polradar

Psychische Belastungen in der Arbeitswelt (Antwort zu Drs. 21/3153)

dip / drucksache 23.12.2025 · WP 21 · 21/3464 · Antwort · Original ↗

Im Graph öffnen

Text

Psychische Belastungen in der Arbeitswelt (Antwort zu Drs. 21/3153) [Deutscher Bundestag Drucksache 21/3464 21. Wahlperiode 23.12.2025 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Anne Zerr, Janine Wissler, Doris Achelwilm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke – Drucksache 21/3153 – Psychische Belastungen in der Arbeitswelt V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Psychische Belastung bei der Arbeit hat viele Ursachen – Leistungsverdichtung, mangelnde soziale Unterstützung, überlange und ungünstige Verteilung der Arbeitszeit oder Umgebungsfaktoren wie Lärm, Beleuchtung oder Hitze. Zusätzlich können externe Faktoren, wie Krieg oder die andauernde Lebenshaltungskostenkrise, eine psychische Belastung für Beschäftigte darstellen. Jüngste Daten aus dem DAK-Gesundheitsreport 2025 bestätigen, dass psychische Erkrankungen unter den Top-3-Gründen für eine Krankschreibung liegen (https://caas.content.dak.de/caas/v1/media/142382/data/8f878876acd7ba6e307 6622bcc006219/gesundheitsreport2025-ebook.pdf). Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) stellt fest, dass sich „angesichts der sich in der Arbeitswelt vollziehenden digitalen Transformation auch Veränderungen der psychischen Belastung bei der Arbeit“ (www.gda-portal.de/DE/GDA/3-G DA-Periode/AP-Psyche) ergeben und hat psychische Belastungen zu einem der Arbeitsschwerpunkte der dritten GDA-Periode (von 2021 bis 2024) erklärt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die dritte GDA-Periode bis Ende 2025 verlängert. Auch die Bundesregierung plant die Stärkung der „Prävention von psychischen Erkrankungen“ (Verantwortung für Deutschland. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD (KoalV), S. 16). Jedoch existiert weiterhin keine Anti-Stress-Verordnung, die aus Sicht der Fragesteller geeignet wäre, Beschäftigte vor den Auswirkungen psychischer Belastung bei der Arbeit zu schützen. Bereits am 3. Mai 2013 hatte der Bundesrat eine entsprechende Verordnung beschlossen (Bundesratsdrucksache 315/13). Mit dieser Kleinen Anfrage sollen der aktuelle Stand psychischer Belastungen in der Arbeitswelt und die diesbezüglichen Vorhaben der Bundesregierung erfragt werden.  1. Wie viele Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) in Millionen aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen gab es nach aktuellsten Daten nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2024, und wie stellen sich diese Werte im Vergleich zu den Jahren 2004, 2009, 2014 und 2019 dar (sollten für das Jahr 2024 keine Daten vorliegen, bitte stattdessen die Daten des jüngsten verfügbaren Jahres verwenden, bitte für die einzelnen Jahre Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 22. Dezember 2025 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext. sowohl in absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Diagnosegruppen darstellen, bitte nach Geschlecht, Branche und Alter differenzieren)? Die Arbeitsunfähigkeitstage in Millionen aufgrund von Psychischen und Verhaltensstörungen können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Die Ergebnisse für die Jahre 2004 und 2009 liegen nicht vor. Eine Unterscheidung nach Branche ist nicht möglich, da die zugrunde liegende amtliche Statistik der gesetzlichen Krankenversicherung dieses Merkmal nicht enthält. Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) in Millionen aufgrund von Psychischen und Verhaltensstörungen 2014 2014 2019 2019 2024 2024 Tage Tage Tage Tage Tage Tage Altersgruppenbezeichnung männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich bis unter 15 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 15 bis unter 20 0,24 0,36 0,38 0,54 0,47 0,74 20 bis unter 25 1,29 2,11 2,08 2,83 3,05 4,27 25 bis unter 30 1,99 3,26 3,26 4,59 4,96 6,76 30 bis unter 35 2,46 3,75 4,26 5,89 6,13 8,06 35 bis unter 40 2,52 4,05 4,71 6,57 6,76 9,15 40 bis unter 45 2,99 4,87 4,50 6,74 6,58 9,44 45 bis unter 50 4,02 6,83 5,15 8,04 5,85 8,89 50 bis unter 55 4,36 7,34 7,09 11,04 6,59 10,15 55 bis unter 60 3,94 6,56 7,62 11,74 9,06 13,95 60 bis unter 65 2,93 4,20 6,08 9,15 9,95 14,77 65 bis unter 70 0,14 0,16 0,34 0,45 0,98 1,37 70 bis unter 75 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 75 bis unter 80 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 80 und älter 