"Antifaschistische Ökonomie" - Förderpolitik des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
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"Antifaschistische Ökonomie" - Förderpolitik des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4177
21. Wahlperiode 18.02.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Uwe Schulz, Leif-Erik Holm, Dr. Malte Kaufmann, Bernd
Schattner, Stefan Henze, Christian Reck, Dr. Michael Espendiller, Kay Gottschalk,
Jan Wenzel Schmidt, Hauke Finger, Jörn König, Gerrit Huy, Thomas Korell und
der Fraktion der AfD
„Antifaschistische Ökonomie“ – Förderpolitik des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Energie
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) verfolgt mit einer
Vielzahl von Förderprogrammen und industriepolitischen Instrumenten eine
umfassende sogenannte Transformation der deutschen Wirtschaft,
beispielsweise mit Klimaschutzverträgen zur Dekarbonisierung der Industrie (www.bun
deswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspoliti
k/2024/04/03-transformationsschub-fuer-die-industrie.html). Diese Politik
greift nach Ansicht der Fragesteller vorsätzlich nicht nur regulierend, sondern
auch strukturverändernd in Marktprozesse, Eigentumsverhältnisse,
Investitionsentscheidungen und Unternehmensstrategien ein.
Parallel dazu versuchen Anhänger wirtschaftspolitischer Konzepte an Einfluss
zu gewinnen, die sich offen gegen Wachstum, Wettbewerb, Privateigentum und
marktwirtschaftliche Steuerung richten (www.nd-aktuell.de/artikel/1187171.lin
ke-wirtschaftspolitik-die-oekonomen-antifa.html). Unter Schlagwörtern wie
„Postwachstum“, „Degrowth“, „Systeminnovation“,
„Gemeinwohlorientierung“ oder „Überwindung des Kapitalismus“ werden Positionen vertreten, die
inhaltlich Überschneidungen mit antikapitalistischen, marxistischen und
linksextremistischen Milieus aufweisen, wie sie auch unter dem Begriff „Antifa
Economics/Antifaschistische Ökonomie“ diskutiert werden (https://blogs. ta
z.de/dissenspodcast/antifaschistische-wirtschaftspolitik-wie-weit-tragen-die-ide
en-der-antifa-oekonomen/).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche konkreten BMWE-Programme verfolgt die Bundesregierung nach
eigener Einschätzung als „transformativ“, „systemisch“ oder
„strukturverändernd“ im Sinne einer grundlegenden Neuausrichtung der
Wirtschaftsordnung?
2. Welche wirtschaftspolitischen Leitannahmen liegen den „Reallaboren der
Energiewende und Systemintegration“ zugrunde (www.bundeswirtschafts
ministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2024/07/20240717-ener
giewende-bundesbericht-energieforschung-2024.html)?
a) Inwiefern dienen diese der Erprobung staatlicher Steuerungsmodelle
jenseits klassischer Marktmechanismen?
b) Welche Projekte innerhalb dieser Reallabore befassen sich nach
Kenntnis der Bundesregierung mit Konzepten wie
Postwachstumsökonomie, Suffizienzstrategien, Degrowth oder Gemeinwohlökonomie?
3. Welche Rolle spielen im Rahmen der BMWE-Industriepolitik zur
Dekarbonisierung staatliche Lenkung, Subventionierung und Zielvorgaben im
Vergleich zu marktwirtschaftlichen Anreizsystemen?
4. Inwieweit werden nach Ansicht der Bundesregierung Klimaschutzverträge
(Carbon Contracts for Difference) und marktbasierte Preissignale durch
politisch definierte Zielpfade und garantierte Abnahmepreise ersetzt?
5. Welche langfristigen fiskalischen Verpflichtungen gehen aus den
Klimaschutzverträgen hervor, und wie bewertet die Bundesregierung das Risiko
dauerhafter Subventionsabhängigkeiten?
6. Welche Programme des BMWE fördern explizit zivilgesellschaftliche
Akteure, sogenannte Nichtregierungsorganisationen (NGOs) oder
Aktivistennetzwerke, die wirtschaftspolitische Positionen vertreten, welche sich
offen gegen Wachstum, Wettbewerb oder Privateigentum richten bzw. sich
selbst als „antikapitalistisch“, „marxistisch“ oder „antifaschistisch“
beschreiben (siehe Vorbemerkung der Fragesteller), und wie hoch waren die
jährlichen Ausgaben des Bundes hierfür seit 2020 bis heute (bitte
Haushaltstitel nennen)?
7. Welche Kriterien wendet das BMWE an, um zwischen legitimer
Wirtschaftskritik und ideologisch motivierter Systemablehnung zu
unterscheiden?
8. Findet bei der Vergabe von Fördermitteln eine inhaltliche Bewertung der
wirtschaftspolitischen Zielsetzungen der Antragsteller statt, wenn ja, mit
welchen Prüfinstrumenten, und wenn nein, warum nicht?
9. Inwieweit erfolgt ggf. eine Abfrage oder Berücksichtigung von
Erkenntnissen des Bundesamts für Verfassungsschutz, wenn Projektträger oder
Kooperationspartner ideologisch eindeutig antikapitalistische und
systemablehnende Positionen vertreten?
10. Welche Rolle spielen nach Kenntnis der Bundesregierung BMWE-
geförderte Hochschul- und Forschungsverbünde bei der Entwicklung und
Verbreitung von Konzepten, die Enteignung, Vergesellschaftung oder eine
Abkehr von der sozialen Marktwirtschaft propagieren?
11. Sieht die Bundesregierung eine Gefahr darin, dass der Begriff der
„Transformation“ als politischer Sammelbegriff genutzt wird, um
wirtschaftspolitische Radikalpositionen zu normalisieren und ggf. umzusetzen?
12. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass BMWE-Förderprogramme
nicht zu Instrumenten einer ideologischen Umwandlung wirtschaftlicher
Akteure und Branchen weg von der sozialen Marktwirtschaft werden?
13. Ist die Bundesregierung grundsätzlich bereit, eine Evaluation der
zentralen BMWE-Programme (Reallabore, Klimaschutzverträge,
Transformationsförderung, Industriepolitik) hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit der
sozialen Marktwirtschaft und dem Eigentumsgrundrecht vorzunehmen?
Berlin, den 4. Februar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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