Sachstand, Perspektiven und Rolle des Bundes beim Lückenschluss der unterbrochenen Bundesautobahn 73 (Frankenschnellweg) und deren kreuzungsfreiem Ausbau in Nürnberg
Text
Sachstand, Perspektiven und Rolle des Bundes beim Lückenschluss der unterbrochenen Bundesautobahn 73 (Frankenschnellweg) und deren kreuzungsfreiem Ausbau in Nürnberg
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3128
21. Wahlperiode 04.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Bastian Treuheit, Wolfgang Wiehle, René Bochmann, Alexis L.
Giersch, Lars Haise, Stefan Henze, Maximilian Kneller, Ulrich von Zons, Carsten
Becker, Hans-Jürgen Goßner, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer Kraft, Andreas Mayer,
Volker Scheurell, Otto Strauß und der Fraktion der AfD
Sachstand, Perspektiven und Rolle des Bundes beim Lückenschluss
der unterbrochenen Bundesautobahn 73 (Frankenschnellweg) und deren
kreuzungsfreiem Ausbau in Nürnberg
Der Frankenschnellweg ist eine bedeutende Nord-Süd-Verbindung, die
Nürnberg mit der Bundesautobahn 73 verknüpft und täglich von über 60 000
Fahrzeugen genutzt wird. Um Staus und Belastungen in angrenzenden
Wohngebieten zu reduzieren, sieht der geplante kreuzungsfreie Ausbau eine dritte
Fahrspur, Lärmschutzwände, einen rund 1,8 Kilometer langen Tunnel sowie neue
Rad- und Fußwege und Grünflächen vor. Die Kosten werden auf knapp 1 Mrd.
Euro geschätzt. Der Freistaat Bayern beteiligt sich im Rahmen der
förderfähigen Ausgaben an der Finanzierung (www.nuernberg.de/internet/soer_nbg/f
sw_projekt .html), doch bleibt ein erheblicher Finanzierungsbedarf für die
Kommune. Nach der rechtskräftigen Bestätigung des
Planfeststellungsbeschlusses durch das Bundesverwaltungsgericht im März 2025 sollen die
Ausschreibungen für den westlichen Abschnitt Anfang 2026 starten, der Baubeginn
ist für 2027 vorgesehen. Angesichts des kommunalen Investitionsstaus und der
gestiegenen Verschuldung (der kommunale Schuldenstand in Deutschland stieg
2024 um 9,4 Prozent auf 169,4 Mrd. Euro, während die Bauinvestitionen real
um 2,6 Prozent sanken, vgl. www.bvmb.de/images/pdf/Pressemitteilungen/202
5_07_03_PM_KfW_Kommunalpanel_2025.pdf) wird nach Ansicht der
Fragesteller eine verstärkte Bundesbeteiligung notwendig, um eine zügige
Umsetzung des Projekts zu gewährleisten und die finanzielle Belastung der Stadt
Nürnberg zu verringern.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über eine mögliche oder
bestehende Förderung des Projekts, etwa im Rahmen des
Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes oder anderer Bundesprogramme, und in welcher Höhe
werden gegebenenfalls Mittel bereitgestellt?
2. Sieht die Bundesregierung Möglichkeiten, den Bundesanteil an der
Finanzierung des Projekts oder vergleichbarer kommunaler Infrastrukturvorhaben
zu erhöhen?
3. Ist das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität für Projekte wie
den Frankenschnellweg gedacht?
4. Fließen nach Kenntnis der Bundesregierung Fördermittel aus dem
Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität in das Projekt, und wenn ja, in
welcher Höhe?
5. Sind die geplanten rund 5 Kilometer Rad- und Gehwege im Bereich
oberhalb des künftigen Tunnels nach Kenntnis der Bundesregierung förderfähig,
beispielsweise im Rahmen des Bundesprogramms „Modellvorhaben
Radverkehr“ (www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Radverkehr/foerderun
g-modellvorhaben-radverkehr-projekte.html), und hat die Stadt Nürnberg
nach Kenntnis der Bundesregierung entsprechende Bestrebungen
unternommen, Fördermittel zu beantragen, wenn ja, welche?
6. Gibt es Kontakt zwischen der Bundesregierung und der Stadt Nürnberg
hinsichtlich einer möglichen Unterstützung des Bundes bei der Umsetzung von
Umwelt- und Klimaschutzauflagen, etwa in den Bereichen Lärmschutz,
Luftreinhaltung, Begrünung und sicherer Radverkehr, wenn ja, ist eine
Unterstützung vorgesehen, und in welcher Form?
7. Soll die vom Bundesminister für Verkehr Patrick Schnieder angekündigte
Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren (www. b m
v.de/SharedDocs/DE/RedenUndInterviews/2025/schnieder-dvz-30-06-202
5.html) auch bei kommunalen Projekten wie dem kreuzungsfreien Ausbau
des Frankenschnellwegs Wirkung entfalten, um beispielsweise die geplante
Bauzeit von rund zehn Jahren einzuhalten oder zu verkürzen, und wenn ja,
welche konkreten Maßnahmen sind hierfür vorgesehen?
8. Wie wird nach Kenntnis der Bundesregierung beim Projekt des
kreuzungsfreien Ausbaus des Frankenschnellwegs Building Information Modeling
(BIM) eingesetzt, um Planungs- und Bauprozesse zu beschleunigen sowie
den Verkehrsfluss und die Grünflächenplanung zu optimieren?
Berlin, den 2. Dezember 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
Relationen
- asked ← Alexis L. Giersch (Kleine Anfrage)
- asked ← Andreas Mayer (Kleine Anfrage)
- asked ← Bastian Treuheit (Kleine Anfrage)
- asked ← Carsten Becker (Kleine Anfrage)
- asked ← Hans-Jürgen Goßner (Kleine Anfrage)
- asked ← Lars Haise (Kleine Anfrage)
- asked ← Leif-Erik Holm (Kleine Anfrage)
- asked ← Maximilian Kneller (Kleine Anfrage)
- asked ← Otto Strauß (Kleine Anfrage)
- asked ← Rainer Kraft (Kleine Anfrage)
- asked ← René Bochmann (Kleine Anfrage)
- asked ← Stefan Henze (Kleine Anfrage)
- asked ← Ulrich von Zons (Kleine Anfrage)
- asked ← Volker Scheurell (Kleine Anfrage)
- asked ← Wolfgang Wiehle (Kleine Anfrage)
- authored ← Bastian Treuheit
- authored ← Fraktion der AfD
- authored ← Wolfgang Wiehle
- part_of_vorgang → Sachstand, Perspektiven und Rolle des Bundes beim Lückenschluss der unterbrochenen Bundesautobahn 73 (Frankenschnellweg) und deren kreuzungs (Kleine Anfrage)