Siebte Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen
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Siebte Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen
[Bundesrat Drucksache 626/25
05.11.25
Fz - Wi
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ISSN 0720-2946
Verordnung
der Bundesregierung
Siebte Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen
A. Problem und Ziel
Seit dem Erlass der Sechsten Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen vom
19. Dezember 2022 (BGBl. I S. 2432) hat sich in mehreren Bereichen des deutschen
Steuerrechts fachlich notwendiger Anpassungsbedarf ergeben. Die vorliegende
Verordnung greift diesen Bedarf zusammenfassend auf.
B. Lösung
Es werden mehrere Verordnungen geändert. Dies geschieht zur Verfahrenserleichterung
in einer Mantelverordnung. Folgende Änderungen sind enthalten:
Erlass einer Rechtsverordnung zur Umsetzung der Notifizierung des Wechsels von der
Freistellung- zur Anrechnungsmethode nach dem DBA-Litauen zur Vermeidung einer
doppelten Nichtbesteuerung
– Änderungen der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV):
– Anpassung der Grenzen, nach denen eigenbetrieblich genutzte Grundstücksteile
steuerlich nicht als Betriebsvermögen behandelt werden müssen (§ 8 EStDV)
– Anpassung des in § 60 Absatz 1 und 3 EStDV genannten Umfangs, der der
Steuererklärung beizufügenden Unterlagen (u. a. Bilanzbestandteile)
– Möglichkeit der Rentenversicherungsträger, eine monatliche Sammelanmeldung
beim angeordneten Steuerabzug auf Renten beschränkt Steuerpflichtiger
vorzunehmen (§ 73e EStDV)
– Änderungen der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung (LStDV), durch die die
Digitale LohnSchnittstelle erweitert wird (§§ 4, 8 LStDV)
– Änderung der Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über Steuerberater,
Steuerbevollmächtigte und Berufsausübungsgesellschaften (DVStB), durch die die
vorzulegenden Dokumente beim Zulassungsantrag für die Steuerberaterprüfung
sowie beim Antrag auf Zulassung zur Eignungsprüfung angepasst werden (§§ 4, 5
DVStB)
– Änderung der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), durch die die Regelung
zur Dokumentenpauschale an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz angeglichen wird
(§ 17 StBVV)
– Änderungen der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV)
– Anpassung der §§ 61 und 61a UStDV im Zusammenhang mit den Änderungen des
§ 122a der Abgabenordnung (AO)
– Folgeänderung, die zur Aufhebung des § 66 UStDV führt
– Erweiterung des § 73 UStDV um eine elektronische Form des Abwicklungsscheins
– Änderung der Umsatzsteuerzuständigkeitsverordnung (UStZuStV) aufgrund
organisatorischer Umstrukturierungen im Saarland
– Änderungen der Erbschaftsteuer-Durchführungsverordnung (ErbStDV)
– Ausweitung der Anzeigepflichten von Grundbuchämtern gegenüber den
Erbschaftsteuerfinanzämtern bei Eigentümerwechsel aufgrund eines nach EU-Recht
im Ausland ausgestellten Erbnachweises (§ 7 ErbStDV)
– Anpassung des Musters 5 zu § 7 ErbStDV
– Einführung einer Anzeigepflicht der Nachlassgerichte in Bayern gegenüber den
Erbschaftsteuerfinanzämtern bei Erbenermittlung von Amts wegen
– Änderung des § 4 der Steueridentifikationsnummerverordnung (StIdV), mit der eine
Löschungsfrist der zu einer Person gespeicherten Daten nach § 139b Absatz 3 AO
normiert wird
– Redaktionelle Anpassungen der Fahrzeuglieferungs-Meldepflichtverordnung
(FzgLiefgMeldV)
– Änderung der Betriebsstättengewinnaufteilungsverordnung (BsGaV), mit der § 25
BsGaV an die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes angepasst wird
– Außerkrafttreten folgender Verordnungen:
– Deutsch-Luxemburgische Konsultationsvereinbarungsverordnung (KonsVer-
LUXV)
– Deutsch-Niederländische Konsultationsvereinbarungsverordnung (KonsVerN-
LDV).
Das Außerkrafttreten der Deutsch-Luxemburgischen
Konsultationsvereinbarungsverordnung (KonsVerLUXV) und der Deutsch-Niederländischen
Konsultationsvereinbarungsverordnung (KonsVerNLDV) führt zu einem Normenabbau von Regelungen, die
gegenstandslos geworden sind bzw. nicht mehr anzuwenden sind.
Der Erlass einer Verordnung zur Umsetzung der Notifizierung zur Anwendung der
Anrechnungsmethode bei bestimmten Einkünften nach dem deutsch-litauischen
Doppelbesteuerungsabkommen (Notifizierungsverordnung DBA Litauen – DBALTUNotV) dient der
Vermeidung der doppelten Nichtbesteuerung bestimmter Einkünfte aufgrund einer
Truppenverlegung nach Litauen.
C. Alternativen
Keine. Die im Einzelnen geprüften Alternativen sind aus der Tabelle im Allgemeinen Teil
der Begründung ersichtlich.
D. Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand
Der Entwurf führt allenfalls zu geringfügigen finanziellen Auswirkungen.
E. Erfüllungsaufwand
E.1 Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger
Veränderung des jährlichen Zeitaufwands (in Stunden):
Veränderung des jährlichen Sachaufwands (in Tsd. Euro): - 55,0
Einmaliger Zeitaufwand (in Stunden):
Einmaliger Sachaufwand (in Tsd. Euro):
E.2 Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft
Veränderung des jährlichen Erfüllungsaufwands (in Tsd. Euro): -8 932,0
davon Bürokratiekosten aus Informationspflichten (in Tsd. Euro): -8 932,0
Einmaliger Erfüllungsaufwand (in Tsd. Euro):
davon durch Einführung oder Anpassung digitaler Prozessabläufe (in Tsd. Euro):
davon Sonstiges (in Tsd. Euro):
Der laufende Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft unterliegt der „One in, one out“-
Regelung (Kabinettbeschluss vom 25. März 2015). Da es sich dabei im Saldo um ein
„Out“ in Höhe von rund 8 932 Tsd. Euro handelt, steht die Summe als
Kompensationsvolumen für Regelungsvorhaben des Bundesministeriums der Finanzen zur Verfügung.
E.3 Erfüllungsaufwand der Verwaltung
Veränderung des jährlichen Erfüllungsaufwands (in Tsd. Euro): -1 716,9
davon auf Bundesebene (in Tsd. Euro):
davon Sozialversicherung (in Tsd. Euro): -859,0
davon auf Landesebene (in Tsd. Euro): -857,9
Einmaliger Erfüllungsaufwand (in Tsd. Euro): 168,0
davon auf Bundesebene (in Tsd. Euro): 75,0
davon Sozialversicherung (in Tsd. Euro): 23,0
davon auf Landesebene (in Tsd. Euro): 70,0
davon auf kommunaler Ebene (in Tsd. Euro)
Hinsichtlich der weiteren Auswirkungen auf den Erfüllungsaufwand der Verwaltung wird
auf die ausführlichen Darstellungen im Allgemeinen Teil der Begründung verwiesen.
Erfüllungsaufwand für die Verwaltung in Form eines einmaligen Umstellungsaufwands für
die IT-Umsetzung in den Steuerverwaltungen der Länder entsteht für die Maßnahme
voraussichtlich in Höhe von rd. 54 T€. Dieser ist bereits in der vorstehenden Tabelle
enthalten.
F. Weitere Kosten
Der Wirtschaft, einschließlich mittelständischer Unternehmen, entstehen keine direkten
sonstigen Kosten.
Auswirkungen auf Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere auf das
Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.
Bundesrat Drucksache 626/25
05.11.25
Fz - Wi
Verordnung
der Bundesregierung
Siebte Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen
Bundesrepublik Deutschland Berlin, 5. November 2025
Der Bundeskanzler
An den
Präsidenten des Bundesrates
Herrn Bürgermeister
Dr. Andreas Bovenschulte
Sehr geehrter Herr Bundesratspräsident,
hiermit übersende ich die von der Bundesregierung beschlossene
Siebte Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen
mit Begründung und Vorblatt.
Ich bitte, die Zustimmung des Bundesrates aufgrund des Artikels 80 Absatz 2 des
Grundgesetzes herbeizuführen.
Federführend ist das Bundesministerium der Finanzen.
Mit freundlichen Grüßen
Friedrich Merz
Siebte Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen
Vom ...
Die Bundesregierung verordnet aufgrund
– des § 41 Absatz 1 Satz 7 und des § 51 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe a, b und e des
Einkommensteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. Oktober 2009
(BGBl. I S. 3366, 3862), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 14. Juli 2025
(BGBl. 2025 I Nr. 161) geändert worden ist,
– des § 139d Nummer 3 der Abgabenordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom
23. Januar 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 24),
– des § 36 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe e des Erbschaftsteuer- und
Schenkungsteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 27. Februar 1997 (BGBl. I
S. 378), das zuletzt durch Artikel 34 des Gesetzes vom 2. Dezember 2024 (BGBl. 2024
I Nr. 387) geändert worden ist, sowie
– des § 158 Nummer 1 Buchstabe a des Steuerberatungsgesetzes in der Fassung der
Bekanntmachung vom 4. November 1975 (BGBl. I S. 2735), das zuletzt durch
Artikel 32 des Gesetzes vom 23. Oktober 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 323) geändert worden
ist, nach Anhörung der Bundessteuerberaterkammer,
und
das Bundesministerium der Finanzen verordnet aufgrund
– des § 2 Absatz 2, 3 Nummer 1 und des § 21 Absatz 1 Satz 2 der Abgabenordnung,
– des § 18 Absatz 9 Satz 1, des § 22 Absatz 6 Nummer 1 und des § 26 Absatz 5
Nummer 2 des Umsatzsteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 21.
Februar 2005 (BGBl. I S. 386), das zuletzt durch Artikel 27 des Gesetzes vom 2. Dezember
2024 (BGBl. 2024 I Nr. 387) geändert worden ist,
– des § 1 Absatz 6 des Außensteuergesetz vom 8. September 1972 (BGBl. I S. 1713),
das zuletzt durch Artikel 14 des Gesetzes vom 2. Dezember 2024 (BGBl. 2024 I
Nr. 387) geändert worden ist,
– des § 64 Absatz 1 des Steuerberatungsgesetzes, nach Anhörung der
Bundessteuerberaterkammer:
Inhaltsübersicht
Artikel 1 Verordnung zur Umsetzung der Notifizierung zur Anwendung der
Anrechnungsmethode bei bestimmten Einkünften nach dem deutsch-litauischen
Doppelbesteuerungsabkommen (Notifizierungsverordnung DBA Litauen – DBAL-
TUNotV)
Artikel 2 Änderung der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung
Artikel 3 Änderung der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung
Artikel 4 Änderung der Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über
Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Berufsausübungsgesellschaften
Artikel 5 Änderung der Steuerberatervergütungsverordnung
Artikel 6 Änderung der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung
Artikel 7 Weitere Änderung der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung
Artikel 8 Änderung der Umsatzsteuerzuständigkeitsverordnung
Artikel 9 Änderung der Erbschaftsteuer-Durchführungsverordnung
Artikel 10 Änderung der Steueridentifikationsnummerverordnung
Artikel 11 Änderung der Fahrzeuglieferungs-Meldepflichtverordnung
Artikel 12 Änderung der Betriebsstättengewinnaufteilungsverordnung
Artikel 13 Änderung der Deutsch-Luxemburgischen
Konsultationsvereinbarungsverordnung
Artikel 14 Änderung der Deutsch-Niederländischen
Konsultationsvereinbarungsverordnung
Artikel 15 Inkrafttreten
Anhang Muster 5 (zu § 7 ErbStDV)
Artikel 1
Verordnung zur Umsetzung der Notifizierung zur Anwendung der
Anrechnungsmethode bei bestimmten Einkünften nach dem
deutsch-litauischen Doppelbesteuerungsabkommen
(Notifizierungsverordnung DBA Litauen – DBALTUNotV)
§ 1
Abkommen
Abkommen im Sinn dieser Verordnung ist das Abkommen vom 22. Juli 1997 zwischen
der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Litauen zur Vermeidung der
Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (BGBl. 1998
II S. 1572), in der jeweils geltenden Fassung.
