Das Programm "Arbeit: Sicher + Gesund" (Antwort zu Drs. 21/1201)
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Das Programm "Arbeit: Sicher + Gesund" (Antwort zu Drs. 21/1201)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1364
21. Wahlperiode 27.08.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Robert Teske, René Springer, Peter
Bohnhof, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/1201 –
Das Programm „Arbeit: Sicher + Gesund“
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das Bundeskabinett hat den Haushaltsentwurf der Bundesregierung für das
Jahr 2025 am 24. Juni 2025 beschlossen und im Anschluss an den Deutschen
Bundestag zur Beratung (Bundestagsdrucksache 21/500) weitergeleitet. Der
Deutsche Bundestag hat in seiner 19. Plenarsitzung (1. Lesung) am Freitag,
den 11. Juli 2025, den Einzelplan 11 – Bundesministerium für Arbeit und
Soziales – beraten (www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw27-hausha
ltsberatungen-ablauf-1097892; www.bundestag.de/tagesordnung?week=28&y
ear=2025).
Im Kapitel 1107 – Arbeitswelt im Wandel, Fachkräftesicherung – des
Einzelplanes heißt es: „Auch in dieser transformativen Arbeitswelt müssen sichere
und gesunde Arbeitsbedingungen durch einen zeitgerechten Arbeitsschutz
gewährleistet bleiben. Arbeit hat sich dabei an den Menschen anzupassen.
Hierfür ist das Arbeitsschutzrecht praxisgerecht auszustalten [sic!] und die
Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen zu stärken. Um Arbeitsplätze in Zeiten
massiver Veränderungen modern, menschengerecht und zukunftsfähig zu
gestalten, sind neue, breit getragene Strategien und praktische Lösungen gefragt.
Diese sollen im Programm ARBEIT: SICHER + GESUND in einem
kollaborativen Prozess ermittelt, entwickelt und erprobt werden (SDGs 3, 8)“
(Bundestagsdrucksache 21/500, S. 1595).
Das Programm „ARBEIT: SICHER + GESUND“ wurde bereits mit
finanziellen Mitteln des Bundehaushaltes 2024 durchgeführt (Bundestagsdrucksache
20/7800, S. 1564). Im Fokus des Programms standen Fachdialoge und
Pilotprojekte in den Themenfeldern Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz
sowie Produktsicherheit.
1. Welche neuen, breit getragenen Strategien und praktischen Lösungen
wurden im Programm „ARBEIT: SICHER + GESUND“ nach Kenntnis der
Bundesregierung in der 20. Wahlperiode ermittelt?
2. Welche neuen, breit getragenen Strategien und praktischen Lösungen
wurden im Programm „ARBEIT: SICHER + GESUND“ nach Kenntnis der
Bundesregierung in der 20. Wahlperiode entwickelt?
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales
vom 26. August 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
3. Welche neuen, breit getragenen Strategien und praktischen Lösungen
wurden im Programm „ARBEIT: SICHER + GESUND“ nach Kenntnis der
Bundesregierung in der 20. Wahlperiode erprobt?
Die Fragen 1 bis 3 werden gemeinsam beantwortet.
Das Programm ARBEIT: SICHER + GESUND (ASUG) nimmt
Veränderungsprozesse der Arbeitswelt in den Blick und fokussiert die Auswirkungen auf die
Gestaltung gesunder, sicherer und menschengerechter Arbeit. Kern des
Programms sind Multi-Stakeholder-Dialogprozesse, die unterschiedliche
Perspektiven und Sichtweisen über den klassischen Arbeitsschutz hinaus
zusammenbringen. Hier werden potenzielle Gefährdungen sowie politische
Handlungsoptionen identifiziert und Vorschläge für notwendige Optimierungen entwickelt.
Im Zentrum des Programms standen in der 20. Wahlperiode vier Themenfelder,
entlang derer die Beantwortung erfolgt.
Themenfeld „Mobile Arbeit“: Die Entwicklungen hybrider Arbeitsformen
werden im Rahmen des Programms ASUG laufend beobachtet. Im Ergebnis der
Politikwerkstatt „Mobile Arbeit“ wurde ein Handlungsrahmen „Empfehlungen
für gute hybride Bildschirmarbeit“ (www.bmas.de/DE/Service/Presse/Meldung
en/2024/veroeffentlichung-arbeitsschutz-empfehlungen-fuer-hybride-bildschir
marbeit.html) entwickelt und im Juni 2024 veröffentlicht. Zudem wurde der
aktuelle Stand der Debatte zum Thema in Deutschland in einem
Abschlussbericht zusammengefasst und veröffentlicht. Außerdem wird im Rahmen eines
Förderprojekts bis Ende 2025 ein Online-Tool entwickelt, das sich an
Personal-, Unternehmens- und Fachverantwortliche in kleinen und mittelgroßen
Unternehmen richtet, um hybride Arbeit sicher und gesund zu organisieren.
