Protokoll der 123. Sitzung des 8. Deutschen Bundestages
Text
Protokoll der 123. Sitzung des 8. Deutschen Bundestages
[Plenarprotokoll 8/1 23
Deutscher Bundestag
Stenographischer Bericht
123. Sitzung
Bonn, Donnerstag, den 7. Dezember 1978
Inhalt:
Erklärung zur Verurteilung Nico Hübners
durch das Stadtgericht von Ost-Berlin . . 9541 A
Eintritt des Abg. Reichold in den
Deutschen Bundestag 9541 B
Verzicht des Abg. Schmidhuber auf die
Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag . . 9541 C
Amtliche Mitteilung ohne Verlesung . . 9541 C
Beratung der Beschlußempfehlung und des
Berichts des Verteidigungsausschusses als
1. Untersuchungsausschuß nach Artikel 45 a
Abs. 2 des Grundgesetzes zu dem Antrag
der Mitglieder der Fraktion der CDU/CSU
im Verteidigungsausschuß auf Einsetzung
des Verteidigungsausschusses als
Untersuchungsausschuß zur Untersuchung des
Spionagefalles Lutze/Wiegel und damit im
Zusammenhang stehender Sachverhalte
— Drucksache 8/2290 —
Ahlers SPD 9541 D
Ernesti CDU/CSU . . . . . . . . . 9546 B
Dr. Voss CDU/CSU . . . . . . . . 9550 A
Horn SPD 9554 A
Möllemann FDP 9558 A
Dr. Apel, Bundesminister BMVg . . . 9562 C
Dr. Wörner CDU/CSU 9567 A
Neumann (Stelle) SPD 9573 B
Leber SPD 9576 D
Beratung der Beschlußempfehlung und des
Berichts des Verteidigungsausschusses zum
Jahresbericht 1977 des Wehrbeauftragten
— Drucksachen 8/1581, 8/2224 —
Dr. Geßner SPD . . . . . . . . . . 9591 D
Ludewig FDP . . . . . . . . . . . 9594 C
Porzner SPD (zur GO) . . . . . . . . 9596 C
Dr. von Bülow, Parl. Staatssekretär BMVg 9596 C
Würzbach CDU/CSU 9600 B
Möllemann FDP . . . . . . . . . 9604 A
Berkhan, Wehrbeauftragter des Deutschen
Bundestages 9605 A
Beratung der Beschlußempfehlung und des
Berichts des Ausschusses für Raumordnung,
Bauwesen und Städtebau zu dem Antrag
der Abgeordneten Dr. Jahn (Münster), Dr.
Schneider, Nordlohne, Eymer (Lübeck),
Francke (Hamburg), Lintner, Link, Luster,
Dr. Möller, Niegel, Kolb, Frau Pack,
Prangenberg, Sauter (Epfendorf), Dr. van
Aerssen und der Fraktion der CDU/CSU
Privatisierung von Grund und Boden und
von Sozialmietwohnungen
Drucksachen 8/1010, 8/1903 —
Dr. Jahn (Münster) CDU/CSU 9609 B
Krockert SPD 9614 B
Gattermann FDP 9616 D
Dr. Haack, Bundesminister BMBau . . . 9619 C
Zweite und dritte Beratung des Entwurfs
eines Neunundzwanzigsten Gesetzes zur
Änderung des Lastenausgleichsgesetzes
— Drucksachen 8/2078, 8/1532, 8/1518 —
Bericht des Haushaltsausschusses gemäß
§ 96 der Geschäftsordnung
— Drucksache 8/2336 —
Beschlußempfehlung und Bericht des
Innenausschusses
— Drucksache 8/2335 —
Krey CDU/CSU . . . 9623 B
Jaunich SPD . . . . . . . . 9624 D, 9630 A
Dr. Wendig FDP 9626 C
Dr. Wittmann (München) CDU/CSU . . 9628 C
von Schoeler, Parl. Staatssekretär BMI . 9631 C
Dr. Becher (Pullach) CDU/CSU (Erklärung
nach § 59 GO) 9632 D
Fragestunde
— Drucksache 8/2339 vom 01. 12. 1978 —
Änderung der Übergangsvorschriften des
Rehabilitationsangleichungsgesetzes (§ 41)
betr. das Auslaufen von
Kinderheilbehandlungen und Krebsnachbehandlungen
MdlAnfr A79 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU
Antw PStSekr Buschfort BMA 9578 C, D, 9579 A
ZusFr Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU . . 9578 D,
9579 A
Altersversorgung deutscher Rückwanderer,
insbesondere aus Südamerika
MdlAnfr A80 01.12.78 Drs 08/2339
Horstmeier CDU/CSU
MdlAnfr A81 01.12.78 Drs 08/2339
Horstmeier CDU/CSU
Antw PStSekr Buschfort BMA . 9579 A, B, C, D,
9580 A
ZusFr Horstmeier CDU/CSU . . . . . . 9579 C
ZusFr Müller (Berlin) CDU/CSU . . . . 9579 D
Vergleichende Untersuchungen über Unf
allrisiken mit Todesfolge; Bereitstellung von
Haushaltsmitteln für die
Unfallursachenforschung
MdlAnfr A83 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Laufs CDU/CSU
MdlAnfr A84 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Laufs CDU/CSU
Antw PStSekr Buschfort BMA . 9580 A, B, C, D,
9581 A, B
ZusFr Dr. Laufs CDU/CSU . 9580 C, D, 9581 A
ZusFr Müller (Berlin) CDU/CSU . . . . 9581 B
Ergebnisse der zweitägigen Klausurtagung
in Sande (Oldenburg) zum Thema
Rentenversicherung
MdlAnfr A85 01.12.78 Drs 08/2339
Nordlohne CDU/CSU
