Einholung von Expertisen aus Wissenschaft und Praxis durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales
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Einholung von Expertisen aus Wissenschaft und Praxis durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1967
21. Wahlperiode 02.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Peter Bohnhof, René Springer, Jan Feser, Gerrit Huy, Lukas
Rehm, Thomas Stephan, Johann Martel und der Fraktion der AfD
Einholung von Expertisen aus Wissenschaft und Praxis durch das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD hat im Kapitel Arbeit und
Soziales die Einsetzung von Kommissionen zu den Themen Sozialstaatsreform
und Rente angekündigt (www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsve
rtrag2025.de/files/koav_2025.pdf, Zeilen 454, 594).
Die Kommission zur Sozialstaatsreform hat ihre Arbeit am 1. September 2025
aufgenommen. Sie setzt sich zusammen aus „Vertreterinnen und Vertretern von
Bund, Ländern und Kommunen“ und soll „Expertinnen und Experten aus
Wissenschaft und Praxis, den Sozialpartnern, Vertreterinnen und Vertretern von
Sozial- und Wirtschaftsverbänden und anderen Stakeholdern“ anhören
(Pressemitteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales [BMAS] vom
1. September 2025, www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2025/
kommission-zur-sozialstaatsreform-hat-ihre-arbeit-aufgenommen.html). Die
Rentenkommission wird ihre Arbeit erst im nächsten Jahr aufnehmen (Der
Tagesspiegel vom 18. September 2025, S. 1, 4).
Solche Kommissionen werden für gewöhnlich auf mehrere Monate eingesetzt.
Daneben sind Expertengespräche, welche vergleichsweise spontan stattfinden,
sowie Dialogformate und Beiräte, die teils für mehrere Jahre bestehen, gängige
Instrumente, mit denen politische Entscheidungsträger wissenschaftliche
Expertise einholen und den Austausch mit der Praxis suchen.
Expertenformate erfüllen bisweilen eine „Alibifunktion“, indem sie eine
bestimmte Politik rechtfertigen (sollen). Die Politikwissenschaft hat überdies drei
Defizite der Politikberatung identifiziert: „das Transparenzproblem, d. h. die
mangelnde Durchsichtigkeit für Parlament, Medien und Öffentlichkeit; das
Pluralitätsproblem, d. h. die mangelnde Vielfalt von wissenschaftlichen
Erkenntnisperspektiven und praktischen Beratungsinteressen; und das
Publizitätsproblem, d. h. die fehlende Verpflichtung der politischen Institutionen zur
Veröffentlichung von Beratungsergebnissen“ (Paul Kevenhörster: Politikberatung,
in: Uwe Andersen et al. [Hrsg.]: Handwörterbuch des politischen Systems der
Bundesrepublik Deutschland, Wiesbaden 2021, S. 720 bis 727, hier S. 724,
726).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis wurden
von der Kommission zur Sozialstaatsreform bislang zu den
Fachgesprächen eingeladen (bitte jeweils Namen, Einrichtung bzw. Organisation und
Funktion bzw. Tätigkeit nennen)?
2. Welche der von der Kommission zur Sozialstaatsreform zu einem
Fachgespräch eingeladenen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und
Praxis haben ihre Teilnahme zugesagt?
3. Welche der von der Kommission zur Sozialstaatsreform zu einem
Fachgespräch eingeladenen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und
Praxis haben ihre Teilnahme abgesagt?
4. Nach welchen fachlichen Prämissen und Kriterien wurden bzw. werden
die von der Kommission zur Sozialstaatsreform zu einem Fachgespräch
eingeladenen bzw. einzuladenden Expertinnen und Experten aus
Wissenschaft und Praxis ausgewählt?
5. In welcher Art und Weise stellt das Bundesministerium für Arbeit und
Soziales hinsichtlich der Arbeit der Kommission zur Sozialstaatsreform
Transparenz, Pluralität und Publizität sicher (vgl. die Vorbemerkung der
Fragesteller)?