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 Gesamtwert 26,88 43,51 45,48 67,57 60,39 87,55 Datenquelle: Statistik KG8 der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Der Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Psychischen und Verhaltensstörungen an allen Diagnosegruppen können der nachfolgenden Tabellen entnommen werden. Die Ergebnisse für die Jahre 2004 und 2009 liegen nicht vor. Eine Unterscheidung nach Branche ist nicht möglich, da die zugrunde liegende amtliche Statistik der gesetzlichen Krankenversicherung dieses Merkmal nicht enthält. (AU-Tage) in Millionen aufgrund von Psychischen und Verhaltensstörungen, Anteil an allen Diagnosegruppen 2014 2014 2019 2019 2024 2024 Altersgruppenbezeichnung männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich bis unter 15 12,11 % 8,76 % 0,00 % 0,00 % 0,00 % 0,00 % 15 bis unter 20 5,27 % 10,33 % 6,92 % 13,63 % 5,87 % 12,89 % 20 bis unter 25 9,46 % 16,38 % 12,67 % 19,84 % 12,32 % 19,94 % 25 bis unter 30 12,52 % 19,09 % 15,44 % 21,80 % 16,10 % 23,29 % 30 bis unter 35 14,25 % 20,91 % 16,64 % 23,09 % 17,07 % 23,80 % 35 bis unter 40 14,47 % 22,24 % 17,36 % 24,19 % 16,99 % 23,55 % 40 bis unter 45 13,99 % 21,58 % 16,49 % 23,44 % 16,83 % 23,07 % 45 bis unter 50 13,35 % 20,49 % 15,24 % 21,88 % 15,63 % 21,34 % 50 bis unter 55 12,43 % 19,12 % 14,45 % 20,66 % 14,65 % 20,27 % 55 bis unter 60 11,37 % 18,90 % 12,98 % 20,27 % 14,02 % 20,66 % 60 bis unter 65 11,23 % 19,40 % 12,66 % 20,79 % 14,15 % 22,17 % 65 bis unter 70 9,66 % 17,30 % 11,52 % 17,95 % 13,51 % 20,71 % 70 bis unter 75 1,80 % 3,36 % 4,63 % 4,46 % 3,83 % 6,53 % (AU-Tage) in Millionen aufgrund von Psychischen und Verhaltensstörungen, Anteil an allen Diagnosegruppen 2014 2014 2019 2019 2024 2024 Altersgruppenbezeichnung männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich 75 bis unter 80 2,32 % 3,47 % 3,46 % 2,08 % 1,81 % 2,54 % 80 und älter 0,89 % 1,47 % 2,12 % 1,60 % 7,77 % 0,18 % Gesamtwert 12,35 % 19,66 % 14,40 % 21,43 % 14,98 % 21,76 % Datenquelle: GKV-Statistik KG8  2. Wie viele durchschnittliche AU-Tage je 100 Versicherte bzw. je GKV- Mitgliedsjahr (GKV = gesetzliche Krankenversicherung) in der Diagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen gab es nach aktuellsten Daten nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2024, und wie stellt sich dieser Wert im Vergleich zu den Jahren 2004, 2009, 2014 und 2019 dar (sollten für das Jahr 2024 keine Daten vorliegen, bitte stattdessen die Daten des jüngsten verfügbaren Jahres verwenden, bitte für die einzelnen Jahre sowohl in absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Diagnosegruppen darstellen, bitte nach Geschlecht, Branchen und Alter differenzieren)?  Die durchschnittlichen AU-Tage je 100 Versicherte in der Diagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen können der nachfolgenden Tabellen entnommen werden. AU-Tage je 100 Versicherte aufgrund von Psychischen und Verhaltensstörungen 2014 2014 2019 2019 2024 2024 Altersgruppenbezeichnung männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich bis unter 15 12,11 8,76 0,00 0,00 0,00 0,00 15 bis unter 20 5,27 10,33 6,92 13,63 5,87 12,89 20 bis unter 25 9,46 16,38 12,67 19,84 12,32 19,94 25 bis unter 30 12,52 19,09 15,44 21,80 16,10 23,29 30 bis unter 35 14,25 20,91 16,64 23,09 17,07 23,80 35 bis unter 40 14,47 22,24 17,36 24,19 16,99 23,55 40 bis unter 45 13,99 21,58 16,49 23,44 16,83 23,07 45 bis unter 50 13,35 20,49 15,24 21,88 15,63 21,34 50 bis unter 55 12,43 19,12 14,45 20,66 14,65 20,27 55 bis unter 60 11,37 18,90 12,98 20,27 14,02 20,66 60 bis unter 65 11,23 19,40 12,66 20,79 14,15 22,17 65 bis unter 70 9,66 17,30 11,52 17,95 13,51 20,71 70 bis unter 75 1,80 3,36 4,63 4,46 3,83 6,53 75 bis unter 80 2,32 3,47 3,46 2,08 1,81 2,54 80 und älter 0,89 1,47 2,12 1,60 7,77 0,18 Gesamtwert 12,35 19,66 14,40 21,43 14,98 21,76 Datenquelle: GKV-Statistik KG 8 Durchschnittliche AU-Tage je 100 Versicherte aufgrund von Psychischen und Verhaltensstörungen, Anteil an allen Diagnosegruppen 2019 2019 2019 2019 2024 2024 Altersgruppenbezeichnung männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich bis unter 15 1,54 1,61 0,00 0,00 0,00 0,00 15 bis unter 20 2,51 2,95 3,00 3,44 3,23 3,54 20 bis unter 25 2,90 3,28 3,49 3,74 4,01 4,05 25 bis unter 30 2,95 3,24 3,43 3,62 3,99 4,05 30 bis unter 35 3,12 3,22 3,44 3,51 3,96 4,01 Durchschnittliche AU-Tage je 100 Versicherte aufgrund von Psychischen und Verhaltensstörungen, Anteil an allen Diagnosegruppen 2019 2019 2019 2019 2024 2024 