Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Geldsanktionen (Antwort zu Drs. 21/1255)
Text
Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Geldsanktionen (Antwort zu Drs. 21/1255)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1443
21. Wahlperiode 01.09.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stephan Brandner, Sascha Lensing,
Knuth Meyer-Soltau, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/1255 –
Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Geldsanktionen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Am 28. Oktober 2010 ist das Gesetz zur Umsetzung des Rahmenbeschlusses
2005/214/JI des Rates vom 24. Februar 2005 über die Anwendung des
Grundsatzes der gegenseitigen Anerkennung von Geldstrafen und Geldbußen
(sogenannter Rahmenbeschluss Geldsanktionen) in Kraft getreten (www.bundesjust
izamt.de/DE/Themen/OrdnungsgeldVollstreckung/GeldbussenGeldstrafenEU/
GeldbussenGeldstrafenEU_node.html). Mit diesem Gesetz hat der deutsche
Gesetzgeber seine Verpflichtung zur Umsetzung des Rahmenbeschlusses in
nationales Recht erfüllt. Ziel des Rahmenbeschlusses ist es, die
grenzüberschreitende Anerkennung und Vollstreckung von Geldsanktionen innerhalb
der EU-Mitgliedstaaten zu ermöglichen. Dies betrifft sowohl in Deutschland
verhängte Sanktionen als auch solche anderer Mitgliedstaaten. Damit sind
Entscheidungen anderer EU-Staaten, mit denen einer in Deutschland
ansässigen oder vermögensbetroffenen Person eine Geldbuße oder Geldstrafe
auferlegt wurde – einschließlich Verfahrenskosten, Entschädigungen für Opfer und
Auflagen zugunsten von Opferschutzorganisationen – grundsätzlich
anzuerkennen und zu vollstrecken. Die gesetzlichen Regelungen zur Umsetzung
finden sich im Wesentlichen in den §§ 86 ff. des Gesetzes über die internationale
Rechtshilfe in Strafsachen. Das Bundesamt für Justiz (BfJ) ist die zentrale
deutsche Bewilligungsbehörde für eingehende und ausgehende Ersuchen. Bei
eingehenden Ersuchen wird das BfJ von einem EU-Mitgliedstaat um
Vollstreckungshilfe gebeten, bei ausgehenden Ersuchen leitet das BfJ auf Antrag einer
deutschen Behörde die Unterlagen an das zuständige Organ eines anderen EU-
Staates weiter.
1. Wie viele Ersuchen ausländischer Behörden um Vollstreckungshilfe
gemäß dem Rahmenbeschluss Geldsanktionen sind beim BfJ seit dem Jahr
2020 jährlich eingegangen (bitte nach EU-Mitgliedstaaten und
Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Eingehende Ersuchen waren wie folgt festzustellen (Stand: 19. August 2025).
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Justiz und für
Verbraucherschutz vom 1. September 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 6 1 1 1 2 3
Bulgarien 0 2 0 2 3 5
Dänemark 0 0 0 0 0 1
Estland 2 1 1 1 0 0
Finnland 0 0 0 0 0 0
Frankreich 3 0 1 2 3 0
Griechenland 0 0 0 0 0 0
Irland 0 0 0 0 0 0
Italien 0 0 0 5 6 3
Kroatien 18 14 7 17 23 0
Lettland 1 2 106 257 362 207
Litauen 1 0 2 2 4 4
Luxemburg 2 0 0 0 0 0
Malta 0 0 0 0 0 0
Niederlande 7 247 6 361 5 891 7 073 9 749 8 991
Österreich 3 10 18 11 7 6
Polen 26 43 41 32 45 22
Portugal 3 7 7 13 7 2
Rumänien 13 9 8 11 10 6
Schweden 3 5 2 1 5 5
Slowakei 0 0 0 0 0 0
Slowenien 52 90 111 91 112 95
Spanien 6 11 2 3 6 5
Tschechische Republik 2 5 2 2 5 0
Ungarn 3 4 3 3 4 1
Zypern 0 0 0 0 0 0
Im Jahr 2020 gingen darüber hinaus 31 Ersuchen aus dem Vereinigten
Königreich ein.
2. Wie hoch waren die Gesamtkosten, die aufgrund der Bearbeitung der in
Frage 1 erfragten Ersuchen jährlich entstanden sind, und wer hatte diese
zu tragen (bitte entsprechend Frage 1 aufschlüsseln)?
