Entwurf eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 14. April 2025 zur Änderung des Abkommens vom 12. April 2012 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen in der durch das Protokoll vom 11. Januar 2016 sowie das Protokoll vom 24. März 2021 geänderten Fassung
Text
Entwurf eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 14. April 2025 zur Änderung des Abkommens vom 12. April 2012 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen in der durch das Protokoll vom 11. Januar 2016 sowie das Protokoll vom 24. März 2021 geänderten Fassung
[Gesetzentwurf
der Bundesregierung
Entwurf eines Gesetzes
zu dem Protokoll vom 14. April 2025
zur Änderung des Abkommens vom 12. April 2012
zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und dem Königreich der Niederlande
zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
und zur Verhinderung der Steuerverkürzung
auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen
in der durch das Protokoll vom 11. Januar 2016
sowie das Protokoll vom 24. März 2021 geänderten Fassung
A. Problem und Ziel
Mit dem Protokoll vom 14. April 2025 zur Änderung des Abkommens
vom 12. April 2012 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem
Königreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der
Steuern vom Einkommen in der durch das Protokoll vom 11. Januar 2016
sowie das Protokoll vom 24. März 2021 geänderten Fassung
(nachfolgend: das Änderungsprotokoll) soll eine sogenannte Bagatellregelung
für grenzüberschreitend tätige Beschäftigte in das Abkommen
implementiert werden. Innerhalb der Grenzen dieser Bagatellregelung soll
insbesondere eine gelegentliche Arbeitsausübung im Homeoffice nicht
zu einem Wechsel oder einer geänderten Aufteilung des
Besteuerungsrechts führen. Für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ist eine
vergleichbare Regelung in dem Änderungsprotokoll vorgesehen.
Darüber hinaus sollen mit dem Änderungsprotokoll Anpassungen des
Abkommens an die aktuelle deutsche Verhandlungspolitik zur
Reduzierung von Auslegungsstreitigkeiten und an zwischenzeitliche
Änderungen des jeweiligen nationalen Rechts vorgenommen werden. Dies
aktualisiert die abkommensrechtliche Behandlung deutscher und
niederländischer Investmentfonds, insbesondere im Hinblick auf die
deutsche Investmentsteuerreform und den Real Estate Investment Trust.
Bundesrat Drucksache 390/25
15. 08. 25
Fz
Fristablauf: 26. 09. 25
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln
Telefon: (02 21) 97 66 83 40, Telefax: (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0720-2946
Drucksache 390/25 – 2 – Bundesrat
Zudem sollen auch die Rechtsfolgen der neu eingeführten Option der
Besteuerung einer Personenhandelsgesellschaft,
Partnerschaftsgesellschaft oder eingetragenen Gesellschaft bürgerlichen Rechts wie eine
Kapitalgesellschaft nach § 1a Körperschaftsteuergesetz im Abkommen
nachvollzogen werden.
Das Änderungsprotokoll löst innerstaatlich das Erfordernis eines
Vertragsgesetzes gemäß Artikel 59 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes
aus.
B. Lösung
Mit dem vorliegenden Vertragsgesetz soll das Änderungsprotokoll die
für die Ratifikation erforderliche Zustimmung der gesetzgebenden
Körper schaften erlangen.
C. Alternativen
Keine.
D. Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand
Die Maßnahmen dienen der Sicherung des Steueraufkommens. Bei
der Änderung der Artikel 10, 14 und 18 des Abkommens werden
allenfalls geringfügige Steuermindereinnahmen erwartet.
E. Erfüllungsaufwand
E.1 Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger
Es ist davon auszugehen, dass durch das Vertragsgesetz kein
eigenständiger Erfüllungsaufwand für die Bürgerinnen und Bürger begründet
wird.
E.2 Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft
Es ist davon auszugehen, dass durch das Vertragsgesetz kein
eigenständiger Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft begründet wird.
Informationspflichten für die Wirtschaft werden weder eingeführt noch
verändert oder abgeschafft.
E.3 Erfüllungsaufwand der Verwaltung
Es ist davon auszugehen, dass durch das Vertragsgesetz kein
eigenständiger Erfüllungsaufwand für die Steuerverwaltung des Bundes und
der Länder begründet wird.
F. Weitere Kosten
Unternehmen, insbesondere den mittelständischen Unternehmen,
entstehen durch dieses Gesetz keine unmittelbaren, direkten Kosten.
Auswirkungen auf Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere das
Verbraucherpreisniveau, sind von dem Gesetz nicht zu erwarten.
Bundesrepublik Deutschland Berlin, den 15. August 2025
Der Bundeskanzler
An die
Präsidentin des Bundesrates
Hiermit übersende ich gemäß Artikel 76 Absatz 2 des Grundgesetzes den von
der Bundesregierung beschlossenen
Entwurf eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 14. April 2025 zur Änderung
des Abkommens vom 12. April 2012 zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der
Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem
Gebiet der Steuern vom Einkommen in der durch das Protokoll vom
11. Januar 2016 sowie das Protokoll vom 24. März 2021 geänderten
Fassung
mit Begründung und Vorblatt.
Federführend ist das Bundesministerium der Finanzen.
Friedrich Merz
Fristablauf: 26. 09. 25
Bundesrat Drucksache 390/25
15. 08. 25
Fz
Gesetzentwurf
der Bundesregierung
Entwurf eines Gesetzes
zu dem Protokoll vom 14. April 2025
zur Änderung des Abkommens vom 12. April 2012
zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und dem Königreich der Niederlande
zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
und zur Verhinderung der Steuerverkürzung
auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen
in der durch das Protokoll vom 11. Januar 2016
sowie das Protokoll vom 24. März 2021 geänderten Fassung
Bundesrat – 5 – Drucksache 390/25
Gesetzentwurf der Bundesregierung
E n t w u r f
Gesetz
zu dem Protokoll vom 14. April 2025
zur Änderung des Abkommens vom 12. April 2012
zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und dem Königreich der Niederlande
zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
und zur Verhinderung der Steuerverkürzung
auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen
in der durch das Protokoll vom 11. Januar 2016
sowie das Protokoll vom 24. März 2021 geänderten Fassung
Vom 2025
Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen:
Artikel 1
Dem in Den Haag am 14. April 2025 unterzeichneten Protokoll zur Änderung des Abkommens vom 12. April 2012
zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der
Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen in der
durch das Protokoll vom 11. Januar 2016 sowie das Protokoll vom 24. März 2021 geänderten Fassung, das das
Abkommen vom 12. April 2012 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande zur
Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern
vom Einkommen (BGBl. 2012 II S. 1414, 1415), das zuletzt durch das Protokoll vom 24. März 2021 (BGBl. 2021 II
S. 735, 736) geändert worden ist, ändert, wird zugestimmt. Das Protokoll wird nachstehend veröffentlicht.
Artikel 2
Das Bundesministerium der Finanzen kann den Wortlaut des durch dieses Gesetz geänderten Abkommens in der
vom Inkrafttreten des Protokolls an geltenden Fassung im Bundesgesetzblatt bekannt machen.
Drucksache 390/25 – 6 – Bundesrat
Artikel 3
(1) Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.
(2) Der Tag, an dem das Protokoll nach seinem Artikel VII Absatz 2 Satz 1 in Kraft tritt, ist im Bundesgesetzblatt
bekannt zu geben.
Bundesrat – 7 – Drucksache 390/25
Begründung zum Vertragsgesetz
Zu Artikel 1
Auf das Änderungsprotokoll ist Artikel 59 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes
anzuwenden, da es einen völkerrechtlichen Vertrag ändert, der sich auf Gegen -
stände der Bundesgesetzgebung bezieht.
Die Zustimmung des Bundesrates ist nach Artikel 105 Absatz 3 des
Grundgesetzes erforderlich, da das Aufkommen aus den durch das Änderungsprotokoll
betroffenen Steuern gemäß Artikel 106 Absatz 3, 5 und 6 des Grundgesetzes ganz
oder zum Teil den Ländern oder den Gemeinden zusteht.
Zu Artikel 2
Das am 14. April 2025 unterzeichnete Änderungsprotokoll stellt die dritte
Änderung des Abkommens vom 12. April 2012 dar. Aufgrund dieser erneuten
Änderungen kann das Bundesministerium der Finanzen aus Gründen der
Übersichtlichkeit eine Neufassung des Abkommens im Bundesgesetzblatt bekannt
machen.
Zu Artikel 3
Die Bestimmung des Absatzes 1 entspricht dem Erfordernis des Artikels 82
Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes.
Nach Absatz 2 ist der Zeitpunkt, in dem das Änderungsprotokoll nach seinem
Artikel VII Absatz 2 Satz 1 in Kraft tritt, im Bundesgesetzblatt bekannt zu geben.
