Gefahren für Deutsche durch Tourismus in Risikogebiete
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Gefahren für Deutsche durch Tourismus in Risikogebiete
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3679
21. Wahlperiode 15.01.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Erhard Brucker, Sebastian Münzenmaier, Dario Seifert,
Jan Wenzel Schmidt, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Keuter und der
Fraktion der AfD
Gefahren für Deutsche durch Tourismus in Risikogebiete
In Somalia ist die Terrororganisation Al-Shabab noch immer aktiv und verübte
Anfang 2025 mehrere tödliche Anschläge in der Hauptstadt Mogadischu. Bei
einem dieser Angriffe beschossen ihre Mitglieder im April 2025 den Flughafen
von Mogadischu mit Raketen. Im August 2024 starben bei einem Anschlag am
beliebten Lido Beach über 50 Zivilisten. Trotz Reisewarnungen westlicher
Regierungen verzeichnete das ostafrikanische Land im Jahr 2024 rund 10 000
Touristen, so CNN. Das ist ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr. Der Betreiber eines Abenteuer-Tourismusunternehmens gibt an, dass die
Nachfrage nach Gruppenreisen in das ostafrikanische Land erheblich
angestiegen sei (www.oe24.at/welt/das-gefaehrlichste-land-der-welt-erlebt-tourismus-b
oom/656721404).
Die jährlich veröffentlichte „Travel Risk Map“ stuft mehrere afrikanische
Länder als Rot – „sehr hohes Risiko: Kann nur mit erheblichen Einschränkungen
oder gar nicht bereist werden. Vor der Reise müssen umfassende Vorkehrungen
getroffen werden […]“ ein (www.merkur.de/welt/risiko-karte-fuer-urlauber-20
25-deutschland-wie-botswana-geheimtipp-und-paradies-sind-abgerutscht-9351
0102.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Länder oder Regionen wurden im vergangenen Jahr vom
Auswärtigen Amt als „Risikogebiete“ eingestuft und erlebten gleichzeitig einen
deutlichen Anstieg des Tourismus, und gibt es hierzu spezifische Daten, die
diese Entwicklung widerspiegeln?
2. Ist der Bundesregierung bekannt, ob deutsche Touristen in den vergangenen
Jahren vermehrt in Risikogebiete im Allgemeinen und nach Somalia im
Besonderen gereist sind, und wenn ja, ist im Hinblick darauf ein Trend zu
Reisen in Risikogebiete feststellbar?
3. Welche statistischen Daten liegen der Bundesregierung bezüglich der Zahl
deutscher Touristen vor, die in Risikogebiete reisen, und wie hat sich diese
Zahl in den letzten fünf Jahren entwickelt?
4. Wie viele Kontaktaufnahmen von deutschen Touristen, die in
Risikogebieten in Not geraten sind, sind in den Jahren von 2022 bis 2024 gegenüber
Auslandsvertretungen des Auswärtigen Amts nach Kenntnis der
Bundesregierung erfolgt, und ist diesbezüglich ein Anstieg zu verzeichnen?
5. Was waren nach Kenntnis der Bundesregierung die häufigsten Gründe für
Kontaktaufnahmen von deutschen Touristen gegenüber
Auslandsvertretungen des Auswärtigen Amts in Risikogebieten aufgrund von Notlagen in den
Jahren von 2022 bis 2024?
6. Welche spezifischen Gefahren sieht die Bundesregierung für deutsche
Touristen in Risikogebieten, und inwieweit hat die Bundesregierung
Informationen über die Häufigkeit von Vorfällen wie Entführungen, Überfällen oder
terroristischen Angriffen auf Touristen in diesen Regionen?
7. Inwiefern wird nach Auffassung der Bundesregierung die touristische
Nachfrage nach Risikogebieten durch die Sicherheitshinweise des
Auswärtigen Amts beeinflusst, und gibt es statistische Erhebungen oder
Untersuchungen, die belegen, wie deutsche Touristen auf Sicherheitshinweise
reagieren?
8. Inwieweit arbeitet die Bundesregierung mit internationalen Organisationen
wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der Internationalen
Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) sowie mit betroffenen Staaten zusammen, um
die Sicherheit von Touristen in Risikogebieten zu gewährleisten?
9. Wie rechtfertigt die Bundesregierung die Verminderung der Mittel für
Bürger im Ausland angesichts der nach wie vor bestehenden Gefahrenlage im
Ausland (vgl. Haushaltstitel 687 01 „Hilfe für Deutsche im Ausland“, ein
Titel, der für die akute Notlagenbehebung deutscher Bürger im Ausland
vorgesehen ist, ist für den Bundeshaushalt 2025 von 5 980 000 Euro auf
1 000 000 Euro reduziert worden)?
Berlin, den 14. Januar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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