Eingehende Ersuchen werden vom Bundesamt für Justiz (BfJ) als zentrale
Bewilligungsbehörde bearbeitet. Die jährlichen Personalkosten (inklusive der
Sacheinzel- und Gemeinkosten) des dort zuständigen Fachreferats belaufen sich
auf rund 3 Mio. Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei Fachbereiche, die in
Teilbereichen des Verfahrens beteiligt werden (zum Beispiel Vollstreckung) oder
Grundsatztätigkeiten übernehmen. Die Kosten der Bearbeitungen können nicht
konkret nach den ersuchenden Ländern aufgeschlüsselt werden, da es innerhalb
des Fachreferats keine diesbezügliche statistische Erfassung gibt. Um hierzu
überhaupt Zahlen zu generieren, müssten nicht nur sämtliche
Bearbeitungsvorgänge einzeln durchgegangen und ausgewertet, sondern auch jeweils komplexe
Aufwandsberechnungen vorgenommen werden. Unter Zugrundelegung einer
betroffenen Anzahl von mehr als 45 000 Ersuchen und ausgehend von einer
Sichtungszeit von circa 5 Minuten pro Verfahren wäre für das Durchgehen der
betreffenden Vorgänge selbst bei dieser sehr vorsichtigen Schätzung ein
Arbeitsaufwand von mindestens 468 Personentagen anzusetzen, den das BfJ nicht
zu leisten vermag. Unter Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsprechung
des Bundesverfassungsgerichts (vergleiche unter anderem Entscheidungen des
Bundesverfassungsgerichtes 124, 161, 197) ist der Aufwand zur Beantwortung
der Anfrage – auch unter Berücksichtigung der Möglichkeit einer
Fristverlängerung – unzumutbar.
Das BfJ gehört als Bundesoberbehörde zum Geschäftsbereich des
Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), weshalb die
Kosten aus dem Einzelplan 07 getragen werden.
3. Wie viele der in Frage 1 erfragten Ersuchen wurden vom BfJ jeweils
bewilligt, abgelehnt oder befinden sich noch in Bearbeitung (bitte
entsprechend Frage 1 aufschlüsseln)?
Die Anzahl der von BfJ erlassenen förmlichen Bewilligungsbescheide nach
§ 87f des Gesetzes über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRG) bei
den eingehenden Ersuchen wird statistisch nicht erfasst und kann auch nicht
mit zumutbarem Aufwand ermittelt werden. Hinsichtlich des hierfür
anzusetzenden Aufwands wird auf die Antwort zu Frage 2 verwiesen. Aus der bei BfJ
geführten Statistik ersichtlich sind die dort eingegangenen Ersuchen sowie die
jeweiligen Erledigungsgründe (Rücknahme, Ablehnung, Vollstreckung). Die
Erledigungen schließen Sachverhalte ein, die sich mitunter erst im Laufe des
Vollstreckungsverfahrens ergeben haben, also ggf. nach erfolgter Bewilligung.
Daher kann aus der Zahl der eingehenden Ersuchen im Verhältnis zu der Zahl
der erledigten Ersuchen nicht auf die Zahl der Bewilligungen geschlossen
werden.
Die folgende Statistik weist aus, wie viele der in dem jeweils genannten Jahr
eingegangenen Ersuchen im gleichen Jahr oder später abgelehnt wurden und
wie viele Ersuchen offen sind.