Schlussbemerkung
Mit dem Vertragsgesetz erfolgt die Zustimmung der gesetzgebenden
Körperschaften zum am 14. April 2025 unterzeichneten Protokoll zur Änderung des
Abkommens vom 12. April 2012 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und
dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur
Verhinderung der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom
Einkommen in der durch das Protokoll vom 11. Januar 2016 sowie das Protokoll vom
24. März 2021 geänderten Fassung, das das Abkommen vom 12. April 2012
zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande zur
Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung
auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen (BGBl. 2012 II S. 1414, 1415), das
zuletzt durch das Protokoll vom 24. März 2021 (BGBl. 2021 II S. 735, 736)
geändert worden ist, ändert.
Das Vertragsgesetz steht im Einklang mit den Leitgedanken der Bundesregierung
zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie
Weiterentwicklung 2025 (DNS), die der Umsetzung der Resolution vom 25.
September 2015 der Generalversammlung der Vereinten Nationen „Transformation
unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ (A/RES/70/1) dient.
Es trägt insbesondere zur ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit bei.
Die Bundesregierung misst den Erfolg ihrer Bemühungen um eine nachhaltige
Entwicklung anhand von bestimmten Indikatoren der DNS und darauf bezogenen
Zielen, die sich in ihrer Systematik an den globalen Zielen für nachhaltige
Entwicklung (Nachhaltigkeitsziele) der Vereinten Nationen orientieren.
Indem künftig grenzpendelnde Personen aufgrund steuerlicher Neuregelungen
im grenzüberschreitenden Bereich Deutschland-Niederlande vermehrt von
Gelegenheiten des Homeoffice Gebrauch machen, was neue Personengruppen, die
Arbeit nur aufnehmen können und wollen, wenn sie zugleich Homeoffice erlaubt,
für den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt erschließt, unterstützt das Vorhaben
die DNS-Indikatorenbereiche 3.2.a und b (Luftbelastung: Gesunde Umwelt
erhalten). Das Regelungsvorhaben unterstützt ggf. den Bereich des Anteils der
Bevölkerung mit erhöhter PM 2,5-Feinstaubexposition (Indikator 3.2.b) der DNS.
Indem Büroraum und damit verbundene Ressourcen eingespart werden, zahlt
das Vorhaben damit auf den Indikator 7.1 (a und b) Ressourcenschonung ein,
Drucksache 390/25 – 8 – Bundesrat
welcher verlangt, die Energieproduktivität deutlich zu steigern und den
Primärenergieverbrauch bis 2030 um mindestens 39,3 Prozent zu senken im Vergleich
zu 2008.
Das Regelungsvorhaben hat ggf. Auswirkungen auf den Bereich
Erwerbstätigenquote insgesamt (20 bis 64 Jahre) (Indikator 8.5a), auf den Bereich
Endenergieverbrauch im Personenverkehr (Indikator 11.2b Mobilität) und auf den Bereich
Treibhausgasemissionen (Indikator 13.1a) der DNS.
Die Maßnahmen dienen der Sicherung des Steueraufkommens. Bei der
Änderung der Artikel 10, 14 und 18 des Abkommens werden allenfalls geringfügige
Steuermindereinnahmen erwartet.
Es ist davon auszugehen, dass durch das Vertragsgesetz kein eigenständiger
Erfüllungsaufwand für die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft begründet
wird. Informationspflichten für die Wirtschaft werden weder eingeführt noch
verändert oder abgeschafft. Darüber hinaus führt das Vertragsgesetz weder für
Unternehmen noch für Bürgerinnen und Bürger und für die Steuerverwaltung des
Bundes und der Länder zu messbaren Veränderungen des Erfüllungsaufwands.
Unternehmen, insbesondere den mittelständischen Unternehmen, entstehen
durch dieses Gesetz keine unmittelbaren, direkten Kosten. Auswirkungen auf
Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau,
sind von diesem Gesetz nicht zu erwarten.
Da der dem Vertragsgesetz zugrundeliegende völkerrechtliche Vertrag keine
Befristung seiner Anwendung enthält, kommt eine Befristung des Vertragsgesetzes
nicht in Betracht. Einer Evaluation des Vertragsgesetzes bedarf es nicht, da der
dem Vertragsgesetz zugrundeliegende völkerrechtliche Vertrag nur durch einen
weiteren bilateralen völkerrechtlichen Vertrag geändert oder durch dessen
Kündigung einseitig beendet werden könnte.
Bundesrat – 9 – Drucksache 390/25
Protokoll
zur Änderung des Abkommens vom 12. April 2012
zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und dem Königreich der Niederlande
zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
und zur Verhinderung der Steuerverkürzung
auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen
in der durch das Protokoll vom 11. Januar 2016
sowie das Protokoll vom 24. März 2021 geänderten Fassung
Protocol
tot wijziging van het Verdrag van 12 april 2012
tussen de Bondsrepubliek Duitsland
en het Koninkrijk der Nederlanden
tot het vermijden van dubbele belasting
en het voorkomen van het ontgaan van belasting
met betrekking tot belastingen naar het inkomen
zoals gewijzigd door het Protocol van 11 januari 2016
en het Protocol van 24 maart 2021
De Bondsrepubliek Duitsland
en
het Koninkrijk der Nederlanden –
geleid door de wens een Protocol te sluiten tot wijziging van
het Verdrag van 12 april 2012 tussen de Bondsrepubliek
Duitsland en het Koninkrijk der Nederlanden tot het vermijden van
dubbele belasting en het voorkomen van het ontgaan van belasting
met betrekking tot belastingen naar het inkomen zoals gewijzigd
door het Protocol van 11 januari 2016 en het Protocol van
24 maart 2021 (hierna te noemen “het Verdrag”) –
zijn het volgende overeengekomen:
Artikel I
Artikel 3, eerste lid, van het Verdrag wordt als volgt gewijzigd:
(1) In punt bb van onderdeel l wordt de punt vervangen door
een puntkomma.
(2) Het volgende onderdeel m wordt toegevoegd:
“m) betekent de uitdrukking “instelling voor collectieve
belegging”:
aa) in het geval van de Bondsrepubliek Duitsland, een
investeringsfonds (“Investmentfonds”) en een bijzonder
investeringsfonds (“Spezial-Investmentfonds”) in de zin
van de Wet inzake belasting op investeringen
(Investmentsteuergesetz), anders dan een vehikel dat is
opgericht als een samenwerkingsverband;
bb) in het geval van Nederland, een fiscale
beleggingsinstelling voor de toepassing van de Nederlandse
vennootschapsbelasting;
cc) elk ander vehikel zoals door de bevoegde autoriteiten
van de verdragsluitende staten kan worden
overeengekomen.”
Die Bundesrepublik Deutschland
und
das Königreich der Niederlande –
von dem Wunsch geleitet, ein Protokoll zur Änderung des
Abkommens vom 12. April 2012 zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und dem Königreich der Niederlande zur
Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der
Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen in der
durch das Protokoll vom 11. Januar 2016 sowie das Protokoll
vom 24. März 2021 geänderten Fassung (im Folgenden als
„Abkommen“ bezeichnet) zu schließen –
sind wie folgt übereingekommen:
Artikel I
Artikel 3 Absatz 1 des Abkommens wird wie folgt geändert:
(1) In Buchstabe l Doppelbuchstabe bb wird der Punkt durch
ein Semikolon ersetzt.
(2) Folgender Buchstabe m wird angefügt:
„m) bedeutet der Ausdruck „Organismus für gemeinsame An -
lagen“
aa) im Fall der Bundesrepublik Deutschland einen
Investmentfonds und Spezial-Investmentfonds im Sinne des
Investmentsteuergesetzes, jedoch keinen Organismus,
der als Personengesellschaft errichtet wurde;
bb) im Fall der Niederlande einen steuerlichen
Anlageorganismus („fiscale beleggingsinstelling“) für die Zwecke
der Körperschaftsteuer der Niederlande;
cc) einen von den zuständigen Behörden der
Vertragsstaaten vereinbarten sonstigen Organismus.“
Drucksache 390/25 – 10 – Bundesrat
Artikel II
(1) Artikel 10, tweede lid, onderdeel a, van het Verdrag wordt
vervangen door het volgende onderdeel:
“a) 5 percent van het brutobedrag van de dividenden, indien de
uiteindelijk gerechtigde een lichaam is dat onmiddellijk ten
minste 10 percent bezit van het kapitaal van het lichaam dat
de dividenden betaalt gedurende een periode van 365
dagen waarin de dag valt waarop de dividenden betaald
worden (voor het berekenen van die periode wordt geen
rekening gehouden met veranderingen van eigendom die
rechtstreeks voortvloeien uit een bedrijfsreorganisatie, zoals
een fusie of een splitsing, van het lichaam dat de aandelen
bezit of de dividenden betaalt);”
(2) De volgende zin wordt ingevoegd na de eerste zin van het
tweede lid van artikel 10 van het Verdrag:
“In het geval van dividenden die betaald worden door een Duitse
“REIT-Aktiengesellschaft” in de zin van de Wet inzake Duitse
Real Estate Investment Trust Corporations (“REIT-Gesetz”) of
een lichaam dat aan de Nederlandse wetgeving onderworpen is
en voor de belastingheffing in wezen overeenkomt met een Duits
REIT-Aktiengesellschaft, of dividenden die worden betaald aan
of door een instelling voor collectieve belegging, is uitsluitend
onderdeel c van toepassing.”