Antw PStSekr Buschfort BMA . . 9581 B, C, D,
9582 A
ZusFr Nordlohne CDU/CSU . . . . . 9581 C, D
ZusFr Müller (Berlin) CDU/CSU . . . . 9581 D
Haltung der Bundesregierung gegenüber
der Ansicht des Hamburger Bürgermeisters
Klose zur Stamokap-Theorie
MdlAnfr A99 01.12.78 Drs 08/2339
Engelsberger CDU/CSU
Antw StMin Wischnewski BK . 9582 A, B, C, D,
9583 A, C
ZusFr Engelsberger CDU/CSU . . 9582 B, C, D
ZusFr Jungmann SPD . . . . . . . . 9582 D
ZusFr Gerster (Mainz) CDU/CSU . . . . 9583 A
ZusFr Gansel SPD . . . . . . . . . 9583 B
ZusFr Dr. Czaja CDU/CSU . . . . . . 9583 B
ZusFr Schmöle CDU/CSU . . . . . . . 9583 C
Verfolgung anderer Farbiger in Namibia
durch die SWAPO
MdlAnfr A3 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Kunz (Weiden) CDU/CSU
Antw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9583 D,
9584 A, B, C
ZusFr Dr. Kunz (Weiden) CDU/CSU . . 9584 A, B
ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . . 9584 B
ZusFr Dr. Corterier SPD . . . . . . . 9584 C
Besuchsreisen für Deutsche in den Norden
Ostpreußens; Erstattung der mit der
Entlassung aus der polnischen und
rumänischen Staatsangehörigkeit verbundenen
Geldleistungen der Aussiedler
MdlAnfr A101 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Hupka CDU/CSU
MdlAnfr A102 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Hupka CDU/CSU
Antw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9584 D,
9585 A, B, C, D, 9586 B, C, D
ZusFr Dr. Hupka CDU/CSU . . 9584 D, 9585 A,
9586 B
ZusFr Sauer (Salzgitter) CDU/CSU . . . 9585 B,
9586 C
ZusFr Müller (Berlin) CDU/CSU . . . . 9585 B
ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . . 9585 C
ZusFr Dr. Czaja CDU/CSU . . 9585 C, 9586 D
ZusFr Schmöle CDU/CSU 9585 D
Vereinbarkeit der Verhaftungswelle in der
UdSSR gegen Angehörige freier
Gewerkschaften und andere Arbeiter mit den
Menschenrechtspakten der Vereinten Nationen
MdlAnfr A104 01.12.78 Drs 08/2339
Jäger (Wangen) CDU/CSU
MdlAnfr A105 01.12.78 Drs 08/2339
Jäger (Wangen) CDU/CSU
Antw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA
9587 A, B, C
ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . 9587 B, C
Haltung der Bundesregierung zum
Wahrungs- und Wiedervereinigungsgebot des
Grundgesetzes
MdlAnfr A106 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Czaja CDU/CSU
MdlAnfr A107 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Czaja CDU/CSU
Antw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9587 D,
9588 A, C, D, 9589 A, B, C
ZusFr Dr. Czaja CDU/CSU 9587 D,
9588 A, 9589 A, B
ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU 9588 B, 9589 B
ZusFr Dr. Hupka CDU/CSU 9588 C
Kunst am Bau
MdlAnfr A89 01.12.78 Drs 08/2339
Müller (Schweinfurt) SPD
MdlAnfr A90 01.12.78 Drs 08/2339
Müller (Schweinfurt) SPD
Antw PStSekr Dr. Sperling BMBau . . . 9589 D,
9590 A
Art der Zusammenarbeit von
Wohnungsgesellschaften mit Mieterinitiativen und
Mieterbeiräten sowie Schaffung einer
rechtlichen Grundlage für Mieterräte
MdlAnfr A91 01.12.78 Drs 08/2339
Meininghaus SPD
MdlAnfr A92 01.12.78 Drs 08/2339
Meininghaus SPD
Antw PStSekr Dr. Sperling BMBau 9590 B, C, D
ZusFr Meininghaus SPD 9590 C
ZusFr Dr. Jahn (Münster) CDU/CSU . . 9590 D
Nichtvorhandensein von
Informationsmaterial über die Lage an der innerdeutschen
Grenze in englischer, französischer und
deutscher Sprache
MdlAnfr A93 01.12.38 Drs 08/2339
Schmöle CDU/CSU
MdlAnfr A94 01.12.78 Drs 08/2339
Schmöle CDU/CSU
Antw PStSekr Höhmann BMB . . . . 9591 A, B
ZusFr Schmöle CDU/CSU 9591 B
Nächste Sitzung 9633 C
Anlage 1
Liste der entschuldigten Abgeordneten . . 9635* A
Anlage 2
Auszahlung eines Kredits an Nicaragua
MdlAnfr A2 01.12.78 Drs 08/2339
Gansel SPD
SchrAntw PStSekr Brück BMZ . . . . . 9635* C
Anlage 3
Vollzug der deutsch-jugoslawischen
Verträge über die Auslieferung und die
Rechtshilfe in Strafsachen; Vertretbarkeit
der jugoslawischen Entscheidung betr. die
Freilassung der inhaftierten deutschen
Terroristen
MdlAnfr A41 01.12.78 Drs 08/2339
Lambinus SPD
MdlAnfr A42 01.12.78 Drs 08/2339
Lambinus SPD
SchrAntw PStSekr Dr. de With BMJ . . 9635* D
Anlage 4
Einfügung besonderer Bestimmungen betr.
