Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkteinstieg
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Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkteinstieg
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7421
21. Wahlperiode 30.07.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Gerrit Huy, Carsten Becker, Achim Köhler, Lukas Rehm,
Thomas Stephan und der Fraktion der AfD
Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkteinstieg
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt zunehmend und eröffnet
Unternehmen neue Möglichkeiten zur Automatisierung von Arbeitsabläufen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei nach Auffassung der Fragesteller
die Auswirkungen dieser Entwicklung auf den Arbeitsmarkt und auf den
Berufseinstieg.
Erste Erkenntnisse aus Deutschland deuten darauf hin, dass sich diese
Entwicklung bereits auf Tätigkeiten auswirkt, die bisher typischerweise von
Berufseinsteigern ausgeführt wurden. Laut einer Umfrage des ifo Instituts setzen bereits
14 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz für entsprechende
Aufgaben ein. Weitere 40 Prozent erwarten, dass KI innerhalb der kommenden drei
Jahre Tätigkeiten übernehmen wird, die bislang häufig von Berufseinsteigern
ausgeführt wurden (vgl. www.ifo.de/fakten/2026-01-19/berufseinsteigerinnen-i
m-fokus-unternehmen-setzen-auf-soft-skills-und-ki).
Unter den Unternehmen, die bereits KI einsetzen, halten knapp 20 Prozent es
für leicht oder sehr leicht, Hochschulabsolventen teilweise durch KI-gestützte,
geringer qualifizierte Beschäftigte zu ersetzen. Rund 15 Prozent sehen sogar
die Möglichkeit, Berufserfahrung durch KI-Unterstützung teilweise zu
kompensieren (vgl. www.ifo.de/fakten/2026-06-12/erste-unternehmen-sehen-kuenst
liche-intelligenz-als-alternative-zu-qualifikation).
Ergänzend dazu berichten internationale Studien, wie die des Schweizer
Dienstleistungsunternehmens JobCloud AG (vgl. www.jobcloud.ch/c/de-ch/blo
g/erster-jobs-ch-ki-report-ki-veraendert-den-berufseinstieg-und-verunsichert-ju
nge-arbeitnehmende/), dass die Zahl der ausgeschriebenen Stellen für
Berufseinsteiger seit der Einführung von KI Ende 2022 um 32 Prozent
zurückgegangen ist. Laut der Studie sind insbesondere Berufsfelder in den Bereichen
Administration, Marketing, Finanzen und Informationstechnologie betroffen.
Ob und in welchem Umfang diese Entwicklung auf den Einsatz Künstlicher
Intelligenz oder auf andere Faktoren – insbesondere die konjunkturelle
Entwicklung – zurückzuführen ist, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Vor diesem Hintergrund stellt sich den Fragestellern die Frage, welche
Erkenntnisse die Bundesregierung über die möglichen Auswirkungen des
zunehmenden Einsatzes Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkteinstieg hat und
welche Maßnahmen sie zur frühzeitigen Beobachtung und Bewertung dieser
Entwicklung ergriffen hat.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, dass sich die in der
Schweiz beobachtete Entwicklung rückläufiger Einstiegspositionen infolge
des zunehmenden Einsatzes Künstlicher Intelligenz auch in Deutschland
abzeichnen könnte?
2. Welche Beobachtungen liegen der Bundesregierung gegebenenfalls über
mögliche Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf den
Arbeitsmarkteinstieg in Deutschland vor (bitte nach Branchen aufschlüsseln)?
3. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, ob Unternehmen
infolge des Einsatzes Künstlicher Intelligenz ihre Einstellungs-,
Ausbildungsoder Einarbeitungspraxis verändert haben, und wenn ja, welche?
4. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung gegebenenfalls über
mögliche Zusammenhänge zwischen den Veränderungen beim
Arbeitsmarkteinstieg und psychischen Belastungen oder Zukunftsängsten vor?
5. Wie schätzt die Bundesregierung gegebenenfalls das Risko ein, dass der
zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz den Arbeitsmarkteinstieg in
Zukunft nachhaltig erschweren könnte?
6. Hat sich die Bundesregierung vor dem Hintergrund der ifo-Studie vom
12. Juni 2026 mit der möglichen Gefahr eines verstärkten Lohndrucks auf
Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen auseinandergesetzt und sich
eine eigene Auffassung dazu erarbeitet, wenn diese zunehmend durch KI-
unterstützte, geringer qualifizierte Arbeitskräfte substituiert werden können,
und wenn ja, wie lautet diese Auffassung?
7. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung gegebenenfalls aus
der Einschätzung, dass KI-Systeme zunehmend Tätigkeiten übernehmen
könnten, die bislang dem Kompetenzerwerb und der Einarbeitung von
Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern dienten (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
8. Werden die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf den
Arbeitsmarkteinstieg durch die Bundesregierung systematisch erfasst oder ausgewertet
(beispielsweise durch das KI-Observatorium des Bundesministeriums für
Arbeit und Soziales), und wenn nein, warum nicht?
9. Welche Vorsorgemaßnahmen hat die Bundesregierung gegebenenfalls
getroffen oder geplant, um möglichen negativen Auswirkungen Künstlicher
Intelligenz auf den Arbeitsmarkteinstieg frühzeitig entgegenzuwirken?
Berlin, den 28. Juli 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
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ISSN 0722-8333
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