Förderung des Zivilen Friedensdienstes durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
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Förderung des Zivilen Friedensdienstes durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7595
21. Wahlperiode 17.08.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Rocco Kever, Matthias Rentzsch, Denis Pauli, Johann Martel,
Martina Uhr, Dr. Michael Espendiller und der Fraktion der AfD
Förderung des Zivilen Friedensdienstes durch das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) fördert seit vielen Jahren über die Engagement Global gGmbH den
Zivilen Friedensdienst (ZFD; vgl. www.transparenzportal.bund.de/de/detailsuche
?title=Ziviler+Friedensdienst+%28ZFD%29&limit=50&offset=0).
Der ZFD ist nach eigenen Angaben im Transparenzportal des Bundes ein
Instrument der zivilen Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und
Friedensförderung. Er unterstützt weltweit Projekte der gewaltfreien Konfliktbearbeitung und
orientiert sich dabei unter anderem am Nachhaltigkeitsziel 16 der Agenda 2030
(a. a. O.).
Nach Angaben des Transparenzportals des Bundes sind zum Suchbegriff
„Ziviler Friedensdienst (ZFD)“ derzeit insgesamt 14 Maßnahmen beziehungsweise
Fördervorgänge erfasst (a. a. O.).
Für die ausgewählten Maßnahmen wird ein gesamtes Finanzierungsvolumen
von 824,76 Mio. Euro und werden Kofinanzierungen von 0 Euro sowie
Gesamtausgaben von 770,75 Mio. Euro ausgewiesen (a. a. O.).
Zu den im Transparenzportal des Bundes und in den IATI-Daten (IATI =
International Aid Transparency Initiative) ausgewiesenen Maßnahmen zählen
insbesondere:
– DE-1-202549491 (2026 bis 2028, geplant),
– DE-1-202509016 (2026 bis 2028, geplant),
– DE-1-202409019 (2024),
– DE-1-202309029 (2023),
– DE-1-202209484 (2022),
– DE-1-202109007 (2021 bis 2024),
– DE-1-202009009 (2020 bis 2023),
– DE-1-201809003 (2018 bis 2019),
– DE-1-201709484 (2017),
– DE-1-201609486 (2016),
– DE-1-201509488 (2015),
– DE-1-201440569 (seit 2014, Enddatum nicht angegeben),
– DE-1-201409481 (2014) und
– DE-1-201309483 (2013).
Nach Angaben von Engagement Global und des ZFD-Konsortiums wurden seit
1999 rund 1 700 Friedensfachkräfte in mehr als 60 Länder entsandt (vgl. www.
engagement-global.de/files/2_Media/Publikationen/Angebotsblatt/Angebotsbla
t t _Z FD .pdf). Im Jahr 2024 waren nach Angaben des Konsortiums rund
380 Fachkräfte in etwa 45 Ländern tätig (a. a. O.). Der ZFD wird von neun
Trägerorganisationen als Gemeinschaftswerk staatlicher und zivilgesellschaftlicher
Akteure umgesetzt (a. a. O.).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche konkreten Einzelprojekte, Teilprojekte und operativen Vorhaben
wurden im Rahmen der 14 Maßnahmen jeweils umgesetzt oder werden
umgesetzt, und wie begründet sich deren inhaltliche und finanzielle
Ausgestaltung (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
2. Welche konkreten Leistungen, Aktivitäten und Arbeitspakete wurden im
Rahmen der einzelnen Projekte jeweils erbracht (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
3. In welchen Ländern und Regionen wurden die Maßnahmen umgesetzt,
und in welchem finanziellen Umfang entfielen Mittel jeweils auf die
einzelnen Länder bzw. Regionen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
4. Welche lokalen Partnerorganisationen waren an der Umsetzung der
Projekte beteiligt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller; bitte nach Name,
Sitzstaat, Rechtsform, institutioneller Funktion im Projekt, Förderzeitraum
sowie zugewiesenem Finanzvolumen aufschlüsseln)?
