Sachstand zu Abhängigkeiten der Gesundheitsversorgung von Energie- und Rohstoffimporten über die Seewege der Straße von Hormus, dem Golf von Aden und dem Roten Meer (Antwort zu Drs. 21/6470)
Text
Sachstand zu Abhängigkeiten der Gesundheitsversorgung von Energie- und Rohstoffimporten über die Seewege der Straße von Hormus, dem Golf von Aden und dem Roten Meer (Antwort zu Drs. 21/6470)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/6778
21. Wahlperiode 29.06.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Janosch Dahmen,
Dr. Sandra Detzer, Simone Fischer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/6470 –
Sachstand zu Abhängigkeiten der Gesundheitsversorgung von Energie- und
Rohstoffimporten über die Seewege der Straße von Hormus, dem Golf von Aden
und dem Roten Meer
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Straße von Hormus sowie der Golf von Aden und das Rote Meer zählen
zu den bedeutendsten maritimen Handelsrouten für den globalen Transport
von Energie- und Rohstoffen. Vor dem Hintergrund der angespannten
sicherheitspolitischen Lage im Persischen Golf sowie wiederkehrender
Einschränkungen des Schiffsverkehrs entstehen erhebliche Risiken für internationale
Lieferketten. Daraus resultierende Versorgungsengpässe können die
Verfügbarkeit medizinisch notwendiger Ressourcen beeinträchtigen und somit die
Funktionsfähigkeit der Gesundheitsversorgung in der Bundesrepublik
Deutschland gefährden.
Rund 20 Prozent des weltweiten Rohölverbrauchs passieren die Straße von
Hormus (International Energy Agency (IEA), 2026). Gleichzeitig exportiert
Katar als weltweit größter Anbieter von Flüssigerdgas (LNG) etwa 20 Prozent
des globalen LNG-Bedarfs über diesen Seeweg (IEA, 2025). Die erhöhte
Gefährdungslage im Persischen Golf und die damit verbundenen
Energiepreissteigerungen können zu steigenden Betriebskosten für Krankenhäuser,
pharmazeutische Unternehmen sowie deren Zulieferer führen. Dies birgt Risiken für
die wirtschaftliche Stabilität von Gesundheitseinrichtungen, erhöht die
finanzielle Belastung der Beitragszahlenden und kann die Versorgungssicherheit
insgesamt beeinträchtigen. Steigende Kerosinkosten wirken sich ebenfalls auf
Lieferketten von für die medizinische Versorgung relevanten Rohstoffen und
Endprodukten aus.
Die Bevölkerung, insbesondere vulnerable Gruppen, ist darauf angewiesen,
dass ambulante und stationäre Einrichtungen sowie präklinische
Versorgungssysteme die gesundheitliche Versorgung rund um die Uhr zuverlässig und
wirtschaftlich tragfähig sicherstellen. Der Energiebedarf eines
Krankenhausbettes liegt bei durchschnittlich 6 000 kWh Strom und 29 000 kWh Wärme
jährlich. Für die rund 2 100 Kliniken in Deutschland ergibt sich daraus eine
Gesamtbelastung von etwa 1,5 Mrd. Euro (Viamedica Stiftung, 2020). Durch
energetische Sanierungen könnten schätzungsweise 40 Prozent des Strom- und
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit vom 26. Juni 2026
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
32 Prozent des Wärmeverbrauchs eingespart werden (Viamedica Stiftung,
2020). Arztpraxen weisen einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von
26 000 kWh auf, was bei etwa 65 000 Praxen einem Gesamtenergiebedarf von
rund 1,68 Milliarden kWh entspricht (Deutsches Ärzteblatt, 2022). Die
pharmazeutische Industrie benötigt zudem erhebliche Energiemengen für
Produktion, Kühlung und Lüftung, die sich auf rund 24,4 Millionen Gigajoule
belaufen (Kirchhoff & Schuhmacher, 2023).
Neben energiebezogenen Risiken hat eine Beeinträchtigung der Handelswege
durch die Straße von Hormus und ihren angrenzenden See- und Luftwegen
auch unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung mit kritischen
Rohstoffen.
Das Edelgas Helium, das bei der Erdgasförderung gewonnen wird, ist für
zahlreiche medizinische und industrielle Anwendungen unverzichtbar.
Deutschland ist vollständig auf Heliumimporte angewiesen (Verband Pharma
Deutschland, 2026). Helium wird unter anderem zur Kühlung von
Magnetresonanztomografen (MRT) und Computertomografen (CT) sowie zur
Qualitätssicherung in der Arzneimittelproduktion eingesetzt.
Etwa 40 Prozent des weltweiten Heliumbedarfs werden durch Katar gedeckt
und über den Seeweg exportiert. Nach Angriffen auf die Industrieanlagen in
Ras Laffan und Mesaieed wurde die Produktion von LNG und Helium
zeitweise eingestellt, die Instandsetzung dieser Anlagen kann bis zu 5 Jahre in
Anspruch nehmen (Handelsblatt, 2026). Dies verdeutlicht die hohe
Verwundbarkeit globaler Lieferketten (Deutsche Rohstoffagentur (DERA), 2026).