(3) Artikel 10, derde lid, van het Verdrag wordt vervangen door
het volgende lid:
“(3) De uitdrukking “dividenden”, zoals gebezigd in dit artikel,
betekent inkomsten uit aandelen, winstaandelen of
winstbewijzen, mijnaandelen, oprichtersaandelen of andere rechten, niet
zijnde schuldvorderingen, die aanspraak geven op een aandeel
in de winst alsmede inkomsten uit andere vennootschappelijke
rechten die door de wetgeving van de staat waarvan het lichaam
dat de uitdeling doet inwoner is, op dezelfde wijze aan de
belastingheffing worden onderworpen als inkomsten uit aandelen, en
inkomsten uit uitdelingen op grond van certificaten van een Duitse
instelling voor collectieve belegging.”
Artikel III
(1) Het volgende lid wordt ingevoegd na artikel 14, eerste lid,
van het Verdrag:
“(1a) Niettegenstaande de bepalingen van het eerste lid,
indien een inwoner van een verdragsluitende staat een
dienstbetrekking uitoefent in de andere verdragsluitende staat, is de
beloning verkregen door deze inwoner ter zake van dagen waarop
de dienstbetrekking wordt uitgeoefend in de eerstgenoemde staat
of in een of meer derde rechtsgebieden, slechts in die andere
staat belastbaar, indien de dienstbetrekking geheel of gedeeltelijk
wordt uitgeoefend in de eerstgenoemde staat of in een of meer
derde rechtsgebieden gedurende minder dan 35 werkdagen in
een kalenderjaar. Indien echter op grond van een verdrag ter
voorkoming van dubbele belasting tussen de eerstgenoemde
verdragsluitende staat en een derde rechtsgebied het deel van de
beloning ter zake van dagen waarop de dienstbetrekking in dat
derde rechtsgebied wordt uitgeoefend in dat derde rechtsgebied
mag worden belast, is de eerste zin niet van toepassing op dat
deel van de beloning.”
(2) Artikel 14, tweede lid, van het Verdrag wordt vervangen
door het volgende lid:
“(2) Niettegenstaande de bepalingen van het eerste lid en
lid 1a, is de beloning verkregen door een inwoner van een
verdragsluitende staat ter zake van een in de andere
verdragsluitende staat uitgeoefende dienstbetrekking slechts in de
eerstbedoelde staat belastbaar, indien:
a) de genieter in de andere staat verblijft gedurende een tijdvak
dat of tijdvakken die in een tijdvak van twaalf maanden
beginnend of eindigend in het desbetreffende belastingjaar een
totaal van 183 dagen niet te boven gaat of gaan, en
Artikel II
(1) Artikel 10 Absatz 2 Buchstabe a des Abkommens wird
durch folgenden Buchstaben ersetzt:
„a) 5 Prozent des Bruttobetrags der Dividenden, wenn der
Nutzungsberechtigte eine Gesellschaft ist, die während eines
Zeitraums von 365 Tagen einschließlich des Tages der
Dividendenzahlung unmittelbar über mindestens 10 Prozent des
Kapitals der die Dividenden zahlenden Gesellschaft verfügt
(bei der Berechnung dieses Zeitraums bleiben Änderungen
der Eigentums- oder Inhaberschaftsverhältnisse
unberücksichtigt, die sich unmittelbar aus einer Umstrukturierung wie
einer Fusion oder Spaltung der die Anteile haltenden oder
die Dividende zahlenden Gesellschaft ergeben würden),“
(2) Nach Artikel 10 Absatz 2 Satz 1 des Abkommens wird
folgender Satz eingefügt:
„Im Fall von Dividenden, die von einer deutschen Real-Estate-
Investment-Trust-Aktiengesellschaft (REIT-Aktiengesellschaft) im
Sinne des Gesetzes über deutsche Immobilien-
Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (REIT-Gesetz) oder einer
dem Recht der Niederlande unterliegenden und steuerlich im
Wesentlichen einer deutschen REIT-Aktiengesellschaft ent -
sprechenden Gesellschaft gezahlt werden, oder Dividenden, die
an einen oder von einem Organismus für gemeinsame Anlagen
gezahlt werden, ist nur Buchstabe c anzuwenden.“
(3) Artikel 10 Absatz 3 des Abkommens wird durch folgenden
Absatz ersetzt:
„(3) Der in diesem Artikel verwendete Ausdruck „Dividenden“
bedeutet Einkünfte aus Aktien, Genussrechten oder
Genussscheinen, Kuxen, Gründeranteilen oder anderen Rechten –
ausgenommen Forderungen – mit Gewinnbeteiligung und aus
sonstigen Gesellschaftsanteilen stammende Einkünfte, die nach dem
Recht des Staates, in dem die ausschüttende Gesellschaft
ansässig ist, den Einkünften aus Aktien steuerlich gleichgestellt
sind, sowie Einkünfte aus Ausschüttungen auf Anteilscheine
eines deutschen Organismus für gemeinsame Anlagen.“
Artikel III
(1) Nach Artikel 14 Absatz 1 des Abkommens wird folgender
Absatz eingefügt:
„(1a) Ungeachtet des Absatzes 1 können, wenn eine in einem
Vertragsstaat ansässige Person im anderen Vertragsstaat eine
unselbständige Arbeit ausübt, Vergütungen, die diese ansässige
Person für Tage bezieht, an denen die unselbständige Arbeit im
erstgenannten Staat oder in einem oder mehreren Drittstaaten
oder -gebieten ausgeübt wird, nur im anderen Staat besteuert
werden, wenn die unselbständige Arbeit an weniger als 35
Arbeitstagen im Kalenderjahr ganz oder teilweise im erstgenannten
Staat oder in einem oder mehreren Drittstaaten oder -gebieten
ausgeübt wird. Kann jedoch aufgrund eines
Doppelbesteuerungsabkommens zwischen dem erstgenannten Vertragsstaat und
einem Drittstaat oder -gebiet der Teil der Vergütungen für Tage,
an denen die unselbständige Arbeit in diesem Drittstaat be -
ziehungsweise -gebiet ausgeübt wird, in diesem Drittstaat
beziehungsweise -gebiet besteuert werden, so ist Satz 1 für diesen Teil
der Vergütungen nicht anzuwenden.“
(2) Artikel 14 Absatz 2 des Abkommens wird durch folgenden
Absatz ersetzt:
„(2) Ungeachtet der Absätze 1 und 1a können Vergütungen,
die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person für eine im
anderen Vertragsstaat ausgeübte unselbständige Arbeit bezieht, nur
im erstgenannten Staat besteuert werden, wenn
a) der Empfänger sich im anderen Staat insgesamt nicht länger
als 183 Tage innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten,
der während des betreffenden Steuerjahres beginnt oder
endet, aufhält und
Bundesrat – 11 – Drucksache 390/25
b) die Vergütungen von einem Arbeitgeber oder für einen
Arbeitgeber gezahlt werden, der nicht im anderen Staat ansässig
ist, und
c) die Vergütungen nicht von einer Betriebsstätte getragen
werden, die der Arbeitgeber im anderen Staat hat.“
Artikel IV
Artikel 18 Absatz 1 des Abkommens wird durch folgenden
Absatz ersetzt:
„(1)
a) Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen, die von einem
Vertragsstaat, einem seiner Länder oder einer ihrer
Gebietskörperschaften an eine natürliche Person für die diesem
Staat, einem seiner Länder oder einer ihrer
Gebietskörperschaften geleisteten Dienste gezahlt werden, können nur in
diesem Staat besteuert werden.
b) Diese Gehälter, Löhne und ähnlichen Vergütungen können
jedoch nur im anderen Vertragsstaat besteuert werden, wenn
die Dienste in diesem Staat geleistet werden und die natür -
liche Person in diesem Staat ansässig ist und
aa) ein Staatsangehöriger dieses Staates ist oder
bb) nicht ausschließlich deshalb in diesem Staat ansässig
geworden ist, um die Dienste zu leisten.