§ 2
Vermeidung der Doppelbesteuerung
Aufgrund der auf diplomatischem Weg erfolgten Notifizierung gemäß Nummer 7
Buchstabe b Doppelbuchstabe bb des Protokolls zu Artikel 23 des Abkommens wird bei einer
nach Artikel 4 des Abkommens in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Person die
Doppelbesteuerung bei Einkünften aus unselbständiger Arbeit nach Artikel 15 des
Abkommens wie folgt vermieden: Einkünfte, die nach dem Abkommen grundsätzlich in der
Republik Litauen besteuert werden könnten, aber aufgrund des Abkommens zwischen der
Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Litauen über die
Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich vom 13. September 2024 tatsächlich nicht in der
Republik Litauen besteuert werden können, werden nicht nach Artikel 23 Absatz 1
Buchstabe a des Abkommens von der deutschen Steuer ausgenommen. In diesen Fällen
vermeidet die Bundesrepublik Deutschland die Doppelbesteuerung durch Steueranrechnung
entsprechend Artikel 23 Absatz 1 Buchstabe b des Abkommens.
§ 3
Anwendung
Diese Verordnung ist erstmals auf Steuern anzuwenden, die für Zeiträume ab 1. Januar
2026 erhoben werden
Artikel 2
Änderung der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung
Die Einkommensteuer-Durchführungsverordnung in der Fassung der
Bekanntmachung vom 10. Mai 2000 (BGBl. I S. 717), die zuletzt durch Artikel 7 des Gesetzes vom 2.
Dezember 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 387) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 8 wird durch den folgenden § 8 ersetzt:
„§ 8
Eigenbetrieblich genutzte Grundstücke von untergeordnetem Wert
Eigenbetrieblich genutzte Grundstücksteile brauchen nicht als Betriebsvermögen
behandelt zu werden, wenn ihre Größe nicht mehr als 30 Quadratmeter oder ihr Wert
nicht mehr als 40 000 Euro beträgt. In diesem Fall dürfen Aufwendungen, die mit dem
Grundstücksteil im Zusammenhang stehen, nicht abgezogen werden.“
2. § 60 wird wie folgt geändert:
a) Absatz 1 wird durch den folgenden Absatz 1 ersetzt:
„(1) Der Steuererklärung ist eine Abschrift der Bilanz, der Gewinn- und
Verlustrechnung jeweils einschließlich der unverdichteten Kontennachweise mit
Kontensalden sowie der Anlagenspiegel und das diesem zugrundeliegende
Anlagenverzeichnis, im Fall der Eröffnung des Betriebs auch eine Abschrift der
Eröffnungsbilanz beizufügen, wenn der Gewinn nach § 4 Absatz 1, den §§ 5 oder 5a des
Einkommensteuergesetzes ermittelt und auf eine elektronische Übermittlung nach
§ 5b Absatz 2 des Einkommensteuergesetzes verzichtet wird. Dies gilt auch für
solche Bilanzen, die für andere steuerliche Zwecke zu erstellen sind.“
b) Absatz 3 Satz 1 wird durch den folgenden Satz ersetzt:
„Liegt ein Anhang, ein Lagebericht, ein Prüfungsbericht oder ein Verzeichnis nach
§ 5 Absatz 1 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes vor, so ist eine Abschrift der
Steuererklärung beizufügen.“
3. § 73e Satz 7 wird wie folgt geändert:
a) In Nummer 1 wird die Angabe „hat, und“ durch die Angabe „hat,“ ersetzt.
b) In Nummer 2 wird die Angabe „ist.“ durch die Angabe „ist, und“ ersetzt.
c) Nach Nummer 2 wird die folgende Nummer 3 eingefügt:
„3. der Schuldner bei Anordnung des Steuerabzugs für Einkünfte im Sinne des
§ 49 Absatz 1 Nummer 7 und 10 des Einkommensteuergesetzes berechtigt
ist, ohne die Angaben im Sinne des Satzes 2 die Höhe der Steuerabzüge für
mehrere Gläubiger in einer Summe anzumelden (Sammelanmeldung).“
4. § 84 wird wie folgt geändert:
a) Nach Absatz 1c wird der folgender Absatz 1d eingefügt:
„(1d) § 8 Satz 1 in der am … [einsetzen: Datum des Tages nach der
Verkündung der vorliegenden Verordnung] geltenden Fassung ist in allen offenen Fällen
anzuwenden. § 8 Satz 2 in der am … [einsetzen: Datum des Tages nach der
Verkündung der vorliegenden Verordnung] geltenden Fassung ist erstmals für
Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2025 beginnen.“
b) Nach Absatz 3e wird der folgende Absatz 3f eingefügt:
„(3f) § 60 Absatz 1 Satz 1 in der am … [einsetzen: Datum des Tages nach der
Verkündung der vorliegenden Verordnung] geltenden Fassung ist, soweit er sich
auf die Übermittlung des Anlagenverzeichnisses bezieht, erstmals auf
Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2027 beginnen.“
c) Die bisherigen Absätze 3f bis 3j werden zu den Absätzen 3g bis 3k.
Artikel 3
Änderung der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung
Die Lohnsteuer-Durchführungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom
10. Oktober 1989 (BGBl. I S. 1848), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 25. Juni
2020 (BGBl. I S. 1495) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 4 Absatz 2a wird durch den folgenden Absatz 2a ersetzt:
„(2a) Der Arbeitgeber hat die nach den Absätzen 1 und 2, die nach § 41 des
Einkommensteuergesetzes aufzuzeichnenden Daten sowie die hierfür mittels Vor- und
Nebensystemen ermittelten und verwendeten Daten der Finanzbehörde nach einer
amtlich vorgeschriebenen einheitlichen Form über eine digitale Schnittstelle
elektronisch bereitzustellen. Die Übermittlung der Daten für dieselbe Betriebsstätte hat
zusammengefasst in einem Datenbestand je Haupt-, Vor- und Nebensystem zu erfolgen.
Auf Antrag des Arbeitgebers kann das Betriebsstättenfinanzamt zur Vermeidung
unbilliger Härten zulassen, dass der Arbeitgeber die Daten in anderer auswertbarer Form
bereitstellt.“
2. § 8 Absatz 3 wird durch den folgenden Absatz 3 ersetzt:
„(3) § 4 Absatz 2a in der am 31. Dezember 2024 geltenden Fassung ist für die ab
1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2026 im Lohnkonto aufzuzeichnenden Daten
anzuwenden. § 4 Absatz 2a in der am … [einsetzen: Datum des Tages nach der
Verkündung der vorliegenden Verordnung] geltenden Fassung ist für die ab dem 1. Januar
2027 im Lohnkonto aufzuzeichnenden Daten anzuwenden.“
Artikel 4
Änderung der Verordnung zur Durchführung der Vorschriften
über Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und
Berufsausübungsgesellschaften
Die Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über Steuerberater,
Steuerbevollmächtigte und Berufsausübungsgesellschaften vom 12. November 1979 (BGBl. I S. 1922),
die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 20. Dezember 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 443)
geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 4 Absatz 3 wird wie folgt geändert:
a) In Nummer 3 wird das Komma am Ende durch einen Punkt ersetzt.
b) Nummer 4 wird gestrichen.
2. § 5 wird durch den folgenden § 5 ersetzt:
„§ 5
Sonstige Nachweise
(1) Einem Antrag auf Zulassung zur Steuerberaterprüfung in verkürzter Form ist
eine Bescheinigung der nach den Vorschriften der Wirtschaftsprüferordnung
zuständigen Stelle darüber beizufügen, dass der Bewerber Wirtschaftsprüfer oder vereidigter
Buchprüfer ist oder die Prüfung als Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer
bestanden hat.
(2) Einem Antrag auf Zulassung zur Eignungsprüfung ist zusätzlich zu den in § 4
Absatz 3 Nummer 1 und 2 genannten Unterlagen beizufügen:
1. ein Befähigungs- oder Ausbildungsnachweis im Sinne des § 37a Absatz 3 Satz 1
und 2 des Steuerberatungsgesetzes oder ein gleichgestellter Nachweis im Sinne
des § 37a Absatz 3 Satz 3 und 4 des Steuerberatungsgesetzes,
2. sofern die Hilfeleistung in Steuersachen im Herkunftsstaat nicht reglementiert ist
und soweit nach § 37a Absatz 3 Satz 5 bis 7 des Steuerberatungsgesetzes
erforderlich, ein Nachweis, dass der Bewerber auf die Ausübung des Berufs vorbereitet
wurde und in den vorhergehenden zehn Jahren mindestens ein Jahr in einem
Umfang von sechzehn Wochenstunden steuerberatend tätig war,
3. ein Nachweis im Sinne des § 37a Absatz 4 Satz 5 und 6 des
Steuerberatungsgesetzes über die erlangten Kenntnisse in den Prüfungsgebieten, die entfallen sollen.
(3) Die beizufügenden Unterlagen sind in deutscher oder englischer Sprache
einzureichen. Eine beglaubigte deutsche Übersetzung kann im begründeten Einzelfall
angefordert werden.“
Artikel 5
Änderung der Steuerberatervergütungsverordnung
Die Steuerberatervergütungsverordnung vom 17. Dezember 1981 (BGBl. I S. 1442),
die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 31. März 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 105)
geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
§ 17 Absatz 1 wird durch den folgenden Absatz 1 ersetzt:
„(1) Der Steuerberater erhält eine Dokumentenpauschale
1. für Kopien und Ausdrucke
a) aus Behörden- und Gerichtsakten, soweit deren Herstellung zur sachgerechten
Bearbeitung der Angelegenheit geboten war,
b) zur Mitteilung an Gegner oder Beteiligte und Verfahrensbevollmächtigte aufgrund
einer Rechtsvorschrift oder nach Aufforderung durch das Gericht, die Behörde
oder die sonst das Verfahren führende Stelle, soweit hierfür mehr als 100 Seiten zu
fertigen waren,
c) zur notwendigen Unterrichtung des Auftraggebers, soweit hierfür mehr als 100
Seiten zu fertigen waren,
d) in sonstigen Fällen nur, wenn sie im Einverständnis mit dem Auftraggeber, auch
zur Unterrichtung Dritter, angefertigt worden sind und
2. für die Überlassung von elektronischen Dateien oder deren Bereitstellung zum Abruf
anstelle der in Nummer 1 Buchstabe d genannten Kopien und Ausdrucke.
Eine Übermittlung durch den Steuerberater per Telefax steht der Herstellung einer Kopie
gleich.“
Artikel 6
Änderung der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung
Die Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung
vom 21. Februar 2005 (BGBl. I S. 434), die zuletzt durch Artikel 30 des Gesetzes vom 2.
Dezember 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 387) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 66 wird gestrichen.
2. § 73 Absatz 1 Nummer 1 wird durch die folgende Nummer 1 ersetzt:
„1. bei Lieferungen und sonstigen Leistungen, die von einer amtlichen
Beschaffungsstelle in Auftrag gegeben worden sind, durch eine Bescheinigung der amtlichen
Beschaffungsstelle nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck oder eine
elektronische Version des Vordrucks (Abwicklungsschein);“.
Artikel 7
Weitere Änderung der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung
Die Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung die zuletzt durch Artikel 6 dieser
Verordnung geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 61 Absatz 4 wird durch den folgenden Absatz 4 ersetzt:
„(4) Der Bescheid über die Vergütung von Vorsteuerbeträgen kann durch
Bereitstellung zum Datenabruf nach § 122a in Verbindung mit § 87a Absatz 8 der
Abgabenordnung bekannt gegeben werden. Hat der Empfänger des Bescheids eine einmalige
oder dauerhafte postalische Bekanntgabe nach § 122 Absatz 2 der Abgabenordnung
beantragt, ist der Bescheid, bis zum Widerruf des Antrags, schriftlich zu erteilen.“
2. § 61a wird wie folgt geändert:
a) Nach Absatz 1 Satz 3 werden die folgenden Sätze eingefügt:
„Der Bescheid über die Vergütung von Vorsteuerbeträgen ist durch Bereitstellung
zum Datenabruf nach § 122a in Verbindung mit § 87a Absatz 8 der
Abgabenordnung bekannt zu geben. Abweichend von § 122a Absatz 2 der Abgabenordnung
kann das Bundeszentralamt für Steuern nur zur Vermeidung von unbilligen Härten
einem Antrag auf einmalige postalischer Bekanntgabe nach § 122a Absatz 2 der
Abgabenordnung entsprechen und den Bescheid, bis zum Widerruf des Antrags,
postalisch bekannt geben.“
b) Absatz 2 wird wie folgt geändert:
aa) Satz 3 wird durch den folgenden Satz ersetzt:
„In dem Antrag sind die Vorsteuerbeträge, deren Vergütung beantragt wird, im
Einzelnen aufzuführen (Einzelaufstellung).“
bb) Nach Satz 3 werden die folgenden Sätze eingefügt:
„Die Vorsteuerbeträge sind
1. durch Hochladen der Rechnungen und Einfuhrbelege im Online-Portal
des Bundeszentralamts für Steuern oder
2. in Ausnahmefällen durch Vorlage der Rechnungen und Einfuhrbelege auf
einem Speichermedium
nachzuweisen, wenn der Gesamtbetrag der Rechnung oder des
Einfuhrbeleges 250 Euro übersteigt. Das Bundeszentralamt für Steuern kann verlangen,
dass die Vorsteuerbeträge durch Vorlage von Rechnungen und
Einfuhrbelegen im Original nachgewiesen werden. In diesem Fall gilt der in Satz 4
genannte Schwellenwert nicht.“
Artikel 8
Änderung der Umsatzsteuerzuständigkeitsverordnung
Die Umsatzsteuerzuständigkeitsverordnung vom 20. Dezember 2001 (BGBl. I S. 3794,
3814), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 24. November 2023 (BGBl. 2023 I
Nr. 332) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
In § 1 Absatz 1 Satz 1 Nummer 15 wird die Angabe „Saarbrücken Am Stadtgraben“ durch
die Angabe „Saarbrücken I“ ersetzt.
