Bundesbericht Energieforschung 2026
Text
Bundesbericht Energieforschung 2026
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8150
21. Wahlperiode 23.09.2026
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Bundesbericht Energieforschung 2026
Zugeleitet mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 23. September 2026.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Impressum
Herausgeber
Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie (BMWE)
Öffentlichkeitsarbeit
10100 Berlin
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Stand
August 2026
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Titelbild: Teilansicht eines Elektrolyseurs. Elektrolyseure spielen beim
Umbau des Energiesystems eine zentrale Rolle. Sie wandeln Strom aus
Erneuerbare-Energie-Anlagen in Wasserstoff um. Dieser kann gespeichert
und später energetisch oder stofflich genutzt werden. Die Energieforschung
mit ihren Innovationen trägt unter anderem dazu bei, dass Elektrolyseure
effizienter arbeiten und Wasserstoff in größeren Mengen und
kostengünstiger produziert werden kann.
Diese Publikation wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Die Publikation wird
kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Sie darf nicht zur
Wahlwerbung politischer Parteien oder Gruppen eingesetzt werden.
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 2 –
V
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ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Inhalt
1. Energieforschungspolitik der Bundesregierung ............................................................................................................................................................4
1.1 Mittelentwicklung .....................................................................................................................................................................................................................................10
1.2 Governance ............................................................................................................................................................................................................................................................11
1.3 Perspektive Fusion ...................................................................................................................................................................................................................................15
2. Projektförderung des BMWE in der angewandten Energieforschung ................................................17
2.1 Forschungsmission Energiesystem
„Innovationen für den Wandel zu einem effizienten, resilienten und
nachhaltigen Energiesystem vorantreiben.“ ..................................................................................................................................................22
2.2 Forschungsmission Wärme
„Den Wandel zur nachhaltigen und effizienten Wärme- und
Kälteversorgung beschleunigen.“ .....................................................................................................................................................................................24
2.3 Forschungsmission Strom
„Innovationen für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung,
die dem Klimaschutz dient, schaffen.“ .....................................................................................................................................................................28
2.4 Forschungsmission Wasserstoff
„Den Weg zur nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft durch neue
Technologielösungen und Konzepte entlang der gesamten Wertschöpfungskette ebnen.“ ...............................30
2.5 Forschungsmission Transfer
„Die Rolle der Energieforschung als Impulsgeberin des Fortschritts
in Wirtschaft und Gesellschaft stärken.“ ..............................................................................................................................................................34
2.6 Gezielte Programmsteuerung durch Monitoring und Evaluation .....................................................................38
3. Projektförderung des BMFTR in der anwendungsorientierten
Grundlagenforschung und Fusionsforschung ................................................................................................................................................................41
3.1 Strategische Förderformate ....................................................................................................................................................................................................42
3.2 Energiewende in den Verbrauchssektoren ..................................................................................................................................................48
3.3 Energieerzeugung ......................................................................................................................................................................................................................................50
3.4 Systemintegration: Netze, Speicher, Sektorenkopplung ....................................................................................................50
3.5 Systemübergreifende Forschungsthemen der Energiewende .................................................................................53
3.6 Aktionsplan Fusion und Förderprogramm Fusion 2040 .....................................................................................................54
4. Institutionelle Energieforschung ..........................................................................................................................................................................................................................57
5. Weitere Fördermaßnahmen der Bundesregierung mit Energiebezug .................................................60
6. Forschungsförderung der Länder ........................................................................................................................................................................................................................64
7. Europäische und internationale Zusammenarbeit ...........................................................................................................................................67
8. Übersichten .............................................................................................................................................................................................................................................................................................................................73
8.1 Fördermittel in der Energieforschungsförderung des Bundes ................................................................................74
8.2 Fördermittel in der Energieforschungsförderung der Länder ..................................................................................84
8.3 Entwicklungsstand von Technologien anhand des Technologiereifegrads ......................................86
3
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 3 –
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1.
Energieforschungspolitik der
Bundesregierung
Im Fokus der Energiepolitik der Bundesregierung
steht das Zieldreieck Versorgungssicherheit,
Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz. Der
Energieforschung als strategisches Instrument der Energiepolitik
kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Sie trägt durch
die Vorbereitung und das Verfügbarmachen der
notwendigen Energieinnovationen dazu bei, das
Energiesystem bezahlbar, resilient und nachhaltig
zu gestalten.
Die Forschungsförderung der Bundesregierung im Energiebereich
schafft nicht nur technologische Grundlagen, sondern richtet den Blick
verstärkt auf den Markthochlauf von Innovationen und die
Systemintegration von Forschungsergebnissen in die Praxis. Aufgrund der
geopolitischen Verhältnisse wächst zudem der Druck, Förderinstrumente noch
strategischer und dynamischer einzusetzen. Die Bundesregierung
reagiert darauf, indem sie ihr Energieforschungsprogramm konsequent
weiterentwickelt. Die passgenauen Förderleitplanken tragen dazu bei,
dass Innovationszyklen verkürzt und Investitionen in Innovation
mobilisiert werden.
Entsprechend sieht die Hightech Agenda Deutschland (HTAD) der
Bundesregierung die Bündelung der Forschung zu Schlüsseltechnologien der
Energiewende in einem zielorientierten und technologieoffenen
Energieforschungsprogramm vor. Das zu entwickelnde
Energieforschungsprogramm soll dabei wissenschaftliche Exzellenz mit wirtschaftlicher
Verwertbarkeit verbinden und dazu beitragen, in allen Bereichen des
Energiesystems, von der Energiebereitstellung bis zur Energienutzung in
allen Sektoren, neue Technologien entlang der gesamten
Innovationskette – von der Grundlagenforschung bis zur Markteinführung –
voranzubringen. Damit stärkt es nicht nur die technologische Souveränität
Deutschlands, sondern schafft auch die Grundlage für neue
Wertschöpfung, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und hochwertige Arbeitsplätze.
Forschung für die Energiewende
Die Innovationsimpulse aus der Energieforschungsförderung wirken
weit über den Energiesektor hinaus. Sie tragen maßgeblich zur
Modernisierung zentraler Infrastrukturen bei – von Strom- und Wärme netzen über
Wasserstoffsysteme bis hin zu digitalen Steuerungs- und
Flexibilitätslösungen. Durch die enge Verzahnung von Forschung, Industrie und
Anwendung entstehen Lösungen, die im internationalen Wettbewerb
bestehen und zugleich den Umbau des Energiesystems in Deutschland
beschleunigen. Gerade vor dem Hintergrund globaler Dynamiken,
bedrohter Transportketten und zunehmender technologischer
Konkurrenz gewinnt diese strategische Ausrichtung weiter an Bedeutung.
Die Resilienz der
Energieversorgung wird angesichts der
geopolitischen Lage immer
wichtiger.
Die Energieforschung ist ein
Kernelement der Hightech
Agenda der Bundesregierung.
Die Wertschöpfungstreiber von
morgen — Künstliche Intelligenz,
Rechenzen tren, elektrifizierte
Industrie, digitale
Dienstleistungen — benötigen preis werten
Strom und eine resiliente
Energieinfrastruktur.
1 . ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG 5
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6 1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG
Ein wichtiger Baustein hierfür sind die „Reallabore der Energiewende“
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Diese
Maßnahme hat das BMWE im November 2025 mit einem neuen
Förderaufruf als praxisnahes Forschungsformat gezielt gestärkt. Die
„Reallabore der Energiewende“ ermöglichen es, inno vative Technologien und
Anwendungen unter realen Bedingungen zu erproben und schneller in
die Energiewirtschaft zu überführen. Sie fördern sektorübergreifende
Ansätze und liefern wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung
von Markt- und Rahmen bedingungen. Der Fokus des Förderaufrufes
2025 lag auf den Programm-Missionen Strom und Wärme des 8.
Energieforschungsprogramms zur angewandten Energieforschung des BMWE.
Hier sollen die „Reallabore der Energiewende“ einen entscheidenden
Beitrag zur Beschleunigung des Markthochlaufs klimaverträglicher
Technologien leisten (siehe auch Seite 36). So soll das Format in den
kommenden Jahren verstetigt werden. Die Maßnahme wird aus dem
Sondervermögen „Klima- und Transformationsfonds“ (KTF) finanziert.
Deutschland benötigt eine diversifizierte
Energieinfrastruktur
Mit der im Jahr 2025 gestarteten „Explorationsinitiative Geothermie“
unterstreicht das BMWE die strategische Ausrichtung der
Energieforschungsförderung. Ziel ist es, bislang ungenutzte Potenziale der
Tiefengeothermie systematisch zu erschließen und damit eine verläss liche,
grundlastfähige und klimaneutrale Energiequelle für die
Wärmeversorgung verfügbar zu machen. Durch die gezielte Förderung von
Erkundungsmaßnahmen werden Investitionsrisiken reduziert und neue
Projekte angestoßen – ein wichtiger Schritt für den Aufbau einer
zukunftsfähigen und diversifizierten Energieinfrastruktur. Die
Maßnahme finanziert der Bund im Rahmen des Sondervermögens
„Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIK). Damit trägt auch die
Energieforschung dazu bei, den Wirtschaftsstandort Deutschland infrastrukturell
zu erneuern und zukunftssicher aufzustellen.
Die Bundesregierung fördert mit
ihrer Energieforschungspolitik
technologieoffen Forschung und
Innovation.
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Mit dem Aktionsplan Fusion (siehe auch Seite 54) stärkt das BMFTR die
Entwicklung der Fusionsenergie als Zukunftstechnologie für eine
klimaverträgliche und sichere Energieversorgung. Ziel ist es, Deutschland
zu einem führenden Innovationsstandort für Fusionstechnologien zu
machen und den Weg für das weltweit erste Fusionskraftwerk in
Deutschland zu ebnen. Dafür sollen Forschung, Infrastruktur,
Technologiedemonstratoren und Kooperationen zwischen Wissenschaft und
Industrie gezielt ausgebaut werden.
Insgesamt zeigt sich: Die Energieforschung ist weit mehr als ein
wissenschaftliches Förderfeld. Sie ist ein wichtiges strategisches
Gestaltungsinstrument der Energie- und Wirtschaftspolitik. Indem sie Innovationen
ermöglicht, Märkte vorbereitet und Infrastruktur modernisiert, trägt sie
entscheidend dazu bei, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken
und den Umbau des Energiesystems erfolgreich umzusetzen.
Wendelstein 7-X ist die
weltweit größte Fusionsanlage des
Typs Stellarator.
Innovationen aus der
Energieforschung tragen maßgeblich
zum Umbau des
Energiesystems bei. Hier die Innenansicht
des Instituts für Solare
Brennstoffe des Helmholtz-Zentrums
Berlin (HZB).
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8 1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG
2025 hat die Bundesregierung
in der Energieforschung
6.434 Projekte gefördert
(Vorjahr: 6.763)
973 Mio. Euro
Gesamtfördermittel
der Projektförderung 2025
Gesamtfördermittel
(inkl. institutioneller
Förderung)
307,11 Mio. Euro
Eigenanteil deutscher Unternehmen
bei neu bewilligten Forschungs-
und Entwicklungsprojekten
in 2025
(Vorjahr: 309 Mio. Euro)
Zuwendungsempfänger neu bewilligter Projekte*
21,7 %
17,6 %
22,2 %
32,5 %
6 %
Forschungseinrichtung Großunternehmen
Hochschule
KMU
Sonstige
2025 hat der Bund
1.214 Projekte
neu bewilligt
(Vorjahr: 1.256)
1,54
Mrd. Euro
Gesamtfördermittel 2025
in der Energieforschungsförderung
(Vorjahr: 1,4 Mrd. Euro)
171,41 Mio. Euro
Fördermittel für KMU* für 2025
neu bewilligte Projekte
* nach deutscher KMU-Denition
1.311
1.462 1.414
1.514
20252024202320222021
945
1.112 1.078
975 973
1.217
Projektförderung
Entwicklung Fördermittel in Mio. Euro
Abbildung 1: Die Förderung der Energieforschung auf einen Blick
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1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG 9
Quelle: GeoBasis-DE/BKG 2021 (Daten verändert)/Geodaten des BKG für Adressen der ausführenden
Stellen aus der BMFTR profi-Datenbank/Projektträger Jülich
Abbildung 2: Übersicht über die laufenden (blau) und neu bewilligten (grün) Projekte
der Energieforschung in Deutschland
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10 1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG
1.1 Mittelentwicklung
Im Jahr 2025 hat die Bundesregierung 1,539 Milliarden Euro in die
Energieforschung investiert. Damit wurden neue Technologien und
Anwendungen entlang der gesamten Innovationskette entwickelt –
von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsnahen Forschung
und Erprobung für den Markthochlauf von Energieinnovationen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
haben davon 973 Millionen Euro für die Projektförderung bereitgestellt
und 6.434 laufende Vorhaben gefördert. 1.214 Projekte wurden 2025
neu bewilligt. Hinzu kommen 502 Millionen Euro für die institutionelle
Förderung der Helmholtz Energy und weitere Mittel für begleitende
Maßnahmen.
Forschung, Entwicklung und Demonstration von Energie- und
Effizienztechnologien sind maßgeblich Aufgaben der Wirtschaft.
Unternehmen beteiligten sich daher mit 307,11 Millionen Euro Eigenmitteln an
innovativen Projekten.
1.214
Die Bundesregierung hat im
Jahr 2025 im Rahmen der
Energieforschung 1.214 Projekte
mit insgesamt 646 Mio. Euro
neu bewilligt.
BMWE Forschungsmission Energiesystem
BMWE Forschungsmission Wärme
BMWE Forschungsmission Strom
BMWE Forschungsmission Wasserstoff
BMWE Sonstige
BMFTR Grundlagenforschung (nicht-nuklear)
BMFTR Fusionsforschung
BMFTR Nukleare Sicherheitsforschung (Nachwuchsförderung)
BMFTR Institutionelle Förderung (HGF)
BMWE & BMFTR Begleitende Maßnahmen
173,51
210,72
102,53
5,46
327,34
41,21
13,05
502,4
64,54 98,95
Abbildung 3: Mittelabfluss in 2025 in der Energieforschungsförderung des Bundes in Mio. Euro
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 10 –
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1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG 11
1.2 Governance
Seit den 1970er Jahren ist die Energieforschung ein zentraler
Bestandteil der Energiepolitik der Bundesregierung. Auslöser war damals die
Ölkrise – und die Erkenntnis, dass Deutschland in der
Energieversorgung unabhängiger werden muss. Energieforschung leistet dazu einen
substanziellen Beitrag. Heutzutage umfasst die Forschungsförderung
der Bundes regierung unter der Federführung des BMWE die gesamte
Innovationskette – von der Grundlagenforschung über die angewandte
Forschung bis hin zur Erprobung marktnaher Lösungen. Die Basis
hierfür bilden aufeinander aufbauende Energieforschungsprogramme.
Komplementäre Förderung für wirksame Energieforschung
Die Energieforschungsförderung ist innerhalb der Bundesregierung
anhand der aktuellen Zuständigkeitsregelung der Ressorts arbeitsteilig
organisiert: In der nicht-nuklearen Energieforschung ist das
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) für
die anwendungsorientierte Grundlagenforschung im Bereich der
Techno logiereifegrade 1 bis 3 zuständig, während das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) die angewandte
Energieforschung im Bereich der Technologiereifegrade 3 bis 9 fördert (siehe
TRL-Definition im Kapitel 8.3). Zudem verantwortet das BMFTR die
Fusionsforschung und fördert die HGF Energy.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzt neben der
klassischen Projektförderung verstärkt auf praxisnahe Instrumente wie
die „Reallabore der Energiewende“ (siehe Kapitel 2, Seite 36). Mit dem
vom BMWE im Oktober 2023 vorgelegten 8. Energieforschungsprogramm
zur angewandten Energieforschung hat das Ministerium zudem auf
2 bis 3
Um durchschnittlich zwei bis
drei Stufen erhöht sich das
Technology Readiness Level
während der Laufzeit eines
BMWE-geförderten
Energieforschungsprojekts.
Die Energieforschungsförderung
der Bundesregierung ist
entsprechend den aktuellen
Ressortzuständigkeiten aufgeteilt.
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den Anpassungsbedarf in der Energiewirtschaft und Industrie reagiert –
nicht zuletzt aufgrund der geopolitischen Entwicklungen und den sich
daraus ergebenden veränderten Rahmenbedingungen bei der
Energieversorgung. Dabei verfolgt das BMWE erstmals einen
missionsorientierten Ansatz: In fünf Forschungsmissionen sind konkrete Programmziele
formuliert. Sie sind förderpolitische Orientierungsmarken, um messbar zu
einem widerstandsfähigen und bezahlbaren Energiesystem, das auch dem
Klimaschutz dient, beizutragen (siehe Kapitel 2, Seite 21).
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
fokussiert sich bei seiner Forschungsförderung darauf, wissenschaftliche
Grundlagen zu stärken. Zudem werden neue technologische Optionen
begleitet, etwa im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie. Das
BMFTR förderte die nicht-nukleare Energieforschung 2025 im Rahmen
des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung. Die Förderung
der Fusionsforschung setzt das BMFTR seit 2023 außerdem im Programm
„Fusion 2040“ um (siehe Kapitel 3.6, Seite 54). Ziel ist es, in Deutschland
das weltweit erste Fusionskraftwerk an den Start zu bringen.
Über die klassische Energieforschung hinaus unterstützt die
Bundesregierung derzeit auch Forschungs- und Innnovationsvorhaben mit
Energiebezug im Rahmen verschiedener nationaler Strategien und
Programme mit anderen fachpolitischen Schwerpunkten (siehe Kapitel 5,
Seite 60).
Die Energieforschung ist Bestandteil der Hightech Agenda
Deutschland
Ein ressortübergreifendes Energieforschungsprogramm wurde als
Maßnahme der 2025 verabschiedeten Hightech Agenda Deutschland (HTAD)
angekündigt. Mit der HTAD verfolgt die Bundesregierung das Ziel,
Forschung und anwendungsorientierte Entwicklungen in
Schlüsseltechnologien, darunter „Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung“,
voranzubringen. Durch geförderte Spitzenforschung sollen deutsche
Hersteller weiterhin im internationalen Wettbewerb eine führende Stellung
Die Energieforschung, etwa zum
Thema Wasserstoff, ist Bestandteil
der Hightech Agenda Deutschland
(HTAD).
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1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG 13
einnehmen. Das stärkt den Innovationsstandort Deutschland und sichert
Arbeitsplätze und Wohlstand. Die für den Energiebereich relevanten
HTAD-Roadmaps „Batterietechnologie“ und „Fusion“ sowie die aktuell in
Entwicklung befindliche Roadmap „Wasserstoff“ definieren Meilensteine,
um die Erforschung und anwendungsorientierte Entwicklung in den oben
genannten Technologiefeldern gezielt und transparent voranzutreiben.
Koordinierung
Die Koordination der Energieforschungspolitik verantwortet das BMWE
als federführendes Ministerium der Energiepolitik. In der
Koordinierungsplattform Energieforschung stimmen sich die an der
Energieforschung beteiligten Ministerien zu geplanten Forschungs- und
Innovationsmaßnahmen ab. So werden Synergien zwischen den jeweiligen
Programmen erschlossen, was einen schnelleren Ergebnistransfer in die
Praxis ermöglicht. Das Energieforschungsprogramm als zentrales Element
deutscher Energiepolitik wirkt in Strukturen der europäischen und
internationalen Energieforschungskooperation mit Fokus auf das
Energiesystem der Zukunft mit. Das BMWE vertritt die Bundesregierung in
den dafür vorgesehenen europäischen und internationalen
Gremien (siehe Kapitel 7, Seite 67).
