Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über europäische Statistiken über Fischerei und Aquakultur und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 1921/2006, (EG) Nr. 762/2008, (EG) Nr. 216/2009, (EG) Nr. 217/2009 und (EG) Nr. 218/2009
Text
Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über europäische Statistiken über Fischerei und Aquakultur und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 1921/2006, (EG) Nr. 762/2008, (EG) Nr. 216/2009, (EG) Nr. 217/2009 und (EG) Nr. 218/2009
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 454/25
04.09.25
EU - AV - Fz - In - U
Unterrichtung
durch die Europäische Kommission
Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über europäische
Statistiken über Fischerei und Aquakultur und zur Aufhebung der Verordnungen
(EG) Nr. 1921/2006, (EG) Nr. 762/2008, (EG) Nr. 216/2009, (EG) Nr. 217/2009 und
(EG) Nr. 218/2009
COM(2025) 435 final
Der Bundesrat wird über die Vorlage gemäß § 2 EUZBLG auch durch die Bundesregierung
unterrichtet.
Hinweis: Drucksache 834/05 = AE-Nr. 053107;
Drucksache 30/07 = AE-Nr. 070051;
Drucksache 280/15 = AE-Nr. 150433;
AE-Nrn. 070995; 070996; 070997
DE DE
EUROPÄISCHE
KOMMISSION
Brüssel, den 30.7.2025
COM(2025) 435 final
2025/0246 (COD)
Vorschlag für eine
VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
über europäische Statistiken über Fischerei und Aquakultur und zur Aufhebung der
Verordnungen (EG) Nr. 1921/2006, (EG) Nr. 762/2008, (EG) Nr. 216/2009, (EG)
Nr. 217/2009 und (EG) Nr. 218/2009
(Text von Bedeutung für den EWR)
{SEC(2025) 224 final} - {SWD(2025) 232 final} - {SWD(2025) 233 final}
BEGRÜNDUNG
1. KONTEXT DES VORSCHLAGS
• Gründe und Ziele des Vorschlags
Seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in den 1950er-Jahren legt
Eurostat europäische Fischereistatistiken1 über Fänge, Anlandungen, die Fischereiflotte der
Union und die Aquakultur vor, die für die Tätigkeit der EU benötigt werden. Diese Statistiken
werden derzeit durch fünf Rechtsakte erfasst, die aus den 1990er-Jahren stammen und in den
2000er-Jahren neu gefasst wurden2. In den Verordnungen sind u. a. die statistischen
Variablen, die erfassten Fischereigebiete3, Bezugszeiträume, Übermittlungsfristen und
statistischen Qualitätskriterien festgelegt.
Es braucht relevante, zuverlässige, umfassende und zeitnahe amtliche europäische Statistiken,
um die politischen Maßnahmen der Europäischen Union im Bereich Fischerei zu konzipieren,
umzusetzen, zu überwachen und zu bewerten. Diese Statistiken sind insbesondere für
Folgendes erforderlich: i) Strategien im Bereich Erhaltung der biologischen Meeresschätze;
ii) die gemeinsame Fischereipolitik (GFP)4, einschließlich Aquakultur; iii) und Strategien und
Rechtsvorschriften der EU beispielsweise in den Bereichen Umwelt, Anpassung an den
Klimawandel und Klimaschutz, Regionen, öffentliche Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und
sowie im Zusammenhang mit den Zielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für
nachhaltige Entwicklung. Diese Statistiken werden auch für die Überwachung der
Auswirkungen der Fischerei auf empfindliche Arten und Lebensräume sowie die der
Aquakultur auf die Wasserqualität verwendet.
1 Bitte beachten, dass für die Bewertung und Folgenabschätzung im Englischen der Begriff „fishery“
verwendet wurde. Im Kontext der Gemeinsamen Fischereipolitik wird jedoch der Begriff „fisheries“
verwendet. Im Deutschen werden beide Begriffe mit „Fischerei“ wiedergegeben.
2 Verordnung (EG) Nr. 1921/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006
betreffend die Übermittlung von statistischen Daten über die Anlandungen von Fischereierzeugnissen in
den Mitgliedstaaten und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 1382/91 des Rates (ABl. L 403
vom 30.12.2006, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2006/1921/oj); Verordnung (EG) Nr. 762/2008
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Juli 2008 über die Vorlage von
Aquakulturstatistiken durch die Mitgliedstaaten und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 788/96
des Rates (ABl. L 218 vom 13.8.2008, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2008/762/oj); Verordnung
(EG) Nr. 216/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2009 über die Vorlage
von Fangstatistiken durch Mitgliedstaaten, die in bestimmten Gebieten außerhalb des Nordatlantiks
Fischfang betreiben (Neufassung) (ABl. L 87 vom 31.3.2009, S. 1,
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2009/216/oj); Verordnung (EG) Nr. 217/2009 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 11. März 2009 über die Vorlage von Statistiken über die Fänge und die
Fischereitätigkeit der Mitgliedstaaten, die im Nordwestatlantik Fischfang betreiben (Neufassung) (ABl.
L 87 vom 31.3.2009, S. 42, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2009/217/oj); Verordnung (EG)
Nr. 218/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2009 über die Vorlage von
Fangstatistiken durch die Mitgliedstaaten, die im Nordostatlantik Fischfang betreiben (Neufassung)
(ABl. L 87 vom 31.3.2009, S. 70, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2009/218/oj).
3 Die Verordnungen über europäische Fischereistatistiken und die Fangverordnungen decken derzeit
sieben FAO-Fischereigebiete in der Nähe der EU ab: 21 – Nordwestatlantik, 27 – Nordostatlantik, 34 –
Mittlerer Ostatlantik, 37 – Mittelmeer und Schwarzes Meer, 41 – Südwestatlantik, 47 – Südostatlantik
und 51 – Westlicher Indischer Ozean.
4 Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013
über die Gemeinsame Fischereipolitik und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1954/2003 und
(EG) Nr. 1224/2009 des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 2371/2002 und (EG)
Nr. 639/2004 des Rates und des Beschlusses 2004/585/EG des Rates (ABl. L 354 vom 28.12.2013,
S. 22, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2013/1380/oj).
Die europäischen Fischereistatistiken dienen als Grundlage für andere Datengewinnungen,
etwa nach der Rahmenregelung für die Datenerhebung5, und sind für eine nachhaltige
Lebensmittelerzeugung relevant, insbesondere im Zusammenhang mit dem europäischen
Grünen Deal.
Die GFP-Reformen und neuen EU-Initiativen haben in den letzten Jahren zu neuen
Datenanforderungen geführt. Außerdem ist die Zahl der administrativen und sonstigen
Datenquellen für die Erstellung von Fischereistatistiken gestiegen. Darüber hinaus gibt es bei
den Datenströmen zur Fischerei aus den EU-Mitgliedstaaten an die Dienststellen der
Europäischen Kommission und an verschiedene internationale Organisationen
Überschneidungen. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen ist eine neue Verordnung
erforderlich.
Der Vorschlag der Kommission für eine Verordnung über die europäische Fischerei- und
Aquakulturstatistik (EFAS) zielt darauf ab, die Relevanz der Statistik dadurch zu verbessern,
dass sie den Nutzeranforderungen besser gerecht wird. Die EFAS i) erweitert den statistischen
Erfassungsbereich, z. B. um ökologische/biologische Aquakultur und Aquakulturbetriebe in
der EU, ii) reduziert den Umfang an vertraulichen Daten und iii) befasst sich mit
Qualitätsproblemen in den gemeldeten Daten. Darüber hinaus ersetzt die EFAS im Einklang
mit der EU-Priorität der Vereinfachung fünf bestehende Verordnungen durch eine einzige und
verringert den Verwaltungsaufwand für die Mitgliedstaaten.
Ein wichtiger innovativer Aspekt der EFAS ist die Nutzung bestehender Datenbanken, die
nach dem Unionsrecht eingerichtet wurden und der Kommission zur Verfügung stehen, um
amtliche europäische Statistiken über die Fänge und die Fischereiflotte der Union zu erstellen
und so den Verwaltungsaufwand für die Mitgliedstaaten zu verringern. Dieser Ansatz
ermöglicht außerdem die Erstellung neuer Statistiken über Rückwürfe, die Freizeitfischerei
und die Auswirkungen der Fänge auf empfindliche Arten, ohne dass den Auskunftgebenden
ein zusätzlicher Aufwand entsteht.
Darüber hinaus wurde die EFAS so konzipiert, dass die Datenanforderungen wichtiger
internationaler Organisationen wie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der
Vereinten Nationen (FAO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD) sowie regionaler Fischereiorganisationen berücksichtigt werden. Mit
dem Vorschlag wird Eurostat die Übermittlung der Daten im Namen der Mitgliedstaaten an
diese Organisationen ermöglicht, wodurch Doppelarbeit verringert und der
Verwaltungsaufwand im Zusammenhang mit zahlreichen Berichtspflichten reduziert wird.
Die Initiative ist Teil des REFIT-Programms6 und zielt darauf ab, die Effizienz der zugrunde
liegenden Rechtsvorschriften zu verbessern und gleichzeitig die damit verbundenen
Belastungen und Kosten zu senken. Die geschätzten Gesamtkosten für die Erstellung
europäischer Fischereistatistiken belaufen sich für die 27 EU-Mitgliedstaaten und die
Europäische Kommission auf rund 5,6 Mio. EUR pro Jahr, wovon etwa 5 % auf die
5 Verordnung (EU) 2017/1004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2017 zur
Einführung einer Rahmenregelung der Union für die Erhebung, Verwaltung und Nutzung von Daten im
Fischereisektor und Unterstützung wissenschaftlicher Beratung zur Durchführung der Gemeinsamen
Fischereipolitik und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 199/2008 des Rates (Neufassung); ABl.
L 157 vom 20.6.2017, S. 1. ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2017/1004/oj).
6 REFIT – Mit dem Programm der Europäischen Kommission zur Gewährleistung der Effizienz und
Leistungsfähigkeit der Rechtsetzung soll dafür Sorge getragen werden, dass die Ziele der EU-
Rechtsvorschriften zu möglichst geringen Kosten zum Nutzen von Einzelpersonen und Unternehmen
erreicht werden.
Europäische Kommission entfallen. Durch den Legislativvorschlag dürften die Kosten für die
Erhebung von Fangdaten jährlich um 1,2 Mio. EUR gesenkt werden.
• Kohärenz mit den bestehenden Vorschriften in diesem Bereich
Als statistisches Amt der Europäischen Union erstellt Eurostat amtliche europäische
Fischerei- und Aquakulturstatistiken über Fänge, Anlandungen, Fischereiflotten und die
Aquakulturproduktion.
Die EFAS steht im Zusammenhang mit anderen Rechtsakten, wie der GFP-Verordnung, der
Kontrollverordnung7, die kürzlich geändert wurde8, der Rahmenregelung für die
Datenerhebung9, dem Flottenregister der Union10 und der Verordnung über die
ökologische/biologische Produktion11. Die in dem Vorschlag herangezogenen Konzepte und
Begriffsbestimmungen stehen mit denen der oben genannten Rechtsakte im Einklang, sodass
ein kohärenter und umfassender Rechtsrahmen für die Fischerei- und Aquakulturstatistik und
die EU-Politik in diesem Bereich sichergestellt sind. Es ist von entscheidender Bedeutung,
dass dieser neue Legislativvorschlag eng an den in der Kontrollverordnung festgelegten
Begriffsbestimmungen und Methoden ausgerichtet ist, um die Kohärenz und Genauigkeit zu
wahren.
Die GFP regelt den Fischereisektor in der EU, indem sie einen Rahmen schafft, der i) die
Richtung für den Sektor vorgibt, ii) die Vorschriften für die Verwaltung der Fischereiflotte
der Union festgelegt und iii) darauf ausgerichtet ist, die langfristige wirtschaftliche,
ökologische und soziale Nachhaltigkeit der europäischen Fischerei sicherzustellen. Um diese
Aufgaben zu erfüllen, sind die Fischereibehörden der EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, über
die gesamte Produktions- und Vertriebskette hinweg Daten im Zusammenhang mit der
Fischereikontrolle zu erheben (z. B. Fänge, Anlandungen, Transport und Erstverkäufe sowie
Daten über den Fischereiaufwand, die Eigenschaften von Schiffen, Fanglizenzen usw.). Die
wichtigsten Datenquellen sind Logbücher, Anlandeerklärungen, Transportdokumente,
7 Verordnung (EG) Nr. 1224/2009 des Rates vom 20. November 2009 zur Einführung einer
gemeinschaftlichen Kontrollregelung zur Sicherstellung der Einhaltung der Vorschriften der
gemeinsamen Fischereipolitik und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 847/96, (EG)
Nr. 2371/2002, (EG) Nr. 811/2004, (EG) Nr. 768/2005, (EG) Nr. 2115/2005, (EG) Nr. 2166/2005, (EG)
Nr. 388/2006, (EG) Nr. 509/2007, (EG) Nr. 676/2007, (EG) Nr. 1098/2007, (EG) Nr. 1300/2008, (EG)
Nr. 1342/2008 sowie zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 2847/93, (EG) Nr. 1627/94 und
(EG) Nr. 1966/2006 (ABl. L 343 vom 22.12.2009, S. 1,
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2009/1224/oj).
8 Verordnung (EU) 2023/2842 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. November 2023 zur
Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1224/2009 des Rates und zur Änderung der Verordnungen (EG)
Nr. 1967/2006 und (EG) Nr. 1005/2008 des Rates sowie der Verordnungen (EU) 2016/1139, (EU)
2017/2403 und (EU) 2019/473 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der
Fischereikontrolle (ABl. L, 2023/2842, 20.12.2023, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2023/2842/oj).
9 Verordnung (EU) 2017/1004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2017 zur
Einführung einer Rahmenregelung der Union für die Erhebung, Verwaltung und Nutzung von Daten im
Fischereisektor und Unterstützung wissenschaftlicher Beratung zur Durchführung der Gemeinsamen
Fischereipolitik und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 199/2008 des Rates (Neufassung) (ABl.
L 157 vom 20.6.2017, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2017/1004/oj).
10 Durchführungsverordnung (EU) 2017/218 der Kommission vom 6. Februar 2017 über das
Fischereiflottenregister der Union (ABl. L 34 vom 9.2.2017, S. 9;
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2017/218/oj).
11 Verordnung (EU) 2018/848 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2018 über die
ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen
Erzeugnissen sowie zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates (ABl. L 150 vom
14.6.2018, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2018/848/oj).
Verkaufsbelege, Inspektionsberichte und Aufzeichnungen des Schiffsüberwachungssystems.
Daten über Fänge und die Fischereiflotte der Union werden an die Generaldirektion Maritime
Angelegenheiten und Fischerei (GD MARE) übermittelt. Zusätzliche Daten, z. B. zur
wissenschaftlichen und ökologischen Überwachung und zur Unterstützung der GFP,
unterliegen der Rahmenregelung für die Datenerhebung und werden an die Gemeinsame
Forschungsstelle der Europäischen Kommission übermittelt. All diese Daten, die im Rahmen
der EU-Rechtsvorschriften erhoben und der Kommission zur Verfügung gestellt werden,
können zur Erstellung amtlicher europäischer Statistiken weiterverwendet werden, wodurch
der Grundsatz der „einmaligen Erhebung und mehrfachen Nutzung“ umgesetzt wird.
Außerdem stellt Eurostat der Europäischen Marktbeobachtungsstelle für Fischerei- und
Aquakulturerzeugnisse (EUMOFA)12, einer von der GD MARE eingerichteten Dienststelle,
die dem Fischereisektor wöchentliche, monatliche und jährliche Marktinformationen vorlegt,
um die Produktionsplanung zu verbessern und die Produktionsmengen zu steigern,
europäische Fischereistatistiken zur Verfügung. Darüber hinaus stellt Eurostat dem
Europäischen Meeresbeobachtungs- und Datennetzwerk (EMODnet)13, einer langfristigen
Meeresdateninitiative, die aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds finanziert wird,
europäische Fischereistatistiken zur Verfügung. EMODnet bereitet die Daten zu Fängen,
Anlandungen und Aquakultur auf und präsentiert sie auf kohärente und vergleichbare Weise
über sein Online-Visualisierungsportal14.
