Verwendung von Steuergeldern durch das Haus der Wannsee-Konferenz
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Verwendung von Steuergeldern durch das Haus der Wannsee-Konferenz
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/168
21. Wahlperiode 15.05.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ronald Gläser, Dr. Götz Frömming, Martin Erwin Renner und
der Fraktion der AfD
Verwendung von Steuergeldern durch das Haus der Wannsee-Konferenz
Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit hat einen hohen Stellenwert
in der Gedächtniskultur der Bundesrepublik Deutschland. Millionen Bürger
suchen Jahr für Jahr Gedenkstätten wie das Haus der Wannsee-Konferenz auf
(www.ghwk.de/de/). Umso wichtiger ist es, dass solche Institutionen, die aus
Steuermitteln finanziert werden, integer sind und sich nicht für partei- und/oder
tagespolitische Streitigkeiten instrumentalisieren lassen.
Staatsorgane dürfen grundsätzlich keine öffentlichen Mittel aufwenden, um
Oppositionsparteien zu bekämpfen. Dies schreibt die Neutralitätspflicht vor, die
sich aus Artikel 21 Absatz 1 Satz 1 des Grundgesetzes (GG) herleitet. Wenn
aber staatlicherseits Mittel an private Institutionen fließen, muss die Regierung
nach vertretener Rechtsauffassung Sorge tragen, dass das Geld nicht für
einseitige Meinungsmache gegen die Opposition eingesetzt wird.
Vor dem Hintergrund der auf dem Grundstück des Hauses der Wannsee-
Konferenz neu installierten Infotafeln (jungefreiheit.de/debatte/kommentar/202
5/die-wannsee-gedenkstaette-correctiv-und-die-banalitaet-der-erinnerung/)
stellen die Fragesteller ihre Kleine Anfrage.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Auf welche Summe belaufen sich die Zuwendungen der Bundesregierung
an den Verein, der die Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannsee-
Konferenz“ betreibt (www.ghwk.de/de/), in den letzten zehn Jahren (bitte
nach Jahr, Bundesministerium oder Bundesbehörde aufschlüsseln)?
2. Liegen der Bundesregierung Informationen zu den Summen vor, die das
Land Berlin oder ggf. andere Länder an den Verein geleistet haben (wenn
ja, bitte nach Jahr, Land, Landesministerium oder Landesbehörde
aufschlüsseln)?
3. Auf welche Summe beläuft sich die Förderung der Bundesregierung für das
Projekt „Hüter der Ordnung. Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin
nach dem Nationalsozialismus“ (www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldu
ngen/DE/2018/06/hueter-der-ordnung.html) (bitte nach Jahr,
Bundesministerium oder Bundesbehörde aufschlüsseln)?
4. Gibt es weitere Zuwendungen der Bundesregierung an den Verein oder die
Gedenkstätte, und wenn ja, wie hoch sind diese (bitte nach Jahren
aufschlüsseln)?
5. Ist der Bundesregierung bekannt, dass auf dem Gelände der Gedenkstätte
mehrere Infotafeln auf angebliche Parallelen zwischen dem vom Medium
Correctiv 2024 beschriebenen Vortrag in Potsdam und der Wannsee-
Konferenz von 1942 hinweisen (ebd.), und wenn ja, welche
Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus dieser aus Sicht der Fragesteller
eindeutigen Instrumentalisierung des Holocaust durch eine mit Steuergeldern
finanzierte Bildungseinrichtung zu parteipolitischen Zwecken?
6. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung allgemein aus der
möglichen Instrumentalisierung des Holocaust durch eine mit Steuergeldern
finanzierte Bildungseinrichtung zu parteipolitischen Zwecken, wie viele
Fälle sind der Bundesregierung aus den letzten zehn Jahren bekannt, und
wie hat sie jeweils darauf reagiert (bitte mit kurzer Erläuterung nach Jahr
und Name der Bildungseinrichtung aufschlüsseln)?
7. Wann wurden diese Infotafeln nach Kenntnis der Bundesregierung
aufgestellt, und gibt es Pläne der Bundesregierung, den Verein zur Entfernung
der Tafeln aufzufordern, und wenn ja, sind sie mit einer Frist versehen, und
wenn nein, warum toleriert die Bundesregierung die Existenz dieser Tafeln?
8. Sind der Bundesregierung Reaktionen der Mitglieder des Trägervereins
(www.ghwk.de/de/ueber-das-haus/verein-und-beirat) auf die Aufstellung
und den Inhalt der Tafeln bekannt, und wenn ja, welche?
9. Sind der Bundesregierung Reaktionen der Mitglieder des Beirats (www.gh
wk.de/de/ueber-das-haus/verein-und-beirat) auf die Aufstellung und den
Inhalt der Tafeln bekannt, und wenn ja, welche?
Berlin, den 28. April 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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