Vorhabenplanung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend für das Jahr 2026
Text
Vorhabenplanung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend für das Jahr 2026
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5589
21. Wahlperiode 24.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Mandy Eißing, Nicole Gohlke, Dr. Michael Arndt, Jorrit
Bosch, Anne-Mieke Bremer, Maik Brückner, Kathrin Gebel, Christian Görke, Ates
Gürpinar, Mareike Hermeier, Maren Kaminski, Cansin Köktürk, Ina Latendorf,
Sonja Lemke, Stella Merendino, Sören Pellmann, Heidi Reichinnek, Zada
Salihović, David Schliesing, Evelyn Schötz, Julia-Christina Stange, Donata
Vogtschmidt, Sarah Vollath und der Fraktion Die Linke
Vorhabenplanung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren,
Frauen und Jugend für das Jahr 2026
Am 28. Januar 2026 stellte die Bundesministerin für Bildung, Familie,
Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien, im Ausschuss für Bildung, Familie,
Frauen, Senioren und Jugend des Deutschen Bundestages die Vorhabenplanung
ihres Hauses für das Jahr 2026 vor. Dabei kündigte sie unter anderem
Reformen beim Elterngeld, die Digitalisierung von Familienleistungen, Regelungen
zum Mutterschutz für Selbstständige, Maßnahmen im Bereich der
Freiwilligendienste einschließlich eines möglichen „Bundesgesellschaftsdienstegesetzes“,
Änderungen beim Unterhaltsvorschuss, die „Weiterentwicklung“ des
Bundesprogramms „Demokratie leben!“, Maßnahmen zur digitalen Teilhabe älterer
Menschen sowie Vorhaben zur Einsamkeitsstrategie und zur Unterstützung
pflegender Angehöriger an.
Mehrere dieser Vorhaben sind im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und
SPD angekündigt, liegen jedoch nach Kenntnis der Fragestellenden bislang
nicht in konkretisierter Form vor. Daher ergeben sich Fragen zur inhaltlichen
Ausgestaltung, zum Zeitplan, zur sozialen Treffsicherheit, zu den finanziellen
Auswirkungen sowie zu den Folgen für bestehende Programme und Strukturen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche konkreten Änderungen plant die Bundesregierung im Rahmen der
angekündigten Weiterentwicklung des Elterngeldes, und welche
Zeitplanung verfolgt sie hierbei?
2. Welche konkreten Vereinfachungen sind mit der Ankündigung gemeint,
das Elterngeld solle „einfacher“ werden?
3. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die partnerschaftliche
Aufteilung von Elterngeldmonaten zu stärken, und ist eine Erhöhung der
Partnermonate vorgesehen?
4. Wird im Rahmen der angekündigten Reform des Elterngeldes auch die im
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD angekündigte spürbare
Anhebung des Mindest- und Höchstbetrags berücksichtigt, und wenn ja,
in welcher Form (wenn nein, bitte begründen)?
5. Wie soll die angekündigte stärkere Berücksichtigung der Belange von
Selbstständigen im Elterngeld und im Mutterschutz konkret ausgestaltet
werden, und werden damit Verbesserungen für alle Selbstständigen oder
nur für bestimmte Einkommensgruppen verbunden sein?
6. Wie soll die angekündigte Förderung der beruflichen Teilhabe von
Müttern durch Anpassungen im Mutterschutzgesetz konkret aussehen?
7. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung zum Mutterschutz für
Spitzensportlerinnen?
8. Welcher Zeitplan ist für die vollständige Ende-zu-Ende-Digitalisierung
von Elterngeld, Kinderzuschlag und Kindergeld vorgesehen?
9. Welche weiteren Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern?
10. Welche konkreten Empfehlungen der Kommission zur Sozialstaatsreform
bezüglich des Unterhaltsvorschusses beabsichtigt die Bundesregierung
umzusetzen, und teilt sie die Einschätzung der Arbeiterwohlfahrt (AWO),
dass ein Wegfall des Parallelbezugs von Unterhaltsvorschuss und
existenzsichernden Leistungen zulasten betroffener Alleinerziehender gehen
würde?
11. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung konkret, um den
Unterhaltsrückgriff gegenüber unterhaltspflichtigen Elternteilen zu verbessern,
und welche Erfolgsquoten erzielt der bisherige
Unterhaltsrückgriffsvollzug in den Ländern?
12. Ist geplant, den Leistungsumfang oder die Anspruchsdauer beim
Unterhaltsvorschuss im Rahmen der Sozialstaatsreform zu verändern, und wenn
ja, in welche Richtung?
13. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um Alleinerziehende und
deren Kinder in Zukunft besser zu unterstützen?
14. Welche konkreten Inhalte soll die Integration des Kinderzuschlags in ein
einheitliches Sozialleistungssystem haben, und kann die Bundesregierung
ausschließen, dass Familien, die bisher Kinderzuschlag bezogen haben,
durch das neue System schlechtere Leistungen erhalten?
15. Wie soll im neuen Sozialleistungssystem sichergestellt werden, dass der
Kinderzuschlag weiterhin einkommensarme Familien oberhalb der
Grundsicherungsschwelle hält?