• Kohärenz mit der Politik der Union in anderen Bereichen
Die Fischereistatistiken unterstützen die Handelspolitik, die wirtschaftlichen Analysen und
die Umweltpolitik der EU. Die europäischen Fischereistatistiken sind eine wichtige
Datenquelle für die Anforderungen von i) professionellen Nutzern wie
Forschungseinrichtungen, nationalen, regionalen und internationalen Fischereiorganisationen
sowie ii) Datenvertreibern, die europäische Fischereistatistiken als Referenz oder
Validierungsquelle für ihre eigenen Statistiken und für Zwecke wie Marktüberwachung und -
analyse im Kontext der EUMOFA verwenden.
Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele
im Blick zu behalten, will die Europäische Kommission den Verwaltungsaufwand verringern
und die EU-Rechtsvorschriften vereinfachen. Statistiken spielen eine entscheidende Rolle bei
der Politikgestaltung und -überwachung und stehen im Einklang mit dem übergeordneten Ziel
der Kommission, den Verwaltungsaufwand zu verringern. Hochwertige Statistiken fließen in
politische Entscheidungen ein, indem sie die Europäische Kommission dabei unterstützen,
Bereiche zu ermitteln, in denen eine Verringerung des Verwaltungsaufwands die größte
Wirkung entfalten kann. Außerdem werden anhand von Statistiken Möglichkeiten aufgezeigt,
Prozesse zu straffen, Vereinfachungen zu unterstützen und die wirtschaftlichen und sozialen
Auswirkungen von Rechtsvorschriften abzuschätzen. Darüber hinaus helfen Statistiken bei
der Bewertung der Wirksamkeit von Verordnungen, sodass die Kommission in die Lage
versetzt wird, unnötige oder übermäßig aufwendige Vorschriften besser zu fassen oder
aufzuheben und dabei den Zielen dieser Initiative Rechnung zu tragen.
2. RECHTSGRUNDLAGE, SUBSIDIARITÄT UND VERHÄLTNISMÄẞIGKEIT
12 https://www.eumofa.eu/.
13 https://emodnet.ec.europa.eu/en.
14 https://emodnet.ec.europa.eu/geoviewer/.
• Rechtsgrundlage
In Artikel 338 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV)15 werden
die Befugnisse der EU festgelegt, Maßnahmen für die Erstellung von Statistiken zu
beschließen, wenn dies für die Durchführung ihrer Tätigkeiten erforderlich ist.
Amtliche europäische Statistiken sind von wesentlicher Bedeutung für die genaue und
unabhängige Überwachung der GFP, eines Politikbereichs, in dem die ausschließliche
Zuständigkeit für die Erhaltung der biologischen Meeresschätze (Artikel 3 Buchstabe d
AEUV) und die Befugnis zum Erlass von Maßnahmen zur Festsetzung und Aufteilung der
Fangmöglichkeiten in der Fischerei (Artikel 43 Absatz 3 AEUV) bei der EU liegt. Solche
Statistiken sind von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, eine faire, effiziente und
wirksame Bewirtschaftung und Aufteilung der Fischereiressourcen zu gewährleisten und eine
fundierte Entscheidungsfindung in den Mitgliedstaaten zu unterstützen.
• Subsidiarität (bei nicht ausschließlicher Zuständigkeit)
Die Fischerei ist eine natürliche, erneuerbare und bewegliche Lebensmittelquelle. In der EU
unterliegt sie einer gemeinsamen Politik, der GFP, mit gemeinsamen Vorschriften, die auf
EU-Ebene angenommen und in allen Mitgliedstaaten angewandt werden. Die Hauptziele der
GFP bestehen darin, die langfristige Nachhaltigkeit von Fischerei und Aquakultur aus
ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Sicht zu gewährleisten und gleichzeitig den
Europäerinnen und Europäern eine stabile Quelle gesunder und nahrhafter Lebensmittel zu
bieten.
Eine gemeinsame Fischereipolitik muss inhärent auf vergleichbaren, aktuellen und
hochwertigen amtlichen europäischen Statistiken basieren, deren Erstellung allein durch
Maßnahmen auf EU-Ebene gewährleistet werden kann. Dies kann nicht durch ein isoliertes
Handeln der Mitgliedstaaten, sondern nur durch einen gemeinsamen und koordinierten Ansatz
erreicht werden. Die europäischen Rechtsvorschriften für die Fischerei- und
Aquakulturstatistik bieten einen EU-weiten Rahmen für die Erfassung von Daten und die
Bereitstellung von Fischerei- und Aquakulturstatistiken unter Verwendung von Konzepten
und Definitionen, die in allen Mitgliedstaaten harmonisiert sind. Dies macht gemeinsame
Standards und Methoden erforderlich, die nicht nur zu vergleichbaren Ergebnissen führen, die
im Rahmen der GFP und anderer EU-Politikbereiche für Management- und Analysezwecke
benötigt werden, sondern auch die Effizienz, die Aktualität und die Zuverlässigkeit
verbessern.
Darüber hinaus wird durch einen EU-Rechtsrahmen die Verfügbarkeit von
Qualitätskontrollmechanismen und Metadaten sichergestellt. Aus diesen Gründen betonten
nationale Anbieter europäischer Fischereistatistiken und institutionelle Interessenträger die
Bedeutung einer EU-weiten Rechtsgrundlage.
• Verhältnismäßigkeit
In Abschnitt 8 der Folgenabschätzung zu diesem Vorschlag wird die Verhältnismäßigkeit
erörtert. Das gewählte Instrument – ein neuer, gestraffter Rechtsrahmen für die europäische
Fischereistatistik – ist eine verhältnismäßige Lösung, um die Ziele zu erreichen und die
vorstehend beschriebenen Probleme zu lösen. Ein neuer Rechtsrahmen ist erforderlich, weil er
eine bessere und flexiblere Möglichkeit bietet, den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu
15 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ABl. C 326 vom 26.10.2012, S. 47, ELI:
http://data.europa.eu/eli/treaty/tfeu_2012/oj).
werden, als es bei einer weniger umfassenden legislativen und organisatorischen Reform der
europäischen Fischereistatistik der Fall gewesen wäre. Darüber hinaus wird der neue
gestraffte Rechtsrahmen für die europäische Fischereistatistik nicht über das hinausgehen,
was erforderlich ist, um die Datengewinnungen für Fänge, Anlandungen, die Fischereiflotte
der Union und die Aquakultur zu modernisieren.
• Wahl des Instruments
Das gewählte Instrument ist eine neue Verordnung, mit der ein gestraffter Rechtsrahmen für
die europäischen Fischerei- und Aquakulturstatistiken geschaffen wird. Diese Option ist einer
Richtlinie oder nicht verbindlichen Instrumenten vorzuziehen, da hochwertige amtliche
europäische Statistiken, die über Mitgliedstaaten hinweg vergleichbar sind, naturgemäß eine
Angleichung beispielsweise der technischen Aspekte und der Qualitätsbestimmungen
erfordern. Eine Verordnung, die Durchführungsbestimmungen und delegierte Bestimmungen
enthält, die in den Mitgliedstaaten unmittelbar gelten, ist von wesentlicher Bedeutung, um
sicherzustellen, dass diese Anforderungen erfüllt werden. Dieser Ansatz stellt die
Vergleichbarkeit zwischen den Mitgliedstaaten sicher und räumt ihnen gleichzeitig
Flexibilität bei der Wahl ihrer Datenquellen ein, sofern diese Quellen die in der
vorgeschlagenen Verordnung dargelegten Qualitätskriterien erfüllen.
3. ERGEBNISSE DER EX-POST-BEWERTUNG, DER KONSULTATION DER
INTERESSENTRÄGER UND DER FOLGENABSCHÄTZUNG
• Ex-post-Bewertung/Eignungsprüfungen bestehender Rechtsvorschriften
Das derzeitige System der europäischen Fischereistatistik wurde 2019 bewertet16. Die
wichtigste Schlussfolgerung der Bewertung lautete, dass die europäischen Fischereistatistiken
eine wichtige unabhängige und hochwertige Informationsquelle sind, die verschiedenen
Anforderungen von Nutzern im Zusammenhang mit dem Fischereibewirtschaftung, der
Marktüberwachung und der Forschung gerecht wird. Die interne Kohärenz der europäischen
Fischereistatistiken ist gut und ihre Produktionskosten sind niedrig, da die Statistiken über
Fänge, Anlandungen und Aquakultur in den meisten Mitgliedstaaten anhand von
Verwaltungsdaten erstellt werden, die für politische Zwecke erhoben werden. Die
europäischen Fischereistatistiken haben insofern Wirkung gezeigt, als sie intensiv für die
Marktüberwachung genutzt werden und für internationale Organisationen wie die FAO
nützlich sind.
Gleichzeitig wurde im Rahmen der Bewertung festgestellt, dass sich der Informationsbedarf
insbesondere aufgrund der Reform der GFP im Jahr 2013 geändert hat. Darüber hinaus ergab
die Bewertung, dass im Aquakultursektor einige Daten erhoben, aber aus Gründen der
Vertraulichkeit nicht verteilt werden, da der Sektor nur über eine begrenzte Zahl sehr
spezialisierter Unternehmen verfügt. Anhand der Bewertung bestätigte sich außerdem, dass
die EU-weiten und globalen Fischereidatensysteme zu Ineffizienzen führen, da jedes Land
mehreren Organisationen überlappende, aber geringfügig unterschiedliche Datensätze
vorlegen muss.
Eine Analyse der Übereinstimmung der europäischen Fischereistatistiken mit den Daten der
Kontrollverordnung ergab einige anhaltende Diskrepanzen. Wenngleich diese insgesamt nach
16 Evaluation of the European Fishery Statistics, SWD(2019) 425.
wie vor geringfügig sind, sind sie für die Länder des Mittelmeerraums bedeutsam, deren
Fischereiflotte aus einer großen Zahl kleiner Schiffe besteht.
Abschließend wurde in der Bewertung festgestellt, dass die GFP hochwertige
Fischereistatistiken benötigt, die unabhängig und zweckmäßig sind, einem breiten Spektrum
an Nutzeranforderungen gerecht werden und sich gut in das gesamte internationale
Ökosystem für Fischereidaten einfügen.
• Konsultation der Interessenträger
Die wichtigsten Interessenträger der europäischen Fischereistatistiken sind:
Datenlieferanten, d. h. Fischer, Aquakulturerzeuger usw., die Fischereidaten
entweder als Verwaltungsdaten (z. B. aus Logbüchern und Anlandeerklärungen) oder
in Form von Erhebungen und Zählungen bereitstellen;
Datenproduzenten, d. h. nationale statistische Ämter und andere nationale Stellen,
die Fischereidaten erheben und verarbeiten, amtliche Statistiken erstellen und an
Eurostat und andere Organisationen übermitteln;
Datennutzer:
institutionelle Nutzer sind diejenigen, die direkt an der Politikgestaltung der
EU auf EU-, internationaler und nationaler Ebene beteiligt sind, sowie
nationale Forschungsinstitute, die mit der Rahmenregelung für die
Datenerhebung verbunden sind;
Vertreiber amtlicher europäischer Fischerei- und Aquakulturstatistiken, die auf
der Grundlage der europäischen Fischereistatistiken öffentlich Informationen
und Wissensprodukte austauschen. EMODnet und EUMOFA werden als
Vertreiber benannt. Auf internationaler Ebene sind die FAO, die OECD und
die Welthandelsorganisation institutionelle Nutzer und gleichzeitig Vertreiber;
andere professionelle Nutzer, die direkt oder indirekt zum politischen
Entscheidungsprozess auf EU-Ebene beitragen und einen Mehrwert für die
europäischen Fischereistatistiken schaffen, z. B. durch wissenschaftliche oder
sozioökonomische Analysen. Dazu gehören Fischereiverbände der EU, Beiräte,
NRO mit Meeresprogrammen, maritime Übereinkommen, spezialisierte
Fischereimedien, Universitäten, Forschungsinstitute, nationale
Fischereiorganisationen, Aquakulturorganisationen des Privatsektors und
einzelne private Unternehmen;
die breite Öffentlichkeit und die Medien haben lediglich ein relativ geringes
Interesse an den Fischereistatistiken und einen sehr begrenzten Einfluss.
Dementsprechend lag der Schwerpunkt der Konsultationsstrategie zu den europäischen
Fischereistatistiken darauf, diese Interessengruppen zu erreichen, und zwischen 2018 und
2020 wurde eine Vielzahl von Konsultationstätigkeiten durchgeführt. Dazu zählten
ein Workshop mit den Mitgliedstaaten über die Stärken, Schwächen, Chancen und
Risiken für die europäischen Fischereistatistiken aus Sicht der nationalen
statistischen Ämter;
16 umfassende Befragungen der wichtigen Interessenträger, z. B. politische
Entscheidungsträger und mitwirkende Akteure der GFP, über deren Nutzung der
europäischen Fischereistatistiken und ihre Anforderungen daran. Die wichtigen
Interessenträger waren Vertreiber (d. h. Organisationen, die europäische
Fischereistatistiken über ihre eigenen Datenbanken verbreiten und Informationen aus
anderen Ländern oder Gebieten ergänzen) und regelmäßige professionelle Nutzer
(Organisationen, die europäische Fischereistatistiken benötigen, um ihre wichtigsten
beruflichen Tätigkeiten auszuüben);
sechs nationale Fallstudien und eine länderübergreifende Aquakulturfallstudie, die
Übersichten und detaillierte Analysen verschiedener Datengewinnungs- und
Kooperationsansätze liefern sollen. Der Zweck der Fallstudien bestand darin, einen
Überblick über die nationalen Strukturen für die Erhebung europäischer
Fischereistatistiken zu geben und diese detaillierter zu analysieren. Außerdem
dienten sie als Grundlage für das Verständnis, wie verschiedene gemeinsame
Projekte zu fischereibezogenen Daten in den Mitgliedstaaten organisiert sind und wie
Organisationen zusammenarbeiten. Darüber hinaus zielten die Fallstudien darauf ab,
zu analysieren, wie nationale Datennutzer europäische Fischereistatistiken
verwenden, und zu bewerten, ob die europäischen Fischereistatistiken ihren
Anforderungen aus nationaler Sicht gerecht werden. Die nationalen Fallstudien
wurden in Dänemark, Irland, Griechenland, Frankreich, Italien und Polen
durchgeführt. Darüber hinaus deckte die unterstützende länderübergreifende
Fallstudie zur Aquakultur, die sich insbesondere mit der Frage der Vertraulichkeit
von Daten befasste, die oben genannten Länder sowie Deutschland ab;
eine Online-Umfrage mit allgemeinen und spezifischen Fragen als gezielte
fachkundige Konsultation zu den europäischen Fischereistatistiken: Nutzen,
Nutzerfreundlichkeit, Erhebungskosten, statistische Qualität, Effizienz, Effektivität
und Kohärenz. 135 von 353 kontaktierten Organisationen oder Einzelpersonen
nahmen an der Umfrage teil. Es gingen Antworten von 33 der 36 kontaktierten
Länder ein (darunter Mitgliedstaaten, EWR-Länder, Kandidatenländer und
potenzielle Kandidatenländer);
eine öffentliche Konsultation zur Einholung von Informationen von professionellen
Nutzern, Einzelpersonen und anderen Interessenträgern über ihre Erfahrungen mit
den europäischen Fischereistatistiken. 24 Teilnehmer beantworteten den Fragebogen.
Da die Folgenabschätzung zu den europäischen Fischereistatistiken unmittelbar nach der
Bewertung folgte, wurden viele der für die Bewertung gesammelten Erkenntnisse dafür
herangezogen. Darüber hinaus wurden im Zeitraum von 2019 bis 2020 spezifische
Konsultationen der breiten Öffentlichkeit, von Sachverständigen (Datennutzern) und von
Datenproduzenten durchgeführt.
Die Konsultation der breiten Öffentlichkeit i) legte den Schwerpunkt auf die Frage,
ob die europäischen Fischereistatistiken den Anforderungen der Befragten gerecht
werden und ii) gab den Befragten die Möglichkeit, zu den Zielen und möglichen
Optionen der Folgenabschätzung Stellung zu nehmen und sie zu bewerten sowie
Rückmeldungen zu den potenziellen Auswirkungen der Optionen zu geben. Es
gingen 15 Antworten ein, wobei sich ein neuer, gestraffter Rechtsrahmen als
bevorzugte Option herausgebildet hat.