Altersgruppenbezeichnung männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich 35 bis unter 40 3,06 3,10 3,43 3,34 3,89 3,83 40 bis unter 45 2,96 2,84 3,24 3,10 3,78 3,63 45 bis unter 50 2,78 2,65 3,04 2,87 3,49 3,32 50 bis unter 55 2,63 2,51 2,89 2,68 3,29 3,11 55 bis unter 60 2,52 2,49 2,70 2,61 3,10 3,03 60 bis unter 65 2,52 2,54 2,58 2,60 3,02 3,08 65 bis unter 70 2,51 2,56 2,49 2,42 3,00 3,10 70 bis unter 75 1,43 1,18 2,15 1,27 1,76 2,05 75 bis unter 80 1,96 1,53 1,42 0,88 1,06 1,29 80 und älter 1,49 1,63 2,92 2,00 5,58 0,52 Gesamtwert 2,85 2,88 3,09 3,04 3,64 3,55 Datenquelle: GKV-Statistik KG 8 Die Ergebnisse für die Jahre 2004 und 2009 liegen nicht vor. Eine Unterscheidung nach Branche ist nicht möglich, da die zugrunde liegende amtliche Statistik der gesetzlichen Krankenversicherung dieses Merkmal nicht enthält.  3. Welche Wirtschaftszweige und Wirtschaftsabschnitte bzw. Berufsgruppen und Tätigkeiten weisen nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2024 besonders erhöhte Durchschnittszahlen bezüglich der „Diagnosetage je GKV-Mitgliedsjahr“ in der Diagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen auf (bitte nach Geschlecht differenzieren)? Zahlen für das Jahr 2024, differenziert nach Geschlecht, können der Tabelle TD 9 (Tabellenteil S. 150) des Berichtes „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2024 (www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Bericht e/Suga-2024)“ entnommen werden.  4. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung darüber vor, wie die Häufigkeit von AU-Tagen je 100 Versicherte bzw. je GKV-Mitgliedsjahr in der Diagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen in den verschiedenen Erwerbseinkommensdezilen verteilt ist? Die Häufigkeit von AU-Tagen je 100 Versicherte in der Diagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen in den verschiedenen Erwerbseinkommensdezilen liegen der Bundesregierung nicht vor. Die zugrunde liegende amtliche Statistik KG 8 der GKV enthält keine Differenzierung nach der Höhe des Erwerbseinkommens.  5. Wie viele Personen sind nach aktuellsten Daten nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2024 wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen vorzeitig in die Rente eingetreten, und wie stellt sich dieser Wert im Vergleich zu den Jahren 2004, 2009, 2014 und 2019 dar (sollten für das Jahr 2024 keine Daten vorliegen, bitte stattdessen die Daten des jüngsten verfügbaren Jahres verwenden, bitte für die einzelnen Jahre sowohl in absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Renteneintritten darstellen, bitte nach Geschlecht und Altersgruppen differenzieren)? Die erbetenen Informationen können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit mit der Diagnosegrundgruppe „Psychische Störungen“, Rentenzugang Männer und Frauen Berichtsjahr Anzahl insgesamt Altersgruppe bis 30 30–34 35–39 40–44 45–49 50–54 55–59 60 und mehr 2004 Insgesamt 169.460 4.235 5.174 12.779 19.325 26.439 41.668 47.399 12.441 darunter wegen psychischer Störungen 52.668 2.167 2.547 5.599 7.766 9.088 12.632 11.167 1.702 Anteil 31,1 % 51,2 % 49,2 % 43,8 % 40,2 % 34,4 % 30,3 % 23,6 % 13,7 % 2009 Insgesamt 173.028 4.493 4.763 10.493 18.844 27.479 41.223 52.869 12.864 darunter wegen psychischer Störungen 64.469 2.773 2.848 5.214 9.070 12.051 14.356 15.769 2.388 Anteil 37,3 % 61,7 % 59,8 % 49,7 % 48,1 % 43,9 % 34,8 % 29,8 % 18,6 % 2014 Insgesamt 170.784 3.762 5.231 9.181 15.306 24.649 39.691 48.552 24.412 darunter wegen psychischer Störungen 72.972 2.471 3.370 5.047 8.161 12.620 16.835 17.869 6.599 Anteil 42,7 % 65,7 % 64,4 % 55,0 % 53,3 % 51,2 % 42,4 % 36,8 % 27,0 % 2019 Insgesamt 161.534 2.877 4.103 9.185 10.962 17.350 32.588 49.538 34.931 darunter wegen psychischer Störungen 67.321 1.749 2.530 4.570 5.550 8.840 14.757 19.196 10.129 Anteil 41,7 % 60,8 % 61,7 % 49,8 % 50,6 % 51,0 % 45,3 % 38,8 % 29,0 % 2024 Insgesamt 171.732 2.715 3.789 9.010 11.630 13.783 25.753 51.030 54.022 darunter wegen psychischer Störungen 72.095 1.676 2.222 4.161 5.507 6.722 11.653 21.398 18.756 Anteil 42,0 % 61,7 % 58,6 % 46,2 % 47,4 % 48,8 % 45,2 % 41,9 % 34,7 % Männer und Frauen Berichtsjahr Anzahl insgesamt Altersgruppe bis 30 30–34 35–39 40–44 45–49 50–54 55–59 60 und mehr 2004 Insgesamt 96.600 2.429 2.577 6.668 10.243 14.306 23.094 28.351 8.932 darunter wegen psychischer Störungen 25.551 1.319 1.315 2.895 3.853 4.304 5.634 5.181 1.050 Anteil 26,5 % 54,3 % 51,0 % 43,4 % 37,6 % 30,1 % 24,4 % 18,3 % 11,8 % 2009 Insgesamt 92.326 