Ablehnungen 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 2 0 0 0 0 0
Bulgarien 0 2 0 1 0 0
Dänemark 0 0 0 0 0 0
Estland 2 0 1 1 0 0
Finnland 0 0 0 0 0 0
Frankreich 3 0 0 2 0 0
Griechenland 0 0 0 0 0 0
Irland 0 0 0 0 0 0
Italien 0 0 0 1 2 1
Kroatien 7 7 3 6 21 0
Lettland 1 0 15 43 109 47
Litauen 1 0 1 0 3 0
Luxemburg 1 0 0 0 0 0
Malta 0 0 0 0 0 0
Niederlande 2 332 2 123 1 514 1 614 2 400 1 962
Österreich 3 8 15 6 5 0
Polen 8 26 21 12 10 3
Portugal 3 3 5 6 5 0
Rumänien 13 7 6 5 6 0
Schweden 1 2 0 0 2 0
Slowakei 0 0 0 0 0 0
Slowenien 17 26 31 28 16 18
Spanien 4 7 1 1 1 0
Tschechische Republik 2 3 0 0 0 0
Ungarn 1 2 2 2 2 0
Zypern 0 0 0 0 0 0
In Bearbeitung 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 1 0 1 1 2 3
Bulgarien 0 0 0 0 3 5
Dänemark 0 0 0 0 0 1
Estland 0 0 0 0 0 0
Finnland 0 0 0 0 0 0
Frankreich 0 0 1 0 3 0
Griechenland 0 0 0 0 0 0
Irland 0 0 0 0 0 0
Italien 0 0 0 3 3 2
Kroatien 3 2 1 5 2 0
Lettland 0 0 8 26 83 100
Litauen 0 0 0 1 1 4
Luxemburg 0 0 0 0 0 0
Malta 0 0 0 0 0 0
Niederlande 9 56 340 871 2 420 4 485
Österreich 0 1 1 3 2 6
Polen 4 3 12 12 32 19
Portugal 0 0 2 4 1 2
Rumänien 0 0 1 1 4 6
Schweden 1 1 0 1 3 4
Slowakei 0 0 0 0 0 0
Slowenien 10 10 20 15 35 54
Spanien 0 0 1 2 5 5
Tschechische Republik 0 0 0 1 4 0
Ungarn 0 0 1 1 2 1
Zypern 0 0 0 0 0 0
Im Jahr 2020 gingen darüber hinaus 20 Ersuchen aus dem Vereinigten
Königreich ein, die abgelehnt wurden.
4. Bei wie vielen der in Frage 3 erfragten bewilligten Ersuchen wurde
anschließend die Vollstreckung in Deutschland erfolgreich durchgeführt
(bitte entsprechend Frage 1 aufschlüsseln)?
Die Anzahl der von BfJ erlassenen förmlichen Bewilligungsbescheide bei den
eingehenden Ersuchen wird statistisch nicht erfasst. Hierzu wird auf die
Antwort zu Frage 3 verwiesen. Die folgende Statistik schließt auch Verfahren ein,
in deren Verlauf die betroffenen Personen die Geldsanktion auf freiwilliger
Basis – gegebenenfalls schon nach Anhörung ohne Erlass eines
Bewilligungsbescheids – ohne zwangsweise Durchsetzung gezahlt hat; sie schlüsseln sich wie
folgt auf.
Vollstreckte Geldsanktionen 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 1 1 0 0 0 0
Bulgarien 0 0 0 1 0 0
Dänemark 0 0 0 0 0 0
Estland 0 1 0 0 0 0
Finnland 0 0 0 0 0 0
Frankreich 0 0 0 0 0 0
Griechenland 0 0 0 0 0 0
Irland 0 0 0 0 0 0
Italien 0 0 0 0 1 0
Kroatien 4 4 3 6 0 0
Vollstreckte Geldsanktionen 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Lettland 0 1 81 180 159 60
Litauen 0 0 1 1 0 0
Luxemburg 0 0 0 0 0 0
Malta 0 0 0 0 0 0
Niederlande 4 114 3 501 3 328 3 889 4 216 2 244
Österreich 0 1 1 1 0 0
Polen 11 9 5 2 2 0
Portugal 0 1 0 1 0 0
Rumänien 0 2 0 1 0 0
Schweden 1 1 2 0 0 1
Slowakei 0 0 0 0 0 0
Slowenien 22 51 57 36 55 20
Spanien 2 1 0 0 0 0
Tschechische Republik 0 1 1 1 1 0
Ungarn 1 2 0 0 0 0
Zypern 0 0 0 0 0 0
In Verfahren aus dem Jahr 2020 wurden darüber hinaus in sieben Fällen
Geldsanktionen aus Ersuchen aus dem Vereinigten Königreich vollstreckt.
In der Gesamtschau der dargestellten Statistiken in den Antworten zu den
Fragen 1, 3 und 4 wird darauf hingewiesen, dass alle übrigen Ersuchen seitens des
Auslands zurückgenommen wurden (zum Beispiel wegen Eintritts der dortigen
Vollstreckungsverjährung).
5. Wie hoch waren die jährlichen Einnahmen aus den in Frage 4 erfragten
Vollstreckungen und wem kamen diese Einnahmen zugute (bitte
entsprechend Frage 1 aufschlüsseln)?