Themenfeld „Psychische Gesundheit“: Mit Expertinnen und Experten aus den
Sozialversicherungszweigen, dem Arbeitsschutz, den Sozialpartnern und
Akteuren aus der Beratungspraxis wurden in einer Politikwerkstatt Maßnahmen
zur Verbesserung der operativen und inhaltlichen Zusammenarbeit, zum Schutz
der Förderung und Wiederherstellung der psychischen Gesundheit von
Beschäftigten breit diskutiert. Die Ergebnisse werden derzeit in einem
Abschlussbericht zusammengefasst und sollen vor Jahresende veröffentlicht werden.
Parallel zum Dialog wird im Rahmen einer Projektförderung eine systematische
Übersicht über bestehende Unterstützungsangebote in Form des
„Präventionsguide-Psyche“ entwickelt. Der Guide dient als Informationsportal für
Präventionsberaterinnen und Präventionsberater in Betrieben.
Themenfeld „Klimawandel“: Im Dialogprozess „Klima wandelt Arbeit“ wurde
die Fragestellung fokussiert, welche Anpassungen erforderlich sind, um sichere
und gesunde Arbeit in einer klimagewandelten Arbeitswelt sicherzustellen.
Thematisiert wurden zunehmende Gefährdungen wie erhöhte Hitze- und UV-
Belastung, stärkere Extremwetterereignisse sowie neue und mehr Allergene
und Vektoren, die Einfluss auf die Gesundheit der Beschäftigten und die
Abläufe in der Produktion haben. Zurzeit wird hierzu ein Abschlussbericht erstellt.
Neben untergesetzlichen betrieblichen Unterstützungsangeboten bietet der
Bericht auch eine Grundlage für die Vorbereitung potenzieller
Regelungsaktivitäten durch den Ausschuss für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ASGA),
der ab 2026 eine Projektgruppe zum Thema Klima und Arbeit einrichten wird.
Im Rahmen einer Projektförderung wird zudem bis Ende 2025 in
Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Betrieben ein Prototyp für einen betrieblichen
Hitzeschutzplan entwickelt und erprobt.
Themenfeld „Basisarbeit“: Die Aktivitäten zielen darauf ab, die
Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Tätigkeitsbereichen ohne Erfordernis einer
beruflichen Qualifikation zu verbessern. Die Gruppe umfasst 7,7 Millionen
Beschäftigte in allen Branchen. Die Tätigkeiten sind oft mit hoher körperlicher
Belastung, atypischen Arbeitszeiten oder mangelnder Wertschätzung verbunden. In
der Branche Gebäudereinigung wird im Rahmen von ASUG ein
Sozialpartnerdialog begleitet. Die Sozialpartner arbeiten hier an Lösungen, um die
Reinigungstätigkeit attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten, damit mehr
Arbeitskräfte gewonnen werden können. Aktuelle Dialogthemen sind u. a. die Potenziale
der Tagesreinigung und Möglichkeiten zur Steigerung der Wertschätzung
gegenüber den Beschäftigten an den Einsatzorten. Ziel ist eine breit getragene
Branchen-Vereinbarung, die auch die Kundeninteressen mitberücksichtigt. Im
Rahmen der Projektförderung wird außerdem ein Studien- und Dialogprojekt
zum Thema „Basisarbeit in der Transformationsgesellschaft“ durchgeführt, das
Vorschläge für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld vor dem Hintergrund
gegenwärtiger Transformationen in der Arbeitswelt entwickelt. Ein weiteres
Projekt entwickelt ein Screeningverfahren, anhand dessen organisationaler
Respekt in Unternehmen systematisch bewertet und entwickelt werden kann. Das
Instrument wird bereits in vier Unternehmen aus der Kurier-, Express- und
Paketbranche, der Gebäudereinigung und der Zeitarbeit betrieblich erprobt.
4. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, ob das Programm
„ARBEIT: SICHER + GESUND“ bislang die Lebenserwartung insgesamt,
die Lebenserwartung von Arbeitnehmern oder die Wertschöpfung
insgesamt oder je Arbeitnehmer positiv verändert hat, und wenn ja, welche
Erkenntnisse sind das konkret?
Im Fokus des Programms ASUG steht die Sicherheit und Gesundheit bei der
Arbeit und damit das Ziel, Beschäftigte wirksam vor Gefahren und
gesundheitlichen Schädigungen sowie Unfällen zu schützen. Um dieses Ziel zu erfüllen,
müssen gesetzliche und untergesetzliche Rahmenbedingungen zum Erhalt der
Sicherheit und Gesundheit kontinuierlich überprüft und für eine veränderte
Umwelt optimiert werden. Ein statistischer Bericht über den Stand von
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, über das Unfall- und
Berufskrankheitengeschehen sowie zu volkswirtschaftlichen Kosten durch Arbeitsunfähigkeit wird
jährlich durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
aufbereitet und in Form des Berichts „Sicherheit und Gesundheit bei der
Arbeit“ von der Bundesregierung vorgelegt (§ 25 Absatz 1 des Siebten Buches
Sozialgesetzbuch – SGB VII).
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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