2.387 2.205 5.054 8.960 13.781 22.399 29.099 8.441 darunter wegen psychischer Störungen 29.006 1.536 1.390 2.410 4.166 5.428 5.988 6.771 1.317 Anteil 31,4 % 64,3 % 63,0 % 47,7 % 46,5 % 39,4 % 26,7 % 23,3 % 15,6 % 2014 Insgesamt 86.640 1.802 2.408 4.325 6.836 11.464 20.564 25.344 13.897 darunter wegen psychischer Störungen 31.301 1.194 1.611 2.338 3.389 5.249 7.170 7.498 2.852 Anteil 36,1 % 66,3 % 66,9 % 54,1 % 49,6 % 45,8 % 34,9 % 29,6 % 20,5 % 2019 Insgesamt 79.134 1.358 1.804 4.315 4.855 7.487 15.270 24.866 19.179 darunter wegen psychischer Störungen 27.912 828 1.156 2.052 2.300 3.461 5.884 7.851 4.380 Anteil 35,3 % 61,0 % 64,1 % 47,6 % 47,4 % 46,2 % 38,5 % 31,6 % 22,8 % 2024 Insgesamt 78.963 1.207 1.500 4.066 5.010 5.439 10.900 23.305 27.536 darunter wegen psychischer Störungen 27.811 747 916 1.802 2.196 2.456 4.291 7.989 7.414 Anteil 35,2 % 61,9 % 61,1 % 44,3 % 43,8 % 45,2 % 39,4 % 34,3 % 26,9 % Frauen Berichtsjahr Anzahl insgesamt Altersgruppe bis 30 30–34 35–39 40–44 45–49 50–54 55–59 60 und mehr 2004 Insgesamt 72.860 1.806 2.597 6.111 9.082 12.133 18.574 19.048 3.509 darunter wegen psychischer Störungen 27.117 848 1.232 2.704 3.913 4.784 6.998 5.986 652 Anteil 37,2 % 47,0 % 47,4 % 44,2 % 43,1 % 39,4 % 37,7 % 31,4 % 18,6 % 2009 Insgesamt 80.702 2.106 2.558 5.439 9.884 13.698 18.824 23.770 4.423 darunter wegen psychischer Störungen 35.463 1.237 1.458 2.804 4.904 6.623 8.368 8.998 1.071 Anteil 43,9 % 58,7 % 57,0 % 51,6 % 49,6 % 48,4 % 44,5 % 37,9 % 24,2 % 2014 Insgesamt 84.144 1.960 2.823 4.856 8.470 13.185 19.127 23.208 10.515 darunter wegen psychischer Störungen 41.671 1.277 1.759 2.709 4.772 7.371 9.665 10.371 3.747 Anteil 49,5 % 65,2 % 62,3 % 55,8 % 56,3 % 55,9 % 50,5 % 44,7 % 35,6 % Frauen Berichtsjahr Anzahl insgesamt Altersgruppe bis 30 30–34 35–39 40–44 45–49 50–54 55–59 60 und mehr 2019 Insgesamt 82.400 1.519 2.299 4.870 6.107 9.863 17.318 24.672 15.752 darunter wegen psychischer Störungen 39.409 921 1.374 2.518 3.250 5.379 8.873 11.345 5.749 Anteil 47,8 % 60,6 % 59,8 % 51,7 % 53,2 % 54,5 % 51,2 % 46,0 % 36,5 % 2024 Insgesamt 92.769 1.508 2.289 4.944 6.620 8.344 14.853 27.725 26.486 darunter wegen psychischer Störungen 44.284 929 1.306 2.359 3.311 4.266 7.362 13.409 11.342 Anteil 47,7 % 61,6 % 57,1 % 47,7 % 50,0 % 51,1 % 49,6 % 48,4 % 42,8 % Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung  6. Wie viele Personen haben nach aktuellsten Daten nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2024 aufgrund psychischer Erkrankungen einen Antrag auf Reha bei ihrem Rentenversicherungsträger gestellt, und wie stellt sich dieser Wert im Vergleich zu den Jahren 2004, 2009, 2014 und 2019 dar (sollten für das Jahr 2024 keine Daten vorliegen, bitte stattdessen die Daten des jüngsten verfügbaren Jahres verwenden, bitte für die einzelnen Jahre sowohl in absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Reha-Anträgen darstellen, bitte nach Geschlecht und Altersgruppen differenzieren)? Entsprechende Daten liegen der Bundesregierung nicht vor. Mit der Antrags- und Erledigungsstatistik der Deutschen Rentenversicherung werden Arbeitsergebnisse eines Kalenderjahres dargestellt. Es werden weder Gründe, warum ein Antrag gestellt wird, noch Diagnosen zum Zeitpunkt der Antragstellung erfasst.  7. Auf wie viele Tage beliefen sich nach aktuellsten Daten nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittlichen Ausfallzeiten bei psychischen Erkrankungen im Jahr 2024, und wie stellt sich dieser Wert im Vergleich zu den Jahren 2004, 2009, 2014 und 2019 sowie jeweils im Vergleich zum Durchschnitt aller Erkrankungen dar (sollten für das Jahr 2024 keine Daten vorliegen, bitte stattdessen die Daten des jüngsten verfügbaren Jahres verwenden, bitte nach Geschlecht und Altersgruppen differenzieren)? Die durchschnittlichen AU-Tage bei psychischen Erkrankungen können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden. Durchschnittlichen AU-Tage bei psychischen Erkrankungen 2014 2014 2019 2019 2024 2024 Altersgruppenbezeichnung männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich bis unter 15 25,25 13,00 0,00 0,00 0,00 0,00 15 bis unter 20 12,17 14,00 16,32 18,30 14,87 16,16 20 bis unter 25 18,63 20,75 25,62 27,00 24,73 25,32 25 bis unter 30 23,41 26,25 31,42 33,27 30,54 32,46 30 bis unter 35 27,43 29,89 34,82 37,09 34,04 36,73 35 bis unter 40 29,65 32,21 39,01 39,57 36,97 38,44 40 bis unter 45 32,88 33,63 41,71 40,97 40,42 40,47 45 bis unter 50 34,85 34,83 45,29 43,60 42,92 41,52 Durchschnittlichen AU-Tage bei