Artikel 9
Änderung der Erbschaftsteuer-Durchführungsverordnung
Die Erbschaftsteuer-Durchführungsverordnung vom 8. September 1998 (BGBl. I
S. 2658), die zuletzt durch Artikel 6 der Verordnung vom 19. Dezember 2022 (BGBl. I
S. 2432) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 7 wird wie folgt geändert:
a) Absatz 1 wird wie folgt geändert:
aa) Satz 1 Nummer 5 und 6 wird durch die folgenden Nummern 5 bis 7 ersetzt:
„5. Beschlüsse über die Einleitung oder Aufhebung einer Nachlasspfleg–
schaft oder Nachlassverwaltung,
6. beurkundete Vereinbarungen über die Abwicklung von
Erbauseinandersetzungen,
7. Eintragungsbekanntmachungen nach § 55 der Grundbuchordnung,
wenn aufgrund eines von einer ausländischen Stelle erteilten
Europäischen Nachlasszeugnisses eine Eigentumsumschreibung im Grundbuch
erfolgt; eine beglaubigte Abschrift des Europäischen
Nachlasszeugnisses ist beizufügen.“
bb) Die Sätze 2 bis 4 werden durch die folgenden Sätze ersetzt:
„Erfolgt die Ermittlung der Erben von Amts wegen, so ist das Ergebnis mit
einem Vordruck nach Muster 5 mitzuteilen. Eine elektronische Übermittlung
der Anzeige nach Satz 1 oder 2 ist ausgeschlossen. Die Anzeige hat
unverzüglich nach dem auslösenden Ereignis zu erfolgen. Auf der Urschrift der
Dokumente nach Satz 1 ist zu vermerken, wann und an welches Finanzamt die
beglaubigte Abschrift übersandt worden ist.“
b) In Absatz 2 in der Angabe vor Nummer 1 wird die Angabe „Mitteilung“ durch die
Angabe „Anzeige“ ersetzt.
c) Absatz 3 wird wie folgt geändert:
aa) Nummer 1 wird durch die folgende Nummer 1 ersetzt:
„1. den Familienstand des Erblassers,“.
bb) In Nummer 3 wird die Angabe „die Anschriften und die
Identifikationsnummern“ durch die Angabe „die Anschriften, die Identifikationsnummern und die
Geburtstage“ ersetzt.
d) In Absatz 4 in der Angabe vor Nummer 1 wird die Angabe „in Absatz 1 erwähnten
Abschriften und die Erstattung der dort“ durch die Angabe „beglaubigten
Abschriften nach Absatz 1 Satz 1 und die Erstattung der in Absatz 1“ ersetzt.
e) In Absatz 5 wird die Angabe „Nachlaßgerichtes“ durch die Angabe
„Nachlassgerichts“ ersetzt.
2. Das Muster 5 (zu § 7 ErbStDV) wird durch das als Anhang zu dieser Verordnung
ersichtliche Muster 5 (zu § 7 ErbStDV) ersetzt.
Artikel 10
Änderung der Steueridentifikationsnummerverordnung
Die Steueridentifikationsnummerverordnung vom 28. November 2006 (BGBl. I
S. 2726), die zuletzt durch Artikel 5 der Verordnung vom 19. Dezember 2022 (BGBl. I
S. 2432) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
§ 4 wird durch den folgenden § 4 ersetzt:
„§ 4
Löschungsfrist
Die beim Bundeszentralamt für Steuern nach § 139b Absatz 3 und 3a der
Abgabenordnung gespeicherten Daten sind 20 Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres zu löschen, in
dem die natürliche Person, der die Identifikationsnummer erteilt wurde, verstorben ist.
Wurde eine Identifikationsnummer in einem Besteuerungs- oder Verwaltungsverfahren zu
Unrecht vergeben, sind die zu ihr nach § 139b Absatz 3 und 3a der Abgabenordnung
gespeicherten Daten unverzüglich zu löschen.“
Artikel 11
Änderung der Fahrzeuglieferungs-Meldepflichtverordnung
Die Fahrzeuglieferungs-Meldepflichtverordnung vom 18. März 2009 (BGBl. I S. 630),
die durch Artikel 21 Absatz 3 des Gesetzes vom 18. Juli 2016 (BGBl. I S. 1679) geändert
worden ist, wird wie folgt geändert:
1. In § 1 Absatz 2 Nummer 1 wird die Angabe „nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz
durch Datenfernübertragung“ durch die Angabe „nach amtlich vorgeschriebenem
Datensatz über die amtlich bestimmte Schnittstelle“ ersetzt.
2. In § 4 wird die Angabe „§ 26a Abs. 1 Nr. 6“ durch die Angabe „§ 26a Absatz 2
Nummer 6“ ersetzt.
Artikel 12
Änderung der Betriebsstättengewinnaufteilungsverordnung
Die Betriebsstättengewinnaufteilungsverordnung vom 13. Oktober 2014 (BGBl. I
S. 1603), die zuletzt durch Artikel 8 Absatz 4 des Gesetzes vom 20. Dezember 2022
(BGBl. I S. 2730) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
§ 25 wird wie folgt geändert:
1. Absatz 1 Satz 1 wird durch den folgenden Satz ersetzt:
„Zur Bestimmung des Dotationskapitals inländischer Versicherungsbetriebsstätten
ausländischer Versicherungsunternehmen ist der Versicherungsbetriebsstätte in
einem ersten Schritt ein Anteil an den Vermögenswerten des ausländischen
Versicherungsunternehmens zuzuordnen, die der Bedeckung der versicherungstechnischen
Rückstellungen, des Eigenkapitals und der aus Versicherungsverhältnissen
entstandenen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten des ausländischen
Versicherungsunternehmens dienen.“
2. Absatz 3 Satz 2 wird gestrichen.
3. Absatz 4 wird durch den folgenden Absatz 4 ersetzt:
„(4) Ungeachtet der Absätze 1 bis 3 hat die inländische
Versicherungsbetriebsstätte mindestens ein Dotationskapital auszuweisen, das sie nach
versicherungsaufsichtsrechtlichen Grundsätzen als Eigenkapital ausweisen müsste, wenn sie ein
rechtlich selbständiges Versicherungsunternehmen wäre. Als Mindestkapital gilt die
Mindestkapitalanforderung nach der Kapitalausstattungs-Verordnung
(Mindestkapitalausstattungsmethode für Versicherungsbetriebsstätten). Wird die
Mindestkapitalausstattungsmethode für Versicherungsbetriebsstätten angewandt, ist das Dotationskapital
um 20 Prozent der Mindestkapitalanforderung zu erhöhen, es sei denn, ein geringerer
Zuschlag führt zu einem Ergebnis der Versicherungsbetriebsstätte, das dem
Fremdvergleichsgrundsatz besser entspricht.“
4. Absatz 5 wird durch den folgenden Absatz 5 ersetzt:
„(5) Sofern das in der inländischen Handelsbilanz der inländischen
Versicherungsbetriebsstätte tatsächlich ausgewiesene Kapital den nach den Absätzen 1 bis 4
ermittelten Betrag übersteigt, ist dieses als Dotationskapital zuzuordnen.“
5. Nach Absatz 5 werden die folgenden Absätze 6 und 7 eingefügt:
„(6) § 12 Absatz 6 ist mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Höhe des
zuzuordnenden Dotationskapitals auch anzupassen ist, soweit dies das inländische
Versicherungsaufsichtsrecht erfordert. Im Übrigen gilt § 12 sinngemäß.
(7) Weicht das Dotationskapital, das einer inländischen
Versicherungsbetriebsstätte vom ausländischen Versicherungsunternehmen zugeordnet wurde, von dem
Dotationskapital ab, das nach den Absätzen 1 bis 6 zuzuordnen ist, so sind die
zugeordneten Vermögenswerte um den Unterschiedsbetrag anzupassen.“
Artikel 13
Änderung der Deutsch-Luxemburgischen
Konsultationsvereinbarungsverordnung
Die Deutsch-Luxemburgische Konsultationsvereinbarungsverordnung vom 9. Juli 2012
(BGBl. I S. 1484), die durch Artikel 4 der Verordnung vom 22. Dezember 2014 (BGBl. I
S. 2392) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
§ 12 wird durch den folgenden § 12 ersetzt:
„§ 12
Außerkrafttreten
Diese Verordnung tritt am … [einsetzen: Datum des Tages nach der Verkündung dieser
Verordnung] außer Kraft.“
Artikel 14
Änderung der Deutsch-Niederländischen
Konsultationsvereinbarungsverordnung
Die Deutsch-Niederländische Konsultationsvereinbarungsverordnung vom 20.
Dezember 2010 (BGBl. I S. 2183) wird wie folgt geändert:
§ 9 wird durch den folgenden § 9 ersetzt:
„§ 9
Außerkrafttreten
Diese Verordnung tritt am … [einsetzen: Datum des Tages nach der Verkündung dieser
Verordnung] außer Kraft.“
Artikel 15
Inkrafttreten
(1) Diese Verordnung tritt vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 am … [einsetzen: Datum
des Tages nach der Verkündung dieser Verordnung] in Kraft.
(2) Die Artikel 4 und 5 treten am … [einsetzen: Datum des ersten Tages des auf die
Verkündung folgenden Kalendervierteljahres] in Kraft.
(3) Artikel 7 tritt am 1. Januar 2026 in Kraft.
Der Bundesrat hat zugestimmt.
Anhang
Muster 5
(zu § 7 ErbStDV)
Amtsgericht/Notariat
Erbschaftsteuer
An das
Finanzamt
– Erbschaftsteuerstelle –
Die beigefügte … beglaubigte … Abschrift … /Ablichtung …/ Anlage wird /werden mit
folgenden Bemerkungen übersandt:
Erblasser
Name, Vorname,
Identifikationsnummer
Geburtstag
letzte Anschrift
Familienstand
Güterstand (bei Verheirateten
oder bei Lebenspartnern)
Todestag und Sterbeort
Standesamt und Sterberegister-Nr.
............... ............... ...............
..............................
..............................
..............................
..............................
..............................
..............................
..............................
..............................
..............................
..............................
..............................
...............
Testament/Erbvertrag vom
Tag der Eröffnung
Die Gebühr für die
Errichtung Verwahrung
Grund der Übersendung
Eröffnung einer □ Verfügung von Todes wegen *
Erteilung eines □ Erbscheins * □ Europäischen
Nachlasszeugnisses *
□ Testaments-
Erteilung eines
Erbscheins
vollstreckerzeugnisses *
□ Zeugnisses über die
Fortsetzung von
Gütergemeinschaften *
EUR
ist berechnet nach dem Wert von EUR EUR
Beurkundung □ Erbauseinandersetzung *
einer
□ Einleitung oder Aufhebung
einer Nachlasspflegschaft *
Beschluss über
die
...............
...............
...............
............... ...............
...............
□ Einleitung oder Aufhebung
einer Nachlassverwaltung *
Eigentumsumschreibung im
Grundbuch
□ aufgrund eines Europäischen Nachlasszeugnisses einer ausländischen
Stelle *
Erbenermittlung □ von Amts wegen*.