Die Konsultation von Sachverständigen konzentrierte sich auf die
Datenanforderungen; es gingen 35 Antworten ein. Die Befragten äußerten sich
ausführlich zu folgenden Punkten: i) ihre Datenanforderungen in Bezug auf Fänge,
Anlandungen und Aquakultur, ii) ihre Präferenzen hinsichtlich der Häufigkeit und
Aktualität der Daten und iii) die Zwecke, für die sie europäische Fischereistatistiken
verwenden (z. B. Markt- und Rückverfolgbarkeitsanalysen).
Die Konsultation der Datenproduzenten fand im Rahmen der Jahrestagung der
Directors’ Group on Agricultural and Fisheries Statistics (DGAS) statt. Daran
nahmen alle Mitgliedstaaten und EWR-Länder sowie einige Kandidatenländer und
potenzielle Kandidatenländer teil. Ziel war es, die potenziellen Auswirkungen der
vorgeschlagenen Optionen zu reflektieren, andere Optionen vorzuschlagen, die
Optionen in eine Rangfolge zu bringen und einen Beitrag zur Folgenabschätzung zu
leisten.
Im Anschluss an die Bewertung und die Folgenabschätzung wurde die Konsultation mit
folgenden Tätigkeiten fortgesetzt:
mehrere strukturierte Sitzungen, die 2022 und 2023 mit institutionellem Personal,
Branchenverbänden, Vertretern der Mitgliedstaaten, privaten Erzeugern,
Branchenorganisationen und Wissenschaftlern stattfanden;
mehrere Sitzungen der Arbeitsgruppe „Fischereistatistik“ von Eurostat und eine
spezielle DGAS-Sitzung, die 2022 bzw. 2023 stattfanden, waren für die Auswahl der
zweckmäßigsten Option aus den verschiedenen technischen Ansätzen und für die
Feinabstimmung der methodischen Verfahren von entscheidender Bedeutung. An
diesen Sitzungen nahmen unter anderem Vertreter des Global Compact17 der
Vereinten Nationen und der European Algae Biomass Association18 teil.
• Einholung und Nutzung von Expertenwissen
Die Kommission sammelte und nutzte externes Fachwissen über unterschiedliche Formate,
die im Abschnitt „Konsultation der Interessenträger“ hervorgehoben wurden, um die
Rechtsvorschriften für die europäischen Fischereistatistiken zu gestalten und
weiterzuentwickeln. Eine entscheidende Rolle spielten die nationalen statistischen Ämter, die
mit ihrem Fachwissen aktiv an regelmäßigen bereichsspezifischen Arbeitsgruppen,
Taskforces und Sitzungen der DGAS teilnahmen. Diese Sitzungen ermöglichten umfassende
Diskussionen und einen Meinungsaustausch.
• Folgenabschätzung
2021 wurde eine Folgenabschätzung zur europäischen Fischereistatistik durchgeführt, zu der
der Ausschuss für Regulierungskontrolle am 4. Juni 2021 eine befürwortende Stellungnahme
abgegeben hat19. Diese Dokumente werden zusammen mit dem Legislativvorschlag
veröffentlicht und stehen bis dahin auf Anfrage zur Verfügung.
Um die Ziele der vorgeschlagenen Verordnung zu erreichen, wurden vier Optionen geprüft:
1. Das Basisszenario, d. h. Fortführung der derzeitigen europäischen Fischereistatistik,
2. die Einstellung der europäischen Fischereistatistik,
3. ein neuer, gestraffter Rechtsrahmen für die europäische Fischereistatistik,
17 https://unglobalcompact.org/.
18 https://www.eaba-association.org/en.
19 Stellungnahme des Ausschusses für Regulierungskontrolle vom 4. Juni 2021, ARES(2021)3681988.
4. eine neue Rechtsgrundlage für Aquakulturen und Erstellung verfügbarer
Fischereistatistiken aus administrativen Quellen auf EU-Ebene, d. h. eine hybride
Option aus den Optionen 2 und 3, bei der die Anlandestatistik eingestellt würde.
Angesichts der Folgenabschätzung, der Ergebnisse der Konsultationstätigkeiten und der
Gespräche mit den Interessenträgern wurde Option 3 bevorzugt, d. h. ein neuer, gestraffter
Rechtsrahmen für die europäische Fischereistatistik. Die bevorzugte Option wurde von
den wichtigsten Datennutzern unterstützt: den Dienststellen der Europäischen Kommission,
der OECD, der FAO, dem Internationale Rat für Meeresforschung, mehreren regionalen
Fischereiorganisationen, einer großen Mehrheit der nationalen statistischen Stellen, die für die
Fischereistatistik im Europäischen Statistischen System (ESS) zuständig sind, und der
Mehrheit der Konsultationsteilnehmer.
Diese Option entspricht am besten den Zielen des REFIT-Programms, indem die fünf
Rechtsakte, die derzeit die europäische Fischereistatistik regeln, vereinfacht und in einem
kohärenten Rechtsrahmen zusammengefasst werden. Die bevorzugte Option ermöglicht es,
die statistischen Anforderungen flexibel an die sich wandelnden Nutzeranforderungen im
Zusammenhang mit der Konzeption, Umsetzung, Überwachung und Bewertung der GFP und
der damit verbundenen EU-Maßnahmen anzupassen. Außerdem werden die derzeitigen
teilweise unkoordinierten und doppelten Ansätze durch eine kohärente kommissionsweite
Strategie und eine erneuerte Architektur für die europäische Fischerei- und
Aquakulturstatistik ersetzt. Dies ist für eine effiziente Umsetzung politischer Maßnahmen und
eine effiziente Nutzung von Ressourcen wichtig.
Darüber hinaus wird die Option in mehrfacher Hinsicht zu einer Verringerung der Kosten und
des Aufwands führen. Erstens wird die doppelte Datengewinnung für die Fangstatistik
obsolet, da die Daten direkt aus Verwaltungsquellen auf EU-Ebene entnommen werden
können. Dadurch werden die Verwaltungs- und Datengewinnungskosten sowie der
Zeitaufwand für die Auskunftgebenden, d. h. die Fischer, verringert. Zweitens steht die EFAS
im Einklang mit den Anforderungen der FAO, der OECD und regionaler
Fischereiorganisationen. Dadurch können die Mitgliedstaaten Eurostat die Möglichkeit geben,
in ihrem Namen und mit ihrer Zustimmung Daten an diese Organisationen zu übermitteln,
wodurch mehrere Berichtspflichten wegfallen. Drittens werden den Datennutzern mehr Daten
zur Verfügung stehen, sobald die Datenstruktur für die Aquakultur vereinfacht wurde,
wodurch der Umfang vertraulicher Daten reduziert wird. Viertens wird die Vereinfachung der
Mechanismen für die Datenübermittlung den Aufwand für Datenlieferanten und
Datenproduzenten verringern.
Die bevorzugte Option dürfte die Relevanz der europäischen Fischereistatistiken erhöhen, da
der neue Rechtsrahmen dahin gehend aktualisiert würde, dass neuen Nutzeranforderungen
Rechnung getragen wird, wie z. B.:
Gesamtfänge, einschließlich Rückwürfe und Freizeitfischerei, mit Angaben zu
empfindlichen Arten;
weltweite Anlandungen der Fischereiflotte der Union und Anlandungen von
Fischereifahrzeugen unter der Flagge eines Drittlandes in EU-Häfen;
ökologische/biologische und regionale Dimension der Aquakultur.
Es besteht zunehmend Bedarf an detaillierteren und aktuelleren europäischen Statistiken, um
die Umsetzung verschiedener Initiativen der Kommission zu unterstützen, darunter die
Aktionspläne für die ökologische/biologische Produktion, die nachhaltige Aquakultur, eine
nachhaltige blaue Wirtschaft, die Entwicklung des Algensektors, die Energiewende in der
Fischerei und der Aquakultur sowie der Schutz der Meeresökosysteme.
Die europäische Fischereistatistik würde an Effektivität gewinnen, da sie nach wie vor die
bestehenden Vorteile böte (z. B. eine zentrale Anlaufstelle für hochwertige, vergleichbare
Fischerei- und Aquakulturstatistiken mit langen Zeitreihen, die für alle zugänglich sind),
ebenso wie einen einfacheren und stärker gestrafften Rechtsrahmen, der den neuen
Anforderungen der Nutzer besser entspricht. Die Reduzierung der doppelten Berichterstattung
durch die Angleichung der Begriffsbestimmungen und die Neuorganisation der Datenströme
würde auch die Diskrepanzen zwischen den verschiedenen Datenquellen verringern und somit
die Zuverlässigkeit, Genauigkeit und internationale Vergleichbarkeit der europäischen
Fischereistatistiken erhöhen.
Der Hauptteil der für die Interessenträger anfallenden direkten Kosten ergibt sich aus der
Anpassung der statistischen und technischen Systeme im ESS. Es wird mit einer marginalen
Höhe dieser Anpassungskosten gerechnet. Aufgrund einer effizienteren Datennutzung und
vereinfachter Datenströme dürfte die neue Rechtsgrundlage für die europäische
Fischereistatistik mittel- bis langfristig zu Kosteneinsparungen in Höhe von rund
1,2 Mio. EUR jährlich führen (auf der Grundlage der geschätzten Gesamtkosten für die
Erstellung europäischer Fischereistatistiken von rund 5,6 Mio. EUR pro Jahr für die
27 Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission). Die nationalen statistischen Stellen
sollten von diesen Kosteneinsparungen profitieren, da ein Teil der europäischen
Fischereistatistiken direkt auf der Grundlage von Verwaltungsdaten auf EU-Ebene für die
GFP erstellt würde und mehrere Datenströme zu einem einzigen Datenstrom, der den Bedarf
auf EU-Ebene und auf internationaler Ebene umfasst, vereinfacht würden.
Die Auswirkungen dieser Initiative auf KMU und die Wettbewerbsfähigkeit sind
marginal, da es sich bei den meisten Unternehmen im Fischerei- und Aquakultursektor um
kleine und mittlere Unternehmen handelt, die die Daten bereits zu Verwaltungszwecken
übermitteln müssen. Darüber hinaus werden die meisten Statistiken aus diesen bestehenden
Datensätzen erstellt. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten können nicht
von der Erhebung von Daten aus der europäischen Fischereistatistik ausgeschlossen werden,
da die meisten EU-Fischereifahrzeuge eine Besatzung von weniger als zehn Mitgliedern
haben. Die Auswirkungen auf sie sind jedoch marginal.
Statistische Vorschriften haben unmittelbare Auswirkungen auf die Ressourcen, die
erforderlich sind, um die rechtlichen Anforderungen der europäischen Fischereistatistik zu
erfüllen, wie z. B. die von Datenlieferanten, Datenproduzenten und Eurostat geforderte
Verwaltung und der nötige Zeit-/Eingabeaufwand. Diese Auswirkungen sind allerdings relativ
begrenzt, da die Vorschriften in erster Linie eine kleine Gruppe von Datenlieferanten, die
ohnehin Verwaltungsdaten bereitstellen müssen, sowie eine kleine Zahl von Organisationen,
die für die Erstellung von Statistiken zuständig sind, wie z. B. nationale statistische Stellen,
betreffen. Da die Vorschriften in den Mitgliedstaaten unmittelbar anwendbar sind, handelt es
sich bei den Tätigkeiten, die durch ihre Umsetzung ausgelöst werden, wie der Erhebung,
Verarbeitung und Validierung von Statistiken durch die Länder und Eurostat, um
Auswirkungen, die Kosten in Form von Ressourcen verursachen. Diese Kosten sind jedoch
begrenzt, da das ESS bereits Fischereistatistiken erstellt und lediglich Anpassungen
erforderlich sind.
Die europäischen Fischereistatistiken haben weitreichende indirekte Auswirkungen auf
Bereiche wie die Politikverwaltung und den Schutz der Meeresressourcen, da sie eine
faktengestützte Politikgestaltung, -umsetzung und -überwachung erleichtern, indem sie
länderübergreifend hochwertige vergleichbare Daten liefern. Diese Auswirkungen sind jedoch
schwer darzustellen und zu quantifizieren, da es schwierig ist zu prognostizieren, wie
politische Entscheidungsträger und andere Nutzer die Statistiken nutzen und welches Gewicht
sie ihnen im Entscheidungsprozess beimessen werden.
• Effizienz der Rechtsetzung und Vereinfachung
REFIT-Kosteneinsparungen bei der bevorzugten Option:
Beschreibung Betrag Bemerkungen
Fangdaten: Verringerung des
Aufwands und der Kosten durch
Abschaffung der doppelten Meldung
von Fangdaten.
Die jährlichen Einsparungen bei
den direkten Kosten im
Zusammenhang mit Fangdaten
belaufen sich auf schätzungsweise
1,2 Mio. EUR gegenüber dem
Ausgangswert.
Es ist geplant, Fangstatistiken aus
administrativen Datenquellen auf EU-
Ebene zu erstellen. Die Mitgliedstaaten
müssten keine Fangstatistiken mehr
übermitteln.
Direkte und indirekte
Kosteneinsparungen für
Datenproduzenten (nationale statistische
Ämter und andere nationale Stellen).
Die Kosteneinsparungen beruhen auf
den von den Mitgliedstaaten vorgelegten
Zahlen und sind hauptsächlich auf
direkte und indirekte Personalkosten
und Erhebungskosten zurückzuführen.
Langfristig wird davon ausgegangen,
dass die Veränderung für die
Kommission kostenneutral ist.
Weiterverwendung der europäischen
Fischereistatistiken durch
internationale Organisationen.
Verringerung des Aufwands auf
Ebene der Mitgliedstaaten und
internationaler Organisationen
aufgrund der Abschaffung
mehrerer Übermittlungs- und
Validierungstätigkeiten.
Datenproduzenten (nationale statistische
Ämter und andere nationale Behörden)
und Datennutzer (internationale
Organisationen) profitieren von
vereinfachten Datenströmen; „einmalige
Erhebung, mehrfache Nutzung“.
Verbesserung der Effizienz:
Reduzierung vertraulicher Daten
Den Datennutzern würden zu den
gleichen Kosten wie bisher mehr
Daten zugänglich gemacht.
Durch die Vereinfachung der
Datenstruktur würden den Nutzern zu
denselben Kosten und demselben
Aufwand für Datenlieferanten und
Datenproduzenten mehr Daten zur
Verfügung gestellt.
Aus den vorstehend beschriebenen Gründen sind die direkten wirtschaftlichen, sozialen und
ökologischen Auswirkungen der Erstellung amtlicher Statistiken begrenzt.
• Grundrechte
Der Vorschlag hat keine Auswirkungen auf den Schutz der Grundrechte.
4. AUSWIRKUNGEN AUF DEN HAUSHALT
Die geschätzten Gesamtkosten für die Erstellung europäischer Fischereistatistiken belaufen
sich auf rund 5,6 Mio. EUR pro Jahr für die Mitgliedstaaten und die Europäische
Kommission, wovon etwa 5 % auf die Europäische Kommission entfallen. Die geschätzten
jährlichen Kosteneinsparungen für Fangdaten belaufen sich auf 1,2 Mio. EUR, d. h. 21 % der
Gesamtkosten.
Diese Kosten machen 0,05 % des jährlichen Werts der Fischerei- und Aquakulturproduktion
in der EU aus, was sehr niedrig ist. Grund für diese niedrigen Kosten ist die weitverbreitete
Nutzung verfügbarer Verwaltungsdaten als Ausgangsdaten für Fang-, Anlandungs- und
Flottenstatistiken.
Die Mitgliedstaaten zahlen die Produktionskosten für europäische Fischereistatistiken aus
ihren Haushalten, da die nationalen statistischen Ämter die rechtlichen Verpflichtungen der
EU in Bezug auf diese Statistiken erfüllen müssen und ihre Systeme regelmäßig an neue oder
aktualisierte Verordnungen anzupassen haben.
5. WEITERE ANGABEN
• Durchführungspläne sowie Monitoring-, Bewertungs- und
Berichterstattungsmodalitäten
Da es sich bei den europäischen Fischereistatistiken um statistische Vorschriften handelt, die
in den EU-Mitgliedstaaten unmittelbar anwendbar sind, ist kein besonderer
Unterstützungsoder Durchführungsplan erforderlich.
• Erläuternde Dokumente (bei Richtlinien)
Es sind keine erläuternden Dokumente erforderlich.