den Schutz sozial Schwächerer vor Gewalt-
und Terrorhandlungen in das Strafrecht
MdlAnfr A43 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Wittmann (München) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. de With BMJ . . 9637* B
Anlage 5
Förderung von unentgeltlichen oder
verbilligten Kantinenmahlzeiten bzw. von
Essenszuschüssen
MdlAnfr A44 01.12.78 Drs 08/2339
Pfeffermann CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. Böhme BMF . . . 9637* C
Anlage 6
öffentliche Zuschüsse für
Gewerkschafterschulungen der Hans-Seidel-Stiftung in
Chile
MdlAnfr A47 01.12.78 Drs 08/2339
Kirschner SPD
SchrAntw PStSekr Brück BMZ 9637* D
Anlage 7
Kredite deutscher Banken an den
südafrikanischen Strategic Oil Fund
MdlAnfr A51 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Ehmke SPD
MdlAnfr A52 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Ehmke SPD
SchrAntw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9638* A
Anlage 8
Beteiligung Sun Myung Moons an illegalen
Waffengeschäften; Entzug der
Steuerprivilegien für die Moon-Sekte
MdlAnfr A53 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Langguth CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. Böhme BMF . . . 9638* B
Anlage 9
Ausbau, Satzung und öffentliche Förderung
des deutschen Seminars für
Fremdenverkehr in Berlin
MdlAnfr A56 01.12.78 Drs 08/2339
Hauser (Krefeld) CDU/CSU
MdlAnfr A57 01.12.78 Drs 08/2339
Hauser (Krefeld) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Grüner BMWi . . . . 9638* C
Anlage 10
Umfang der Subventionen für den Bergbau
und Zurechnung von Pensionsbeihilfen,
Altlasten und dem „Kohlepfennig" zu
diesen Subventionen
MdlAnfr A61 01.12.78 Drs 08/2339
Wolfram (Recklinghausen) SPD
MdlAnfr A62 01.12.78 Drs 08/2339
Wolfram (Recklinghausen) SPD
SchrAntw PStSekr Grüner BMWi . . . . 9639* A
Anlage 11
Berichte deutscher Firmen mit Tochter
-
gesellschaften, Zweigniederlassungen und
Vertretungen in Südafrika über ihr
Verhalten in der Republik Südafrika entsprechend
dem Verhaltenskodex der EG für solche
Unternehmen
MdlAnfr A66 01.12. 78 Drs 08/2339
Frau Schlei SPD
MdlAnfr A67 01.12.78 Drs 08/2339
Frau Schlei SPD
SchrAntw PStSekr Grüner BMWi . . . . 9639* B
Anlage 12
Arbeitserlaubnis für jugendliche
Ausländer im Anschluß an den Schulbesuch in der
Bundesrepublik Deutschland
MdlAnfr A82 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Langguth CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Buschfort BMA . . . 9639* D
Anlage 13
Kinderfreundliche Gestaltung ' der
Hausordnungen von
Wohnungsbaugesellschaften
MdlAnfr A86 01.12.78 Drs 08/2339
Wuwer SPD
SchrAntw PStSekr Dr. Sperling BMBau . . 9640* A
Anlage 14
„Nachsubventionierung" im sozialen
Wohnungsbau
MdlAnfr A87 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Schöfberger SPD
MdlAnfr A88 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Schöfberger SPD
SchrAntw PStSekr Dr. Sperling BMBau . . 9640* B
Anlage 15
Kampagne der DDR, ehemalige Nazis
lebten ausschließlich in der Bundesrepublik
Deutschland
MdlAnfr A95 01.12.78 Drs 08/2339
Gerster (Mainz) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Höhmann BMB . . . 9640* D
Anlage 16
Überarbeitung der Ausbildungsordnungen
zur Einführung der beruflichen
Grundbildung
MdlAnfr A96 01.12.78 Drs 08/2339
Wüster SPD
MdlAnfr A97 01.12.78 Drs 08/2339
Wüster SPD
SchrAntw PStSekr Engholm BMBW 9641* A
Anlage 17
Stellung des Fachs Arbeitslehre an der
Hauptschule im Hinblick auf die
Berufsausbildung
MdlAnfr A98 01.12.78 Drs 08/2339
Thüsing SPD
SchrAntw PStSekr Engholm BMBW . . . 9641* D
Anlage 18
Übergabe nicaraguanischer Mitarbeiter der
Firma Siemens in Nicaragua an die Polizei
bei Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft
MdlAnfr A103 01.12.78 Drs 08/2339
Gansel SPD
SchrAntw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9642* A
Anlage 19
Termine für den EG-Beitritt Griechenlands,
Spaniens und Portugals und
Übergangsregelungen; Beteiligung Griechenlands,
Portugals und Spaniens an der EPZ und
Berücksichtigung des Gemeinschaftsrechts bei
der innerstaatlichen Gesetzgebung dieser
Länder vor Abschluß des
Ratifizierungsverfahrens Zum EG-Beitritt
SchrAnfr B1 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Jahn (Braunschweig) CDU/CSU
SchrAnfr B2 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Jahn (Braunschweig) CDU/CSU
SchrAnfr B3 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Jahn (Braunschweig) CDU/CSU
SchrAnfr B4 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Jahn (Braunschweig) CDU/CSU
SchrAntw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9642* B
Anlage 20
Vorbereitung und Arbeitsschwerpunkte der
Europäischen Stiftung
SchrAnfr B5 01.12.78 Drs 08/2339
Seefeld SPD
SchrAnfr B6 01.12.78 Drs 08/2339
Seefeld SPD
SchrAntw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9643* A
Anlage 21
Verbesserung des Rechtsschutzes für
Übersetzer
SchrAnfr B7 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Schäuble CDU/CSU
SchrAnfr B8 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Schäuble CDU/CSU
SchrAntw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9643* C
Anlage 22
Bundesmittel für die Erhaltung von
Kulturgütern in Bolivien
SchrAnfr B9 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Hennig CDU/CSU
SchrAntw StMin Frau Dr. Hamm-Brüchr AA 9644* A
Anlage 23
Schritte gegen die Verunglimpfung eines
deutschen Ministerpräsidenten durch eine
sowjetische Rundfunkstation
SchrAnfr B10 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Czaja CDU/CSU
SchrAntw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9644* B
Anlage 24
Vorlage des Katatrophenplans für
Satellitenabstürze; Rolle der Bundeswehr in
diesem Plan
SchrAnfr B11 01.12.78 Drs 08/2339
Gerlach (Obernau) CDU/CSU
SchrAnfr B12 01.12.78 Drs 08/2339
Gerlach (Obernau) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9644* D
Die Fragen B 13 und 14 — Drucksache
8/2339 vom 01 12. 78 — des Abgeordneten
Kraus (CDU/CSU) ist vom Fragesteller
zurückgezogen.
