Team Europe und die europäische Entwicklungszusammenarbeit
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Team Europe und die europäische Entwicklungszusammenarbeit
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7274
21. Wahlperiode 22.07.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Rocco Kever, Matthias Rentzsch, Denis Pauli, Johann Martel,
Dr. Michael Espendiller und der Fraktion der AfD
Team Europe und die europäische Entwicklungszusammenarbeit
Die Bundesregierung misst der europäischen Entwicklungszusammenarbeit
nach eigener Darstellung eine besondere Bedeutung bei. Das
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verweist
darauf, dass die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten gemeinsam einen
erheblichen Anteil der weltweiten öffentlichen Entwicklungsleistungen
erbringen und die Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union eng mit den
nationalen Programmen der Mitgliedstaaten abgestimmt werde (vgl. www.bm
z.de/de/ministerium/arbeitsweise/europaeische-zusammenarbeit-19666).
Im Jahr 2020 wurde der sogenannte Team-Europe-Ansatz eingeführt, um die
Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten
der Europäischen Union sowie europäischen Finanzinstitutionen im Bereich
der Außen- und Entwicklungspolitik zu koordinieren (vgl. www.bmz.de/de/ser
vice/lexikon/team-europe-118298). Nach Angaben des BMZ werden im
Rahmen sogenannter Team-Europe-Initiativen Maßnahmen verschiedener
europäischer Akteure in einzelnen Themenbereichen gebündelt, um Wirksamkeit und
Sichtbarkeit europäischer Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen (ebd.).
Das BMZ führt ferner aus, dass der Team-Europe-Ansatz eng mit der
gemeinsamen europäischen Programmplanung (Joint Programming) verbunden sei.
Deutschland beteilige sich hierbei in allen Partnerländern der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit an der gemeinsamen Programmplanung; nationale
Länderstrategien würden nach Möglichkeit durch gemeinsame europäische
Strategien ergänzt oder ersetzt (ebd.).
Darüber hinaus verweist die Bundesregierung auf das Finanzierungsinstrument
Neighbourhood, Development and International Cooperation Instrument –
Global Europe (NDICI – Global Europe), das für den Zeitraum 2021 bis 2027
Mittel in Höhe von 79,5 Mrd. Euro umfasst und unter anderem der Förderung
nachhaltiger Entwicklung, der Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen
sowie der Umsetzung der Strategie „Global Gateway“ dient (ebd.).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Maßnahmen als
Team-Europe-Initiativen anerkannt beziehungsweise in bestehende Team-
Europe-Strukturen integriert werden können (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
2. Welche Bundesministerien, Bundesbehörden, bundeseigenen
Gesellschaften und sonstigen öffentlichen Einrichtungen sind derzeit an der Planung,
Finanzierung oder Umsetzung von Team-Europe-Initiativen beteiligt (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
3. Welche finanziellen Verpflichtungen ist die Bundesregierung seit
Einführung des Team-Europe-Ansatzes im Rahmen von Team-Europe-Initiativen
eingegangen, und wie verteilen sich diese auf Haushaltsjahre, Ressorts
und Finanzierungsinstrumente (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
4. Welcher Anteil der im Rahmen von Team Europe eingesetzten Mittel
entfällt nach Kenntnis der Bundesregierung auf unmittelbar aus dem
Bundeshaushalt finanzierte Maßnahmen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
5. In welchen Partnerstaaten beziehungsweise Regionen bestehen derzeit
Team-Europe-Initiativen mit deutscher Beteiligung, und welche
thematischen Schwerpunkte weisen diese jeweils auf (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
6. Welche strategischen entwicklungspolitischen, außenpolitischen und
wirtschaftlichen Zielsetzungen verfolgt die Bundesregierung mit ihrer
Beteiligung am Team-Europe-Ansatz (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
7. Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Themenfelder und
Schwerpunktbereiche von Team-Europe-Initiativen (vgl. Vorbemerkung
der Fragesteller)?
8. In welchem Umfang hat die gemeinsame europäische Programmplanung
(Joint Programming) seit ihrer Einführung zu Veränderungen bestehender
deutscher Länderstrategien geführt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
9. In welchen Partnerländern wurden nationale Strategien oder
Schwerpunktsetzungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ganz oder
teilweise durch gemeinsame europäische Programmplanungen ersetzt oder
angepasst (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
10. Welche Mitwirkungs-, Informations- und Kontrollrechte besitzt der
Deutsche Bundestag hinsichtlich der Planung, Priorisierung, Finanzierung und
Umsetzung von Team-Europe-Initiativen (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
11. Welche Verfahren bestehen zur Überprüfung der zweckentsprechenden
Verwendung der im Rahmen von Team Europe eingesetzten Mittel (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
12. Welche Prüf- und Kontrollmechanismen bestehen insbesondere
hinsichtlich Korruptionsprävention, Wirtschaftlichkeit, Erfolgskontrolle und
Transparenz bei Team-Europe-Initiativen (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
13. Welche Evaluierungen, Zwischenberichte oder Wirkungsanalysen zum
Team-Europe-Ansatz liegen der Bundesregierung bislang vor (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
14. Nach welchen fachlichen, entwicklungspolitischen oder wirtschaftlichen
Kriterien bewertet die Bundesregierung die Wirksamkeit einzelner Team-
Europe-Initiativen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
15. Welche Team-Europe-Initiativen wurden seit Einführung des Ansatzes
vorzeitig beendet, wesentlich umstrukturiert oder nicht weitergeführt, und
aus welchen Gründen erfolgte dies jeweils (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
16. Welche Rolle spielen Nichtregierungsorganisationen, politische
Stiftungen, kirchliche Träger, internationale Organisationen oder
privatwirtschaftliche Akteure bei der Umsetzung von Team-Europe-Initiativen (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
17. Welche Vorgaben bestehen hinsichtlich Transparenz, Neutralität,
Vergabeverfahren sowie fachlicher Standards bei der Auswahl von Projektträgern
und Umsetzungspartnern im Rahmen von Team Europe (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
18. Welche Bedeutung kommt der Strategie „Global Gateway“ für die
Priorisierung, Finanzierung und politische Ausrichtung von Team-Europe-
Initiativen zu (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
19. In welchem Umfang werden im Rahmen von Team Europe Maßnahmen
in den Bereichen Klimapolitik, Energiepolitik, Migration, Digitalisierung,
Gleichstellung der Geschlechter oder gesellschaftspolitische
Transformationsvorhaben finanziert (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
20. Welche Auswirkungen erwartet die Bundesregierung infolge veränderter
internationaler Rahmenbedingungen, insbesondere hinsichtlich
geopolitischer Entwicklungen und veränderter Beiträge anderer Geberstaaten auf
Umfang, Finanzierung und strategische Ausrichtung von Team Europe
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
21. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um Transparenz,
parlamentarische Nachvollziehbarkeit und demokratische Kontrolle im
Zusammenhang mit Team-Europe-Initiativen künftig weiter zu stärken (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Berlin, den 9. Juli 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
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ISSN 0722-8333
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