Die Namen, die Geburtstage und Anschriften der Beteiligten und das persönliche Verhältnis
(Verwandtschaftsverhältnis, Ehegatte oder Lebenspartner) zum Erblasser sowie
Veränderungen in der Person der Erben, Vermächtnisnehmer, Testamentsvollstrecker usw. (durch Tod,
Eintritt eines Ersatzerben, Ausschlagung, Amtsniederlegung des Testamentsvollstreckers und
dergleichen) und Änderungen in den Verhältnissen dieser Personen (Namens-, Berufs-,
Anschriftenänderungen und dergleichen)
□ ergeben sich aus der beiliegenden Abschrift der Eröffnungsverhandlung. *
□ sind auf einem gesonderten Blatt angegeben. *
□ Zur Höhe und Zusammensetzung des Nachlasses ist dem Gericht/Notariat folgendes
bekanntgeworden: *
□ Ein Verzeichnis der Nachlassgegenstände ist beigefügt. *
□ Zum Wert des Grundstücks ist dem Grundbuchamt folgendes bekanntgeworden: *
* Zutreffendes ist anzukreuzen
Ort, Datum Unterschrift
Begründung
A. Allgemeiner Teil
I. Zielsetzung und Notwendigkeit der Regelungen
Seit dem Erlass der Sechsten Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen vom
19. Dezember 2022 (BGBl. I S. 2432) hat sich in mehreren Bereichen des deutschen
Steuerrechts fachlich notwendiger Anpassungsbedarf ergeben. Die vorliegende Verordnung
greift diesen Bedarf zusammenfassend auf.
II. Wesentlicher Inhalt des Entwurfs
Es werden mehrere Verordnungen geändert. Dies geschieht zur Verfahrenserleichterung
in einer Mantelverordnung. Folgende Änderungen sind enthalten:
– Erlass einer Rechtsverordnung zur Umsetzung der Notifizierung des Wechsels von der
Freistellung- zur Anrechnungsmethode nach dem DBA-Litauen zur Vermeidung einer
doppelten Nichtbesteuerung
– Änderungen der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV):
– Anpassung der Grenzen, nach denen eigenbetrieblich genutzte Grundstücksteile
steuerlich nicht als Betriebsvermögen behandelt werden müssen (§ 8 EStDV)
– Anpassung des in § 60 Absatz 1 und 3 EStDV genannten Umfangs, der der
Steuererklärung beizufügenden Unterlagen (u. a. Bilanzbestandteile)
– Möglichkeit der Rentenversicherungsträger, eine monatliche Sammelanmeldung
beim angeordneten Steuerabzug auf Renten beschränkt Steuerpflichtiger
vorzunehmen (§ 73e EStDV)
– Änderungen der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung (LStDV), durch die die Digitale
LohnSchnittstelle erweitert wird (§§ 4, 8 LStDV)
– Änderung der Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über Steuerberater,
Steuerbevollmächtigte und Berufsausübungsgesellschaften (DVStB), durch die die
vorzulegenden Dokumente beim Zulassungsantrag für die Steuerberaterprüfung sowie beim
Antrag auf Zulassung zur Eignungsprüfung angepasst werden (§§ 4, 5 DVStB)
– Änderung der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), durch die die Regelung
zur Dokumentenpauschale an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz angeglichen wird
(§ 17 StBVV)
– Änderungen der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV)
– Anpassung der §§ 61 und 61a UStDV im Zusammenhang mit den Änderungen des
§ 122a der Abgabenordnung (AO)
– Folgeänderung, die zur Aufhebung des § 66 UStDV führt
– Erweiterung des § 73 UStDV um eine elektronische Form des Abwicklungsscheins
– Änderung der Umsatzsteuerzuständigkeitsverordnung (UStZuStV) aufgrund
organisatorischer Umstrukturierungen im Saarland
– Änderungen der Erbschaftsteuer-Durchführungsverordnung (ErbStDV)
– Ausweitung der Anzeigepflichten von Grundbuchämtern gegenüber den
Erbschaftsteuerfinanzämtern bei Eigentümerwechsel aufgrund eines nach EU-Recht
im Ausland ausgestellten Erbnachweises (§ 7 ErbStDV)
– Anpassung des Musters 5 zu § 7 ErbStDV
– Einführung einer Anzeigepflicht der Nachlassgerichte in Bayern gegenüber den
Erbschaftsteuerfinanzämtern bei Erbenermittlung von Amts wegen
– Änderung des § 4 der Steueridentifikationsnummerverordnung (StIdV), mit der eine
Löschungsfrist der zu einer Person gespeicherten Daten nach § 139b Absatz 3 AO
normiert wird
– Redaktionelle Anpassungen der Fahrzeuglieferungs-Meldepflichtverordnung
(FzgLiefgMeldV)
– Änderung der Betriebsstättengewinnaufteilungsverordnung (BsGaV), mit der § 25
BsGaV an die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes angepasst wird
– Außerkrafttreten folgender Verordnungen:
– Deutsch-Luxemburgische Konsultationsvereinbarungsverordnung (KonsVer-
LUXV)
– Deutsch-Niederländische Konsultationsvereinbarungsverordnung (KonsVerN-
LDV)
III. Exekutiver Fußabdruck
Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter sowie beauftragte Dritte haben nicht
wesentlich zum Inhalt des Verordnungsentwurfs beigetragen (§ 43 Absatz 1 Nummer 13
GGO).
IV. Alternativen
Keine. Die im Einzelnen geprüften Alternativen sind aus der nachstehenden Tabelle
ersichtlich.
Vorschriften
Geprüfte Alternativen Begründung
§ 8 EStDV Ersatzlose Streichung des § 8 geprüfte alternative Regelungsmöglichkei-
EStDV ten sind jeweils mit teilweise erheblichem
administrativen Aufwand für die Finanzver-
Anhebung der absoluten
Wertgrenze (z. Bsp. Verdopplung;
Anwaltung und Steuerpflichtigen verbunden
passung an die aktuellen Markt- bisher zulässigerweise nicht als
Betriebsverhältnisse) und ggf. Streichung vermögen behandelte Grundstücksteile
des Betriebsausgabenabzugs (R müssten bewertet werden
4.7 Absatz 2 Satz 4 EStR), d. h.
ein Abzug der mit dem Grund- eine solche sachgerechte Überprüfung der
stücksteil in Zusammenhang ste- Werte ist weder vom Innendienst noch von
henden Aufwendungen ist vorbe- den Betriebsprüfungsstellen ohne weiteres
haltlich des § 4 Absatz 5 Satz 1 möglich
Vorschriften
Geprüfte Alternativen Begründung
Nummer 6b EStG als
Betriebsausgaben nur noch zugelassen,
wenn § 8 EStDV nicht angewandt
wird
systematische Neuausrichtung
(Ersatz der bisherigen
betragsmäßigen Wertgrenze durch eine
eindeutig feststellbare statische
Grenze - z. Bsp. maximale
Quadratmeterzahl)
unveränderte Beibehaltung des
§ 8 EStDV
für eine solche Überprüfung müsste die
Bewertungsstelle oder ggf.
Bausachverständige hinzugezogen werden
Aufwand und Nutzen (es ist nur mit
geringen steuerlichen Auswirkungen zu
rechnen) stehen in keinem Verhältnis
§ 4
Absatz 2a,
§ 8
Absatz 3
LStDV
Alternativ können die bisherigen
Verhältnisse beibehalten werden. Bestehende
Rechtsunklarheiten werden nicht beseitigt
und die notwendige Mitwirkung der
Arbeitgeber wird nicht verringert.
Die Anpassung dient zum einen der Rechtsklarheit
und entlastet zum anderen durch die Vermeidung
von Nachfragen und Fehlerübertragungen sowohl
die Finanzverwaltung als auch die betroffenen
Unternehmen und ist damit vorzugswürdig.
§ 73
Abssatz 1
Nummer 1
UStDV
Keine Anpassung des § 73 Absatz 1
Nummer 1 UStDV
Als Folge würde ausschließlich die
Nutzung des amtlich vorgeschriebenen
Vordrucks in Papierform möglich sein und den
zunehmenden
Digitalisierungsmöglichkeiten nicht Rechnung getragen werden.
Die Anpassung dient der Digitalisierung.
§ 7
ErbStDV
Beibehaltung der bisherigen Regelungen. Durch die Änderung wird die Sicherung des
Steueraufkommens besser erreicht als durch die
Alternative.
V. Regelungskompetenz
Die Ermächtigungsgrundlagen ergeben sich für die Änderungen
– der Notifizierungsverordnung DBA Litauen aus § 2 Absatz 3 Nummer 1 AO
– der EStDV aus § 51 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe a, b und e EStG
– der LStDV aus § 41 Absatz 1 Satz 7 EStG
– der DVStB aus § 158 Nummer 1 Buchstabe a StBerG
– der StBVV aus § 64 Absatz 1 StBerG
– der UStDV aus § 18 Absatz 9 Satz 1 UStG, aus § 22 Absatz 6 Nummer 1 UStG und
aus § 26 Absatz 5 Nummer 2 UStG
– der UStZustV aus § 21 Absatz 1 AO
– der ErbStDV aus § 36 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe e ErbStG
– der StIDV aus § 139d AO
– der FzgLiefgMeldV aus § 18c UStG
– der BsGaV aus § 1 Absatz 6 AStG
– KonsVerLUXV und KonsVerNLDV aus § 2 Absatz 2 Satz 1 AO, Artikel 97 § 1 Absatz 9
Satz 2 EGAO
VI. Vereinbarkeit mit dem Recht der Europäischen Union und völkerrechtlichen
Verträgen
Unvereinbarkeiten mit höherrangigem Recht sind nicht zu erkennen.
VII. Regelungsfolgen
Auf die entsprechenden Ausführungen zum Erfüllungsaufwand wird verwiesen
1. Rechts- und Verwaltungsvereinfachung
Die Anpassung der Grenzen, nach denen eigenbetrieblich genutzte Grundstücksteile
steuerlich nicht als Betriebsvermögen behandelt werden müssen (§ 8 EStDV) führt zu einer
Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens.
2. Nachhaltigkeitsaspekte
Der Entwurf steht im Einklang mit der Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, indem er das
Steueraufkommen des Gesamtstaats sichert und die Indikatorenbereiche 8.2
(Staatsverschuldung – Staatsfinanzen konsolidieren, Generationengerechtigkeit schaffen), 8.3
(Wirtschaftliche Zukunftsvorsorge – Investitionsklima) und 8.4 (Wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit – Wirtschaftswachstum) unterstützt. Eine Nachhaltigkeitsrelevanz bezüglich anderer
Indikatoren ist nicht gegeben.
3. Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand
Der Entwurf führt allenfalls zu geringfügigen finanziellen Auswirkungen.
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5. Weitere Kosten
Der Wirtschaft, einschließlich mittelständischer Unternehmen, entstehen keine direkten
sonstigen Kosten. Auswirkungen auf Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere auf
das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.
6. Weitere Regelungsfolgen
Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenssituation von Frauen und Männern
sind keine Auswirkungen erkennbar, die gleichstellungspolitischen Zielen gemäß § 2 der
Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien zuwiderlaufen.
VIII. Befristung; Evaluierung
Die Regelungen sollen dauerhaft wirken, sodass eine Befristung nicht in Betracht kommt.
Wegen der nicht signifikanten Auswirkungen auf den Erfüllungsaufwand ist eine Evaluation
der Regelungen nicht erforderlich.
B. Besonderer Teil
Zu Artikel 1 (Verordnung zur Umsetzung der Notifizierung zur Anwendung der
Anrechnungsmethode bei bestimmten Einkünften nach dem deutsch-litauischen
Doppelbesteuerungsabkommen)
Zu § 1 (Abkommen)
§ 1 definiert den in der Verordnung verwendeten Begriff „Abkommen“.
Zu § 2 (Vermeidung der Doppelbesteuerung)
§ 2 setzt die gegenüber Litauen erfolgte Notifizierung inhaltlich um. Dadurch können
Einkünfte einer in Deutschland ansässigen Person aus unselbständiger Arbeit nach Artikel 15
DBA-Litauen nicht mehr von der deutschen Steuer nach Artikel 23 Absatz 1 Buchstabe a
DBA-Litauen freigestellt werden, wenn aufgrund des Abkommens zwischen der Regierung
der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Litauen über die
Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich vom 13. September 2024 die Republik Litauen diese
Einkünfte nicht besteuern kann. Stattdessen wird in diesen Fällen die Doppelbesteuerung
durch Steueranrechnung nach Artikel 23 Absatz 1 Buchstabe b DBA-Litauen vermieden.
Zu § 3 (Anwendung)
§ 3 bestimmt, dass die Verordnung auf Steuern anzuwenden ist, die für Zeiträume ab dem
1. Januar 2026 erhoben werden. Die für den Wechsel von der Freistellungs- zur
Anrechnungsmethode erforderliche Notifikation erfolgte am 19. Dezember 2024. Nach Nummer 7
Buchstabe b Satz 3 des Protokolls zu Artikel 23 DBA-Litauen wird die Notifikation ab dem
ersten Tag des Kalenderjahres wirksam, das auf das Jahr folgt, in dem die Notifikation
übermittelt wurde und alle rechtlichen Voraussetzungen nach dem innerstaatlichen Recht
des notifizierenden Staates für das Wirksamwerden der Notifikation erfüllt sind.