Anlage 25
Versorgungsleistungen zugunsten des
ehemaligen Studentenführers Daniel Cohn-
Bendit
SchrAnfr B15 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Müller CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. de With BMJ . . . 9645* C
Anlage 26
Verbot des krebserregenden
Benzinzusatzes EDB
SchrAnfr B16 01.12.78 Drs 08/2339
Biechele CDU/CSU
SchrAnfr B17 01.12.78 Drs 08/2339
Biechele CDU/CSU
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9645* D
Anlage 27
Novellierung des Gesetzes zum Schutz
gegen Fluglärm; Einbeziehung der
Lärmschutzzone 2 in die Erstattung für bauliche
Schallschutzmaßnahmen
SchrAnfr B18 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Zimmermann CDU/CSU
SchrAnfr B19 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Zimmermann CDU/CSU
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9646* A
Anlage 28
Daten- und Informationssammelstellen der
Unternehmensverbände auf Branchenebene
und Verbesserung der Erhebungen des
Statistischen Bundesamts
SchrAnfr B20 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Steger SPD
SchrAntw PStSekr Grüner BMWi . . . . 9646* B
Anlage 29
Konsequenzen aus dem Bericht des
Instituts für Unfallforschung des TÜV
Rheinland über „Menschliche Faktoren im
Kernkraftwerk" für das Sicherheitsbewußtsein
des Kraftwerkspersonals
SchrAnfr B21 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Steger, SPD
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9646* C
Anlage 30
Stand der Überlegungen des Arbeitskreises
für Beamtenrechtsfragen zu Fragen der
Nebentätigkeit von Angehörigen des
öffentlichen Dienstes sowie statistische
Erhebungen über die Nebentätigkeit im
öffentlichen Dienst
SchrAnfr B22 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Zeitel CDU/CSU
SchrAnfr B23 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Zeitel CDU/CSU
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9647* D
Anlage 31
Entwicklung von Aufgaben und
Personalbestand der Lastenausgleichsverwaltung
und künftige Weiterverwendung der
Mitarbeiter
SchrAnfr B24 01.12.78 Drs 08/2339
Gansel SPD
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9648* B
Anlage 32
Unterschiedliche Anrechnung der
Wehrdienstzeit auf Besoldung und Beförderung
im öffentlichen Dienst
SchrAnfr B25 01.12.78 Drs 08/2339
Thüsing SPD
SchrAntw PStSekr Dr. von Bülow BMVg 9649* B
Anlage 33
Betrieb und Störfälle in deutschen Ke rn
-kraftwerken in den Jahren 1977 und 1978;
Kraftwerksbau, juristische Verzögerungen,
Genehmigungsverfahren und feste
Bestellungen für Kraftwerke
SchrAnfr B28 01.12.78 Drs 08/2339
Lenzer CDU/CSU
SchrAnfr B29 01.12.78 Drs 08/2339
Lenzer CDU/CSU
SchrAnfr B30 01.12.78 Drs 08/2339
Lenzer CDU/CSU
SchrAnfr B31 01.12.78 Drs 08/2339
Lenzer CDU/CSU
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9649* D
Anlage 34
Schutz der Bevölkerung, insbesondere in
Ballungsgebieten, im Verteidigungsfall
SchrAnfr B32 01.12.78 Drs 08/2339
Frau Hoffmann (Hoya) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9651* B
Anlage 35
Kriterien für eine „politische Tätigkeit"
von Ausländern im Sinne des Ausländer
-
gesetzes
SchrAnfr B33 01.12.78 Drs 08/2339 .
Dr. Czaja CDU/CSU
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9652* B
Anlage 36
Tätigkeit der „Polnischen Sozialistischen
Partei" in der Bundesrepublik, ihres Bun
desvorsitzenden Tadeusz Podgorski und
Zielsetzung seines Publikationsorgans
„Przemiany" (Evolutionen)
SchrAnfr B34 01.12.78 Drs 08/2339
Sauer (Salzgitter) CDU/CSU
SchrAnfr B35 01.12.78 Drs 08/2339
Sauer (Salzgitter) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9652* C
Anlage 37
Kontrolle von 25 Speditionen, Reisebüros,
Druckereien und sonstiger Unternehmen in
der Bundesrepublik Deutschland durch die
SED
SchrAnfr B36 01.12.78 Drs 08/2339
Gerster (Mainz) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr von Schoeler BMI . . . 9652* D
Anlage 38
Zurverfügungstellung von Unterlagen über
NS-Verbrechen durch das betroffene
Ausland
SchrAnfr B37 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Wittmann (München) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. de With BMJ . . . 9652' D
Anlage 39
Steuerliche Behandlung von nur zum
Schein bestehenden Arbeitsverhältnissen
zwischen DKP-Funktionären und
kommunistischen Wirtschaftsunternehmen
SchrAnfr B38 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Waigel CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. Böhme BMF . . . 9654' B
Anlage 40
Besteuerung von sogenannten
Übertrinkgeldern
SchrAnfr B39 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Spöri SPD
SchrAntw PStSekr Dr. Böhme BMF . . . 9654* C
Anlage 41
Überprüfung der Usancen und
Verwaltungsnotwendigkeiten des
Bundesaufsichtsamtes im Hinblick auf Prämienerhöhungen
in der Kfz-Versicherung
SchrAnfr B40 01.12.78 Drs 08/2339
Würtz SPD
SchrAntw PStSekr Grüner BMWi . . 9654* C
Anlage .42
Umfang der Produktionsverlagerungen
deutscher Unternehmen in andere EG-
Staaten
SchrAnfr B41 01.12.78 Drs 08/2339
Sauter (Epfendorf) CDU/CSU
SchrAnfr B42 01.12.78 Drs 08/2339
Sauter (Epfendorf) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Grüner BMWi . . . . 9655* A
Anlage 43
Erlaß der Ausführungsverordnung zum
Textilkennzeichnungsgesetz
SchrAnfr B43 01.12.78 Drs 08/2339
Schreiber SPD
SchrAntw PStSekr Grüner BMWi . . . . 9655* C
Anlage 44
Verringerung des Exports konventioneller
Rüstungsgüter
SchrAnfr B44 01.12.78 Drs 08/2339
Gansel SPD
SchrAntw StMin Frau Dr. Hamm-Brücher AA 9655' D
Anlage 45
Belastung der Stromverbraucher durch den
Kohlepfennig und Höhe des