Der Erlös aus der Vollstreckung fließt nach Artikel 13 des Rahmenbeschlusses
Geldsanktionen grundsätzlich dem Vollstreckungsstaat zu. In Deutschland ist
dies die Bundes- oder gegebenenfalls eine Landeskasse (siehe § 87n Absatz 5
Satz 1, 2 und 4 IRG). In den Jahren 2020 bis 2025 (Stand: 19. August 2025)
kamen den Landeskassen 71 330,38 Euro zugute, der Bundeskasse
3 384 182,99 Euro.
Einnahmen in EUR 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 670,20 699,69 0,00 0,00 0,00 0,00
Bulgarien 0,00 0,00 0,00 5 385,83 0,00 0,00
Dänemark 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Estland 0,00 320,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Finnland 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Frankreich 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Griechenland 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Irland 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Italien 0,00 0,00 0,00 0,00 358,48 0,00
Kroatien 2 256,78 8 333,26 40,03 1 428,42 0,00 0,00
Lettland 0,00 80,00 10 940,00 22 540,00 18 470,00 7 120,00
Litauen 0,00 0,00 301,28 753,20 0,00 0,00
Luxemburg 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Malta 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Niederlande 596 696,09 525 687,67 504 470,37 595 665,66 653 122,39 344 184,00
Österreich 0,00 5 772,00 6 500,00 1 100,00 0,00 0,00
Polen 15 533,91 10 769,85 5 131,26 646,00 2 981,79 0,00
Einnahmen in EUR 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Portugal 0,00 1 022,00 0,00 704,00 0,00 0,00
Rumänien 0,00 455,93 0,00 1 917,56 0,00 0,00
Schweden 635,50 825,12 242,29 0,00 0,00 623,97
Slowakei 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Slowenien 9 491,16 17 070,00 26 335,89 10 150,00 20 956,95 6 190,00
Spanien 1 260,00 348,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Tschechische Republik 0,00 1 164,46 587,29 3 453,07 680,57 0,00
Ungarn 77,66 748,21 0,00 0,00 0,00 0,00
Zypern 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Dazu gab es in Verfahren aus dem Jahr 2020 Einnahmen in Höhe von
2.615,58 Euro aus Ersuchen aus dem Vereinigten Königreich.
6. Wie viele Ersuchen um Vollstreckungshilfe gemäß dem
Rahmenbeschluss Geldsanktionen hat das BfJ seit dem Jahr 2020 jährlich an die in
einem anderen EU-Mitgliedstaat zuständige Stelle übersandt (bitte nach
Zielstaaten und Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Ausgehende Ersuchen waren wie folgt festzustellen (Stand: 19. August 2025).
2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 515 465 665 474 404 261
Bulgarien 357 547 604 480 462 320
Dänemark 102 193 99 113 174 756
Estland 5 21 25 7 9 11
Finnland 8 11 10 6 12 10
Frankreich 46 50 22 178 149 59
Griechenland 8 16 8 23 31 26
Irland 2 2 3 13 12 8
Italien 88 214 258 270 295 197
Kroatien 102 177 230 186 195 128
Lettland 28 56 75 65 49 47
Litauen 212 345 298 242 296 222
Luxemburg 243 191 372 372 354 178
Malta 0 2 3 2 4 1
Niederlande 1 148 1 041 1 262 1 270 1 283 1 121
Österreich 31 40 39 39 24 35
Polen 3 902 6 462 5 249 4 494 5 124 3 688
Portugal 74 94 118 110 125 89
Rumänien 2 149 3 187 3 743 3 022 3 301 2 041
Schweden 57 82 78 99 118 434
Slowakei 42 59 34 67 58 57
Slowenien 48 34 74 70 53 50
Spanien 199 285 406 347 435 269
Tschechische Republik 66 81 70 84 74 80
Ungarn 254 299 366 295 267 223
Zypern 1 0 1 1 3 1
Dazu gab es im Jahr 2020 59 Ersuchen an das Vereinigte Königreich.
7. Wie hoch waren die Gesamtkosten, die aufgrund der Bearbeitung der in
Frage 6 erfragten Ersuchen jährlich entstanden sind, und wer hatte diese
zu tragen (bitte entsprechend Frage 6 aufschlüsseln)?
Bezugnehmend auf die grundsätzlichen Erläuterungen in der Antwort zu
Frage 2 lassen sich die jährlichen Personalkosten (inklusive der Sacheinzel-
und Gemeinkosten) im BfJ für das mit der Bearbeitung der ausgehenden
Verfahren zuständige Fachreferat mit rund 5,6 Mio. Euro beziffern.