Bund und Länder arbeiten ebenfalls eng zusammen. Zusätzlich wird
ein transparenter Überblick über die Forschungsförderung der Länder
durch einen jährlichen Bericht unterstützt (siehe Kapitel 6, Seite 64).
Bundesbericht Energieforschung
Der Bundesbericht Energieforschung informiert Bundestag und
Öffentlichkeit transparent über die Verwendung der Förder mittel
des Bundes in der Energieforschung im Berichtsjahr. Er stellt
Förderschwerpunkte, Programmelemente und Projekte sowie deren
Fortschritte und Ergebnisse dar. Zudem informiert er über etwaige
Aktualisierungen der Programmziele des lernenden Programms.
Damit schafft der Bericht eine fundierte Grundlage zur
Nachvollziehbarkeit staatlicher Forschungsförderung der Bundesregierung
im Bereich Energie und dokumentiert, wie Inno vationen für eine
sichere, klimaverträgliche und wettbewerbsfähige
Energieversorgung unterstützt werden.
Der Bundesbericht Energieforschung wird im 2-Jahres-Rhythmus
fortgeführt. Ein jährlicher Status zur Energieforschungsstatistik
der Bundesregierung ergänzt die transparente Berichterstattung
und wird online auf www.energieforschung.de erscheinen.
I N F O
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14 1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG
Eng vernetztes Agieren der Stakeholder
Um Forschung effizient und passgenau zu den Anforderungen zu
fördern, ist ein enger und regelmäßiger Austausch zwischen Industrie,
Hochschulen, wissenschaftlichen Institutionen, Vertretern aus Politik
und Verbänden sowie der Gesellschaft geboten. Nur so kann die
Transformation des Energiesystems in ein resilientes, bezahlbares und
klimaverträgliches System gelingen.
Dialogorientierte Foren: die Forschungsnetzwerke Energie
Auf Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sind
seit 2014 insgesamt acht dialogorientierte Netzwerke zu den
Schwerpunktthemen Bioenergie, Energiewendebauen, Erneuerbare Energien,
Industrie und Gewerbe, Stromnetze, Systemanalyse, Wasserstoff sowie
Energiewende und Gesellschaft gegründet worden. Sie repräsentieren
die breite Forschungslandschaft in Deutschland. Die Netzwerke bieten
ihren rund 3.400 aktiven Mitgliedern aus Industrie, Forschung,
Verbänden und Politik die Möglichkeit zur Partizipation an
innovationspolitischen Fragestellungen im Energiebereich. Sie tauschen sich über
den aktuellen Forschungsstand verschiedener Technologien aus,
vernetzen sich für gemeinsame Forschungsprojekte und geben Impulse für
künftige Programmentwicklungen und Fortschreibungen. Neben
Präsenztreffen bieten die Netzwerke auch virtuelle Energie-Dialoge zu
Forschungsprojekten und übergreifenden Themenstellungen an.
3.400
Die Forschungsnetzwerke
Energie haben rund 3.400 aktive
Mitglieder (Stand Ende 2025).
Seit Herbst 2024 beraten zehn Beirätinnen und Beiräte aus
Wirtschaft und Wissenschaft das Bundeswirtschaftsministerium zum
8. Energieforschungsprogramm des BMWE und dessen
strategischer Weiterentwicklung. Das Expertenteam hat im September
2026 sein zweites Impulspapier veröffentlicht.
I N F O
Akademienprojekt ESYS
Das BMFTR fördert das Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“
(ESYS) von acatech, Leopoldina und Akademienunion. Dort entwickeln
mehr als 160 Fachleute die wissenschaftsbasierte Einordnung und Auf-
ÜBER DEN
PROGRAMMBEIRAT
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 14 –
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1. ENERGIEFORSCHUNGSPOLITIK DER BUNDESREGIERUNG 15
bereitung von Handlungsoptionen für eine sichere, bezahlbare und
nachhaltige Energieversorgung. Aktuelle Themen waren in 2025 u. a.
Geologischer Wasserstoff, die Energiewende im Gebäudebereich und
die globale Transformation des Energiesystems. ESYS organisiert dazu
Austauschformate mit Fachleuten und der Öffentlichkeit.
Transparente Informationen
Um interessierte Forschungseinrichtungen und Unternehmen über
die Schwerpunkte der Förderung der Bundesregierung zu informieren,
bieten sowohl das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als
auch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und
Raumfahrt umfangreiche Informationsangebote an. Dort informieren die
beiden Ministerien laufend über aktuelle Entwicklungen und Fortschritte
in der Energieforschung und deren Förderung. Das unterstützt die enge
Verzahnung zwischen Forschung und energiewirtschaftlicher Praxis.
Informationssystem EnArgus
EnArgus ist das digitale Informationssystem über die Energieforschung
in Deutschland. Es stellt die seit 1977 vom Bund im Rahmen seiner
Energieforschungsprogramme geförderten Projekte vor. Die Projekt-
und Wissensdatenbank umfasst Daten zu über 40.000 Projekten.
1.3 Perspektive Fusion
Mit dem im März 2024 veröffentlichten Programm „Fusion 2040 –
Forschung auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“ ergänzt das BMFTR
die institutionelle Förderung der Fusion durch strategische
Projektförderung. Im Oktober 2025 veröffentlichte die Bundesregierung im
Rahmen der Hightech Agenda Deutschland den Aktionsplan
„Deutschland auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“.
Die Hightech Agenda Deutschland definiert Fusion zur eigenständigen
Schlüsseltechnologie mit dem Ziel, Deutschland zum führenden
Innovationsstandort sowie deutsche Unternehmen zu Weltmarktführern in
Fusionstechnologien zu machen. Dazu sollen in der laufenden
Legislaturperiode bis zu 2,4 Milliarden Euro in die Fusion investiert werden.
Zum Erreichen des Ziels wurden, ausgehend von der Hightech Agenda
Deutschland, erste vier Flaggschiffmaßnahmen definiert (s. nächste Seite):
Auf www.enargus.de finden
Interessierte Informationen
über laufende und
abgeschlossene Forschungsvorhaben rund
um das Thema
Energieforschung.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 15 –
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• Aktionsplan Fusion (Ende 2025 veröffentlicht)
• Forschungs- und Innovationsroadmap FusionsEnergie
(FIRE)
(finale Veröffentlichung: Anfang 2027, eine erste Fassung
wurde am 24. März 2026 vorgestellt)
• Hubs zur Magnet- und Laserfusion sowie zu
Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung (Förderbeginn: 1. August
2026)
• Neue Förderinitiativen von explorativer Forschung bis zur
Förderung der Entwicklung von Basistechnologien (beide
Bekanntmachungen wurden im November 2025
veröffentlicht)
Im experimentellen
Fusionsreaktor ASDEX Upgrade werden
wesentliche Grundlagen für ein
Fusionskraftwerk erarbeitet.
Der Aktionsplan Fusion definiert acht zentrale Maßnahmen der
Bundesregierung, die dazu beitragen sollen, dass das erste Fusionskraftwerk der
Welt in Deutschland errichtet werden kann:
1. Stärkung der Forschungsförderung (rund 1,7 Milliarden Euro in
der aktuellen Legislaturperiode)
2. Aufbau eines Fusionsökosystems
3. Auf- bzw. Ausbau von Forschungsinfrastrukturen und
Technologiedemonstratoren (bis zu 755 Millionen Euro in der aktuellen
Legislaturperiode)
4. Aus- und Weiterbildung von Fachkräften
5. Einbindung der Öffentlichkeit
6. Regulierung im Strahlenschutzgesetz
7. Schutz geistigen Eigentums und Standardisierung
8. Strategische internationale Kooperationen
Als Teil dieser Maßnahmen starteten in den Jahren 2024 und 2025 bereits
insgesamt 30 Projekte mit rund 238 Millionen Euro Fördervolumen über
die Projektförderung. Die institutionelle Förderung z. B. des Max-Planck-
Instituts für Plasmaphysik (IPP), des Forschungszentrums Jülich (FZJ)
und des Karls ruher Instituts für Technologie (KIT) sichert Deutschlands
Führungsrolle in der Magnetfusion langfristig. Eine Erweiterung der
institutionellen Förderung auf die Laserfusion ist geplant.
Auf der Website www.fusionstechnologien.de informiert das
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über die Ziele,
Förderangebote und Fortschritte im Bereich der Fusion.
8
zentrale Maßnahmen stehen im
Aktionsplan Fusion der
Bundesregierung. Sie sollen dazu
beitragen, dass das erste
Fusionskraftwerk der Welt in
Deutschland steht.
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 16 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
2. Projektförderung
des BMWE in der
angewandten
Energieforschung
Energieforschung leistet einen wichtigen Beitrag für den
Wirtschaftsstandort Deutschland und für die
Energiewende. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
unterstützt hier mit seinem missionsorientierten 8.
Energieforschungsprogramm. Innovationen gelangen durch
passgenaue Forschungsförderung zügig in die Praxis.
Mit seinem missionsorientierten Förderprogramm zur angewandten
Energieforschung hat das BMWE klare Forschungsziele in fünf
strategischen Themenfeldern formuliert. Die Forschungsmissionen
Energiesystem, Wärme, Strom, Wasserstoff und Transfer fokussieren die zentralen
Herausforderungen für ein zukunftsfestes Energiesystem. Dieses muss
resilient, bezahlbar, effizient und versorgungssicher ausgelegt sein.
Zudem gilt es, die Treibhausgasemissionen im gesamten System zu
verringern, um bis 2045 die anvisierte Klimaneutralität zu erreichen.
Das 8. Energieforschungsprogramm des BMWE –
lernend und damit anpassungsfähig
Um diese Ziele zu erreichen, kann das BMWE bei Bedarf die
Forschungsziele an veränderte energiepolitische Gegebenheiten anpassen.
Das 8. Energieforschungsprogramm des BMWE ist als lernendes
Programm angelegt. Ein regelmäßiges Monitoring (siehe Seite 38) schafft
Transparenz über die Programmfortschritte. So kann das Programm
flexibel und zügig auf neue Erkenntnisse und Entwicklungen angepasst
werden. Mit Blick auf die Weiterentwicklung des lernenden Programms
bzw. die geplante Vorlage eines ressortübergreifenden
Energieforschungsprogramms der Bundesregierung wurden 2025/2026 Prozesse
zur Nachjustierung der Programm- und Sprinterziele in verschiedenen
Missionen durchgeführt. Das Ergebnis wird im Rahmen des neuen
Energieforschungsprogramms veröffentlicht.
1.112
2025 hat das BMWE insgesamt
1.112 neue Projekte bewilligt.
18
2045
2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 18 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
19
Abbildung 4: Die Governance-Systematik des 8. Energieforschungsprogramms zur
angewandten Energieforschung des BMWE
8. Energieforschungsprogramm des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
Steuerung lernendes Programm
Missionskoordinierung
Wärme, Wasserstoff, Strom, System, Transfer
Koordinierungsplattform
Energieforschung
Bundesressorts, Bund-Länder
Transparenz
Energieforschung
EnArgus, Bundesbericht
Energieforschung
Institutionelle Förderung
HGF Energy
Forschungsnetzwerke
Energie
Stakeholder
Projektförderung der angewandten Energieforschung
Programmbeirat
Evaluation
Monitoring (KPI)
und Prozessdesign
Des Weiteren hat das Bundeswirtschaftsministerium die klassische
Projektförderung durch agile Förderformate ergänzt. Dazu zählen die
Reallabore der Energiewende, die Mikroprojekte und die
vorkommerzielle Auftragsvergabe (siehe Seite 34). Ein interdisziplinär
zusammengesetzter Beirat berät das BMWE zudem seit 2024 in Fragen der
Energieforschungspolitik und bei der Umsetzung des
Energieforschungsprogramms. So fließen neue Impulse aus Wirtschaft, Wissenschaft und
Industrie ein. Auch die Forschungsnetzwerke Energie erarbeiten als breit
aufgestellte und fachspezifische Stakeholder-Formate mit rund 3.400
Mitgliedern (siehe Kapitel 1.2 Governance, Seite 11) regelmäßig
Empfehlungen zu Fragestellungen rund um die Transformation des
Energiesystems.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 19 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Sind Sie an weiteren
Informationen über die
angewandte Energieforschung des
Bundeswirtschaftsministeriums
interessiert?
Diese finden Sie auf
www.energieforschung.de
212. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
8. Energieforschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
Forschungsmission Wärme
Forschungsmission Wärme:
„Den Wandel zur nachhaltigen
und effizienten Wärme- und
Kälteversorgung beschleunigen.“
Forschungsmission Energiesystem
Forschungsmission Energiesystem:
„Innovation für den Wandel zu einem
effizienten, resilienten uhd nachhaltigen
Energiesystem vorantreiben.“
Forschungsmission Strom
Forschungsmission Strom:
„Innovationen für eine sichere und
bezahlbare Stromversorgung, die
dem Klimaschutz dient, schaffen.“
Forschungsmission Wassesrstoff
Forschungsmission Wasserstoff:
„Den Weg zur nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft
durch neue Technologielösungen und
Konzepte entlang der gesamten
Wertschöpfungskette ebnen.“
Forschungsmission Transfer
Forschungsmission Transfer:
„Die Rolle der Energieforschung
als Impulsgeberin des
Fortschritts in Wirtschaft und
Gesellschaft stärken.“
Quelle Icons: Projektträger Jülich, Forschungszentrum Jülich GmbH
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 21 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
22 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
Das BMWE fördert Projekte für ein Energiesystem, in dem immer mehr
Verbrauchssektoren mit erneuerbarer, elektrischer Energie versorgt
werden. Die Mission zielt darauf ab, den Strom- und Wärmesektor
gemeinsam zu denken und effizient sowie systemdienlich miteinander
zu verzahnen. Forschungsprojekte liefern zudem Grundlagen für
Transformationspfade für die Energieversorgung, modellbasierte Analysen
und praxisnahe Lösungen. Durch die Förderprojekte soll das
Gesamtsystem digital vernetzter, effizienter und resilienter gegen Störungen
werden. Gleichzeitig fördert das BMWE neben innovativen Technologien
auch nicht-technologische Innovationen und das Reduzieren von
Treibhausgasen und Ressourcen über den gesamten Lebenszyklus. Ziel ist ein
technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich ausgewogener und
klimaverträglicher Umbau des Energiesystems. Darüber hinaus unterstützt
das BMWE im Rahmen der Mission auch Forschung zu Bioenergie und
für mehr Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe.
2.1 Forschungsmission Energiesystem
Mit der Forschungsmission Energiesystem rückt das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Umbau des Energiesystems in
den Fokus. Vorrangiges Ziel: Versorgungssicherheit und Resilienz im
Zusammenspiel aller Akteure zu bezahlbaren Preisen.
Fortschritte der Projektförderung
• Förderaufruf Reallabore der Energiewende 2025
• Förderaufruf „Vom Plan zur Wende“
• Förderaufruf Energieforschung für Zirkuläre Wirtschaft –
Wind, PV und System
• Innovationswettbewerb „Systematische Cyberresilienz im
Energiesystem (CYANE)“
30
Projektideen (Skizzen) wurden
für den Innovationswettbewerb
„Systematische Cyberresilienz
im Energiesystem (CYANE)“
eingereicht.
„Innovationen für den Wandel zu einem
effizienten, resilienten und nachhaltigen
Energiesystem vorantreiben.“
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 22 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
FORSCHUNGSMISSION
ENERGIESYSTEM
SyntheseREADY – Flexible Biomasseheizkraftwerke für die
Sektorkopplung
Das Forschungsteam des Projekts SyntheseREADY hat ein flexibles
Biomasseheizkraftwerk entwickelt, das Strom, Wärme und
synthetisches Methan bedarfsgerecht bereitstellen kann. Kern der
Innovation ist die Kombination einer Oxyfuel-Holzvergasung mit
biologischer Methanisierung und intelligenter Anlagenregelung.
Die Forschenden konnten zeigen, dass sich Strom aus
erneuerbaren Energien, Wärme und chemische Energieträger effizient
koppeln lassen. Damit legt das Projekt den Grundstein dafür,
regionale Biomasse flexibel einzusetzen, erneuerbare Energien besser
einzubinden und den Energie- und Wärmesektor von fossilen
Energieträgern unabhängig zu machen.
I N F O
Programmziele
• Zielbild und Umsetzungspfade für den Wandel des
Energiesystems weiterentwickeln
• Gesamteffizienz des Energiesystems verbessern
• Resilienz und Versorgungssicherheit im Energiesystem
sicherstellen
• Nachhaltigkeit im Energiesystem erhöhen
• Den Umbau des Energiesystems wirtschaftlich und balanciert
gestalten
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 23 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
24 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
Die Wärme- und Kälteversorgung verursacht über die Hälfte des
Endenergieverbrauchs in Deutschland. 2024 lag der Anteil erneuerbarer
Energien in diesem Sektor erst bei 18,1 Prozent. Der Wärmemarkt ist
damit weiterhin stark fossil geprägt – obwohl Biomasse und
Umweltwärme verstärkt genutzt werden. Der meiste Verbrauch entfällt dabei
auf Raumwärme (circa 27 Prozent), Prozesswärme (circa 21 Prozent) und
Warmwasser (circa 5 Prozent).
2.2 Forschungsmission Wärme
Mit der Forschungsmission Wärme unterstützt das Bundesministerium
für Wirtschaft und Energie den Umbau des Wärme- und Kältesektors
zu mehr Effizienz und Klimaschutz. Gleichzeitig will das BMWE durch
Forschungsförderung die Verlässlichkeit und Bezahlbarkeit erhalten
und die Flexibilität erhöhen.
Fortschritte der Projektförderung
• Förderaufruf Explorationsinitiative Geothermie
• Förderaufruf für Testinfrastrukturen in der Transferoffensive
Energieinnovationen
• Förderaufruf Reallabore der Energiewende 2025
• Förderaufruf „Transferoffensive Großwärmepumpen und
thermische Speicher für die Industrie“
• Förderaufruf Modernisierung im Bestand (MiB)
• Förderaufruf „Vom Plan zur Wende“
• Förderaufruf Ideenwettbewerb zur Erschließung von
entfernten Wärmequellen
• Förderaufruf „Kosteneffiziente Erschließung von entfernten
klimaneutralen Wärmequellen durch innovative Anbindung
(KEWinnA)“ – Innovationswettbewerb
8
Das BMWE hat 2025 acht
Förderaufrufe zur Erreichung
der Programmziele in der
Forschungsmission Wärme
veröffentlicht.
„Den Wandel zur nachhaltigen und
effizienten Wärme und Kälteversorgung
beschleunigen.“
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 24 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
FORSCHUNGSMISSION
WÄRME
Die Großwärmepumpe in Stuttgart-
Münster nutzt die Abwärme aus
dem Kühlwasserablauf des
benachbarten Restmüll-Heizkraftwerks,
um bis zu 24 Megawatt Fernwärme
zu erzeugen.
Programmziele
• Wärme- und Kältebedarf in Gebäuden klimaneutral und
nachhaltig decken
• Wärme- und Kälteversorgung in Industrie und Gewerbe
defossilisieren und effizienter machen
• Robuste Infrastruktur zum effizienten Verteilen und Speichern
von Wärme und Kälte gestalten
• Flexibilitätspotenzial des Wärme- und Kältesektors nutzen
Um CO2-Emissionen und die Importabhängigkeit im Bereich der
Wärme- und Kälteversorgung signifikant zu senken, sind ein deutlich
höherer Anteil an erneuerbarer Energie, mehr Abwärmenutzung sowie
effiziente Speicher-, Transport- und Infrastrukturlösungen erforderlich.