Subventionsbetrags für die Kohleverstromung in Baden-
Württemberg
SchrAnfr B45 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Spöri SPD
SchrAntw PStSekr Grüner BMWi . . . . 9656' A
Anlage 46
Rabattvergünstigungen für Angehörige des
öffentlichen Dienstes in der Kfz-
Haftpflichtversicherung
SchrAnfr B46 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Jentsch (Wiesbaden) CDU/CSU
SchrAnfr B47 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Jentsch (Wiesbaden) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Grüner BMWi . . . . 9656* C
Anlage 47
Hilfen für die schleswig-holsteinische
Kutterfischerei
SchrAnfr B48 01.12.78 Drs 08/2339
Stutzer CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Gallus BML . . . . . 9657* A
Anlage 48
Einführung einer
„Umweltverträglichkeitsprüfung" für die „Verbraucher von
Landschaft"
SchrAnfr B49 01.12.78 Drs 08/2339
Ueberhorst SPD
SchrAntw PStSekr Gallus BML 9657* C
Anlage 49
Einfluß der Kursentwicklung des Dollar auf
die Kraftfuttermitteleinfuhren der EG,
insbesondere für küstennahe Standorte
SchrAnfr B50 01.12.78 Drs 08/2339
Rainer CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Gallus BML . . . . 9657* D
Anlage 50
Einbeziehung der Sägewerksarbeiter in die
Winterbauförderung
SchrAnfr B51 01.12.78 Drs 08/2339
Engelsberger CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Buschfort BMA . . . . 9658* B
Anlage 51
Zahl der Unfälle mit Todesfolge und
Bereitstellung von Haushaltsmitteln zur
Verringerung der Unfallrisiken in den Jahren
1970 bis 1977
SchrAnfr B52 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Laufs CDU/CSU
SchrAnfr B53 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Laufs CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Buschfort BMA . . . . 9658* C
Anlage 52
Benachteiligung ehemaliger
Kriegsteilnehmer und Kriegsgefangener bei der
Bewertung der Ersatzzeiten in der
Rentenversicherung
SchrAnfr B54 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Wörner CDU/CSU
SchrAnfr B55 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Wörner CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Buschfort BMA . . . . 9659* D
Anlage 53
Heranziehung der Ärzte aus dem
süddeutschen Bereich zum Sanitätsdienst und der
Ärzte aus dem norddeutschen Bereich zum
gewöhnlichen Dienst in der Bundeswehr
SchrAnfr B56 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Jobst CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. von Bülow BMVg 9660* B
Anlage 54
Stationierung einer Sanitätseinheit der
Bundeswehr mit Ärzten in den
leerstehenden Räumen des ehemaligen
Kreiswehrersatzamtes Frankfurt/M., Königsberger
Straße
SchrAnfr B57 01.12.78 Drs 08/2339
Link CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. von Bülow BMVg 9660* C
Anlage 55
Gewährung von Fürsorgemaßnahmen an
Soldaten der Bundeswehr erst nach Kauf
einer Fahrkarte für den
Bundeswehromnibus, der zwischen einer entlegenen
Garnison und dem Bahnhof verkehrt
SchrAnfr B58 01.12.78 Drs 08/2339
Würzbach CDU/CSU
SchrAnfr B59 01.12.78 Drs 08/2339
Würzbach CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. von Bülow BMVg 9660* D
Anlage 56
Beginn der Vorarbeiten für die
Feststellung der Lärmschutzbereiche nach dem
Fluglärmgesetz
SchrAnfr B60 01.12.78 Drs 08/233
Dr. Freiherr Spies von Büllesheim CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. von Bülow BMVg 9661* A
Anlage 57
Import salmonellenverseuchten Fleischs
aus Holland in die Bundesrepublik
Deutschland
SchrAnfr B61 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Jobst CDU/CSU
SchrAntw StSekr Dr. Wolters BMJFG . . 9661* B
Anlage 58
Ergebnisse des Forschungsvorhabens über .
nichtärztliche Psychotherapeuten
SchrAnfr B62 01.12.78 Drs 08/2339
Hasinger CDU/CSU
SchrAntw StSekr Dr. Wolters BMJFG . . 9662* A
Anlage 59
Gründung von „Buchclubs für
zeitgeschichtliche Literatur" durch Verlage zur
Verbreitung von NS-Propaganda
SchrAnfr B63 01.12.78 Drs 08/2339
Schreiber SPD
SchrAntw StSekr Dr. Wolters BMJFG . . 9662* B
Anlage 60
Gewährung des Kindergeldes und des
Kinderzuschusses in der Rentenversicherung
an unterhaltspflichtige Personen für ihre
behinderten erwerbsunfähigen Kinder über
das 25. Lebensjahr hinaus
SchrAnfr B64 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Blüm CDU/CSU
SchrAnfr B65 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Blüm CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Buschfort BMA . . . 9662* C
Anlage 61
Sicherstellung der Chancengleichheit von
Klein- und Mittelbetrieben im Verhältnis
zu Großbetrieben im Verkehrsgewerbe
gemäß der 2. Novelle zum
Güterkraftverkehrsgesetz
SchrAnfr B66 01.12.78 Drs 08/2339
Frau Will-Feld CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMV . . . . . 9663* B
Anlage 62
Bessere Berücksichtigung des
Hauptbahnhofs Wiesbaden bei der Intercity-
Linienführung
SchrAnfr B67 01.12.78 Drs 08/2339
Krockert SPD
SchrAntw PStSekr Haar BMV . . . . . 9663* C
Anlage 63
Stillegung von Bundesbahnstrecken in
Baden-Württemberg
SchrAnfr B68 01.12.78 Drs 08/2339
Biechele CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMV . . . . . 9663* D
Anlage 64
Weiterentwicklung des kombinierten
Verkehrs zur Straßenentlastung von
Schwerlastzügen
SchrAnfr B69 01.12.78 Drs 08/2339
Daubertshäuser SPD
SchrAnfr B70 01.12.78 Drs 08/2339
Daubertshäuser SPD
SchrAnfr B71 01.12.78 Drs 08/2339
Daubertshäuser SPD
SchrAnfr B72 01.12.78 Drs 08/2339
Daubertshäuser SPD
SchrAntw PStSekr Haar BMV 9664* A
Anlage 65
Veräußerung der Gebäude der Straßenmei
-
stereien in Dorum, Hagen und Hemmoor
