Robotikstandort Deutschland - Marktposition, Mittelstandsdiffusion, Förderwirkung und Schutz kritischer Technologien
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Robotikstandort Deutschland - Marktposition, Mittelstandsdiffusion, Förderwirkung und Schutz kritischer Technologien
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4665
21. Wahlperiode 13.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Raimond Scheirich, Dr. Malte Kaufmann, Marc Bernhard,
Bernd Schattner, Adam Balten, Andreas Mayer, Christian Reck, Tobias
Ebenberger, Edgar Naujok und der Fraktion der AfD
Robotikstandort Deutschland – Marktposition, Mittelstanddiffusion,
Förderwirkung und Schutz kritischer Technologien
Robotik und Automatisierung sind zentrale Hebel für Produktivität und
Wettbewerbsfähigkeit industrieller Wertschöpfung in Deutschland und werden von
einschlägigen Branchen- und Strategiedokumenten ausdrücklich als
Schlüsseltechnologie eingeordnet (www.vdma.eu/documents/34570/0/VDMA_RuA_Str
ategiepapier.pdf/0dc23efb-d29c-3e2d-e9c9-b2bd96798298?filename=VDMA_
RuA_Strategiepapier.pdf).
Zugleich werden Robotik und Automation in diesem Kontext auch als Beitrag
zur Resilienz industrieller Produktions- und Wertschöpfungsstrukturen
diskutiert, insbesondere vor dem Hintergrund digitaler und geopolitischer Risiken
sowie der Notwendigkeit robuster Produktionssysteme (www.vdma.eu/de/view
er/-/v2article/render/161606434).
Der internationale Wettbewerb um Robotik und Automation hat sich deutlich
verschärft; Staaten verfolgen industriepolitische Strategien, um Robotik-
Champions aufzubauen und Skaleneffekte zu erzielen (www.vdma.eu/documen
ts/34570/0/VDMA_RuA_Strategiepapier.pdf/0dc23efb-d29c-3e2d-e9c9-b2bd9
6798298?filename=VDMA_RuA_Strategiepapier.pdf).
Die internationale Dynamik spiegelt sich u. a. in der Entwicklung der Robotik-
Verbreitung (z. B. Roboterdichte im verarbeitenden Gewerbe) wider, die
international regelmäßig verglichen und berichtet wird (https://ifr.org/ifr-press-relea
ses/news/global-robot-density-in-factories-doubled-in-seven-years).
Vor diesem Hintergrund ist in den Augen der Fragesteller eine belastbare
Bestandsaufnahme erforderlich, wie sich Robotik in Deutschland entwickelt,
welche Hemmnisse insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
bestehen und wie wirksam bestehende Förder- und Transferinstrumente des
Bundes sind. Die Bundesregierung verfolgt hierzu ausdrücklich das Ziel,
Innovationen – insbesondere KI-basierte Robotik – schneller in die Anwendung zu
bringen und Transferstrukturen zu stärken (www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Pu
blikationen/DE/5/846858_Aktionsplan_Robotikforschung.pdf?__blob=publicat
ionFile&v=7&utm).
Zudem berührt Robotik als Schlüsseltechnologie Fragen des Schutzes kritischer
Technologien und der Investitionsprüfung nach dem Außenwirtschaftsrecht; die
Bundesregierung hat die Investitionsprüfung in den letzten Jahren u. a. im
Hinblick auf kritische Technologien und den EU-Rahmen weiterentwickelt und
evaluiert (www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Evaluationen/
Gesetze-Verordnungen/202309-evaluierung-erstes-gesetz-aenderung-aussenwir
tschaftsgesetz-und-15-17-vo-aenderung-aussenwirtschaftsvo.pdf?__blob=publi
cationFile&v=4&utm).
In diesem Kontext wurden Melde- und Prüftatbestände auch für
Technologiefelder wie Robotik im Rahmen der Investitionskontrolle ausgeweitet (www.bun
deswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/FAQ/Aussenwirtschaftsrecht/faq-a
ussenwirtschaftsrecht.html?utm).
Die Bundesregierung wird daher um Auskunft über Daten, Programme,
messbare Ergebnisse sowie die konkrete Anwendung der Investitionsprüfung im
Bereich Robotik bzw. Automatisierung gebeten.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur Zahl der in
Deutschland in den Jahren 2016 bis 2025 jeweils neu installierten Industrieroboter
vor (bitte nach Jahren ausweisen und – soweit der Bundesregierung
vorliegende Daten dies erlauben – nach Branchen bzw. Industriezweigen
aufschlüsseln; bitte Quellen benennen)?
2. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur Roboterdichte
(Industrieroboter pro 10 000 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe) für
Deutschland für die Jahre 2016 bis 2025 vor, und welche Vergleichsdaten
nutzt sie für die EU, die USA, Japan, Südkorea und China (bitte
tabellarisch darstellen, soweit Daten vorliegen; bitte Quellen benennen)?
3. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus der in den
Fragen 1 und 2 erfragten Entwicklung für ihre Industrie-, Innovations- und
Standortpolitik und internationale Wettbewerbsfähigkeit (bitte konkrete
Maßnahmen, Zuständigkeiten und Zeithorizonte benennen)?
4. Auf welche zentralen Indikatoren, Studien oder Berichte stützt sich die
Bundesregierung bei der Einschätzung des Beitrags von Robotik und
Automatisierung zur Produktivitätsentwicklung in Deutschland, und wie
werden diese Indikatoren in der politischen Steuerung genutzt (bitte Quellen
und zuständige Ressorts benennen)?
5. Welche Hemmnisse für Einführung und Skalierung von Robotik in KMU
bewertet die Bundesregierung als vorrangig (bitte priorisieren und kurz
begründen, z. B. Investitions- und Integrationskosten, fehlende
Integrationsdienstleister, Software- bzw. Schnittstellenprobleme, IT- bzw. OT
(Operational Technology)-Sicherheit, regulatorische Anforderungen,
Fachkräfte und Finanzierung)?
6. Welche Maßnahmen und Programme des Bundes zielen ausdrücklich
darauf ab, den Robotikeinsatz in KMU zu erhöhen (bitte Programme
benennen und jeweils Zielgruppe, Förderkonditionen, Laufzeit, zuständiges
Ressort sowie jährliche Mittelansätze 2021 bis 2026 darstellen)?
7. Wie viele Anträge wurden in den in Frage 6 erfragten Programmen seit
2021 jeweils jährlich gestellt und wie viele bewilligt (bitte je Programm
und Jahr ausweisen)?
8. Welches Bewilligungs- und Auszahlungsvolumen (Zusage bzw. Abfluss)
wurde in den in Frage 6 erfragten Programmen seit 2021 jeweils jährlich
erreicht (bitte je Programm und Jahr ausweisen)?
9. Welche Evaluierungen, Wirkungsanalysen oder Erfolgskontrollen liegen
der Bundesregierung zu den in Frage 6 erfragten Programmen vor, und
welche messbaren Ergebnisse (z. B. zusätzliche Investitionen,
Produktivitäts- bzw. Qualitätseffekte, Diffusionseffekte, Projekterfolg,
Abbruchquoten) wurden festgestellt (bitte je Programm benennen und
Kernergebnisse zusammenfassen)?
10. Welche konkreten administrativen oder inhaltlichen Änderungen hat die
Bundesregierung seit 2021 an den in Frage 6 erfragten Programmen
vorgenommen, um Antragstellung, Bewilligung und Umsetzung zu
beschleunigen und Bürokratiekosten insbesondere für KMU zu senken (bitte je
Programm darstellen), und sieht die Bundesregierung weiteren
Steuerungsbedarf?
11. Welche Schwerpunkte setzt die Bundesregierung in der Förderung von
Forschung und Entwicklung im Bereich Robotik in den Jahren 2021 bis
2026 (bitte nach Ressorts und Programmlinien darstellen), und welche
Haushaltsmittel bzw. Fördervolumina sind diesen Schwerpunkten jeweils
zugeordnet (bitte jährliche Ansätze bzw. Fördersummen ausweisen)?
12. Welche vom Bund geförderten Transferstrukturen, Testfelder, Reallabore
oder Innovationszentren mit Robotik- bzw. Automationsbezug bestehen
derzeit (bitte benennen sowie Standort, Träger, zuständiges Ressort,
Fördervolumen und Laufzeit angeben)?
13. Welche Output- und Outcome-Kennzahlen nutzt die Bundesregierung zur
Steuerung und Erfolgsmessung der in Frage 12 erfragten Strukturen (z. B.
Anzahl Transferprojekte, Pilotanwendungen, Industriepartnerschaften,
Ausgründungen, Patente, erreichte KMU), und welche Werte wurden seit
2021 jeweils jährlich erreicht (bitte je Struktur oder – sofern zu
umfangreich – je Programmaggregat ausweisen)?
14. Welche Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung zur Förderung von
Interoperabilität, Normung und Standardisierung in der Robotik
(insbesondere Schnittstellen bzw. Software-Kompatibilität), und welche
konkreten Projekte, Konsortien oder Gremien werden hierfür seit 2021 mit
Bundesmitteln unterstützt (bitte jeweils Fördervolumen und Laufzeit nennen)?
15. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu Abhängigkeiten
Deutschlands in robotikrelevanten Schlüsselkomponenten (z. B. Sensorik,
Steuerungen, Antriebe, Leistungselektronik, Chips, sicherheitskritische
Software) vor?
a) Welche konkreten Maßnahmen des Bundes werden ergriffen, um
solche Abhängigkeiten zu reduzieren (bitte Maßnahmen, Budget,
Zuständigkeit und Zeitplan darstellen)?
b) Welche Länder sieht die Bundesregierung als prioritäre
Handelspartner oder Bezugsmärkte für Schlüsselkomponenten?