Forschung und Entwicklung sind entscheidend, um fossile
Energieträger zu ersetzen, Strom- und Wärmesysteme zu koppeln und Energie
in Gebäuden und Quartieren effizient zu nutzen. Viele Technologien
sind vorhanden, jedoch noch nicht überall einsetzbar. Forschung bereitet
sie für Praxis, Integration, Standardisierung und den flächendeckenden
Einsatz vor – unter Berücksichtigung regionaler und sozioökonomischer
Bedingungen.
Mit der Forschungsmission Wärme fördert das BMWE gezielt
Innovationen, um bis 2030 vier zentrale Sprinterziele zu erreichen. Dazu zählen
Hochtemperatur-Wärmepumpen für Industrieprozesse, die
Erschließung von zehn Terawattstunden Geothermie, kosteneffiziente
Wärmespeicher für Quartiere und Industrie sowie neuartige Dämmstoffe mit
halbiertem Primärenergiebedarf bei gleicher Dämmleistung.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 25 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Den Grundstein hierfür hat ein engagiertes
Forschungsteam im Projekt „CO2-neutrales Welterbe
Speicherstadt Hamburg“ gelegt. Fachleute aus den
unterschiedlichsten Bereichen haben gemeinsam
mit der Hamburger Hafen und Logistik
Aktiengesellschaft (HHLA) und den zuständigen Behörden
ein auf das Gebäude zugeschnittenes
Wärmeversorgungssystem entwickelt. Projektkoordinator
Peter Modlich, Leiter der HHLA-
Projektentwicklung: „Unser Ansatz war ganzheitlich. Wir haben
innovative anlagentechnische Systeme, digitale
Modelle, bauliche Maßnahmen und
Denkmalschutz erfolgreich miteinander verknüpft. Klar ist:
Die Speicherstadt kann auf Basis der gewonnenen
Erkenntnisse CO2-neutral umgebaut werden.“
Dachflächen werden sowohl elektrisch als auch
thermisch genutzt
Eine der großen Herausforderungen war, wie das
Gebäude durch Nutzung der vorhandenen
Dachflächen und mit Hilfe von Speichern möglichst
autark und emissionsfrei mit Wärme versorgt
werden kann – und das, ohne die Optik der
historischen Dächer zu verändern. Dies ist gelungen:
Die neu entwickelten Dachflächen in Schiefer- und
Kupferoptik werden sowohl thermisch als auch
elektrisch genutzt. Verschiedene Speicher im
Untergeschoss speichern die Wärme bei Bedarf
zwischen. Eine Wärmepumpe regelt und verteilt
die Energie.
Multiplikatoreneffekt: Führungen stoßen auf
großes Interesse
Das Hamburger Forschungsprojekt hat
Modellcharakter. Das Projekt liefert übertragbare
methodische und technische Erkenntnisse für die
Planungspraxis und zeigt, wie integrale Sanierungsstrategien
für denkmalgeschützte Quartiere entwickelt,
bewertet und schrittweise umgesetzt werden
können. Architekturbüros, Handwerkerbetriebe,
Investoren oder Bauherren verfolgen das Projekt mit
großem Interesse. Die HHLA hat daher im
Erdgeschoss des Gebäudes eine Forschungswerkstatt
eingerichtet. Hier steht Technik zum Anschauen und
Anfassen.
Speicherstadt Hamburg: Wie Denkmalschutz und moderne Wärmetechnik
erfolgreich kombiniert werden
Hamburgs Weltkulturerbe geht energetisch mit der Zeit. Bis 2040 soll das einzigartige
Ensemble zum CO2neutralen Quartier umgebaut werden.
E R F O L G S G E S C H I C H T E
„Wir gewinnen auf dem Gebäude die
Energie, die wir im Gebäude
benötigen.“
Projektkoordinator Peter Modlich,
Leiter Projektentwicklung; Hamburger Hafen und
Logistik Aktiengesellschaft
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 26 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Bild oben: Wegweisendes Forschungsprojekt – im Sandtorkaispeicher
der Speicherstadt Hamburg demonstriert das Projektteam, wie
ein Speicherblock emissionsfrei beheizt werden kann, ohne die
historische Optik der Dachlandschaft zu beeinträchtigen.
Hamburger Speicherstadt ist Touristenmagnet
Die zwischen 1885 und 1927 errichtete
Speicherstadt ist das größte zusammenhängende
Lagerblock-Ensemble der Welt. Ursprünglich dienten die
Gebäude als zollfreies Gebiet am Überseehafen. Seit
2015 unterliegt es als UNESCO-Weltkulturerbe
besonders strengen denkmalhistorischen Auflagen.
Doch die Speicherstadt ist kein museales
Ensemble: Handelsfirmen für Tee oder Teppiche, Mode-
Agenturen und Start-ups sitzen ebenso im
weltberühmten Quartier wie verschiedene touristische
Attraktionen.
EnEff:Stadt:0-CO2-WSHH – CO2-
neutrales Welterbe Speicherstadt
Hamburg
Technology Readiness Level
nach Projektende: 7
Zuwendungsempfänger: HHLA 1
Speicherstadt Immobilien, Universität Stuttgart,
HafenCity Universität Hamburg, RWTH Aachen
Förderndes Ministerium:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Fördermittel: 2,90 Millionen Euro
Projektlaufzeit: 10/2021 – 06/2025
I N F O
Seit 2015 UNESCO-Weltkulturerbe: die Speicherstadt in Hamburg
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 27 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
28 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.3 Forschungsmission Strom
Deutschland ist eine Industrie- und Exportnation. Bezahlbare
Energiekosten und eine resiliente Stromversorgung sind dafür wichtige
Voraussetzungen. Die Forschungsförderung des BMWE trägt dazu bei, dass der
Umbau des Energiesystems in ausbalancierten Schritten gelingt.
Deutschland ist auf einem guten Weg, bis 2030 80 Prozent des
Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Damit einher gehen
Herausforderungen an das Energiesystem. Stromnetze müssen fit und
flexibilisiert für die vielen tausend dezentralen Einspeiser werden. Neue
Speichertechnologien sind gefragt, um erzeugte Stromspitzen
zwischenzuspeichern. Auch Fragen der Systemstabilität müssen gelöst werden.
Digitalisierung und Sektorkopplung bieten hierfür Lösungsoptionen.
60
2025 stammte fast 60 Prozent
des erzeugten Stroms aus
erneuerbaren Energiequellen.
Fortschritte der Projektförderung
• Förderaufruf für Testinfrastrukturen in der Transferoffensive
Energieinnovationen
• Förderaufruf Reallabore der Energiewende 2025
• Förderaufruf Energieforschung für Zirkuläre Wirtschaft –
Wind, PV und System
„Innovationen für eine sichere und
bezahlbare Stromversorgung, die dem
Klimaschutz dient, schaffen.“
Erneuerbare-Energie-Anlagen speisen
vielerorts in das Stromnetz ein.
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 28 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
292. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
Mehr Durchblick und niedrigere Produktionskosten bei
flexiblen organischen PV-Modulen
Organische Solar-Module bestechen durch ihre Eigenschaften. Sie
sind biegsam, kostengünstig und attraktiv im Design. Das macht
sie zu echten Hinguckern, etwa an Bürogebäuden, Autoscheiben
oder Gewächshäusern. Im Forschungsprojekt Durchblick-PV
haben Partner aus Industrie und Wissenschaft innovative
Komponenten für eine höhere Lichtdurchlässigkeit entwickelt – und das
zu niedrigeren Herstellungskosten. Zudem lassen sich einige der
Innovationen schnell in die Fertigung integrieren. Die
Entwicklungen im Detail lesen Sie hier.
I N F O
Programmziele
• Strom aus erneuerbaren Energien effizient und nachhaltig
erzeugen
• Stabiles Stromnetz für eine zuverlässige Stromversorgung
garantieren
• Strom effizient nutzen und speichern
• Dezentrale Stromerzeuger und -verbraucher effizient vernetzen
Energieforschung liefert Lösungen
Die Energieforschung leistet wesentliche Beiträge für den Umbau des
Energiesystems: Innovative Speichertechnologien oder Lösungen für
intelligente und flexible Netzsteuerungen sowie neue Ansätze der
Sektorkopplung stehen im Fokus vieler Forschungsprojekte. Das
Bundeswirtschaftsministerium unterstützt dabei nicht nur mit klassischer
Projektförderung. Es steht auch kontinuierlich im engen Austausch mit allen
relevanten Akteuren aus dem Energiesektor zu strategischen und
förderpolitischen Fragestellungen.
Im September 2025 hat beispielsweise im Rahmen des
Forschungsnetzwerks Erneuerbare Energien – Wind eine gemeinsame Veranstaltung
mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, kurz VDMA,
stattgefunden. Ziel der Veranstaltung war es, die Expertinnen und
Experten der beiden Interessengruppen zusammenzubringen, um die
Bedarfe der Windenergiebranche in Deutschland besser identifizieren
und gemeinsame Projektideen entwickeln zu können.
FORSCHUNGSMISSION
STROM
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 29 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
30 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.4 Forschungsmission Wasserstoff
In der Mission Wasserstoff fördert das Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie Forschungsprojekte für Innovationen in den Bereichen
Produktion von Wasserstoff und seinen Derivaten, Brennstoff zellen,
Wiederverstromung und Wasserstoffspeicher und -transport.
Die Bundesregierung treibt den Einsatz klimafreundlicher
Wasserstofftechnologien voran, um Industrie, Verkehrssektor und
Energieerzeugung weiter zu dekarbonisieren und die Resilienz des Energiesystems zu
stärken. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Für dieses Ziel
muss der Markthochlauf von Wasserstoff, seinen Derivaten und
Wasserstoffanwendungstechnologien deutlich beschleunigt werden. Das
generiert auch Wertschöpfungspotenziale „Made in Germany“.
Um den künftigen Wasserstoffbedarf resilient und kosteneffizient zu
decken und die Speicher- und Transporteigenschaften von Wasserstoff
für das deutsche Energiesystem zu nutzen, wird – neben Importen –
auch eine substanzielle Produktion in Deutschland notwendig sein.
Innovationen aus der Energieforschung inklusive entsprechender Lern-
und Skaleneffekte sind dafür eine wichtige Voraussetzung.
159
neu bewilligte Projekte in
dieser Mission
„Den Weg zur nachhaltigen
Wasserstoffwirtschaft durch neue Technologielösungen
und Konzepte entlang der gesamten
Wertschöpfungskette ebnen.“
Programmziele
• Wasserstoff und seine Derivate effizient erzeugen
• Resiliente Wasserstoffinfrastruktur entwickeln und erproben
• Effizienz bei der flexiblen Rückverstromung von Wasserstoff
erhöhen
• Industrieprozesse auf effiziente Wasserstofftechnologien
umstellen
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 30 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
312. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
Die Bundesregierung will den Wasserstoff-Hochlauf beschleunigen und damit auch den
Industriestandort im internationalen Wettbewerb stärken.
Enger Schulterschluss zwischen Politik, Forschung und Praxis
Die Forschungsförderung geschieht in engem Schulterschluss zwischen
Politik und Fachleuten aus der Forschung und Praxis. Diese sind unter
anderem im Forschungsnetzwerk Wasserstoff aktiv. 2020 auf Initiative
des Bundeswirtschaftsministeriums gegründet, zählt das Netzwerk
mittlerweile über 1.600 Mitglieder aus Industrie, Energiewirtschaft,
Forschungseinrichtungen, Hochschulen und weiteren Institutionen. Auf
großes Interesse in der Fachcommunity stoßen die vom Netzwerk
angebotenen virtuellen Energie-Dialoge „Wasserstand – Aktuelles aus der
Wasserstoffforschung“. 2025 haben durchschnittlich über 150
Interessierte an den insgesamt neun Veranstaltungen teilgenommen und sich
dabei unter anderem über Elektrolyse-Forschungsprojekte oder über
innovative Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff für ein
zukunftsorientiertes Stromnetz ausgetauscht.
FORSCHUNGSMISSION
WASSERSTOFF
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 31 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Warum sind Planung, Genehmigung und
Umsetzung derzeit ein entscheidender Engpass beim
Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft?
Die Hemmnisse liegen weniger im technischen
Know-how, da sind wir dank intensiver Forschung
bereits sehr weit. Die Herausforderungen liegen
eher in den komplexen, mehrstufigen Planungs-
und Genehmigungsverfahren, fehlender
Standardisierung und Erfahrungen sowie in
Sicherheitsbedenken. Wasserstoffleitungen unterliegen zum
Beispiel vielen verschiedenen Gesetzen und
Verordnungen. Hierzu zählen das Wasserrecht, der
Arten- und Naturschutz, für Power-to-Gas-Anlagen
das Immissionsschutzrecht und das Bergrecht bei
Untergrundspeichern. Hinzu kommt der fehlende
bundeseinheitliche Rahmen. Das macht die
Verfahren komplex. Dadurch sind Projektierer und
Behörden oft in einer ungünstigen Situation, da
auf beiden Seiten Planungssicherheit fehlt. Daher
haben wir mit den Leitfäden versucht, eine Art
Harmonisierung und Orientierung zu erzeugen.
Was lösen die von Ihnen entwickelten Leitfäden
konkret für Planer, Netzbetreiber und
Genehmigungsbehörden?
Grundsätzlich sollen alle fünf Leitfäden für die
Beteiligten Interpretationsspielräume reduzieren
und die Planungs- und Investitionssicherheit
unterstützen. Damit tragen wir hoffentlich dazu
bei, dass Wasserstoffprojekte schneller und
effizienter umgesetzt werden können. Zunächst haben
wir für Planer und Netzbetreiber klare
Entscheidungsbäume entwickelt, an denen sie sich
orientieren können. Die Leitfäden sind recht umfangreich,
weil im Wasserstoffbereich zahlreiche
Anforderungen bestehen, die beachtet werden müssen,
beispielsweise im Bereich Explosionsschutz,
Werkstoffbewertung, Sicherheitsanforderungen sowie
Natur- und Wasserschutz. Fakt ist jedoch auch, dass
Behördenmitarbeitenden in diesem Bereich oft die
Erfahrung mit Wasserstoff fehlt. Viele bestehende
Hilfen richten sich vor allem an die fachliche
Ebene. Somit gab es für diesen Personenkreis
bislang keine auf sie zugeschnittene Orientierung.
Das wollten wir mit unseren Leitfäden ebenfalls
ändern.
Wie haben Netzbetreiber, Behörden und
Industriepartner an den Leitfäden mitgewirkt?
Der Austausch mit den relevanten Akteuren war
uns sehr wichtig. Daher haben wir die Praxis sehr
Interpretationsspielräume reduzieren und Planungs- und
Investitionssicherheit unterstützen
Beim Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur entscheiden nicht nur Technik und Investitionen,
sondern vor allem Planung und Genehmigung über das Tempo. Josephine Glandien von der
DBI Gas und Umwelttechnik GmbH und Projektleiterin von PORTAL GREEN II erklärt, wie
praxisnahe Leitfäden und Werkzeuge Planungsprozesse in Zukunft erleichtern sollen.
E R F O L G S G E S C H I C H T E
„Das Feedback war, dass die Leitfäden
in der Praxis helfen, typische Fragen
im Planungs und
Genehmigungsprozess sowie im Baubetrieb
schneller beantworten zu können.“
Josephine Glandien, MBA, Projektleiterin Portal
Green II
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 32 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
eng eingebunden, beispielsweise durch einen
Projektbegleitkreis, mehrere Workshops und
zahlreiche Feedbackrunden. Durch die Zusammenarbeit
konnten wir testen, ob die Leitfäden wirklich
anwendbar und verständlich sind.
Welche Rolle spielt die H2-Einspeiselandkarte für
Transparenz und Planungssicherheit?
Die Karte zeigt im Bau befindliche Projekte und
bereits im Betrieb befindliche Wasserstoffanlagen.
Dabei war uns ganz wichtig, dass die Landkarte nur
finanziell gesicherte Projekte darstellt, die eine FID
haben und somit auch wirklich umgesetzt werden.
Welche Rückmeldungen haben Sie aus der Praxis
erhalten?
Sehr positiv. Das Feedback war, dass die Leitfäden
in der Praxis helfen, typische Fragen im Planungs-
und Genehmigungsprozess sowie im Baubetrieb
schneller beantworten zu können.
Wo besteht weiterhin Forschungs- oder
Handlungsbedarf?
Die Harmonisierung der Behördenpraxis haben
wir mit dem Projekt bereits angereizt. Im Bereich
Digitalisierung, bei klaren Anforderungen,
kürzeren Fristen, stärkerer Standardisierung,
Musteranträgen oder auch einheitlichen Anlaufstellen bei
den Behörden gibt es weiterhin
Optimierungspotenzial.
PORTAL GREEN II
Zuwendungsempfänger: DBI Gas- und
Umwelttechnik GmbH, Gesellschaft für Anlagen- und
Reaktorsicherheit (GRS) und DVGW Deutscher
Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.
Förderndes Ministerium:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Förderkennzeichen: 03EI3078A-C
Fördermittel: 1,3 Millionen Euro
Projektlaufzeit: 01/2023 – 12/2025
Projektbeschreibung auf EnArgus:
I N F O
Die im Forschungsprojekt Portal Green II entwickelten Leitfäden tragen dazu bei, dass
Wasserstoffprojekte schneller und effizienter umgesetzt werden können.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 33 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
34 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.5 Forschungsmission Transfer
Innovationen in der Energieforschung und ihr wirksamer Transfer in
die Praxis sind ausschlaggebend für den erfolgreichen Umbau des
Energiesystems und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzt dabei unter anderem auf
Open Science und agile Förderformate.
Gute Lösungen aus Forschungslaboren und Entwicklungsabteilungen
müssen für die Transformation des Energiesektors zügig in den Markt
gelangen. Daher legt das BMWE mit seinem 8.
Energieforschungsprogramm ein besonderes Augenmerk auf einen effizienten Transfer der
Forschungsinnovationen in die Praxis. Das Ministerium unterstützt
durch agile Förderformate und eine offene Wissenschaft, damit neue
Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen schneller entwickelt
und marktfähig werden.
Mikroprojekte und Reallabore der Energiewende
Mit dem 8. Energieforschungsprogramm hat das BMWE das bestehende
Format der klassischen Projektförderung durch agile Formate ergänzt.
Förderinteressierte können seitdem Forschungsideen schnell und
„Die Rolle der Energieforschung als
Impulsgeberin des Fortschritts in Wirtschaft
und Gesellschaft stärken.“
Neues Förderformat für den Praxistransfer
Das Bundeswirtschaftsministerium schärft kontinuierlich sein Förderformatangebot. So hat das
Ministerium 2025 das Format Vorkommerzielle Auftragsvergabe (PCP für Pre-Commercial
Procurement) für einen Start in 2026 vorbereitet. Hierbei definiert der öffentliche Auftraggeber ein eng
abgestecktes Innovationsbedürfnis, schreibt dieses europaweit aus und vergibt Aufträge in der Regel
parallel an mehrere Unternehmen. PCP unterstützt Unternehmen beim Transfer von Innovationen
in den Markt. Die Formatentwicklung ist Teil des lernenden Ansatzes des 8.
Energieforschungsprogramms des BMWE.
I N F O
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 34 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
352. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
Programmziele
• Verfügbarkeit von qualifiziertem Fachpersonal für die
Energiewende ausbauen
• Innovations- und Portfoliomanagement in der
Energieforschung festigen
• Agile Prozesse und Formate nutzen
• Technologisches Innovationspotenzial erschließen sowie
Wertschöpfungsketten erhalten und ausbauen
• Akzeptanz und Nachnutzungsmöglichkeiten in der
Energieforschung durch Prinzipien der offenen Wissenschaft steigern
unbürokratisch als sogenannte Mikroprojekte mit einer kurzen Laufzeit
bis zu einem Jahr beantragen. Hierzu zählen etwa Projekte, die die
Machbarkeit von Innovationsideen untersuchen, umfangreichere
Forschungsprojekte vorbereiten oder neuartige Technologien an die
Marktreife annähern.
