Einkommensentwicklung der Landwirtschaft und Höfesterben (Antwort zu Drs. 21/279)
Text
Einkommensentwicklung der Landwirtschaft und Höfesterben (Antwort zu Drs. 21/279)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/668
21. Wahlperiode 24.06.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stephan Protschka, Peter Felser, Danny
Meiners, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/279 –
Einkommensentwicklung der Landwirtschaft und Höfesterben
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
In Deutschland gibt es derzeit noch rund 255 000 landwirtschaftliche Betriebe,
die gemeinsam etwa 16,6 Millionen Hektar Fläche bewirtschaften. Seit dem
Jahr 2010 mussten über 44 000 Höfe dauerhaft aufgeben. Diese Entwicklung
verstärkt den seit Jahrzehnten andauernden Strukturwandel in der
Landwirtschaft (www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-
Forstwirtschaft-Fischerei/Landwirtschaftliche-Betriebe/Tabellen/betriebsgroes
senstruktur-landwirtschaftliche-betriebe.html).
Besonders betroffen sind kleinere und mittlere Familienbetriebe mit weniger
als 100 Hektar Fläche. Während deren Zahl kontinuierlich sinkt, steigt die
Zahl größerer Betriebe über 100 Hektar. Inzwischen bewirtschaften 14 Prozent
der Betriebe bereits 62 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in
Deutschland (www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/landwirtsc
haftszaehlung-hoefesterben-geht-577405). Dieser Wandel wird häufig als
„Höfesterben“ bezeichnet, ein Begriff, der den tiefgreifenden Verlust
landwirtschaftlicher Vielfalt und familiärer Betriebsformen beschreibt (www.bpb.de/g
esellschaft/umwelt/landwirtschaft/325872/strukturwandel).
Die Ursachen für das Höfesterben sind vielfältig. Im Mittelpunkt stehen die
zunehmend schwierige wirtschaftliche Lage mit dauerhaft niedrigen
Erzeugerpreisen, stetig steigenden Betriebskosten und einem wachsenden
Investitionsdruck. Hinzu kommen immer neue gesetzliche Auflagen und Anforderungen,
die Betriebe in immer kürzeren Abständen erfüllen müssen. Besonders kleine
und mittlere Familienbetriebe geraten dadurch unter wachsenden Druck.
Zusätzlich wird das Höfesterben durch agrarpolitische Rahmenbedingungen
verstärkt, etwa durch die an Fläche geknüpfte Verteilung der EU-
Agrarsubventionen oder durch bestimmte Marktregulierungen. Diese begünstigen vor allem
größere und wirtschaftlich besser ausgestattete Betriebe, während kleinere
Höfe zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Kritiker sprechen daher von einer
politischen Mitverantwortung, da viele politische Maßnahmen dem öffentlich
betonten Ziel, bäuerliche Strukturen zu erhalten, in der Praxis widersprechen
(www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/heuchelei-hoefesterben-
559691).
Eine Studie der DZ-Bank geht davon aus, dass bis zum Jahr 2040 nur noch
rund 100 000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland existieren werden.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung
und Heimat vom 24. Juni 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Die durchschnittliche Betriebsgröße wird weiter zunehmen, während das
traditionelle Modell des selbstständig wirtschaftenden bäuerlichen
Familienbetriebs zunehmend an Bedeutung verliert (www.agrarheute.com/management/b
etriebsfuehrung/studie-hoefesterben-noch-lange-ende-565027).
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Bezüglich der Antworten zu den Fragen 1 bis 13 wird auf die Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der AfD „Höfesterben in
Deutschland“ (Bundestagdrucksache 20/792 vom 22. Februar 2022)
verwiesen.
Entsprechend der damaligen Antwort ist der methodische Hinweis
voranzustellen, dass Daten zu verschiedenen der in den Fragen angesprochenen
Sachverhalte ausschließlich über die landwirtschaftlichen Strukturerhebungen
gewonnen werden und die erbetene Darstellung jährlicher Daten über einen 20-
jährigen Zeitraum nicht möglich ist. Um eine konsistente und vergleichbare
Datenbasis bereitzustellen, werden im Folgenden zur Beantwortung der Fragen 1 bis
11 die gleichen Jahre dargestellt wie auf Bundestagdrucksache 20/792. Ergänzt
werden jeweils die Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2023.
Die Angaben zur Tierhaltung im ökologischen Landbau beziehen sich ab dem
Jahr 2010 auf die in die ökologische Wirtschaftsweise einbezogene Zahl der
Tiere und die entsprechenden Betriebszahlen. Angaben zur Zahl der Betriebe
mit Hühnern liegen häufig nicht oder nicht über alle Jahre hinweg vor. Daher
wird in den nachfolgenden Antworten stattdessen auf Daten zur Legehennen-
und Masthühnerhaltung zurückgegriffen.
1. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der
landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt
(bitte für jedes Jahr angeben, nach bio und konventionell unterscheiden
und vergleichbare Daten verwenden)?
a) Wie viele davon wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im
Haupterwerb und wie viele davon wurden im Nebenerwerb geführt?
b) Wie viele Höfe davon haben nach Kenntnis der Bundesregierung
ihren Betrieb von Haupt- auf Nebenerwerb umgestellt, wie viele von
Neben- auf Haupterwerb?
c) Wie viele davon waren nach Kenntnis der Bundesregierung
familiengeführt?
Die Fragen 1 bis 1c werden gemeinsam beantwortet.
Die nachfolgende Übersicht 1 zeigt die Anzahl der landwirtschaftlichen
Betriebe nach Rechtsform und Erwerbscharakter in Deutschland.
Übersicht 1: Landwirtschaftliche Betriebe nach Rechtsform und
Erwerbscharakter
2003 2007 2010 2016 1) 2020 2023 1)
Alle Betriebe
Einzelunternehmen 396.678 350.134 273.030 244.212 228.259 217.800
dav. Haupterwerbsbetr. 175.794 157.502 135.412 117.310 99.184 97.400
Nebenerwerbsbetr. 220.884 192.632 137.618 127.320 129.075 120.400
Betriebe insgesamt 2) 420.697 374.514 299.134 275.392 262.776 255.010
Ökologische Betriebe
Einzelunternehmen 12.471 12.761 14.393 17.002 21.704 23.290
2003 2007 2010 2016 1) 2020 2023 1)
dav. Haupterwerbsbetr. 5.681 5.861 6.649 7.696 8.946 10.110
Nebenerwerbsbetr. 6.790 6.900 7.744 9.783 12.758 13.180
Betriebe insgesamt 2) 13.863 14.474 16.532 19.901 26.133 28.700
1) Die Zahl der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe wurde 2016 und 2023 im Rahmen einer
Stichprobe ermittelt. Daher weicht die Summe der beiden Zahlen von der total erhobenen Anzahl der
Einzelunternehmen ab und ist nur bedingt vergleichbar.
2) Betriebe aller Rechtsformen.
Quelle: Statistisches Bundesamt
In den Strukturerhebungen wird die Anzahl der Betriebe jeweils zu einem
bestimmten Zeitpunkt ermittelt. Die Differenz zwischen den zu zwei Zeitpunkten
erhobenen Daten zur Zahl der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe zeigt den
Saldo aus Zugängen bzw. Abgängen dieser beiden Erwerbsformen an. Diese
erlauben keine Aussagen über die zwischen den Zeitpunkten erfolgten Umstellungen
der Betriebe von Haupt- auf Nebenerwerb bzw. von Neben- auf Haupterwerb.
Im Rahmen der Strukturerhebungen erfolgt keine Erfassung des Merkmals
„familiengeführt“. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass es sich bei
den Einzelunternehmen um familiengeführte Betriebe handelt.
2. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der
landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweine-, Rinder-, Milchvieh-, Hühner- und
Putenhaltung in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte
für jedes Jahr angeben, nach bio und konventionell unterscheiden, nach
Nutztierart aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
a) Wie viele davon wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im
Haupterwerb und wie viele davon wurden im Nebenerwerb geführt?
b) Wie viele Höfe davon haben nach Kenntnis der Bundesregierung
ihren Betrieb von Haupt- auf Nebenerwerb umgestellt, wie viele von
Neben- auf Haupterwerb?
c) Wie viele davon waren nach Kenntnis der Bundesregierung
familiengeführt?
Die Fragen 2 bis 2c werden gemeinsam beantwortet.
Übersicht 2 zeigt die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Tierhaltung
nach Tierarten in Deutschland. Angaben zur Zahl der Einzelunternehmen sowie
der Betriebe im Haupt- und Nebenerwerb liegen nur für Geflügel insgesamt
vor, nicht für Betriebe mit Legehennen-, Masthühner- oder Putenhaltung. Auf
Übersicht 3 wird verwiesen. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 1
verwiesen.
Übersicht 2: Landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung nach Tierarten
2003 2007 2010 2016 1) 2020 1) 2023 1)
Alle Betriebe
Betriebe mit
Schweinen 103.404 80.453 60.097 40.267 31.852 27.600
Rindern 198.066 170.513 144.850 120.966 108.032 100.730
Milchkühen 121.524 101.202 89.763 69.054 54.304 46.610
Legehennen 86.836 72.883 56.286 44.786 47.104 39.230
Masthühnern 10.857 8.680 4.532 3.330 3.828 2.980
Puten 2.882 2.289 1.925 1.848 1.907 1.460
Ökologische Betriebe
Betriebe mit
2003 2007 2010 2016 1) 2020 1) 2023 1)
Schweinen 2.431 2.178 1.859 1.517 1.566 1.780
Rindern 8.652 8.586 9.189 10.464 13.003 14.170
Milchkühen 3.506 3.056 3.938 4.086 4.784 4.890
Legehennen 3.614 3.234 3.854 3.743 5.213 5.400
Masthühnern 585 602 460 345 441 510
Puten 178 158 169 126 133 k. A.