• Ausführliche Erläuterung einzelner Bestimmungen des Vorschlags
Mit diesem Legislativvorschlag wird ein integrierter Rahmen für aggregierte europäische
Fischerei- und Aquakulturstatistiken geschaffen, die Folgendes betreffen: i) die Gewinnung
biologischer Meeresschätze durch Fischereitätigkeiten und deren Inverkehrbringen, ii) die
Struktur der Fangschiffe und iii) die Produktion und Struktur von Aquakulturbetrieben. Mit
diesem Legislativvorschlag wird die Weiterverwendung von Verwaltungsdaten auf EU-Ebene
für die Erstellung dieser Statistiken und die Verringerung von Doppelarbeit und
Überschneidungen bei Datenströmen betont, um den Aufwand und die Kosten für nationale
Datenlieferanten und -produzenten zu verringern.
Entsprechend der Definition von Gegenstand und Anwendungsbereich werden in Artikel 1 die
zu erhebenden Daten in zwei Hauptbereiche eingeteilt: Fischerei und Aquakultur. Innerhalb
dieser Bereiche werden in dem Vorschlag Themen und Einzelthemen dargelegt, die im
Anhang näher erläutert werden. Die Artikel 2 und 3 enthalten einschlägige Begriffe
(Begriffsbestimmungen) und Beobachtungseinheiten. Artikel 4 enthält Datenanforderungen
und Kriterien für die Befreiung der Mitgliedstaaten von der Pflicht zur Übermittlung von
Daten über bestimmte Variablen an die Kommission (Eurostat). Ferner wird der Kommission
die Befugnis übertragen, delegierte Rechtsakte zur Hinzufügung, Streichung oder Änderung
von Themen und Einzelthemen zu erlassen und Rechtsakte zur Festlegung der erforderlichen
Datensätze und ihrer technischen Komponenten zu implementieren. Diese Struktur hat den
Vorteil, dass sie eine harmonisierte Grundlage mit den gleichen gemeinsamen Aspekten für
alle Themen bietet und gleichzeitig Unterschiede zwischen den Themen des Sekundärrechts
behandelt.
In Artikel 5 ist festgelegt, dass die Kommission delegierte Rechtsakte erlassen kann, um
Daten auf Ad-hoc-Basis zu erheben, wenn dies zur Erfüllung zusätzlicher statistischer
Anforderungen als notwendig erachtet wird. In Artikel 6 wird der Erfassungsbereich der
Statistiken im Rahmen der Verordnung präzisiert.
Um den Verwaltungsaufwand zu begrenzen, ermächtigt Artikel 7 die Kommission – sofern
kein Mitgliedstaat Einwände erhebt –, nationale und europäische Statistiken über Fänge und
Flotten zu erstellen, indem sie die einschlägigen Daten aus den nach Unionsrecht
eingerichteten Datenbanken oder Registern weiterverwendet, die entweder von der
Kommission geführt werden oder auf nationaler Ebene eingerichtet wurden und auf die die
Kommission Zugriff hat. Artikel 7 sieht auch die Möglichkeit vor, künftig nach demselben
Ansatz europäische Statistiken über Anlandungen und Aquakulturen zu erstellen.
In Artikel 8 sind die Datenquellen festgelegt, die die Mitgliedstaaten verwenden müssen,
sofern sie die Erstellung europäischer Statistiken ermöglichen, die den in Artikel 11 dieser
Verordnung festgelegten Qualitätsanforderungen entsprechen. Mit Artikel 9 werden die
Möglichkeit und die Voraussetzungen eingeführt, unter denen die Kommission (Eurostat) im
Einvernehmen mit dem betreffenden Mitgliedstaat die unter diese Verordnung fallenden
aggregierten Daten an internationale, zwischenstaatliche und regionale
Fischereiorganisationen übermitteln kann.
Artikel 10 und 11 beziehen sich auf die Bezugszeiträume und die Qualitätsberichte, für die die
Kommission Durchführungsrechtsakte erlassen kann. Artikel 12 enthält eine
Übergangsregelung für die Übermittlung von Daten über Fänge aus der Freizeitfischerei und
Daten über Fänge empfindlicher Arten gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1224/2009 des Rates,
bis diese Daten verfügbar sind.
In Artikel 13 sind die Tätigkeiten festgelegt, für die ein Förderungsbeitrag der EU gewährt
werden könnte. In den Artikeln 14 bis 18 sind die Verfahren für die Gewährung von
Ausnahmeregelungen und die Ausübung der Befugnisübertragung sowie das
Ausschussverfahren, die Aufhebung und das Inkrafttreten festgelegt.
2025/0246 (COD)
Vorschlag für eine
VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
über europäische Statistiken über Fischerei und Aquakultur und zur Aufhebung der
Verordnungen (EG) Nr. 1921/2006, (EG) Nr. 762/2008, (EG) Nr. 216/2009, (EG)
Nr. 217/2009 und (EG) Nr. 218/2009
(Text von Bedeutung für den EWR)
DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —
gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf
Artikel 338 Absatz 1,
auf Vorschlag der Europäischen Kommission,
nach Zuleitung des Entwurfs des Gesetzgebungsakts an die nationalen Parlamente,
gemäß dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Zuverlässige, umfassende und zeitnahe europäische Statistiken sind für die Gestaltung,
Umsetzung, Überwachung und Bewertung der Politik und der Rechtsvorschriften der
Union im Bereich Fischerei und Aquakultur, insbesondere im Rahmen der
Gemeinsamen Fischereipolitik (im Folgenden „GFP“), von wesentlicher Bedeutung1.
Diese Statistiken tragen auch dazu bei, die Auswirkungen der Fischerei und der
Aquakultur auf die Unternehmensentwicklung, die Ernährungssicherheit, die
Wasserqualität, empfindliche Arten, Lebensräume, den Klimawandel und die
öffentliche Gesundheit sowie das Funktionieren des Marktes und die Verwirklichung
der Ziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung zu
bewerten.
(2) Die europäischen Fischerei- und Aquakulturstatistiken sollten so konzipiert sein, dass
sie eine faktengestützte Entscheidungsfindung unterstützen und die Fortschritte bei der
Verwirklichung der strategischen Ziele der Union. z. B. des europäischen Grünen
Deals, überwachen2.
(3) Die europäischen Fischerei- und Aquakulturstatistiken werden derzeit auf der
Grundlage von fünf Rechtsakten erhoben, sodass keine vollständige Kohärenz
1 Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013
über die Gemeinsame Fischereipolitik und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1954/2003 und
(EG) Nr. 1224/2009 des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 2371/2002 und (EG)
Nr. 639/2004 des Rates und des Beschlusses 2004/585/EG des Rates (ABl. L 354 vom 28.12.2013,
S. 22, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2013/1380/oj).
2 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – Der europäische Grüne Deal (COM(2019) 640
final).
zwischen den statistischen Bereichen sichergestellt ist. Es bedarf eines gemeinsamen
Rechtsrahmens, um für Kohärenz zu sorgen, statistische Verfahren zu rationalisieren
und einen ganzheitlicheren Ansatz zu ermöglichen.
(4) Es besteht zunehmend Bedarf an detaillierteren und aktuelleren europäischen
Statistiken, um die Umsetzung der politischen Maßnahmen und Rechtsvorschriften der
EU3 sowie verschiedener Initiativen der Kommission zu unterstützen, darunter die
Aktionspläne für die ökologische/biologische Produktion4, eine nachhaltige
Aquakultur5,6, eine nachhaltige blaue Wirtschaft7, die Entwicklung des Algensektors8,
die Energiewende in der Fischerei und der Aquakultur9 sowie der Schutz der
Meeresökosysteme10.
(5) In den Entschließungen des Parlaments wurde ebenfalls die Bedeutung der
europäischen Fischerei- und Aquakulturstatistik hervorgehoben11,12.
(6) Als Unterzeichnerin des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen13 setzt
sich die Union für die Förderung einer nachhaltigen Fischerei ein und übt ihre
Befugnisse bei der Erhaltung der biologischen Meeresschätze und der Fischerei gemäß
Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe d und Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe d des Vertrags über
die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) aus.
3 Richtlinie 2008/56/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 2008 zur Schaffung
eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Meeresumwelt
(Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie) (ABl. L 164 vom 25.6.2008, S. 19, ELI: https://eur-
lex.europa.eu/eli/dir/2008/56/oj/deu); Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten, (ABl. L 20 vom
26.1.2010, S. 7, ELI: http://data.europa.eu/eli/dir/2009/147/oj); und Richtlinie 92/43/EWG des Rates
vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und
Pflanzen (ABl. L 206 vom 22.7.1992, S. 7, ELI: http://data.europa.eu/eli/dir/1992/43/oj).
4 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen über einen Aktionsplan zur Förderung der
ökologischen/biologischen Produktion (COM/2021/141 final).
5 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – Strategische Leitlinien für eine nachhaltigere und
wettbewerbsfähigere Aquakultur in der EU für den Zeitraum 2021-2030 (COM(2021) 236 final).
6 Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat über die Durchführung der
Verordnung (EG) Nr. 762/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Juli 2008 über die
Vorlage von Aquakulturstatistiken durch die Mitgliedstaaten und zur Aufhebung der Verordnung (EG)
Nr. 788/96 des Rates (COM(2023) 597 final).
7 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen über einen neuen Ansatz für eine nachhaltige blaue
Wirtschaft in der EU Umgestaltung der blauen Wirtschaft der EU für eine nachhaltige Zukunft
(COM(2021) 240 final).
8 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen, Für einen starken und nachhaltigen Algensektor in
der EU (COM(2022) 592 final).
9 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts‑ und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen über die Energiewende im Fischerei‑ und
Aquakultursektor der EU (COM(2023) 100 final).
10 Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen, EU-Aktionsplan: Schutz und Wiederherstellung von
Meeresökosystemen für eine nachhaltige und widerstandsfähige Fischerei (COM(2023) 102 final).
11 Entschließung des Europäischen Parlaments vom 3. Mai 2022 zu der Rolle der Fischerei und der
Aquakultur beim Übergang zu einer nachhaltigen blauen Wirtschaft in der EU (2021/2188(INI)).
12 Entschließung des Europäischen Parlaments vom 4. Oktober 2022 zu dem Ziel einer nachhaltigen und
wettbewerbsfähigen Aquakultur in der EU: weiteres Vorgehen (2021/2189(INI)).
13 https://www.un.org/Depts/los/convention_agreements/texts/unclos/unclos_e.pdf.
(7) Die Arbeitsgruppe für die Koordinierung der Fischereistatistik (CWP)14 der FAO legt
internationale Standards für die Fischereistatistik fest, einschließlich Konzepten und
Klassifikationen, wie z. B. die Fanggebiete für statistische Zwecke und die Liste der
Arten im Aquatic Sciences and Fisheries Information System (ASFIS). Die
europäischen Fischerei- und Aquakulturstatistiken sollten gegebenenfalls diesen
Standards entsprechen.
(8) Mit der Verordnung (EG) Nr. 223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates15
wird ein gemeinsamer Rahmen für europäische Statistiken geschaffen, in dem
Qualitätskriterien hervorgehoben und der Beantwortungs- und Verwaltungsaufwand
so gering wie möglich gehalten werden.
(9) Kohärenz, Vergleichbarkeit und Interoperabilität der Daten sowie einheitliche
Berichtsformate sind für die Effizienz der Datengewinnung und die Qualität der
europäischen Fischerei- und Aquakulturstatistik von wesentlicher Bedeutung.
(10) Diese Verordnung sollte ihre Datenanforderungen, Begriffsbestimmungen, Methoden
und Berichtsformate an die der FAO und der OECD anpassen, um die Kohärenz,
Vergleichbarkeit und Interoperabilität zu verbessern und den Verwaltungsaufwand zu
verringern.
(11) Die europäischen Aquakulturstatistiken sollten auf einer klaren Bestimmung des
Begriffs „Aquakulturbetriebe“ beruhen, die i) eine weitere Abgrenzung von den
Statistiken nach dem Tiergesundheitsrecht der Union16 vornimmt und ii) den
einzigartigen Merkmalen der Aquakultur (einschließlich der Erzeugung von Pflanzen,
Algen und Cyanobakterien) und der Koexistenz verschiedener Produktionslinien
Rechnung trägt.
(12) Statistiken über die ökologische/biologische Aquakulturproduktion sind für die
Überwachung der Fortschritte des EU-Aktionsplans für die ökologische/biologische
Produktion von wesentlicher Bedeutung. Um Kohärenz und Vergleichbarkeit
sicherzustellen, sollten so weit wie möglich die Verwaltungsdaten der Verordnung
(EU) 2018/848 des Europäischen Parlaments und des Rates17 verwendet werden.
14 Eingerichtet im Jahr 1959 im Rahmen der Resolution 23/59 der Zehnten Tagung der Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO),
http://www.fao.org/3/x5573E/x5573e0c.htm#Resolution23.
15 Verordnung (EG) Nr. 223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2009 über
europäische Statistiken und zur Aufhebung der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1101/2008 des
Europäischen Parlaments und des Rates über die Übermittlung von unter die Geheimhaltungspflicht
fallenden Informationen an das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, der Verordnung
(EG) Nr. 322/97 des Rates über die Gemeinschaftsstatistiken und des Beschlusses 89/382/EWG,
Euratom des Rates zur Einsetzung eines Ausschusses für das Statistische Programm der Europäischen
Gemeinschaften (ABl. L 87 vom 31.3.2009, S. 164, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2009/223/oj).
16 Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 zu
Tierseuchen und zur Änderung und Aufhebung einiger Rechtsakte im Bereich der Tiergesundheit
(„Tiergesundheitsrecht“) (ABl. L 84 vom 31.3.2016, S. 1,
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2016/429/oj).
17 Verordnung (EU) 2018/848 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2018 über die
ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen
Erzeugnissen sowie zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates (ABl. L 150 vom
14.6.2018, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2018/848/oj).
(13) Die Verordnung (EG) Nr. 1059/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates18
sollte auf Daten über terrestrische Gebietseinheiten angewandt werden.
(14) Um neu entstehendem Informationsbedarf gerecht zu werden, können Ad-hoc-Daten
über Fischerei und Aquakultur erhoben werden. Solche Anfragen nach zusätzlichen
Daten sollten hinreichend begründet werden und keine unverhältnismäßige Belastung
für die Auskunftgebenden und die nationalen Behörden darstellen.
(15) Die in dieser Verordnung verwendete Datenstruktur sollte mit der in der Verordnung
(EU) 2017/1004 des Europäischen Parlaments und des Rates festgelegten
Rahmenregelung für die Datenerhebung19 vergleichbar sein.
(16) Die Datengewinnungsmethoden sollten die Kosten und den Verwaltungsaufwand für
die Auskunftgebenden, einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen und der
Mitgliedstaaten, minimieren.
(17) Um Mehrfachmeldungen durch die Mitgliedstaaten zu vermeiden, sollte die
Kommission (Eurostat) die Statistiken über die Fänge und die Fischereiflotte der
Union so weit wie möglich aus Verwaltungsdaten auf EU-Ebene erstellen, die gemäß
der Verordnung (EG) Nr. 1224/200920 des Rates und der Durchführungsverordnung
(EU) 2017/21821 der Kommission erhoben werden.
(18) Um die Erstellung von Statistiken effizienter zu gestalten, sollte es den Mitgliedstaaten
gestattet sein, verschiedene Datenquellen und Methoden zu verwenden, darunter
administrative Quellen, Erhebungen, Imputationen, Schätzungen und Modellierungen.
Digitale Lösungen, Überwachungsinstrumente22 und Fernsensoren sollten ebenfalls
gefördert werden, wobei Qualität, Genauigkeit, Aktualität und Vergleichbarkeit der
Statistiken sicherzustellen sind.
(19) Im Rahmen dieser Verordnung sollten Maßnahmen festgelegt werden, um
sicherzustellen, dass vertrauliche Daten im Einklang mit den Artikeln 21 und 22 der
Verordnung (EG) Nr. 223/2009 genutzt werden.
(20) Die Kommission (Eurostat) kann aggregierte Daten ausschließlich für statistische oder
wissenschaftliche Zwecke an internationale Organisationen übermitteln, um den
Meldeaufwand zu verringern.
18 Verordnung (EG) Nr. 1059/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Mai 2003 über
die Schaffung einer gemeinsamen Klassifikation der Gebietseinheiten für die Statistik (NUTS) (ABl.
L 154 vom 21.6.2003, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2003/1059/oj).