Zu Artikel 2 (Änderung der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung)
Zu Nummer 1 (§ 8 – neu –)
Gegenwärtig brauchen Steuerpflichtige nach § 8 EStDV eigenbetrieblich genutzte
Grundstücksteile nicht als Betriebsvermögen steuerlich zu behandeln, deren Wert nicht mehr als
ein Fünftel des gemeinen Wertes des gesamten Grundstücks (relative Grenze) und nicht
mehr als 20 500 Euro (absolute Grenze) beträgt.
Die relative Grenze wird durch eine eindeutig feststellbare, statische Grenze in Form einer
maximalen Quadratmeterzahl in Höhe von 30 Quadratmetern ersetzt. Zudem wird die
absolute Grenze an die Preisentwicklung von Wohnimmobilien angepasst und auf einen Wert
von 40 000 Euro erhöht. Diese beiden Grenzen werden dergestalt verbunden, dass
zunächst die Prüfung anhand der maximalen Quadratmeterzahl erfolgt. Nur in den Fällen, in
denen diese Grenze überschritten wird, ist in einem zweiten Schritt die Prüfung anhand der
absoluten Grenze i. H. von 40 000 Euro erforderlich.
Aufgrund der stark gestiegenen Grundstücks- und Gebäudepreise verliert die Anwendung
des § 8 EStDV in der gegenwärtigen Ausgestaltung an Bedeutung. Neben dem
Hauptanwendungsfall des in die häusliche Sphäre eingebundenen Arbeitszimmers des
Steuerpflichtigen kommen Garagen und Lagerräume als Anwendungsfälle der Regelung des § 8 EStDV
in Betracht. Darüber hinaus kommt der Regelung aber auch eine sozialpolitische
Bedeutung zu. So wird die Regelung auch von Angehörigen sozialer Berufe, wie zum Beispiel
Kindertagespflegepersonen, die die Betreuung von Kindern in den eigenen, auch zu
Wohnzwecken genutzten Immobilien übernehmen, aber auch von Hebammen,
Physiotherapeuten und Heilpraktikern in Anspruch genommen.
Die Aufnahme einer eindeutig feststellbaren, statischen Grenze in Form einer maximalen
Quadratmeterzahl anstelle der relativen Grenze führt zu einer Vereinfachung des
Besteuerungsverfahrens. Die Bezugsgröße ist unveränderlich und die Prüfung der genutzten
Quadratmeterzahl lässt sich im Vergleich zu einer betragsmäßigen Wertgrenze unkomplizierter
und weniger streitanfällig durchführen. Die jährliche Überprüfung, ob die Voraussetzungen
für die Inanspruchnahme des Wahlrechts weiterhin vorliegen, würde sich erübrigen, da die
Wohnflächen sich üblicherweise nicht ändern. Ist der eigenbetrieblich genutzte
Grundstücksteil nicht größer als 30 Quadratmeter, sind keine weiteren Voraussetzungen für die
Inanspruchnahme des Wahlrechts, d. h. der Behandlung dieses Grundstücksteils als
Privatvermögen anstelle von Betriebsvermögen, erforderlich.
Nur in den Fällen, in denen die maximale Quadratmeterzahl überschritten wird, erfolgt in
einem zweiten Schritt die Prüfung anhand der absoluten Wertgrenze. Übersteigt der Wert
des eigenbetrieblich genutzten Grundstücksteiles nicht die Grenze von 40 000 Euro, kann
entsprechend das Wahlrecht ausgeübt werden.
Gemäß der Richtlinie R 4.7 Absatz 2 Satz 4 EStR sind gegenwärtig Aufwendungen für
einen Grundstücksteil (einschließlich Absetzung für Abnutzung (AfA)), der eigenbetrieblich
genutzt wird, vorbehaltlich des § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6b des
Einkommensteuergesetzes (EStG) auch dann Betriebsausgaben, wenn der Grundstücksteil wegen seines
untergeordneten Wertes nicht als Betriebsvermögen behandelt wird. Dies hat zur Folge, dass
der Steuerpflichtige bei Ausübung des Wahlrechts gem. § 8 EStDV trotzdem eine
Wertermittlung für die Berechnung der AfA durchführen muss, wenn er die Aufwendungen für
diesen Grundstücksteil als Betriebsausgaben geltend machen will.
Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2025 beginnen, ist ein Abzug von
Aufwendungen, die mit dem Grundstücksteil im Zusammenhang stehen, in den Fällen, in
denen das Wahlrecht des § 8 EStDV ausgeübt wird, nicht mehr möglich. Folglich würde die
Wertermittlung für die Berechnung der AfA entfallen. Die betriebsbezogenen
Aufwendungen wie beispielsweise Strom und Heizkosten bleiben weiterhin abzugsfähig.
Die systematische Neuausrichtung führt zu Rechtssicherheit und einer Minderung des
Administrationsaufwandes und damit zu einer Entlastung sowohl bei den Steuerpflichtigen als
auch den Finanzämtern. Zudem zielt die Norm auf Erleichterungen insbesondere von
kleinen Gewerbetreibenden und Selbständigen und verfolgt einen sozialpolitischen Aspekt der
Altersabsicherung.
Zu Nummer 2 (§ 60)
Verzichtet die Finanzverwaltung auf die elektronische Übermittlung der Bilanz und Gewinn-
und Verlustrechnung zur Vermeidung unbilliger Härten nach § 5b Absatz 2 EStG, sind diese
Unterlagen zur Steuererklärung in Papierform einzureichen. § 60 Absatz 1 bis 3 EStDV
regelt die Vorlagepflicht für verschiedene Bestandteile der Bilanz.
Wird auf die Übermittlung der nach § 5b Absatz 1 EStG zu übermittelnden Daten nach
amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung verzichtet, ist
sicherzustellen, dass diese Unterlagen entsprechend in Papierform der Finanzverwaltung übermittelt
werden. Aufgrund der Änderung des § 5b Absatz 1 EStG im Rahmen des
Jahressteuergesetzes 2024 weicht der Wortlaut des § 5b EStG von dem des § 60 EStDV ab.
Zur Sicherstellung, dass der Umfang der der Steuererklärung beizufügenden Unterlagen
unabhängig von der Übermittlungsart – d. h. entweder nach amtlich vorgeschriebenem
Datensatz durch Datenfernübertragung oder in Papierform – ist, zur Vermeidung von
Missverständnissen und zur Verdeutlichung, dass weder § 5b EStG, noch § 60 EStDV über die
steuerlichen Regelungen hinausgehende zusätzliche Aufzeichnungspflichten
implementieren, wird die Aufzählung von Bilanzbestandteilen in § 60 Absatz 1 und Absatz 3 EStDV der
Aufzählung in § 5b Absatz 1 EStG angepasst.
Die Änderung des § 60 EStDV zielt auf die Wiederherstellung des Gleichlaufs zwischen
elektronisch, d. h. nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung,
und in Papierform übermittelten Daten ab.
Zu Nummer 3 (§ 73e Satz 7)
Den Rentenversicherungsträgern soll beim angeordneten Steuerabzug auf beschränkt
steuerpflichtige Renten (§ 49 Absatz 1 Nummer 7 und 10 EStG) eine Sammelanmeldung
ermöglicht werden. Hierdurch würde die Bearbeitung erheblich beschleunigt werden, da
nicht mehr für jeden einzelnen Rentner eine Anmeldung abgegeben werden müsste. Dies
dient vor allem der Minimierung der Steuerrückstände beim FA Neubrandenburg, denn
Vollstreckungen im Ausland begegnen hohen Hürden. Vor allem in Rückstandsfällen muss
durch einen Steuerabzug vor Überweisung der Rente ins Ausland dafür gesorgt werden,
dass Deutschland seine Rechte wahrt.
Eine Automationsunterstützung im Allgemeinen und das Sammelanmeldungsverfahren im
Besonderen können signifikant die Anzahl der von der Finanzverwaltung und den
Rentenversicherungsträgern umsetzbaren Fälle erhöhen, ohne dass das vorhandene Personal
dadurch weiter belastet wird.
Erreicht wird dies durch die Ergänzung des § 73e Satz 7 EStDV um eine neue Nummer 3.
Grundsätzlich muss die Steueranmeldung (des Rentenversicherungsträgers) gemäß § 73e
Satz 2 EStDV auch für Fälle des § 50a Absatz 7 EStG den Namen des
Vergütungsgläubigers (des Auslandsrentners), die Höhe der Vergütungen im Sinne des § 50a Absatz 1
EStG, die Höhe und Art der von der Bemessungsgrundlage des Steuerabzugs
abgezogenen Betriebsausgaben oder Werbungskosten und die Höhe des Steuerabzugs enthalten.
Die Angaben dienen der inhaltlichen Konkretisierung der Entrichtungsschuld des
Rentenversicherungsträgers für das sich anschließende Veranlagungsverfahren bzw.
Freistellungs- und Erstattungsverfahren des Steuerschuldners (Auslandsrentner).
Für Einkünfte im Sinne des § 49 Absatz 1 Nummer 7 und 10 EStG sind diese Angaben aber
nicht mehr nötig: Denn die Anrechnung der durch den Steuerabzug erhobenen
Einkommensteuer (§ 36 Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe a EStG) richtet sich nach der Höhe der in
der Rentenbezugsmitteilung nach § 22a EStG ausgewiesenen einbehaltenen
Steuerabzugsbeträge (§ 50a Absatz 7 Satz 6 EStG). Diese Beträge werden automatisch dem
zutreffenden Steuerkonto zugeordnet. Damit liegen dem Finanzamt im Hinblick auf den
Steuerabzug die für das Veranlagungsverfahren bzw. Freistellungs- und Erstattungsverfahren
notwendigen Angaben bereits vor.
Die Individualisierung bzw. Zuordnung der einbehaltenen und abgeführten
Steuerabzugsbeträge (§ 50a Absatz 7 Satz 6 EStG) in der Rentenbezugsmitteilung auf den einzelnen
Empfänger von Alterseinkünften ermöglicht den Rentenversicherungsträgern, alle in einem
Besteuerungszeitraum einbehaltenen Steuerabzugsbeträge in monatlichen
Steueranmeldungen zusammenzufassen. § 73e Satz 7 Nummer 3 EStDV-neu bildet diese Möglichkeit
rechtlich ab.
Zu Nummer 4 (§ 84)
Zu Buchstabe a (§ 84 Absatz 1d – neu –)
Die Neufassung des § 8 Satz 1 EStDV ist in allen offenen Fällen anzuwenden. § 8 Satz 2
EStDV ist erst für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2025
beginnen.
Zu Buchstabe b (§ 84 Absatz 3f – neu –)
Die Übermittlung des Anlagenverzeichnisses ist erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden,
die nach dem 31. Dezember 2027 beginnen.
Zu Buchstabe c (§84 Absätze 3g bis 3h – neu –)
Durch das Einfügen eines neuen § 84 Absatz 3f EStDV werden die bisherigen Absätze 3f
bis 3g zu den Absätzen 3g bis 3h.
Zu Artikel 3 (Änderung der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung)
Arbeitgeber setzen neben der eigentlichen Lohnsoftware als Hauptsystem zusätzlich für die
Ermittlung der nach § 41 Absatz 1 und 2 EStG sowie § 4 LStDV (Lohnkonto)
aufzuzeichnenden Daten (wie z. B. zur Ermittlung der steuerpflichtigen und steuerfreien
Arbeitslohnbestandteile) eine Vielzahl sogenannter Vor- und Nebensysteme (z. B. elektronische
Zeiterfassungs- oder Reisekostenabrechnungssysteme, elektronische Fahrtenbücher) ein. Im
Rahmen von Lohnsteuer-Außenprüfungen kann die Finanzbehörde bereits jetzt gemäß
§ 147 Absatz 1 Nummer 5 i. V. m. Absatz 6 Satz 1 Nummer 3 oder Absatz 6 Satz 2
Nummer 3 der Abgabenordnung (AO) verlangen, dass diese Daten in einem maschinell
verwertbaren Format übertragen werden. Die Übertragung erfolgt seit dem 1. Januar 2018
verpflichtend über die sog. Digitale LohnSchnittstelle (DLS). Grundlage für die DLS ist § 41
Absatz 1 Satz 7 EStG i. V. m. § 4 Absatz 2a LStDV, wonach die Daten nach einer amtlich
vorgeschriebenen einheitlichen Form über eine digitale Schnittstelle elektronisch
bereitzustellen sind.