1) In den Jahren 2016, 2020 und 2023 handelt es sich bei „Alle Betriebe“ um Betriebe mit
Haltungsplätzen für Geflügel. Bei „Ökologische Betriebe“ handelt es sich um Betriebe mit ökologisch
gehaltenem Geflügel.
Anmerkung:
k. A.= keine Angabe.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Übersicht 3: Landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung und
Erwerbscharakter
2003 2007 2010 2016 1) 2020 1) 2023 1)
Alle Betriebe
Betriebe mit
Schweinen 103.404 80.453 60.097 40.267 31.852 27.600
dar. Einzelunternehmen 97.996 75.285 54.740 33.616 25.231 21.060
dav. Haupterwerb 50.281 40.724 31.012 19.560 14.503 12.130
Nebenerwerb 47.715 34.561 23.728 13.990 10.728 8.940
Rindern 198.066 170.513 144.850 120.966 108.032 100.730
dar. Einzelunternehmen 186.832 159.509 132.744 107.680 94.037 85.990
dav. Haupterwerb 108.810 94.765 78.531 63.040 50.805 48.360
Nebenerwerb 78.022 64.744 54.213 45.000 43.232 37.630
Milchkühen 121.524 101.202 89.763 69.054 54.304 46.610
dar. Einzelunternehmen 113.268 93.367 80.894 59.750 45.353 37.620
dav. Haupterwerb 85.807 73.530 60.900 45.520 34.973 30.900
Nebenerwerb 27.461 19.837 19.994 14.170 10.380 6.720
Geflügel 2) 93.556 78.538 60.450 49.093 49.388 42.690
dar. Einzelunternehmen 90.053 75.162 56.884 44.778 45.766 37.220
dav. Haupterwerb 33.217 29.176 23.949 18.200 17.707 14.700
Nebenerwerb 56.836 45.986 32.935 26.100 28.059 22.520
Ökologische Betriebe
Betriebe mit
Schweinen 2.431 2.178 1.859 1.517 1.566 1.780
dar. Einzelunternehmen 2.092 1.810 1.501 1.152 1.181 -
dav. Haupterwerb 1.198 1.081 846 640 652 -
Nebenerwerb 894 729 655 490 529 -
Rindern 8.652 8.586 9.189 10.464 13.003 14.170
dar. Einzelunternehmen 7.813 7.593 8.075 9.059 10.976 -
dav. Haupterwerb 4.040 3.905 4.053 4.710 5.244 -
Nebenerwerb 3.773 3.688 4.022 4.670 5.732 -
Milchkühen 3.506 3.056 3.938 4.086 4.784 4.890
dar. Einzelunternehmen 3.117 2.672 3.445 3.502 3.992 -
dav. Haupterwerb 2.417 2.184 2.660 2.900 3.119 -
Nebenerwerb 700 488 785 810 873 -
Geflügel 3.918 3.547 3.721 4.028 5.511 5.770
dar. Einzelunternehmen 3.543 3.154 3.247 3.369 4.555 -
dav. Haupterwerb 1.665 1.546 1.567 1.640 2.123 -
Nebenerwerb 1.878 1.608 1.680 1.670 2.432 -
1) Die Zahl der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe wurde 2016, 2020 und 2023 nur im Rahmen
einer Stichprobe ermittelt. Daher weicht die Summe der Zahlen von der total erhobenen Anzahl der
Einzelunternehmen ab.
2) 2016, 2020 und 2023 handelt es sich bei „Alle Betriebe“ um Betriebe mit Haltungsplätzen für
Geflügel. Bei „Ökologische Betriebe“ handelt es sich um Betriebe mit ökologisch gehaltenem
Geflügel.
Quelle: Statistisches Bundesamt
3. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Wachstumsschwelle
der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland
entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach bio und konventionell
unterscheiden und vergleichbare Daten verwenden)?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 3 der Kleinen Anfrage der
Fraktion der AfD „Höfesterben in Deutschland“ auf Bundestagdrucksache
20/792 wird verwiesen.
Auch in der Agrarstrukturerhebung 2023 hat sich die Entwicklung fortgesetzt,
dass die Zahl der Betriebe ab der Größenklasse 100 bis 200 Hektar (ha)
landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) zunimmt, während die Zahl der Betriebe in
den darunterliegenden Größenklassen zurückging.
4. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Wachstumsschwelle
der landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweine-, Rinder-, Milchvieh-,
Hühner- und Putenhaltung in den letzten 20 Jahren in Deutschland
entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach bio und konventionell
unterscheiden, nach Nutztierart aufschlüsseln und vergleichbare Daten
verwenden)?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 3 der Kleinen Anfrage der
Fraktion der AfD „Höfesterben in Deutschland“ auf Bundestagdrucksache
20/792 wird verwiesen.
Der Trend zu größeren Tierbeständen setzt sich nach den Ergebnissen der
Agrarstrukturerhebung 2023 fort.
5. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der
landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland nach der
Fläche entwickelt (bitte für jedes Jahr und in den Schritten <10 ha, 10 bis
50 ha, 50 bis 100 ha, 50 bis 200 ha und >200 ha angeben sowie nach bio
und konventionell unterscheiden)?
Auf die Antwort zu Frage 3 wird verwiesen. Die nachfolgende Übersicht 4
zeigt die Entwicklung der Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den
erbetenen Größenklassen in Deutschland.
Übersicht 4: Landwirtschaftliche Betriebe nach Größenklassen der LF
LF von … bis
unter … ha
2003 2007 2010 2016 2020 2023
Alle Betriebe
unter 10 165.411 138.566 74.665 67.817 66.253 64.620
10 - 50 171.894 150.670 139.228 123.342 113.633 108.800
50 - 100 54.929 53.399 51.623 47.666 44.737 42.590
100 und mehr 28.463 31.879 33.618 36.567 38.153 39.000
davon
100 - 200 .1) 21.808 22.828 24.302 24.897 25.090
200 und mehr .1) 10.071 10.790 12.265 13.256 13.910
Betriebe insges. 420.697 374.514 299.134 275.392 262.776 255.010
Ökologische Betriebe
unter 10 3.266 2.966 2.834 3.369 4.673 4.650
10 - 50 7.235 7.421 8.823 10.431 13.065 14.210
50 - 100 2.042 2.321 2.753 3.498 4.628 5.220
100 und mehr 1.320 1.766 2.122 2.603 3.767 4.620
davon
100 - 200 781 1.070 1.382 1.719 2.412 2.880
200 und mehr 539 696 740 884 1.355 1.740
Betriebe insges. 13.863 14.474 16.532 19.901 26.133 28.700
1) Nicht ausgewiesen.
Quelle: Statistisches Bundesamt
6. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der
landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweine-, Rinder-, Milchvieh-, Hühner- und
Putenhaltung in den letzten 20 Jahren in Deutschland nach der Fläche
entwickelt (bitte für jedes Jahr und in den Schritten <10 ha, 10 bis 50 ha,
50 bis 100 ha, 50 bis 200 ha und >200 ha angeben sowie nach Nutztierart
aufschlüsseln und nach bio und konventionell unterscheiden)?
Die Übersichten 5 bis 9 zeigen die Entwicklung der Zahl der
landwirtschaftlichen Betriebe mit Tierhaltung nach Tierarten und in den gewünschten
Betriebsgrößenklassen. Durchgängige Daten für Mastgeflügelbetriebe sowie
Putenbetriebe nach Betriebsgrößenklassen der LF liegen nicht vor. Stattdessen werden
die Zahlen Geflügel haltender Betriebe wiedergegeben.
Übersicht 5: Landwirtschaftliche Betriebe mit Schweinehaltung nach
Größenklassen der LF
Betriebsgruppe/
LF von … bis
unter … ha
2003 2007 2010 2016 2020 2023
Alle Betriebe
unter 10 25.838 17.125 7.872 6.205 5.242 4.970
10 - 50 51.107 38.128 29.605 16.769 11.637 9.820
50 - 100 18.775 16.942 14.760 10.360 8.302 6.950
100 - 200 5.907 6.271 5.919 5.108 4.819 4.190
200 und mehr 1.777 1.987 1.941 1.825 1.852 1.680
Insgesamt 103.404 80.453 60.097 40.267 31.852 27.600
Ökologische Betriebe
unter 10 314 224 155 100 115 -
10 - 50 1.305 1.095 942 729 678 -
Betriebsgruppe/
LF von … bis
unter … ha
2003 2007 2010 2016 2020 2023
50 - 100 482 497 413 397 400 -
100 - 200 217 224 232 186 249 -
200 und mehr 113 138 117 105 124 -
Insgesamt 2.431 2.178 1.859 1.517 1.566 -
