Bundesmittel an transatlantische Vereine, Think-Tanks und vergleichbare Organisationen in den letzten zehn Jahren
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Bundesmittel an transatlantische Vereine, Think-Tanks und vergleichbare Organisationen in den letzten zehn Jahren
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2066
21. Wahlperiode 08.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt, Udo Theodor Hemmelgarn, Uwe Schulz,
Heinrich Koch, Stefan Keuter und der Fraktion der AfD
Bundesmittel an transatlantische Vereine, Think-Tanks und vergleichbare
Organisationen in den letzten zehn Jahren
Transatlantische Vereine und außenpolitische Think-Tanks – etwa die
„Atlantik‑Brücke e. V.“ und das „Aspen Institute Deutschland e. V.“ – sind in
Deutschland einflussreiche Akteure politischer Vernetzung und
Meinungsbildung. Sie bringen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und
Zivilgesellschaft zusammen und prägen so außen-, sicherheits-, wirtschafts-
und gesellschaftspolitische Debatten. Teile dieser Organisationen werden –
neben privaten Zuwendungen – aus öffentlichen Mitteln unterstützt, u. a. durch
institutionelle Förderung, projektbezogene Zuwendungen, Auftragsvergaben
sowie durch Sach- und Dienstleistungen (vgl. beispielhaft für einzelne der
genannten Unterstützungsformen www.lobbyregister.bundestag.de/media/31/d7/3
35444/ATL_JB-2324_SCREEN_DS.pdf) sowie den Jahresbericht 2022/2023
(abrufbar: www.atlantik-bruecke.org/wp-content/uploads/ATL_Jahresbericht-2
2-23_DS.pdf).
Vor diesem Hintergrund ist es nach Auffassung der Fragesteller für eine
wirksame parlamentarische Kontrolle erforderlich, Art, Umfang, Zweck und
Ergebnisse der gewährten Bundesmittel transparent, nachvollziehbar und jahresgenau
darzustellen. Dies umfasst auch mittelbare Unterstützungsformen (z. B.
Sponsoring, Anzeigen, Sach- und Dienstleistungen, Reisekostenübernahmen,
Raumnutzungen, Personalgestellungen) sowie Auftragsvergaben und institutionelle
Förderungen (einschließlich Personalliste Z). Ziel der Kleinen Anfrage ist eine
vollständige, maschinenlesbare Aufstellung der Mittelzuflüsse der letzten zehn
Haushaltsjahre (Haushaltsjahre von 2016 bis einschließlich 2025), differenziert
nach Ressorts bzw. Einzelplänen, Förderinstrumenten, Rechtsgrundlagen,
Empfängern, Zweckbindung, Bewilligungs- bzw. Vertragsdaten, Laufzeiten und
Evaluationsnachweisen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Bundesmittel (institutionelle Förderung, projektbezogene
Zuwendungen, Zuschüsse, Sponsoring, Auftragsvergaben,
Reisekostenübernahmen, Sachleistungen) erhielten transatlantische Vereine, Think-Tanks und
vergleichbare Organisationen in den letzten zehn Haushaltsjahren (bitte
Empfänger, Ressort bzw. Behörde, Förderinstrument, Rechtsgrundlage,
Zweck, Höhe, Bewilligungsdatum und Laufzeit darstellen)?
2. Nach welchen Kriterien, Prüfverfahren und Regularien wurden diese
Mittel vergeben (bitte Verfahren, Bewertungsmaßstäbe und Vorgaben zur
Vermeidung von Interessenkonflikten darstellen)?
3. Gab es Rückforderungen, Sperrungen, Auflagen oder Beanstandungen
gegenüber den genannten Organisationen im erfragten Zeitraum (wenn ja,
bitte Vorgang, Datum und Begründung angeben)?
4. Welche Aufträge für Studien, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit oder
Beratungsleistungen erhielten die in Frage 1 genannten Organisationen
(bitte getrennt nach Auftraggeber, Gegenstand, Vergabeart,
Auftragssumme und Laufzeit darstellen)?
5. Welche Evaluations- oder Erfolgskontrollen wurden durchgeführt, und
welche Ergebnisse liegen für den erfragten Zeitraum vor (bitte
differenziert darstellen)?
6. Sind Fälle bekannt, in denen Mittel der politischen Einflussnahme im
Sinne von Agendasetting oder Meinungsbildung dienten (wenn ja, bitte
Beispiele, Zielsetzung und Begründung nennen)?
7. Welche Mittel (einschließlich Sponsoring, Anzeigen, Ticket- und
Teilnahmegebühren, Reisekosten, Räume oder Personalgestellungen) wurden für
Veranstaltungen der genannten Organisationen aufgewendet (bitte nach
Ressort, Anlass und Jahr aufschlüsseln)?
8. Welche EU- oder Landesmittel flossen nach Kenntnis der
Bundesregierung im Zusammenhang mit den in Frage 1 genannten Organisationen,
soweit sie Bundes-Kofinanzierungen einschließen (bitte Höhe, Zweck und
Bundesanteil angeben)?
9. Plant die Bundesregierung, die Förderung der genannten Organisationen
künftig fortzuführen, auszuweiten oder einzustellen (wenn ja, bitte
geplante Titel, Ansätze und Zielsetzungen darstellen)?
10. In welcher Höhe haben Bundesministerien, nachgeordnete Behörden oder
oberste Bundesorgane in den Jahren von 2016 bis 2025 Mitgliedsbeiträge,
Sponsoring-Pakete, Tisch- bzw. Ticketkontingente oder
Anzeigenschaltungen bei den in Frage 1 genannten Organisationen finanziert (bitte nach
Jahr, Ressort, Vorgangsart und Betrag tabellarisch aufführen)?