Für die Zulassung und das Inverkehrbringen von Arzneimitteln ist für jede
Charge eine heliumgestützte Prüfung erforderlich. Alternative Verfahren auf
Basis von Wasserstoff oder Stickstoff sind zwar technisch möglich, erfordern
jedoch umfangreiche Entwicklungsarbeiten, Validierungen und behördliche
Genehmigungen (Verband Pharma Deutschland, 2026).
Flüssiges Helium ist zudem essenziell für den Betrieb von MRT-Geräten, da
es zur Kühlung der Magnetspulen benötigt wird. Der Verbrauch reicht dabei
von wenigen Litern bis hin zu etwa 1 700 Litern pro Gerät (RadMag, 2025).
Lieferengpässe können nicht nur zu erheblichen Kostensteigerungen führen,
sondern auch die diagnostische Versorgung beeinträchtigen.
Darüber hinaus spielt Helium eine zentrale Rolle in der Halbleiterproduktion.
Dort wird es als Kühl- und Schutzgas eingesetzt, um empfindliche Bauteile
vor Sauerstoff und Feuchtigkeit zu schützen (Alcimed, 2024). Halbleiter sind
wiederum unverzichtbare Komponenten moderner Medizinprodukte wie
MRT- und CT-Systeme, Beatmungsgeräte, Laborgeräte und Implantate. Eine
Störung der Heliumversorgung kann somit weitreichende Auswirkungen auf
die gesamte medizinische Infrastruktur haben. Auch weitere petrochemische
Stoffe wie Naphtha, Acrylnitril und Butadien werden durch die genannten
Seewege transportiert und beispielsweise zur Produktion von
Einmalhandschuhen, Abdecktüchern und OP-Kitteln benötigt. Die Preise von
Butadien sind seit der Beeinträchtigung der Straße von Hormus um 35 Prozent, die
von Acrylnitril um 60 Prozent angestiegen (Deutsches Ärzteblatt, 2026). In
Krisenzeiten besteht zudem das Risiko, dass Unternehmen und
Arzneimittelhersteller ihre Lagerbestände an Helium vorsorglich aufstocken, um
Lieferunterbrechungen zu überbrücken. Eine solche erhöhte Nachfrage kann die
krisenbedingte Verknappung zusätzlich verstärken und die Versorgungslage
weiter verschlechtern.
Die Fragesteller möchten anhand folgender Fragen an die Bundesregierung
herausfinden, inwieweit die aktuelle sicherheitspolitische Lage in der Straße
von Hormus sowie seiner angrenzenden Seewege Auswirkungen auf die
Versorgungssicherheit des deutschen Gesundheitssystems hat. Dabei interessiert
insbesondere, welche Folgen sich für energieabhängige Infrastrukturen,
medizinische Lieferketten sowie kritische Ressourcen ergeben. Zudem stellt sich
die Frage, welche Maßnahmen zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit und
Resilienz des Gesundheitssystems in entsprechenden nationalen
Krisenszenarien vorgesehen sind.
1. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Versorgungslage von
Helium in Bezug auf mögliche Auswirkungen für die Leistungsfähigkeit
des Gesundheitssystems der Bundesrepublik Deutschland?
Die bestehenden Einschränkungen in der Verfügbarkeit von Helium sind der
Bundesregierung bekannt und die Bundesregierung hat mögliche Effekte auf
die Verfügbarkeit von Arzneimitteln und Medizinprodukten geprüft. Ursachen
für die Einschränkungen sind begrenzte Lieferquellen und ein seit Jahren
steigender Bedarf, was künftige Preissteigerungen erwarten lässt. Störfaktoren
(z. B. Konflikte) haben deutliche Auswirkungen auf die Verfügbarkeit. Die
steigenden Heliumpreise haben dazu geführt, dass in den letzten Jahren zahlreiche
technische Lösungen entwickelt wurden, um z. B. den Heliumverbrauch und
damit die Kosten zu reduzieren.
Nach aktuellen Informationen der Bundesregierung liegen keine belastbaren
Hinweise oder Informationen über unmittelbare Auswirkungen der Krise im
Nahen Osten auf die Produktion von und die Versorgung mit Arzneimitteln und
Medizinprodukten sowie auf drohende Einschränkungen oder
Beeinträchtigungen des Gesundheitssystems vor.
Die verfügbaren Informationen und Hinweise weisen auf eine mittelbare
Betroffenheit bestimmter Bereiche hin, auch was den Rohstoff Helium anbetrifft.
Eine grundsätzliche Beeinträchtigung der Gesundheitsversorgung oder des
Versorgungssystems liegt derzeit nicht vor.
