Direktvergaben und Kommunikationsberatung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
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Direktvergaben und Kommunikationsberatung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4957
21. Wahlperiode 25.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Michael Kellner, Dr. Alaa Alhamwi, Dr. Sandra Detzer,
Julian Joswig, Sandra Stein, Katrin Uhlig, Andreas Audretsch und
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Direktvergaben und Kommunikationsberatung im Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie
Die Kommunikation der Bundesregierung ist ein zentrales Feld, um
Bürgerinnen und Bürger über Vorhaben, politische Notwendigkeiten und
Gesetzesänderungen und die Möglichkeiten zur Teilhabe zu informieren. Um dies gelungen
umzusetzen, braucht es ein Vertrauensverhältnis zwischen
Kommunikationsabteilung und Hausleitung. Eine Möglichkeit der Erweiterung von
Kommunikationsarbeit ist die Einbindung externer Agenturen. Diese können per
Ausschreibung oder im Rahmen der Direktvergabe für bestimmte Projekte,
Kommunikationsanlässe etc. beauftragt werden. Ein solcher Schritt obliegt jedoch
besonderem öffentlichen Interesse, weil neben der klassischen Medienkommunikation
einer Pressestelle oder der Erstellung von beispielsweise Onlineangeboten zur
Vorstellung neuer gesetzlicher Regeln durch eine Onlineredaktion innerhalb der
Kommunikationsabteilung eines Hauses, andere Zielgruppen und
Kommunikationsmittel eingesetzt werden und neue Kosten entstehen, die nicht im
Kernbudget des Hauses verankert sind. So gab es für das Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie (BMWE) Medienberichte zu personellen
Veränderungen und Vakanzen im Haus (vgl. www.spiegel.de/politik/deutschland/kather
ina-reiche-weitere-fuehrungskraefte-im-wirtschaftsministerium-ausgetauscht-
adf5410c0-bafe-4d01-9131-c4e34bacda2c).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Direktvergaben in welcher Höhe hat das BMWE seit Beginn der
Amtszeit der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina
Reiche für welche Aufgaben getätigt (bitte entsprechend aufschlüsseln)?
2. Arbeitet das BMWE mit Agenturen für Kommunikationsberatung oder für
Politikberatung zusammen, und wenn ja, mit welchen Firmen bestanden
und bestehen für welchen Zeitraum Geschäftsbeziehungen (bitte
entsprechend aufschlüsseln)?
3. Wie schätzt das BMWE die Qualität der Beratungsleistung ein, welche
Umsetzung erfahren die Empfehlungen und weiteren erbrachten
Leistungen, und welche Erwartungen wurden in den Ausschreibungen formuliert?
4. Werden durch externe Dienstleister Reden für
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche oder Staatssekretärinnen und Staatssekretäre
vorbereitet, erstellt und ausformuliert, und wenn ja, für welche Veranstaltungen
und Formate (bitte auflisten)?
5. Welche Kosten entstanden für die in Frage 4 erfragten Leistungen, und
wie hoch waren die gezahlten Stundensätze (bitte entsprechend
aufschlüsseln)?
6. In welcher Form werden die Beratungsleistungen vergütet, geschieht die
Vergütung gesammelt oder einzeln für bestimmte Anlässe?
7. Wurden die Leistungen der Kommunikationsberatung ausschließlich für
Anlässe dienstlicher Natur genutzt oder auch für als privat deklarierte
Termine oder Parteianlässe (beispielsweise Bundesparteitag, CDU-
Wirtschaftsbeirat o. Ä.)?
8. Welche der in Frage 4 aufgelisteten Leistungen mit welchem
Auftragsvolumen und zu welchen Stundensätzen wurden von Joachim Koschnicke,
entweder im Rahmen seiner Tätigkeit für die Firma FGS Global oder
anderweitig, erbracht?
9. Wurde Joachim Koschnicke oder wurden Firmen, für die er tätig ist,
darüber hinaus von anderen Unternehmen mit Wissen oder im Auftrag des
BMWE mit Dienstleistungen im Sinne von Frage 4 beauftragt?