Diese Gehälter, Löhne und ähnlichen Vergütungen können für
ein Kalenderjahr insgesamt auch dann nur in diesem anderen
Vertragsstaat besteuert werden, wenn die natürliche Person
die Dienste an weniger als 35 Arbeitstagen im Kalenderjahr
außerhalb dieses Staates leistet.
c) Statt der Bestimmungen des Buchstabens b sind die
Bestimmungen des Buchstabens a anzuwenden, wenn die natür -
liche Person die Dienste an weniger als 35 Arbeitstagen im
Kalenderjahr in diesem anderen Vertragsstaat leistet.“
Artikel V
(1) Artikel 22 Absatz 1 Buchstabe a des Abkommens wird
durch folgenden Buchstaben ersetzt:
„a) Von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer
werden die Einkünfte aus den Niederlanden ausgenommen, die
nach diesem Abkommen tatsächlich in den Niederlanden
besteuert werden und nicht unter Buchstabe b fallen. Für
Einkünfte aus Dividenden gelten die vorstehenden
Bestimmungen nur dann, wenn diese Dividenden an eine in der
Bundesrepublik Deutschland ansässige Gesellschaft von
einer in den Niederlanden ansässigen Gesellschaft gezahlt
werden, deren Kapital zu mindestens 10 Prozent unmittelbar
der deutschen Gesellschaft gehört, und bei der Ermittlung
der Gewinne der ausschüttenden Gesellschaft nicht
abgezogen worden sind.“
(2) Artikel 22 Absatz 2 Buchstabe b des Abkommens wird
durch folgenden Buchstaben ersetzt:
„b) Bezieht jedoch eine in den Niederlanden ansässige Person
Einkünfte, die nach Artikel 6 Absätze 1, 3 und 4, Artikel 7
Absatz 1, Artikel 8 Absätze 1 und 2, Artikel 10 Absatz 4,
Artikel 11 Absatz 3, Artikel 12 Absatz 3, Artikel 13 Absätze 1
und 3, Artikel 14 Absätze 1, 1a, 3 und 4, Artikel 17 Ab -
sätze 2, 3 und 5, Artikel 18 Absätze 1 und 2 Satz 1 sowie
Artikel 21 Absatz 2 auch oder nur in der Bundesrepublik
Deutschland besteuert werden können und in der unter
Absatz 2 Buchstabe a genannten Bemessungsgrundlage
enthalten sind, so befreien die Niederlande diese Einkünfte von
der Steuer, indem sie eine Steuerermäßigung gewähren.
Diese Ermäßigung wird nach den Bestimmungen der
niederländischen Rechtsvorschriften zur Vermeidung der
Doppelbesteuerung berechnet. Zu diesem Zweck gelten die
genannten Einkünfte als in dem Betrag der Einkünfte enthalten,
b) de beloning wordt betaald door of namens een werkgever die
geen inwoner van de andere staat is, en
c) de beloning niet ten laste komt van een vaste inrichting die
de werkgever in de andere staat heeft.”
Artikel IV
Artikel 18, eerste lid, van het Verdrag wordt vervangen door het
volgende lid:
“(1)
a) Salarissen, lonen en andere soortgelijke beloningen, betaald
door een verdragsluitende staat, deelstaat of een staatkundig
onderdeel of een plaatselijk publiekrechtelijk lichaam van een
verdragsluitende staat of deelstaat, aan een natuurlijke
persoon ter zake van diensten verleend aan die staat, deelstaat
of dat staatkundig onderdeel of plaatselijk publiekrechtelijk
lichaam daarvan, zijn slechts in die staat belastbaar.
b) Deze salarissen, lonen en andere soortgelijke beloningen zijn
echter slechts in de andere verdragsluitende staat belastbaar,
indien de diensten in die staat worden verleend en de
natuurlijke persoon een inwoner is van die staat die
aa) onderdaan is van die staat of
bb) niet uitsluitend voor het verlenen van de diensten
inwoner van die staat werd.
Deze salarissen, lonen en andere soortgelijke beloningen zijn
eveneens slechts in die andere verdragsluitende staat
belastbaar voor een heel kalenderjaar, indien de natuurlijke persoon
de diensten verleent buiten die staat gedurende minder dan
35 werkdagen in een kalenderjaar.
c) De bepalingen van onderdeel a zijn van toepassing in plaats
van de bepalingen van onderdeel b, indien de natuurlijke
persoon de diensten verleent in die andere verdragsluitende
staat gedurende minder dan 35 werkdagen in een
kalenderjaar.”
Artikel V
(1) Artikel 22, eerste lid, onderdeel a, van het Verdrag wordt
vervangen door het volgende onderdeel:
“a) Van de belastinggrondslag voor de Duitse belasting wordt
vrijgesteld elk bestanddeel van het inkomen dat afkomstig is
uit Nederland dat, volgens dit Verdrag, werkelijk wordt belast
in Nederland en niet wordt behandeld in onderdeel b. Wat
betreft bestanddelen van het inkomen uit dividenden, is de
voorgaande bepaling uitsluitend van toepassing op
dividenden die worden betaald aan een lichaam dat inwoner is van
de Bondsrepubliek Duitsland door een lichaam dat inwoner
is van Nederland, waarvan ten minste 10 percent van het
kapitaal onmiddellijk in het bezit is van het Duitse lichaam
en die niet in aftrek zijn gebracht bij het vaststellen van de
winst van het lichaam dat deze dividenden uitdeelt.”
(2) Artikel 22, tweede lid, onderdeel b, van het Verdrag wordt
vervangen door het volgende onderdeel:
“b) Indien echter een inwoner van Nederland bestanddelen van
het inkomen verkrijgt die volgens artikel 6, eerste, derde en
vierde lid, artikel 7, eerste lid, artikel 8, eerste en tweede lid,
artikel 10, vierde lid, artikel 11, derde lid, artikel 12, derde lid,
artikel 13, eerste en derde lid, artikel 14, eerste lid, lid 1a,
derde en vierde lid, artikel 17, tweede, derde en vijfde lid,
artikel 18, eerste lid en de eerste volzin van het tweede lid, en
artikel 21, tweede lid, van dit Verdrag ook in de
Bondsrepubliek Duitsland mogen worden belast of uitsluitend in de
Bondsrepubliek Duitsland mogen worden belast en die in de
in het tweede lid, onderdeel a, bedoelde grondslag zijn
begrepen, stelt Nederland deze bestanddelen van het inkomen
vrij door een vermindering van zijn belasting toe te staan.
Deze vermindering wordt berekend overeenkomstig de
bepalingen in de Nederlandse wetgeving tot het vermijden van
Drucksache 390/25 – 12 – Bundesrat
die nach jenen Bestimmungen von der niederländischen
Steuer befreit sind.“
Artikel VI
(1) Nummer I Absatz 2 des Protokolls zum Abkommen wird
durch folgenden Absatz ersetzt:
„(2) Werden Einkünfte oder Gewinne durch oder über eine
Person erzielt, die nach dem Recht eines der Vertragsstaaten
vollständig oder teilweise steuerlich transparent behandelt wird,
so gelten diese als Einkünfte einer in einem Vertragsstaat
ansässigen Person, jedoch nur, soweit sie für Zwecke der Besteuerung
durch diesen Staat wie Einkünfte oder Gewinne einer ansässigen
Person behandelt werden. Es wird vereinbart, dass, wenn
Dividenden, die durch oder über vollständig oder teilweise steuerlich
transparente Rechtsträger oder Gebilde erzielt werden, für
Zwecke der Besteuerung durch einen Vertragsstaat wie Einkünfte
oder Gewinne einer in diesem Staat ansässigen Person
behandelt werden, Artikel 10 so anzuwenden ist, als hätte diese an -
sässige Person die Dividenden unmittelbar erzielt. In anderen
Fällen, in denen Rechtsträger in einem der Vertragsstaaten als
steuerlich transparent und im anderen Vertragsstaat als nicht
steuerlich transparent gelten und dies zu einer
Doppelbesteuerung oder einer nicht diesem Abkommen entsprechenden
Besteuerung führt, suchen die zuständigen Behörden der
Vertragsstaaten gemäß Artikel 25 Lösungen, um eine Doppelbesteuerung
beziehungsweise eine nicht diesem Abkommen entsprechende
Besteuerung zu vermeiden und gleichzeitig zu verhindern, dass
Einkünfte nur aufgrund der Anwendung des Abkommens (teil -
weise) nicht der Steuer unterliegen. Die zuständigen Behörden
der Vertragsstaaten können diese einvernehmlichen Lösungen
veröffentlichen.“
(2) Nach Nummer I Absatz 2 des Protokolls zum Abkommen
wird folgender Absatz angefügt:
„(3) Der Ausdruck „Einkünfte“ ist so zu verstehen, dass damit
auch einzelne Teile von Einkünften gemeint sind.“
(3) Nummer II des Protokolls zum Abkommen wird durch
folgende Nummer ersetzt:
„II. Zu den Artikeln 4 und 10
(1) Eine nicht natürliche Person gilt als in den Niederlanden
steuerpflichtig, wenn sie für die Zwecke der Körperschaftsteuer
(„Wet op de vennootschapsbelasting 1969“) in den Niederlanden
ansässig ist, vorausgesetzt, die von dieser Person erzielten
Einkünfte werden nach dem Steuerrecht der Niederlande wie
Einkünfte dieser Person und nicht wie Einkünfte der Begünstigten,
Gesellschafter oder Teilhaber der Person behandelt. Ungeachtet
des vorstehenden Satzes ist eine Person nicht in den
Niederlanden ansässig, wenn diese Person nur aufgrund von aus
niederländischen Quellen bezogenen Einkommen in den Niederlanden
steuerpflichtig ist.