Ungeachtet dessen ist davon auszugehen, dass die Dauer des Krieges darüber
entscheiden wird, ob durch Handelshemmnisse, logistische Probleme und
Verteuerungen Mangelsituationen entstehen, die sich dann auf die Produktion oder
Versorgung auswirken können. Die Beeinträchtigungen durch die Blockade der
Straße von Hormus hat nach verfügbaren Informationen der Bundesregierung
ebenfalls zu Preissteigerungen geführt, insbesondere im Zusammenhang mit
Transporten und der Distribution von Arzneimitteln.
2. Aus welchen Staaten und über welche Transportwege bezog die
Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen zehn Jahren Helium, und wie
groß war der Anteil der Importe, der für die Nutzung in medizinischen
Einrichtungen benötigt wird (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Deutschland importierte Helium in den vergangenen zehn Jahren vor allem aus
Katar (39 Prozent), den USA (15 Prozent) und Algerien (15 Prozent), es wird
auf die Tabelle der beigefügten Anlage 1 verwiesen. Helium wird überwiegend
verflüssigt in Spezialcontainern per Schiff in die Europäische Union (EU)
transportiert und anschließend per Lkw weiterverteilt. Lieferungen aus
europäischen Nachbarstaaten nach Deutschland sind dabei teilweise als Reexporte zu
bewerten.*
Da Helium nicht über einen zentralen, transparenten Markt gehandelt wird und
Lieferverträge in der Regel nicht öffentlich sind, liegen keine belastbaren
Angaben zum jährlichen Verbrauch einzelner Sektoren vor. Für Westeuropa wird
der Anteil von Magnetresonanztomographie-(MRT-)-Anwendungen in der
Literatur auf rund 20 Prozent des Heliumverbrauchs geschätzt. Auf Deutschland
übertragen entspricht dies durchschnittlich etwa 1,5 Millionen m³ Helium pro
Jahr.
* Von einer Drucklegung der Tabelle wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 21/6778 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
3. Wie hoch sind die strategischen Reserven an den Rohstoffen Erdöl,
Erdgas, Kerosin und Helium für das Gesundheitssystem, und für welchen
Zeitraum ist eine Versorgungssicherheit sichergestellt (bitte nach
einzelnen Stoffen aufschlüsseln)?
Die strategische Ölreserve Deutschlands dient der allgemeinen Energie- und
Versorgungssicherheit und wird vom Erdölbevorratungsverband organsiert. Sie
muss jederzeit Erdöl und Erdölerzeugnisse in Höhe der in einem Zeitraum von
90 Tagen netto nach Deutschland eingeführten Mengen vorhalten. Gelagert
werden neben Rohöl auch verschiedene Mineralölprodukte wie Benzin,
Dieselkraftstoff, Heizöl, Schweröl und Kerosin (Jet Fuel). Eigene strategische
Reserven der genannten Rohstoffe für das Gesundheitssystem existieren in
Deutschland nicht.
4. Wie beziffert die Bundesregierung den aktuellen Bedarf an Helium in
medizinischen Einrichtungen und die Anzahl an Patientinnen und
Patienten, die auf CT- und MRT-Untersuchungen angewiesen sind, und die
Zahl der in Deutschland in der Versorgung eingebundenen CT- und
MRT-Geräte (bitte aufschlüsseln)?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Informationen vor. Im Hinblick auf
den Bedarf von Helium für MRT-Geräte wird der Bedarf in Zukunft sinken, da
moderne MRT-Geräte mittlerweile heliumfrei oder heliumarm betrieben
werden können. Für den Betrieb von CT-Geräten wird kein Helium benötigt.
5. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung einer belastbaren
Lieferverfügbarkeit von Helium für die Funktionsfähigkeit des deutschen
Gesundheitssystems bei, und liegen Erkenntnisse über bereits bestehende
Versorgungsengpässe und Preissteigerungen vor?
6. In welchen Bereichen der Gesundheitsversorgung liegen nach Kenntnis
der Bundesregierung besondere Abhängigkeiten von Helium vor?
Die Fragen 5 und 6 werden gemeinsam beantwortet.
Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
7. Welche Akteure des Gesundheitssystems, der Pharmaindustrie und der
Hersteller von Medizinprodukten in der Bundesrepublik Deutschland
benötigten in den vergangenen zehn Jahren welche Mengen an Helium, und
wie wird der zukünftige Bedarf eingeschätzt (bitte aufschlüsseln)?
Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
Im Hinblick auf den zukünftigen Bedarf von Helium bei Medizinprodukten
wird auf die Antwort zu Frage 4 verwiesen; weitere Informationen zu
benötigten Mengen und künftigen Bedarfen an Helium liegen der Bundesregierung
nicht vor.
8. Welche Szenarien liegen der Bundesregierung hinsichtlich möglicher
Lieferkettenunterbrechungen vor, und welche Auswirkungen werden
durch die Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von
Hormus und angrenzenden Seewegen auf die Gesundheitsversorgung in
Deutschland erwartet?