SchrAnfr B73 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. von Geldern CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMV . . . . . 9664* C
Anlage 66
Kapazität der Grenzübergänge im Zuge der
A 881 und zwischen Bietingen und
Thayngen für die Abfertigung von
Kraftfahrzeugen
SchrAnfr B74 01.12.78 Drs 08/2339
Bindig SPD
SchrAntw PStSekr Haehser BMF . . . . 9664* D
Anlage 67
Ausbaunormen für Autobahnen
SchrAnfr B75 01.12.78 Drs 08/2339
Bindig SPD
SchrAntw PStSekr Haar BMV . . . . . 9665* B
Anlage 68
Streichung der geplanten Autobahnen
Kempten—Irschenberg und Hopferau-
Steingaden sowie Ausbau der Autobahn
Wangen—Autobahnkreuz Allgäu—
Immenstadt als zweispurige Schnellstraße
SchrAnfr B76 01.12.78 Drs 08/2339
Kiechle CDU/CSU
SchrAnfr B77 01.12.78 Drs 08/2339
Kiechle CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMV . . . . . 9665* B
Anlage 69
Beseitigung des schienengleichen Bahn
-ü bergangs in St. Goarshausen; Kündigung
der Mietverträge über einen vom Pächter
ausgebauten Campingplatz zur Erzielung
einer um 839 v. H. erhöhten Pacht durch
das Wasser- und Schiffahrtsamt Koblenz
SchrAnfr B78 01.12.78 Drs 08/2339
Berger (Lahnstein) CDU/CSU
SchrAnfr B79 01.12.78 Drs 08/2339
Berger (Lahnstein) CDU/CSU
SchrAnfr B80 01.12.78 Drs 08/2339
Berger (Lahnstein) CDU/CSU
SchrAnfr B81 01.12.78 Drs 08/2339
Berger (Lahnstein) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMV 9665* C
Anlage 70
Unterrichtung der Bundestagsabgeordneten
über Streckenstillegungen in ihrem
Wahlkreis
SchrAnfr B82 01.12.78 Drs 08/2339
Jäger (Wangen) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMV 9666* B
Anlage 71
Entscheidung über die Einrichtung eines
S-Bahnhaltepunkts in Hilden-Ost
SchrAnfr B83 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Holtz SPD
SchrAntw PStSekr Haar BMV . . . . . 9666* C
Anlage 72
Senkung der Flugpreise in der
Bundesrepublik Deutschland
SchrAnfr B84 01.12.78 Drs 08/2339
Manning SPD
SchrAnfr B85 01.12.78 Drs 08/2339
Manning SPD
SchrAntw PStSekr Haar BMV . . . . . 6966* D
Anlage 73
Lage der Flugüberwachung und der
Sicherheit im Luftraum der Bundesrepublik
Deutschland sowie Konkurrenz im
Personenverkehr zwischen der Bundesbahn und
der Lufthansa
SchrAnfr B86 01.12.78 Drs 08/2339
Frau Hoffmann (Hoya) CDU/CSU
SchrAnfr B87 01.12.78 Drs 08/2339
Frau Hoffmann (Hoya) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMV . . . . . 9667* A
Anlage 74
Erhaltung der Bundesbahnschule und
Errichtung einer Fachhochschule der
Bundesbahn in Bebra
SchrAnfr B88 01.12.78 Drs 08/2339
Böhm (Melsungen) CDU/CSU
SchrAnfr B89 01.12.78 Drs 08/2339
Böhm (Melsungen) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMV 9667* D
Anlage 75
Aufhebung ländlicher Poststellen in Baden-
Württemberg
SchrAnfr B90 01.12.78 Drs 08/2339
Biechele CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMP 9668* A
Anlage 76
Anwendung der sogenannten
Funktionsgruppenregelung auf die Angehörigen des
höheren Postdienstes
SchrAnfr B91 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Friedmann CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMP 9668* A
Anlage 77
Nichtanrechnung der Ermäßigung der
Fernsprechgebühren bei Bezug sozialer
Vergünstigungen
SchrAnfr B92 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Stercken CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMP 9668* C
Anlage 78
Verbesserung der Dienstleistungen der
Post im ländlichen Raum
SchrAnfr B93 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Köhler (Wolfsburg) CDU/CSU
SchrAnfr B94 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Köhler (Wolfsburg) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMP 9668* D
Anlage 79
Verbesserung der
Verständigungsmöglichkeiten für Schwerhörige am Telefon
SchrAnfr B95 01.12.78 Drs 08/2339
Jäger (Wangen) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr . Haar BMP . . . . . 9669* A
Anlage 80
Mißstand durch das Zusammentreffen
mehrerer Telefonortsnetze in Erkrath
SchrAnfr B96 01.12.78 Drs 08/2339
Dr. Holtz SPD
SchrAntw PStSekr Haar BMP . . . . . 9669* B
Anlage 81
Erweiterung des Fernsprechnetzes zur
Entlastung der Fernsprechleitungen in der Zeit
des Mondscheintarifs
SchrAnfr B97 01.12.78 Drs 08/2339
Frau Hoffmann (Hoya) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Haar BMP . . . . . 9669* C
Anlage 82
Klärung der rechtlichen Möglichkeiten des
Bundesbaugesetzes zur Erhebung von
Erschließungsbeiträgen für Anlagen zum
Schutz von Baugebieten gegen schädliche
Umwelteinwirkungen durch Gemeinden
SchrAnfr B98 01.12.78 Drs 08/2339
Schmitz (Baesweiler) CDU/CSU
SchrAnfr B99 01.12.78 Drs 08/2339
Schmitz (Baesweiler) CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Dr. Sperling BMBau . . 9669* D
Anlage 83
Ausführungen des Parlamentarischen
Staatssekretärs Engholm über die
Einführung von Strukturräten, die Lohnpolitik
der Gewerkschaften und die Einführung
der 35-Stunden-Woche zur Schaffung neuer
Arbeitsplätze
SchrAnfr B100 01.12.78 Drs 08/2339
Stutzer CDU/CSU
SchrAnfr B101 01.12.78 Drs 08/2339
Stutzer CDU/CSU
SchrAnfr B102 01.12.78 Drs 08/2339
Stutzer CDU/CSU
SchrAntw PStSekr Engholm BMBW . . . 9670* B
Anlage 84
Auffassung des Bundespostministers zu den
Tests mit jugendlichen Bewerbern um einen
Ausbildungsplatz sowie Aussagewert von
Schulabgangszeugnissen
SchrAnfr B103 01.12.78 Drs 08/2339
Hoffmann (Saarbrücken) SPD
SchrAntw PStSekr Engholm BMBW . . . 9670* D
123. Sitzung
Bonn, den 7. Dezember 1978
Beginn: 9 Uhr
Präsident Carstens: Meine Damen und Herren, die
Sitzung ist eröffnet.
Vor Eintritt in die Tagesordnung möchte ich eine
Erklärung abgeben.
