urgewald e.V.
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urgewald e.V.
Tätigkeit: Privatrechtliche Organisation mit Anerkennung der Gemeinnützigkeit nach Abgabenordnung
urgewald, gegründet 1992, hat als Nichtregierungsorganisation das Ziel, Finanzströme in Umwelt zerstörende und Menschenrechte verletzende Projekte weltweit zu stoppen. urgewald macht die Finanzierung von Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen sichtbar und benennt die Verantwortlichen. Ein aktueller Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Recherche speziell zu den Finanzströmen in die fossilen Industrien und das Eintreten für Divestment-Schritte gegenüber kreditgebenden Banken und Investoren, um diese Finanzierungen und Investitionen in Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zu bringen.
Bei Finanzinstituten hat sich urgewald mittlerweile weltweit einen Namen als ernstzunehmender, erfolgreicher Akteur gemacht, speziell auch im Zusammenspiel mit anderen zivilgesellschaftlichen Partnern. Flankierend sucht urgewald stets den Dialog nicht nur mit der Politik, sondern auch mit den Kund*innen von Finanzinstituten, um mittels Aufklärung und Handlungsimpulsen ebenfalls auf diesem Weg den Druck zu erhöhen. "Follow the Money" ist der strategische Ansatz unserer Kampagnen. Er zielt genau auf die Achillesferse dieser Vorhaben: das Geld.
Als "Anwalt für Umwelt- und Menschenrechte" geben wir Betroffenen eine Stimme. Für sie machen wir Druck auf Investoren, Banken und die Politik. Für sie sind wir eine Anlaufstelle, wenn mit Beteiligung deutscher oder europäischer Geldgeber*innen im Ausland ihre Rechte verletzt werden. Wir sorgen dafür, dass vertriebene Kleinbäuer*innen, Aktivist*innen gegen Streubomben, Atomkraftgegner*innen und Klimaschützer*innen aus aller Welt auf Aktionärsversammlungen, Pressekonferenzen und in den Vorstandsetagen deutscher Firmen und Banken Gehör finden.
Schwerpunkte der Lobbytätigkeit:
Der Verein setzt sich dafür ein, dass in der bilateralen und multilateralen Entwicklungszu-sammenarbeit sowie bei privatwirtschaftlichen Investitionen der Schutz der Natur und Artenvielfalt gewährleistet wird. Wir setzen uns für die Implementierung von wirksamen Methoden und Richtlinien zur Vermeidung von Investitionen in den Fossilen Sektor ein. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Finanzsektor sowie die Beteiligung Deutschlands in multilateralen Finanzinstitutionen.
Wir setzen uns für die Stärkung von Maßnahmen gegen die Umweltzerstörung durch entwicklungspolitische und privatwirtschaftliche Aktivitäten ein. Dieses schließt die Wahrung und Unterstützung der Rechte traditionell naturnah wirtschaftender Bevölkerungsgruppen ein. Wir wirken auf die Stärkung der Gesetzgebung und Regelungen zum Schutz der Menschenrechte hin, insbesondere in Bezug auf den Finanzsektor.
Methoden der Lobbytätigkeit:
- Direkte Gespräche und Treffen mit Entscheidungsträger*innen:
Treffen mit Abgeordneten des Bundestages, Mitgliedern der Bundesregierung sowie Vertretern von Ministerien und Behörden, um unsere Positionen und Vorschläge zu diskutieren und zu fördern.
- Erstellung von Stellungnahmen und Policy Papers:
Ausarbeitung und Verbreitung von detaillierten Stellungnahmen, Policy Papers und Berichten zu relevanten politischen Themen und Regelungsvorhaben.
- Teilnahme an Anhörungen und Konferenzen:
Teilnahme an öffentlichen Anhörungen, parlamentarischen Ausschusssitzungen und Konferenzen, um unsere Positionen direkt einzubringen und den Dialog mit Entscheidungsträger*innen zu fördern.
Interessenbereiche: Politisches Leben, Parteien; Atomenergie; Fossile Energien; Sonstiges im Bereich "Energie"; Industriepolitik; Menschenrechte; Entwicklungspolitik; Immissionsschutz; Artenschutz/Biodiversität; Internationale Beziehungen; Handel und Dienstleistungen; Klimaschutz; Bank- und Finanzwesen; Erneuerbare Energien; Sonstiges im Bereich "Wirtschaft"; EU-Gesetzgebung; Allgemeine Energiepolitik; Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz; Versicherungswesen; Verbraucherschutz; Energienetze; Außenwirtschaft; Öffentliche Finanzen, Steuern und Abgaben
Regelungsvorhaben:
- Gesetz zum Aufbau eines Generationenkapitals für die gesetzliche Rentenversicherung: Wir fordern Änderungen bei dem geplanten Gesetz zum Aufbau eines Generationenkapitals für die gesetzliche Rentenversicherung. Konkret fordern wir die Einführung verbindlicher Investitionskriterien bei Klima, Umwelt und Menschenrechten sowie mehr parlamentarische Beteiligung und Transparenz.
- Ablehnung der Beihilfefähigkeit für neue fossile Gaskraftwerkskapazitäten: Das KWSG muss an den Klimazielen und -szenarien ausgerichtet werden.
Deshalb sollte der Bund dringend übergreifende Strategien zum Einsparen von Energie und zur effizienteren Energienutzung sowie zum schnelleren Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland entwicklen, um gleichzeitig Versorgungssicherheit und Klimaschutz zu gewährleisten.
Dazu gehören unter anderem:
- Langzeit-Energiespeicherung
- Nachfrageflexibilität in Haushalten und Industrie
- Energieeffizienz in Privathaushalten und in der Industrie
- Verbindungsleitungen und Zusammenarbeit im Energiebereich
- Fortgesetzter Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netzinfrastruktur
- der fortgesetzte Ausbau der Wind- und Solarenergie
- Verhinderung des Beschlusses der Novelle des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes: Die Bundesregierung hat im Mai 2024 eine Änderung des CCS-Gesetzes vorgelegt. Damit sollen die rechtlichen Voraussetzungen für den großmaßstäblichen Transport von CO2 aus Kraftwerken, Industrie und Müllverbrennung geschaffen werden. CO2-Deponien in der Nordsee wären erlaubt. Wenn die Landesregierungen es wollen, auch unter Land. Dafür sollen große Industrieanlagen und ein rund 5000 Kilometer langes grenzüberschreitendes CO2-Pipelinenetz in Deutschland neu errichtet werden, im vermeintlichen „öffentlichen Interesse“. Betreiber sind Gaskonzerne. Enteignungsvorschriften zugunsten der CO2-Pipelines sollen vereinfacht, demokratische Beteiligungsrechte beschnitten werden. Massive Subventionen sind geplant. Auf die Länder und Kommunen kämen hohe Kosten zu.
- Umsetzung der EU-Gasbinnenmarkt Richtlinie: Die Bundesregierung soll die Vorgaben aus der EU-Gasbinnenmarkt Richtlinie zeitnah umsetzen. Sie soll Gasnetzbetreibern und Kommunen einen geordneten Rückzug aus der Erdgasversorgung und eine koordinierte Stilllegung von Gasnetzen ermöglichen, damit Bürger:innen vor hohen Kosten geschützt werden.
Relationen
Keine Relationen.