Gemeinsame Mitteilung an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Europäischer Schutzschild für die Demokratie: Förderung starker und widerstandsfähiger Demokratien JOIN(2025) 791 final;
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Gemeinsame Mitteilung an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Europäischer Schutzschild für die Demokratie: Förderung starker und widerstandsfähiger Demokratien JOIN(2025) 791 final;
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ISSN 0720-2946
Bundesrat zu Drucksache 797/25 (Beschluss)
02.09.26
Unterrichtung
durch die Europäische Kommission
Stellungnahme der Europäischen Kommission zu dem Beschluss
des Bundesrates zur Gemeinsamen Mitteilung an das
Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts-
und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen:
Europäischer Schutzschild für die Demokratie: Förderung starker
und widerstandsfähiger Demokratien
C(2026) 6047 final
EUROPÄISCHE KOMMISSION
Brüssel, den 25.8.2026
C(2026) 6047 final
Herrn Dr. Andreas Bovenschulte
Präsident des Bundesrates
Leipziger Straße 3-4
10117 Berlin
ALLEMAGNE/DUITSLAND
Sehr geehrter Herr Präsident des Bundesrates,
die Kommission dankt dem Bundesrat für seine Stellungnahme zu der Gemeinsamen
Mitteilung über den Europäischen Schutzschild für die Demokratie {JOIN(2025) 791
final}.
Der Europäische Schutzschild für die Demokratie umfasst konkrete Maßnahmen für die
Stärkung, den Schutz und die Förderung starker und widerstandsfähiger Demokratien in
der gesamten EU.
Die Kommission erkennt an, welch wichtige Rolle die nationalen Parlamente im
demokratischen Rahmen der EU spielen, und begrüßt die Unterstützung des Bundesrates
für diese Initiative. Die Kommission möchte diese Gelegenheit ergreifen, um Ihnen
zusätzliche Information über ihre geplanten Arbeiten zu übermitteln.
Die EU hat bereits einen soliden rechtlichen und politischen Rahmen zum Schutz ihrer
Demokratien geschaffen. Es wurden wichtige Rechtsvorschriften erlassen, etwa das
Gesetz über digitale Dienste1, das Europäische Medienfreiheitsgesetz2, die Verordnung
über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung3, die Richtlinie zu
strategischen Klagen gegen öffentliche Beteiligung4 (SLAPP-Klagen) und die Richtlinie
(EU) 2026/1021 zur Bekämpfung der Korruption5.
Der Europäische Schutzschild für die Demokratie wurde angenommen, um auf den
internen und externen Druck zu reagieren, dem die europäischen Demokratien
angesichts der zunehmend aggressiven Taktiken autoritärer Regime ausgesetzt sind. Er
baut auf dem bestehenden Rahmen auf und sieht Maßnahmen vor, die bis 2027 in drei
Schwerpunktbereichen schrittweise eingeführt werden sollen: Verbesserung des
1 https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2022/2065/oj/deu.
2 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32024R1083.
3 https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/900/oj/deu.
4 https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2024/1069/oj/deu.
5 https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2026/1021/oj/deu.
zu Drucksache 797/25 (Beschluss)
Lagebewusstseins und Unterstützung der Reaktionsfähigkeit zur Wahrung der Integrität
des Informationsraums, Stärkung der demokratischen Institutionen, freier und fairer
Wahlen sowie freier und unabhängiger Medien und Stärkung der gesellschaftlichen
Resilienz und des Engagements der Bürgerinnen und Bürger.
Eine Leitinitiative ist das Europäische Zentrum für demokratische Resilienz, das am
24. Februar 2026 ins Leben gerufen wurde. Das Zentrum fungiert als Plattform für die
Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Mitgliedstaaten und den Organen und
Einrichtungen der EU. Es wird dazu beitragen, Verbindungen zu knüpfen, und einen
strukturierteren und proaktiveren Ansatz zur gemeinsamen Stärkung der demokratischen
Resilienz ermöglichen. Im Rahmen der Bemühungen zur Wahrung der Integrität des
Informationsraums hat das Zentrum mit der Ausarbeitung eines EU-Konzeptentwurfs für
die Bekämpfung ausländischer Informationsmanipulation und Einmischung sowie
Desinformation begonnen.
Die Kommission ist bereit, ihre Kapazitäten zur Unterstützung der Mitgliedstaaten auf
deren Ersuchen und unter uneingeschränkter Achtung ihrer Zuständigkeiten in vollem
Umfang zu mobilisieren und dabei gezielt auf das Fachwissen und den größten
Erfahrungsschatz aus ganz Europa zurückzugreifen. Die Kommission nimmt das
Engagement der Länder zur Kenntnis, ihre Monitoring- und Analysekapazitäten
auszubauen, und stellt fest, dass Deutschland auf nationaler Ebene durch eine
Kontaktstelle im Europäischen Zentrum für demokratische Resilienz vertreten ist.
Das Europäische Zentrum für demokratische Resilienz wird von einer Plattform der
Interessenträger unterstützt, die nicht-institutionelle Akteure wie Organisationen der
Zivilgesellschaft, Denkfabriken, Forscher und Akademiker, Faktenprüfer und
Medienorganisationen zusammenbringt.
