Zur Anwerbung von Studenten und potenziellen Fachkräften, zu dem Qualitätsniveau von Hochschulabschlüssen und sich daraus ergebenden Beschäftigungsverhältnissen
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Zur Anwerbung von Studenten und potenziellen Fachkräften, zu dem Qualitätsniveau von Hochschulabschlüssen und sich daraus ergebenden Beschäftigungsverhältnissen
Deutscher Bundestag Drucksache 21/6764
21. Wahlperiode 30.06.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Christoph Birghan, Nicole Höchst, Dr. Michael Kaufmann,
Adam Balten, Dr. Ingo Hahn, Andreas Mayer, Stefan Schröder, Sergej Minich,
Robin Jünger, Martin Reichardt, Dr. Paul Schmidt, René Bochmann, Sven
Wendorf, Maximilian Kneller und der Fraktion der AfD
Zur Anwerbung von Studenten und potenziellen Fachkräften, zu dem
Qualitätsniveau von Hochschulabschlüssen und sich daraus ergebenden
Beschäftigungsverhältnissen
In den letzten Jahren, vermehrt in den letzten Monaten, wurde darüber
berichtet, dass insbesondere indische Staatsbürger an Hochschulen in Deutschland
vermittelt werden, die nicht einlösen, was auf dem Papier versprochen wird.
Die aus dem Ausland angelockten Studenten erlangen teilweise in Deutschland
nicht den erhofften Abschluss, sondern finden sich stattdessen nicht selten in
prekären Beschäftigungsverhältnissen wieder (https://taz.de/Junge-Inder-in-De
utschland/!6094350/; www.rbb-online.de/doku/o-r/rbb-story/Ausgeliefer
t.html).
Die IU Internationale Hochschule in Berlin ist diesbezüglich in die
Schlagzeilen geraten. Veranstaltungen finden nicht statt oder nur digital, die Vernetzung
der Studenten ist mangels Räumlichkeiten nicht gegeben und auch das
Curriculum bietet offenbar nicht das, was den ausländischen Studenten vermittelt
wurde (www.forschung-und-lehre.de/politik/abschiebegefahr-fuer-hunderte-studier
ende-aus-indien-7632?utm_source=chatgpt.com). Die IU Internationale
Hochschule präsentiert sich auf ihrer Website als größte Hochschule Deutschlands
mit 4 000 Mitarbeitern und 45 Standorten (www.iu-careers.com/). Auch
weitere Hochschulen sind in der Vergangenheit durch zweifelhaftes Agieren in die
Presseöffentlichkeit geraten. Teilweise wurde das Studienangebot nicht, wie
angegeben, vorgehalten, teilweise fehlten Akkreditierungen, was die Abschlüsse
für den regulären Arbeitsmarkt wertlos machte (www.hessenschau.de/gesellsch
aft/internationale-hochschule-frankfurt-klagen-wegen-architektur-
studiengangv1 Prozent2Cinternationale-hochschule-architektur-100.html?utm_source=chat
gpt.com; www.forschung-und-lehre.de/recht/vermutete-verstoesse-bei-bachelo
r-vergabe-7184#:~:text=Wurden%20an%20der%20Hochschule%20Neubrande
nburg%20trotz%20Verst%C3 ProzentB6 ProzentC3 Prozent9Fen,Hinweisen%
20zu%20vier%20F%C3 ProzentA4llen%20ermittelt%20das%20Land).
Ende 2022, nach der Unterzeichnung des deutsch-indischen
Migrationsabkommens, ließ sich die damalige Bundesministerin des Innern und für Heimat
Nancy Faeser mit dem Satz zitieren: „Wir stellen die Weichen dafür, dass
qualifizierte junge Inderinnen und Inder in Deutschland berufliche und praktische
Erfahrungen sammeln, studieren, eine Ausbildung beginnen oder als Fachkraft
arbeiten können. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt, um Fachkräfte zu
gewinnen, die wir auf dem deutschen Arbeitsmarkt dringend brauchen“ (www.bm
i.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2022/12/abkommen-indie
n.html). Diese Aussage ist nach Auffassung der Fragesteller insbesondere vor
dem Hintergrund der Berichte über die IU Internationale Hochschule einer
genaueren Prüfung zu unterziehen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Liegen der Bundesregierung Informationen bzw. Daten vor, wie viele
ausländische (exklusive EU) Personen in den Jahren von 2015 bis 2025 über
Vermittlungsagenturen im Nicht-EU-Ausland zum Studium nach
Deutschland gekommen sind (bitte die zehn häufigsten Nationalitäten
aufschlüsseln)?
2. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, welche Kriterien
(etwa Akkreditierung, staatliche Anerkennung) eine Hochschule für die
Visa-Vergabe an Nicht-EU-Ausländer, die in Deutschland ein Studium
aufzunehmen beabsichtigen, erfüllen muss?
3. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, in welchem
Umfang Vermittlungsagenturen im Ausland mit privaten bzw. staatlichen
deutschen Hochschulen zusammenarbeiten, um Studenten aus Nicht-EU-
Staaten zu gewinnen und welche Kontrollmechanismen diesbezüglich
bestehen?
4. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, ob und in welchem
Umfang ausländische Studenten durch Hochschulen oder
Vermittlungsagenturen über Studienbedingungen, Präsenzanteile,
Sprachvoraussetzungen und Berufsaussichten unzutreffend informiert wurden (bitte ggf. nach
Bundesland, Hochschule und Jahren aufschlüsseln)?
5. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, wie hoch die
durchschnittlichen Studiengebühren privater Hochschulen für Studenten
aus Nicht-EU-Staaten sind und wie häufig hierfür Bildungs- oder
Privatkredite aufgenommen werden?
6. Hat die Bundesregierung seit 2022 Maßnahmen ergriffen, um ggf.
Missbrauch bei der Anwerbung ausländischer Studenten sowie mögliche
Umgehungen regulärer Fachkräftezuwanderung über Aufenthaltstitel zum
Zwecke des Studiums zu verhindern?
7. Wurden Bundesbehörden wegen möglicher Verstöße gegen
Akkreditierungs-, Hochschul- oder Aufenthaltsrecht an privaten
Hochschulen informiert?
a) Wenn ja, in welchem Umfang (bitte nach Hochschule, Bundesland und
Anlass der Ermittlungen und nach Jahren ab 2015 bis 2025
aufschlüsseln)?
b) Wenn nein, beabsichtigt die Bundesregierung, sich zukünftig einen
Überblick zu verschaffen?
8. Wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren von 2015 bis
2025 Studenten aus Nicht-EU-Staaten an privaten bzw. staatlichen
Hochschulen exmatrikuliert, weil Studiengänge eingestellt, Akkreditierungen
entzogen oder Studienleistungen nicht anerkannt wurden (bitte getrennt
aufschlüsseln)?
a) Wenn ja, wie viele (bitte die Gesamtzahl der Studenten, die Anzahl der
Studenten in Jahresscheiben, die Hochschulen und Bundesländer
auflisten)?
b) Wenn nein, beabsichtigt die Bundesregierung, sich zukünftig einen
Überblick zu verschaffen?
9. Wie verteilen sich nach Kenntnis der Bundesregierung Nicht-EU-
Ausländer, die in Deutschland ein Studium aufnehmen, auf private bzw.
staatliche Hochschulen (bitte absteigend die 20 häufigsten Hochschulen,
Standorte und Nationalitäten aufschlüsseln)?
10. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, wie viele
Studenten aus Nicht-EU-Staaten ihr Studium an privaten bzw. staatlichen
deutschen Hochschulen in den Jahren von 2015 bis 2025 erfolgreich
abgeschlossen haben (bitte ggf. nach Jahren, Nationalitäten sowie privaten und
staatlichen Hochschulen aufschlüsseln)?
11. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, welche
Studiengänge von Studenten aus Nicht-EU-Staaten besonders häufig erfolgreich
abgeschlossen werden (bitte ggf. die 20 häufigsten Studiengänge
auflisten)?
12. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, wie viele
Absolventen aus Nicht-EU-Staaten nach erfolgreichem Studienabschluss in
Deutschland verblieben sind, um eine Beschäftigung aufzunehmen (bitte
ggf. nach Jahren und ggf. Einstiegsbranchen aufschlüsseln)?
13. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, in welchem
Umfang erfolgreiche Studienabschlüsse von Studenten aus Nicht-EU-Staaten
zur Deckung des Fachkräftebedarfs in Deutschland beigetragen haben?
14. Wie viele Studenten aus Nicht-EU-Staaten haben nach Kenntnis der
Bundesregierung nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums innerhalb von
zwölf Monaten eine ihrer Qualifikation entsprechende Beschäftigung
aufgenommen?
15. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, wie hoch die
durchschnittlichen Einkommen von Absolventen aus Nicht-EU-Staaten in
den ersten drei Jahren nach erfolgreichem Studienabschluss in
Deutschland sind?
16. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, wie viele
Absolventen aus Nicht-EU-Staaten nach erfolgreichem Studienabschluss
Deutschland innerhalb von zwei Jahren wieder verlassen haben?
17. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, wie viele
ausländische Studenten aus Nicht-EU-Staaten ihr Studium an staatlichen bzw.
privaten Hochschulen in Deutschland in den Jahren von 2015 bis 2025
vorzeitig abgebrochen haben (bitte ggf. nach Jahren, Nationalitäten und
Hochschulen aufschlüsseln)?
18. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, in welchem
Umfang Studenten aus Nicht-EU-Staaten während ihres Studiums einer
Erwerbstätigkeit nachgehen und in welchen Branchen diese Tätigkeiten
überwiegend ausgeübt werden?
19. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, wie viele
Studenten aus Nicht-EU-Staaten nach einem Studienabbruch in Deutschland in
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, geringfügige Beschäftigung
oder in Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bzw. dem
SGB II gewechselt sind (bitte ggf. jeweils einzeln aufschlüsseln)?
20. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, ob Absolventen
privater Hochschulen aus Nicht-EU-Staaten häufiger Aufenthaltstitel zur
Erwerbstätigkeit erhalten als Absolventen staatlicher Hochschulen?
21. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, in wie vielen
Fällen Aufenthaltstitel zum Zwecke des Studiums gemäß § 16b des
Aufenthaltsgesetzes in den Jahren von 2015 bis 2025 widerrufen oder nicht
verlängert wurden, weil Studienleistungen nicht erbracht oder
Studienvoraussetzungen nicht erfüllt wurden?
Berlin, den 11. Juni 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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