Quelle: Statistisches Bundesamt
Übersicht 6: Landwirtschaftliche Betriebe mit Rinderhaltung nach
Größenklassen der LF
Betriebsgruppe
/LF von … bis
unter … ha
2003 2007 2010 2016 2020 2023
Alle Betriebe
unter 10 37.986 29.447 16.726 13.819 12.618 11.430
10 - 50 105.726 87.245 75.874 58.420 49.286 45.210
50 - 100 37.602 35.515 33.293 28.726 25.846 23.760
100 - 200 11.854 13.075 13.565 14.088 14.106 13.960
200 und mehr 4.898 5.231 5.392 5.913 6.176 6.370
Insgesamt 198.066 170.513 144.850 120.966 108.032 100.730
Ökologische Betriebe
unter 10 1.007 773 612 679 829 -
10 - 50 5.083 4.813 5.212 5.667 6.704 -
50 - 100 1.596 1.759 1.932 2.378 3.075 -
100 - 200 566 743 923 1.147 1.552 -
200 und mehr 400 498 510 593 843 -
Insgesamt 8.652 8.586 9.189 10.464 13.003 -
Quelle: Statistisches Bundesamt
Übersicht 7: Landwirtschaftliche Betriebe mit Milchkühen nach Größenklassen
der LF
Betriebsgruppe/
LF von … bis
unter … ha
2003 2007 2010 2016 2020 2023
Alle Betriebe
unter 10 11.154 7.607 4.712 3.159 1.972 1.010
10 - 50 69.550 54.173 46.570 31.635 22.212 17.880
50 - 100 29.141 26.779 25.236 20.518 17.068 14.840
100 - 200 8.542 9.431 9.910 10.124 9.585 9.210
200 und mehr 3.137 3.212 3.335 3.618 3.467 3.480
Insgesamt 121.524 101.202 89.763 69.054 54.304 46.610
Ökologische Betriebe
unter 10 188 108 125 91 98 -
10 - 50 2.081 1.721 2.198 2.110 2.241 -
50 - 100 891 826 1.083 1.225 1.541 -
100 - 200 241 289 408 506 688 -
200 und mehr 105 112 124 154 216 -
Insgesamt 3.506 3.056 3.938 4.086 4.784 -
Quelle: Statistisches Bundesamt
Übersicht 8: Landwirtschaftliche Betriebe mit Legehennen nach Größenklassen
der LF
Betriebsgruppe/
LF von …bis
unter … ha
2003 2007 2010 2016 1) 2020 1) 2023 1)
Alle Betriebe
unter 10 37.155 28.783 14.476 11.406 11.921 10.780
10 - 50 38.479 33.183 31.043 23.674 23.625 20.860
50 - 100 8.217 7.776 7.679 6.539 7.403 6.600
100 - 200 2.475 2.594 2.518 2.513 3.247 3.240
200 und mehr 510 547 570 654 908 920
Insgesamt 86.836 72.883 56.286 44.786 47.104 42.410
Ökologische Betriebe
unter 10 816 661 629 544 699 -
10 - 50 2.059 1.800 2.259 2.103 2.816 -
50 - 100 513 514 640 729 1.105 -
100 - 200 168 194 246 273 454 -
200 und mehr 58 65 80 94 139 -
Insgesamt 3.614 3.234 3.854 3.743 5.213 -
1) 2016, 2020 und 2023 handelt es sich bei „Alle Betriebe“ um Betriebe mit Haltungsplätzen für
Legehennen. Bei „Ökologische Betriebe“ handelt es sich um Betriebe mit ökologisch gehaltenen
Legehennen.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Übersicht 9: Landwirtschaftliche Betriebe mit Geflügel nach Größenklassen der
LF
Betriebsgruppe/
LF von … bis
unter … ha
2003 2007 2010 2016 1) 2020 1) 2023 1)
Alle Betriebe
unter 10 39.777 30.715 15.429 12.398 12.824 11.930
10 - 50 40.797 35.161 32.602 25.130 24.964 22.060
50 - 100 9.360 8.852 8.648 7.507 8.197 7.410
100 - 200 2.923 3.069 2.992 3.126 3.878 3.850
200 und mehr 699 741 779 932 1.221 1.270
Insgesamt 93.556 78.538 60.450 49.093 51.084 46.520
Ökologische Betriebe
unter 10 873 709 575 602 748 -
10 - 50 2.208 1.952 2.167 2.233 2.961 -
50 - 100 570 579 631 780 1.156 -
100 - 200 191 224 264 303 486 -
200 und mehr 76 83 84 110 160 -
Insgesamt 3.918 3.547 3.721 4.028 5.511 -
1) 2016, 2020 und 2023 handelt es sich bei „Alle Betriebe“ um Betriebe mit Haltungsplätzen für
Geflügel. Bei „Ökologische Betriebe“ handelt es sich um Betriebe mit ökologisch gehaltenem
Geflügel.
Quelle: Statistisches Bundesamt
7. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Fläche landwirtschaftlicher Betriebe in den letzten 20 Jahren in
Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr und in ha angeben, nach bio und
konventionell unterscheiden sowie nach Nutztierart aufschlüsseln und
vergleichbare Daten verwenden)?
8. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Fläche landwirtschaftlicher Betriebe mit Schweine-, Rinder-, Milchvieh-,
Hühner- und Putenhaltung in den letzten 20 Jahren in Deutschland
entwickelt (bitte für jedes Jahr und in ha angeben, nach bio und
konventionell unterscheiden sowie nach Nutztierart aufschlüsseln und
vergleichbare Daten verwenden)?
Die Fragen 7 und 8 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die nachfolgende Übersicht 10 zeigt die je Betrieb durchschnittlich
bewirtschaftete Fläche nach Art der Tierhaltung in Deutschland.
Übersicht 10: Durchschnittliche Fläche landwirtschaftlicher Betriebe (ha LF/
Betrieb) insgesamt und nach der Art der Art der Tierhaltung
Betriebsgruppe 2003 2007 2010 2016 1) 2020 1) 2023 1)
Alle Betriebe
Betriebe insgesamt 40,4 45,3 55,8 60,5 63,2 65,0
Betriebe mit Schweinen 47,3 54,8 64,5 71,9 78,8 77,5
Betriebe mit Rindern 54,5 60,3 67,9 75,5 79,8 82,4
Betriebe mit Milchkühen 64,4 71,4 77,3 89,2 97,9 104,5
Betriebe mit Legehennen 24,9 27,5 33,9 37,2 40,7 42,6
Betriebe mit Masthühnern 31,5 37,4 53,2 73,1 71,8 73,6
Betriebe mit Truthühnern 46,7 57,0 68,2 64,8 63,8 63,4
Ökologische Betriebe
Betriebe insgesamt 52,7 59,5 59,3 58,4 62,7 66,7
Betriebe mit Schweinen 66,7 78,2 79,3 83,3 86,9 -
Betriebe mit Rindern 63,3 72,5 72,5 72,7 76,6 -
Betriebe mit Milchkühen 65,8 68,9 66,0 70,4 75,5 -
Betriebe mit Legehennen 37,8 41,7 44,1 48,3 50,41) -
Betriebe mit Masthühnern 44,3 53,5 57,0 67,0 61,21) -
Betriebe mit Truthühnern 71,0 84,5 71,9 60,5 60,01) -
1) 2016, 2020 und 2023 handelt es sich bei „Alle Betriebe“ um Betriebe mit Haltungsplätzen für
Geflügel. Bei „Ökologische Betriebe“ handelt es sich um Betriebe mit ökologisch gehaltenem
Geflügel.
Quelle: Statistisches Bundesamt
9. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der durchschnittliche
Tierbestand an Rindern, Milchvieh, Schweinen, Hühnern und Puten in
den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr
angeben, nach Nutztierart aufschlüsseln, nach bio und konventionell
unterscheiden und vergleichbare Daten verwenden)?
Die nachfolgende Übersicht 11 zeigt die Anzahl der in den landwirtschaftlichen
Betrieben insgesamt gehaltenen Tiere nach Tierarten in Deutschland.
Übersicht 11: Anzahl der in landwirtschaftlichen Betrieben gehaltenen Tiere (in
Tausend)
Tierart 2003 2007 2010 2016 2020 2023
Alle Betriebe
Schweine 26.334 27.125 27.571 27.978 26.300 22.379
Rinder 13.644 12.687 12.535 12.354 11.275 10.850
Milchkühe 4.372 4.071 4.165 4.276 3.932 3.764
Legehennen 38.965 38.464 35.279 51.936 54.478 55.809
Masthühner 54.611 59.222 67.531 93.791 92.461 88.091
Truthühnern 10.604 10.892 11.344 12.360 11.579 8.999
Ökologische Betriebe
Schweine 145 187 156 196 212 244
Rinder 528 546 594 700 861 949
Milchkühe 110 103 141 176 227 247
Legehennen 980 1.568 2.824 4.454 5.762 7.345
Masthühner 191 188 359 1.185 1.307 1.762
Truthühnern 102 169 187 202 231 318
Quelle: Statistisches Bundesamt
10. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der durchschnittliche
Tierbestand pro Hof an Rindern, Milchvieh, Schweinen, Hühnern und
Puten in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes
Jahr angeben, nach Nutztierart aufschlüsseln, nach bio und konventionell
unterscheiden und vergleichbare Daten verwenden)?
Die nachfolgende Übersicht 12 zeigt die im Durchschnitt je
landwirtschaftlichem Betrieb gehaltenen Tiere nach Tierarten in Deutschland.