19 Verordnung (EU) 2017/1004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2017 zur
Einführung einer Rahmenregelung der Union für die Erhebung, Verwaltung und Nutzung von Daten im
Fischereisektor und Unterstützung wissenschaftlicher Beratung zur Durchführung der Gemeinsamen
Fischereipolitik und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 199/2008 des Rates (Neufassung) (ABl.
L 157 vom 20.6.2017, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2017/1004/oj).
20 Verordnung (EG) Nr. 1224/2009 des Rates vom 20. November 2009 zur Einführung einer
gemeinschaftlichen Kontrollregelung zur Sicherstellung der Einhaltung der Vorschriften der
gemeinsamen Fischereipolitik und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 847/96, (EG)
Nr. 2371/2002, (EG) Nr. 811/2004, (EG) Nr. 768/2005, (EG) Nr. 2115/2005, (EG) Nr. 2166/2005, (EG)
Nr. 388/2006, (EG) Nr. 509/2007, (EG) Nr. 676/2007, (EG) Nr. 1098/2007, (EG) Nr. 1300/2008, (EG)
Nr. 1342/2008 sowie zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 2847/93, (EG) Nr. 1627/94 und
(EG) Nr. 1966/2006 (ABl. L 343 vom 22.12.2009, S. 1,
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2009/1224/oj).
21 Durchführungsverordnung (EU) 2017/218 der Kommission vom 6. Februar 2017 über das
Fischereiflottenregister der Union C/2017/0504 (ABl. L 34 vom 9.2.2017, S. 9;
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2017/218/oj).
22 Etwa das Erdbeobachtungsprogramm der Union, Copernicus – https://www.copernicus.eu/en.
(21) Die im Rahmen dieser Verordnung erstellten Statistiken und Qualitätsberichte sollten
von der Kommission (Eurostat) gemäß der Verordnung (EG) Nr. 223/2009 verteilt
werden.
(22) Der Ausschuss für das Europäische Statistische System (im Folgenden „AESS“) hat
die Einheitliche Integrierte Metadatenstruktur (im Folgenden „SIMS“)23 als Standard
des Europäischen Statistischen Systems (ESS) für die Qualitätsberichterstattung
gebilligt und zur Vereinheitlichung von Standards sowie zur Harmonisierung von
Methoden beigetragen.
(23) In der Empfehlung (EU) 2023/39724 der Kommission werden die Mitgliedstaaten
aufgefordert, bei der Erstellung von Referenz-Metadaten und Qualitätsberichten die
statistischen SIMS-Konzepte anzuwenden und die Empfehlung, soweit sie für die
Fischerei- und Aquakulturstatistiken relevant ist, umzusetzen.
(24) In der Bewertung der europäischen Fischereistatistik (ab 2019)25 durch die
Kommission wurde empfohlen, den bestehenden Rechtsrahmen zu überarbeiten, um
dem aktuellen und künftigen statistischen Bedarf gerecht zu werden.
(25) In der Folgenabschätzung der Kommission zur europäischen Fischereistatistik (ab
2021) wurde empfohlen, dass im neuen Rechtsrahmen der Wirksamkeit und Relevanz
der Fischerei- und Aquakulturstatistiken Vorrang eingeräumt werden sollte.
(26) Da das Ziel dieser Verordnung, nämlich die Schaffung eines gemeinsamen Rahmens
für europäische Statistiken über Fischerei und Aquakultur, von den Mitgliedstaaten
nicht ausreichend verwirklicht werden kann, ist ein koordiniertes und harmonisiertes
Vorgehen erforderlich. Aus Gründen der Kohärenz und Vergleichbarkeit kann das Ziel
daher besser auf Unionsebene erreicht werden, auf der die Union in der Lage sein
sollte, im Einklang mit dem in Artikel 5 AEUV verankerten Subsidiaritätsprinzip
Maßnahmen zu erlassen. Entsprechend dem in demselben Artikel genannten
Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sollte diese Verordnung nicht über das für die
Verwirklichung dieser Ziele erforderliche Maß hinaus gehen.
(27) Um neu entstehendem Datenbedarf in der Fischerei und Aquakultur und sich
ändernden politischen Prioritäten Rechnung zu tragen, sollte der Kommission die
Befugnis übertragen werden, gemäß Artikel 290 AEUV Rechtsakte zur Änderung der
in dieser Verordnung aufgeführten Einzelthemen und zur Festlegung der
Datenanforderungen für Ad-hoc-Datengewinnungen zu erlassen. Beim Erlass
delegierter Rechtsakte sollte die Kommission die Kosten und den
Verwaltungsaufwand berücksichtigen. Es ist von besonderer Bedeutung, dass die
Kommission im Zuge ihrer Vorbereitungsarbeit angemessene Konsultationen, auch
auf der Ebene von Sachverständigen, durchführt, die mit den Grundsätzen in Einklang
stehen, die in der Interinstitutionellen Vereinbarung vom 13. April 2016 über bessere
Rechtsetzung26 niedergelegt wurden. Um insbesondere für eine gleichberechtigte
23 SIMS gemäß https://ec.europa.eu/eurostat/web/metadata/reference-metadata-reporting-standards.
24 Empfehlung (EU) 2023/397 der Kommission vom 17. Februar 2023 über Referenz-Metadaten und
Qualitätsberichte für das Europäische Statistische System zur Ersetzung der Empfehlung 2009/498/EG
an das Europäische Statistische System zu Referenz-Metadaten (ABl. L 53 vom 21.2.2023, S. 104,
ELI: http://data.europa.eu/eli/reco/2023/397/oj).
25 Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen zur Evaluierung der europäischen Fischereistatistik
(SWD(2019) 425).
26 Interinstitutionelle Vereinbarung zwischen dem Europäischen Parlament, dem Rat der Europäischen
Union und der Europäischen Kommission über bessere Rechtsetzung (ABl. L 123 vom 12.5.2016, S. 1,
ELI: http://data.europa.eu/eli/agree_interinstit/2016/512/oj).
Beteiligung an der Vorbereitung delegierter Rechtsakte zu sorgen, sollten das
Europäische Parlament und der Rat alle Dokumente zur gleichen Zeit wie die
Sachverständigen der Mitgliedstaaten erhalten, und ihre Sachverständigen sollten
systematisch Zugang zu den Sitzungen der Sachverständigengruppen der Kommission
haben, die mit der Vorbereitung der delegierten Rechtsakte befasst sind.
(28) Zur Sicherstellung einheitlicher Bedingungen für die Durchführung dieser Verordnung
sollten der Kommission im Zusammenhang mit der Spezifizierung sowohl von
regulären als auch Ad-hoc-Daten Durchführungsbefugnisse übertragen werden: i) die
technischen Elemente der zu übermittelnden Datensätze und ihre technischen Formate,
ii) die Liste der Variablen, iii) die Beschreibungen der Variablen, iv) die
Maßeinheiten, v) die Variablen zu empfindlichen Arten, vi) die Variablen zur
ökologischen/biologischen Produktion, vii) die Variablen auf regionaler Ebene, viii)
die Schwellenwerte für die Ermittlung ausgenommener Variablen, ix) die
Beobachtungseinheiten, x) die Genauigkeitsanforderungen, xi) die methodischen
Regeln und xii) die Fristen für die Übermittlung der Daten. Zur Sicherstellung
einheitlicher Bedingungen für die Durchführung dieser Verordnung sollten der
Kommission außerdem im Zusammenhang mit der Spezifizierung von praktischen
Vorkehrungen für die Qualitätsberichte und deren Inhalt sowie mit der Gewährung
von Ausnahmeregelungen für Mitgliedstaaten Durchführungsbefugnisse übertragen
werden. Diese Befugnisse sollten im Einklang mit der Verordnung (EU) Nr. 182/2011
des Europäischen Parlaments und des Rates27 ausgeübt werden. Bei der Ausübung
dieser Befugnisse sollte die Kommission Aspekte wie Kosten und
Verwaltungsaufwand der Auskunftgebenden und der Mitgliedstaaten berücksichtigen.
(29) In hinreichend begründeten Fällen sollte die Kommission den Mitgliedstaaten für
einen begrenzten Zeitraum Ausnahmeregelungen gewähren können, wenn erhebliche
Anpassungen ihrer nationalen statistischen Systeme zur Durchführung dieser
Verordnung und insbesondere zur Anpassung der Datengewinnungssysteme an neue
Anforderungen, einschließlich der Nutzung administrativer Quellen, erforderlich sind.
(30) Um die Durchführung dieser Verordnung zu unterstützen, sollten sowohl die
Mitgliedstaaten als auch die Union verpflichtet werden, Fördermittel bereitzustellen.
Es sollte daher ein Finanzbeitrag der Union in Form von Finanzhilfen vorgesehen
werden.
(31) Die Koordinierung innerhalb des ESS sollte verstärkt werden, um die Kohärenz und
Vergleichbarkeit der Fischerei- und Aquakulturstatistiken sicherzustellen.
(32) Die in der vorliegenden Verordnung festgelegten Maßnahmen sollten die in den
Verordnungen (EG) Nr. 1921/200628, (EG) Nr. 762/200829, (EG) Nr. 216/200930, (EG)
27 Verordnung (EU) Nr. 182/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 2011 zur
Festlegung der allgemeinen Regeln und Grundsätze, nach denen die Mitgliedstaaten die Wahrnehmung
der Durchführungsbefugnisse durch die Kommission kontrollieren (ABl. L 55 vom 28.2.2011, S. 13,
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2011/182/oj).
28 Verordnung (EG) Nr. 1921/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006
betreffend die Übermittlung von statistischen Daten über die Anlandungen von Fischereierzeugnissen in
den Mitgliedstaaten und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 1382/91 des Rates (ABl. L 403
vom 30.12.2006, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2006/1921/oj).
29 Verordnung (EG) Nr. 762/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Juli 2008 über die
Vorlage von Aquakulturstatistiken durch die Mitgliedstaaten und zur Aufhebung der Verordnung (EG)
Nr. 788/96 des Rates (ABl. L 218 vom 13.8.2008, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2008/762/oj).
30 Verordnung (EG) Nr. 216/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2009 über
die Vorlage von Fangstatistiken durch Mitgliedstaaten, die in bestimmten Gebieten außerhalb des
Nr. 217/200931 und (EG) Nr. 218/200932 des Europäischen Parlaments und des Rates
festgelegten Maßnahmen ersetzen. Die genannten Verordnungen sind daher
aufzuheben.
(33) Der AESS ist gehört worden —
HABEN FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Gegenstand und Anwendungsbereich
(1) Mit dieser Verordnung wird ein integrierter Rahmen für europäische Statistiken über
die Gewinnung biologischer Meeresschätze durch Fischereitätigkeiten und deren
Inverkehrbringen sowie über die Fangflotte der Union, die Aquakulturproduktion
und Aquakulturbetriebe geschaffen.
(2) Die Statistiken über Fischerei und Aquakultur umfassen folgende Bereiche und
Themen:
(1) Fischereistatistik:
a) Fänge;
b) Anlandungen;
c) Fangflotte;
(2) Aquakulturstatistik:
a) Aquakulturproduktion, ausgenommen Brutanlagen und Aufzuchtanlagen;
b) Ströme in der Aquakultur;
c) Aquakulturbetriebe.
Artikel 2
Begriffsbestimmungen
Für die Zwecke dieser Verordnung gelten die folgenden Begriffsbestimmungen:
1. „Unionsgewässer“, „biologische Meeresschätze“, „Fischereifahrzeug“,
„Fischereifahrzeug der Union“, „Rückwürfe“, „Aquakultur“, „Fischereitätigkeit“,
„Fischereierzeugnisse“ und „Aquakulturerzeugnisse“ haben die Bedeutung gemäß
den entsprechenden Begriffsbestimmungen in Artikel 4 Absatz 1 Nummern 1, 2, 4,
Nordatlantiks Fischfang betreiben (Neufassung) (ABl. L 87 vom 31.3.2009, S. 1,
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2009/216/oj).
31 Verordnung (EG) Nr. 217/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2009 über
die Vorlage von Statistiken über die Fänge und die Fischereitätigkeit der Mitgliedstaaten, die im
Nordwestatlantik Fischfang betreiben (Neufassung) (ABl. L 87 vom 31.3.2009, S. 42,
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2009/217/oj).
32 Verordnung (EG) Nr. 218/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2009 über
die Vorlage von Fangstatistiken durch die Mitgliedstaaten, die im Nordostatlantik Fischfang betreiben
(Neufassung) (ABl. L 87 vom 31.3.2009, S. 70, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2009/218/oj).
5, 10, 25, 28, 29 und 34 der Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates33;
2. „Fischereiflotte der Union“ hat die Bedeutung gemäß der entsprechenden
Begriffsbestimmung in Artikel 2 Buchstabe c der Durchführungsverordnung (EU)
2017/218 der Kommission;
3. „empfindliche Art“ hat die Bedeutung gemäß der entsprechenden
Begriffsbestimmung in Artikel 6 Nummer 8 der Verordnung (EU) 2019/124134;
4. „Fänge“ und „Anlandungen“ haben die Bedeutung gemäß der entsprechenden
Begriffsbestimmung in Artikel 2 Nummern 15 und 16 der Verordnung (EU)
Nr. 1639/2001 der Kommission35;
5. „Fanglizenz“, „Freizeitfischerei“ und „Fangschiff“ haben die Bedeutung gemäß der
entsprechenden Begriffsbestimmung in Artikel 4 Nummern 9, 28 und 33 der
Verordnung (EU) Nr. 1224/2009;
6. „ökologische/biologische Produktion“ hat die Bedeutung gemäß der entsprechenden
Begriffsbestimmung in Artikel 3 Nummer 1 der Verordnung (EU) 2018/84836;
7. „Inverkehrbringen“ hat die Bedeutung gemäß der entsprechenden
Begriffsbestimmung in Artikel 5 Buchstabe f der Verordnung (EU) 1379/201337;
8. „Arten“ bezeichnet Taxa von Organismen gemäß dem internationalen 3-Alpha-
Code38 der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen
(FAO) (Aquatic Sciences and Fisheries Information System list of species for
fisheries statistics purposes) oder – falls dies nicht möglich ist – gemäß dem 3-
Alpha-Code für Aggregate;
33 Verordnung (EU) Nr. 1380/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013
über die Gemeinsame Fischereipolitik und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1954/2003 und
(EG) Nr. 1224/2009 des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 2371/2002 und (EG)
Nr. 639/2004 des Rates und des Beschlusses 2004/585/EG des Rates (ABl. L 354 vom 28.12.2013,
S. 22, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2013/1380/oj).
34 Verordnung (EU) 2019/1241 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2019 mit
technischen Maßnahmen für die Erhaltung der Fischereiressourcen und den Schutz von
Meeresökosystemen, zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1967/2006, (EG) Nr. 1224/2009 des
Rates und (EU) Nr. 1380/2013, (EU) 2016/1139, (EU) 2018/973, (EU) 2019/472 und (EU) 2019/1022
des Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 894/97,
(EG) Nr. 850/98, (EG) Nr. 2549/2000, (EG) Nr. 254/2002, (EG) Nr. 812/2004 und (EG) Nr. 2187/2005
des Rates (ABl. L 198 vom 25.7.2019, S. 105, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2019/1241/oj).
35 Verordnung (EG) Nr. 1639/2001 der Kommission vom 25. Juli 2001 über das Mindestprogramm und
das erweiterte Programm der Gemeinschaft zur Datenerhebung im Fischereisektor und einzelne
Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 1543/2000 des Rates (ABl. L 222 vom
17.8.2001, S. 53, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2001/1639/oj).
36 Verordnung (EU) 2018/848 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2018 über die
ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen
Erzeugnissen sowie zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates (ABl. L 150 vom
14.6.2018, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2018/848/oj).
37 Verordnung (EU) Nr. 1379/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013
über die gemeinsame Marktorganisation für Erzeugnisse der Fischerei und der Aquakultur, zur
Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1184/2006 und (EG) Nr. 1224/2009 des Rates und zur
Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 104/2000 des Rates (ABl. L 354 vom 28.12.2013, S. 1,
ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2013/1379/oj).
38 Liste der Arten für Zwecke der Fischereistatistik (Aquatic Sciences and Fisheries Information System
List of Species for Fishery Statistics Purposes (https://www.fao.org/fishery/en/collection/asfis/en).