(2) Ein Organismus für gemeinsame Anlagen oder ein
Pensionsfonds, der in Deutschland errichtet wurde und tatsächlich in
Deutschland geleitet wird, ist nach Artikel 4 Absatz 1 in
Deutschland ansässig.“
(4) Nach Nummer XI des Protokolls zum Abkommen wird
folgende Nummer eingefügt:
„XII. Zu Artikel 14
(1) Beim Schwellenwert von 35 Tagen wird ein Tag nur dann
berücksichtigt, wenn die unselbständige Arbeit am betreffenden
Tag mindestens 30 Minuten lang entweder im Ansässigkeitsstaat
des Arbeitnehmers oder in einem oder mehreren Drittstaaten
oder -gebieten ausgeübt wird.
dubbele belasting. Te dien einde worden bedoelde
bestanddelen van het inkomen geacht te zijn begrepen in het bedrag
van de bestanddelen van het inkomen die ingevolge die
bepalingen van Nederlandse belasting zijn vrijgesteld.”
Artikel VI
(1) Het tweede lid van onderdeel I van het Protocol bij het
Verdrag wordt vervangen door het volgende lid:
“(2) In het geval dat een bestanddeel van het inkomen, een
voordeel of vermogenswinst wordt verkregen door of door
tussenkomst van een persoon die geheel of gedeeltelijk als fiscaal
transparant wordt behandeld krachtens de wetgeving van een
van beide verdragsluitende staten, wordt dat bestanddeel,
voordeel of die vermogenswinst geacht inkomen te zijn van een
inwoner van een verdragsluitende staat maar uitsluitend voor zover
dat bestanddeel, voordeel of die vermogenswinst voor de
belastingheffing door die staat wordt behandeld als het inkomen,
voordeel of de vermogenswinst van een inwoner. Overeengekomen
wordt dat wanneer dividenden verkregen door of door
tussenkomst van een geheel of gedeeltelijk fiscaal transparante entiteit
of constructie voor de belastingheffing door een verdragsluitende
staat worden behandeld als inkomen, voordelen of
vermogenswinsten van een inwoner van die staat, artikel 10 van toepassing
is als had die inwoner de dividenden rechtstreeks verkregen. In
andere situaties waarin entiteiten door een van de
verdragsluitende staten transparant worden geacht en door de andere
niettransparant en dit leidt tot dubbele belasting of belasting die niet
in overeenstemming is met de bepalingen van dit Verdrag,
zoeken de bevoegde autoriteiten van de verdragsluitende staten naar
oplossingen krachtens artikel 25 teneinde dubbele belasting of
belasting die niet in overeenstemming is met de bepalingen van
dit Verdrag te vermijden en tegelijkertijd te voorkomen dat, louter
als gevolg van de toepassing van het Verdrag, inkomen
(gedeeltelijk) niet aan belasting onderworpen is. De bevoegde
autoriteiten van de verdragsluitende staten kunnen dergelijke onderling
overeengekomen oplossingen bekendmaken.”
(2) Het volgende lid wordt toegevoegd na het tweede lid van
onderdeel I van het Protocol bij het Verdrag:
“(3) Het is wel te verstaan dat het begrip “inkomen” geacht
wordt mede te verwijzen naar individuele bestanddelen van het
inkomen.”
(3) Onderdeel II van het Protocol bij het Verdrag wordt
vervangen door het volgende onderdeel:
“II. Ad artikelen 4 en 10
(1) Het is wel te verstaan dat een persoon, anders dan een
natuurlijke persoon, geacht wordt in Nederland aan belasting te
zijn onderworpen, indien de persoon voor de toepassing van de
Wet op de vennootschapsbelasting 1969 inwoner is van
Nederland, mits het door die persoon verworven inkomen krachtens de
Nederlandse belastingwetgeving wordt behandeld als inkomen
van die persoon en niet als het inkomen van de begunstigden,
leden of participanten van of in die persoon. Niettegenstaande de
voorgaande volzin is een persoon geen inwoner van Nederland,
indien die persoon in Nederland slechts aan belasting is
onderworpen ter zake van inkomsten uit bronnen in Nederland.
(2) Het is wel te verstaan dat een instelling voor collectieve
belegging die of een pensioenfonds dat is opgericht en effectief
wordt geleid in Duitsland een inwoner van Duitsland is in
overeenstemming met artikel 4, eerste lid.”
(4) Het volgende onderdeel wordt ingevoegd na onderdeel XI
van het Protocol bij het Verdrag:
“XII. Ad artikel 14
(1) Ten behoeve van de drempel van 35 dagen wordt een dag
alleen meegerekend, indien op de betreffende dag de
dienstbetrekking wordt uitgeoefend gedurende ten minste 30 minuten in
hetzij de woonstaat van de werknemer of in een of meer derde
rechtsgebieden.
Bundesrat – 13 – Drucksache 390/25
(2) Der Ausdruck „Arbeitstage“ bedeutet tatsächliche
Arbeitstage. Tatsächliche Arbeitstage sind alle Tage innerhalb eines
Kalenderjahrs, an denen der Arbeitnehmer eine unselbständige
Arbeit tatsächlich ausübt und für die er Vergütungen bezieht. Zeiten
im Bereitschaftsdienst werden bei der Ermittlung von
Arbeitstagen jedoch nicht berücksichtigt, selbst wenn ein Abruf zur
tatsächlichen Ausübung der Tätigkeit erfolgt.
(3) In dem Fall, dass Vergütungen gezahlt werden, obwohl
nicht tatsächlich eine Tätigkeit ausgeübt wird, legen die
Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland Artikel 14
unterschiedlich aus beziehungsweise wenden ihn unterschiedlich an.
Vergütungen, die vom Arbeitgeber für Tage gezahlt werden, an
denen der Arbeitnehmer
a) aufgrund einer Arbeitsfreistellung nach Kündigung der
unselbständigen Arbeit,
b) aufgrund dessen, dass er gemäß einer Anordnung des
Arbeitgebers oder einer Regierung eines Vertragsstaats Tage un -
tätig zu Hause verbringt,
nicht tatsächlich eine Tätigkeit ausübt, gelten jedoch als
Vergütungen, die für die Ausübung einer unselbständigen Arbeit in dem
Vertragsstaat geleistet werden, in dem die Tätigkeit ohne diese
Umstände tatsächlich ausgeübt worden wäre.“
(5) Die bisherige Nummer XII des Protokolls zum Abkommen
wird Nummer XIII.
(6) Die bisherige Nummer XIII des Protokolls zum Abkommen
wird Nummer XIV.
(7) Die bisherige Nummer XIV des Protokolls zum Abkommen
wird Nummer XV.
(8) Nach der neuen Nummer XV des Protokolls zum
Abkommen wird folgende Nummer eingefügt:
„XVI. Zu Artikel 18
(1) In Bezug auf Artikel 18 Absatz 1 Buchstaben b und c
können diese Bestimmungen in dem Fall, dass die Dienste nicht nur
im Ansässigkeitsstaat geleistet werden, zu einer Zuweisung der
Besteuerungsrechte an beide Staaten führen, je nachdem, wo die
Dienste geleistet wurden.
(2) Beim Schwellenwert von 35 Tagen wird ein Tag nur dann
berücksichtigt, wenn die Dienste am betreffenden Tag mindestens
30 Minuten lang geleistet werden.
(3) Der Ausdruck „Arbeitstage“ bedeutet tatsächliche
Arbeitstage. Tatsächliche Arbeitstage sind alle Tage innerhalb eines
Kalenderjahrs, an denen der Arbeitnehmer die Dienste tatsächlich
leistet und für die er Vergütungen bezieht. Zeiten im
Bereitschaftsdienst werden bei der Ermittlung von Arbeitstagen jedoch
nicht berücksichtigt, selbst wenn ein Abruf zur tatsächlichen
Leistung der Dienste erfolgt.“
(9) Die bisherige Nummer XV des Protokolls zum Abkommen
wird Nummer XVII.
(10) Die bisherige Nummer XVI des Protokolls zum
Abkommen wird Nummer XVIII.
(11) Die bisherige Nummer XVII des Protokolls zum
Abkommen wird Nummer XIX.
(12) Die bisherige Nummer XVIII des Protokolls zum
Abkommen wird Nummer XX.