Mit den Reallaboren der Energiewende führt das Ministerium ein
bewährtes, umfängliches Instrument in seinem Förderportfolio fort. Die
Reallabore der Energiewende ermöglichen es, innovative Technologien
unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab zu testen.
Die Projektkonsortien sind in der Regel große, unternehmensgeführte
Verbünde. Die Labore in der Realität umfassen einzelne Stadtviertel,
Industrieareale, ganze Städte oder können sich über mehrere
Bundesländer erstrecken.
FORSCHUNGSMISSION
TRANSFER
Frei verfügbare Daten
beschleunigen Innovationen in das
Energiesystem.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 35 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Das Reallabor der Energiewende GWP analysiert unter anderem im Kraftwerk Stuttgart-Münster, wie
Großwärmepumpen in die Fernwärmeversorgung integriert werden können.
Wie die Reallabore der Energiewende den Wandel des Energiesystems voranbringen
Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen? Ein Laufwasserkraftwerk, in dem Wasserstoff
produziert wird? Reallabore der Energiewende erproben Innovationen in realer Umgebung.
E R F O L G S G E S C H I C H T E
Open versus Closed Science
Das laufende Monitoring zeigt: Projektteams planen mehr
als dreimal so viele Open-Access-Publikationen wie Closed-
Access-Publikationen. Damit zeigt die Energiebranche, dass
sie sich stark vernetzen und die Forschungsergebnisse
anwenden will.
Geplante Open-Access-Publikationen
Geplante Closed-Access-Publikationen
Quelle: PtJ-Monitoring, geförderte Forschungsprojekte mit Start zwischen
01.01.2024 und 31.12.2025
6.194
1.951
Im Reallabor der Energiewende GWP werden
erstmals Großwärmepumpen an Kraftwerksstandorten
in Berlin, Stuttgart, Mannheim und Rosenheim in
das Fernwärmenetz integriert und im Betrieb
optimiert. Bisher ist deren Einsatz oftmals noch nicht
wirtschaftlich. Das möchten die Fachleute im
Realbetrieb durch Analysen und Optimierungen ändern.
Im Reallabor der Energiewende H2-Wyhlen
hingegen wird mit Strom aus dem Rhein in einem
Laufwasserkraftwerk vor Ort Wasserstoff produziert.
Mit Erfolg: Die H2-Infrastruktur wird nun mit
einem angrenzenden Quartier und Industrieareal
zu einem realen Testraum ausgebaut.
Das sind zwei Beispiele von insgesamt 16 laufenden
Real laboren der Energiewende, die das
Bundeswirtschaftsministerium im Jahr 2025 gefördert hat.
Das Angebot, innovative Technologien unter realen
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Förderformat Mikroprojekte:
2025 stark nachgefragt
Auch das im 8. Energieforschungsprogramm
des BMWE neu etablierte Format der
Mikroprojekte stößt in der Energiebranche auf große
Resonanz. Erste Auswertungen zeigen, dass das
niederschwellige Förderangebot, mit dem sich
zukunftsweisende Ideen schnell und effizient
erproben lassen, sowohl von Unternehmen als
auch von Forschungseinrichtungen und
Hochschulen gerne in Anspruch genommen wird.
Bei dem einstufigen Verfahren sind im Jahr
2025 150 Anfragen eingegangen. Nach der
fachlichen Prüfung wurden 50 Mikroprojekte
bewilligt. Die geförderten Mikroprojekte
deckten Forschungsfragen aus sämtlichen
Themenfeldern ab.
FÖRDERFORMAT
MIKROPROJEKTE
I N F O
Im Reallabor H2-Wyhlen erproben Expertinnen und Experten, wie grüner Wasserstoff aus
erneuerbaren Energien effizient erzeugt, gespeichert und für die Energiewende nutzbar gemacht
werden kann.
Bedingungen und im industriellen Maßstab zu
testen, trägt mit seinen Erkenntnissen laut Monitoring/
Evaluation (siehe Kapitel 2.6, Seite 38) maßgeblich
zu den Fortschritten in der Transformation des
Energiesystems bei.
Neuer Förderaufruf zu den Reallaboren der
Energiewende
Daher hat das BMWE im Herbst 2025 einen
weiteren Förderaufruf für dieses Format gestartet. Ein
besonderer Ausschreibungsfokus lag auf den
Themen in den Missionen Strom und Wärme. Darüber
hinaus waren Skizzen zu den Querschnittsthemen
Energie- und Ressourceneffizienz, Digitalisierung,
zirkuläre Wirtschaft und Resilienz gefragt. Die
Resonanz war groß: Bis zum Ende der Einreichungsfrist
Mitte Februar 2026 wurden 62 Skizzen eingereicht.
Das Förderformat Reallabore der Energiewende ist
Teil der Hightech Agenda Deutschland der
Bundesregierung. Diese verfolgt das
Ziel, durch Forschung und
technologische Innovationen
die Wettbewerbsfähigkeit
Deutschlands auszubauen,
zusätzliche Wertschöpfung zu
generieren und die
technologische Souveränität am
Innovationsstandort Deutschland
nachhaltig auszubauen.
REALLABORE DER
ENERGEIEWENDE
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38 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
2.6 Gezielte Programmsteuerung durch Monitoring
und Evaluation
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie richtet das 8.
Energieforschungsprogramm für die angewandte Energieforschung
passgenau auf die industrie- und energiepolitischen Ziele der
Bundesregierung aus. Im Mittelpunkt steht, das Energiesystem zukunftsfest zu
gestalten, das heißt innovationsoffen, resilient, bezahlbar und
klimaverträglich. Das missionsorientierte und lernende 8.
Energieforschungsprogramm des BMWE sichert dies nachhaltig.
Drei Governance-Kernpunkte stützen das Programm:
1. Zielsetzung und Monitoring: Ziele werden definiert, priorisiert und
durch Indikatoren (KPIs) messbar gemacht. Strategisches Lernen
ermöglicht Anpassungen.
2. Instrumente und Maßnahmen: In der Projektförderung werden
neue Ansätze genutzt, um Effektivität und Flexibilität zu steigern.
Die Priorisierungen berücksichtigen Budgetgrenzen.
3. Umsetzung und Evaluation: Fördermaßnahmen werden regelmäßig
überwacht und durch externe Evaluationen, die unter anderem auch
die Stakeholder einbinden, analysiert und bewertet. So bleibt das
Programm agil und wirkungsvoll.
Haushaltsmittel für finanzwirksame Maßnahmen wie Förderprogram me
müssen effizient und wirksam eingesetzt werden. Die Grundlage hierfür
ist § 7 der Bundeshaushaltsordnung. Monitoring und Evaluation dienen
dazu, den verantwortungsvollen und zielorientierten Einsatz der
Finanzmittel zu überprüfen. Die Ergebnisse fließen unter anderem in die
finanzielle, administrative, strategische oder inhaltliche Planung künftiger
Fördermaßnahmen ein.
Die angewandte
Energieforschungsförderung des BMWE leistet einen
erheblichen Beitrag, damit
Deutschlands Energiesystem zukunftsfest
aufgestellt ist und bleibt.
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Laufendes Monitoring der angewandten Energieforschung durch
den Projektträger Jülich
Der Projektträger Jülich setzt die Projektförderung und das Monitoring
der angewandten Energieforschung im Auftrag des BMWE um. Ein
Fachteam analysiert kontinuierlich die umfänglichen Projekt-Informationen
aus dem Fördermanagementdienst „Projektförder-Informationssystem“
(profi). Des Weiteren führt der Projektträger im Auftrag des BMWE über
den Förderzeitraum der Projekte hinweg eine dreistufige Online-
Befragung durch. Das laufende Monitoring zeigt: Die geförderten Projekte
decken alle Förderschwerpunkte des 8. Energieforschungsprogramms
des BMWE gut ab. Übergreifend liegt häufig ein Forschungsfokus auf
Fragestellungen rund um Effizienzmaßnahmen und Kostenreduktion.
Monitoring und Evaluation
tragen entscheidend dazu bei, dass
die Fördermaßnahmen des
BMWE zielgenau erfolgen.
Hochschulen
21,6 %
Forschungseinrichtungen
20,4 %
Großunternehmen
18,3 %
Sonstige
6,2 %
KMU*
33,5 %
Das laufende Monitoring zeigt:
Das BMWE fördert
Unternehmen und wissenschaftliche
Einrichtungen ausgewogen in
seinem 8.
Energieforschungsprogramm.
Die größte Gruppe der 2025 neu
Geförderten stellen die kleineren
und mittleren Unternehmen
(KMU).
*KMU nach deutscher Definition
Wirtschaftliche Verwertung ist für die geförderten Projekte von
zentraler Bedeutung
Das Monitoring zeigt zudem, dass die Förderung im 8.
Energieforschungsprogramm stark anwendungsorientiert ist: Die meisten Projekte
starten auf Technology Readiness Level (TRL) 3 oder 4 und streben zum
Projektende TRL 5 oder 6 an. Der Fokus liegt somit in allen
Forschungsmissionen auf dem Überführen von Ergebnissen in die Validierung und
Demonstration unter realen Bedingungen.
3, 4, 5, 6
Die meisten Projekte starten
auf Technology Readiness
Level 3 oder 4 und streben
zum Projektende 5 oder 6 an.
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40 2. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMWE IN DER ANGEWANDTEN ENERGIEFORSCHUNG
Die meisten Unternehmen planen laut Monitoring, die Ergebnisse
innerhalb von drei Jahren nach Projektende wirtschaftlich zu verwerten.
Über 80 Prozent der Projekte streben eine Verwertung der Ergebnisse
durch das Angebot neuer oder verbesserter Produkte oder
Dienstleistungen an. Zudem erwägen knapp 20 Prozent der Akteure mittel- bis
langfristig Ausgründungen zu ihrem Forschungsthema.
Evaluationsschlussbericht zum 7. Energieforschungsprogramm
veröffentlicht
Das BMWE hat 2021 ein Konsortium mit einer unabhängigen Evaluation
der Projektförderung der angewandten Energieforschung beauftragt.
Das AIT Austrian Institute of Technology, Kerlen Evaluation und KMU
Forschung Austria analysierten und bewerteten die BMWE-
Projektförderung im 7. Energieforschungsprogramm.
In seinem Schlussbericht hat das externe Evaluationsteam dem 7.
Energieforschungsprogramm eine hohe strategische Relevanz für den
Umbau des bundesdeutschen Energiesystems bescheinigt. Die Beiträge
in den Bereichen Leistungssteigerung, Effizienz und Steigerung der
technologischen Reife seien klar erkennbar. Auch den Reallaboren der
Energiewende komme ein hoher Stellenwert beim Umbau des
Energiesystems zu, indem sie den Übergang von der Forschung in die Praxis
erleichterten (siehe auch Seite 36). Hervorgehoben wurde zudem die
Förderung von Vernetzung und Kooperation, beispielsweise durch die
Forschungsnetzwerke Energie (siehe Seite 14).
Lessons Learned aus dem 7. Energieforschungsprogramm
Dem zunehmend systemischen und interdisziplinären Charakter des
Programms hat das BMWE in seinem 8. Energieforschungsprogramm
durch den missionsorientierten Ansatz entsprochen. Dieser richtet die
Forschungsförderung und Governance verstärkt an
gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen aus. Hierfür hat das BMWE unter anderem
einen Programmbeirat etabliert, der aus Sicht von Wirtschaft und
Wissenschaft Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Programms
ausspricht.
Das Konsortium sprach sich im Evaluationsschlussbericht auch dafür
aus, die Dauer der Bewilligungsverfahren zu verkürzen und
Entscheidungsprozesse in Antragsverfahren in der Forschungsförderung
transparenter zu gestalten. Diesen Empfehlungen wurde sowohl bei den
Antragsbearbeitungszeiten als auch in der Öffentlichkeitsarbeit
entsprochen. Seit 2025 steht auf der Internetseite www.energieforschung.de ein
erweitertes Informationsangebot zur Projektförderung online.
>80
Über 80 Prozent der
Projektteams möchten
mit der Forschung neue
oder verbesserte Produkte
bzw. Dienstleistungen
anbieten.
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3. Projektförderung des
BMFTR in der
anwendungsorientierten
Grundlagenforschung
und Fusionsforschung
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und
Raumfahrt (BMFTR) legt mit seinen Fördermaßnahmen
Grundlagen für ein zukunftssicheres Energiesystem. Das
7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung bildet
dafür den Rahmen. Mit seinem Förderprogramm zur
Fusionsforschung unterstützt das BMFTR zudem die Entwicklung
einer Technologie, mit deren Hilfe langfristig der wachsende
Strombedarf klimaneutral und unabhängiger von
Energieimporten abgedeckt werden könnte.
42 3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG
Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden
Transformationsprozess seines Energiesystems, der
eine Vielzahl von Wirtschafts- und
Lebensbereichen betrifft. Neben einzelnen technologischen
Innovationen gewinnen dabei zunehmend Fragen
der Kopplung der Energiesektoren an Bedeutung.
Die anwendungsorientierte Grundlagenforschung
bildet das verbindende Element zwischen
wissenschaftlicher Erkenntnis und angewandter
Energieforschung. Grundlagenforschung und angewandte
Energieforschung legen das Fundament für den
Umbau des Energiesystems. Mit dem 7.
Energieforschungsprogramm hat die Bundesregierung
klare Leitlinien für die Förderung gesetzt. Die bisher größte Initiative
dazu, die Wasserstoff-Leitprojekte, lieferten 2025 umfangreiche
Ergebnisse in den Bereichen Elektrolyse, Transportlösungen und Offshore-
Erzeugung. So unterstützt die Förderung des BMFTR die Forschung an
Lösungen für eine klimaneutrale, sichere, verlässliche und bezahlbare
Energieversorgung.
In der Hightech Agenda sind Fusion und klimaneutrale
Energieerzeugung sowie Technologien für eine klimaneutrale Mobilität explizit als
Schlüsseltechnologiefelder genannt. Auf beide Felder zahlt die
anwendungsorientierte Grundlagenforschung im Bereich Energie ein. Neue
Energietechnologien sind zugleich ein wesentlicher Wertschöpfungs-
und Standortfaktor.
3.1 Strategische Förderformate
Mit strategisch ausgerichteten Förderformaten wird die Energiewende
konsequent ganzheitlich vorangetrieben. In langfristig angelegten
Projekten bündeln Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ihre Kräfte,
um die Transformation des Energiesystems spürbar zu beschleunigen.
Wasserstoff-Leitprojekte: Wegbereiter einer Wasserstoffwirtschaft
Mit den Wasserstoff-Leitprojekten H2Giga, H2Mare und TransHyDE
setzte das BMFTR ein starkes Signal für den Aufbau einer
leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft. Sie sind die größte Initiative des BMFTR zur
Energieforschung. Sie bringen mehr als 230 Partner aus Forschung,
Industrie und Zivilgesellschaft zusammen und adressieren
entscheidende Hebel entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Wasserstoff
– von der industriellen Serienproduktion von Elektrolyseuren über die
Erzeugung auf See bis hin zu Transport- und Speicherlösungen. Die
Forschung der Leitprojekte endete am 31. Dezember 2025.
Das Wissenschaftsjahr 2025
stand unter dem Motto
„Zukunftsenergie“ und widmete
sich den neuesten
Erkenntnissen der Energieforschung auf
dem Weg zu einem
Energiesystem der Zukunft. Die MS
Wissenschaft tourte als
schwimmendes Science Center, unter
anderem mit Exponaten der
BMFTR-geförderten
Wasserstoff-Leitprojekte und der
Kopernikus-Projekte, quer durch
Deutschland. In diesem Rahmen
wurde die breite Öffentlichkeit
mit dem Podcast „Schlauer
Einschlafen“, einem
Kunstwettbewerb, einem Science Slam, der
Ausstellung „Power2Change:
Mission Energiewende“, der
Tour des Energiemobils sowie
einer YouTube-Dokumentation
über die Wasserstoff-Forschung
des BMFTR angesprochen.
(Die große Wasserstoff-Doku
2025 mit Breaking Lab)
Der digitale Comic „Electra und
das Geheimnis des Wasserstoffs“
zeigt auf dem Ausstellungsschiff
MS Wissenschaft die
Energiezukunft.
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3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG 43
Highlights aus den Wasserstoff-Leitprojekten
• Auf den Abschlusskonferenzen der Wasserstoff-Leitprojekte
präsentierten die Projektpartner umfassende Ergebnisse, die
den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft entscheidend
voranbringen – von neuen Materialien, Analysemethoden und
Modellen bis hin zu Fertigungsverfahren,
Anlagenkomponenten und Systemkonzepten.
• Die Analysen von TransHyDE liefern eine detaillierte
Bestandsaufnahme bestehender Regelwerke für Wasserstoff-
Transportoptionen. Es wurden konkrete Forschungs- und
Normungsbedarfe sowie prioritäre Handlungsfelder definiert.
Diese Erkenntnisse zeigen die politischen Handlungsoptionen,
um regulatorische Hemmnisse abzubauen und
Investitionssicherheit zu schaffen.
• Die Roadmap von H2Giga zeigt die weiteren
Forschungsbedarfe auf, um die Kapazitäten für die Herstellung von
Elektrolyseuren und die Produktion von grünem Wasserstoff bis zum
Jahr 2030 auf ein Niveau im Gigawatt-Maßstab zu heben. Die
Roadmap bündelt die Ergebnisse aus fünf Jahren intensiver
Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie.
• Das H2Mare-Projekt PtX-Wind hat die weltweit erste
Produktion von synthetischen Kraftstoffen auf einer schwimmenden
Plattform auf dem offenen Meer erfolgreich demonstriert.
H I G H L I G H T S
Deutschland transformiert sein Energiesystem: Dabei gewinnt die Kopplung der
Energiesektoren immer mehr an Bedeutung.
3
Die Wasserstoff-Leit projekte
waren für sechs Monate Teil der
Weltausstellung im japanischen
Osaka. Über 3 Millionen
Menschen haben sie dort im
Deutschen Pavillon besucht.
Campfire Open Innovation
Lab (COIL)
Im COIL auf dem Gelände der
Yara bei Rostock wird die
gesamte Prozesskette für
„grünen Ammoniak“ – von der
Herstellung über Transport
(z. B. per Schiff), Lagerung und
Nutzung als Energiequelle bis
hin zu Tankstellen demonstriert.
Dabei wurden nicht nur
Technologien erforscht, sondern auch
Recht, Akzeptanz und
wirtschaftliche Lösungen geprüft.
Grünes Ammoniak ermöglicht
eine klimafreundliche Energie-
und Düngemittelversorgung
und stellt einen
vielversprechenden Vektor für den
Schiffsimport von Wasserstoff dar.
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Im Wasserstoffleitprojekt H2Mare wird Wasserstoff auf hoher See erzeugt.
Power-to-X-Produkte sind Energieträger, die aus
Strom hergestellt werden. Das können zum
Beispiel Kraftstoffe oder chemische Grundstoffe sein.
Mit Strom aus Wind- oder Solarkraft ist die
Herstellung dieser Produkte klimaneutral. Besonders
sinnvoll ist das, wenn gerade viel erneuerbarer
Strom zur Verfügung steht, der sonst ungenutzt
bliebe. Offshore, also auf See, wird viel
erneuerbarer Strom in Windparks produziert. Das Projekt
PtX-Wind, Teil des Wasserstoff-Leitprojekts H2Mare,
hat jetzt erfolgreich erforscht, wie direkt bei diesen
Windparks im Meer Produkte wie E-Fuels
hergestellt werden können. So müsste der Strom
zukünftig nicht erst von Offshore-Windenergieanlagen an
Land gebracht werden, sondern könnte sofort vor
Ort genutzt werden.