Um möglichen Implementierungsschwierigkeiten vorzubeugen, informierte die
Finanzverwaltung im Vorfeld der verpflichteten Einführung der DLS die Arbeitgeber und
Softwareunternehmen umfassend. Die Übertragung der Daten über die DLS hat sich in der Praxis
bewährt und wird von den Arbeitgebern im Hinblick auf die damit erreichte Beschleunigung
der Prüfung sowie der Verringerung der notwendigen Mitwirkung der Unternehmen an den
Außenprüfungen überwiegend als positiv bewertet.
Die Verpflichtung zur Bereitstellung über die DLS umfasst bereits heute auch Daten aus
den genannten Vor- und Nebensystemen, da diese die Grundlage zur Ermittlung der
aufzuzeichnenden Daten bilden. Die verpflichtende Bereitstellung dieser Daten hat derzeit
jedoch mangels entsprechender Erweiterung der bisherigen Datensatzbeschreibung keine
Praxisrelevanz und findet somit kaum Beachtung. Durch die stetige Fortschreibung der DLS
werden Arbeitgeber jedoch in der Zukunft damit vermehrt konfrontiert werden. Um
Rechtsunklarheiten zum Anwendungsbereich der DLS in Lohnsteuer-Außenprüfungen
entgegenzuwirken, soll die verpflichtende Bereitstellung der Daten aus Vor- und Nebensystemen
klarstellend gesetzlich geregelt werden.
Darüber hinaus wird erstmalig verbindlich festgelegt, dass die Daten zukünftig
grundsätzlich zusammengefasst in einem Datenbestand je Haupt-, Vor- und Nebensystem zu
übertragen sind.
Zu Nummer 1 (§ 4 Absatz 2a)
Gegenüber der bisherigen Fassung des § 4 Absatz 2a Satz 1 LStDV wird die Aufzählung
der aufzuzeichnenden und über die DLS zur Verfügung zu stellenden Daten um
elektronische Daten aus Vor- und Nebensystemen erweitert.
Um Anpassungsschwierigkeiten entgegen zu wirken, wird die Finanzverwaltung, wie auch
in der Vergangenheit, über wesentliche Erweiterungen der DLS auf Vor- und
Nebensysteme informieren. Damit haben Arbeitgeber und Softwareunternehmen genügend zeitlichen
Vorlauf, um die insoweit erweiterte DLS in ihre Lohnabrechnungsprogramme sowie
Lohnbuchhaltungsprogramme zu implementieren.
In der Mehrheit der Prüfungsfälle werden die Daten in einem einheitlichen Datenbestand,
der sämtliche Lohnkonten aller Arbeitnehmer der lohnsteuerlichen Betriebsstätte enthält,
zur Verfügung gestellt. Einige wenige Arbeitgeber weichen jedoch von dieser bewährten
Praxis ab und übermitteln mehrere DLS-Datenbestände, beispielsweise getrennt nach
Arbeitnehmergruppen, was zu erheblichem Mehraufwand und Nachfragen führt. Um die
Prüfungsdauer nicht unverhältnismäßig zu verlängern, wird in Satz 2 erstmalig festgelegt, dass
die Übermittlung zukünftig in einem einheitlichen Datenbestand je System zu erfolgen hat.
Eine vergleichbare Verpflichtung existiert bereits in R 41a.1 Absatz 2 der Lohnsteuer-
Richtlinien 2023 (LStR 2023), wonach die Abgabe mehrerer Lohnsteuer-Anmeldungen für
dieselbe Betriebsstätte und denselben Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum, etwa getrennt nach
den verschiedenen Bereichen der Lohnabrechnung, z. B. gewerbliche Arbeitnehmer,
Gehaltsempfänger, Pauschalierungen nach den §§ 37a, 37b, 40 bis 40b EStG, nicht zulässig
ist.
Auf Antrag des Arbeitgebers kann das Betriebsstättenfinanzamt zur Vermeidung unbilliger
Härten weiterhin nach Satz 3 zulassen, dass der Arbeitgeber die Daten in anderer
auswertbarer Form bereitstellt. Die Streichung des bisherigen Verweises auf Satz 1 dient der
Klarstellung, dass diese Möglichkeit auch die nach Satz 2 vorgesehene Übermittlung in einem
einheitlichen Datenbestand umfasst. Derartige Härten sind insbesondere die Gefährdung
von Betriebsgeheimnissen oder des internen Betriebsfriedens (beispielsweise bei
gesonderter Abrechnung des oberen Managements).
Zu Nummer 2 (§ 8 Absatz 3)
Ungeachtet des grundsätzlich rein klarstellenden Charakters der verpflichtenden
Übermittlung der Daten aus Vor- und Nebensystemen sind nach dem neuen Absatz 3 Satz 2 die
Regelungen in § 4 Absatz 2a LStDV – neu – einheitlich erstmals für lohnsteuerliche Daten
anzuwenden, die ab dem 1. Januar 2027 im Lohnkonto aufzuzeichnen sind. Damit wird eine
einheitliche Anwendung sowohl der Erweiterung nach § 4 Absatz 2a Satz 1 LStDV auf Vor-
und Nebensysteme als auch der erstmaligen Übermittlung in einem einheitlichen
Datenbestand nach § 4 Absatz 2a Satz 2 LStDV gewährleistet. Zudem ermöglicht die
Anwendungsvorschrift, dass die Arbeitgeber und die Hersteller von Abrechnungsprogrammen genügend
zeitlichen Vorlauf haben, die Änderungen in ihre Softwareprodukte zu implementieren.
Ebenfalls kann die Finanzverwaltung die entsprechenden Änderungen an der
Datensatzbeschreibung zeitgemäß erarbeiten und hierüber im Vorfeld umfassend informieren.
Zu Artikel 4 (Änderung der Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über
Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Berufsausübungsgesellschaften)
Zu Nummer 1 (§ 4)
Das Erfordernis zur Vorlage eines Passbildes bei der Stellung des Antrages auf Zulassung
zur Steuerberaterprüfung soll künftig zur Vereinfachung der elektronischen Abwicklung der
Antragsstellung entfallen. Bewerberinnen und Bewerber können den Antrag auf Zulassung
zur Steuerberaterprüfung mittels Logins über die Bund-ID im Rahmen des OZG-
Antragsportals der Steuerberaterkammern und damit letztlich über den Einsatz des elektronischen
Personalausweises digital stellen.
Die Streichung des § 4 Absatz 3 Nummer 4 DVStB steht im Einklang mit der bereits
erfolgten Änderung des § 34 Absatz 4 DVStB durch die Verordnung zur Änderung von
Verordnungen im Bereich der steuerberatenden Berufe vom 20. Dezember 2024 (BGBl. I Nr. 443).
Zu Nummer 2 (§ 5)
§ 5 Absatz 1 DVStB wird aus rechtsförmlichen Gründen ohne inhaltliche Änderung neu
gefasst. Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer können auf Antrag die
Steuerberaterprüfung in verkürzter Form ablegen. Dies gilt auch für Personen, die die Prüfung als
Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer schon erfolgreich abgelegt haben, aber bisher
noch nicht als Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer zugelassen worden sind.
Wie bereits bisher soll für die Beantragung einer verkürzten Steuerberaterprüfung eine
Bescheinigung der Wirtschaftsprüferkammer vorgelegt werden.
Personen, die in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, in einem
Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraums oder in der Schweiz zur
selbständigen Hilfeleistung in Steuersachen berechtigt sind, und zukünftig auch in
Deutschland zu dauerhafter, unbeschränkter, geschäftsmäßiger Hilfeleistung in Steuersachen
befugt sein möchten, können in Deutschland nach § 37a Absatz 2 StBerG eine
Eignungsprüfung beantragen und ablegen.
§ 5 Absatz 2 DVStB soll regeln, welche Nachweise und Unterlagen Bewerber dem Antrag
auf Zulassung zur Eignungsprüfung nach § 37a StBerG beifügen müssen. Die Vorschrift
nimmt bislang in Nummer 3 unzutreffend auf Artikel 7 Absatz 2 der Richtlinie 2005/36/EG
Bezug, der Fälle vorübergehender und gelegentlicher Dienstleistungen betrifft, und ist
insgesamt nur schwer verständlich. Die aufgrund der Streichung des § 4 Absatz 3 Nummer 4
StBerG in § 5 Absatz 2 Satz 1 DVStB erforderliche Folgeänderung soll deshalb zum Anlass
für eine vollständige Neufassung des Absatzes 2 genommen werden. Inhaltliche
Änderungen sollen damit nicht verbunden sein.
Nach § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 DVStB ist ein Befähigungs- oder
Ausbildungsnachweis vorzulegen, der bestätigt, dass der Bewerber in dem Staat, in dem er die
Berufsqualifikation erworben hat, zur selbstständigen Hilfe in Steuersachen berechtigt ist. Der
Nachweis muss in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Vertragsstaat des
Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz von einer nach
den dortigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften zuständigen Behörde ausgestellt
worden sein. Alternativ kann ein gleichgestellter Nachweis nach § 37a Absatz 3 Satz 3
Nummer 1 bis 3 StBerG vorgelegt werden.
Sofern der Beruf des Steuerberaters im Herkunftsstaat nicht reglementiert ist, muss der
Bewerber nach § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 DVStB zur Eignungsprüfung grundsätzlich
nachweisen, dass er auf die Ausübung des Berufs vorbereitet wurde und in den
vorhergehenden zehn Jahren mindestens ein Jahr in einem Umfang von 16 Wochenstunden
steuerberatend tätig gewesen ist. Diese Nachweispflicht entfällt nach § 37a Absatz 3 Satz 7
StBerG, wenn ein reglementierter Ausbildungsgang bestätigt wird.
Zusammen mit dem Antrag auf Zulassung zur Eignungsprüfung kann der Bewerber nach
§ 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 DVStB beantragen, dass die Eignungsprüfung insgesamt
oder in einem der in § 37 Absatz 3 StBerG genannten Prüfungsgebiete entfällt, wenn der
Bewerber nachweist, dass er im Rahmen seiner bisherigen Ausbildung, durch Fortbildung
oder seiner bisherigen Berufstätigkeit einen wesentlichen Teil der für das betreffende
Prüfungsgebiet notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen erlangt hat, die in der
Prüfung insgesamt oder in einem der in § 37 Absatz 3 StBerG genannten Prüfungsgebiete
gefordert werden und die von einer zuständigen Stelle formell anerkannt wurden (§ 37a
Absatz 4 Satz 4 StBerG). Nach § 37a Absatz 4 Satz 5 und 6 StBerG sind folgende
Nachweise vorzulegen:
– Diplome oder gleichwertige Prüfungszeugnisse einer staatlichen oder staatlich
anerkannten Universität oder einer Hochschule oder einer anderen Ausbildungseinrichtung,
– Falllisten.
Der bisherige § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 4 DVStB entfällt zukünftig, da die
vorzulegenden Nachweise nach § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 und 2 DVStB als ausreichend
angesehen werden und dies der gesetzlichen Grundlage des § 37a Absatz 3 StBerG entspricht.
Die bisherige Regelung des § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 4 DVStB sieht vor, dass eine
einjährige Berufsausübung in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, Vertragsstaat
des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz nachzuweisen
ist, wenn der Befähigungs- oder Ausbildungsnachweis eines Drittlandes anerkannt wurde.
§ 5 Absatz 3 DVStB soll dem Beschluss des Bundeskanzlers und der Regierungschefinnen
und Regierungschefs der Länder vom 6. Dezember 2024 zur Anerkennung im Ausland
erworbener Qualifikationen Rechnung tragen. Um die Verfahren zur Anerkennung der
ausländischen Qualifikationen zu beschleunigen, sollen die Prozesse weiter digitalisiert und
entbürokratisiert werden. Die zuständigen Stellen sollen bei den Antragsprozessen
insbesondere auch englisch-sprachige Unterlagen akzeptieren. Nur im begründeten Einzelfall
sollen deutsche Übersetzungen angefordert werden können.
Zukünftig müssen Bewerber für die Eignungsprüfung nur den Antrag (vergleiche § 4
Absatz 1 DVStB) in deutscher Sprache einreichen. Für sonstige Unterlagen (beispielsweise
Zeugnisse und Bescheinigungen) entfällt die Pflicht zur Vorlage einer beglaubigten
deutschen Übersetzung.