(13) Die bisherige Nummer XIX des Protokolls zum
Abkommen wird Nummer XXI.
(14) In der neuen Nummer XXI des Protokolls zum Abkommen
wird Absatz 1 aufgehoben und die Absatzbezeichnung „(2)“
gestrichen.
Artikel VII
(1) Dieses Änderungsprotokoll bedarf der Ratifikation; die
Ratifikationsurkunden werden so bald wie möglich ausgetauscht.
(2) Het begrip “werkdagen” betekent daadwerkelijk gewerkte
dagen. Daadwerkelijk gewerkte dagen zijn alle dagen in een
kalenderjaar waarop de werknemer daadwerkelijk een
dienstbetrekking uitoefent en voor welke hij een beloning ontvangt.
Aanwezigheidsdiensten, zelfs wanneer de werknemer wordt
opgeroepen om daadwerkelijk werk te verrichten, worden echter
niet meegenomen bij het vaststellen van een werkdag.
(3) Het is wel te verstaan dat Nederland en de Bondsrepubliek
Duitsland artikel 14 op verschillende wijzen interpreteren en
toepassen in gevallen waarin een beloning wordt betaald maar niet
daadwerkelijk werk wordt verricht. Een beloning die wordt betaald
door de werkgever voor dagen waarop de werknemer niet
daadwerkelijk werk verricht vanwege
a) verlof na kennisgeving van beëindiging van de
dienstbetrekking;
b) het thuis inactief doorbrengen van dagen in opdracht van de
werkgever of een regering van een verdragsluitende staat,
wordt echter geacht een beloning te zijn die wordt verstrekt voor
het uitoefenen van een dienstbetrekking in de verdragsluitende
staat waarin het werk feitelijk zou zijn verricht, indien de
bovenstaande situaties zich niet hadden voorgedaan.”
(5) Het huidige onderdeel XII van het Protocol bij het Verdrag
wordt vernummerd tot onderdeel XIII.
(6) Het huidige onderdeel XIII van het Protocol bij het Verdrag
wordt vernummerd tot onderdeel XIV.
(7) Het huidige onderdeel XIV van het Protocol bij het Verdrag
wordt vernummerd tot onderdeel XV.
(8) Het volgende onderdeel wordt ingevoegd na het nieuwe
onderdeel XV van het Protocol bij het Verdrag:
“XVI. Ad artikel 18
(1) Met betrekking tot artikel 18, eerste lid, onderdelen b en c,
is het wel te verstaan dat ingeval de diensten niet uitsluitend in
de woonstaat worden verricht, die bepalingen kunnen resulteren
in het toewijzen van heffingsrechten aan beide staten, al
naargelang waar de diensten zijn verleend.
(2) Ten behoeve van de drempel van 35 dagen wordt een dag
alleen meegerekend, indien op de betreffende dag de diensten
worden verleend gedurende ten minste 30 minuten.
(3) Het begrip “werkdagen” betekent daadwerkelijk gewerkte
dagen. Daadwerkelijk gewerkte dagen zijn alle dagen in een
kalenderjaar waarop de werknemer daadwerkelijk diensten verleent
en voor welke hij een beloning ontvangt. Aanwezigheidsdiensten,
zelfs wanneer de werknemer wordt opgeroepen om
daadwerkelijk diensten te verlenen, worden echter niet meegenomen bij het
vaststellen van een werkdag.”
(9) Het huidige onderdeel XV van het Protocol bij het Verdrag
wordt vernummerd tot onderdeel XVII.
(10) Het huidige onderdeel XVI van het Protocol bij het
Verdrag wordt vernummerd tot onderdeel XVIII.
(11) Het huidige onderdeel XVII van het Protocol bij het
Verdrag wordt vernummerd tot onderdeel XIX.
(12) Het huidige onderdeel XVIII van het Protocol bij het
Verdrag wordt vernummerd tot onderdeel XX.
(13) Het huidige onderdeel XIX van het Protocol bij het
Verdrag wordt vernummerd tot onderdeel XXI.
(14) In het nieuwe onderdeel XXI van het Protocol bij het
Verdrag worden het eerste lid en het lidnummer “(2)” verwijderd.
Artikel VII
(1) Dit Wijzigingsprotocol dient te worden bekrachtigd en de
akten van bekrachtiging worden zo spoedig mogelijk
uitgewisseld.
Drucksache 390/25 – 14 – Bundesrat
(2) Dieses Änderungsprotokoll tritt am letzten Tag des Monats
in Kraft, der auf den Monat des Austauschs der Ratifikations -
urkunden folgt. Das Abkommen und sein Protokoll in der durch
dieses Änderungsprotokoll geänderten Fassung sind danach
anzuwenden
a) in der Bundesrepublik Deutschland
aa) bei den im Abzugsweg erhobenen Steuern für Beträge,
die am oder nach dem 1. Januar des Kalenderjahrs
gezahlt werden, das dem Jahr folgt, in dem dieses
Änderungsprotokoll in Kraft tritt;
bb) bei den übrigen Steuern für Steuern, die für Zeiträume
erhoben werden, die am oder nach dem 1. Januar des
Kalenderjahrs beginnen, das dem Jahr folgt, in dem
dieses Änderungsprotokoll in Kraft tritt;
b) in den Niederlanden für Veranlagungsjahre und -zeiträume
sowie Steuertatbestände, die am oder nach dem 1. Januar
des Kalenderjahrs beginnen beziehungsweise eintreten, das
dem Jahr folgt, in dem dieses Änderungsprotokoll in Kraft
getreten ist.
Geschehen zu Den Haag am 14. April 2025 in zwei Urschriften,
jede in deutscher und niederländischer Sprache, wobei jeder
Wortlaut gleichermaßen verbindlich ist.
(2) Dit Wijzigingsprotocol treedt in werking op de laatste dag
van de maand volgend op de maand waarin de akten van
bekrachtiging zijn uitgewisseld. Het Verdrag en het Protocol daarbij,
zoals gewijzigd bij dit Wijzigingsprotocol, zijn daarna van
toepassing:
a) in de Bondsrepubliek Duitsland:
aa) in het geval van belastingen geheven aan de bron, ter
zake van bedragen betaald op of na 1 januari van het
kalenderjaar volgend op het jaar waarin dit
Wijzigingsprotocol in werking treedt;
bb) in het geval van overige belastingen, ter zake van
belastingen geheven over tijdvakken beginnend op of na 1
januari van het kalenderjaar volgend op het jaar waarin dit
Wijzigingsprotocol in werking treedt;
b) in Nederland voor belastingjaren en -tijdvakken beginnend en
belastbare gebeurtenissen die zich voordoen op of na 1
januari van het kalenderjaar volgend op het kalenderjaar waarin
dit Wijzigingsprotocol in werking is getreden.
Gedaan te ’s-Gravenhage op 14 april 2025, in tweevoud, in de
Duitse en de Nederlandse taal, waarbij beide teksten gelijkelijk
authentiek zijn.
Für die Bundesrepublik Deutschland
Voor de Bondsrepubliek Duitsland
N . M e y e r - L a n d r u t
Für das Königreich der Niederlande
Voor het Koninkrijk der Nederlanden
I n g e G r o o t
Bundesrat – 15 – Drucksache 390/25
Denkschrift
I. Allgemeines
Das in Den Haag am 14. April 2025 unterzeichnete
Protokoll zur Änderung des Abkommens vom 12. April 2012
zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem
Königreich der Niederlande zur Vermeidung der
Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung
auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen in der durch
das Protokoll vom 11. Januar 2016 sowie das Protokoll
vom 24. März 2021 geänderten Fassung (nachfolgend:
das Änderungsprotokoll) ändert das Abkommen vom
12. April 2012 zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der
Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der
Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen
(BGBl. 2012 II S. 1414, 1415), das zuletzt durch das
Proto koll vom 24. März 2021 (BGBl. 2021 II S. 735, 736)
geändert worden ist, (nachfolgend: das Abkommen).
Mit dem Änderungsprotokoll soll eine sogenannte
Bagatellregelung für grenzüberschreitend tätige Beschäftigte in
das Abkommen implementiert werden. Innerhalb dieser
Grenzen soll insbesondere eine gelegentliche
Arbeitsausübung im Homeoffice nicht zu einem Wechsel oder einer
geänderten Aufteilung des Besteuerungsrechts führen.
Für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ist eine
vergleichbare Regelung in dem Änderungsprotokoll vorge -
sehen.
Darüber hinaus sollen mit dem Änderungsprotokoll
Anpassungen des Abkommens an die aktuelle deutsche
Verhandlungspolitik zur Reduzierung von
Auslegungsstreitigkeiten und an zwischenzeitliche Änderungen des
jeweiligen nationalen Rechts vorgenommen werden. Dies
aktualisiert die abkommensrechtliche Behandlung
deutscher und niederländischer Investmentfonds,
insbesondere im Hinblick auf die deutsche Investmentsteuerreform
und den Real Estate Investment Trust. Zudem sollen auch
die Rechtsfolgen der neu eingeführten Option der
Besteuerung einer Personenhandelsgesellschaft,
Partnerschaftsgesellschaft oder eingetragenen Gesellschaft
bürgerlichen Rechts wie eine Kapitalgesellschaft nach § 1a
Körperschaftsteuergesetz im Abkommen nachvollzogen
werden.