psychischen Erkrankungen 2014 2014 2019 2019 2024 2024 Altersgruppenbezeichnung männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich 50 bis unter 55 37,53 36,92 48,91 45,23 48,19 45,42 55 bis unter 60 41,59 40,60 52,64 48,55 54,60 50,43 60 bis unter 65 55,40 53,11 63,83 59,87 72,57 66,76 65 bis unter 70 67,51 67,21 73,25 67,64 95,65 88,16 70 bis unter 75 19,49 17,42 34,17 20,57 25,51 26,57 75 bis unter 80 24,82 23,83 21,33 14,60 15,65 18,32 80 und älter 19,00 20,39 49,00 28,00 90,89 9,00 Gesamtwert 32,75 33,82 42,79 42,46 42,24 42,41 Datenquelle: KG 8 Durchschnittlichen Ausfallzeiten (AU-Tage) bei allen Erkrankungen 2014 2014 2019 2019 2024 2024 Altersgruppenbezeichnung männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich bis unter 15 16,35 8,09 194,67 322,89 11,65 2,66 15 bis unter 20 4,85 4,75 5,43 5,33 4,60 4,57 20 bis unter 25 6,42 6,32 7,34 7,22 6,16 6,26 25 bis unter 30 7,93 8,09 9,17 9,20 7,65 8,02 30 bis unter 35 8,79 9,28 10,13 10,55 8,61 9,16 35 bis unter 40 9,69 10,38 11,38 11,86 9,50 10,03 40 bis unter 45 11,10 11,82 12,89 13,22 10,69 11,16 45 bis unter 50 12,52 13,15 14,90 15,19 12,31 12,50 50 bis unter 55 14,28 14,68 16,91 16,90 14,63 14,63 55 bis unter 60 16,50 16,31 19,51 18,58 17,60 16,66 60 bis unter 65 21,98 20,88 24,74 23,04 24,03 21,69 65 bis unter 70 26,92 26,29 29,41 27,93 31,92 28,42 70 bis unter 75 13,61 14,76 15,90 16,26 14,45 12,99 75 bis unter 80 12,68 15,55 15,03 16,57 14,77 14,25 80 und älter 12,78 12,48 16,77 14,00 16,30 17,24 Gesamtwert 11,47 11,75 13,84 13,96 11,60 11,96 Datenquelle: KG 8 Die Ergebnisse für die Jahre 2004 und 2009 liegen nicht vor.  8. Wie hoch waren nach aktuellsten Daten nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr 2024 die Produktionsausfallkosten und Bruttowertschöpfungsausfälle, die durch psychische Erkrankungen verursacht wurden, und wie stellen sich diese Werte im Vergleich zu den Jahren 2004, 2009, 2014 und 2019 dar (sollten für das Jahr 2024 keine Daten vorliegen, bitte stattdessen die Daten des jüngsten verfügbaren Jahres verwenden)? Die jährlichen Berichte zum Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit beinhalten auch Angaben zum Unfall- und Berufskrankheitengeschehen in der Bundesrepublik Deutschland sowie Schätzungen der volkswirtschaftlichen Kosten im Sinne des Produktionsausfalls durch Arbeitsunfähigkeit. Zahlen des Jahres 2024 zu Produktionsausfallkosten und zum Ausfall an Bruttowertschöpfung, die auf die Diagnosegruppe Psychische und Verhaltensstörungen entfallen, sind der Tabelle 7 (Textteil S. 46) des Berichtes „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2024“ (www.baua.de/DE/Angebote/Publikati onen/Berichte/Suga-2024) zu entnehmen. Zahlen der Jahre 2004, 2009, 2014 und 2019 finden sich im: SuGA-Bericht 2004 – Tabelle 10 (www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Suga-2004), im SUGA-Berlcht 2009 – Tabelle D2 (www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Suga-2009), SUGA-Bericht 2014 – Tabelle 11 www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Suga-2014 und SUGA-Bericht 2019 – Tabelle 10 www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Suga-2019.  9. Wie häufig sind Beschäftigte nach Kenntnis der Bundesregierung den folgenden Faktoren psychischer Belastung ausgesetzt a) starker Termin- und Leistungsdruck, b) verschiedene Arbeiten gleichzeitig machen, c) häufige Arbeitsunterbrechungen, d) arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit, e) Unterforderung, f) monotones Arbeiten (bitte die aktuellen verfügbaren Daten angeben und nach Alter, Geschlecht, Branche sowie Basisarbeit, Facharbeit und hochqualifizierter Arbeit unterteilen)? Aktuelle Zahlen aus der Erwerbstätigenbefragung 2024 des Bundesinstitutes für Berufsausbildung und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024), differenziert nach Alter, Geschlecht und Branche, können zur Beantwortung der Fragen 9a bis 9c und 9e bis 9f anhand des Datenvisualisierungstools (DataVis) der BIBB/BAuA‑ Erwerbstätigenbefragungen (www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Z ahlen-Daten-Fakten/BIBB-BAuA/Datavis) als individuelle Auswertung (als Abbildung und Tabelle; inklusive Downloadmöglichkeiten) zusammengestellt werden. Differenzierungen nach Einfacharbeit, Facharbeit und hochqualifizierter Arbeit sind zur Beantwortung der Fragen 9a bis 9c und 9f in der Abbildung 2 (S. 13) des Berichtes „Arbeits- und Gesundheitssituation von Erwerbstätigen in der Einfacharbeit“ aufgeführt (Kaboth, Arthur; Lück, Marcel; Hünefeld, Lena; Vegner, Vanessa, 2025. Arbeits- und Gesundheitssituation von Erwerbstätigen in der Einfacharbeit. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. baua: Bericht. www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/ Berichte/F2518). Aktuelle Zahlen zur Beantwortung der Frage 9d und mit Blick auf die Differenzierung zu Basisarbeit, Facharbeit und hochqualifizierter Arbeit zur Beantwortung der Frage 9e liegen der Bundesregierung nicht vor. 10. Wie häufig verfügen nach Kenntnis der Bundesregierung Beschäftigte über die folgenden genannten Ressourcen, um psychischen Belastungen am Arbeitsplatz gewachsen zu sein a) Einfluss auf die Arbeitsmenge, b) selbst entscheiden, wann Pausen gemacht werden, c) eigene Arbeit selbst planen, d) Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen, e) Unterstützung durch Vorgesetzte (bitte die aktuellen verfügbaren Daten angeben und nach Alter, Geschlecht, Branche sowie Basisarbeit, Facharbeit und hochqualifizierter Arbeit unterteilen)? Aktuelle Zahlen aus der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024, differenziert nach Alter, Geschlecht und Branche, können zur Beantwortung der Fragen 10a bis 10e anhand des Datenvisualisierungstools (DataVis) der BIBB/ BAuA-Erwerbstätigenbefragungen (www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Eva luation/Zahlen-Daten-Fakten/BIBB-BAuA/Datavis) als individuelle Auswertung (als Abbildung und Tabelle; inklusive Downloadmöglichkeiten) zusammengestellt werden. Differenzierungen nach Einfacharbeit, Facharbeit und hochqualifizierter Arbeit sind zur Beantwortung der Fragen 10a bis 10e in der Abbildung 5 (S. 15) des Berichtes „Arbeits- und Gesundheitssituation von Erwerbstätigen in der Einfacharbeit“ aufgeführt (Kaboth, Arthur; Lück, Marcel; Hünefeld, Lena; Vegner, Vanessa, 2025. Arbeits- und Gesundheitssituation von Erwerbstätigen in der Einfacharbeit. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. baua: Bericht. www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Bericht e/F2518). 11. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der Beschäftigten in der Gesamtwirtschaft, für die eine Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung psychischer Belastungen durchgeführt wurde (bitte nach Betriebsgrößen und Branchen aufschlüsseln)? Zur Beantwortung der Frage wird auf den Bericht zur Betriebs- und Beschäftigtenbefragung 2023/2024 der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) verwiesen (www.gda-portal.de/SharedDocs/Downloads/DE/25-06-24-B ericht-Betriebsbefragung.pdf). In der Betriebsbefragung geben 68 Prozent der Betriebe an, eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt zu haben. Von diesen bestätigen 65 Prozent der Betriebe, dabei auch psychische Belastungen wie Stress, Zeit- oder Leistungsdruck berücksichtigt zu haben. Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass der Anteil der Betriebe mit Gefährdungsbeurteilungen umso höher ist, je größer der Betrieb ist. Der genaue Anteil der Beschäftigten an der Gesamtwirtschaft wurde nicht erhoben und liegt der Bundesregierung nicht vor. Tabelle 1 Anteil der Betriebe, deren Gefährdungsbeurteilung das Thema psychische Belastung umfasst Aufteilung nach Betriebsgröße 1 bis 9 Beschäftigte 59,1 % 10 bis 20 Beschäftigte 74,3 % 21 bis 49 Beschäftigte 75,3 % 50 bis 249 Beschäftigte 82,6 % 250 Beschäftigte und mehr 78,6 % Aufteilung nach Branche Nahrungsmittelerzeugung 59,0 % Bau, Energie und Abfall 52,0 % Produktionsgüter 60,2 % Investitions- und Gebrauchsgüter 55,5 % Verbrauchsgüterproduktion, KFZ-Reparatur und Großhandel 66,2 % Tabelle 1 Anteil der Betriebe, deren Gefährdungsbeurteilung das Thema psychische Belastung umfasst Verkehr und Lagerei 77,0 % Einzelhandel und Gastgewerbe 54,1 % Kommunikations-, Finanz- und sonstige Dienstleistungen 64,7 % Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen 79,2 % Erziehung und Unterricht 79,5 % Gesundheits- und Sozialwesen 75,2 % Öffentliche Verwaltung 63,4 % Gesamt 65,0 % Anmerkung. n = 2608. Basis sind Betriebe, bei denen Gefährdungsbeurteilungen an den Arbeitsplätzen durchgeführt wurden. 12. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Ursachen für die Zunahme von psychischen Belastungen in der Arbeitswelt vor (bitte herangezogene Quellen benennen)? Psychische Belastungen gewinnen im Zuge der Tertiarisierung, Digitalisierung, Rationalisierung und Flexibilisierung der Arbeitswelt an Bedeutung, und haben sich seit dem Jahr 2012 auf hohem Niveau stabilisiert (vgl. Bundestagsdrucksache 19/3895). Die Ursachen dafür sind multifaktoriell. Die genauen Ursachen für die Entwicklung der arbeitsbezogenen Anforderungen sind schwer empirisch zu belegen. Empirisch kann jedoch gezeigt werden, dass kognitiv-geistige und sozial- kommunikative Anforderungen sowie Anforderungen an Selbstorganisation und Flexibilität der Beschäftigten zunehmen. Die im Jahr 2024 von der BAuA gemeinsam mit dem BIBB durchgeführte Erwerbstätigenbefragung zeigt, dass psychische Anforderungen den Arbeitsalltag eines großen Teils der Beschäftigten in Deutschland prägen. Etwa zwei von drei Erwerbstätigen berichten, häufig verschiedenartige Arbeiten gleichzeitig betreuen zu müssen. Jeweils mehr als 40 Prozent der Erwerbstätigen sind häufig mit neuen Aufgaben konfrontiert, werden häufig bei ihrer Arbeit unterbrochen und gestört, verrichten häufig ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge und arbeiten häufig unter starkem Termin- oder Leistungsdruck (Quelle: Beck, David; Schuller, Katja (2025). Gefährdungen durch psychische Belastungen – Worum geht es? In: BAuA (Hrsg.), Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit vermeiden: Gestaltungsanforderungen und -optionen. Berlin: Erich Schmidt Verlag; 11–73.) 13. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu dem Zusammenhang vom empfundenen Druck, permanent erreichbar sein zu müssen, und psychischen Belastungen vor? Aus der Arbeitszeitbefragung 2023 der BAuA geht hervor, dass sich bereits bei der subjektiv wahrgenommenen Erwartung, erreichbar sein zu müssen, Zusammenhänge mit gesundheitlichen Beschwerden zeigen. So schätzten Beschäftigte, die hohe Erreichbarkeitserwartungen erlebten, ihren allgemeinen Gesundheitszustand seltener als sehr gut oder gut ein als Beschäftigte ohne Erreichbarkeitserwartung (Quelle: Nold, Johanna; Entgelmeier, Ines; Kötter, Julius (2024). Flexibilität der Arbeitszeit: Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2023. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. baua: Bericht kompakt). Der Arbeitszeitreport 2021 der BAuA liefert Einblicke in die Zusammenhänge zwischen der Erreichbarkeit und Kontaktierung außerhalb der Arbeitszeit und der Zufriedenheit, dem Wohlbefinden und der Gesundheit der Beschäftigten. Ständige Erreichbarkeit geht einher mit mehr gesundheitlichen Beschwerden und einer geringeren Zufriedenheit. Rücken- und Kreuzschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit und Erschöpfung, Niedergeschlagenheit sowie körperliche Erschöpfung werden häufiger von Beschäftigten genannt, die annehmen, dass ihre Erreichbarkeit erwartet wird, als wenn dies nicht der Fall ist. Am höchsten ist die Belastung für alle Beschwerden, wenn die Beschäftigten tatsächlich kontaktiert werden (Quelle: BAuA (2023). Arbeitszeitreport Deutschland: Ergebnisse der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2021. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin). 14. Welche Ergebnisse hat die Schwerpunktsetzung im Hinblick auf psychische Erkrankungen in der dritten GDA-Periode, die dieses Jahr zu Ende geht, erbracht? Die 3. GDA-Periode endet am 31. Dezember 2025. Bis dahin finden noch Betriebsbesichtigungen des Aufsichtspersonals der Länder und Unfallversicherungsträger zur Gefährdungsbeurteilung insgesamt und in einem Teil der Betriebe spezifisch zur psychischen Belastung in der Gefährdungsbeurteilung statt. Daten im Hinblick auf psychische Erkrankungen wurden nicht erhoben. Die finalen Ergebnisse im Arbeitsprogramm Psyche der GDA werden im ersten Quartal 2026 vorliegen. Erste vorläufige Ergebnisse sind aus dem ersten Quartal 2025. Ein vollständiges Bild der zugrundeliegenden betrieblichen Prozesse konnte im Rahmen der stichprobenhaften Besichtigungen durch die Aufsicht nicht erhoben werden. Zum Berichtszeitpunkt (Quartal 1/25) lagen Daten aus 8 000 Betrieben vor. Insgesamt verfügen 81 Prozent der aufgesuchten Betriebe über eine Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Belastung, wobei die Hälfte eine angemessene Gefährdungsbeurteilung aufweisen. 