Am 14. März 1978 ist Nico Hübner; ein junger in
Ost-Berlin wohnender Deutscher, verhaftet worden.
Nico Hübner hatte sich unter Hinweis auf den
entmilitarisierten Status der Stadt geweigert, einer
Aufforderung zur Tauglichkeitsuntersuchung für den
Dienst in der Nationalen Volksarmee
nachzukommen. Am 7. Juli 1978 verurteilte das Stadtgericht
von Ost-Berlin Hübner zu fünf Jahren
Freiheitsentzug.
Die drei Westmächte haben anläßlich der
Verhaftung und anläßlich der Verurteilung gegenüber der
Sowjetunion darauf hingewiesen, daß diese
Maßnahmen den in den Nachkriegsvereinbarungen der
Vier Mächte und der Gesetzgebung des Alliierten
Kontrollrats festgelegten, bis heute
fortbestehenden entmilitarisierten Status Berlins verletzen., Sie
haben eine Überprüfung des Urteils gefordert. Wir
sind den drei Westmächten für diese Haltung
dankbar.
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat seine
Solidarität mit Nico Hübner bekundet. Viele Bürger
aus dem Inland und Ausland haben sich in
zahlreichen Petitionen für ihn eingesetzt.
Ich bringe die gemeinsame Überzeugung der
Mitglieder des Deutschen Bundestages zum Ausdruck,
daß das Urteil gegen Nico Hübner dem
Rechtsempfinden widerspricht. Der Deutsche Bundestag
appelliert an die Verantwortlichen, Nico Hübner
freizulassen. Die Bundesregierung wird aufgefordert, das
in ihren Kräften Stehende zu tun, um die
Freilassung von Nico Hübner zu erwirken.
(Beifall bei allen Fraktionen)
Ich darf einige weitere Mitteilungen zur Kenntnis
des Hauses bringen.
Als Nachfolger für den ausgeschiedenen
Abgeordneten Strauß hat der Abgeordnete, Reichold mit
Wirkung vom 4. Dezember 1978 die Mitgliedschaft
im Deutschen Bundestag erworben. Ich begrüße den
neuen Kollegen sehr herzlich und wünsche ihm
eine erfolgreiche Mitarbeit im Deutschen
Bundestag.
(Beifall)
Der Abgeordnete Schmidhuber hat mit Wirkung
vom 6. Dezember 1978 auf seine Mitgliedschaft im
Deutschen Bundestag verzichtet.
Amtliche Mitteilung ohne Verlesung
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 1. Dezember 1978
beschlossen, der Bundesregierung wegen der Haushaltsrechnung
und Vermögensrechnung des Bundes für das Haushaltsjahr 1976
(Jahresrechnung 1976) auf Grund der Bemerkungen des
Bundesrechnungshofes Entlastung gemäß Artikel 114 des Grundgesetzes
und § 114 der Bundeshaushaltsordnung zu erteilen.
Ich rufe nunmehr Punkt 10 der Tagesordnung auf:
Beratung der Beschlußempfehlung und des
Berichts des Verteidigungsausschusses als
1. Untersuchungsausschuß nach Artikel 45 a
Abs. 2 des Grundgesetzes zu dem Antrag
der Mitglieder der Fraktion der CDU/CSU
im Verteidigungsausschuß auf Einsetzung
des Verteidigungsausschusses als
Untersuchungsausschuß zur Untersuchung des
Spionagefalles Lutze/Wiegel und damit im
Zusammenhang stehender Sachverhalte
— Drucksachen 8/2290, 8/2350 —
Berichterstatter:
Abgeordneter Ahlers
Abgeordneter Ernesti
Abgeordneter Horn
Abgeordneter Möllemann
Abgeordneter Dr. Voss
Das Wort als Berichterstatter hat der Herr
Abgeordnete Ahlers.
Ahlers (SPD) : Herr Präsident! Meine Damen und
Herren! Es ist Bericht zu erstatten über die
Tätigkeit des Verteidigungsausschusses als
Untersuchungsausschuß im Spionagefall Lutze/Wiegel.
Vor fast genau einem Jahr, am 14. Dezember
1977, wurde dieser Ausschuß auf Antrag der CDU/
CSU-Fraktion einvernehmlich eingesetzt, nachdem
sowohl die Bedeutung dieses schon geraume Zeit
zurückliegenden Falles als auch die Tatsache seiner
nur zögerlichen Behandlung im
Verteidigungsministerium öffentlich bekanntgeworden waren. Über
die Notwendigkeit, eine parlamentarische
Untersuchung zu führen, war man sich in allen drei
Fraktionen von Anfang an klar. Ihr Ziel sollte die
Aufklärung dieser Vorgänge sein, und diese sollte mit der
Absicht vorgenommen werden,
Verbesserungsvorschläge für die Abwehr der von der östlichen
Spionage drohenden Gefahren zu machen. Das Ziel
wurde erreicht, die Absicht wurde verwirklicht. Als
Ergebnis der Beratungen ergab sich
Übereinstimmung hinsichtlich der schwerwiegenden Bedeutung
dieses Falles und des eingetretenen Schadens für die
äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland.
Es ist ein traditionelles Recht des Parlaments, mit
Hilfe von Untersuchungsverfahren seiner
Kontrollfunktion gegenüber Regierung und Exekutive
Nachdruck zu verleihen. Zum siebten Mal konstituierte
sich deshalb der Verteidigungsausschuß als
Untersuchungsausschuß. In den vergangenen Jahren war
das fast nie mehr der Fall gewesen. Ich meine, auch
weiterhin sollte die Regel gelten, daß die kräftigen
Mittel eine um so stärkere Wirkung zeigen, wenn
sie nur vorsichtig dosiert angewendet werden.
Aus Gründen der Geheimhaltung steht nur dem
Verteidigungsausschuß das Recht zu, sich selber als
Untersuchungsausschuß zu etablieren. Aus diesen
Gründen gilt für ihn auch nicht die allgemeine Regel
des Art. 44 des Grundgesetzes, wonach die
Beweiserhebung "generell in öffentlicher Verhandlung
vorzunehmen ist. Gleichwohl haben wir dem
berechtigten Verlangen der Öffentlichkeit nach öffentlicher
Behandlung weitgehend Rechnung getragen. Nur
verhältnismäßig selten wurde die Öffentlichkeit
ausgeschlossen.