Im Kontext der aktuellen geopolitischen Entwicklungen sind Veränderungen in
den globalen Handelsbeziehungen zu beobachten. Diese Entwicklungen können
sich indirekt auf die Stabilität von Lieferketten auswirken. Beeinträchtigungen
der Kontinuität der Lieferketten können zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht
ausgeschlossen werden, jedoch liegen weder der Bundesregierung noch den
anderen Akteuren in den nationalen wie europäischen Netzwerken derzeit
konkrete Hinweise oder Informationen zu Beeinträchtigungen in der Arzneimittel- und
Medizinprodukteproduktion oder Distribution vor.
9. Welche konkreten Unsicherheiten bestehen nach Ansicht der
Bundesregierung im Hinblick auf die Herstellung von Halbleitern und weiteren
Vorprodukten im Rahmen von Lieferengpässen beim Rohstoff Helium?
Mögliche Auswirkungen hängen insbesondere von Dauer und Umfang von
Lieferengpässen und den jeweiligen Recycling- und Substitutionsmöglichkeiten
ab. Nach aktuellem Kenntnisstand der Bundesregierung sind bislang keine
flächendeckenden signifikanten Versorgungsengpässe bei Helium erkennbar.
Kurzfristig können Lieferausfälle zum Teil durch den Heliumspeicher von Air
Liquide in Gronau-Epe kompensiert werden.
10. Welche Auswirkungen sieht die Bundesregierung bei der Produktion und
der Verfügbarkeit von Medizinprodukten oder pharmazeutischen
Erzeugnissen infolge von Lieferengpässen bei den Rohstoffen Erdöl, Erdgas
und Helium?
Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
11. Hat die Bundesregierung Erkenntnisse über bevorstehende
Produktionsverzögerungen von Medizinprodukten und pharmazeutischen
Erzeugnissen durch Heliummangel, und welche Branchen im Gesundheitssektor
sind besonders betroffen?
Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
12. Welche konkreten Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur
Abhängigkeit asiatischer Produktionsstandorte für Medizinprodukte,
pharmazeutische Erzeugnisse und Halbleiter von Rohstoffen wie Erdgas, Erdöl,
Helium und petrochemischen Stoffen vor, die über den Seeweg der
Straße von Hormus, den Golf von Aden und das Rote Meer transportiert
werden?
Grundsätzlich ist der Bundesregierung bekannt, dass asiatische
Produktionsstandorte für Medizinprodukte, pharmazeutische Erzeugnisse und Halbleiter
Rohstoffe wie Erdgas, Erdöl, Helium und petrochemische Stoffe in
erheblichem Umfang aus Herkunftsstaaten beziehen, deren Seewege nach Asien durch
die Straße von Hormus, den Golf von Aden oder das Rote Meer verlaufen.
Produktionsstandort- oder produktspezifische Daten liegen der
Bundesregierung nicht vor. Außenhandelsdaten zeigen jedoch eine hohe
Heliumimportabhängigkeit der ostasiatischen Standorte. Südkorea bezog 2025 rund 65 Prozent
seiner Heliumimporte aus Katar, Japan etwa 37 Prozent und Taiwan mehr als
90 Prozent. Seit März 2026 stiegen die Heliumimporte aus den USA in allen
drei Staaten deutlich an und kompensierten damit zum großen Teil die
Lieferausfälle aus Katar.
13. Für welche konkreten Medizinprodukte und pharmazeutischen
Erzeugnisse erwartet die Bundesregierung Lieferengpässe im Falle von
eingeschränkten Produktionskapazitäten in Asien aufgrund einer
eingeschränkten Nutzung des Seewegs in der Straße von Hormus und den
angrenzenden Seewegen?
Grundsätzlich ist der Bundesregierung bekannt, dass ein großer Teil
Medizinprodukte und pharmazeutischer Vorprodukte aus Asien stammt.
Der Bundesregierung liegen keine Hinweise darauf vor, dass infolge einer
möglichen Einschränkung der Produktionskapazitäten in Asien aufgrund einer
beeinträchtigten Nutzung der Straße von Hormus und angrenzender Seewege für
konkrete Produkte Lieferengpässe zu erwarten sind. Im Übrigen wird auf die
Antwort zu Frage 1 verwiesen.
14. Welche konkreten medizinischen Leistungen könnten nach Erkenntnis
der Bundesregierung infolge solcher Engpässe eingeschränkt oder
verzögert werden, und welche Versorgungsstandorte sind besonders gefährdet?