32 Prozent wurden durch das zuständige Aufsichtspersonal nicht als angemessen bewertet. Zwischen den Branchen gibt es deutliche Unterschiede hinsichtlich der Umsetzung der Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes. Es zeigt sich, dass das Thema Gefährdung durch psychische Belastung von der Aufsicht aufgegriffen wird und im Gesamtspektrum der Arbeitsschutzthemen eine relevante Rolle spielt. Es ist festzuhalten, dass sich in dieser Stichprobe deutlich mehr Betriebe als in der letzten GDA-Periode in ihrer Gefährdungsbeurteilung mit psychischer Belastung befasst haben. Gleichzeitig ist aber auch zu konstatieren, dass noch weiterhin Handlungsbedarf besteht. Das gilt insbesondere für Betriebe, die das Thema noch nicht aufgegriffen haben. Handlungsbedarf für die Aufsicht ergibt sich ferner in den Betrieben, die die entsprechenden Prozesse noch nicht abgeschlossen haben und Beratungsbedarf hinsichtlich der Umsetzung von Maßnahmen oder zur Wirksamkeitskontrolle haben. 15. Welche Vorhaben plant die Bundesregierung in der laufenden Legislaturperiode, um psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu reduzieren und die Prävention psychischer Erkrankungen zu stärken (bitte ausführen und begründen)? Psychische Belastung ist ein Querschnittsfaktor, der alle anderen Gefährdungsfaktoren mit beeinflusst. Daher wird in der Projektgruppe „Psychische Belastungen“ des Ausschusses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ASGA) eine Regel erarbeitet, die Inhalte aller anderen Bereiche des Arbeitsschutzes berücksichtigen wird. Ziel ist es, eine Arbeitsschutzregel zu erarbeiten, in der die wesentlichen Gestaltungsanforderungen und -maßnahmen zum Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit konkretisiert werden, und zwar in den Bereichen (1) Arbeitsaufgabe, (2) Arbeitsorganisation, (3) Arbeitszeit, (4) soziale Beziehungen bei der Arbeit, (5) Arbeitsplatz/-umgebung und (6) Verwendung von Arbeitsmitteln. Mit der zu erarbeitenden Regel sollen bestehende Konkretisierungslücken geschlossen und die in Arbeitsschutzvorschriften und -regeln bereits konkretisierten Gestaltungsanforderungen und -maßnahmen unter Verwendung einer einheitlichen Terminologie zu einem kohärenten Konzept zum Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastungen zusammengeführt werden. Die zu erarbeitende Regel soll die Handlungssicherheit der Betriebe über die Anforderungen an den Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit erhöhen und die Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen stärken. Die Rentenversicherungsträger haben im Rahmen von Modellvorhaben eine freiwillige, individuelle und berufsbezogene Gesundheitsvorsorge für Versicherte ab Vollendung des 45. Lebensjahres erprobt (§ 14 Absatz 3 Satz 2 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch). Die Bundesregierung beabsichtigt nun, diesen sogenannten Ü45-Check der gesetzlichen Rentenversicherung unter Berücksichtigung der Evaluationsergebnisse aus der Testphase gesetzlich zu verankern. Der Ü45-Check soll flächendeckend umgesetzt werden. Er soll der frühzeitigen Erkennung von Präventions- und Rehabilitationsbedarfen – auch aufgrund von psychischen Beschwerden oder Erkrankungen – dienen und in der Folge zu einer verstärkten Inanspruchnahme der entsprechenden Leistungen führen. Dabei ist die Stärkung der Prävention psychischer Erkrankungen eine Querschnittsaufgabe. Wirksame Präventionsaktivitäten in der Arbeitswelt umfassen die Gestaltung menschengerechter Arbeitsbedingungen (Arbeitsschutz), die Förderung der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten (Gesundheitsförderung), den Erhalt und die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit (Teilhabe/ Rehabilitation), die Ermöglichung der Arbeitsfähigkeit (Integrationshilfe). Damit die einzelnen Bausteine der betrieblichen Präventionsarbeit optimal ihre Wirksamkeit entfalten können, sollten sie zusammengedacht und gut aufeinander abgestimmt sein. Im Rahmen des Programms ARBEIT: SICHER + GESUND (www.arbeit-sicher-und-gesund.de/themen/psychische-gesundheit) wurden Maßnahmen zur Verbesserung der operativen und inhaltlichen Zusammenarbeit im Bereich der psychischen Gesundheit mit Expertinnen und Experten aus den Sozialversicherungszweigen, dem Arbeitsschutz, der Forschung, den Sozialpartnern und der Beratungspraxis diskutiert. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet. Im Rahmen des Programms ARBEIT: SICHER+GESUND wurde auf Grundlage der Förderrichtlinie „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit im Wandel der Arbeitswelt“ vom 15. Oktober 2025 (Rahmenrichtlinie) ein Förderaufruf „Gesunde Arbeit für körperlich stark belastete Berufsgruppen“ (www.arbeit-sic her-und-gesund.de/ansatz/projektfoerderung/asug-foerderaufruf-2026) veröffentlicht. Gefördert werden sollen hier auch Projekte, die die Dimension der psychischen Belastungen ergänzend adressieren. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333]

Relationen