9. „FAO-Fischereigebiete“ bezeichnet die geografischen Fischereigebiete, die anhand
des von der FAO39 für statistische Zwecke festgelegten internationalen numerischen
Codes ausgewiesen werden;
10. „gewerbliche Fischerei“ bezeichnet die kommerzielle Nutzung biologischer
Meeresschätze durch ein Fangschiff mit einer gültigen Fanglizenz oder durch eine
natürliche oder juristische Person, die Inhaber einer Lizenz ist oder in einem
alternativen System registriert ist, um ohne Schiff zu fischen;
11. „gewerbliche Fänge“ bezeichnet die im Rahmen der gewerblichen Fischerei erzielten
Fänge, ausgenommen Rückwürfe;
12. „Freizeitfänge“ bezeichnet Fänge von Arten gemäß den Bedingungen des Artikels 55
der Verordnung (EG) Nr. 1224/2009 im Hoheitsgebiet der Union und in
Unionsgewässern;
13. „Erstverkauf angelandeter biologischer Meeresschätze“ bezeichnet die erste
Finanztransaktion, mit der angelandete Fischereierzeugnisse erstmals in Verkehr
gebracht werden;
14. „Aquakulturbetrieb“ bezeichnet jeden administrativ abgegrenzten oder
gekennzeichneten Betrieb, in dem Aquakultur betrieben wird, mit Ausnahme der
Erzeugung von Aquarium- und Zierarten. Ein einziger Aquakulturbetrieb kann über
mehrere Produktionslinien verfügen;
15. „Aquakultur auf der Grundlage von Fängen“ bezeichnet das Sammeln von
„Brutmaterial“ – vom frühen Lebensstadium bis hin zu Erwachsenen – in der freien
Natur und die anschließende weitere Aufzucht in Gefangenschaft bis hin zur
vermarktbaren Größe unter Einsatz von Aquakulturtechniken;
16. „Erstverkauf“ in der Aquakultur bezeichnet die erste Finanztransaktion, mit der
Aquakulturerzeugnisse erstmals in Verkehr gebracht werden;
17. „Brutanlagen und Aufzuchtanlagen“ bezeichnet Anlagen für die künstliche
Fortpflanzung, das Schlüpfen und die Aufzucht während der frühen Lebensstadien
von aquatischen Organismen. Für statistische Zwecke beschränken sich Brutanlagen
auf die Erzeugung von befruchteten Eiern. Die ersten Entwicklungsstadien von
Wassertieren werden in Aufzuchtanlagen produziert;
18. „Aquakulturproduktion“ bezeichnet die Produktionsmenge der Aquakultur
einschließlich der zum Verkauf angebotenen Erzeugung aus Brutanlagen und
Aufzuchtanlagen;
19. „Aussetzen in Wildgewässer“ bezeichnet die absichtliche Freisetzung von
aquatischen Organismen zum Wiederbesatz von Flüssen, Seen und sonstigen
Gewässern – außer zu Zwecken der Aquakultur;
20. „Beobachtungseinheit“ bezeichnet eine erkennbare Einheit, über die Daten erhoben
werden können;
21. „Bereich“ bezeichnet einen Datensatz oder mehrere Datensätze, die bestimmte
Themen abdecken;
39 CWP-Handbuch für fischereistatistische Standards. Abschnitt H: Fischereigebiete für statistische
Zwecke: https://www.fao.org/cwp-on-fishery-statistics/handbook/general-concepts/main-water-
areas/en/.
22. „Thema“ bezeichnet den über die Beobachtungseinheiten zu erhebenden
Informationsgehalt, wobei jedes Thema ein oder mehrere Einzelthemen umfasst;
23. „Einzelthema“ bezeichnet den über die Beobachtungseinheiten zu sammelnden
genauen Informationsgehalt zu einem Thema; wobei jedes Einzelthema eine oder
mehrere Variablen umfasst;
24. „Datensatz“ bezeichnet eine Variable oder mehrere aggregierte Variablen, die in
strukturierter Form gegliedert sind;
25. „Variable“ bezeichnet ein Merkmal einer Beobachtungseinheit, das mehr als einen
Wert aus einer Reihe von Werten aufweisen kann;
26. „Ad-hoc-Daten“ bezeichnet Daten, die für Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt
von besonderem Interesse, jedoch nicht in den üblichen Datensätzen enthalten sind;
27. „Verwaltungsdaten“ bezeichnet Daten, die aus einer nicht statistischen Quelle
stammen und die sich in der Regel im Besitz einer öffentlichen oder privaten
Einrichtung, deren Hauptziel nicht in der Bereitstellung von Statistiken besteht,
befinden;
28. „Metadaten“ bezeichnet Informationen, die für die Verwendung und Interpretation
von Statistiken erforderlich sind und mit denen Daten auf strukturierte Weise
beschrieben werden.
Artikel 3
Beobachtungseinheiten
Für die Zwecke dieser Verordnung werden Daten für die folgenden Beobachtungseinheiten
erhoben:
a) die Fischereiflotte der Union;
b) andere Fischereiflotten außerhalb der Union, die Fischereierzeugnisse in der Union
anlanden;
c) natürliche oder juristische Personen, die Inhaber einer Lizenz oder in einem
alternativen System registriert sind, um ohne Schiff zu fischen;
d) Schiffseigner, Großhändler, eingetragene Käufer, eingetragene Auktionshäuser und
von den Mitgliedstaaten zugelassene Erzeugerorganisationen;
e) natürliche Personen, die in der Union Freizeitfischerei betreiben;
f) Aquakulturbetriebe der Union.
Artikel 4
Datenanforderungen
(1) Die Einzelthemen, die Übermittlungshäufigkeit, die Bezugszeiträume und die
Dimensionen im Zusammenhang mit empfindlichen Arten, der
ökologischen/biologischen Produktion und der regionalen Aufschlüsselung der
Fischerei- und Aquakulturstatistiken gemäß Artikel 1 sind im Anhang festgelegt.
(2) Daten zu den Meeresgebieten werden auf der Ebene der detailliertesten statistischen
Fischereiregionen übermittelt, die in den FAO-Fischereigebieten herangezogen
werden. Die Daten für die Binnenregion werden auf der NUTS-2-Ebene gemäß der
Verordnung (EG) Nr. 1059/2003 übermittelt.
(3) Um den administrativen und finanziellen Aufwand zu begrenzen, kann ein
Mitgliedstaat von der Pflicht zur Übermittlung von Daten über eine bestimmte
Variable an die Kommission (Eurostat) ausgenommen werden, wenn
a) die Variable in diesem Mitgliedstaat keine oder nur geringe Prävalenz hat oder
b) die Variable auf nationaler oder regionaler Ebene (FAO-Gebiet oder NUTS-2-
Ebene) lediglich einen kleinen Teil der Aquakulturproduktion ausmacht.
(4) Der Kommission wird die Befugnis übertragen, gemäß Artikel 15 delegierte
Rechtsakte zur Änderung des Anhangs zu erlassen, indem Einzelthemen
einschließlich ihrer Beschreibungen hinzugefügt, gestrichen oder geändert und die
Übermittlungshäufigkeit, die Bezugszeiträume und die anwendbaren Dimensionen
der im Anhang aufgeführten Einzelthemen geändert werden.
(5) Die Kommission erlässt Durchführungsrechtsakte, um die folgenden technischen
Angaben und gegebenenfalls die einzelnen Datensätze, die der Kommission
(Eurostat) zu übermitteln sind, festzulegen:
a) die Liste der Variablen;
b) die Beschreibungen der Variablen;
c) die Maßeinheiten;
d) die Variablen für empfindliche Arten;
e) die Variablen für die ökologische/biologische Produktion;
f) die Variablen auf regionaler Ebene;
g) die Schwellenwerte für die Ermittlung ausgenommener Variablen;
h) die Genauigkeitsanforderungen;
i) die methodischen Regeln;
j) die Fristen für die Übermittlung der Daten.
Diese Durchführungsrechtsakte werden mindestens neun Monate vor dem Beginn
des einschlägigen Bezugsjahrs gemäß dem in Artikel 16 Absatz 2 genannten
Prüfverfahren erlassen.
(6) Zur Übermittlung der Daten und der damit zusammenhängenden Metadaten
verwenden die Mitgliedstaaten für jeden Datensatz ein von der Kommission
(Eurostat) festgelegtes technisches Format. Die Daten und Metadaten werden der
Kommission (Eurostat) über die zentrale Eingangsstelle übermittelt.
Artikel 5
Ad-hoc-Datengewinnung
(1) Der Kommission wird die Befugnis übertragen, gemäß Artikel 15 delegierte
Rechtsakte zur Ergänzung dieser Verordnung zu erlassen, in denen sie die von den
Mitgliedstaaten auf Ad-hoc-Basis zu übermittelnden Daten festlegt, wenn die
Erhebung zusätzlicher Informationen im Anwendungsbereich dieser Verordnung als
erforderlich erachtet wird, um den zusätzlichen statistischen Bedarf zu decken. In
diesen delegierten Rechtsakten ist Folgendes festgelegt:
a) die im Rahmen der Ad-hoc-Datengewinnung zu übermittelnden Themen und
Einzelthemen im Zusammenhang mit den in Artikel 1 angegebenen Bereichen
sowie die Gründe für den zusätzlichen statistischen Bedarf;
b) die Bezugszeiträume.
(2) Der Kommission wird die Befugnis übertragen, die in Absatz 1 genannten
delegierten Rechtsakte ab dem Bezugsjahr [zwei Jahre nach Inkrafttreten dieser
Verordnung] zu erlassen. Zwischen den Fristen für die Übermittlung
aufeinanderfolgender Ad-hoc-Datengewinnungen müssen mindestens zwei Jahre
liegen.
(3) Für die Zwecke der in Absatz 1 genannten Ad-hoc-Datengewinnungen erlässt die
Kommission Durchführungsrechtsakte, in denen gegebenenfalls die folgenden
technischen Elemente der zu übermittelnden Daten festgelegt werden:
a) die Liste der Variablen;
b) die Beschreibungen der Variablen;
c) die Maßeinheiten;
d) die Variablen für empfindliche Arten;
e) die Variablen für die ökologische/biologische Produktion;
f) die Variablen auf regionaler Ebene;
g) die Schwellenwerte für die Ermittlung ausgenommener Variablen;
h) die Genauigkeitsanforderungen;
i) die methodischen Regeln;
j) die Fristen für die Übermittlung der Daten;
k) die Beobachtungseinheiten.
Diese Durchführungsrechtsakte werden mindestens neun Monate vor dem Beginn
des einschlägigen Bezugsjahrs gemäß dem in Artikel 16 Absatz 2 genannten
Prüfverfahren erlassen.
Artikel 6
Erhebungsumfang
(1) Die Statistiken müssen repräsentativ für die statistische Grundgesamtheit sein, die sie
beschreiben.
(2) Um den Verwaltungsaufwand und den Aufwand für die Auskunftgebenden zu
verringern, umfassen die in Artikel 1 Absatz 2 genannten Daten über Fischerei und
Aquakultur in jedem Mitgliedstaat mindestens Folgendes:
95 % des Gewichts der gewerblichen Fänge;
90 % der Fangflotte der Union, bezogen auf das Gewicht der Rückwürfe;
90 % der natürlichen Personen, die Freizeitfischerei betreiben;
95 % des Gewichts der Anlandungen;
95 % der Fangflotte der Union;
95 % der Aquakulturproduktion.
Artikel 7
Erstellung europäischer Statistiken über Fischerei und Aquakultur
(1) Für die Erstellung europäischer Statistiken über Fänge und Fangflotten der Union
verwendet die Kommission (Eurostat) die einschlägigen Daten aus den durch
Unionsrecht eingerichteten Datenbanken oder Registern gemäß Artikel 8 Absatz 2,
die entweder von der Kommission unterhalten oder auf nationaler Ebene eingerichtet
werden und auf die die Kommission Zugriff hat. Vor der Verbreitung dieser
Statistiken konsultiert die Kommission (Eurostat) die zuständigen nationalen
statistischen Stellen, um sicherzustellen, dass die Anforderungen an die
Vertraulichkeit statistischer Daten erfüllt werden. Erhebt ein Mitgliedstaat Einwände
gegen die Weiterverwendung seiner nationalen Daten durch die Kommission
(Eurostat), so übermittelt er der Kommission (Eurostat) Daten über Fänge und
Fangflotten in Form aggregierter Datensätze. Ein solcher Einwand ist von dem
betreffenden Mitgliedstaat ordnungsgemäß zu begründen und der Kommission
(Eurostat) spätestens 12 Monate vor Beginn des Bezugsjahres mitzuteilen.
(2) Für die Erstellung europäischer Statistiken über Anlandungen und Aquakultur
übermitteln die Mitgliedstaaten der Kommission (Eurostat) Statistiken über
Anlandungen und Aquakultur in Form aggregierter Datensätze.
(3) Werden einschlägige Daten über Anlandungen oder über Aquakultur aus anderen
durch Unionsrecht eingerichteten Datenbanken oder Registern verfügbar, verwendet
die Kommission (Eurostat) diese Daten für die Erstellung von Statistiken nach den in
Absatz 1 festgelegten Verfahren, sofern diese Daten die Qualitätsanforderungen
gemäß Artikel 11 erfüllen.
Artikel 8
Datenquellen und Methodik
(1) Die Mitgliedstaaten verwenden eine oder mehrere der folgenden Datenquellen und
Methoden, sofern sie die Erstellung von Statistiken ermöglichen, die den
Qualitätsanforderungen gemäß Artikel 11 entsprechen:
a) die in Absatz 2 angegebenen administrativen Datenquellen;
b) die administrativen Datenquellen auf der Grundlage des nationalen Rechts;
c) statistische Erhebungen;
d) innovative Methoden und Quellen wie digitale Werkzeuge und Fernsensoren.
(2) Mit Blick auf Absatz 1 Buchstabe a können die Mitgliedstaaten die Daten der
folgenden Quellen verwenden:
a) elektronische Datenbanken, die gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1224/2009
des Rates eingerichtet wurden;
b) elektronische Datenbanken, die gemäß der Verordnung (EU) 2017/1004
eingerichtet wurden;
c) das gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2017/218 der Kommission
eingerichtete Fischereiflottenregister der Union;
d) das gemäß der Verordnung (EU) 2018/848 eingerichtete Register;
e) sonstige einschlägige administrative Datenquellen, die nach dem Unionsrecht
eingerichtet wurden.
Artikel 9
Datenaustausch mit internationalen Organisationen
Die Kommission (Eurostat) kann die unter diese Verordnung fallenden aggregierten Daten an
internationale, zwischenstaatliche und regionale Fischereiorganisationen übermitteln, sofern
eine Vereinbarung zwischen der Kommission (Eurostat) und der betreffenden Organisation
getroffen wird, um sicherzustellen, dass die Daten ausschließlich für statistische oder
wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Mit dieser Vereinbarung werden auch
geeignete Maßnahmen umgesetzt, i) um die Daten zu schützen und insbesondere den
physischen und logischen Schutz vertraulicher Daten sicherzustellen und ii) das Risiko einer
unrechtmäßigen Offenlegung oder jeglicher Verwendung über die Zwecke, zu denen die
Daten übermittelt wurden, hinaus zu überwachen und zu verhindern. Die Übermittlung
vertraulicher Daten in diesem Zusammenhang erfolgt im Einvernehmen mit dem betreffenden
Mitgliedstaat.
Artikel 10
Bezugszeitraum
Der erste Bezugszeitraum beginnt im Kalenderjahr [Jahr einfügen, das 18 Monate nach
Annahme am 1. Januar beginnt].
Artikel 11
Qualitätsanforderungen und Qualitätsberichterstattung
(1) Für die Zwecke dieser Verordnung gelten die in Artikel 12 Absatz 1 der Verordnung
(EG) Nr. 223/2009 festgelegten Qualitätskriterien.
(2) Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen, um die Qualität der
übermittelten Daten und Metadaten an die Kommission zu sichern.
(3) Die Kommission (Eurostat) bewertet die Qualität der an sie übermittelten oder aus
Verwaltungsquellen auf Unionsebene gewonnenen Daten und Metadaten.