5. Welche unmittelbaren und mittelbaren Zahlungsempfänger (einschließlich
Unterauftragnehmer und weitergeleiteter Mittelempfänger) erhielten im
Rahmen der Maßnahmen finanzielle Mittel (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
6. Wie verteilen sich die seit 2013 bewilligten Mittel auf die einzelnen
Trägerorganisationen des ZFD-Konsortiums nach Haushaltsjahr und
Organisation (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
7. Welche Mittelanteile entfallen auf die Engagement Global gGmbH für
Steuerung, Verwaltung, Monitoring, Abrechnung und programmbezogene
Eigenleistungen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
8. Wie verteilen sich die eingesetzten Mittel auf Ausgaben im Einsatzland
sowie auf Ausgaben im Inland, insbesondere auf
a) Personal,
b) Verwaltung,
c) Reisen,
d) Vorbereitung und Schulung,
e) Monitoring und Evaluierung und
f) Projektmittel im Einsatzland
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
9. Wie setzt sich der Personalbestand der Maßnahmen jeweils zusammen
(entsandte Fachkräfte, lokale Mitarbeitende, administrative Kräfte), und
wie ist die jeweilige Organisationsstruktur vor Ort sowie innerhalb der
Engagement Global gGmbH ausgestaltet (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
10. Welche Gesamtkosten sind seit 2013 für Personalaufwendungen
(einschließlich Gehälter, Zulagen, Sozialabgaben, Versicherungen und
sonstiger Vergütungsbestandteile) im Rahmen der Maßnahmen entstanden (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
11. Nach welchen Vergütungs-, Tarif- und Abrechnungsstrukturen werden
entsandte Fachkräfte sowie administratives Personal vergütet, und wie
erfolgt die Abrechnung dieser Kosten gegenüber dem BMZ (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
12. Nach welchen Kriterien, Verfahren und Standards werden Fachkräfte
ausgewählt und qualifiziert, und welche Prüfmechanismen bestehen
hinsichtlich Eignung und Unabhängigkeit (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
13. Welche konkreten Aufgaben und Funktionen nahmen die entsandten
Fachkräfte in den jeweiligen Projekten wahr (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
14. Welche Zielindikatoren wurden für die einzelnen Maßnahmen definiert,
und wie erfolgt deren Messung (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
15. Welche Ergebnisse wurden auf Ebene der einzelnen Maßnahmen im
Hinblick auf die definierten Indikatoren erzielt (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
16. Welche internen und externen Evaluierungen wurden seit 2013
durchgeführt, jeweils unter Angabe von Evaluator, Zeitraum und Kosten (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
17. Welche zentralen Ergebnisse und Empfehlungen ergaben sich aus den
Evaluierungen, und in welchem Umfang wurden diese umgesetzt (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
18. Auf welcher Grundlage erfolgt die Annahme eines
Wirkungszusammenhangs zwischen ZFD-Maßnahmen und Konfliktprävention bzw.
Konfliktreduktion (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
19. Welche Nachweise liegen für einen kausalen oder zumindest plausiblen
Zusammenhang zwischen ZFD-Interventionen und einer Reduktion
gewaltsamer Konflikte vor (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
20. Welche Risikoanalysen wurden vor Bewilligung der Maßnahmen
durchgeführt, und welche politischen, sicherheitsrelevanten und operationellen
Risiken wurden identifiziert (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
21. Welche Prüfmechanismen bestehen für die Mittelverwendung, und in
welchen Intervallen erfolgen Prüfungen, Audits und
Verwendungsnachweiskontrollen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
22. Welche Beanstandungen wurden seit 2013 im Rahmen von Prüfungen
festgestellt, und welche Konsequenzen ergaben sich daraus (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
23. In wie vielen Fällen wurden Mittel ganz oder teilweise zurückgefordert
oder nicht bewilligt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
24. In wie vielen Fällen wurden Korruptionsverdachtsfälle, Verstöße gegen
Förderbedingungen oder sonstige Unregelmäßigkeiten festgestellt (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
25. Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl lokaler
Partnerorganisationen, und welche Ausschlusskriterien werden angewendet (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
26. In welchem Umfang erfolgte im Rahmen der Maßnahmen eine
Zusammenarbeit mit politischen Parteien, Parlamenten, Medien oder sonstigen
politischen Akteuren (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
27. Welche institutionellen Vorkehrungen bestehen, um eine Einmischung in
innerstaatliche politische Prozesse der Partnerländer auszuschließen (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
28. Welche konkreten Projekte und Ergebnisse wurden im Rahmen der
Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen, Flüchtlinge reintegrieren“
erzielt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
29. Welche messbaren Beiträge zur Reduktion von Flucht- und
Migrationsursachen werden den ZFD-Maßnahmen zugeschrieben (vgl. Vorbemerkung
der Fragesteller)?
30. Welche projektbezogenen Informationen liegen der Bundesregierung vor,
die weder im Transparenzportal des Bundes noch in den veröffentlichten
IATI-Daten enthalten sind (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
31. Wie bewertet die Bundesregierung die Effektivität des Zivilen
Friedensdienstes im Gesamtkontext der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
32. Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um Risiken von
Fehlverwendung, Interessenkonflikten oder ineffizienter Mittelverwendung im
Rahmen des ZFD systematisch zu minimieren (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
33. Aus welchen Gründen ist bei der Maßnahme DE-1-201440569 kein
Enddatum angegeben, und nach welchen Kriterien wird über die zeitliche
Begrenzung, Fortführung oder Entfristung dieser Maßnahme entschieden
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Berlin, den 13. August 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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