Die Erbringung medizinischer Leistungen insgesamt beruht auf einem
Zusammenspiel von qualifiziertem Fachpersonal, bedarfsgerecht ausgestatteten
Einrichtungen, der Verfügbarkeit einer Vielzahl notwendiger (Verbrauchs-)Güter
einschließlich Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie komplexen
organisatorischen Voraussetzungen. Der Bundesregierung liegen keine Hinweise auf
konkrete medizinische Leistungen oder Versorgungsstandorte vor, die aufgrund
von Engpässen durch eingeschränkte Produktionskapazitäten in Asien aufgrund
von einer eingeschränkten Nutzung des Seewegs in der Straße von Hormus und
den angrenzenden Seewegen eingeschränkt, verzögert oder gefährdet sein
könnten. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
15. Für welche der genannten Endprodukte stehen nach Kenntnis der
Bundesregierung aktuell keine oder nur begrenzte alternative Bezugsquellen
zur Verfügung?
Es wird auf die Antwort zu den Fragen 1 und 12 verwiesen.
16. Wie haben sich die Preise für den Rohstoff Helium in den vergangenen
zehn Jahren auf dem Weltmarkt entwickelt, und welche Auswirkungen
hatten die Preisentwicklungen auf die Gesundheitsversorgung der
Bundesrepublik Deutschland (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Der durchschnittliche Importpreis für Helium in Deutschland stieg von sechs
Euro/m³ im Jahr 2017 auf 17 Euro/m³ im Jahr 2025 und hat sich damit nahezu
verdreifacht. Im laufenden Jahr 2026 liegt der Preis bislang bei 14 Euro/m³. Zu
den konkreten Auswirkungen dieser Preisentwicklung auf die Kosten der
Gesundheitsversorgung in Deutschland liegen der Bundesregierung keine Daten
vor.
17. Welche konkreten Mehrkosten sind Krankenhäusern aller
Versorgungsstufen, stationären Einrichtungen und niedergelassenen Praxen in den
vergangenen zehn Jahren durch steigende Energiekosten entstanden, und
wie schätzt die Bundesregierung zukünftige Entwicklungen und
Belastungen für das Gesundheitssystem ein?
Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes zum Kostennachweis der
Krankenhäuser beliefen sich die Kosten für den Posten „Wasser, Energie,
Brennstoffe“ im Jahr 2024 auf rund 3 Mrd. Euro. Im Jahr 2015 lagen die entsprechenden
Kosten bei rund 2,1 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anstieg von rund
0,9 Mrd. Euro beziehungsweise etwa 42 Prozent. Die Krankenhausstatistik
erlaubt derzeit keine Differenzierung nach Versorgungsstufen. Zudem werden die
Positionen Wasser, Energie und Brennstoffe gemeinsam erfasst, sodass eine
isolierte Betrachtung der Energiekosten nicht möglich ist.
Laut Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich des Statistischen
Bundesamtes machten bei Arztpraxen die Aufwendungen für Heizung, Strom, Gas
und Wasser in den Jahren 2015, 2019 und 2023 einen Anteil von konstant
0,9 Prozent der Ausgaben der Arztpraxen aus.
Der für die Festlegung der vertragsärztlichen Vergütung zuständige
Bewertungsausschuss hat gemäß § 87 Absatz 2g Nummer 1 des Fünften Buches
Sozialgesetzbuch (SGB V) bei der Anpassung des Orientierungswerts im
einheitlichen Bewertungsmaßstab für ärztliche Leistungen (EBM) unter anderem die
Entwicklung der für Arztpraxen relevanten Investitions- und Betriebskosten zu
berücksichtigen. Damit sind als Teil der Betriebskosten auch die
Aufwendungen für Heizung, Strom, Gas und Wasser durch den Bewertungsausschuss bei
der Anpassung des Orientierungswerts zu berücksichtigen.
Der Bundesregierung liegen keine Daten über konkrete Mehrkosten durch
steigende Energiekosten in stationären Rehabilitationseinrichtungen vor.
Die zukünftigen Entwicklungen für das Gesundheitssystem hängen maßgeblich
von den Entwicklungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten sowie von
weiteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab und können daher nicht
belastbar prognostiziert werden.
18. In welchem Umfang erwartet die Bundesregierung eine Steigerung der
Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2026 und
den Folgejahren aufgrund steigender Kosten von Energie und Helium,
welche konkreten Maßnahmen plant die Bundesregierung, um einer
solchen Beitragssteigerung entgegenzuwirken, und in welchem Umfang
beeinflussen steigende Kosten für Energie und Helium Patientinnen und
Patienten (insbesondere vulnerable Personengruppen), Beitragszahlende
und Betriebe finanziell (bitte aufschlüsseln)?
Beitragssatzsteigerungen sind von einer Vielzahl an Einflussfaktoren abhängig.
Die Kosten von Energie und Helium sind hierbei nur einer von vielen
Parametern, deren Anteil an den gesamten Ausgaben zudem überschaubar ist (siehe
auch die Antwort zu Frage 17).