16. Welche konkreten Änderungen beim Anspruchsberechtigtenkreis und bei
den Freistellungsmöglichkeiten sind im geplanten Gesetz zur Stärkung der
Vereinbarkeit von Pflege und Beruf vorgesehen, und profitieren davon
auch geringfügig Beschäftigte sowie Selbstständige?
17. Warum ist das parlamentarische Verfahren erst für das Frühjahr 2027
geplant, obwohl die Belastung pflegender Angehöriger bereits jetzt als
dringend gilt, und welche Übergangsmaßnahmen sind vorgesehen?
18. Welche Ziele verfolgt die Bundesregierung mit dem angekündigten
„Bundesgesellschaftsdienstegesetz“, und welche Zeitplanung verfolgt sie
hierbei?
19. Ist der geplante Bundesgesellschaftsdienst als freiwilliges oder als
verpflichtendes Modell vorgesehen, und wie stellt die Bundesregierung
sicher, dass eine etwaige Verpflichtung nicht sozial selektiv wirkt, also
Menschen aus einkommensschwachen Verhältnissen stärker trifft?
20. Welche Leistungen – einschließlich Vergütung, sozialer Absicherung und
Anerkennung – sollen Teilnehmende des neuen
Bundesgesellschaftsdienstes erhalten, und wie verhalten sich diese Leistungen zu denen im
bestehenden Bundesfreiwilligendienst?
21. Wie viele Dienststellen sollen im neuen Bundesgesellschaftsdienst
entstehen, und welche Haushaltsmittel sind für Aufbau und Betrieb vorgesehen?
22. Welche konkreten Auswirkungen erwartet die Bundesregierung auf
bestehende Freiwilligendienste?
23. Mit welchen zusätzlichen Kosten für Bund (vor allem im Bundesamt für
Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BafzA)) und Träger rechnet
die Bundesregierung für Aufbau, Verwaltung und Umsetzung eines
„Bundesgesellschaftsdienstegesetzes“?
24. In welchem Umfang bereitet die Bundesregierung Strukturen für einen
möglichen Ersatz- oder Pflichtdienst vor?
25. Welche weiteren Maßnahmen plant die Bundesregierung, um das
Ehrenamt besser zu unterstützen?
26. Welche konkreten Maßnahmen und welche Haushaltsmittel sind in der
Vorhabenplanung 2026 für die Stärkung der Arbeit gegen Antiziganismus
und für das Leben der Sinti und Roma vorgesehen?
27. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung zur Weiterentwicklung
der nationalen Strategie gegen Antiziganismus im Jahr 2026?
28. Soll die Arbeit gegen Antiziganismus als eigenständiger Förderbereich im
Bundesprogramm „Demokratie leben!“ oder in einem anderen Programm
verankert werden, und welche zivilgesellschaftlichen Akteure werden in
die Gestaltung einbezogen?
29. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung zur Weiterentwicklung
der Einsamkeitsstrategie im Jahr 2026?
30. Mit welcher Begründung führt die Bundesregierung keine Maßnahmen
zur Verbesserung der Lebenssituation von älteren Menschen in ihrer
Vorhabenplanung an, obwohl die Koalitionspartner CDU, CSU und SPD sich
im Koalitionsvertrag die Stärkung der Teilhabe von älteren Menschen
sowie unter anderem die Schaffung neuer Regelungen gegen
Altersdiskriminierung bei Digitalisierung und am Arbeitsplatz vornahmen (vgl. Ziffer
3280 des Koalitionsvertrags zwischen CDU, CSU und SPD)?
Berlin, den 23. April 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
- asked ← Anne-Mieke Bremer (Kleine Anfrage)
- asked ← Ates Gürpinar (Kleine Anfrage)
- asked ← Cansin Köktürk (Kleine Anfrage)
- asked ← Christian Görke (Kleine Anfrage)
- asked ← David Schliesing (Kleine Anfrage)
- asked ← Donata Vogtschmidt (Kleine Anfrage)
- asked ← Evelyn Schötz (Kleine Anfrage)
- asked ← Heidi Reichinnek (Kleine Anfrage)
- asked ← Ina Latendorf (Kleine Anfrage)
- asked ← Jorrit Bosch (Kleine Anfrage)
- asked ← Julia-Christina Stange (Kleine Anfrage)
- asked ← Kathrin Gebel (Kleine Anfrage)
- asked ← Maik Brückner (Kleine Anfrage)
- asked ← Mandy Eißing (Kleine Anfrage)
- asked ← Mareike Hermeier (Kleine Anfrage)
- asked ← Maren Kaminski (Kleine Anfrage)
- asked ← Michael Arndt (Kleine Anfrage)
- asked ← Nicole Gohlke (Kleine Anfrage)
- asked ← Sarah Vollath (Kleine Anfrage)
- asked ← Sonja Lemke (Kleine Anfrage)
- asked ← Sören Pellmann (Kleine Anfrage)
- asked ← Stella Merendino (Kleine Anfrage)
- asked ← Zada Salihovic (Kleine Anfrage)
- authored ← Fraktion DIE LINKE
- authored ← Mandy Eißing
- authored ← Nicole Gohlke
- part_of_vorgang → Vorhabenplanung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend für das Jahr 2026 (Kleine Anfrage)