Übersicht 12: Anzahl der je landwirtschaftlichem Betrieb gehaltenen Tiere
Tierart 2003 2007 2010 2016 2020 2023
Alle Betriebe
Schweine 255 337 459 695 826 811
Rinder 69 74 87 102 104 108
Milchkühe 36 40 46 62 72 81
Legehennen 449 528 627 1.160 1.157 1.316
Masthühner 5.030 6.823 14.901 28.166 24.154 24.069
Puten 3.679 4.758 5.893 6.688 6.072 5.325
Ökologische Betriebe
Schweine 60 86 84 129 136 137
Rinder 61 64 65 67 66 67
Milchkühe 31 34 36 43 47 51
Legehennen 271 485 733 1.190 1.105 1.360
Masthühner 326 312 781 3.434 2.965 3.456
Puten 571 1.069 1.108 1.603 1.734 k. A.
Anm.: k. A. = keine Angabe.
Quelle: Statistisches Bundesamt
11. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil an
ökologisch bewirtschaftetem Ackerland in den letzten 20 Jahren in
Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben und vergleichbare Daten
verwenden)?
Die nachfolgende Übersicht 13 zeigt den ökologisch bewirtschafteten Anteil an
Ackerland in Deutschland.
Übersicht 13: Ökologisch bewirtschaftetes Ackerland (in Tausend ha)
2003 2007 2010 2016 2020 2023
Insgesamt 11.827 11.877 11.847 11.763 11.664 11.681
darunter ökologisch
bewirtschaftet
349 412 428 478 734 870
Anteil in Prozent 2,9 3,5 3,6 4,1 6,3 7,4
Quelle: Statistisches Bundesamt
12. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele Landwirte in den
kommenden fünf Jahren (schätzungsweise) in den Ruhestand gehen
werden, und wenn ja, welchen Einfluss wird das nach Einschätzung der
Bundesregierung auf das „Höfesterben“ (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)
haben?
Aus der Agrarstrukturerhebung 2023 geht hervor, dass von den 217.800
Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern in landwirtschaftlichen Betrieben mit der
Rechtsform Einzelunternehmen rund 37 200 Personen 65 Jahre oder älter sind
(www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwi
rtschaft-Fischerei/Landwirtschaftliche-Betriebe/Publikationen/Downloads-Lan
dwirtschaftliche-Betriebe/statistischer-bericht-arbeitskraefte-2030218239005.xl
sx?__blob=publicationFile&v=6). Dies entspricht einem Anteil von rund
17 Prozent. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Personen in den
kommenden Jahren in den Ruhestand gehen werden.
Das Merkmal der Hofnachfolge wurde mit der zuletzt durchgeführten
Agrarstrukturerhebung 2023 nicht abgefragt, weshalb der Bundesregierung hierzu
keine Kenntnisse vorliegen.
13. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der
Insolvenzen bei landwirtschaftlichen Betrieben in den letzten 20 Jahren in
Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach Betriebsform
aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
Die vom Statistischen Bundesamt monatlich veröffentlichte Insolvenzstatistik
gibt Auskunft über die Zahl der Insolvenzverfahren nach ausgewählten
Wirtschaftsbereichen. Nach der derzeit gültigen Klassifikation (WZ 2008) liegen
jährliche Angaben von 2008 bis 2024 vor. Betriebe des ökologischen Landbaus
werden dabei nicht gesondert erfasst.
Die Zahlen können unter dem Tabellencode 52411-0068 in der GENESIS-
Datenbank abgerufen werden. Es wird auf die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht
von März 2020 bis Mai 2021 verwiesen. Die nachfolgende Übersicht 14 stellt
die Anzahl der Insolvenzverfahren im Bereich „Landwirtschaft, Jagd und
verbundene Tätigkeiten“ dar.
Übersicht 14: Anzahl der beantragten Insolvenzverfahren im Bereich
„Landwirtschaft, Jagd und verbundene Tätigkeiten“
Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Anzahl 137 127 147 126 126 105 117 104 127
Jahr 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Anzahl 94 93 97 82 97 74 102 69
Quelle: Statistisches Bundesamt
14. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Gesamtverschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 20 Jahren in
Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach Betriebsform
aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
Die Entwicklung der Verschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe in den
letzten 20 Jahren ist der Übersicht 15 zu Frage 14 zu entnehmen. Die Zahlen
wurden aus Buchführungsergebnissen des Testbetriebsnetzes des
Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gewonnen.
Dargestellt sind Angaben zu den Nettoverbindlichkeiten (Summe der
Verbindlichkeiten abzüglich des Finanzumlaufvermögens) je Betrieb nach Betriebsformen.
15. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
landwirtschaftlichen Einkommen in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland
entwickelt, und sieht die Bundesregierung diesbezüglich Handlungsbedarf,
und wenn ja, inwiefern (bitte für jedes Jahr angeben, nach Betriebsform
aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
Die Entwicklung der Einkommen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit in den
letzten 20 Jahren ist der Übersicht 16 (s. S. 13 f.) zu entnehmen. Die Zahlen
wurden aus Buchführungsergebnissen des Testbetriebsnetzes des
Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gewonnen. Dabei wird die
Kennzahl „Gewinn plus Personalaufwand je (Voll-)Arbeitskraft“ verwendet,
um den Erfolg von Betrieben mit ungleichen Anteilen nicht entlohnter
Arbeitskräfte vergleichbar zu machen. Diese Kennzahl wird als „Einkommen“
bezeichnet und so auch im Agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung
verwendet.