E R F O L G S G E S C H I C H T E
Power-to-X-Produkte auf hoher See herstellen
Das Projekt PtXWind hat die weltweit erste schwimmende Plattform zur Powerto
XProduktion entwickelt und erfolgreich in der Nordsee getestet.
Alles an Bord!
Auf der schwimmenden Versuchsplattform findet
die gesamte Prozesskette für die Herstellung von
E-Fuels auf einem Raum von 60 mal 15 Metern statt.
Eine Weltpremiere! Die Technik wurde in
Containern aufgebaut, um auch unter den rauen
Bedingungen auf dem Meer verlässlich zu funktionieren.
In den Containern an Bord befinden sich unter
anderem eine Elektrolyse-Anlage. Hier wird im
ersten Schritt grüner Wasserstoff hergestellt und dann
weiterverarbeitet. Die benötigten Ressourcen,
Wasser und CO2, können direkt aus der Umgebung auf
dem Meer gewonnen werden, denn auf der
Plattform gibt es auch eine eigene
Meerwasserentsalzungs- und Direct-Air-Capture-Anlage. Der Aufbau
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 44 –
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Die H2Mare-Versuchsplattform aus der Vogelperspektive: Sie verfügt über eine Direct-Air-
Capture-Anlage zum Gewinnen von CO2 aus der Umgebungsluft, eine
Meerwasserentsalzungsanlage sowie eine Hochtemperatur-Elektrolyse zur Erzeugung von Synthesegas.
PROJEKT PTX-WIND
Technology Readiness Level
nach Projektende: 5
Zuwendungsempfänger: KIT, TU Berlin, DLR,
Uni Stuttgart u. a.
Förderndes Ministerium:
Bundesministerium für Forschung, Technologie
und Raumfahrt
Förderkennzeichen: 03HY302A-R
Fördermittel: 37,7 Millionen Euro
Projektlaufzeit: 04/2021 – 12/2025
Projektbeschreibung auf EnArgus:
I N F O
S T R O M E R Z E U G U N G
P L AT T F O R M - C O N T R O LH O C H T E M P E R AT U R -
E L E K T R O LY S E
D I R E C T A I R
C A P T U R E - A N L A G E
W A S S E R A U F B E R E I T U N G
E N T S A L Z U N G & A B W A S S E R
F I S C H E R -T R O P S C H -
S Y N T H E S E
900
Die Versuchsplattform von
H2Mare, die in einer modularen
Containerbauweise aufgebaut
ist, um auch bei Wellengang und
starkem Wind verlässlich zu
funktionieren, ist 900 m2 groß.
macht es möglich, die gesamte Prozesskette
flexibel und unabhängig vom Stromnetz zu betreiben –
abgestimmt auf die gerade verfügbare Menge an
erneuerbarem Strom aus Offshore-Windparks.
Raus auf hohe See!
Nach dem Aufbau der Plattform im Hafen in
Bremerhaven ging es Ende 2025 in die heiße Phase
und raus auf die Nordsee. Vor Helgoland musste
die Plattform beweisen, ob sie Wind und Wetter
tatsächlich standhalten kann. Zwei Wochen lang
waren Forschende und erfahrenes seemännisches
Personal unterwegs. Trotz wiederholter
Stromausfälle, hohem Wellengang und schwerer
Sturmwarnungen waren die Tests ein voller Erfolg! Die
Forschenden, die teilweise zusätzlich auch noch mit
Seekrankheit zu kämpfen hatten, konnten die
Plattform dauerhaft betreiben und die Prozesskette
intakt halten. Für diese ersten Tests kam der Strom
noch von einem Generator, nicht direkt von der
Windenergieanlage. Die erzielten Ergebnisse liefern
jetzt wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung
größerer PtX-Plattformen, die zukünftig eine
CO2-neutrale Kraftstoffproduktion auf dem Meer
real werden lassen könnten.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 45 –
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orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Kopernikus-Projekte: Systemische Lösungen für
die Energiewende
Die Kopernikus-Projekte ENSURE, P2X, SynErgie
und Ariadne gehören zu den größten deutschen
Forschungsinitiativen zur Energiewende. Seit 2016
erarbeiten sie praxisnahe Lösungen für die
Netzintegration erneuerbarer Energien, die
Sektorenkopplung, die Flexibilisierung der Industrie sowie
für wirksame politische Steuerungsinstrumente.
Mit ihrem systemischen Ansatz liefern sie nicht
nur technologische Innovationen, sondern auch
Vorschläge für konkrete Handlungsoptionen für
Politik und Wirtschaft. Die Ergebnisse der
Kopernikus-Projekte leisten einen unmittelbaren Beitrag
dazu, die Energiewende in Deutschland erfolgreich
umzusetzen – technisch verlässlich, wirtschaftlich
tragfähig und gesellschaftlich akzeptiert.
Highlights aus den Kopernikus-Projekten:
• Wo ist der optimale Standort für eine
Power-to-X-Anlage? Forschende von P2X
entwickeln eine Blaupause, mit der sich
weltweit geeignete Orte identifizieren lassen.
• Die Energiewende kosteneffizient gestalten:
Das haben Forschende von Ariadne
berechnet. Demnach werden die nötigen
Investitionen zum Großteil durch Minderausgaben
für fossile Energieträger ausgeglichen. Die
europäische Integration spielt eine
Schlüsselrolle, um die Kosten zu minimieren.
• SynErgie hat ein hybrides Strahlheizrohr an
einer Großanlage (Contiglühe) von
thyssenkrupp Steel in Betrieb genommen. Dieser
Demonstrator ermöglicht durch den
automatisierten Wechsel zwischen Strom und
Gas eine netzdienliche Flexibilisierung
energieintensiver Thermoprozesse ohne
Beeinträchtigung der Produktionsqualität.
• Ergebnisse der gemeinsamen Kopernikus-
Arbeitsgruppe Regulatorik zur
systemdienlichen Weiterentwicklung der
Stromnetzentgeltsystematik flossen direkt in den
Konsultationsprozess der
Bundesnetzagentur ein und wurden zu Teilen aufgegriffen.
H I G H L I G H T S
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 46 –
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anwendungsorientierte
Grundlagenforschung des
Bundesministeriums für Forschung,
Technologie und Raumfahrt interessiert?
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48 3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG
3.2 Energiewende in den Verbrauchssektoren
Eine erfolgreiche und tragfähige Energiewende erfordert das
Zusammenwirken aller Sektoren. Nur wenn diese Bereiche systematisch
miteinander verzahnt werden, kann die Transformation im erforderlichen
Tempo gelingen.
Zentrale Hebel sind die intelligente Kopplung der Sektoren,
leistungsfähige Speicherlösungen und eine effiziente Verteilung erneuerbarer
Energien. Klimaneutralem Wasserstoff kommt hierbei eine
Schlüsselrolle zu: Er ermöglicht es, erneuerbare Energie flexibel nutzbar zu
machen, schwer elektrifizierbare Anwendungen zu dekarbonisieren und
damit die Energiewende insgesamt entscheidend voranzubringen.
Erneuerbare Energien und CO2 als nachhaltige Kraftstoffe
Mobilitätsbereiche, die sich nicht oder nur schwer elektrifizieren lassen,
können zukünftig durch klimaneutrale Kraft- und Treibstoffe
defossilisiert werden. Sustainable Aviation Fuels (SAF) können allerdings derzeit
je nach Herstellungsverfahren zwei- bis fünfmal so viel kosten wie
herkömmliches Kerosin. BMFTR-geförderte Projekte arbeiten an Techno-
• Forschende stellten Carbon2Chem bei der EU-
Informationsplattform INCITE (Innovation Centre for Industrial Transformation
and Emissions) vor und integrierten es in deren Netzwerk. Es
erhält nun EU-weite Sichtbarkeit.
• Das Carbon2Chem-CCU-Methanol fand im Projekt Power2
Polymers Anwendung. Dort ist es zu Polymeren weiterverarbeitet
worden, um eine Basis für Klebstoffe, Beschichtungsmaterialien
sowie Schmier- und Dichtstoffe zu schaffen.
• Das Kopernikus-Projekt P2X (siehe 3.1) entwickelt Verfahren zur
Umwandlung von erneuerbarem Strom in synthetische
Kraftstoffe. Damit entstehen weitere Optionen für Bereiche, die sich
nur schwer direkt elektrifizieren lassen – wie die Luft- und
Schifffahrt.
• Das deutsch-südafrikanische Projekt CARE-O-SENE entwickelt
verbesserte Katalysatoren für die Herstellung von nachhaltigem
Kerosin. Ziel ist es, die Produktionskosten zu senken, CO2-
Emissionen zu reduzieren und den Markthochlauf klimafreundlicher
Flugkraftstoffe zu beschleunigen.
H I G H L I G H T S
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3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG 49
logien für neue E-Fuels und daran, die Herstellungskosten zu senken.
Technologieoffen werden ebenso Innovationen für zukünftige
Wasserstoffantriebe erforscht.
Die in diesen Projekten erzielten Ergebnisse bilden eine tragfähige
Grundlage, auf der die Bundesregierung im Rahmen der Hightech
Agenda Deutschland gezielt aufbauen kann. Sie ermöglichen es,
Forschungserfolge schneller in marktfähige Technologien zu überführen
und konkrete Anwendungen für die Energiewende – insbesondere
im Verkehrssektor – zügig voranzubringen.
Flexibler Einsatz erneuerbarer Energien
Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien gewinnt die
Flexibilität des Energiesystems entscheidend an Bedeutung. Neben der
Sektorenkopplung und dem Ausbau der Infrastruktur ist insbesondere
die Anpassungsfähigkeit der Industrie ein zentraler Hebel.
Industrielle Prozesse sind bislang überwiegend auf eine gleichmäßige
Energieversorgung ausgerichtet. Durch gezielte Flexibilisierung können
sie künftig stärker auf das schwankende Angebot erneuerbarer Energien
reagieren. Das Kopernikus-Projekt SynErgie untersucht beispielsweise,
wie die Industrie diese Schwankungen ausgleichen könnte. Das kann
gelingen, indem Großverbraucher ihre Prozesse je nach
Stromverfügbarkeit kurzzeitig hoch- oder runterfahren. Das ist ein entscheidender
Beitrag für ein stabiles, klimaneutrales und wettbewerbsfähiges
Energiesystem.
Die Integration erneuerbarer
Energien in ein Gesamtsystem rückt
mehr und mehr in den Mittelpunkt.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 49 –
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50 3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG
3.3 Energieerzeugung
Erneuerbare Energien ersetzen zunehmend konventionelle Quellen.
Nach erfolgreichen Fortschritten beim Ausbau und bei der
Kostensenkung rückt nun die Integration dieser Energien in ein verlässliches
Gesamtsystem in den Mittelpunkt.
Die BMFTR-Förderung konzentriert sich dabei auf direkt speicherfähige
Energieformen.
Das Projekt H2Demo beispielsweise hat 2025 am Fraunhofer ISE eine
neue Anlage gebaut. Diese sogenannte Hochdurchsatz-Epitaxieanlage
kann besonders günstig spezielle Schichten für Tandemsolarzellen
herstellen. Diese werden gebraucht, um mit Sonnenlicht direkt Wasser
in Wasserstoff umzuwandeln.
3.4 Systemintegration: Netze, Speicher,
Sektorenkopplung
Der Ausbau und die Digitalisierung der Netze sowie neue
Speicherlösungen bilden die Grundlage für ein flexibles Energiesystem und
gewährleisten Versorgungssicherheit.
Stromnetze sind das Rückgrat der Energiewende. Das Kopernikus-
Projekt ENSURE (siehe Kapitel 3.1) entwickelt Konzepte für ein
zukunftsfähiges Netz mit Integration erneuerbarer und dezentral erzeugter
Elektrizität, Flexibilitätsoptionen und digitaler Steuerung. RESIST hat einen
Resilienzmonitor entwickelt, welcher in der Lage ist, prognosefähige
Auswirkungen bei auftretenden Disruptionen im Stromnetz treffen zu
können (siehe Interview).
Wasserstoff als zentrales Element
Für die Sektorenkopplung ist Wasserstoff ein wichtiger Baustein. Daher
leistet die Energieforschung mit einer Vielzahl von Projekten einen
zentralen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie.
Im Mittelpunkt stehen die drei Wasserstoff-Leitprojekte (siehe Kapitel 3.1).
Ergänzend beschäftigt sich die Grundlagenforschung Grüner
Wasserstoff mit der nächsten und übernächsten Generation von
Wasserstofftechnologien.
Auch die geförderten
exzellenten Nachwuchsgruppen des
BMFTR können 2025 tolle
Erfolge vorweisen. Dr. Jacob
Schneidewind und seine
Mitarbeitenden des Projekts SolSTEP
sind unter vielen Bewerbern
ausgewählt worden, um am
MDR-Zukunftstag ihre Arbeiten
zur künstlichen Photosynthese
mit verschiedenen
Medienvertretern zu diskutieren und den
Austausch zwischen
Wissenschaft und Medien zu fördern.
Im Bereich Bioenergie fördert
das BMFTR Vorhaben in
internationalen Kooperationen. Das
Projekt START untersucht, wie
mit Hilfe von energetisch
optimierten Gewächshäusern
Pflanzenanbau im trockenen globalen
Süden energieeffizient
stattfinden kann.
Erneuerbare Energien ersetzen zunehmend Energien
aus konventionellen Quellen.
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 50 –
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orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Warum braucht unsere Stromversorgung eine
höhere Resilienz?
Unser ursprünglich hierarchisch angelegtes
Stromnetz verändert sich momentan sehr stark: Große
Kraftwerke fallen weg, erneuerbare Energie wird
dezentral eingespeist, reine Verbraucher sind nun
zusätzlich Produzenten und durch die
Elektrifizierung steigt die Abhängigkeit von Strom.
Gleichzeitig nehmen Extremwetterereignisse und
Cyberangriffe zu. Ein resilientes System kann sich
deutlich flexibler an diese Veränderungen anpassen,
eine Grundversorgung gewährleisten und sich
nach Störfällen schneller wieder erholen.
Was ist der „Resilienzmonitor“, den Sie im Projekt
entwickelt haben?
Der Monitor soll die Resilienz eines Stromnetzes
in Echtzeit abbilden. Dazu sammelt er alle
verfügbaren Informationen zu Resilienz-Aspekten. Im
Projekt waren dies Aspekte des Stromnetzes, die
bislang nicht beachtet werden, zum Beispiel die
Verlässlichkeit der Kommunikation von Virtuellen
Kraftwerken oder die Cyberresilienz digitaler Um -
spannwerke. Wir betrachteten auch zwei
Anwendungsfälle für Teilnetze, die sich zeitweise selbst
mit Strom versorgen können. Für einen der Fälle
identifizierten wir die Anfahrtszeit der
Mitarbeitenden als einen entscheidenden Aspekt für die
Resilienz des Systems.
Wo sehen Sie Anwendungsmöglichkeiten für dieses
Werkzeug?
Perspektivisch könnten Gemeinden den
Resilienzmonitor zur Vorbereitung auf Ausfälle im
übergeordneten Stromnetz nutzen. Er hilft ihnen dabei,
im Vorfeld die Selbstversorgungsmöglichkeiten
abzuschätzen und Resilienz-steigernde
Maßnahmen frühzeitig einzuleiten. Während der
Selbstversorgung überwacht der Resilienzmonitor unter
anderem den Ist-Zustand des Systems.
Zuverlässige Stromversorgung – auch bei massiven Störungen
Das Projekt RESIST entwickelte Methoden zur Analyse und Steigerung der Resilienz
des Stromnetzes. Die zentralen Fragen: Wodurch kann eine verlässliche Stromversorgung
gewährleistet werden und wie kann sie sich nach einer Störung schnell erholen?
Dr. Kris Schroven erarbeitete im Team dafür einen Resilienzmonitor.
„In Zeiten der Digitalisierung und
Elektrifizierung sind wir funda
mental von einer funktionierenden
Strom versorgung abhängig.“
Dr. Kris Schroven ist promovierte Physikerin
und arbeitet am Fraunhofer-Institut für
Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI
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PROJEKT RESIST
Technology Readiness Level
nach Projektende: 3 – 4
Zuwendungsempfänger: Verbund aus 5
Fraunhofer-Instituten (Fraunhofer-Institut für
Kurzzeitdynamik (EMI); Fraunhofer-Institut für
Solare Energiesysteme (ISE); Fraunhofer-Institut
für Energiewirtschaft und
Energiesystemtechnik (IEE); Fraunhofer-Institut für
Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG);
Fraunhofer Institut Angewandte Systemtechnik
(IOSB-AST))
Förderndes Ministerium:
Bundesministerium für Forschung, Technologie
und Raumfahrt
Förderkennzeichen: 03SF0637
Fördermittel: 6,63 Millionen Euro
Projektlaufzeit: 08/2021 – 12/2025
Projektbeschreibung auf EnArgus:
I N F OWarum ist es wichtig, dass an diesem Thema
weiter geforscht wird?
Das europäische Stromsystem gehört zu den
verlässlichsten der Welt. Wir setzen auf diese
Verlässlichkeit. Das beeinträchtigt unsere Bereitschaft, uns
frühzeitig um Resilienzmaßnahmen zu kümmern.
In Zeiten der Digitalisierung und Elektrifizierung
sind wir fundamental von einer funktionierenden
Stromversorgung abhängig. Gleichzeitig leben wir
aber in Zeiten, in denen die Verlässlichkeit des
Stromsystems unter Druck steht. Deswegen ist es
wichtig, das System zu monitoren und resilienter
auszugestalten. Dafür brauchen wir mehr
Forschung.
Welcher Aspekt Ihres Forschungsprojektes hat Sie
besonders überrascht?
Es war spannend zu sehen, wie nah Einfachheit
und Komplexität bei diesem Thema beieinander
liegen. Zum Beispiel tragen simple Maßnahmen –
wie das gezielte Abschalten eines kleinen
Netzabschnittes – dazu bei, Ausfallkaskaden im
Verteilnetz zu verhindern. Gleichzeitig ist die Vielfalt an
Aspekten, die zu Resilienz-Kriterien beitragen,
enorm.
Weitere analysierte
Möglichkeiten zur Resilienz-
Steigerung:
• Anomalieerkennung für die
Kommunikation von
Virtuellen Kraftwerken
• Resiliente KI-
Notfallregelung für optimierte
Wärmepumpensysteme
• Cyberresilienz von digitalen
Umspannwerken
• Inselnetzbetrieb mit
Resilienzwechselrichter
• Aufbau einer lokalen Netzinsel
• Strategisches Netz-
Planungstool
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 52 –
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53
3.5 Systemübergreifende Forschungsthemen der
Energiewende
Interdisziplinäre Ansätze für die Energiewende verbinden Natur-,
Ingenieur-, Informations- und Sozialwissenschaften. Digitalisierung
und CO2-Technologien treiben Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit
systemisch voran.
Energiesystemanalysen bilden die wissenschaftliche Grundlage für
Entscheidungen. Das Kopernikus-Projekt Ariadne (siehe Kapitel 3.1)
entwickelt Szenarien, wie Klimaziele effizient, kostengünstig und
gesellschaftlich tragfähig erreicht werden können.
Energiewende und Gesellschaft
Die Energiewende ist nicht nur technologisch, sondern auch
gesellschaftspolitisch. Sie eröffnet Chancen für Nachhaltigkeit und Teilhabe,
wirft aber auch Fragen nach Gerechtigkeit, Akzeptanz und Steuerung
auf.