10. Welche Stellen sind in der Kommunikationsabteilung des BMWE derzeit
vakant, seit wann sind sie dies, bis wann plant die Hausleitung, die
Nachbesetzung der Stellen abzuschließen, und ist neben einer internen auch
eine öffentliche Ausschreibung angedacht?
11. Plant das BMWE in absehbarer Zeit eine Konferenz für Investoren, wenn
ja, wann, und mit welchem Budget?
12. Haben externe Dienstleister Zugang zu Berichten, Vorbereitungen oder
weiteren Unterlagen für z. B. Dienstleistungen wie in Frage 4, wenn ja,
welche Dokumente werden zur Verfügung gestellt, und wie stellt das
BMWE den Geheimschutz sicher?
13. Wurde die Geheimschutzbeauftragte des Hauses bei diesen Fragen
einbezogen, und wenn ja, welche Auflagen oder Hinweise wurden von ihr
erteilt?
14. Wurde die Geheimschutzbeauftragte des BMWE in den Vorgang der
Durchsuchung von E-Mail-Postfächern im Zuge von geleakten
Gesetzentwürfen einbezogen, wenn ja, wann, und wie hat sie diesen Vorgang
beurteilt?
15. Stehen die Durchsuchungen von E-Mail-Postfächern im BMWE und der
Wechsel der Leitung des Personalrats in inhaltlichem Zusammenhang, und
wenn ja, von welcher Seite wurde der Wechsel angestrebt?
16. Stehen dem Fachreferat und allen weiteren beteiligten Referaten
ausreichende Personalkapazitäten zur Verfügung, um die Kraftwerksstrategie
fertigzustellen, wenn ja, woran liegt die mehrfache Verzögerung dann,
wenn nein, wie plant die Hausleitung, diese Personalkapazitäten
kurzfristig sicherzustellen, und haben die jüngsten Personalwechsel auf die
Erarbeitung der Kraftwerksstrategie Auswirkungen?
17. Stehen dem Fachreferat und allen weiteren beteiligten Referaten
ausreichende Personalkapazitäten zur Verfügung, um die Reform des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu erarbeiten, wenn ja, woran liegt
die mehrfache Verzögerung dann, wenn nein, wie plant die Hausleitung,
diese Personalkapazitäten kurzfristig sicherzustellen, und haben die
jüngsten Personalwechsel auf die Erarbeitung des EEG Auswirkungen?
18. Stehen dem Fachreferat und allen weiteren beteiligten Referaten
ausreichende Personalkapazitäten zur Verfügung, um das Netzpaket zu
erarbeiten, wenn ja, woran liegt die mehrfache Verzögerung dann, und wenn
nein, wie plant die Hausleitung, diese Personalkapazitäten kurzfristig
sicherzustellen, und haben die jüngsten Personalwechsel auf die
Erarbeitung des Netzpakets Auswirkungen?
19. Stehen dem Fachreferat und allen weiteren beteiligten Referaten
ausreichende Personalkapazitäten zur Verfügung, um das Kraft-Wärme-
Kopplungsgesetz (KWKG) zu erarbeiten, wenn ja, woran liegt die
mehrfache Verzögerung dann, wenn nein, wie plant die Hausleitung, diese
Personalkapazitäten kurzfristig sicherzustellen, und haben die jüngsten
Personalwechsel auf die Erarbeitung des KWKG Auswirkungen?
20. Stehen dem Fachreferat und allen weiteren beteiligten Referaten
ausreichende Personalkapazitäten zur Verfügung, um die Reform des
Gebäudeenergiegesetzez bzw. Gebäudemodernisierungsgesetzes zu erarbeiten,
wenn ja, woran liegt die mehrfache Verzögerung dann, wenn nein, wie
plant die Hausleitung, diese Personalkapazitäten kurzfristig
sicherzustellen, und haben die jüngsten Personalwechsel auf die Erarbeitung des
Gesetzentwurfs Auswirkungen?
Berlin, den 24. März 2026
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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