus Ergonomie, Immunologie, Psychologie und
Neurowissenschaften sowie Toxikologie. Die fachliche Vielfalt des Instituts
ermöglicht es, wissenschaftliche Fragestellungen aus verschiedenen Perspektiven
zu betrachten – „von der Zelle bis zum Arbeitsplatz“. Der Schwerpunkt der
Arbeit des IfADo liegt in der anwendungsbezogenen Grundlagenforschung: Die
grundlagenorientierte Forschung bereitet die Basis für verschiedene
Anwendungsthemen.
Aufgrund des Verwaltungsabkommens zwischen Bund und Ländern über die
Errichtung einer Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) vom 19. Sep-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales
vom 26. August 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
tember 2007 (Bundesanzeiger Nr. 195, S. 7787) und der
Ausführungsvereinbarung über die gemeinsame Förderung der Mitgliedseinrichtungen der
Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. (WGL) vom 27. Oktober
2008 werden die Mitgliedseinrichtungen der WGL gemeinsam vom Bund und
den Ländern finanziell gefördert. Die Förderung des Bundes erfolgt durch
zweckgebundene Zuweisungen an die Sitzländer. Die Länder gewähren den
Einrichtungen Zuwendungen zur institutionellen Förderung (Land Nordrhein-
Westfalen an das IfADo). Es werden dabei explizit nicht Einzelprojekte
gefördert, sondern die Einrichtung insgesamt.
Die folgenden Ausführungen zeigen exemplarisch auf, zu welchen Themen das
IfADo forscht. Die dargestellten Prozesse erstrecken sich in der Regel über
einen längeren Zeitraum und lassen sich daher nicht streng auf die 20.
Legislaturperiode eingrenzen.
Darüber hinaus finden sich ausführliche Informationen zum IfADo und seinen
Forschungsaktivitäten auf dessen Internet-Seite (www.ifado.de).
1. Welche Potenziale moderner Arbeit erforschte das IfADo nach Kenntnis
der Bundesregierung in der 20. Wahlperiode?
2. Welche Risiken moderner Arbeit erforschte das IfADo nach Kenntnis der
Bundesregierung in der 20. Wahlperiode?
Die Fragen 1 und 2 werden gemeinsam beantwortet.
Potenziale und Risiken sind oftmals zwei Aspekte desselben Themas,
weswegen die Forschungsthemen des IfADo nicht in diesem Sinne aufgetrennt
werden können. Das IfADo arbeitet u. a. zu folgenden Themen:
• Kognitive Aspekte: u. a. Informationsverarbeitung und deren Bedeutung für
Arbeitsprozesse. Physiologische Grundlagen kognitiver Leistungen und
deren Beeinflussung durch individuelle und Umwelteinflüsse, um
Arbeitsbedingungen und -leistungen zu verbessern.
• Ergonomie und Technologieeinsatz: Chancen digitaler Technologien und
ergonomischer Gestaltung zur Förderung von Sicherheit, Effizienz und
Gesundheit in der Arbeit.
• Gesundes Altern: Untersuchung der Mechanismen kognitiven und
physiologischen Alterns und relevanter Einflussfaktoren mit dem Ziel des Erhalts
und der Verbesserung von geistigen Fähigkeiten, Arbeitsfähigkeit und
Wohlbefinden im höheren Alter.
• Präventiver Gesundheitsschutz: Identifikation von schädlichen und
gesundheitsfördernden Auswirkungen von Arbeitsbedingungen. Dazu zählt auch
die toxikologische Bewertung von Arbeitsstoffen (inklusive der
wissenschaftlich fundierten Bestimmung von Grenzwerten).
• Immunologische Gesundheit: Verständnis des Immunsystems zur
Gesunderhaltung der Arbeitskraft und Prävention von arbeitsbedingten
Erkrankungen.
• Einfluss von Alterungsprozessen auf Leistungsfähigkeit und Gesundheit.
• Psychische Belastungen: Stress, Arbeitsverdichtung,
Informationsüberlastung.
• Digitale Technologien: mögliche negative Auswirkungen auf Gesundheit,
Leistungsfähigkeit und Konzentration der Beschäftigten.
• Gesundheitsschädliche Arbeitsstoffe: Umgang mit gesundheitsschädlichen
Arbeitsstoffen und neu auftretenden Gefahrstoffen, z. B. Nanopartikeln.
• Immunologische Aspekte: negative Auswirkungen von Stress und anderen
ungünstigen Arbeitsbedingungen auf das Immunsystem und die
Infektanfälligkeit.
3. Welche Prinzipien erarbeitet das IfADo zur „leistungs- und
gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitswelt“ nach Kenntnis der
Bundesregierung in der 20. Wahlperiode (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Das wissenschaftliche Vorgehen des Instituts ist durch folgende Schritte
gekennzeichnet:
• Theoretische Fundierung
• Empirische Überprüfung
• Entwicklung von Ansätzen zur praktischen Anwendung.
Inhaltlich werden dabei folgende Leitlinien zugrunde gelegt:
• Ganzheitliche Arbeitsgestaltung: Berücksichtigung kognitiver, psychischer,
physischer und sozialer Faktoren.
• Ergonomie und Technologieeinsatz: Nutzung ergonomischer Gestaltung
und digitaler Technologien zur Förderung von Gesundheit, Sicherheit und
Effizienz.
• Individuelle Anpassung: Anpassung an unterschiedliche Fähigkeiten,
Altersgruppen und Belastbarkeit.
• Prävention von Risiken: Vermeidung von physischer Überlastung,
Informationsüberlastung sowie ergonomischen, toxikologischen, psychischen und
immunologischen Gefährdungen.
• Resilienz und Gesundheit: Stärkung von Stressbewältigung, Motivation und
Wohlbefinden.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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