16. Welche Engpassprofile sieht die Bundesregierung im Robotik-Ökosystem
(z. B. Mechatronik, SPS (speicherprogrammierbare Steuerungen) bzw.
Steuerungstechnik, KI bzw. Computer Vision, Systemintegration, OT-
Security), und auf welcher Datengrundlage bzw. Methodik beruht diese
Einschätzung (bitte Datenquellen benennen)?
17. Welche Programme des Bundes zur Qualifizierung und Weiterbildung im
Kontext Robotik bzw. Automatisierung bestehen ggf. (bitte Programme
nennen und jeweils Budget, Teilnehmerzahlen, Zielgruppen, regionale
Verteilung sowie Erfolgskennzahlen seit 2021 darstellen)?
18. Welche zusätzlichen Maßnahmen plant die Bundesregierung in der
laufenden Legislatur, um insbesondere KMU beim Aufbau robotikbezogener
Kompetenzen (Planung, Beschaffung, Integration, Betrieb, Wartung, IT-
bzw. OT-Sicherheit) zu unterstützen (bitte konkrete Maßnahmen mit
Zeitplan nennen)?
19. Nach welchen Kriterien stuft die Bundesregierung Technologien bzw.
Teilsektoren der Robotik und Automatisierung im Rahmen der
Investitionsprüfung nach Außenwirtschaftsgesetz und
Außenwirtschaftsverordnung als besonders sicherheitsrelevant bzw. „kritisch“ ein, und welche
robotikbezogenen Technologiesegmente werden dabei konkret erfasst (bitte
Kriterien und Segmente benennen, soweit möglich ohne Preisgabe
schutzbedürftiger Details)?
20. Wie viele Investitionsprüfverfahren mit Bezug zu Robotik bzw.
Automatisierung wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2016
bis 2025 jeweils durchgeführt (bitte nach Jahren ausweisen und – soweit
möglich – nach Art der Prüfung, z. B. sektorübergreifend bzw.
sektorspezifisch, aufschlüsseln)?
21. In wie vielen der in Frage 20 erfragten Verfahren wurden Auflagen bzw.
öffentlich-rechtliche Verträge vereinbart, und in wie vielen Fällen kam es
zu Untersagungen oder Rücknahmen (bitte je Jahr aggregiert ausweisen)?
22. Welche Arten von Auflagen werden nach Kenntnis der Bundesregierung
in robotikbezogenen Verfahren typischerweise genutzt (z. B.
Informationsschutz, Governance-Auflagen, Treuhand- bzw.
Sicherheitsvereinbarungen, Standort- bzw. F&E (Forschung und Entwicklung)-Zusagen), und
wie bewertet die Bundesregierung deren Wirksamkeit (bitte anhand der
von ihr verwendeten Kriterien bzw. Erfahrungswerte erläutern)?
23. Welche personellen und organisatorischen Ressourcen (Planstellen bzw.
Vollzeitäquivalente) stehen im zuständigen Ressort für
Investitionsprüfungen mit Bezug zu kritischen Technologien zur Verfügung, und wie haben
sich diese Ressourcen seit 2016 entwickelt (bitte nach Jahren ausweisen)?
24. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu den in den Jahren
2016 bis 2025 der Investitionsprüfung nach dem Außenwirtschaftsrecht
unterfallenden Erwerbsvorgängen im Bereich Robotik bzw.
Automatisierung durch Investoren mit Sitz außerhalb der EU bzw. Europäischen
Freihandelsassoziation (EFTA) vor (bitte je Jahr aggregiert ausweisen und –
soweit möglich – nach Herkunftsregionen der Investoren, z. B.
Nordamerika, Ostasien, sonstige Regionen, aufschlüsseln)?
25. In wie vielen der in Frage 24 erfragten Fälle handelte es sich nach
Kenntnis der Bundesregierung um Erwerbe, die aus Sicht der Bundesregierung
„kritische Technologien“ im Sinne ihrer Prüfpraxis berührten, und wie
verteilten sich diese Fälle je Jahr auf die Ergebnisse Freigabe ohne
Auflagen bzw. Freigabe mit Auflagen bzw. Untersagung bzw. Rücknahme (bitte
aggregiert ausweisen)?
26. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit 2016 ggf. ergriffen, um
Transparenz über Erwerbsvorgänge in kritischen Technologiefeldern –
insbesondere Robotik bzw. Automatisierung – sicherzustellen (z. B.
Meldepflichten, Erweiterung Tatbestände bzw. Schwellen,
Verfahrensbeschleunigung), und welche weiteren Änderungen prüft sie aktuell (bitte
jeweils kurz begründen)?
Berlin, den 11. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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