Zu Artikel 5 (Änderung der Steuerberatervergütungsverordnung)
Durch die Änderung soll eine Angleichung an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG)
erfolgen. Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte erhalten für die Herstellung und
Überlassung von Dokumenten eine Pauschale nach Nummer 7000 des Vergütungsverzeichnisses
zum Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (VV RVG). In Nummer 7000 VV RVG wurde mit dem
2. Kostenrechtsmodernisierungsgesetz vom 23. Juli 2013 (BGBl. I S. 2586) der Begriff der
„Ablichtung“ durch den Begriff „Kopie“ ersetzt. § 17 Absatz 1 StBVV ist hingegen
unverändert geblieben und verwendet weiterhin den Begriff „Ablichtung“, obwohl keine greifbaren
Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Steuerberatervergütung insoweit bewusst von der
Rechtsanwaltsvergütung abweichen sollte. Dies wäre mit Blick auf die umfangreiche
entsprechende Anwendung des RVG in der StBVV im Übrigen sachlich auch nicht zu
rechtfertigen. Da die dargestellte Abweichung zwischen StBVV und RVG in jüngerer Vergangenheit
Auslegungsfragen aufgeworfen hat, ist eine Änderung des § 17 Absatz 1 StBVV angezeigt.
Durch die Verwendung der Begriffe „Kopien und Ausdrucke“ soll insoweit ein Gleichlauf mit
Nummer 7000 VV RVG hergestellt und klargestellt werden, dass die Erstellung von
Scans - insbesondere zur individuellen Arbeitserleichterung - nicht von der
Dokumentenpauschale erfasst ist, da hierfür grundsätzlich keine gesonderten Kosten, wie
beispielsweise Papier- und Tonerkosten, entstehen.
Zu Artikel 6 (Änderung der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung)
Zu Nummer 1 (§ 66)
Mit dem Jahressteuergesetz 2022 wurden § 23 UStG sowie die §§ 69 und 70 UStDV
aufgehoben. Aufgrund dessen ist § 66 UStDV als Folgeänderung ersatzlos zu streichen.
Zu Nummer 2 (§ 73 Absatz 1 Nummer 1)
Das Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut gewährt in Artikel 67 Absatz 3 eine
Befreiung von der Umsatzsteuer für die in Deutschland stationierten Streitkräfte der
Entsendestaaten. Voraussetzung für diesen Befreiungstatbestand ist der Nachweis des
Unternehmers durch die Bescheinigung nach § 73 Absatz 1 Nummer 1 UStDV (sog.
Abwicklungsschein). Durch die Änderung wird dem Unternehmer und den Streitkräften die Möglichkeit
eröffnet, zusätzlich zur Verwendung des amtlich vorgeschriebenen Vordrucks auch eine
elektronische Form des Abwicklungsscheins zu verwenden.
Zu Artikel 7 (Weitere Änderung der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung)
Zu Nummer 1 (§ 61 Absatz 4)
Bislang war eine ausdrückliche Einwilligung zur Bereitstellung zum Datenabruf für die
elektronische Bekanntgabe von Verwaltungsakten erforderlich. Mittels Bereitstellung nach
§ 122a AO soll nunmehr insbesondere u. a. bekannt gegeben werden, wenn ein
Steuerbescheid auf einer nach § 87a Absatz 6 AO elektronisch übermittelten Steuererklärung beruht
und sie vom Beteiligten selbst über ein von der Finanzverwaltung bereitgestelltes
Nutzerkonto übermittelt wurde. Sofern ein im Gemeinschaftsgebiet ansässiger Unternehmer oder
Bevollmächtigter lediglich über den jeweiligen Ansässigkeitsstaat den Antrag auf Vorsteuer-
Vergütung übermittelt und kein Nutzerkonto im Online-Portal des BZSt unterhält (Regelfall),
richtet sich die Bekanntgabe des Bescheides über die Vorsteuer-Vergütung weiterhin nach
§ 122 AO. Sollten im Gemeinschaftsgebiet ansässige Unternehmer oder Bevollmächtigte
ihren Antrag auf Vorsteuer-Vergütung nicht nur über den jeweiligen
Ansässigkeitsmitgliedstaat dem BZSt übermittelt haben, sondern auch ein Nutzerkonto im Online-Portal des BZSt
eingerichtet haben, kann der Vorsteuer-Vergütungsbescheid ab dem 1. Januar 2026
elektronisch über den Datenabruf im Nutzerportal bekannt gegeben werden. Demzufolge ist eine
entsprechende Anpassung des § 61 Absatz 4 UStDV erforderlich.
Zu Nummer 2 (§ 61a)
Zu Buchstabe a (§ 61a Absatz 1 Satz 4 und 5 – neu –)
Bisher war für nicht im Gemeinschaftsgebiet ansässige Unternehmer keine gesonderte
Regelung zur Bekanntgabe von Verwaltungsakten vorgesehen. Die Beantragung einer
Vorsteuer-Vergütung erfolgt bereits auf elektronischem Weg über das Online-Portal des BZSt
(www.elster.de/bportal). Dort können die Unternehmer die Bekanntgabe von Verwaltungs-
akten durch Bereitstellung zum Datenabruf beantragen. Mittels Bereitstellung nach § 122a
AO soll nunmehr insbesondere u. a. bekannt gegeben werden, wenn ein Steuerbescheid
auf einer nach § 87a Absatz 6 AO elektronisch übermittelten Steuererklärung beruht und
sie vom Beteiligten selbst über ein von der Finanzverwaltung bereitgestelltes Nutzerkonto
übermittelt wurde. Dies soll durch eine entsprechende Anpassung des § 61a Absatz 1
UStDV geregelt werden. Bei im Drittland ansässigen Unternehmern soll eine schriftliche
Bekanntgabe des Vergütungsbescheides ab dem 1. Januar 2026 nur in Ausnahmefällen
zulässig sein, da der elektronische Antrag über das Online-Portal des BZSt der Regelfall
ist. Deshalb soll die Möglichkeit der postalischen Bekanntgabe nur in Härtefällen ermöglicht
werden. Wann ein solcher Härtefall gegeben ist, hat das BZSt nach pflichtgemäßem
Ermessen unter Beachtung von § 150 Absatz 8 AO zu bestimmen.
Zu Buchstabe b (§ 61a Absatz 2 Satz 3 und 4 bis 6 – neu –)
Bislang waren die Vorsteuerbeträge im Rahmen des Vorsteuer-Vergütungsverfahrens
durch die Vorlage der Rechnungen und Einfuhrbelege im Original nachzuweisen. Um den
Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden, sollen die Nachweise zukünftig nur
noch in digitaler Form bereitgestellt werden. Zur Erleichterung der Übersicht über die zu
vergütenden Vorsteuerbeträge ist eine detaillierte Einzelaufstellung beizufügen. Zur
Ablösung der Papiernachweise erfolgt die Übermittlung der zum Antrag gehörenden
vollständigen Anlagen vorzugsweise über das Online-Portal des Bundeszentralamts für Steuern und
in Ausnahmefällen (übergangsweise) durch die zur Verfügungstellung über ein
Speichermedium (USB-Stick). Ein derartiger Ausnahmefall ist anzunehmen, wenn im Einzelfall der
Umfang der Anlagen (Rechnungen und Originale) bestimmte Kapazitätsgrenzen übersteigt.
Durch die digitale Bereitstellung der Nachweise wird ein Medienbruch bei der Bearbeitung
von Anträgen auf Vorsteuer-Vergütung beseitigt. Zum Abbau von Bürokratie soll die
Vorlage von Rechnungen durch die Einführung eines Schwellenwertes erleichtert werden,
sodass Kleinbeträge, wie beispielsweise Kosten im Bereich der Personenbeförderung
(Taxifahrten, ÖPNV), künftig nur auf Verlangen des BZSt nachzuweisen sind. Hierbei wird
zudem die Regelung für nicht im Gemeinschaftsgebiet ansässige Unternehmer mit der
Regelung für im Gemeinschaftsgebiet ansässige Unternehmer (§ 61 UStDV) harmonisiert.
Zu Artikel 8 (Änderung der Umsatzsteuerzuständigkeitsverordnung)
Die Umsatzsteuerzuständigkeitsverordnung (UStZustV) regelt auf Basis ihrer
Ermächtigungsgrundlage in § 21 Absatz 1 Satz 2 AO die Zuständigkeit für die Umsatzbesteuerung
im Ausland ansässiger Unternehmer.
Seit der letzten Änderung der UStZustV hat sich aufgrund organisatorischer
Umstrukturierungen im Saarland (Umbenennung und Verlagerung des Finanzamts „Saarbrücken am
Stadtgraben“ in „Saarbrücken I“) fachlich notwendiger Anpassungsbedarf in Bezug auf die
Zuständigkeitsregelungen der UStZustV ergeben.
Die vorliegende Änderung greift diesen Bedarf auf, in dem in § 1 Absatz 1 Satz 1
Nummer 15 UStZustV die Angabe „Saarbrücken am Stadtgraben“ durch die Angabe
„Saarbrücken I“ ersetzt wird.
Die Änderung der landesrechtlichen Zuständigkeitszuordnung wurde zwar durch das BMF-
Schreiben vom 12. Dezember 2024 (IV D 1 - S 0123/24/10001 :001, BStBl I S. 1630)
nachvollzogen. Dies ist aber nach § 1 Absatz 4 UStZustV lediglich für einen Übergangszeitraum
von zwölf Monaten zulässig, weswegen nunmehr die UStZustV selbst geändert werden
muss. Das BMF-Schreiben wird nach Inkrafttreten der Änderung der UStZustV aufgehoben
werden.
Zu Artikel 9 (Änderung der Erbschaftsteuer-Durchführungsverordnung)
Zu Nummer 1 (§ 7)
Zu Buchstabe a (§ 7 Absatz 1)
Zu Doppelbuchstabe aa (§ 7 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 bis 7)
In § 7 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 ErbStDV wird eine veraltete Schreibweise korrigiert. Bei
der Änderung in § 7 Absatz 1 Satz 1 Nummer 6 ErbStDV handelt es sich lediglich um eine
redaktionelle Änderung aufgrund der Aufnahme einer neuen Nummer 7.
Die Hintergründe des § 7 Absatz 1 Satz 1 Nummer 7 ErbStDV – neu – stellen sich wie folgt
dar:
Im Erbfall reicht bei Vorliegen der übrigen formellen Voraussetzungen für eine
Grundbuchberichtigung die Vorlage eines von einem ausländischen Gericht erteilten Europäischen
Nachlasszeugnisses aus. In diesen Fällen wird der Eigentümerwechsel dem
Erbschaftsteuerfinanzamt weder durch eine Mitteilung eines anzeigepflichtigen inländischen Gerichts
bekannt noch durch inländische Notare mitgeteilt, da der Sachverhalt weder von der
Anzeigepflicht für inländische Gerichte noch für inländische Notare erfasst wird. Lediglich das
Grundbuchamt ist beteiligt. Dieses hat jedoch gegenüber den Erbschaftsteuerfinanzämtern
aktuell keine Anzeigepflicht. Der Eigentümerwechsel wird vom Grundbuchamt nur dem
Bewertungsfinanzamt mitgeteilt.
Um sicherzustellen, dass auch diese Fälle dem Erbschaftsteuerfinanzamt bekannt werden,
wird eine Anzeigepflicht der Grundbuchämter eingeführt.
Zu Doppelbuchstabe bb (§ 7 Absatz 1 Satz 2 bis 5 – neu –)
§ 34 Absatz 1 ErbStG regelt allgemein die Anzeigepflichten von Gerichten, Behörden,
Beamten und Notaren gegenüber den Erbschaftsteuerfinanzämtern. In § 34 Absatz 2
Nummer 2 und 3 ErbStG erfolgt die Konkretisierung für Nachlassgerichte bzw. die diese
Funktion übernehmenden Notare. Hier werden u. a. die Erteilung von Erbscheinen und
Testamentsvollstreckerzeugnisse sowie eröffnete Verfügungen von Todes wegen benannt. § 7
Absatz 1 ErbStDV greift die Anzeigepflicht entsprechend auf.
In Bayern hat das Nachlassgericht aufgrund einer landesrechtlichen Regelung die Erben
von Amts wegen zu ermitteln. Diese Ermittlung kann unterbleiben, wenn zum Nachlass
keine Immobilie gehört oder ein die Beerdigungskosten nicht übersteigender Nachlass
vorhanden ist. In Fällen, in denen kein Erbschein benötigt wird, erfolgt die Behandlung beim
Nachlassgericht in Bayern im schriftlichen Verfahren. Liegt ein Testament vor und wurde
dieses eröffnet, ist es nach § 7 Absatz 1 Nummer 1 ErbStDV vom Nachlassgericht dem
Erbschaftsteuerfinanzamt zu übersenden. In Erbfällen mit gesetzlicher Erbfolge wird keine
Verfügung von Todes wegen eröffnet bzw. in vielen Fällen kein Erbschein erteilt. Die am
Verfahren beteiligten Personen dürften dem Nachlassgericht aus dem schriftlichen
Verfahren jedoch bekannt sein.