Ziel der Bundesregierung ist es, die Beitragssätze in der gesetzlichen
Krankenversicherung dauerhaft zu stabilisieren. Hierfür wurde auf Grundlage des ersten
Berichts der FinanzKommission Gesundheit mit dem Gesetz zur Stabilisierung
der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-
Beitragssatzstabilisierungsgesetz) ein umfassendes Maßnahmenpaket erarbeitet und am
29. April 2026 im Kabinett beschlossen. Der Gesetzentwurf beinhaltet ein
ausgewogenes, sozialverträgliches und wirtschaftlich tragfähiges
Maßnahmenpaket, das zu rund zwei Dritteln aus Vorschlägen der FinanzKommission
Gesundheit besteht und geeignet ist, steigende Beitragssätze zu vermeiden.
Die Kommission empfiehlt nachdrücklich die Rückkehr zur
einnahmenorientierten Ausgabenpolitik. Demzufolge werden mit dem Entwurf des GKV-
Beitragssatzstabilisierungsgesetzes in allen Leistungsbereichen die Preis- und
Vergütungszuwächse auf die Kostenentwicklung mit der Grundlohnrate als feste
Obergrenze begrenzt. Damit erfolgt eine Begrenzung der künftigen
Vergütungsanstiege, die an das Wachstum der Löhne und Gehälter in der Gesamtwirtschaft
angeglichen werden. Darüber hinaus sollen in allen Bereichen kostenintensive,
nicht zielgenaue Sonder- und Doppelvergütungen und nicht evidenzgestützte
Leistungen zugunsten einer stärker evidenzbasierten und damit
kosteneffizienteren Versorgung abgebaut werden.
19. Welche Auswirkungen haben steigende Kerosinpreise infolge der
angespannten Lage im Persischen Golf nach Einschätzung der
Bundesregierung auf die Luftfrachtkapazitäten für Arzneimittel und
Medizinprodukte, und welche konkreten Versorgungsengpässe sind dadurch für die
Arzneimittelversorgung in Deutschland zu erwarten?
Zu möglichen Versorgungsengpässen bei Arzneimitteln aufgrund der
gestiegenen Kerosinpreise liegen der Bundesregierung keine Informationen vor. Im
Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 20 verwiesen.
20. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um einer
Beeinträchtigung der Arzneimittelversorgung durch steigende Luftfrachtkosten
entgegenzuwirken, und welche alternativen Transportwege stehen für
zeitkritische Arzneimittel zur Verfügung?
Grundsätzlich wird die Versorgungssituation und deren weitere Entwicklung
bezüglich möglicher Beeinträchtigungen bei der Verfügbarkeit von
Arzneimitteln vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
kontinuierlich beobachtet. Das BfArM steht hierzu in Kontakt mit den
Pharmaverbänden, den Wirkstoffherstellern, dem Beirat nach § 52b Absatz 3b des
Arzneimittelgesetzes zu Liefer- und Versorgungsengpässen, den
Überwachungsbehörden und dem EU-Netzwerk.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 19 verwiesen.
21. Wie hat sich der Preis für den in der deutschen Luftrettung verwendeten
Flugturbinenkraftstoff (insbesondere Jet A-1) seit Beginn des Jahres
2026 entwickelt, welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung darüber,
ob und in welchem Umfang sich die Preisentwicklung dieses Kraftstoffes
von der allgemeinen Kerosinpreisentwicklung unterscheidet, und welche
Mehrkosten sind den Betreibern luftgebundener Rettungsmittel und den
Beitragszahlenden durch die Preissteigerungen bisher entstanden (bitte
nach Monaten aufschlüsseln)?
22. Wie soll nach Auffassung der Bundesregierung die Refinanzierung der
durch gestiegene Treibstoffpreise entstandenen Mehrkosten der
Luftrettung erfolgen, wenn die Vergütungsentwicklung im Rettungsdienst durch
die im Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen
Krankenversicherung vorgesehene Änderung des § 133 des Fünften
Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) zugleich gedeckelt werden soll, und
welche konkreten Mechanismen sieht die Bundesregierung vor, damit
unverzichtbare präklinische Rettungsleistungen weiterhin wirtschaftlich
erbracht werden können?
23. Plant die Bundesregierung ein Nothilfeprogramm aus Bundesmitteln, um
die durch Treibstoffpreissteigerungen entstandenen Mehrkosten in der
Luftrettung gezielt abzufedern, damit die Belastung nicht ausschließlich
von den Beitragszahlenden der gesetzlichen Krankenversicherung
getragen wird, und wenn ja, in welchem zeitlichen und finanziellen Umfang,
sind vergleichbare Programme auch für weitere energieintensive
Bereiche der Notfall- und Akutversorgung in Vorbereitung?
Die Fragen 21 bis 23 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Zu den Bezugskosten für Treibstoff der deutschen Luftrettung liegen der
Bundesregierung keine Informationen vor.
Flugturbinenkraftstoff wurde im Februar 2026 im Bereich von knapp 100 US-
Dollar pro Barrel gehandelt. Infolge der Blockade der Straße von Hormus stieg
der Preis auf über 200 US-Dollar pro Barrel. Derzeit kostet
Flugturbinenkraftstoff etwa 140 US-Dollar pro Barrel (www.iata.org/en/publications/economics/
fuel-monitor).