Im Rahmen eines gesamtgesellschaftlichen und gesamtstaatlichen Ansatzes misst die
Kommission der Rolle der regionalen und lokalen Akteure und der Zusammenarbeit der
EU mit internationalen Partnern große Bedeutung bei. Demokratie ist für die
Erweiterungspolitik der Union von zentraler Bedeutung. Die Bewerberländer und
möglichen Bewerberländer werden daher je nach Bedarf und entsprechend ihren
spezifischen Bedürfnissen und Kapazitäten eng in die Arbeitsbereiche und Initiativen im
Rahmen des Europäischen Schutzschilds für die Demokratie eingebunden.
In der Mitteilung wird die Bedeutung freier und unabhängiger Medien für eine gesunde
Demokratie betont. Die Kommission wird auch ihre Finanzierungsinstrumente einsetzen,
um die wirtschaftliche Resilienz des Mediensektors in der EU und darüber hinaus zu
unterstützen. Das Programm für Medienresilienz wird die derzeitige Unterstützung für
die Medien mit den im neuen mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) vorgeschlagenen
Finanzierungsprogrammen verbinden und so den Weg für die erfolgreiche Umsetzung
des nächsten MFR ebnen. Mit diesem Programm werden unabhängiger Journalismus
und Medienkompetenz gefördert, was die Bemühungen der Kommission zur Stärkung
nachhaltiger Nachrichtenmedien, einschließlich des lokalen Journalismus, auch in EU-
Bewerberländern und möglichen Bewerberländern herausstellt. Die Kommission wird
innovative Medienprojekte und grenzüberschreitende Initiativen, die dem Publikum in
der gesamten Union und darüber hinaus neue Formate und Inhalte bieten, weiter
unterstützen. Durch ihr auswärtiges Handeln unterstützt die EU unabhängige und
pluralistische Medien weltweit. Sie fördert den Zugang zu Informationen, bekämpft
Desinformation und trägt dazu bei, die Sicherheit von Journalisten und
Medienschaffenden zu gewährleisten, unter anderem durch den Europäischen Fonds für
Demokratie, der unabhängige Medienplattformen und gefährdete Journalisten in der
europäischen Nachbarschaft und darüber hinaus unterstützt.
Die Stärkung der Finanzierungsinstrumente geht mit Regulierungsmaßnahmen einher.
Ziel der Kommission ist es, sicherzustellen, dass die Medien im Zeitalter der künstlichen
Intelligenz (KI) und sehr großer Online-Plattformen zugänglich und sichtbar sind und
nachhaltig bleiben.
Das Gesetz über digitale Dienste trägt zur Stärkung der Integrität des Online-
Informationsraums bei. Es erlegt Anbietern sehr großer Online-Plattformen und
Suchmaschinen verbindliche Verpflichtungen auf und verpflichtet sie, systemische
Risiken zu bewerten und zu mindern, unter anderem Risiken im Zusammenhang mit der
gesellschaftlichen Debatte, Wahlprozessen und dem Schutz von Grundrechten wie der
Meinungsfreiheit. Die Umsetzung und die Durchsetzung dieser Rechtsvorschrift sind
Schlüsselprioritäten. Die Kommission wird die Einhaltung und Durchsetzung des
Gesetzes über digitale Dienste im Rahmen ihrer Zuständigkeit weiterhin überwachen und
mit den Interessenträgern zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass die
einschlägigen Verpflichtungen eingehalten werden.
Des Weiteren wird in der Mitteilung die wichtige Rolle anerkannt, die Faktenprüfer,
Forscher und Journalisten in demokratischen Gesellschaften spielen. In der Mitteilung
sind mehrere Maßnahmen aufgeführt, um den Schutz dieser Menschen zu gewährleisten,
unter anderem die Arbeit zur Bekämpfung von SLAPP-Klagen und die Einrichtung eines
europäischen Netzes von Faktenprüfern. Die Kommission wird Leitlinien zur
Unterstützung der Umsetzung einschlägiger EU-Vorschriften annehmen, um Safe
Harbours für Journalisten, Forscher und Organisationen der Zivilgesellschaft zu
fördern, die sich mit der Analyse des Informationsumfelds und seiner Entwicklungen
(z. B. den Auswirkungen der KI) befassen. Um das Verständnis für Bedrohungen der
Informationsintegrität und die Reaktion darauf zu verbessern, wurde das Mandat der
Europäischen Beobachtungsstelle für digitale Medien hinsichtlich des Lagebewusstseins
gestärkt, und es wurde ein gemeinsamer Rahmen zur Förderung der Forschung
geschaffen, um unabhängigen Forschern zum Thema Desinformation Zugang zu den
neuesten technologischen Instrumenten für ihre Analysen zu verschaffen.
Um die gesellschaftliche Resilienz zu stärken, will die Kommission auch demokratische
Fähigkeiten fördern. Dazu gehören Maßnahmen im Bildungsbereich sowie eine
verstärkte Förderung der Medienkompetenz und die Stärkung der Medienkompetenz-
Gemeinschaft.
Die Kommission hofft, dass die vom Bundesrat angesprochenen Punkte mit den in diesem
Schreiben ausgeführten Erläuterungen geklärt werden können, und sieht der Fortsetzung
des politischen Dialogs erwartungsvoll entgegen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael McGrath
Mitglied der Kommission
zu Drucksache 797/25 (Beschluss) - 4 -
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