11. In welchen Gremien (Vorstände, Kuratorien, Beiräte, Advisory Boards
u. Ä.) der in Frage 1 genannten Organisationen sind bzw. waren
Angehörige des Bundes (Regierungsmitglieder, politische Beamte, Beamtinnen
bzw. Beamte) tätig (bitte Funktion, Amts- bzw. Dienststelle,
Genehmigungsgrundlage [Nebentätigkeit bzw. Dienstrecht] und ggf. Vergütung
bzw. Zuwendungen angeben)?
12. Wurden Reisekosten, Tagegelder oder Übernachtungskosten für
Angehörige des Bundes im Zusammenhang mit Veranstaltungen bzw.
Programmen der in Frage 1 genannten Organisationen (inklusive
Auslandsformate) aus Bundesmitteln getragen oder erstattet (wenn ja, bitte nach Ressort,
Anlass, Jahr und Höhe differenzieren und die Rechtsgrundlagen
benennen)?
13. In wie vielen Fällen wurde im Rahmen der Zuwendungsprüfung vom
Subsidiaritätsgrundsatz (§ 23 der Bundeshaushaltsordnung [BHO] bzw.
Verwaltungsvorschrift [VV]) abgewichen oder eine besondere
Bundesinteressenlage geltend gemacht (bitte die jeweilige Begründung, den
Entscheidungsträger und die Dokumentationsform nennen)?
14. In welchem Umfang wurden im Bewilligungs- bzw. Vertragsvollzug
Prüfungen zur Mittelherkunft und bzw. oder Mittelverwendung der
Empfänger (inklusive Drittmittel, ausländische staatliche Stellen oder staatlich
finanzierte Stiftungen) durchgeführt (bitte Verfahren, also Sanktions-,
Geldwäsche-, Compliance-Prüfungen, Prüffrequenz, Ergebnisse und
etwaige Ausschlussgründe darstellen)?
15. Wie verteilen sich für die in Frage 4 genannten Aufträge die Vergaben
nach Wertklassen (unter oder über EU-Schwellenwerten), Vergabearten
und Laufzeiten, und wie viele Direktvergaben wurden jeweils begründet
(bitte die einschlägigen Begründungen und Dokumentationshinweise, also
Vergabevermerke, angeben)?
16. Welche Output-, Outcome-Indikatoren und Meilensteine wurden in
Zuwendungs- bzw. Leistungsvereinbarungen verbindlich festgelegt (z. B.
Zielgruppenreichweiten, Policy-Outputs, Publikationen,
Veranstaltungsbzw. Teilnahmezahlen, Kooperationsformate), und in welchem Umfang
wurden sie erreicht (bitte je Vorhaben berichten)?
17. Welche Bundesstellen haben in den Jahren von 2016 bis 2025 in
Publikationen, Veranstaltungen, Social-Media-Formaten oder Websites der in
Frage 1 genannten Organisationen mitgewirkt (Beiträge, Reden, Logos,
Co-Branding), und welche geldwerten Gegenleistungen standen dem
gegenüber?
18. In welchen Fällen wurden institutionelle Förderungen über die
Personalliste Z im Haushaltsplan ausgebracht (bitte Empfänger, Jahr, Titel, Anzahl
bzw. Umfang der Planstellen sowie Begründungen für die institutionelle
Förderung angeben)?
19. Welche Prüfungen bzw. Bemerkungen des Bundesrechnungshofes (BRH)
oder der jeweiligen Ressort-Revisionen betreffen im Zeitraum von 2016
bis 2025 Förderungen oder Auftragsvergaben an die in Frage 1 genannten
Organisationen (bitte Aktenzeichen, Datum, wesentliche Feststellungen
und Folgemaßnahmen anführen)?
20. Inwieweit wurden Daten zu den in den Fragen 1, 4 und 7 erfragten
Sachverhalten als Open Data veröffentlicht (z. B. auf „Bundeshaushalt digital“,
Open-Data-‑Portalen der Ressorts, Vergabestatistik; bitte Datenquellen,
Veröffentlichungsformate und Lizenz nennen und die Rohdaten
maschinenlesbar im Format CSV bzw. XLSX, mit eindeutigen Schlüsseln je
Vorgang bereitstellen)?
21. Bestehen Schnittstellen zwischen den Zuwendungs- bzw.
Vergabeprozessen der Ressorts und dem Lobbyregister, und wenn ja, welche (Prüfung
der Registereinträge, Angaben zu Budgetkategorien, Compliance-
Erklärungen; bitte Verfahren, Prüfroutinen und ggf. Ablehnungen
aufgrund fehlender oder fehlerhafter Einträge darstellen)?
22. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass Förder- und
Vergabeentscheidungen an die in Frage 1 genannten Organisationen die haushalts-,
beihilfe- und vergaberechtlichen Vorgaben (u. a. Wirtschaftlichkeit,
Gleichbehandlung, Transparenz, Wettbewerbsgrundsatz) einhalten (bitte
Verfahrensstandards, Checklisten und Qualitätssicherungsmaßnahmen
angeben)?
23. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um mögliche
Interessenkonflikte (z. B. durch Personalrotation, Karenzzeiten,
Selbstbefassungen) bei der Vergabe von Mitteln an die in Frage 1 genannten
Organisationen zu vermeiden (bitte dokumentierte Vorkehrungen und
Schulungsmaßnahmen darstellen)?
24. Wie wurde, sofern Bundesmittel an Veranstaltungen bzw. Programme
geflossen sind, die Teilnahmevoraussetzungen (z. B. Mitgliedschaft,
Teilnahmegebühren, Auswahlverfahren) vorsehen, der gleichberechtigte
Zugang gewährleistet (bitte Kriterien und dokumentierte Prüfungen
benennen)?
Berlin, den 25. September 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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