6. Wie lautete der Titel des Termins, welcher am 9. September 2025 im
Bundesministerium für Arbeit und Soziales stattgefunden hat (vgl. www.hand
elsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-bas-und-die-sozialrefor
men-e-mail-offenbart-ihre-einstellung/100154457.html)?
7. Wie lautete der Arbeitsauftrag bzw. welche konkreten Fragestellungen
wurden mit der Einladung zum bzw. in Vorbereitung auf den Termin in
Frage 6 an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übermittelt (bitte den
Wortlaut wiedergeben)?
8. Welche Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis wurden zu
dem Termin in Frage 6 eingeladen (bitte jeweils Namen, Einrichtung bzw.
Organisation und Funktion bzw. Tätigkeit nennen)?
9. Welche der zu dem Termin in Frage 6 eingeladenen Expertinnen und
Experten aus Wissenschaft und Praxis haben an dem Termin teilgenommen?
10. Welche der zu dem Termin in Frage 6 eingeladenen Expertinnen und
Experten aus Wissenschaft und Praxis haben entgegen einer Zusage doch
nicht teilgenommen?
11. Welche der zu dem Termin in Frage 6 eingeladenen Expertinnen und
Experten aus Wissenschaft und Praxis haben ihre Teilnahme abgesagt?
12. Welche der zu dem Termin in Frage 6 eingeladenen Expertinnen und
Experten aus Wissenschaft und Praxis haben keine Rückmeldung auf die
Einladung übermittelt?
13. Nach welchen fachlichen Prämissen und Kriterien wurden die zu dem
Termin in Frage 6 eingeladenen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft
und Praxis ausgewählt?
14. Wie lange dauerte der Termin inFrage 6?
15. In welchem Format hat der Termin in Frage 6 stattgefunden, und wie war
der Ablauf (bitte ggf. Tagesordnung im Wortlaut wiedergeben)?
16. Wurde der Termin in Frage 6 im Nachgang für die Öffentlichkeit
aufbereitet?
a) Wenn ja, in welcher Form (bitte jeweils mit Fundstelle angeben)?
b) Wenn nein, warum wurde eine Aufbereitung für die Öffentlichkeit als
nicht notwendig erachtet?
17. Hat es zu dem Termin in Frage 6 einen Folgetermin gegeben bzw. wird es
einen Folgetermin geben?
a) Wenn ja, warum wurde bzw. wird ein Folgetermin als notwendig
erachtet?
b) Wenn ja, wann wird der Folgetermin stattfinden bzw. wann hat dieser
stattgefunden?
c) Wenn ja, wurden bzw. werden dieselben Expertinnen und Experten
aus Wissenschaft und Praxis eingeladen wie zu dem Termin in
Frage 6?
d) Wenn nein, warum wird ein Folgetermin als nicht notwendig erachtet?
18. Wenn zu einem Folgetermin zu dem Termin in Frage 6 weniger oder
weitere Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis eingeladen
wurden bzw. werden, warum wurde bzw. wird dies als notwendig
erachtet?
19. Haben seit Amtsantritt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales
Bärbel Bas weitere Termine nach der Art und Weise des Termins in
Frage 6 im Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter Teilnahme
der Bundesministerin und bzw. oder einer der Parlamentarischen
Staatssekretärinnen bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales
stattgefunden?
a) Wenn ja, welche (bitte jeweils Datum, Titel bzw. Thema und
Teilnehmer mit Namen, Einrichtung bzw. Organisation sowie Funktion bzw.
Tätigkeit nennen)?
b) Wenn ja, welche dieser Termine wurden im Nachgang für die
Öffentlichkeit aufbereitet, und in welcher Form (bitte jeweils mit Fundstelle
angeben)?
20. Wenn Termine gemäß Frage 17 im Nachgang nicht für die Öffentlichkeit
aufbereitet wurden, was waren jeweils die Gründe dafür?
Berlin, den 1. Oktober 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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