Erhalten die Erbschaftsteuerfinanzämter in den Fällen eines schriftlichen Verfahrens keine
Anzeige der Nachlassgerichte, ergibt sich für diese eine erhebliche Informationslücke.
Diese ist durch die entsprechende Konkretisierung der Anzeigepflichten der
Nachlassgerichte zu schließen (Einfügung des neuen Satzes 2).
Die Sätze 3 bis 5 entsprechen den bisherigen Sätzen 2 bis 4 mit Folgeanpassungen
aufgrund der Einfügung des neuen Satzes 2.
Zu Buchstabe b (§ 7 Absatz 2)
Es handelt sich um eine Folgeanpassung an die Änderungen des Absatzes 1.
Zu Buchstabe c (§ 7 Absatz 3)
Zu Doppelbuchstabe aa
Zu Nummer 1 aa (§ 7 Absatz 3 Nummer 1)
Für das Besteuerungsverfahren hat der vom Erblasser ausgeübte Beruf heutzutage eine
geringer gewordene Bedeutung. Aus Vereinfachungsgründen wird künftig auf die Angabe
des Berufs des Erblassers verzichtet.
Zu Doppelbuchstabe bb (§ 7 Absatz 3 Nummer 3)
Bislang umfassen die Angaben zu den am Erbfall Beteiligten nur die Anschrift, die
Identifikationsnummer und das persönliche Verhältnis zum Erblasser. Da die
Identifikationsnummer den Nachlassgerichten häufig nicht bekannt ist und folglich nicht mitgeteilt wird, ist für
eine zweifelsfreie Identifikation der Beteiligten das Geburtsdatum erforderlich.
Zu Buchstabe d (§ 7 Absatz 4)
Es handelt sich um eine Folgeanpassung an die Änderungen des Absatzes 1.
Zu Buchstabe e (§ 7 Absatz 5)
Es handelt sich um eine Korrektur der veralteten Schreibweise.
Zu Nummer 2 (Muster 5 (zu § 7 ErbStDV))
Aufgrund der Änderungen von § 7 ErbStDV ist das Muster 5 durch eine entsprechend
angepasste Fassung zu ersetzen.
Zu Artikel 10 (Änderung der Steueridentifikationsnummerverordnung)
Zu § 4 (Löschungsfrist)
Bei der Identifikationsnummer nach § 139b AO (IdNr) und den zu ihr gespeicherten Daten,
handelt es sich um Stammdaten, welche nicht nur für einen bestimmten
Besteuerungszeitraum, sondern lebenslang – in Fällen der Gesamtrechtsnachfolge sogar über den Tod der
natürlichen Person hinaus – für Besteuerungs- und Verwaltungsverfahren erforderlich sind.
Eine Löschung der IdNr kann auch nicht bei einem Wegzug des Steuerpflichtigen ins
Ausland erfolgen. Zum einen ist nicht ausgeschlossen, dass die natürliche Person zu einem
späteren Zeitpunkt wieder ins Inland zurückzieht. Zum anderen wird die IdNr auch benötigt,
um Mitteilungen Dritter zuzuordnen, wenn eine beschränkte Einkommensteuerpflicht
besteht. Dies betrifft beispielsweise Steuerpflichtige, die im Ausland wohnen jedoch Renten
aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen, für die Deutschland das
Besteuerungsrecht zusteht. Eine individuelle Prognoseentscheidung, ab wann die IdNr und die zu
ihr gespeicherten Daten für das Besteuerungsverfahren nicht mehr erforderlich sind, ist
nicht möglich.
Die Löschung der IdNr und der zu ihr gespeicherten Daten erfolgt daher einheitlich 20 Jahre
nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die natürliche Person verstorben ist. Ist eine
Person ins Ausland verzogen, erhält das Bundeszentralamt für Steuern in der Regel keine
Kenntnis vom Versterben dieser Person. Um auch in diesen Fällen die Löschung dieser
Daten sicherzustellen, werden die Daten spätestens 20 Jahre nach Ablauf des 120.
Kalenderjahres, welches dem in § 139b Absatz 3 Nummer 8 AO gespeicherten Geburtsjahr der
natürlichen Person folgt, gelöscht.
Durch die Löschung der Daten erst 20 Jahren nach dem Tod der natürlichen Person ist
sichergesellt, dass die für die Finanzbehörden erforderlichen Daten auch in langjährigen
Besteuerungsverfahren gegen den Gesamtrechtsnachfolger – z. B. bei Gerichtverfahren
vor obersten Bundesgerichten – noch vorhanden sind.
Wird vom Bundeszentralamt für Steuern festgestellt, dass eine IdNr nicht hätte vergeben
werden dürfen, z. B. weil die Person bereits vor dem 1. Juli 2007 (Tag der erstmaligen
Vergabe der IdNr) aus Deutschland verzogen oder verstorben ist, sind die zu Unrecht
vergebene IdNr sowie die zu ihr gespeicherten Daten unverzüglich zu löschen.
Zu Artikel 11 (Änderung der Fahrzeuglieferungs-Meldepflichtverordnung)
Zu Nummer 1 (§ 1)
Es handelt sich um eine rein redaktionelle Änderung.
Zu Nummer 2 (§ 4)
Es handelt sich um eine rein redaktionelle Änderung auf Grund der Änderung des § 26a
UStG.
Zu Artikel 12 (Änderung der Betriebsstättengewinnaufteilungsverordnung)
Mit der Änderung des § 25 BsGaV erfolgt eine Anpassung aufgrund der Rechtsprechung
des Bundesfinanzhofes (BFH).
Mit Urteil vom 5. Juni 2024, I R 3/22 hat der BFH entschieden, dass aufgrund seiner
systematischen Stellung § 25 Absatz 3 Satz 2 BsGaV nur im Rahmen der Öffnungsklausel
nach § 25 Absatz 3 Satz 1 BsGaV anwendbar ist und damit nicht für die modifizierte
Kapitalaufteilungsmethode nach § 25 Absatz 1 und § 25 Absatz 2 BsGaV gilt.
Mit der Anpassung des § 25 BsGaV soll klargestellt werden, dass das
versicherungsaufsichtsrechtliche Mindestkapital, das ein selbständiges Versicherungsunternehmen in der
Situation einer inländischen Versicherungsbetriebsstätte mindestens ausweisen muss,
weiterhin nicht unterschritten werden darf.
Mithin erfolgt eine Anpassung an die bisherige Verwaltungsauffassung und weitgehende
Praxis. Aufgrund der klarstellenden Natur der Änderung folgt, dass hieran keine neuen
Anforderungen oder Verpflichtungen geknüpft werden. Sowohl der Umstellungs- als auch der
laufende Aufwand durch die Änderung sollten minimal sein.
Zu Nummer 1 (§ 25 Absatz 1)
Die Einbeziehung der aus Versicherungsverhältnissen entstandenen Verbindlichkeiten und
Rechnungsabgrenzungsposten in die Ermittlung der Bemessungsgrundlage zur Ermittlung
des Dotationskapitales ergibt sich daraus, dass einer Versicherungsbetriebsstätte
Vermögenswerte in dem Umfang zuzuordnen sind, die zur Bedeckung der aus dem
Versicherungsgeschäft resultierenden Verpflichtungen und des Eigenkapitals notwendig sind. Die
Verpflichtungen bestehen nicht nur aus den versicherungstechnischen Rückstellungen,
sondern auch aus den daraus resultierenden Verbindlichkeiten und
Rechnungsabgrenzungsposten. Die Einbeziehung von Abrechnungsforderungen hat der BFH für geboten
beurteilt. Folglich sind auch die gleichartigen korrespondierenden Passivposten (z.B.
Abrechnungsverbindlichkeiten) einzubeziehen.
Zu Nummer 2 (§ 25 Absatz 3)
Die Regelung zur Mindestkapitalausstattungsmethode für Versicherungsbetriebsstätten
aus Absatz 3 der vorherigen Fassung wird in Absatz 4 verschoben.
Zu Nummer 3 (§ 25 Absatz 4)
Durch die neue Stellung der Mindestkapitalausstattungsmethode für
Versicherungsbetriebsstätten in einem eigenen Absatz 4 wird der allgemeine Grundsatz festgelegt, wonach
das versicherungsaufsichtsrechtliche Mindesteigenkapital i. S. d. § 122
Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) bei der Ermittlung des Dotationskapitales auch bei inländischen
Versicherungsbetriebsstätten nicht unterschritten werden darf.
Die Mindestkapitalausstattungsmethode entspricht grundsätzlich dem OECD-Bericht über
die Zuordnung von Gewinnen zu Betriebsstätten 2010 (OECD Betriebsstättenbericht; Teil
IV Tz. 130 ff.).
Die hiernach erforderlichen Anpassungen finden in Form eines pauschalen Zuschlages in
§ 25 Absatz 4 Satz 3 BsGaV Berücksichtigung. Der Zuschlag ist notwendig, um der
Solvabilitätsausstattung (§§ 96-110 VAG) zu genügen.
Zu Nummer 4 (§ 25 Absatz 5)
Das Kapital ist eine wichtige Voraussetzung, um im Rahmen der Geschäftstätigkeit Risiken
zu übernehmen. Sofern bereits das handelsrechtlich tatsächlich ausgewiesene Kapital die
aufsichtsrechtliche Mindestsolvabilitätsspanne übersteigt, kommt damit eine ausreichend
hohe Kapitalausstattung der Betriebsstätte zum Ausdruck. Diese ist dann auch bei der
Dotationskapitalermittlung des § 25 BsGaV zu berücksichtigen.
Zu Nummer 5 (§ 25 Absatz 6 und 7)
Absatz 6 entspricht Absatz 5 der vorhergehenden Fassung.
Die Regelung in Absatz 7 dient der Anpassung an die geänderte Struktur des § 25 BsGaV.
Zu Artikel 13 (Änderung der Deutsch-Luxemburgischen
Konsultationsvereinbarungsverordnung)
Infolge des Inkrafttretens des Gesetz zu dem Protokoll vom 6. Juli 2023 zur Änderung des
Abkommens vom 23. April 2012 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem
Großherzogtum Luxemburg zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und Verhinderung der
Steuerhinterziehung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen
(Deutsch-luxemburgisches Steuerabkommen) (BGBl. 2023 II Nr. 334) ist die Deutsch-
Luxemburgische Konsultationsvereinbarungsverordnung vom 9. Juli 2012 (BGBl. I S. 1484),
die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom 22. Dezember 2014 (BGBl. I S. 2392)
geändert wurde, gegenstandslos geworden.
Darüber hinaus ist die Deutsch-Luxemburgische Konsultationsvereinbarungsverordnung
vom 9. Juli 2012 (BGBl. I S. 1484), die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom 22.
Dezember 2014 (BGBl. I S. 2392) geändert wurde, nach der Rechtsprechung des
Bundesfinanzhofs allein auf das Doppelbesteuerungsabkommen mit Luxemburg aus dem Jahr
1958, nicht jedoch auf das aktuelle Doppelbesteuerungsabkommen mit Luxemburg aus
dem Jahr 2012 anwendbar.
Zu Artikel 14 (Änderung der Deutsch-Niederländischen
Konsultationsvereinbarungsverordnung)
Die Verordnung zur Umsetzung von Konsultationsvereinbarungen zwischen der
Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande (Deutsch-Niederländische
Konsultationsvereinbarungsverordnung – KonsVerNLDV) vom 20. Dezember 2010 (BGBl. I
S. 2183) ist allein auf das Doppelbesteuerungsabkommen mit den Niederlanden aus dem
Jahr 1967, nicht jedoch auf das aktuelle Doppelbesteuerungsabkommen mit den
Niederlanden aus dem Jahr 2012 anwendbar und ist damit gegenstandslos geworden.
Zu Artikel 15 (Inkrafttreten)
Zu Absatz 1
Die Regelung bestimmt, dass die Verordnung grundsätzlich am Tag nach der Verkündung
in Kraft tritt.
Zu Absatz 2
Die Änderungen der Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über Steuerberater,
Steuerbevollmächtigte und Berufsausübungsgesellschaften (Artikel 4) sowie der
Steuerberatervergütungsverordnung (Artikel 5) treten am ersten Tag des auf die Verkündung
folgenden Quartals in Kraft.
Zu Absatz 3
Die Änderungen der §§ 61 und 61a UStDV (Artikel 7) treten am 1. Januar 2026 in Kraft.
Drucksache 626/25 - 42 -]
Relationen
- authored ← Bundesregierung
- part_of_vorgang → Siebte Verordnung zur Änderung steuerlicher Verordnungen (Verordnung)