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16. Wird die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU
und SPD vereinbarte einkommenswirksame Ausgestaltung der ersten
Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie deutlich gesteigerte
für die „Erbringung von Klima-, Umwelt- und Tierwohlleistungen“
umsetzen (www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag202
5.de/files/koalitionsvertrag.pdf, S. 42)?
a) Wenn ja, wie konkret, bis wann, und erwartet die Bundesregierung
dadurch einen positiven Effekt auf die Einkommensentwicklung in
der Landwirtschaft?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 16 bis 16b werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung wird sich gemäß den genannten Vereinbarungen im
Koalitionsvertrag bei den anstehenden Verhandlungen der zukünftigen
Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union für die Erhaltung der
bisherigen einkommenswirksamen Zahlungen der 1. Säule sowie für verbesserte
Ausgestaltungsmöglichkeiten zur Honorierung von Klima-, Umwelt- und
Tierwohlleistungen in der Landwirtschaft einsetzen. Die dadurch erzielbaren
Effekte hängen von den Ergebnissen der Verhandlungen der zukünftigen
Gemeinsamen Agrarpolitik der EU ab.
17. Wird die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU
und SPD vereinbarte Evaluierung und Überarbeitung der Umsetzung der
EU-Richtlinie über unfaire Handelspraktiken, um einen Wettbewerb mit
fairen Erzeugerpreisen im Lebensmittelmarkt zu ermöglichen, umsetzen
(www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/file
s/koalitionsvertrag.pdf, S. 43)?
a) Wenn ja, wie konkret, bis wann, und erwartet die Bundesregierung
dadurch einen positiven Effekt auf die Einkommensentwicklung in
der Landwirtschaft?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 17 bis 17b werden gemeinsam beantwortet.
Mit der Richtlinie (EU) 2019/633 über unlautere Handelspraktiken (sogenannte
UTP-Richtlinie) soll unter anderem den negativen Auswirkungen von
unlauteren Handelspraktiken auf die Einkommenssituation der Landwirte
entgegengewirkt werden. Hierzu wird auf den Erwägungsgrund 7 der UTP-Richtlinie
verwiesen. Die UTP-Richtlinie wurde mit dem Agrarorganisationen-und-
Lieferketten-Gesetz (AgrarOLkG) in der Fassung vom 9. Juni 2021 umgesetzt.
Durchsetzungsbehörde ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung,
die erste Entscheidungen getroffen hat, um unlautere Handelspraktiken zu
unterbinden. Diese sind unter www.ble.de/DE/Themen/Marktorganisation/UTP/V
eroeffentlichungen/UTP_Veroeffentlichungen_Entscheidungen.html?nn=64
6440 abrufbar.
Die Europäische Kommission ist nach der UTP-Richtlinie verpflichtet, bis zum
1. November 2025 einen Evaluierungsbericht vorzulegen. Der Bericht kann mit
Vorschlägen zur Änderung der Richtlinie verknüpft werden. Die
Bundesregierung wird sich in den Prozess konstruktiv einbringen.
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat wird
außerdem nach § 59 Absatz 1 AgrarOLkG bis Ende 2027 unter Beteiligung des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die zum 31. Oktober 2024 in Kraft
getretenen Änderungen im Hinblick auf ihre Wirksamkeit bewerten.
18. Wird die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU
und SPD vereinbarte vollständige Einführung der
Agrardieselrückvergütung umsetzen (www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertr
ag2025.de/files/koalitionsvertrag.pdf, S. 43)?
a) Wenn ja, wie konkret, bis wann, und erwartet die Bundesregierung
dadurch einen positiven Effekt auf die Einkommensentwicklung in
der Landwirtschaft?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 18 bis 18b werden gemeinsam beantwortet.
Die vollständige Wiedereinführung der Energiesteuerentlastung für Betriebe
der Land- und Forstwirtschaft (sogenannte Agrardieselvergütung) ist Teil des
Koalitionsvertrages und wurde als prioritäre Maßnahme im
Koalitionsausschuss am 28. Mai 2025 genannt. Diese Maßnahme hat einen Umfang von ca.
430 Mio. Euro pro Jahr und kann eine finanzielle Entlastung und Stärkung der
Landwirtschaftsbetriebe im Wettbewerb darstellen. Das federführende
Bundesministerium der Finanzen prüft bereits die Umsetzung und Ausgestaltung des
Rechtsetzungsvorhabens.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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