II. Besonderes
Zu Artikel I
A b s a t z 1 :
Mit Absatz 1 erfolgt in Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe l
Doppelbuchstabe bb des Abkommens eine redaktionelle
Anpassung zur Vorbereitung des Anfügens eines neuen
Buchstabens m mit Absatz 2, indem der bisher den Absatz
beendende Punkt zur Erweiterung der Aufzählung durch
ein Semikolon ersetzt wird.
A b s a t z 2 :
Absatz 2 ergänzt Artikel 3 Absatz 1 des Abkommens
(Allgemeine Begriffsbestimmungen) um einen neuen
Buchstaben m, der den Begriff „Organismus für gemeinsame
Anlagen“ sowohl für die Niederlande als auch für
Deutschland definiert. Der Begriff „Organismus für gemeinsame
Anlagen“ wird in Artikel 10 Absatz 2 Satz 2 des
Abkommens, der durch Artikel II Absatz 2 des
Änderungsprotokolls geändert wird, verwendet.
Zu Artikel II
Dieser Artikel ändert Artikel 10 Absatz 2 und 3 des
Abkommens. Der bisherige Regelungsgehalt bleibt durch die
Neufassung grundsätzlich unverändert. Mit der
Neufassung erfolgen Anpassungen an Änderungen im deutschen
Investment- und Körperschaftsteuerrecht.
A b s a t z 1 :
Mit Absatz 1 wird in Artikel 10 Absatz 2 Buchstabe a des
Abkommens vor dem Hintergrund der in Deutschland
eingeführten Option der Besteuerung einer Personen -
handelsgesellschaft, Partnerschaftsgesellschaft oder
eingetragenen Gesellschaft bürgerlichen Rechts wie eine
Kapitalgesellschaft nach § 1a Körperschaftsteuergesetz
der Klammerzusatz „jedoch keine Personengesellschaft“
gestrichen.
A b s a t z 2 :
Absatz 2 ergänzt Artikel 10 Absatz 2 des Abkommens um
einen neuen Satz 2. Im Vergleich zur bisherigen Regelung
wird sichergestellt, dass eine Anwendung eines
geringeren Quellensteuersatzes als 15 Prozent des Bruttobetrags
der Dividende bei Dividendenzahlungen an Investment -
gesellschaften ausgeschlossen ist.
A b s a t z 3 :
Absatz 3 fasst die Definition des Begriffs „Dividenden“
nach dem Abkommen neu. Innerhalb der Definition des
Begriffs „Dividenden“ nach dem Abkommen wird ins -
besondere der Begriff „Investmentvermögen“ durch den
Begriff „Organismus für gemeinsame Anlagen“ ersetzt, da
dieser die international üblicherweise verwendete
Bezeichnung darstellt.
Zu Artikel III
A b s a t z 1 :
Absatz 1 ergänzt Artikel 14 des Abkommens (Einkünfte
aus unselbständiger Arbeit) um einen neuen Absatz 1a.
Der neue Absatz 1a fügt eine sogenannte
Bagatellregelung von 34 Arbeitstagen in das Abkommen ein, nach der
ein grenzüberschreitend Beschäftigter im Homeoffice tätig
werden kann, ohne dass es zu einer Aufteilung der
Besteuerungsrechte an den betreffenden Vergütungen
kommt. Dies trägt unter anderem den geänderten
Arbeitsformen (vor allem Arbeiten im Homeoffice) der modernen
Arbeitswelt Rechnung.
A b s a t z 2 :
Mit Absatz 2 wird Artikel 14 Absatz 2 des Abkommens
ersetzt. Der bisherige Regelungsgehalt bleibt durch die
Neufassung grundsätzlich unverändert. Mit der
Neufassung erfolgt eine Anpassung, die aufgrund der Änderung
durch Absatz 1 erforderlich ist.
Drucksache 390/25 – 16 – Bundesrat
Zu Artikel IV
Dieser Artikel ändert Artikel 18 Absatz 1 des Abkommens
(Öffentlicher Dienst). Für im öffentlichen Dienst
Beschäftigte wird eine sogenannte Bagatellregelung für die
Tätigkeit im Homeoffice in das Abkommen eingefügt, die mit
der mit Artikel III in das Abkommen eingefügten Regelung
vergleichbar ist.
Im Vergleich zum bisherigen Wortlaut wird die bisher in
Artikel 18 Absatz 1 Satz 1 und künftig in Artikel 18 Absatz 1
Buchstabe a des Abkommens enthaltene Grundregel,
wonach das Besteuerungsrecht für im öffentlichen Dienst
Beschäftigte ausschließlich demjenigen Staat zusteht, der
die Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen, die die im
öffentlichen Dienst Beschäftigten beziehen, zahlt
(nachfolgend: der Kassenstaat), um zwei Bagatellregelungen
erweitert.
Sind die Voraussetzungen von Artikel 18 Absatz 1
Buchstabe b des Abkommens (Ortskräfteklausel) erfüllt,
können die Vergütungen, die für Dienste bezogen werden, die
im Ansässigkeitsort geleistet werden, nur im
Ansässigkeitsstaat besteuert werden. Mit Artikel 18 Absatz 1
Buchstabe b Satz 2 des Abkommens wird eine sogenannte
Bagatellregelung für die Fälle eingeführt, in denen die
Ortskräfteklausel Anwendung findet. Folge dieser
sogenannten Bagatellregelung ist, dass es beim ausschließ -
lichen Besteuerungsrecht des Ansässigkeitsstaats für die
gesamten Vergütungen aus dem öffentlichen
Dienstverhältnis verbleibt und keine Aufteilung des
Besteuerungsrechts zwischen Ansässigkeitsstaat und Kassenstaat
erfolgt, wenn die im öffentlichen Dienst beschäftigte Person
an weniger als 35 Arbeitstagen im Kalenderjahr ihre
Dienste im Kassenstaat leistet. Unter Artikel 18 Absatz 1
Buchstabe b des Abkommens fallen alle sogenannten
Ortskräfte, d. h. natürliche Personen die ihre Dienste in
ihrem Ansässigkeitsstaat, der nicht der Kassenstaat ist,
leisten und Staatsangehörige des Ansässigkeitsstaats
sind oder nicht ausschließlich deshalb in diesem Staat
ansässig geworden sind, um ihre Dienste zu leisten. Dies ist
z. B. ortsansässiges Personal, das von Botschaften
beschäftigt wird. Befindet sich dieses Personal z. B. auf
einer Fortbildung im Kassenstaat oder in einem Drittstaat,
werden die Dienste nicht mehr „in diesem Staat“ (dem
Ansässigkeitsstaat) geleistet. Dies hat zur Folge, dass für
diese Tage nicht mehr Absatz 1 Buchstabe b
(ausschließliches Besteuerungsrecht des Ansässigkeitsstaats),
sondern Absatz 1 Buchstabe a (ausschließliches
Besteuerungsrecht des Kassenstaats) zur Anwendung kommt.
Nach der Ergänzung wird bei bis zu 34 Tagen der
Erbringung der Dienste außerhalb des Ansässigkeitsstaats das
Besteuerungsrecht im Ansässigkeitsstaat verbleiben. Mit
dieser Bagatellregelung ist bei einer maximal 34-tägigen
Erbringung der Dienste außerhalb des
Ansässigkeitsstaats keine Aufteilung der Vergütungen zwischen
Ansässigkeitsstaat und Kassenstaat vorzunehmen.
In Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe c des Abkommens wird
eine weitere Bagatellregelung eingeführt, die die
Anwendung der Ortskräfteklausel von vorneherein ausschließt,
so dass in diesen Fällen die Grundregel (ausschließliches
Besteuerungsrecht im Kassenstaat) Anwendung findet.
Aufgrund von Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe b des
Abkommens dürfen Vergütungen von im öffentlichen Dienst des
Kassenstaates beschäftigten Personen, die im anderen
Staat ansässig sind und Staatsangehörige dieses Staates
sind oder nicht ausschließlich dort ansässig geworden
sind, um diese Dienste zu leisten, im Ansässigkeitsstaat
besteuert werden, soweit sie den Dienst dort leisten.