Materialforschung und Ressourceneffizienz
Materialforschung ist ein Schlüssel für Effizienz. Das Vorhaben CATLab
konnte neue Wirkweisen in chemischen Reaktionen nachweisen. Die
Ergebnisse wurden in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht
und zeigen, wie Katalysatoren während des Prozesses der
Nitratreduktion in unerwarteten Formen verbleiben können. Das ist entscheidend,
weil genau diese Formen oft die eigentliche chemische
Umwandlungseffizienz das katalytischen Prozesses bestimmen.
Die Kopernikus-Projekte haben
mit der Babbel Bubble einen
einzigartigen Dialograum
geschaffen, der Forschende und
die Gesellschaft
zusammenbringt. Menschen kommen ins
Gespräch und diskutieren Fragen
zur Energiewende. Forschung
gibt sich nahbar, zugänglich und
unverfälscht. Die Kopernikus-
Projekte streamen die
Fragestunden live, sodass ganz
Deutschland zuschauen kann.
Die Babbel Bubble lädt, wie hier in
der Stadt Halle, zu Gesprächen mit
Forschenden der Kopernikus-
Projekte über die Energiewende ein.
3 . PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 53 –
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54 3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG
Digitalisierung der Energiewende
Für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und die Integration
erneuerbarer Energien sind intelligente Steuerungssysteme, Datenanalysen
und eine enge Vernetzung erforderlich. Das Projekt ODH@Jülich führt
eine datenbasierte vollumfängliche Betrachtung für die energetische
Bewirtschaftung von Quartieren durch. Ziel des Projekts ist es,
Methoden und Software-Werkzeuge für Planungs- und
Simulationsprogramme zu entwickeln.
3.6 Aktionsplan Fusion und Förderprogramm Fusion 2040
Der weltweit steigende Strombedarf erfordert sichere, grundlastfähige,
bezahlbare und CO2-neutrale Kraftwerkstechnologien, die Deutschland
unabhängiger von Energie- und Rohstoffimporten machen.
Fusionskraftwerke haben das Potenzial, im Zusammenspiel mit erneuerbaren
Energien, diesen Bedarf zu decken.
Stand der Forschung und Entwicklung
Ausgehend von den vielbeachteten Ergebnissen der National Ignition
Facility (NIF) in den USA, bei denen in weiteren
Trägheitsfusionsexperimenten inzwischen bis zu vier Mal mehr Fusionsenergie freigesetzt
wurde, als über das eingekoppelte Laserlicht zugeführt wurde, hat die
globale Fusionsforschung weiter deutlich an Dynamik gewonnen. Dies
spiegelt sich unter anderem in einem anhaltend starken Zufluss
privaten Kapitals in Fusionsunternehmen wider. Parallel dazu schreiten
zentrale internationale und europäische Vorhaben voran, etwa der Bau von
ITER sowie nationale Programme wie STEP im Vereinigten Königreich.
Auch in Deutschland und Europa werden die Aktivitäten entlang der
gesamten Innovationskette intensiviert. Im Bereich der Magnetfusion
sind weiterhin substanzielle Fortschritte sowohl für Tokamak- als auch
für Stellarator-Konzepte zu verzeichnen.
Auf dem Weg zum Fusionskraftwerk ist noch intensive Forschung und
Entwicklung erforderlich. Dies betrifft zunächst vor allem die
Weiterentwicklung der Technologiereifegrade der einzelnen technologischen
Felder (beispielsweise Entwicklung von Materialien, Tritiumkreislauf,
Lasersysteme). Diese sind zum Teil noch weit von einer Marktreife entfernt.
Förderung der Fusionsforschung durch das BMFTR
Zur beschleunigten Realisierung von Fusionskraftwerken strebt das
BMFTR den Aufbau eines Fusionsökosystems aus Industrie, Start-ups
und Wissenschaft an. Dabei werden Magnet- und Laserfusion gleicher-
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55
maßen adressiert. Grundlage ist die Hightech Agenda Deutschland, der
Aktionsplan „Deutschland auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“ und das
Förderprogramm „Fusion 2040 – Forschung auf dem Weg zum
Fusionskraftwerk“.
Hauptziel der Förderung ist der Bau eines Fusionskraftwerks. Der im
Oktober 2025 veröffentlichte Aktionsplan Fusion konkretisiert dieses
Ziel: Das erste Demonstrations-Fusionskraftwerk der Welt soll durch ein
industriegeführtes Konsortium in Deutschland errichtet werden. Die
Maßnahmen setzen auf technologieorientierte Public Private
Partnerships, um Erkenntnisse frühzeitig in die Industrie zu transferieren. Fünf
der weltweit mehr als 50 Fusionsstart-ups sind in Deutschland
angesiedelt. Auch daher setzt die Förderung auf strategische Partnerschaften
zwischen Start-ups, Industrie und Wissenschaft.
Das erste Demonstrations-
Fusionskraftwerk der Welt soll durch ein
industriegeführtes Konsortium in
Deutschland errichtet werden.
Highlight aus den Fusionsprojekten
Im Projekt HTS4Fusion wurden die anvisierten elektromagnetischen Eigenschaften der neu
entwickelten Hochtemperatursupraleiter-Tapes experimentell nachgewiesen. Insbesondere ist der
Einfluss des kritischen Stroms, oberhalb dessen die supraleitenden Eigenschaften zusammenbrechen,
deutlich zurückgegangen. Damit ist ein wichtiger Schritt hin zur Validierung eines neuartigen
Hochtemperatursupraleiter-Designs erreicht worden.
H I G H L I G H T
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56 3. PROJEKTFÖRDERUNG DES BMFTR IN DER ANWENDUNGSORIENTIERTEN GRUNDLAGENFORSCHUNG
Das Förderprogramm korreliert mit der institutionellen Förderung des
BMFTR. Die dabei getätigten Investitionen sichern Deutschland
langfristig seine weltweite technologische Führungsrolle in der
Magnetfusion, die besonders in der Stellaratorentwicklung sichtbar wird. Darüber
hinaus wird die institutionelle Förderung der Laserfusion aufgebaut.
Ergänzend fördert die Bundesregierung den Aufbau von
Forschungsinfrastrukturen und Technologiedemonstratoren. Für die Laserfusion,
für die in Deutschland bislang keine vergleichbaren Anlagen bestehen,
soll eine neue Forschungsinfrastruktur errichtet werden. Eine
Bekanntmachung dazu wurde im Oktober 2025 veröffentlicht. Darüber hinaus
entstehen je ein Hub zur Magnet- und zur Laserfusion sowie zu
Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung. Sie sind als Kompetenz- und
Exzellenzzentren geplant, in denen Wissen aus Wissenschaft und
Industrie als Keimzellen für Innovationen gebündelt wird. Die Konzeptphase
startete 2025. Nach einer Stakeholderbefragung wurde am 24. März 2026
eine entsprechende Förderbekanntmachung veröffentlicht.
BMFTR-Projektförderung
2025 wurden weitere Projekte der 2024 veröffentlichten
Förderbekanntmachungen umgesetzt. Aus der Bekanntmachung „Basistechnologien“
wurden zwölf weitere Projekte aus gewählt und gestartet, sodass das
Port folio nun insgesamt 20 Projekte mit einer Gesamtzuwendung von
180 Millionen Euro umfasst. Die zweite Einreichungsfrist der
Bekanntmachung zur Nachwuchsgruppenförderung ermöglichte die Auswahl
sieben weiterer Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler,
die ab 2026 ihre Arbeitsgruppen im Bereich der Fusionsforschung
aufbauen werden. Ende des Jahres 2025 wurden zudem zwei neue
Förderbekanntmachungen veröffentlicht: „Basistechnologien für die Fusion,
Runde 3“ sowie „Explorative Forschungsansätze in der Fusion“, deren
Einreichungsfristen 2026 liegen und die das Förderportfolio gezielt
erweitern werden.
Mit der Hightech Agenda Deutschland und dem Aktionsplan Fusion
wurde zudem die Grundlage für den weiteren Ausbau der Förderung
gelegt. Die öffentliche Finanzierung soll in dieser Legislaturperiode
auf insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro erhöht werden.
0
5
10
15
20
25
Basistechnologien
für die Fusion
Nachwuchsgruppen
Die Grafik zeigt die Anzahl
der bisher auf Grundlage der
jeweiligen
Förderbekanntmachung geförderten
BMFTR-Fusionsprojekte.
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4. Institutionelle
Energieforschung
Mit Forschung von den Grundlagen bis zur Anwendung
schafft Helmholtz Energy die wissenschaftlichen
Voraussetzungen für eine klimaneutrale Energieversorgung,
die die Wettbewerbsfähigkeit stärkt und von der
Gesellschaft mitgetragen wird.
58
Helmholtz Energy
Helmholtz Energy, der Forschungsbereich Energie der Helmholtz-
Gemeinschaft, zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination von
systemischer Perspektive, breiter Forschung und umfangreichen
Forschungsinfrastrukturen aus.
In vier interdisziplinären Programmen entwickeln die mehr als 2200
Forschenden zukunftsweisende Lösungen für den nachhaltigen Umbau
der Energieversorgung in Deutschland und weltweit. Dafür erforschen,
entwickeln und bewerten sie innovative Wandlungs-, Verteilungs- und
Speichertechnologien – von der Materialentwicklung bis zur innovativen
Lösung. Unter Einbezug aller relevanten Ketten zur Energiewandlung
und zukunftssicherer technologischer Optionen erarbeitet Helmholtz
Energy ganzheitliche, sektorenübergreifende Konzepte und Lösungen
für ein Energiesystem der Zukunft.
An Helmholtz Energy sind folgende Helmholtz-Zentren beteiligt: das
Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das
Forschungszentrum Jülich (FZJ), das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und
Energie (HZB), das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie das Max-Planck-
Institut für Plasmaphysik (IPP) als wissenschaftlich assoziiertes
Zentrum.
Programme
• Energiesystemdesign:
Forschung mit einem
ganzheitlichen Ansatz zum
Aufbau eines nachhaltigen
Energiesystems
• Materialien und
Technologien für die Energiewende:
Entwicklung neuer
Technologien entlang der gesamten
Wertschöpfungskette
inklusive der Entwicklung von
Hochleistungsmaterialien
• Fusion: Erforschung und
Entwicklung von physikalischen
und technischen Grundlagen
für die Auslegung und den
Bau von Fusionskraftwerken
• Nukleare Entsorgung,
Sicherheit und
Strahlenforschung: Forschung zur
Zwischen- und Endlagerung
radioaktiver Abfälle und zum
sicheren Betrieb von
Kernreaktoren
Im Forschungsbereich Energie der
Helmholtz-Gemeinschaft
entwickeln mehr als 2200 Forschende
zukunftsweisende Lösungen für den
nachhaltigen Umbau der
Energieversorgung in Deutschland und
weltweit.
4 . INSTITUTIONELLE ENERGIEFORSCHUNG
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 58 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Solar TAP hat sich zu einem zentralen Knotenpunkt
für die Zusammenarbeit zwischen Forschung und
Industrie im Bereich aufstrebender Photovoltaik-
Technologien entwickelt, die integrierte und
ressourceneffiziente Energielösungen ermöglichen.
Solar TAP basiert auf der engen Kooperation
zwischen dem Forschungszentrum Jülich (FZJ), dem
Helmholtz-Zentrum Berlin und dem Karlsruher
Institut für Technologie (KIT). Gemeinsam werden
Transferinstrumente strategisch weiterentwickelt.
Dazu gehören gemeinsame technische Grundlagen,
ein transparenter Bewertungsprozess für den
Entwicklungsstand sowie standardisierte
Zusammenarbeit. Auf dieser Basis werden ausgewählte
Forschungs infrastrukturen als gemeinsame
Transferplattform für die Industrie geöffnet. Das
Industrienetzwerk umfasst inzwischen über 50
Unternehmen entlang der gesamten photovoltaischen
Wertschöpfungskette.
Insgesamt wurden inzwischen mehr als 40
Kooperations- und Transferprojekte initiiert. Im
September 2025 wurde Solar TAP erfolgreich evaluiert.
Die sehr positive Bewertung bestätigte den
Mehrwert des domänenspezifischen,
zentrenübergreifenden Ansatzes für den Technologietransfer der
Helmholtz-Gemeinschaft.
Photovoltaikforschung als Erfolgsmodell für den Technologietransfer
Die HelmholtzInnovationsplattform Solar TAP zielt darauf, neue PVLösungen rasch zur
Marktreife zu führen. Der Fokus liegt auf gedruckten „Emerging PV“Technologien auf Basis
von Perowskiten und organischen Halbleitern sowie deren Integration in Multi
BenefitAnwendungen wie Agrivoltaik, gebäudeintegrierte und mobile Photovoltaik.
Bild links: Im Rahmen von Solar TAP werden an der Solarfabrik der Zukunft des Forschungszentrums Jülich mit
Industriepartnern Technologien für das Aufskalieren von gedruckten Solarmodulen entwickelt.
Bild rechts: Materialforschung an gedruckten Solarzellen: Mit dem Spincoating-Roboter erfolgt dies automatisiert.
E R F O L G S G E S C H I C H T E
Solar TAP
Technology Readiness Level
nach Projektende: >6
Zuwendungsempfänger: Forschungszentrum
Jülich, Helmholtz-Zentrum Berlin für
Materialien und Energie, Karlsruher Institut
für Technologie
Förderndes Ministerium:
Bundesministerium für Forschung, Technologie
und Raumfahrt
Fördermittel: 4,02 Millionen Euro pro Jahr
Projektlaufzeit: unbefristet
I N F O
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 59 –
V
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ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
5. Weitere
Fördermaßnahmen der Bundesregierung
mit Energiebezug
Über das Energieforschungsprogramm hinaus setzt die
Bundesregierung weitere Forschungsfördermaßnahmen mit Energiebezug um.
Diese verfolgen jedoch andere strategische Zielsetzungen und sind
daher in unterschiedlichen Politik feldern verankert.
615. WEITERE FÖRDERMASSNAHMEN DER BUNDESREGIERUNG MIT ENERGIEBEZUG
Während das Energieforschungsprogramm konsequent auf die
Entwicklung eines resilienten, klimaneutralen und bezahlbaren Energiesystems
ausgerichtet ist und die gesamte Wertschöpfungskette von der
Erzeugung über Umwandlung, Transport und Speicherung bis zur effizienten
Nutzung betrachtet, zielen andere Programme stärker auf industrie-,
klima- oder sicherheitspolitische Aspekte. Gleichwohl bestehen
inhaltliche Schnittstellen, durch die sich die Programme gegenseitig ergänzen
und Impulse für Innovationen im Energiesystem setzen.
Batterieforschung
Ein Beispiel hierfür ist die industriepolitisch motivierte
Batterieforschung. Im Mittelpunkt stehen neue Materialien, innovative
Produktionsverfahren sowie Recyclingkonzepte. Ziel ist es, die technologische
Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und
europäischen Industrie zu stärken. Gleichzeitig tragen die erzielten Fortschritte
unmittelbar zur Weiterentwicklung von Energiespeichern bei.
Leistungsfähige, nachhaltige Batterie systeme sind eine zentrale
Voraussetzung für die Integration erneuerbarer Energien, für die
Sektorenkopplung sowie für neue Mobilitäts- und Industrieanwendungen. Damit
wirken die Ergebnisse der Batterieforschung mittelbar auch in die
Energieforschung hinein.
Nationale Klimaschutzinitiative (NKI)
Auch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums
für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
weist enge Bezüge zur Energieforschung auf. Die NKI fördert vor allem
praxisorientierte Projekte zur Minderung von Treibhausgasemissionen
auf kommunaler Ebene sowie in Unternehmen und sozialen
Einrichtungen. Dazu zählen Vorhaben zur energetischen Optimierung von
Gebäuden, Infrastrukturen und Prozessen ebenso wie innovative
Klimaschutzlösungen mit direktem Energiebezug. Diese Projekte leisten einen
wichtigen Beitrag, indem sie zeigen, wie neue Technologien und
Konzepte im Alltag umgesetzt werden können und welche
Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Anwendung erforderlich sind. So
entsteht eine Brücke zwischen Forschungsergebnissen und praktischer
Umsetzung.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 61 –
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Kompetenz- und Nachwuchsentwicklung für die nukleare
Sicherheit (kerntechnischer Einrichtungen)
Der Gesetzgeber hat den Ausstieg Deutschlands aus der gewerblichen
Nutzung der Kernspaltung zur Erzeugung von Elektrizität beschlossen
und der Leistungsbetrieb der Kernkraftwerke wurde im April 2023
beendet. Kompetenz- und Nachwuchsentwicklung für die nukleare
Sicherheit und den Strahlenschutz bleiben weiterhin in Deutschland wichtig.
Zum Erhalt der Sprechfähigkeit Deutschlands in internationalen
Organisationen wie der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO)
oder EURATOM, bei sicherheitstechnischen Fragestellungen
ausländischer kerntechnischer Anlagen sowie der Weiterentwicklung und dem
Erhalt der wissenschaftlich-technischen Kompetenz für verbleibende
nationale Herausforderungen benötigt Deutschland trotz Ausstieg aus
der Kernenergie weiterhin Kompetenzen auf den genannten Gebieten
in Behörden, Industrie, Forschung und in der Medizin. Die
Forschungsförderung des BMUKN umfasst anwendungsorientierte
Grundlagenforschung zur Reaktorsicherheit, verlängerten Zwischenlagerung und
Behandlung hochradioaktiver Abfälle, Endlagerung sowie zu diesen
Gebieten übergreifenden Querschnittsthemen. Übergeordnete
Förderziele dieser Maßnahme sind, die Sicherheit kerntechnischer Anlagen zu
verbessern, die wissenschaftlichen Grundlagen für die sichere
Entsorgung radioaktiver Abfälle zu schaffen und weiterzuentwickeln sowie die
Kompetenzentwicklung in der nuklearen Sicherheit zu unterstützen.
Das BMFTR fördert technikoffen die nukleare Sicherheits- und
Strahlenforschung in den drei Fachbereichen Reaktorsicherheitsforschung,
Entsorgungsforschung und Strahlenforschung mit dem Ziel, den
nationalen wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und die nationale
Kompetenz auch unter Beobachtung internationaler Entwicklungen in
den Fachdisziplinen zu erhalten.
Wissenschaftliche und
technische Kompetenz im Bereich
nukleare Sicherheit und
Strahlenschutz bleiben weiterhin in
Deutschland wichtig.
Die Nationale Klimaschutzinitiative
fördert unter anderem energetische
Optimierungen zur Minderung von
Treibhausgasemissionen auf
kommunaler Ebene, etwa in
Krankenhäusern.
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 62 –
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ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
63
Digitale Sektorenkopplung für das Energiesystem
Im Rahmen der Fördermaßnahme „Manufacturing-X“ fördert das BMWE
das Projekt DataFleX. Dieses hat zum Ziel, einen sicheren,
sektorübergreifenden Datenaustausch zu ermöglichen. Dazu bildet das Projekt eine
Brücke zwischen vorangegangenen Forschungsvorhaben aus dem Energie-
und Automobilsektor. Bisher unabhängige Datenökosysteme – wie
Catena-X oder energy data-X – werden im Rahmen des Projekts
gekoppelt.
Der sektorübergreifende Austausch von Daten ermöglicht die
Integration dezentraler, kleinteiliger Flexibilitäten – wie zum Beispiel
Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen oder Heimspeicher – in das Energiesystem.
Verknüpfte Logiken und Marktmechanismen sollen hierzu abgeleitet
und entwickelt werden. Damit können diese Flexibilitäten für
netzstabilisierende Maßnahmen nutzbar gemacht werden und einen
unmittelbaren Beitrag zu Klimaschutz, Bezahlbarkeit und Systemsicherheit
leisten.
Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)
Schließlich adressiert auch die Industrielle Gemeinschaftsforschung
(IGF) mit regelmäßigen Förderaufrufen zu den „Leittechnologien der
Energiewende“ wichtige Fragestellungen mit Energiebezug. Diese
vorwettbewerblichen Forschungsvorhaben orientieren sich inhaltlich am
Energieforschungsprogramm und ermöglichen insbesondere kleinen
und mittleren Unternehmen den Zugang zu aktuellen
wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Ergebnisse fließen in neue Produkte,
Verfahren und Dienstleistungen ein und stärken so die Innovationskraft des
Mittelstands.
In ihrer Gesamtheit tragen diese Programme dazu bei, energiebezogene
Innovationen aus unterschiedlichen Perspektiven voranzubringen. Sie
ergänzen das Energieforschungsprogramm, indem sie
industriepolitische, klimapolitische, sicherheitstechnische und mittelstandsorientierte
Ziele mit energiebezogenen Fragestellungen verbinden und so die
Breitenwirkung von Forschung und Innovation im Energiesystem erhöhen.
Die Industrielle
Gemeinschaftsforschung adressiert mit
Förderaufrufen zu den „Leittechnologien
der Energiewende“ wichtige
Fragestellungen mit
Energiebezug.
5. WEITERE FÖRDERMASSNAHMEN DER BUNDESREGIERUNG MIT ENERGIEBEZUG
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 63 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
6. Forschungsförderung
der Länder
Neben dem Bund setzen auch die Länder wichtige Impulse
für die Energieforschung in Deutschland. Mit regionalen
Schwerpunkten und praxisnaher Förderung bringen sie
innovative Technologien in die Anwendung und stärken
so heute das Energiesystem, Wertschöpfung und
Wettbewerbsfähigkeit vor Ort.
6. FORSCHUNGSFÖRDERUNG DER LÄNDER 65
Der Projektträger Jülich (PtJ) führt im Auftrag des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Energie jährlich Erhebungen zu den Aufwendungen
der Länder für die Forschung und Entwicklung innovativer
Energietechnologien durch.
Im Zuge der jüngsten Abfrage für das Haushaltsjahr 2025 wurden von
Seiten der Länder Aufwendungen für die Energieforschung in Höhe von
521,5 Millionen Euro gemeldet. Hiervon entfielen 321,9 Millionen Euro
auf die Projektförderung und die verbleibenden 199,6 Millionen Euro
auf die Institutionelle Förderung.
Wie schon in den Vorjahren lag der länderseitige Förderschwerpunkt
2025 mit einer Gesamtmittelbereitstellung von 196,4 Millionen Euro im
übergreifenden Forschungsfeld „Wasserstoff und Brennstoffzellen“.
Mit einem Fördervolumen von 149,5 Millionen Euro standen hierbei
die Forschungsaktivitäten im Bereich der Wasserstofftechnologien im
länderseitigen Fokus.
Alle technologieorientierten F&E-Maßnahmen zur Steigerung der
Energieeffizienz in den spezifischen Verbrauchssektoren werden im Bereich
„Energieeffizienz/-endverbrauch“ gebündelt. Dieser wurde im
Erhebungsjahr von Seiten der Länder mit Gesamtaufwendungen in Höhe
von 136,9 Millionen Euro gefördert. Die größte Mittelbereitstellung
innerhalb dieser Kategorie erfuhr im Jahr 2025 das Forschungsgebiet
„Energieeffizienz in Industrie, Handel und Gewerbe“ mit 65,8
Millionen Euro.
521,5
Millionen Euro haben die Länder
2025 für die Energieforschung
ausgegeben.
Abbildung 5: Aufwendungen der Länder für die Energieforschung 2025 nach Sektoren
in Mio. Euro
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 65 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
66 6. FORSCHUNGSFÖRDERUNG DER LÄNDER
Der Förderbereich der „Erneuerbaren Energieerzeugung inkl. Fusion“
vereint alle Forschungsanstrengungen zur technologischen
Fortentwicklung regenerativer Energien sowie auch die in nur wenigen
Ländern verfolgte Fusionsforschung. Der Förderbereich wurde von Seiten
der Länder 2025 mit insgesamt 108,8 Millionen Euro unterstützt. Die
Förderschwerpunkte bildeten dabei Forschungsaktivitäten im Bereich
der Solarthermie und Photovoltaik (29,3 Millionen Euro) sowie der
Bioenergieforschung (19,6 Millionen Euro).
Das Forschungscluster „Sonstige Energie-/Speichertechnologien und
übergreifende Forschung“ umfasste länderseitige Gesamtaufwendungen
in Höhe von 79,4 Millionen Euro. Mit 39,4 Millionen Euro ist der größte
Förderbeitrag in Energiespeichertechnologien geflossen.
Insgesamt tragen die Länder mit finanziellen Gesamtaufwendungen
von 521,5 Millionen Euro wesentlich zur Transformation des deutschen
Energiesystems bei. Die Fördergelder fließen in die Entwicklung
innovativer Lösungen. Damit unterstützen die Länder den
Wirtschaftsstandort Deutschland und bilden eine tragende Säule im gesamtstaatlichen
Energiewendeprozess.
Der ausführliche Bericht „Förderung der Energieforschung durch die
Bundesländer im Jahre 2025“ kann neben den weiteren bislang
veröffentlichten Länderberichten über folgende Website abgerufen werden:
www.energieforschung.de
46,98
149,47
30,87
16,43
65,77
39,42
16,88
19,60
12,08
2,75
9,83
25,23
25,23
23,78
16,29
3,63
29,22
Brennstoffzellen
Energieeffizienz im Verkehr (inkl. Elektromobilität)
Energieeffizienz in Gebäuden und Quartieren
Energieeffizienz in Industrie, Handel und Gewerbe
Energiespeichertechnologien
Energiesystemanalyse/Modellierung
Erneuerbare Energien – Bioenergie
Erneuerbare Energien – Geothermie
Erneuerbare Energien – Meeresenergie
Wasserstofftechnologien
Thermische Kraftwerke/CO
2
-Technologien
Stromnetze (Elektrizitätsübertragung und -verteilung)
Sonstige erneuerbare Energiequellen inklusive Fusion
Sonstige Energieeffizienzmaßnahmen
Erneuerbare Energien – Windenergie
Erneuerbare Energien – Wasserkraft
Erneuerbare Energien – Solarthermie und PV
Abbildung 6: Aufwendungen der Länder für die Energieforschung nach Förderthemen 2025
in Mio. Euro
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 66 –
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orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
7. Europäische und
internationale
Zusammenarbeit
Die Bundesregierung engagiert sich in der europäischen
und internationalen Zusammenarbeit, um die
Energieforschung voranzubringen. Gemeinsam mit Partnerländern
und Organisationen stärkt sie gezielt Forschung und
Innovation von Energietechnologien, um damit globale
Klima- und Energieziele wirksam zu unterstützen.
68
Europäische Union
Die europäische Zusammenarbeit ist ein zentraler Pfeiler der deutschen
Energieforschungsstrategie. Im Rahmen des EU-
Forschungsrahmenprogramms Horizont Europa trägt Deutschland aktiv zur Gestaltung von
Förderprioritäten, Maßnahmen und Partnerschaften bei und stärkt
zugleich die internationale Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft
und Politik.
Im Themencluster 5 „Klima, Energie und Mobilität“ von Horizont
Europa wurden im Jahr 2025 wichtige programmatische Weichen
gestellt. Im Mai 2025 wurde das Arbeitsprogramm für 2025
verabschiedet und veröffentlicht. Parallel dazu arbeitete der Programmausschuss
intensiv an der Ausgestaltung des Arbeitsprogramms 2026–2027, das im
Dezember 2025 beschlossen wurde. Derzeit laufen die Gespräche zur
Aktualisierung des Arbeitsprogramms 2026–2027, um auf neue
technologische, wirtschaftliche und politische Entwicklungen flexibel
reagieren zu können. Darüber hinaus beteiligt sich Deutschland aktiv an den
Verhandlungen zum nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der
Europäischen Union. In diesem Kontext werden zentrale Fragen zur
zukünftigen Ausgestaltung des EU-Forschungsrahmenprogramms sowie eines
europäischen Wettbewerbsfonds ab dem Jahr 2028 diskutiert.
Clean Energy Transition Partnership
Ein bedeutendes Instrument der europäischen Zusammenarbeit ist die
Clean Energy Transition Partnership (CETPartnership). Sie bündelt
nationale und europäische Fördermittel und ermöglicht transnationale
Forschungs- und Innovationsprojekte. Die Partnerschaft verzeichnet eine
steigende Nachfrage: Die Anzahl der eingereichten Projektskizzen (Pre-
Proposals) ist über die vergangenen Ausschreibungsrunden hinweg
kontinuierlich gewachsen. Bis einschließlich des Joint Calls 2024 entsprach
die Entwicklung in Deutschland diesem europäischen Trend. Seit dem
Joint Call 2024 ist die Zahl der Anträge mit deutscher Förderbeteiligung
jedoch leicht rückläufig. Die Themen der Förderaufrufe sind dabei in
circa 10–12 Call-Module unterteilt, die auf sieben Übergangsinitiativen
(TRIs) basieren, darunter saubere Energieerzeugung, Speicherung,
Wärme-/Kältesysteme, regionale/industrielle Energiesysteme und CO2-
Verringerung. Bei den Projekten zeigt sich eine hohe Hebelwirkung der
europäischen Kooperation: Mit rund 12 Millionen Euro eingesetzten
Fördermitteln vom BMWE wurden Projekte mit einem Gesamtvolumen
von etwa 31 Millionen Euro ermöglicht.
7. EUROPÄISCHE UND INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT
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Driving Urban Transitions
Auch die Driving Urban Transitions (DUT) Partnership leistet einen
wichtigen Beitrag zur Transformation urbaner Energiesysteme. Aus den
Joint Calls der Jahre 2022 bis 2024 werden insgesamt sechs europäische
Verbünde mit neun deutschen Partnern und einem Fördervolumen von
rund 1,8 Millionen Euro unterstützt. Die ersten dieser Projekte werden
im Jahr 2026 abgeschlossen. Im Joint Call 2025 wurden im
Themenbereich „Positive Energy Districts“ insgesamt 54 Projektskizzen
eingereicht, darunter 18 mit deutscher Beteiligung. Die Begutachtung läuft
derzeit noch. Für den Joint Call 2026 befindet sich die thematische
Ausgestaltung aktuell im Scoping-Prozess, die Veröffentlichung der
Ausschreibung ist für August 2026 vorgesehen.
Ein besonderer Schwerpunkt der DUT Partnership liegt auf der
Verwertung und Anwendung von Forschungsergebnissen. Deutschland
übernimmt hierbei eine aktive Rolle. Im Rahmen des Arbeitspakets
„Valorisation“ entwickelt der Projektträger Jülich im Auftrag des Governing
Boards der DUT neue Formate zur besseren Überführung von
Forschungsergebnissen in die Praxis. Ziel ist es, den Übergang von Pilot-
und Demonstrationsprojekten hin zu einer breiten Umsetzung zu
beschleunigen. Im Jahr 2025 wurden hierzu unter anderem die Formate
„UrbanChallenge“ und „Urban Arena – Seasonal Heat Storage“ initiiert.
Sie vernetzen Wissenschaft und Praxis, ermöglichen den Zugang zu
realen Anwendungsfällen und liefern wertvolle Impulse für die
Weiterentwicklung der Forschungsförderung, insbesondere im Hinblick auf
Transfer und Wirkung.
6
europäische Verbünde mit neun
deutschen Partnern werden aus
den Joint Calls 2022 – 2024 der
DUT-Partnership mit rund
1,8 Millionen Euro unterstützt.
Die internationale Zusammenarbeit in der Energieforschung bündelt Wissen, Infrastruktur und
Kompetenzen über Ländergrenzen hinweg und beschleunigt so die Entwicklung innovativer
Energietechnologien.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 69 –
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70 7. EUROPÄISCHE UND INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT
Deutsche Beteiligung an der europäischen Energieforschung
Die starke Rolle Deutschlands in der europäischen Energieforschung
zeigt sich auch in der Beteiligung an Projekten: Bei den Förderaufrufen
des Jahres 2024 sind 109 deutsche Partner an 82 von insgesamt 117
geförderten Projekten beteiligt. Dabei haben sie ein Förderbudget von
rund 83 Millionen Euro eingeworben. Lediglich Projektbeteiligte aus
Spanien haben mit rund 96 Millionen Euro mehr Fördergelder bewilligt
bekommen. Hinter Deutschland folgen Frankreich (58 Mio. Euro), Italien
(46 Mio. Euro) und Belgien (39 Mio. Euro). Diese breite Beteiligung
unterstreicht die hohe Leistungsfähigkeit der deutschen
Forschungslandschaft und ihre enge Einbindung in europäische
Innovationsnetzwerke.
Insgesamt verdeutlicht die Entwicklung auf europäischer Ebene die
wachsende Bedeutung koordinierter Forschungs- und
Innovationsaktivitäten für die Energiewende. Durch die enge Zusammenarbeit
innerhalb der Europäischen Union trägt Deutschland dazu bei, Synergien zu
nutzen, Investitionen zu bündeln und die Transformation hin zu einem
nachhaltigen, sicheren und wettbewerbsfähigen Energiesystem
voranzutreiben.
Internationale Energieagentur (IEA)
Die Internationale Energieagentur (IEA) ist eine eigenständige
Organisation innerhalb der OECD. Sie fördert die globale Zusammenarbeit in
energiepolitischen, -technischen und -wirtschaftlichen Fragen. Die IEA
hat 32 Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, 13 assoziierte
Partnerländer und vier Beitrittskandidaten. Damit deckt die Organisation mehr
als 80 Prozent der weltweiten Energienachfrage ab. Das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vertritt dabei federführend die
Bundesregierung.
Alle wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich
der Energietechnologien werden über das Committee on Energy
Research and Technology (CERT) der IEA koordiniert. Das CERT
übernimmt zudem strategische Aufgaben. Über Technology Collaboration
Programmes (TCPs) erfolgt die Umsetzung gemeinsamer Ziele in der
Energieforschungspolitik. Diese Programme bringen Regierungen,
Industrie, Forschungseinrichtungen und weitere Fachleute aus vielen
Ländern zusammen. Sie realisieren gemeinsame Forschungs-,
Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte zu technischen Lösungen für die
globale Energiepolitik. Im April 2025 haben die TCP ihren jährlichen
Innovationsreport veröffentlicht. Deutschland ist an 24 der insgesamt
37 laufenden TCPs beteiligt.
MEHR ZUR
EU-FÖRDERUNG
24
Deutschland ist an 24 der
insgesamt 37 laufenden
Technology Collaboration
Programmes (TCPs) beteiligt.
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7. EUROPÄISCHE UND INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT 71
Bi- und multinationale Fördermaßnahmen
Die Bundesregierung engagiert sich in der Energieforschung auch im
Rahmen bi- und multilateraler Kooperationen mit Partnerländern.
Förderinitiative „Electrochemical materials and processes for green
hydrogen and green chemistry“ (ECCM)
Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den
Niederlanden im Bereich Wasserstoffinfrastruktur und Markthochlauf.
Beide Länder wollen die besonders günstigen Voraussetzungen für ein
grenzüberschreitendes Wasserstoffökosystem gezielt nutzen. Dazu
zählen vorhandene Pipeline- und Hafenstrukturen, geeignete geologische
Formationen zur Wasserstoffspeicherung sowie die hohe industrielle
Nachfrage nach Wasserstoff.
Die Fördermaßnahme zielt darauf ab, durch deutsch-niederländische
Kooperationsprojekte innovative und praxisnahe Technologien für
grünen Wasserstoff und grüne Chemie zu entwickeln. Die Schwerpunkte
umfassen die Bereiche Forschung zur Elektrolyse, Speicherung von
Wasserstoff, Power-to-X-Technologien, Elektrosynthese, Materialien und
Katalyse, Entwicklung und Herstellungsverfahren für Elektrolysesyste me
sowie Systemdesign und -integration. Damit soll die technologische
Entwicklung hin zur Klimaneutralität beschleunigt und die
Zusammenarbeit entlang der gesamten Innovationskette – von Forschung bis
Anwendung – gestärkt werden. Aus der Förderinitiative sind sechs
Verbundprojekte hervorgegangen, zwei gefördert durch das BMWE, vier
durch das BMFTR. An jedem Verbund sind deutsche und niederländische
Partner beteiligt. Sie bündeln Kompetenzen beider Länder, um
hochinnovative und praxisrelevante Verfahren zu entwickeln.
6
Verbundprojekte sind aus der
ECCM-Förderinitiative
hervorgegangen, zwei gefördert durch
das BMWE, vier durch das
BMFTR. An jedem Verbund sind
deutsche und niederländische
Partner beteiligt.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 71 –
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Internationale Kooperationen des BMFTR
Das BMFTR fördert durch internationale und europäische
Kooperationen die Energieforschung: Gemeinsame Projekte und Wissenstransfer
treiben Innovationen voran und sichern Deutschlands Beitrag zur
nachhaltigen Energiezukunft, und das über Grenzen hinweg.
Neben nationalen Programmen setzt das BMFTR auch auf
internationale Initiativen. Mit HyGATE wird gemeinsam mit Australien die
Entwicklung und Erprobung von Wasserstofftechnologien vorangetrieben.
Das BMFTR unterstützt über die afrikanischen Klimakompetenzzentren
WASCAL und SASSCAL die akademische Ausbildung sowie die
Forschung im Bereich Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und grünen
Wasserstoffs in Westafrika und im südlichen Afrika. Besonders zu
nennen sind auch das deutsch-japanische Kooperationsprojekt F3-Pylot zur
fluorfreien Elektrolyse und die deutsch-taiwanische
Forschungskooperation zu grünem Wasserstoff. Zusätzlich engagiert sich das BMFTR in
deutsch-europäischen bilateralen Initiativen, die den Austausch mit
Partnerländern vertiefen und gemeinsame Forschungsprojekte zur
Energiewende ermöglichen, beispielsweise die Fördermaßnahme zu
internationalen Wasserstoffkooperationen gemeinsam mit dem BMWE.
Zu nennen ist auch die deutsch-französische Forschungskooperation.
Dabei werden unter anderem Ansätze für eine grenzüberschreitende
Wasserstoffwirtschaft erarbeitet. Daneben gibt es auch eine
Zusammenarbeit mit Griechenland, Italien und den Niederlanden. Diese
Forschungskooperationen fördern nicht nur die technologische
Entwicklung, sondern auch die europäische Zusammenarbeit im Energiesektor.
Im März 2025 fand die Auftaktveranstaltung des Deutsch-Italienischen
Förderaufrufs HyBridge in Rom statt. Im Beisein des BMFTR und der
beteiligten italienischen Ministerien bot die Veranstaltung den drei
beteiligten Verbundprojekten die Möglichkeit, Wissen zu teilen und sich
über Wirkungen auszutauschen.
72 7. EUROPÄISCHE UND INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT
Die Initiative HyGATE fördert den
Aufbau deutsch-australischer
Lieferketten für grünen Wasserstoff
mit praxisnahen Pilot-, Versuchs-,
Demonstrations- und
Forschungsprojekten entlang der
Wasserstoffversorgungskette.