(4) Für die Zwecke von Absatz 3 übermittelt jeder Mitgliedstaat der Kommission
(Eurostat) erstmals bis zum [Datum entsprechend einzutragen] und danach alle drei
Jahre Qualitätsberichte, in denen die statistischen Verfahren für die während des
Zeitraums übermittelten Daten beschrieben werden und die insbesondere Folgendes
umfassen:
a) Metadaten, in denen die verwendete Methodik und die Art und Weise
beschrieben werden, wie die in dieser Verordnung festgelegten technischen
Spezifikationen erreicht wurden;
b) Informationen über die Qualität der Daten, die aus den in Artikel 8 Absatz 1
genannten Quellen stammen und zur Erstellung von Statistiken im Rahmen
dieser Verordnung verwendet werden;
c) Informationen über die Einhaltung der in Artikel 6 festgelegten Anforderungen
an den Erhebungsumfang.
(5) Die Kommission (Eurostat) veröffentlicht alle drei Jahre einen Qualitätsbericht über
die nach den in Artikel 7 beschriebenen Verfahren erstellten Statistiken über
Fischerei und Aquakultur.
(6) Die Kommission erlässt Durchführungsrechtsakte, in denen die praktischen
Vorkehrungen für die Qualitätsberichte und deren Inhalt festgelegt sind. Diese
Durchführungsrechtsakte werden gemäß dem in Artikel 16 Absatz 2 genannten
Prüfverfahren erlassen.
(7) Die Mitgliedstaaten unterrichten gegebenenfalls die Kommission (Eurostat) über alle
maßgeblichen Informationen oder Veränderungen bezüglich der Durchführung dieser
Verordnung, welche sich auf die Qualität der übermittelten Daten auswirken
könnten.
(8) Auf hinreichend begründeten Antrag der Kommission (Eurostat) legen die
Mitgliedstaaten alle zusätzlichen, für die Bewertung der Qualität der übermittelten
Daten und Metadaten erforderlichen Informationen vor.
Artikel 12
Übergangsregelung für Daten über Fänge empfindlicher Arten und
Freizeitfischerei
Abweichend von Artikel 7 sind die Mitgliedstaaten von der Übermittlung von Daten über
Fänge empfindlicher Arten und Freizeitfischerei ausgenommen, bis die Daten gemäß den
Artikeln 14 und 55 der Verordnung (EG) Nr. 1224/2009 des Rates verfügbar sind.
Artikel 13
Beitrag der Union
(1) Für die Durchführung dieser Verordnung kann den nationalen statistischen Ämtern
und anderen einzelstaatlichen Stellen, die in der Liste gemäß Artikel 5 Absatz 2 der
Verordnung (EG) Nr. 223/2009 aufgeführt sind, ein Finanzbeitrag aus dem
Gesamthaushaltsplan der Union bereitgestellt werden, um die Kosten der folgenden
Tätigkeiten zu decken:
a) Ad-hoc-Datengewinnungen gemäß Artikel 5 dieser Verordnung;
b) die Verwendung innovativer Methoden und Ansätze wie digitaler Werkzeuge
und Fernsensoren gemäß Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe d dieser Verordnung.
(2) Der Finanzbeitrag der Union gemäß diesem Artikel darf 90 % der förderfähigen
Kosten nicht überschreiten.
(3) Die Höhe des Finanzbeitrags der Union gemäß diesem Artikel wird vorbehaltlich der
Verfügbarkeit von Mitteln nach den Vorschriften des jeweiligen
Finanzierungsprogramms festgelegt.
Artikel 14
Ausnahmeregelungen
(1) Erfordert die Anwendung dieser Verordnung oder der aufgrund dieser Verordnung
erlassenen Durchführungsmaßnahmen und delegierten Rechtsakte wesentliche
Anpassungen in einem statistischen System eines Mitgliedstaats, so kann die
Kommission Durchführungsrechtsakte erlassen, mit denen den Mitgliedstaaten
Ausnahmeregelungen für einen Zeitraum von maximal zwei Jahren gewährt werden.
Der betroffene Mitgliedstaat richtet innerhalb von drei Monaten ab dem Tag des
Inkrafttretens des betreffenden Rechtsakts einen hinreichend begründeten Antrag für
eine solche Ausnahmeregelung an die Kommission.
Die Auswirkungen solcher Ausnahmeregelungen auf die Vergleichbarkeit der Daten
der Mitgliedstaaten oder auf die Berechnung der erforderlichen aktuellen und
repräsentativen europäischen Aggregate sind so gering wie möglich zu halten. Die
Belastung der Auskunftgebenden wird bei der Gewährung der Ausnahmeregelung
berücksichtigt.
(2) Die in Absatz 1 Unterabsatz 1 genannten Durchführungsrechtsakte werden nach dem
Prüfverfahren gemäß Artikel 16 Absatz 2 erlassen.
Artikel 15
Ausübung der Befugnisübertragung
(1) Die Befugnis zum Erlass delegierter Rechtsakte wird der Kommission unter den in
diesem Artikel festgelegten Bedingungen übertragen.
(2) Die Befugnis zum Erlass delegierter Rechtsakte gemäß Artikel 4 Absatz 4 wird der
Kommission auf unbestimmte Zeit ab dem Datum des Inkrafttretens dieser
Verordnung übertragen.
(3) Die Befugnis zum Erlass delegierter Rechtsakte gemäß Artikel 5 Absatz 1 wird der
Kommission auf unbestimmte Zeit ab dem [Datum zwei Jahre nach dem Inkrafttreten
dieser Verordnung] übertragen.
(4) Die Befugnisübertragung gemäß Artikel 4 Absatz 4 und Artikel 5 Absatz 1 kann vom
Europäischen Parlament oder vom Rat jederzeit widerrufen werden. Der Beschluss
über den Widerruf der Befugnisübertragung beendet die Übertragung der in diesem
Beschluss angegebenen Befugnis. Der Beschluss wird am Tag nach dem Tag seiner
Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union oder zu einem im Beschluss
über den Widerruf angegebenen späteren Zeitpunkt wirksam. Die Gültigkeit von
delegierten Rechtsakten, die bereits in Kraft sind, wird von dem Beschluss über den
Widerruf nicht berührt.
(5) Vor dem Erlass eines delegierten Rechtsakts konsultiert die Kommission die von den
einzelnen Mitgliedstaaten benannten Sachverständigen im Einklang mit den in der
Interinstitutionellen Vereinbarung vom 13. April 2016 über bessere Rechtsetzung
enthaltenen Grundsätzen.
(6) Sobald die Kommission einen delegierten Rechtsakt erlässt, übermittelt sie ihn
gleichzeitig dem Europäischen Parlament und dem Rat.
(7) Ein delegierter Rechtsakt, der gemäß Artikel 4 Absatz 4 oder Artikel 5 Absatz 1
erlassen wurde, tritt nur in Kraft, wenn weder das Europäische Parlament noch der
Rat innerhalb einer Frist von zwei Monaten nach Übermittlung dieses Rechtsakts an
das Europäische Parlament und den Rat Einwände erhoben haben oder wenn vor
Ablauf dieser Frist das Europäische Parlament und der Rat beide der Kommission
mitgeteilt haben, dass sie keine Einwände erheben werden. Auf Initiative des
Europäischen Parlaments oder des Rates wird diese Frist um zwei Monate verlängert.
Artikel 16
Ausschussverfahren
(1) Die Kommission wird von dem durch die Verordnung (EG) Nr. 223/2009
eingesetzten AESS unterstützt. Dieser Ausschuss ist ein Ausschuss im Sinne der
Verordnung (EU) Nr. 182/2011.
(2) Wird auf diesen Absatz Bezug genommen, so gilt Artikel 5 der Verordnung (EU)
Nr. 182/2011.
Artikel 17
Aufhebung
(1) Die Verordnungen (EG) Nr. 1921/2006, (EG) Nr. 762/2008, (EG) Nr. 216/2009,
(EG) Nr. 217/2009 und (EG) Nr. 218/2009 des Europäischen Parlaments und des
Rates werden unbeschadet der in diesen Rechtsakten festgelegten Verpflichtungen
zur Übermittlung von Daten und Metadaten, einschließlich Qualitätsberichten, für
Bezugszeiträume, die ganz oder teilweise vor diesem Datum liegen, mit Wirkung
vom 1. Januar [des Jahres 18 Monate nach der Annahme ] aufgehoben.
(2) Bezugnahmen auf die aufgehobenen Rechtsakte gelten als Bezugnahmen auf die
vorliegende Verordnung.
Artikel 18
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der
Europäischen Union in Kraft.
Sie gilt ab dem 1. Januar [des Jahres 18 Monate nach der Annahme ].
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am
Im Namen des Europäischen Parlaments Im Namen des Rates
Der Präsident /// Die Präsidentin Der Präsident /// Die Präsidentin
FINANZ- UND DIGITALBOGEN ZU RECHTSAKTEN
1. RAHMEN DES VORSCHLAGS/DER INITIATIVE ................................................. 3
1.1. Bezeichnung des Vorschlags/der Initiative .................................................................. 3
1.2. Politikbereich(e) ........................................................................................................... 3
1.3. Ziel(e) ........................................................................................................................... 3
1.3.1. Allgemeine(s) Ziel(e) ................................................................................................... 3
1.3.2. Einzelziel(e) ................................................................................................................. 3
1.3.3. Erwartete Ergebnisse und Auswirkungen .................................................................... 3
1.3.4. Leistungsindikatoren .................................................................................................... 3
1.4. Der Vorschlag/Die Initiative betrifft ............................................................................ 4
1.5. Begründung des Vorschlags/der Initiative ................................................................... 4
1.5.1. Kurz- oder langfristig zu deckender Bedarf, einschließlich einer detaillierten
Zeitleiste für die Durchführung der Initiative .............................................................. 4
1.5.2. Mehrwert aufgrund des Tätigwerdens der EU (kann sich aus unterschiedlichen
Faktoren ergeben, z. B. Vorteile durch Koordinierung, Rechtssicherheit, größere
Wirksamkeit oder Komplementarität). Für die Zwecke dieses Abschnitts bezeichnet
der Ausdruck „Mehrwert aufgrund des Tätigwerdens der EU“ den Wert, der sich aus
dem Tätigwerden der EU ergibt und den Wert ergänzt, der andernfalls allein von den
Mitgliedstaaten geschaffen worden wäre. .................................................................... 5
1.5.3. Aus früheren ähnlichen Maßnahmen gewonnene Erkenntnisse .................................. 5
1.5.4. Vereinbarkeit mit dem Mehrjährigen Finanzrahmen sowie mögliche Synergieeffekte
mit anderen geeigneten Instrumenten .......................................................................... 5
1.5.5. Bewertung der verschiedenen verfügbaren Finanzierungsoptionen, einschließlich der
Möglichkeiten für eine Umschichtung ......................................................................... 5
1.6. Laufzeit der vorgeschlagenen Maßnahme/der Initiative und Dauer der finanziellen
Auswirkungen .............................................................................................................. 6
1.7. Vorgeschlagene Haushaltsvollzugsart(en) ................................................................... 6
2. VERWALTUNGSMAẞNAHMEN ............................................................................ 7
2.1. Überwachung und Berichterstattung ............................................................................ 7
2.2. Verwaltungs- und Kontrollsystem(e) ........................................................................... 7
2.2.1. Begründung der Haushaltsvollzugsart(en), des Durchführungsmechanismus/der
Durchführungsmechanismen für die Finanzierung, der Zahlungsmodalitäten und der
Kontrollstrategie, wie vorgeschlagen ........................................................................... 7
2.2.2. Angaben zu den ermittelten Risiken und dem/den zu deren Eindämmung
eingerichteten System(en) der internen Kontrolle ....................................................... 7
2.2.3. Schätzung und Begründung der Kosteneffizienz der Kontrollen (Verhältnis zwischen
den Kontrollkosten und dem Wert der betreffenden verwalteten Mittel) sowie
Bewertung des erwarteten Ausmaßes des Fehlerrisikos (bei Zahlung und beim
Abschluss) .................................................................................................................... 7
2.3. Prävention von Betrug und Unregelmäßigkeiten ......................................................... 7
3. GESCHÄTZTE FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN DES VORSCHLAGS/DER
INITIATIVE ................................................................................................................ 8
3.1. Betroffene Rubrik(en) des Mehrjährigen Finanzrahmens und Ausgabenlinie(n) im
Haushaltsplan ............................................................................................................... 8
3.2. Geschätzte finanzielle Auswirkungen des Vorschlags auf die Mittel ........................ 10
3.2.1. Übersicht über die geschätzten Auswirkungen auf die operativen Mittel ................. 10
3.2.1.1. Mittel aus dem verabschiedeten Haushaltsplan ......................................................... 10
3.2.2. Geschätzter Output, der mit operativen Mitteln finanziert wird ................................ 17
3.2.3. Übersicht über die geschätzten Auswirkungen auf die Verwaltungsmittel ............... 19
3.2.3.1. Mittel aus dem verabschiedeten Haushaltsplan ......................................................... 19
3.2.4. Geschätzter Personalbedarf ........................................................................................ 19
3.2.4.1. Finanziert aus dem verabschiedeten Haushalt ........................................................... 20
3.2.5. Einschätzung der Auswirkungen auf die Investitionen im Zusammenhang mit
digitalen Technologien ............................................................................................... 21
3.2.6. Vereinbarkeit mit dem derzeitigen Mehrjährigen Finanzrahmen .............................. 22
3.2.7. Beiträge Dritter........................................................................................................... 22
3.3. Geschätzte Auswirkungen auf die Einnahmen .......................................................... 23
4. DIGITALE ASPEKTE............................................................................................... 24
4.1. Anforderungen von digitaler Relevanz ...................................................................... 24
4.2. Daten .......................................................................................................................... 25
4.3. Digitale Lösungen ...................................................................................................... 29
4.4. Interoperabilitätsbewertung........................................................................................ 30
4.5. Unterstützungsmaßnahmen für die digitale Umsetzung ............................................ 33
1. RAHMEN DES VORSCHLAGS/DER INITIATIVE
1.1. Bezeichnung des Vorschlags/der Initiative
Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über europäische Statistiken
über Fischerei und Aquakultur und zur Aufhebung der Verordnungen (EG)
Nr. 1921/2006, (EG) Nr. 762/2008, (EG) Nr. 216/2009, (EG) Nr. 217/2009 und (EG)
Nr. 218/2009 des Parlaments und des Rates
1.2. Politikbereich(e)
Erstellung europäischer Statistiken und gemeinsame Fischereipolitik
1.3. Ziel(e)
1.3.1. Allgemeine(s) Ziel(e)
Die EFAS-Rechtsvorschriften zielen darauf ab, hochwertige, vergleichbare und
aktuelle europäische Statistiken über Fischerei (Fänge, Anlandungen und Flotte) und
Aquakultur bereitzustellen, die die Gestaltung, Umsetzung, Überwachung und
Bewertung der GFP und der damit verbundenen EU-Politikbereiche unterstützen und
gleichzeitig den Verwaltungsaufwand und die Kosten für die Mitgliedstaaten
verringern.
Die EFAS wird eine Rahmenverordnung und Durchführungsrechtsakte umfassen.
Als Verordnung gilt der EFAS-Rechtsakt in den EU-Mitgliedstaaten unmittelbar,
während in den beiden Durchführungsrechtsakten hauptsächlich Listen von
Variablen und Beschreibungen sowie methodische Anforderungen aufgeführt
werden.
1.3.2. Einzelziel(e)
Einzelziel Nr. 1
Schaffung einer rechtlichen Verpflichtung der Mitgliedstaaten, Fischerei- und
Aquakulturstatistiken für die gesamte EU zu erstellen;
Einzelziel Nr. 2
Erstellung eines Rahmens für vergleichbare und hochwertige Statistiken in diesem
Bereich.
1.3.3. Erwartete Ergebnisse und Auswirkungen
Für Datennutzer wie die Europäische Kommission und andere Unionsorgane sollte
die EFAS hochwertige, vergleichbare und aktuelle europäische Statistiken über
Fischerei und Aquakultur für die Umsetzung, Überwachung und Bewertung der GFP
und der damit verbundenen EU-Politikbereiche bereitstellen.
Für nationale Datenproduzenten sollte die EFAS den Verwaltungsaufwand und die
Kosten verringern.
Für den Fischerei- und Aquakultursektor sollte die EFAS Daten für die
Marktüberwachung ohne zusätzlichen Aufwand bereitstellen.
1.3.4. Leistungsindikatoren
Vollständigkeit der Fischerei- und Aquakulturstatistiken.
Bereitstellung von Fischerei- und Aquakulturstatistiken in den öffentlich
zugänglichen Datenbanken von Eurostat.