§ 71 Absatz 1 Satz 1 2. Halbsatz SGB V sieht derzeit eine Ausnahme von der
Bindung der Vergütung an die Entwicklung der Einnahmen der Krankenkassen
einschließlich der Grundlohnsummenbindung für den Fall, dass die notwendige
medizinische Versorgung auch nach Ausschöpfung von
Wirtschaftlichkeitsreserven nicht zu gewährleisten ist, vor. Eine Änderung der Regelung ist nicht
geplant. Sollte die Einsatzfähigkeit des jeweiligen Rettungsdienstes für die
Transporte von Versicherten, die im Zusammenhang mit einer Leistung der
Krankenkasse aus zwingenden medizinischen Gründen notwendig sind, also
gefährdet sein, weil die Kosten etwa für Betrieb, Personal und Technik selbst
nach maximaler Wirtschaftlichkeit nicht mehr durch diese starre Grenze
gedeckt werden können, erlaubt das Gesetz als Ausnahme
Vergütungssteigerungen oberhalb der Grundlohnrate als Obergrenze.
Die Bundesregierung plant derzeit keine Nothilfeprogramme in der von den
Fragestellern ausgeführten Form.
24. In welchem Umfang können die Krankenkassen perspektivisch
gestiegene Kosten durch eine Erhöhung der Energiekosten und den Mangel an
kritischen Rohstoffen, wie Helium, auf Patientinnen und Patienten
umlegen?
Steigende Sachkosten werden grundsätzlich im Rahmen der regulären
Vergütungssteigerungen bzw. -verhandlungen berücksichtigt. Im GKV-
Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist vorgesehen, dass Vergütungssteigerungen im Rahmen
der einnahmeorientierten Ausgabenpolitik zukünftig auf die tatsächliche
Kostenentwicklung mit der Grundlohnrate als Obergrenze begrenzt werden. Durch
die Maßnahmen des Gesetzentwurfs sollen die Beitragssätze stabil gehalten
und weitere Belastungen für die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler
vermieden werden.
25. Mit welchen nationalen und internationalen Akteuren steht die
Bundesregierung zur Sicherung der Versorgung mit dem Rohstoff Helium für
medizinische Einrichtungen im Austausch?
Die Bundesregierung steht zum Thema Heliumversorgung und aktuelle
Situation in regelmäßigem Austausch mit der Wirtschaft.
Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung im Rahmen ihrer
Rohstoffstrategie und der vorhandenen Instrumente, wie z. B. dem Rohstofffonds, durch
UFK- Garantien oder über Rohstoffpartnerschaften Unternehmen bei der
Diversifizierung Ihrer Rohstoffversorgung.
Zudem wird auf die Antwort zu Frage 20 verwiesen.
26. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die Auswirkungen
einer Mangelversorgung mit Helium auf das Gesundheitssystem zu
begrenzen, und welche konkreten Schritte zur Diversifizierung von
Bezugsquellen werden verfolgt, ist eine Einstufung von Helium als
strategisch relevanter Rohstoff geplant, und werden die Bedarfe medizinischer
Einrichtungen hierbei prioritär behandelt?
Mögliche Auswirkungen können teilweise durch Entnahmen aus dem von Air
Liquide betriebenen Heliumspeicher in Gronau-Epe abgefedert werden.
Angaben zum aktuellen Füllstand des Speichers sind nicht öffentlich verfügbar.
Nach aktuellem Kenntnisstand der Bundesregierung sind bislang keine
flächendeckenden erheblichen Versorgungsengpässe bei Helium festzustellen. Die
Versorgungslage bleibt jedoch angespannt und es ist davon auszugehen, dass
verfügbare Liefermengen zunehmend gesteuert und priorisiert werden.
27. Verfügt die Bundesregierung über Monitoring-Tools, Frühwarnsysteme
oder Lagebilder zur Überwachung der Verfügbarkeit und der Lieferketten
kritischer Rohstoffe für medizinische Einrichtungen?
Die Bundesregierung beabsichtigt in der aktuellen Legislatur, Fähigkeiten zur
Analyse von Lieferketten zu stärken und weiterzuentwickeln. Die Erkenntnisse
aus dem Lieferkettenmonitoring werden für verschiedene Branchen und
Sektoren nutzbar sein.
Im Arzneimittelbereich wurde beim BfArM ein Frühwarnsystem für
Arzneimittellieferengpässe entwickelt und etabliert, welches durch regelmäßige
Datenlieferung der pharmazeutischen Unternehmer und
Arzneimittelgroßhandlungen die Versorgungslage kontinuierlich monitort.
Gleiches gilt für den Bereich der Medizinprodukte. Mit Wirkung vom 10.
Januar 2025 sind Hersteller verpflichtet, gemäß Artikel 10a der Verordnung (EU)
2017/745 bzw. der Verordnung (EU) 2017/746 Unterbrechungen oder
Beendigungen der Lieferung eines Medizinprodukts anzuzeigen; in Deutschland haben
die entsprechenden Meldungen an das BfArM zu erfolgen.
28. Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, den Heliumverbrauch
im Gesundheitssektor zu reduzieren, und welche staatlich geförderten
Forschungsprogramme zur Substitution existieren?
Die Bundesregierung hat keine gezielten Förderprogramme zur Substitution
von Helium im Gesundheitssektor.
Aufgrund der hohen Kosten von Helium besteht im Arzneimittel- und
Medizinproduktebereich bereits ein wirtschaftlicher Anreiz, den Einsatz dieses
Edelgases auf das notwendige Maß zu beschränken. Sofern technische und
regulatorische Voraussetzungen vorliegen, werden alternative Lösungen genutzt. Im
Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 4 verwiesen.
29. Gibt es auf EU-, Bundes- oder Landesebene Mindestvorgaben für die
Bevorratung von Helium in medizinischen Einrichtungen, und wie lange
ist deren Durchhaltefähigkeit bei eingeschränkten Lieferungen
sichergestellt?
Hierüber liegen der Bundesregierung keine Kenntnisse vor.
30. In welchem Umfang und über welche Formate werden
Gesundheitseinrichtungen über die Folgen eines möglichen Heliummangels informiert?
Gemäß Artikel 10a der Verordnung (EU) 2017/745 und der Verordnung (EU)
2017/746 sind Hersteller und andere Wirtschaftsakteure innerhalb der
Lieferkette verpflichtet, Gesundheitseinrichtungen und Angehörige der
Gesundheitsberufe über eine Unterbrechung oder Beendigung der Versorgung mit
Medizinprodukten unverzüglich zu informieren.
Für den Arzneimittelbereich erfolgt ein regelmäßiger Austausch zu potenziellen
Liefer- und Versorgungsengpässen im Rahmen des Beirats für Liefer- und
Versorgungsengpässe. Dort werden relevante Informationen erörtert,
gegebenenfalls Maßnahmen zur Abmilderung möglicher Auswirkungen beraten und eine
angemessene Kommunikation mit den beteiligten Akteuren abgestimmt.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Anlage zu Frage 2
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN betreffend „Sachstand zu Abhängigkeiten der
Gesundheitsversorgung von Energie- und Rohstoffimporten über die Seewege der Straße von Hormus, dem Golf von Aden und dem Roten Meer“, BT-
Drucksache 21/6470
Partnerländer
Zeitraum
Gesamt 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
2017-2026 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026*
Mio. m³ % Mio. m³ Mio. m³ Mio. m³ Mio. m³ Mio. m³ Mio. m³ Mio. m³ Mio. m³ Mio. m³ Mio. m³
Gesamtimporte Deutschland 117 100,00% 14,0 11,8 12,7 15,9 10,5 10,9 9,7 14,1 13,8 3,9
Katar 46 39,15% 4,3 4,4 5,1 7,3 2,1 1,7 2,1 8,4 7,9 2,6
Vereinigte Staaten 18 15,22% 2,7 1,5 1,6 3,0 2,1 2,3 1,5 1,3 1,5 0,4
Algerien 17 14,89% 1,7 1,9 2,6 1,6 1,9 2,7 2,4 1,4 1,1 0,2
Belgien 15 13,13% 2,7 2,1 1,3 2,1 1,8 2,4 2,0 0,9 0,1 0,0
Polen 6 4,93% 0,7 1,2 1,0 0,4 0,1 0,2 0,4 0,2 1,2 0,4
Niederlande 4 3,24% 0,1 0,0 0,1 0,4 1,1 0,2 0,2 0,5 0,9 0,2
Italien 2 1,96% 0,2 0,1 0,4 0,2 0,8 0,4 0,1 0,1 0,1 0,0
Russische Föderation 2 1,32% 0,1 0,1 0,1 0,0 0,0 0,1 0,3 0,9 0,0 0,0
Portugal 1 1,26% 0,1 0,2 0,4 0,5 0,1 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0
China (Volksrepublik) 1 1,13% 0,0 0,1 0,0 0,1 0,0 0,0 0,1 0,2 0,8 0,1
Gesamtexporte Deutschland 49 4,5 4,4 5,3 5,8 6,8 4,7 3,3 3,8 7,7 2,5
Nettoverbrauch Deutschland 68 9,5 7,4 7,4 10,1 3,7 6,2 6,4 10,3 6,1 1,4
MRT-Sektor (21,4 %, Gubler et
al. 2016)
15 2,0 1,6 1,6 2,2 0,8 1,3 1,4 2,2 1,3 0,3
Relationen
- answered_by → Bundesministerium für Gesundheit
- authored ← Bundesregierung
- part_of_vorgang → Sachstand zu Abhängigkeiten der Gesundheitsversorgung von Energie- und Rohstoffimporten über die Seewege der Straße von Hormus, dem Golf von (Antwort)