8. Wie viele von den in Frage 6 erfragten Ersuchen wurden von der in
einem anderen Mitgliedstaat zuständigen Stelle bewilligt, abgelehnt oder
befinden sich noch in der Bearbeitung (bitte entsprechend Frage 6
aufschlüsseln).
Die Anzahl der in den jeweiligen EU-Mitgliedstaaten bewilligten Ersuchen
wird statistisch nicht erfasst. Es gehen zwar regelmäßig Mitteilungen über die
Anerkennung der Geldsanktion aus dem Ausland ein. Diese werden aber
statistisch nicht erfasst, weil diese für das Verfahren – im Gegensatz zu den
Erledigungsgründen wie Ablehnung, Rücknahme oder Zahlung – nicht relevant sind.
Eine Nacherfassung kann mit Blick auf die rund 70 000 betroffenen Ersuchen
bei einer geschätzten Sichtungszeit von circa 5 Minuten pro Verfahren und
daraus resultierend einem geschätzten Aufwand von circa 729 Personentagen
wegen des unzumutbaren Aufwands nicht erfolgen. Entsprechend der Antwort auf
Frage 3 weist die Statistik aus, wie viele Ersuchen aus dem jeweiligen Jahr
abgelehnt wurden und wie viele der Verfahren noch offen sind.
Ablehnungen 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 3 0 2 15 5 0
Bulgarien 19 30 22 15 11 6
Dänemark 5 9 11 3 1 7
Estland 0 3 3 1 1 0
Finnland 0 1 0 1 2 0
Frankreich 2 1 0 2 3 1
Griechenland 0 1 1 1 2 0
Irland 1 0 0 0 0 0
Italien 9 23 19 25 7 2
Kroatien 13 26 28 21 11 3
Lettland 24 9 13 9 7 5
Litauen 21 53 51 44 58 11
Luxemburg 26 26 28 16 10 4
Malta 0 0 0 0 0 0
Niederlande 130 171 152 174 143 34
Österreich 6 8 5 9 1 0
Polen 464 1 025 866 649 371 32
Portugal 6 13 16 12 8 0
Rumänien 29 72 73 52 37 5
Schweden 2 1 1 3 0 1
Slowakei 10 8 1 3 2 0
Slowenien 14 8 17 12 0 0
Spanien 36 56 70 61 40 3
Tschechische Republik 24 21 11 15 5 0
Ungarn 42 60 58 49 11 6
Zypern 0 0 0 0 1 0
In Bearbeitung 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 9 31 303 365 307 258
Bulgarien 14 48 161 306 352 294
Dänemark 11 29 12 53 122 746
Estland 0 3 4 2 7 11
Finnland 0 0 1 1 9 10
Frankreich 1 3 1 136 140 58
Griechenland 4 5 3 14 29 26
Irland 0 0 1 11 11 8
Italien 4 36 64 130 224 193
Kroatien 5 23 81 110 160 125
Lettland 1 2 6 25 33 42
Litauen 3 10 27 69 108 196
Luxemburg 2 5 29 79 132 173
Malta 0 0 2 2 3 1
Niederlande 6 11 41 149 430 893
Österreich 0 4 11 13 20 32
Polen 37 94 415 1 069 2 918 3 534
Portugal 2 5 17 45 91 85
Rumänien 67 276 1 035 1 471 2 274 1 931
Schweden 0 3 6 33 116 432
Slowakei 6 20 13 49 52 57
Slowenien 0 1 7 36 48 50
Spanien 4 16 125 173 339 256
Tschechische Republik 2 10 20 38 59 79
Ungarn 4 11 59 98 168 209
Zypern 0 0 1 1 2 1
9. Bei wie vielen von den in Frage 8 erfragten bewilligten Ersuchen konnte
anschließend eine erfolgreiche Vollstreckung durchgeführt werden (bitte
entsprechend Frage 6 aufschlüsseln)?