DEUTSCHLAND/
AUSTRALIEN
DEUTSCHLAND/
AFRIKANISCHE STAATEN
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 72 –
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8. Übersichten
– 73 –
8.1 Fördermittel in der Energieforschungsförderung des Bundes
Thema Mittelabfluss in Mio. €
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Projektförderung BMWE 367,19 466,80 445,71 508,93 526,58 578,40 572,76 579,85 609,20 591,16
Forschungsmission Energiesystem 29,10 38,27 41,90 49,25 59,31 73,14 81,79 88,59 96,71 98,95
Forschungsmission Wärme 97,35 115,68 120,02 131,34 139,32 155,94 160,20 150,25 172,60 173,51
Forschungsmission Strom 192,39 248,70 223,97 259,38 255,19 266,57 243,72 241,55 229,94 210,72
Forschungsmission Wasserstoff 42,20 55,32 47,92 57,99 58,55 70,72 75,03 86,96 101,75 102,53
Sonstige 6,16 8,83 11,90 10,96 14,22 12,04 12,02 12,50 8,20 5,46
Projektförderung BMFTR 111,52 134,58 129,86 128,28 151,76 288,48 467,83 427,61 366,15 381,60
Grundlagenforschung (nicht-nuklear) 95,31 119,79 117,94 116,19 141,77 274,84 453,59 412,74 339,73 327,34
Fusionsforschung 3,12 2,23 9,68 41,21
Nukleare Sicherheitsforschung
(Nachwuchsförderung)
13,09 12,56 11,93 12,09 9,99 13,64 14,24 14,86 16,74 13,05
Sonstige Projektförderung 1) 60,69 60,30 59,68 66,46 72,25 78,29 71,39 70,37
Institutionelle Förderung
(Helmholtz Energy)
362,81 379,63 393,75 410,29 415,78 422,59 430,70 438,98 494,63 502,40
Begleitende Maßnahmen 35,03 28,20 25,76 34,47 50,16 51,38 54,53 58,50 60,44 64,54
Gesamt 937,24 1.069,50 1.054,75 1.148,42 1.216,53 1.419,14 1.597,21 1.575,30 1.530,42 1.539,70
Tabelle 1 | Übersicht über die Energieforschungsförderung des Bundes
1) Ab 2024 sind die Biomasseförderung des BMLEH und die nukleare Sicherheitsforschung des BMUKN nicht mehr Teil der Energieforschungsförderung.
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 74 –
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ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Tabelle 2 | Mittelabfluss der Projektförderung der Forschungsmission Energiesystem des BMWE
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte Fördersumme
in Mio. €
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 laufend
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
neu bewilligt
in 2025
Industrie und Gewerbe1) 14,26 19,09 21,76 26,97 27,71 32,41 35,05 36,39 35,58 37,78 338 74 22,89
Chemische
Verfahrenstechnik (Energieeffizienz)
0,35 0,72 0,58 0,57 0,52 2,18 3,80 5,32 6,91 6,10 57 3 0,53
Digitalisierung in der
Industrie (Energieeffizienz)
0,70 1,36 1,67 1,61 0,66 2,31 3,69 4,27 4,79 3,16 33 13 5,09
Fertigungstechnik 9,31 12,59 15,58 19,77 20,53 19,08 17,06 17,30 13,91 9,90 152 34 8,75
Hochtemperatursupraleitung und Elektrotechnik
0,62 1,18 1,15 0,90 1,54 4,39 5,70 6,73 6,63 14,45 43 3 1,29
Industriemotoren - - - - 0,12 0,33 0,35 0,48 0,12 0,11 - - -
Sonstige (Energieeffizienz) 3,28 3,23 2,78 4,11 4,35 4,12 4,44 2,30 3,22 4,05 53 21 7,23
Energiesystemanalyse,
sektorübergreifende
Systemmodellierung und -planung
11,18 15,01 15,94 17,16 18,97 19,74 19,09 18,72 20,73 18,83 200 47 15,15
Systemintegration und
digitale Lösungen
- 2,68 5,10 8,68 10,73 13,13 14,33 127 26 8,87
Energiewende und
Gesellschaft
0,00 1,23 4,12 6,23 8,31 10,02 10,59 167 38 11,15
Ressourceneffizienz und
zirkuläre Wirtschaft
- - 0,07 2,29 4,88 6,69 7,28 150 32 7,93
Energetische Nutzung biogener
Rest- und Abfallstoffe 1)
3,66 4,17 4,20 5,12 8,72 11,70 10,44 9,56 10,55 10,14 175 29 8,78
Gesamt 29,10 38,27 41,90 49,25 59,31 73,14 81,79 88,59 96,71 98,95 1.157 246 74,77
1) Ab dem Berichtsjahr 2025 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Neuzuordnung einzelner Förderthemen vorgenommen. So sind mit dem Berichtsjahr 2025
die Förderthemen Energetische Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe sowie Industrie und Gewerbe (Energieeffizienz) der Forschungsmission Energiesystem zugeordnet.
Grund für die geänderte Zuordnung sind die Erkenntnisse aus dem Programm-Monitoring zur Abdeckung der Forschungsmissionen und ihrer Programmziele.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 75 –
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orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 laufend
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
Geothermie 12,89 18,23 15,56 13,58 15,03 24,66 25,98 15,71 23,84 30,04 174 32 36,42
Wärmepumpen und
Kältetechnik
5,17 5,11 4,97 5,45 5,69 9,04 8,35 11,79 16,49 19,36 182 58 21,30
Wärmepumpen 5,17 5,11 4,97 5,45 5,61 8,34 7,09 9,94 14,15 16,43 150 51 18,86
Kältetechnik - - - - 0,08 0,70 1,26 1,85 2,34 2,92 32 7 2,43
Solarthermie 8,39 7,74 7,16 6,87 8,69 9,98 10,92 11,11 12,13 11,02 98 15 2,88
Solarthermische Kraftwerke 8,39 7,74 7,16 6,87 8,69 9,98 10,84 10,66 10,81 8,81 78 7 1,63
Solarthermische
Wärmeanwendungen
- - - - - - 0,08 0,45 1,31 2,21 20 8 1,26
Wärme- und Kältenetze,
Wärme- und Kältespeicher
11,71 9,95 9,08 7,79 8,81 12,92 18,72 19,95 19,01 19,30 223 51 17,57
Wärme- und Kältenetze 3,64 3,67 3,51 3,06 3,80 7,94 13,90 14,18 11,14 12,80 151 29 10,02
Wärme- und Kältespeicher 8,06 6,27 5,57 4,73 5,00 4,97 4,83 5,77 7,87 6,50 72 22 7,55
Gebäude 32,00 36,29 39,33 49,41 47,25 45,13 42,11 35,14 33,27 26,37 336 68 21,52
Neue Materialien und
Komponenten
- - - 0,51 2,06 3,32 3,49 3,34 2,75 2,11 32 10 2,60
Gebäudetechnik - - - 0,04 0,65 1,65 3,16 3,73 5,53 3,37 39 1 0,08
Digitale Werkzeuge - - - 0,00 0,92 3,09 4,68 5,89 6,09 6,30 72 22 7,85
Gebäudehüllle - - - - 0,31 1,79 2,62 3,54 3,71 4,62 46 4 1,56
Energieoptimierte Gebäude –
Erneuerbare Energien
2,79 2,82 2,77 3,06 3,28 2,90 1,68 1,53 1,04 1,43 19 9 2,91
Regelungstechnik,
Betriebsoptimierung und Monitoring
- - - 1,05 3,27 4,41 5,68 6,05 6,04 5,54 91 22 6,51
Energieoptimierte und
klimaneutrale Gebäude
2,38 3,97 3,54 2,86 1,08 0,15 0,09 0,03 - - - - -
Sonstige 26,82 29,50 33,02 41,89 35,66 27,80 20,69 11,03 8,10 2,98 37 - -
Quartiere 12,94 17,57 22,52 25,35 33,21 36,30 35,04 37,98 40,69 37,97 326 69 25,77
Energieeffizienz im
Quartier – Konzepte und
Anwendungen
11,82 16,15 20,41 22,99 29,17 29,91 26,26 28,58 29,58 25,40 279 68 25,69
Energieeffizienz im
Quartier – Großskalige
Demonstration
0,57 0,87 0,45 0,34 1,69 4,37 7,49 8,74 10,18 12,33 45 1 0,08
Sonstige 0,55 0,56 1,66 2,02 2,35 2,02 1,28 0,67 0,93 0,24 2 - -
Industrie und Gewerbe 14,26 20,78 21,40 22,89 20,64 17,92 19,09 18,56 27,16 29,45 276 61 28,31
Abwärmenutzung 0,81 0,75 0,35 - 0,03 0,20 0,82 1,54 1,80 1,62 19 3 2,55
Chemische Verfahrenstechnik
(Prozesswärme)
4,85 6,24 6,15 6,01 4,87 3,97 3,82 2,38 2,43 1,59 20 5 3,22
Digitalisierung in der Industrie
(Prozesswärme)
0,37 0,22 0,02 0,25 0,46 0,52 0,72 0,49 1,14 1,81 29 14 4,87
Eisen-, Stahl und
Nichteisenmetalle
0,86 1,09 2,07 3,84 3,80 3,05 3,70 3,51 6,99 8,43 60 16 8,59
Fertigungstechnik
(Prozesswärme)
2,27 2,99 3,16 2,60 2,09 1,93 1,19 0,68 0,83 0,45 7 - -
Thermoprozesstechnik 5,02 9,40 9,65 10,14 9,34 7,81 8,18 9,05 11,68 11,93 118 22 7,04
Sonstige (Prozesswärme) 0,09 0,08 0,01 0,05 0,06 0,44 0,66 0,91 2,29 3,62 23 1 2,06
Gesamt 97,35 115,68 120,02 131,34 139,32 155,94 160,20 150,25 172,60 173,51 1.615 354 153,78
Tabelle 3 | Mittelabfluss der Projektförderung der Forschungsmission Wärme des BMWE
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 76 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 laufend
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
Windenergie 49,68 75,11 59,73 72,95 76,06 82,87 89,19 74,97 66,23 55,47 402 80 47,64
Anlagenentwicklung 17,87 39,50 26,03 32,54 41,38 38,54 36,16 34,79 28,76 25,03 177 35 19,86
Logistik, Installation,
Instandhaltung und Betrieb
7,38 11,00 8,34 8,30 7,83 9,96 10,97 12,14 11,43 9,04 78 13 4,73
Umweltaspekte der
Windenergie
2,25 2,48 2,42 3,34 2,83 3,08 2,13 2,25 1,47 1,43 16 2 1,70
Windenergie Onshore 4,12 3,42 3,10 2,15 0,44 4,25 7,68 4,65 4,41 4,10 21 - -
Windenergie Offshore 10,45 11,56 12,03 15,88 17,61 18,67 25,31 12,94 11,30 7,94 56 22 17,71
Windphysik und Meteorologie 3,03 3,06 2,33 2,96 3,70 6,18 5,45 6,84 7,39 6,42 34 3 1,19
Sonstige 4,58 4,08 5,49 7,79 2,26 2,18 1,48 1,36 1,46 1,51 20 5 2,46
Photovoltaik 53,61 78,39 76,91 95,99 83,92 84,01 68,80 72,37 60,19 58,20 418 107 53,48
Fertigungsverfahren für
PV-Module
7,34 17,23 16,91 16,08 16,47 13,22 11,48 8,62 9,05 8,57 48 11 4,89
Nachhaltigkeit und Akzeptanz 0,99 1,14 0,82 1,01 1,16 1,72 1,05 1,13 1,13 2,40 23 5 0,86
Produktionstechnologien
für Solarzellen
24,04 33,13 33,48 35,18 32,75 30,42 23,02 15,21 16,59 14,24 98 26 18,14
PV-Technologien 7,37 8,32 12,97 19,35 19,99 22,81 16,95 14,09 14,92 15,80 113 35 15,54
Qualitätssicherung 3,79 4,60 3,65 3,97 3,83 5,24 7,25 9,73 10,10 6,09 69 8 3,03
Systemfähigkeit 4,57 5,41 6,85 5,99 5,50 4,00 4,79 4,66 4,90 4,73 47 14 7,60
Sonstige 5,51 8,56 2,24 14,41 4,23 6,60 4,27 18,93 3,51 6,38 20 8 3,42
Stromnetze und
Stromspeicher
87,09 93,05 85,93 88,73 92,95 98,76 82,17 75,09 75,68 68,56 667 144 56,49
Batterietechnik für mobile
Anwendung
13,87 14,28 15,63 17,06 18,24 18,07 14,27 12,44 10,93 8,29 58 2 0,38
Elektrochemische Speicher 5,22 8,54 8,99 8,68 11,19 15,64 11,32 8,78 8,23 6,88 50 30 11,22
Flexibilität im Stromnetz 6,60 6,30 7,13 7,14 10,71 13,88 11,90 9,06 7,29 7,17 96 37 11,81
Netzplanung und
Betriebsführung
13,08 16,87 14,64 12,74 10,82 9,25 8,88 9,30 9,94 10,31 100 10 3,04
Sonstige Stromspeicher 3,18 4,61 4,68 5,64 6,53 4,75 3,24 3,26 3,27 1,81 20 5 1,66
Technik für das Stromnetz 17,52 21,07 17,71 22,50 19,36 20,83 17,50 14,81 16,30 12,29 143 36 16,44
Versorgungssicherheit 19,12 15,79 13,62 11,62 13,59 12,81 11,22 11,87 12,15 12,84 120 24 11,95
Sonstige 8,50 5,59 3,54 3,34 2,52 3,53 3,83 5,57 7,57 8,97 80 - -
Wasserkraft und
Meeresenergie
2,01 2,15 1,40 1,71 2,26 0,93 0,31 0,25 0,67 0,63 4 - -
Flankierende Forschung
IPCEI Batteriezellfertigung
- 3,24 18,87 27,17 27,86 160 4 3,27
Gesamt 192,39 248,70 223,97 259,38 255,19 266,57 243,72 241,55 229,94 210,72 1.651 335 160,89
Tabelle 4 | Mittelabfluss der Projektförderung der Forschungsmission Strom des BMWE
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/8150– 77 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 laufend
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
Produktion von Wasserstoff und
Derivaten; Brennstoffzellen;
Wiederverstromung
39,69 51,19 43,03 52,26 54,45 66,22 70,29 78,31 92,18 92,25 618 133 77,99
Brennstoffzellen 11,76 16,69 14,68 14,39 16,30 16,31 18,96 20,23 24,45 21,20 179 32 19,07
Erzeugung von Wasserstoffderivaten 0,19 1,12 1,92 14,84 17,54 17,86 10,39 7,15 6,17 3,97 21 11 13,22
Systemische Ansätze 0,99 0,32 0,33 0,46 0,43 2,14 4,31 5,44 3,98 4,47 45 6 2,86
Wasserstofferzeugung 5,70 6,66 4,21 1,13 0,97 7,40 15,69 20,78 32,39 39,24 180 43 25,27
Wiederverstromung mit Turbinen
und Motoren
19,65 24,33 20,33 19,74 18,49 21,72 20,40 24,29 25,18 23,37 193 41 17,56
Sonstige 1,40 2,07 1,56 1,69 0,71 0,79 0,53 0,42 - - - - -
Wasserstoffspeicherung und
-transport
2,50 4,14 4,89 5,73 4,10 4,50 4,74 8,66 9,57 10,28 89 26 11,91
Gesamt 42,20 55,32 47,92 57,99 58,55 70,72 75,03 86,96 101,75 102,53 707 159 89,89
Tabelle 5 | Mittelabfluss der Projektförderung der Forschungsmission Wasserstoff des BMWE
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 laufend
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
CO2-Technologien1) 6,11 6,31 7,68 5,49 9,31 6,33 7,38 8,60 8,20 5,46 66 - -
Industrielle Gemeinschaftsforschung
(IGF)2)
0,05 2,52 4,22 5,47 4,90 5,71 4,64 3,89
Gesamt 6,16 8,83 11,90 10,96 14,22 12,04 12,02 12,50 8,20 5,46 66 - -
Tabelle 6 | Abgeschlossene Förderbereiche im Energieforschungsprogramm des BMWE
1) Ab 2024 nur noch auslaufende Projekte im Energieforschungsprogramm; Weiterführung des Förderthemas im Förderprogramm „Dekarbonisierung der Industrie“,
siehe Tabelle 10
2) Ab 2024 nicht mehr Teil des Energieforschungsprogramms. Bis 2023 Mittel aus 0903 / 68301 und 0901 / 68601 des BMWE; Weiterführung der Förderung der IGF
siehe Tabelle 10
Drucksache 21/8150 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 78 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Förderthema Mittelabfluss in Mio. € Anzahl Projekte
Fördersumme
in Mio. €
2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 laufend
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
neu
bewilligt
in 2025
Grundlagenforschung Energie 95,31 119,79 117,94 116,19 141,77 274,84 453,59 412,74 339,73 327,34 998 59 79,31
Bioenergie 6,17 3,13 0,22 5,83 4,63 13,13 2,37 1,07 0,57 1,04 4 1 0,43
Synthetische Kraftstoffe - - - 3,64 7,44 6,49 4,61 0,91 0,06 - - - -
Energiewende und Gesellschaft 2,64 10,02 9,93 10,14 5,14 8,16 9,72 9,95 7,79 10,66 27 - -
Energieoptimierte und klimaneutrale
Gebäude
- 0,20 0,27 0,43 - - - - - - - - -
Energieoptimierte und klimaneutrale
Quartiere
3,88 2,73 7,50 10,22 13,63 9,92 15,53 7,49 12,72 3,62 30 1 0,19
Versorgung mit Wärme und Kälte - - - - - 1,17 3,09 3,08 2,96 2,76 3 - -
Flexible Industrieprozesse - 10,70 12,54 10,80 10,43 14,05 8,37 6,25 9,47 8,51 65 - -
Materialforschung 27,87 26,68 18,21 10,30 2,90 3,96 2,05 0,44 1,40 0,08 1 - -
Photovoltaik 6,17 3,51 1,33 2,69 2,27 4,39 1,34 1,07 1,63 3,77 1 - -
Grundlagenforschung Sektorkopplung
und Wasserstoff
4,63 15,53 17,36 17,78 35,99 80,12 99,54 105,44 123,16 116,37 306 32 60,72
Strategische Leitprojekte: Speicher und
Transport
10,71 28,72 31,34 28,94 26,56 104 - -
Strategische Leitprojekte:
Wasserstofferzeugung
37,93 141,43 145,38 92,77 99,05 238 - -
Sonstige Grundlagenforschung 9,96 11,64 15,22 10,42 6,64 15,70 11,57 23,15 5,68 6,91 10 4 5,50
Stromnetze 10,01 18,11 13,15 10,85 10,58 12,97 11,78 14,74 13,14 12,45 40 4 1,53
Stromspeicher 10,79 3,60 1,17 3,77 2,30 1,56 0,88 1,51 1,81 1,39 5 1 1,59
CO2-Technologien 8,95 11,84 16,90 14,08 25,74 26,54 37,71 25,08 10,19 15,21 32 - -
Technologieoffene Förderung mit
internationalem Fokus
0,65 0,28 2,11 3,88 11,73 24,46 60,00 27,41 14,82 5,62 45 - -
Grundlagenforschung Energierelevante
Nutzung des Untergrundes
3,59 1,81 2,02 1,36 2,35 3,55 14,88 8,43 12,62 13,33 87 16 9,35
Fusion 2040 – Forschung auf dem
Weg zum Fusionskraftwerk
9,68 41,21 135 37 75,17
Pilotprojekte Fusion 6,92 11,66 18 - -
BKM Basistechnologien für die Fusion 2,77 28,95 111 31 54,86
Nachwuchswettbewerb Fusionstalente 0,60 6 6 20,31
Projektbezogene Fusionsforschung1) 3,12 2,23
Nachwuchsförderung
in der Strahlenforschung
13,09 12,56 11,93 12,09 9,99 13,64 14,24 14,86 16,74 13,05 105 24 12,31
Reaktorsicherheitsforschung 2,68 1,73 1,23 1,19 0,79 1,32 3,03 2,76 7,67 3,66 31 9 5,03
Forschung zur verlängerten
Zwischenlag
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