1.4. Der Vorschlag/Die Initiative betrifft
eine neue Maßnahme
eine neue Maßnahme im Anschluss an ein Pilotprojekt/eine vorbereitende
Maßnahme1
die Verlängerung einer bestehenden Maßnahme
die Zusammenführung mehrerer Maßnahmen oder die Neuausrichtung
mindestens einer Maßnahme
1.5. Begründung des Vorschlags/der Initiative
1.5.1. Kurz- oder langfristig zu deckender Bedarf, einschließlich einer detaillierten
Zeitleiste für die Durchführung der Initiative
Seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in den 1950er-Jahren
legt Eurostat europäische Fischereistatistiken über Fänge, Anlandungen, die
Fischereiflotte der Union und die Aquakultur vor, die für die Tätigkeit der EU
benötigt werden. Diese Statistiken werden derzeit durch fünf Rechtsakte erfasst, die
aus den 1990er-Jahren stammen und in den 2000er-Jahren neu gefasst wurden. In
den Verordnungen sind u. a. die statistischen Variablen, die erfassten
Fischereigebiete, Bezugszeiträume, Übermittlungsfristen und statistischen
Qualitätskriterien festgelegt.
Es braucht relevante, vergleichbare und zeitnahe amtliche europäische Statistiken,
um die politischen Maßnahmen und Rechtsvorschriften der Europäischen Union im
Bereich Fischerei zu konzipieren, umzusetzen, zu überwachen und zu bewerten.
Diese Statistiken sind insbesondere für Folgendes erforderlich: i) Erhaltung
biologischer Meeresschätze, ii) die GFP, einschließlich der Aquakultur, iii) und
Strategien und Rechtsvorschriften der EU beispielsweise in den Bereichen Umwelt,
Anpassung an den Klimawandel und Klimaschutz, Regionen, öffentliche Gesundheit,
Lebensmittelsicherheit und sowie im Zusammenhang mit den Zielen der Agenda
2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. Diese Statistiken werden
auch für die Überwachung der Auswirkungen der Fischerei auf empfindliche Arten
und Lebensräume sowie die der Aquakultur auf die Wasserqualität nützlich sein.
In den letzten Jahren haben jedoch Änderungen und Reformen der GFP, neue EU-
Initiativen und die zunehmende Verfügbarkeit administrativer und anderer
Datenquellen für die Erstellung von Fischereistatistiken dazu geführt, dass der
derzeitige Rechtsrahmen weniger relevant und effektiv ist, um den
Datenanforderungen gerecht zu werden. Darüber hinaus ist die derzeitige
Rechtsgrundlage recht unflexibel und ihre Komplexität führt dazu, dass eine große
Menge an Aquakulturdaten als vertraulich gekennzeichnet wird und somit öffentlich
nicht verfügbar ist. Darüber hinaus gibt es Überschneidungen zwischen den
Datenströmen von Fischereien aus den EU-Mitgliedstaaten an die Dienststellen der
Europäischen Kommission und an verschiedene internationale Organisationen. Zur
Bewältigung dieser Herausforderungen ist eine neue Verordnung erforderlich.
1 Im Sinne des Artikels 58 Absatz 2 Buchstabe a oder b der Haushaltsordnung.
Daher zielt dieser Vorschlag für eine neue statistische Verordnung darauf ab, die
Relevanz der europäischen Fischerei- und Aquakulturstatistiken zu verbessern,
indem die Nutzeranforderungen effektiver erfüllt werden und gleichzeitig die
Flexibilität erhöht wird. Darüber hinaus wird mit diesem Vorschlag der
Erhebungsumfang erweitert und die Menge an vertraulichen Daten verringert;
außerdem befasst sich der Vorschlag mit Qualitätsproblemen in den Quelldaten.
Dadurch wird die Zahl der Datenlücken, Überschneidungen und Diskrepanzen
innerhalb der EU und der globalen Systeme der Fischereistatistik reduziert.
Die Kommission wird voraussichtlich im Verlauf des Jahres 2025 einen Vorschlag
für den neuen Rechtsrahmen für europäische Fischerei- und Aquakulturstatistiken
annehmen. Das Europäische Parlament und der Rat werden die Verordnung
voraussichtlich 2027 annehmen und die Durchführungsbestimmungen sollten 2028
folgen.
1.5.2. Mehrwert aufgrund des Tätigwerdens der EU (kann sich aus unterschiedlichen
Faktoren ergeben, z. B. Vorteile durch Koordinierung, Rechtssicherheit, größere
Wirksamkeit oder Komplementarität). Für die Zwecke dieses Abschnitts bezeichnet
der Ausdruck „Mehrwert aufgrund des Tätigwerdens der EU“ den Wert, der sich aus
dem Tätigwerden der EU ergibt und den Wert ergänzt, der andernfalls allein von den
Mitgliedstaaten geschaffen worden wäre.
Die GFP fällt in den alleinigen Zuständigkeitsbereich der EU und unterliegt daher
naturgemäß dem Handeln der EU.
Eine gemeinsame Fischereipolitik muss inhärent auf vergleichbaren, aktuellen und
hochwertigen amtlichen europäischen Fischerei- und Aquakulturstatistiken basieren,
deren Erstellung allein durch Maßnahmen auf EU-Ebene sichergestellt werden kann.
Dies kann nicht durch ein isoliertes Handeln der Mitgliedstaaten, sondern nur durch
einen gemeinsamen und koordinierten Ansatz erreicht werden. Die europäischen
Rechtsvorschriften für die Fischerei- und Aquakulturstatistik bieten einen EU-weiten
Rahmen für die Erfassung von Daten und die Bereitstellung von Fischerei- und
Aquakulturstatistiken unter Verwendung von Konzepten und Definitionen, die in
allen Mitgliedstaaten harmonisiert sind. Dies macht gemeinsame Standards und
Methoden erforderlich, die nicht nur zu vergleichbaren Ergebnissen führen, die im
Rahmen der GFP und anderer EU-Politikbereiche für Management- und
Analysezwecke benötigt werden, sondern auch die Effizienz, die Aktualität und die
Zuverlässigkeit verbessern.
Die europäische Fischerei- und Aquakulturstatistik schafft einen erheblichen
Mehrwert, indem sie eine umfassende Reihe von Tätigkeiten integriert, die i) die
Bedürfnisse, Begriffsbestimmungen und Anforderungen der Nutzer aufeinander
abstimmen, ii) die Zusammenstellung und Übermittlung von Daten koordinieren, iii)
gemeinsame Qualitätskriterien und einen Validierungsrahmen festlegen und iv) die
Einhaltung des Rechtsrahmens überwachen. Durch diesen integrierten Prozess wird
sichergestellt, dass europäische Fischerei- und Aquakulturstatistiken für eine breite
Nutzergemeinschaft problemlos zugänglich sind.
1.5.3. Aus früheren ähnlichen Maßnahmen gewonnene Erkenntnisse
Im Rahmen der Bewertung der Fischereistatistik aus dem Jahr 2019 wurden folgende
Punkte hervorgehoben:
1. Die derzeitige Gesetzgebung zur Fischereistatistik trägt neuen und neu
entstehenden Datenanforderungen nicht angemessen Rechnung.
2. Die derzeitige Rechtsgrundlage ist nicht flexibel genug, sodass nicht schnell genug
auf den sich abzeichnenden Bedarf reagiert werden kann.
3. Die derzeitigen rechtlichen Anforderungen an die Aquakultur sind zu detailliert
und führen zu einer großen Menge vertraulicher Daten.
4. Die Statistiken könnten auf der Grundlage europäischer administrativer
Datenquelleneffizienter erstellt werden.
5. Es gibt mehrere sich überschneidende Datenströme.
1.5.4. Vereinbarkeit mit dem Mehrjährigen Finanzrahmen sowie mögliche Synergieeffekte
mit anderen geeigneten Instrumenten
Entfällt, da die Umsetzung mit bereits vorhandenen Ressourcen erfolgt.
1.5.5. Bewertung der verschiedenen verfügbaren Finanzierungsoptionen, einschließlich der
Möglichkeiten für eine Umschichtung
Entfällt, da die erste Datengewinnung nach dem Ende des derzeitigen MFR erwartet
wird.
1.6. Laufzeit der vorgeschlagenen Maßnahme/der Initiative und Dauer der
finanziellen Auswirkungen
Befristete Laufzeit
– Laufzeit: [TT.MM.]JJJJ bis [TT.MM.]JJJJ
– Finanzielle Auswirkungen auf die Mittel für Verpflichtungen von JJJJ bis JJJJ
und auf die Mittel für Zahlungen von JJJJ bis JJJJ
Unbefristete Laufzeit
– Anlaufphase von 2027 bis 2030
– Anschließend reguläre Umsetzung
1.7. Vorgeschlagene Haushaltsvollzugsart(en)2
Direkte Mittelverwaltung durch die Kommission
– über ihre Dienststellen, einschließlich ihres Personals in den EU-Delegationen
– über Exekutivagenturen
Geteilte Mittelverwaltung mit Mitgliedstaaten
Indirekte Mittelverwaltung durch Übertragung von Haushaltsvollzugsaufgaben
an:
– Drittländer oder die von ihnen benannten Einrichtungen
– internationale Einrichtungen und deren Agenturen (bitte angeben)
– die Europäische Investitionsbank und den Europäischen Investitionsfonds
– Einrichtungen im Sinne der Artikel 70 und 71 der Haushaltsordnung
– öffentlich-rechtliche Körperschaften
– privatrechtliche Einrichtungen, die im öffentlichen Auftrag tätig werden, sofern
ihnen ausreichende finanzielle Garantien bereitgestellt werden
– privatrechtliche Einrichtungen eines Mitgliedstaats, die mit der Einrichtung
einer öffentlich-privaten Partnerschaft betraut werden und denen ausreichende
finanzielle Garantien bereitgestellt werden
– Einrichtungen oder Personen, die mit der Durchführung bestimmter
Maßnahmen im Bereich der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik im
Rahmen des Titels V des Vertrags über die Europäische Union betraut und die in
dem maßgeblichen Basisrechtsakt benannt sind
– in einem Mitgliedstaat ansässige Einrichtungen, die dem Privatrecht eines
Mitgliedstaats oder dem Unionsrecht unterliegen und im Einklang mit
sektorspezifischen Vorschriften für die Betrauung mit der Ausführung von
Unionsmitteln oder mit der Erteilung von Haushaltsgarantien in Betracht
kommen, insofern diese Einrichtungen von privatrechtlichen, im öffentlichen
Auftrag tätig werdenden Einrichtungen kontrolliert und von den Kontrollstellen
2 Erläuterungen zu den Haushaltsvollzugsarten und die Haushaltsordnung können über die
Website BUDGpedia (in englischer Sprache) abgerufen werden:
https://myintracomm.ec.europa.eu/corp/budget/financial-rules/budget-
implementation/Pages/implementation-methods.aspx.
mit angemessenen finanziellen Garantien mit gesamtschuldnerischer Haftung oder
gleichwertigen finanziellen Garantien ausgestattet werden, die bei jeder
Maßnahme auf den Höchstbetrag der Unionsunterstützung begrenzt sein können.
2. VERWALTUNGSMAẞNAHMEN
2.1. Überwachung und Berichterstattung
Standardvorschriften der Kommission für die Überwachung und Berichterstattung.
2.2. Verwaltungs- und Kontrollsystem(e)
2.2.1. Begründung der Haushaltsvollzugsart(en), des Durchführungsmechanismus/der
Durchführungsmechanismen für die Finanzierung, der Zahlungsmodalitäten und der
Kontrollstrategie, wie vorgeschlagen
Standardsystem zur Finanzhilfeverwaltung von Eurostat.
2.2.2. Angaben zu den ermittelten Risiken und dem/den zu deren Eindämmung
eingerichteten System(en) der internen Kontrolle
Standardsystem für das Risikomanagement von Eurostat.
2.2.3. Schätzung und Begründung der Kosteneffizienz der Kontrollen (Verhältnis zwischen
den Kontrollkosten und dem Wert der betreffenden verwalteten Mittel) sowie
Bewertung des erwarteten Ausmaßes des Fehlerrisikos (bei Zahlung und beim
Abschluss)
Entfällt.
2.3. Prävention von Betrug und Unregelmäßigkeiten
Die Kommission finanziert nicht die regelmäßige Erstellung von Statistiken. Im Fall
von Ad-hoc-Datengewinnungen veröffentlicht die Kommission Aufforderungen zur
Einreichung von Vorschlägen für Finanzhilfen.
Zusätzlich zur Anwendung aller Regulierungskontrollmechanismen wird Eurostat
eine Betrugsbekämpfungsstrategie anwenden, die den allgemeinen
Betrugsbekämpfungsmaßnahmen der Kommission entspricht. Dadurch wird
sichergestellt, dass das Risikokonzept zur Betrugsbekämpfung darauf ausgerichtet
ist, Bereiche mit hohem Betrugsrisiko zu ermitteln und angemessen darauf zu
reagieren. Erforderlichenfalls werden spezielle IT-Tools für die Analyse von
Betrugsfällen eingerichtet.
Eurostat hat eine Kontrollstrategie erarbeitet, die die Umsetzung der Ausgaben
begleitet. Die Maßnahmen und Instrumente im Rahmen dieser Strategie sind auf die
vorgeschlagene Verordnung in vollem Maße anwendbar. Mit weniger komplexen
Abläufen, kostenwirksamen Überwachungsverfahren und risikobasierten Ex-ante-
und Ex-post-Kontrollen werden die Betrugswahrscheinlichkeit reduziert und die
Betrugsprävention verbessert. Die Inspektionsstrategie schließt besondere
Maßnahmen zur Sensibilisierung und entsprechende Schulungen im Hinblick auf die
Betrugsprävention ein.
3. GESCHÄTZTE FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN DES
VORSCHLAGS/DER INITIATIVE
3.1. Betroffene Rubrik(en) des Mehrjährigen Finanzrahmens und Ausgabenlinie(n)
im Haushaltsplan
Bestehende Haushaltslinien
In der Reihenfolge der Rubriken des Mehrjährigen Finanzrahmens und der
Haushaltslinien.
Die finanziellen Auswirkungen des Vorschlags werden zum Zeitpunkt der
Verabschiedung der Verordnung nicht bekannt sein. Der EU-Beitrag gilt nicht für die
regelmäßige Erhebung statistischer Daten, sondern nur für Ad-hoc-
Datengewinnungen gemäß Artikel 5 des Verordnungsentwurfs. Die ersten Ad-hoc-
Daten können frühestens zwei Jahre nach dem ersten Bezugsjahr erhoben werden,
wenn ein hinreichend begründeter, unerwarteter Datenbedarf festgestellt wird. Aus
diesem Grund ist es nicht möglich, die finanziellen Auswirkungen zu ermitteln.
Rubrik des
Mehrjährig
en
Finanzrahm
ens
Haushaltslinie Art der
Ausgaben Beiträge
Nummer
GM/NGM3
von
EFTA-
Ländern4
von
Kandidaten
ländern und
potenzielle
n
Kandidaten
von
anderen
Drittlände
rn
andere
zweckgebundene
Einnahmen
[XX.YY.YY.YY]
GM/NG
M
JA/NEI
N
JA/NEIN
JA/NEI
N
JA/NEIN
[XX.YY.YY.YY]
GM/NG
M
JA/NEI
N
JA/NEIN
JA/NEI
N
JA/NEIN
[XX.YY.YY.YY]
GM/NG
M
JA/NEI
N
JA/NEIN
JA/NEI
N
JA/NEIN
Neu zu schaffende Haushaltslinien
In der Reihenfolge der Rubriken des Mehrjährigen Finanzrahmens und der
Haushaltslinien.
Rubrik des
Mehrjährig
en
Finanzrahm
ens
Haushaltslinie Art der
Ausgaben Beiträge
Nummer
GM/NGM
von
EFTA-
Ländern
von
Kandidaten
ländern und
potenzielle
n
Kandidaten
von
anderen
Drittlände
rn
andere
zweckgebundene
Einnahmen
3 GM = Getrennte Mittel/NGM = Nichtgetrennte Mittel.
4 EFTA: Europäische Freihandelsassoziation.
5 Kandidatenländer und gegebenenfalls potenzielle Kandidaten des Westbalkans.
[XX.YY.YY.YY]
GM/NG
M
JA/NEI
N
JA/NEIN
JA/NEI
N
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