Illegale Cannabiseinfuhr aus den USA über Post- und Paketsendungen nach Deutschland
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Illegale Cannabiseinfuhr aus den USA über Post- und Paketsendungen nach Deutschland
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4715
21. Wahlperiode 17.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Sascha Lensing, Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Christopher Drößler, Jochen Haug, Martin Hess, Steffen Janich, Markus
Matzerath, Arne Raue, Dr. Christian Wirth und der Fraktion der AfD
Illegale Cannabiseinfuhr aus den USA über Post- und Paketsendungen nach
Deutschland
Medien berichten über einen deutlichen Anstieg der illegalen Einfuhr von
Cannabis aus Nordamerika nach Europa, insbesondere über Post- und
Paketsendungen aus den Vereinigten Staaten von Amerika. (www.bild.de/politik/inland/prei
sverfall-bei-cannabis-usa-fluten-deutschland-mitdrogen-69772f16707d4aa2075
8172e).
Hervorgehoben werden dabei wiederholt Sicherstellungen an internationalen
Post- und Luftfrachtumschlagplätzen, unter anderem am Flughafen Köln/Bonn
(ebd.), wo in den vergangenen Jahren erhebliche Mengen an Cannabis in aus
den USA versandten Paketen aufgegriffen worden sein sollen. Auch die
Zollverwaltung informiert regelmäßig über Aufgriffe von Cannabisprodukten in
Postsendungen mit Herkunft USA (z. B. hier www.zoll.de/SharedDocs/Downlo
ads/DE/Publikation/Broschuere_Bestandteile/Zoll-aktuell/2024/2024_3_6.pdf
?__blob=publicationFile&v=2, S. 14, „Markt versorgt“).
Vor diesem Hintergrund besteht nach Auffassung der Fragesteller ein
erhebliches öffentliches Interesse an einer belastbaren Lageeinschätzung der
Bundesregierung zu Umfang, Struktur und Bekämpfung dieser Form der illegalen
Einfuhr von Betäubungsmitteln über den internationalen Postverkehr.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur Entwicklung der
illegalen Cannabiseinfuhr aus den USA über Post- und Paketsendungen in
den Jahren 2022, 2023, 2024 und – soweit vorliegend – 2025 vor (bitte
jeweils Anzahl der Aufgriffe, Gesamtmenge in Kilogramm sowie
geschätzten Straßenverkaufswert angeben)?
2. Über welche Einfuhrorte und Logistikknoten (z. B. internationale
Postzentren, Luftfracht- und Postumschlagplätze) werden Post- und
Paketsendungen aus den USA nach Erkenntnissen der Bundesregierung
überwiegend nach Deutschland eingeführt (bitte nach Standorten und – soweit
möglich – nach Anteilen an den Gesamtaufgriffen aufschlüsseln)?
3. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung speziell zu
Sicherstellungen von Cannabis in Post- und Paketsendungen aus den USA am
Standort Köln/Bonn vor, und wie bewertet sie die dort berichteten
Mengen im bundesweiten Vergleich?
4. Welche Versandarten (Briefpost, Päckchen, Pakete; postalischer Versand
vs. Kurier- und Expressdienste) sind nach Erkenntnissen der
Bundesregierung bei illegalen Cannabislieferungen aus den USA besonders häufig
betroffen (bitte, soweit möglich, jahresweise prozentual aufschlüsseln)?
5. Welche Produktformen (z. B. Cannabisblüten, Haschisch, Konzentrate,
Edibles) werden in Post- und Paketsendungen aus den USA nach
Deutschland überwiegend festgestellt, und wie haben sich deren Anteile in den
vergangenen Jahren entwickelt?
6. Welche Verschleierungs- und Tarnmethoden (z. B. Vakuumverpackung,
Geruchsüberdeckung, falsche Warenbezeichnungen,
Geschenkdeklarationen, Mehrfachverpackungen) werden nach Kenntnis der Bundesregierung
bei Sendungen aus den USA besonders häufig eingesetzt?
7. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung darüber vor, ob die aus
den USA versandten illegalen Cannabislieferungen überwiegend
a) an Einzelempfänger
b) an Stroh- bzw. Scheinadressen oder
c) an organisierte Empfängernetzwerke adressiert sind
(bitte ausführen und, soweit möglich, quantitativ belegen)?
8. In wie vielen Fällen wurden in den Jahren 2022 bis 2025 im
Zusammenhang mit Cannabis-Postsendungen aus den USA kontrollierte
Zustellungen durchgeführt, und zu welchen Ergebnissen führten diese (z. B.
Identifizierung von Hintermännern, Einleitung von Ermittlungsverfahren,
Verurteilungen)?
9. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung vor, ob diese Post- und
Paketsendungen aus den USA in Zusammenhang mit Onlinemarktplätzen
oder Darknet-Strukturen stehen, und wie bewertet sie die Bedeutung
dieses Vertriebsweges?
10. Welche Bundesbehörden (insbesondere Zollverwaltung,
Zollfahndungsdienst, Bundeskriminalamt) sind federführend für die Bekämpfung der
illegalen Cannabiseinfuhr über Postsendungen aus den USA zuständig, und
wie ist die Zusammenarbeit organisiert?
11. Über welche technischen und personellen Kapazitäten (z. B. Röntgen- und
CT (Computertomografie)-Anlagen, Spürhunde, Risikoanalyse-IT,
Fachpersonal) verfügen die maßgeblichen Post- und Frachtumschlagplätze zur
Erkennung solcher Sendungen, und wurden diese Kapazitäten seit 2022
ausgebaut?
12. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung dazu vor, dass Täter ihre
Versandwege aus den USA an verstärkte Kontrollen anpassen, etwa durch
Umleitung über andere EU-Staaten mit anschließender Weiterleitung nach
Deutschland?
13. Welche Formen der Zusammenarbeit mit US-Behörden (z. B. Zoll,
Postinspektionsdienste, Drogenfahndung) bestehen zur Bekämpfung der
illegalen Versendung von Cannabis nach Deutschland, und welche konkreten
Maßnahmen werden hierbei umgesetzt?
14. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu den
Herkunftsregionen innerhalb der USA vor, aus denen die sichergestellten Cannabis-
Postsendungen stammen, und werden diese Erkenntnisse in der
Risikoanalyse berücksichtigt?
15. Wie bewertet die Bundesregierung die wiederholten Aufgriffe von
Cannabis in Post- und Paketsendungen aus den USA für die innere Sicherheit,
insbesondere im Hinblick auf Organisierte Kriminalität und den
Jugendschutz?
16. Welche rechtlichen Instrumente auf nationaler und europäischer Ebene
werden derzeit zur Bekämpfung dieser Einfuhrform genutzt, und sieht die
Bundesregierung hierbei Vollzugs- oder Regelungsdefizite?
17. Plant die Bundesregierung zusätzliche Schwerpunktmaßnahmen zur
Eindämmung der illegalen Cannabiseinfuhr aus den USA über den
Postverkehr (z. B. Intensivierung von Kontrollen, Ausbau der Risikoanalyse,
Verstärkung der Zollfahndung), wenn ja, welche, und bis wann, und wenn
nein, warum nicht?
18. Welche messbaren Ziele (z. B. Steigerung der Aufgriffquote,
Zerschlagung von Versandnetzwerken) verfolgt die Bundesregierung bei der
Bekämpfung der illegalen Cannabiseinfuhr aus den USA über Post- und
Paketsendungen?
Berlin, den 16. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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