Vollstreckte Geldsanktionen 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 1 3 5 74 85 3
Bulgarien 134 173 212 90 70 12
Dänemark 66 109 44 46 39 0
Estland 2 7 9 4 0 0
Finnland 7 6 6 1 1 0
Frankreich 6 7 3 6 1 0
Griechenland 2 5 2 5 0 0
Irland 0 0 0 0 0 0
Italien 17 41 62 64 34 1
Kroatien 43 81 84 45 22 0
Lettland 2 36 38 23 8 0
Litauen 152 231 169 104 99 12
Luxemburg 172 139 297 268 205 0
Malta 0 0 1 0 1 0
Niederlande 833 698 907 857 664 191
Österreich 8 18 10 7 0 0
Polen 2 520 4 109 3 185 2 355 1 627 102
Portugal 43 68 63 46 21 4
Rumänien 1 042 1 607 1 598 868 608 65
Schweden 41 65 57 61 1 0
Slowakei 11 17 5 9 2 0
Vollstreckte Geldsanktionen 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Slowenien 20 20 38 18 3 0
Spanien 62 93 125 90 51 10
Tschechische Republik 14 18 13 14 1 0
Ungarn 153 168 189 128 77 8
Zypern 0 0 0 0 0 0
In Verfahren aus dem Jahr 2020 wurden darüber hinaus 22 Ersuchen im
Vereinigten Königreich vollstreckt.
Auch diese Zahlen beinhalten, wie in der Antwort zu Frage 4, freiwillige
Zahlungen ohne zwangsweise Durchsetzung.
In der Gesamtschau der dargestellten Statistiken in den Antworten zu den
Fragen 6, 8 und 9 wird darauf hingewiesen, dass alle übrigen ins Ausland
übersandten Ersuchen zurückgenommen wurden (zum Beispiel wegen Eintritts der
deutschen Vollstreckungsverjährung).
10. Wie hoch waren die jährlichen Einnahmen aus den in Frage 9 erfragten
erfolgreichen Vollstreckungen, und wem kamen diese Einnahmen zugute
(bitte entsprechend Frage 6 aufschlüsseln)?
Der Erlös aus der Vollstreckung fließt nach Artikel 13 des Rahmenbeschlusses
Geldsanktionen dem jeweiligen Vollstreckungsstaat zu.
Einnahmen in EUR 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Belgien 98,50 271,50 1 449,00 14 693,00 16 721,68 495,50
Bulgarien 19 681,39 33 762,25 40 662,32 18 942,40 17 403,55 3 776,65
Dänemark 11 593,86 17 703,12 11 418,25 47 743,51 7 820,50 0,00
Estland 288,10 1 288,90 1 169,50 3 613,50 0,00 0,00
Finnland 4 608,50 1 707,68 681,00 228,50 128,50 0,00
Frankreich 841,00 1 003,80 395,50 1 609,00 178,50 0,00
Griechenland 347,00 1 562,00 1 263,11 2 061,39 0,00 0,00
Irland 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Italien 3 856,51 9 892,37 23 065,31 17 465,30 16 202,15 128,50
Kroatien 6 636,26 14 995,93 17 024,67 8 015,69 3 803,80 0,00
Lettland 1 182,79 8 873,95 6 837,87 3 567,10 1 263,00 0,00
Litauen 24 622,95 39 239,28 34 110,06 33 570,05 17 761,10 2 784,61
Luxemburg 54 719,29 30 647,86 71 803,97 58 097,34 50 299,74 0,00
Malta 0,00 0,00 178,50 0,00 98,50 0,00
Niederlande 171 115,51 158 307,45 226 191,77 228 930,02 145 773,05 36 465,80
Österreich 61 588,16 21 811,05 8 860,50 8 507,00 0,00 0,00
Polen 479 594,15 767 632,41 647 959,51 466 838,80 298 582,52 15 945,46
Portugal 14 022,70 14 694,10 17 067,07 12 526,00 3 440,70 679,00
Rumänien 189 948,97 276 617,87 323 394,03 179 688,98 125 768,67 11 611,15
Schweden 8 640,05 15 963,00 12 505,46 14 045,80 128,50 0,00
Slowakei 4 736,41 3 439,50 662,50 1 200,30 197,00 0,00
Slowenien 11 031,04 8 215,06 5 248,70 2 599,50 285,50 0,00
Spanien 10 145,73 23 272,95 22 273,50 18 095,21 7 633,90 1 732,60
Tschechische Republik 7 693,19 4 443,28 2 107,60 2 270,50 108,50 0,00
Ungarn 27 513,04 35 061,34 32 343,24 23 398,04 11 772,26 981,30
Zypern 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
In Verfahren aus dem Jahr 2020 wurden darüber hinaus Ersuchen im
Gesamtwert von 4 107,54 Euro im Vereinigten Königreich vollstreckt.
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ISSN 0722-8333]
Relationen
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