Diese Regelung zielt insbesondere auf sogenannte Ortskräfte
ab. Ihrem Wortlaut gemäß umfasst die Regelung aber
auch solche Konstellationen, in denen eine Person
Dienste für eine staatliche Einrichtung des Kassenstaates
leistet, die auf dem Staatsgebiet des Kassenstaates belegen
ist (z. B. eine Universität), die betreffende Person aber im
anderen Staat ansässig ist und die Dienste auch dort
(z. B. im Homeoffice) leistet. In diesem Fall besteht ein
geteiltes Besteuerungsrecht des Kassen- und des
Ansässigkeitsstaates. Es hat daher eine Aufteilung der
Vergütungen zu erfolgen. Durch Einfügung des neuen Absatzes 1
Buchstabe c in das Abkommen wird ermöglicht, dass die
Dienste auch im Homeoffice (am Hauptwohnsitz im
anderen Staat) geleistet werden können und dennoch das
Besteuerungsrecht an den Vergütungen im Kassenstaat
verbleibt. Eine Aufteilung des Besteuerungsrechts wird
dadurch in den betreffenden Fällen vermieden.
Zu Artikel V
Mit diesem Artikel werden Anpassungen des Artikels 22
des Abkommens (Vermeidung der Doppelbesteuerung)
vorgenommen, die aufgrund von Änderungen im
deutschen Körperschaftsteuerrecht sowie der Änderungen
durch Artikel III dieses Änderungsprotokolls erforderlich
sind.
A b s a t z 1 :
Mit Absatz 1 wird Artikel 22 Absatz 1 Buchstabe a des
Abkommens ersetzt. Der bisherige Regelungsgehalt bleibt
durch die Neufassung grundsätzlich unverändert. Mit der
Neufassung erfolgt eine Anpassung an Änderungen im
deutschen Körperschaftsteuerrecht.
Vor dem Hintergrund der in Deutschland eingeführten
Option der Besteuerung einer Personenhandelsgesellschaft,
Partnerschaftsgesellschaft oder eingetragenen
Gesellschaft bürgerlichen Rechts wie eine Kapitalgesellschaft
nach § 1a Körperschaftsteuergesetz wird der Klammer -
zusatz „jedoch nicht an eine Personengesellschaft“ ge -
strichen.
A b s a t z 2 :
Mit Absatz 2 wird Artikel 22 Absatz 2 Buchstabe b des
Abkommens ersetzt. Der bisherige Regelungsgehalt bleibt
durch die Neufassung grundsätzlich unverändert. Mit der
Neufassung erfolgt eine Anpassung, die aufgrund der
Änderung durch Artikel III Absatz 1 dieses Änderungs -
protokolls erforderlich ist. Darüber hinaus wird eine
redaktionelle Änderung vorgenommen.
Zu Artikel VI
Dieser Artikel ändert das Protokoll zum Abkommen.
A b s a t z 1 ersetzt Nummer I Absatz 2 des Protokolls. Die
Neufassung dieser Protokollnummer enthält eine
Ergänzung zu steuerlich transparenten Rechtsträgern im Sinne
des OECD-Musterkommentars zu Artikel 1 Nummer 28,
um ungewöhnliche Fälle von Qualifikationskonflikten
aufgrund der in Artikel 3 Buchstabe m des Abkommens
enthaltenen breiten Definition des Begriffs „Organismus für
gemeinsame Anlagen“, die mit Artikel I dieses
Änderungsprotokolls hinzugefügt wurde, zu vermeiden.
Bundesrat – 17 – Drucksache 390/25
Mit A b s a t z 2 wird Nummer I des Protokolls ergänzt um
einen neuen Absatz 3, mit dem klargestellt wird, dass der
Begriff „Einkünfte“ auch „Teile von Einkünften“ umfasst.
Die Klarstellung erfolgt vor dem Hintergrund, dass sich
diese Auslegung nicht aus dem Abkommenstext selbst
ergibt, aber für die Anwendung des Artikels 22 Absatz 1
Buchstabe a des Abkommens erforderlich ist.
Mit A b s a t z 3 wird Nummer II des Protokolls ersetzt. Die
Nummer II des Protokolls gilt nunmehr sowohl für Artikel 4
als auch für Artikel 10 des Abkommens. Der bisherige
Wortlaut wird zu Absatz 1 der Nummer II des Protokolls.
In einem neuen Absatz 2 der Nummer II des Protokolls
werden Klarstellungen zur Ansässigkeit eines deutschen
„Organismus für gemeinsame Anlagen“ und eines
Pensionsfonds aufgenommen, da der bisherige Wortlaut dieser
Nummer des Protokolls nur auf niederländische
„Organismen für gemeinsame Anlagen“ angewendet werden kann,
nicht jedoch auf steuerbefreite deutsche „Organismen für
gemeinsame Anlagen“.
Mit A b s a t z 4 wird nach Nummer XI des Protokolls eine
neue Nummer XII eingefügt. In der neuen Nummer XII
des Protokolls werden Klarstellungen in Bezug auf die
Ausübung der Tätigkeit von Beschäftigten nach Artikel 14
des Abkommens aufgenommen:
• Absatz 1 der neuen Nummer XII des Protokolls
definiert die zeitliche Komponente der sogenannten
Bagatellregelung. Damit nicht jede auch nur ganz kurze
Tätigkeit als ein Arbeitstag im Sinne der sogenannten
Bagatellregelung zählt, wird geregelt, dass die Arbeit
nur dann als an einem Arbeitstag in einem Staat oder
Gebiet ausgeübt gilt, wenn die Person an dem
jeweiligen Tag für mindestens 30 Minuten in diesem Staat
oder Gebiet ihre Tätigkeit ausübt. In Absatz 2 der
neuen Nummer XII des Protokolls wird geregelt, dass
Arbeitstage im Sinne dieser Vorschrift Tage sind, an
denen der Arbeitnehmer seine Tätigkeit tatsächlich
ausübt und für die er Vergütungen erhält, und dass
eine Tätigkeit auch durch vergüteten
Bereitschaftsdienst ausgeübt wird. Allerdings wird klargestellt, dass
Zeiten im Bereitschaftsdienst dann von der
sogenannten Bagatellregelung ausgenommen werden, wenn
erst nach einem Anruf angefangen wird, tatsächlich im
Tätigkeitsstaat zu arbeiten.
• In Absatz 3 der neuen Nummer XII des Protokolls wird
vor dem Hintergrund, dass jeweils unterschiedliche
Auffassungen zum Besteuerungsrecht in Fällen einer
Lohnfortzahlung ohne tatsächliche Arbeitsleistung
bestehen, eine allgemeine Erläuterung zur Auslegung
des Artikels 14 des Abkommens aufgenommen.
Danach soll für den Fall einer Kündigung oder
vorgeschriebenen Quarantäne davon auszugehen sein,
dass entsprechende Lohnfortzahlungen in dem Staat
besteuert werden, in dem die Tätigkeit ausgeübt
worden wäre, wenn die Kündigung oder Quarantäne nicht
eingetreten wäre.
Die A b s ä t z e 5 b i s 7 enthalten Umstellungen, mit
denen keine inhaltlichen Änderungen verbunden sind.
Mit A b s a t z 8 wird nach Nummer XV des Protokolls eine
neue Nummer XVI eingefügt, mit der Klarstellungen in
Bezug auf die sogenannte Bagatellregelung bei einer
Tätigkeit im Homeoffice von Beschäftigten des öffentlichen
Dienstes nach Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe b und c des
Abkommens aufgenommen werden, die der – ebenfalls
neuen – Nummer XII des Protokolls entsprechen. Dies gilt
auch für die Anwendung im Fall eines Bereitschafts -
dienstes, da auch der öffentliche Dienst vom Thema
Bereitschaftsdienst erfasst sein kann (z. B. Tätigkeiten in
einem Militärkrankenhaus).
Die A b s ä t z e 9 b i s 1 3 enthalten Umstellungen, mit
denen keine inhaltlichen Änderungen verbunden sind.
Mit A b s a t z 1 4 wird die neue Nummer XXI des
Protokolls dahingehend gefasst, dass der bisherige Absatz 1
aufgehoben wird, da die enthaltenen
Verfahrenserleichterungen zur Beantragung von Quellensteuererstattungen
nicht mehr benötigt werden. Der bisherige Absatz 2 wird
als neue Nummer XXI des Protokolls unverändert bei -
behalten.
Zu Artikel VII
Dieser Artikel regelt in A b s a t z 1 die Ratifikation und in
A b s a t z 2 das Inkrafttreten sowie die zeitliche
Anwendung dieses Änderungsprotokolls. Hiernach tritt dieses
Änderungsprotokoll am letzten Tag des Monats in Kraft,
der auf den Monat des Austauschs der
Ratifikationsurkunden folgt, und ist ab dem 1. Januar des Jahres
anzuwenden, das auf das Jahr des Inkrafttretens folgt.]
Relationen
- authored ← Bundesregierung
- part_of_vorgang → Gesetz zu dem Protokoll vom 14. April 2025 zur Änderung des Abkommens vom 12. April 2012 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Kön (Gesetzentwurf)