Bedauerlicherweise gelangte auch aus diesen
Geheimsitzungen einiges Material auf den Markt. Die
Hoffnung des Verfassungsgebers, durch die
Spezialvorschrift genügend Vorsorge getroffen zu haben,
daß Geheimnisse nicht über den Kreis der Befugten
hinausgelangen, hat sich nicht erfüllt; denn
parteipolitische Zwecke haben bei der ganzen Sache von
Anfang an eine große Rolle gespielt.
(Zustimmung des Abg. Horn [SPD])
Dennoch haben die Mitglieder des Ausschusses
die erwähnten gemeinsamen Ziele nie aus den
Augen verloren, und die gemeinsame Absicht
bestimmte auch das zumeist gute Klima, welches in
den Sitzungen herrschte. Dafür ist neben allen
anderen Kollegen, die sich aktiv an der Arbeit des
Ausschusses beteiligen konnten, in erster Linie den
Vorsitzenden, Herrn Dr. Wörner und dem Kollegen
Wilfried Penner, zu danken.
(Beifall bei allen Fraktionen)
Letzterer hatte sich als juristischer Fachmann zur
Verfügung gestellt und ist dabei schon fast zum
Verteidigungsexperten geworden.
Die beiden Vorsitzenden haben in enger
Kooperation sachlich und zuweilen sogar humorvoll den
Ausschuß geleitet. Sie haben manche juristische
Hürde genommen, andere einfach umritten und
einige schwierige Situationen gemeistert. Bis auf
wenige . Ausnahmen konnten erfreulicherweise auch
Peinlichkeiten vermieden werden.
Ich möchte dies besonders hervorheben; denn der
Ausschuß hatte sich auch vorgenommen, durch seine
Arbeit das Ansehen des Bundestages zu heben und
der Aufforderung Herbert Wehners, nach einem
neuen parlamentarischen Stil zu suchen,
nachzukommen. Auch sollte der weitverbreiteten Ansicht
entgegengewirkt werden, Untersuchungsausschüsse
seien zu nichts nutze, weil sie lediglich als
Instrument parteipolitischer Taktik mißbraucht würden.
Wie auch immer das Urteil über unsere Arbeit
ausfallen mag, jedenfalls ist der Ausschuß nicht
ausgegangen wie das bekannte Hornberger Schießen. Die
Verfahrensregeln der IPA und ihre angemessene
Auslegung durch die Vorsitzenden haben sich
bewährt. Die Rechte der Minderheit, die ein
parlamentarisches Untersuchungsverfahren bestimmen,
wurden voll gewährt.
Darüber hinaus hat es sich als zweckmäßig
erwiesen, einen Ad-hoc-Ausschuß zu bilden, dem die
beiden Vorsitzenden, die Berichterstatter und die
Obleute angehörten. In dieser Runde konnten viele
Fragen vorgeklärt und die Abläufe der Sitzungen
beraten werden.
Doch will ich nicht so tun, als ob alles nur eitel
Sonnenschein gewesen wäre. Es hat eine Reihe
unschöner Szenen gegeben sowie eine Flut von
Verdächtigungen, von Vorverurteilungen und, wie schon
erwähnt, von Indiskretionen. Dazu hat offensichtlich
das Denken an die vielen wichtigen Wahlkämpfe
dieses nun zu Ende gehenden Jahres beigetragen.
Die Opposition meinte wohl, aus dem Spionagefall
Kapital schlagen zu können.
Für zukünftige Fälle sollte deshalb festgehalten
werden, daß ganz offensichtlich die Ergebnisse der
Landtagswahlen von der Spionageaffäre, von der
Arbeit unseres Ausschusses und von den damit im
Zusammenhang stehenden personellen
Veränderungen nicht beeinflußt wurden. Entsprechende
Anstrengungen hätte man sich also ersparen können.
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU] : Das stimmt
doch nicht, was Sie da sagen!)
Die Langzeitwirkung solcher Vorkommnisse wird
weit überschätzt. Sie reduziert sich auf Null, wenn,
wie geschehen, die Regierung durch rasche
Entscheidungen das Heft wieder fest in ihre Hände nimmt.
(Lachen bei der CDU/CSU)
— So war es. Sie brauchen sich nur die
Wahlergebnisse anzugucken.
(Zurufe von der CDU/CSU)
Besonders unangenehm fiel der Ausschußmehrheit
und nach meinen Beobachtungen — —
Präsident Carstens: Herr Abgeordneter, ich bitte
Sie, sich an die Funktion des Berichterstatters zu
halten.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Ahlers (SPD) : Das will ich gern tun, Herr
Präsident. Trotzdem muß ich diese Feststellung hier noch
treffen: Besonders unangenehm fiel der
Ausschußmehrheit und nach meinen Beobachtungen auch
einer Mehrheit in der Minderheit der fortgesetzte
Versuch auf, die Intimsphäre des Zeugen Herbert Laabs
zum Gegenstand von Befragung und zum Teil sogar
zum Gegenstand von Nachforschungen zu machen.
Man ging sogar so weit, am Rande auch noch den
Bundeskanzler mit diesem privaten Bereich in
Berührung zu bringen zu suchen. Aber schon während
der Vernehmung des Bundeskanzlers am 24. Februar
stellte sich auf sehr eindeutige Weise heraus, daß
es nicht gelingen konnte, den Kanzler in diese Sache
hineinzuziehen. Es soll deshalb und auch, um
Ministerialdirektor a. D. Herbert Laabs Gerechtigkeit
widerfahren zu lassen, darauf hingewiesen werden,
daß auch die Minderheit in ihrem Schlußbericht,
wenn auch nur eingeschränkt, von dem Verdacht
abgerückt ist, Laabs habe mit der Angeschuldigten
Renate Lutze ein intimes Verhältnis gehabt und
dadurch den Spionagefall erleichtert.
So unerfreulich diese Vorgänge waren, eine
heitere Note ergab sich aus der verbissenen Suche
einiger Oppositionskollegen nach einer sogenannten
Förderliste, die sich im Besitz von Herrn Laabs
gefunden haben soll.
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU]: Danach hat
nicht die Opposition gesucht, sondern Herr
Laabs!)
— Herr Laabs hat sie aber nicht gefunden, weil es
sie nicht gab. — Darunter wurde die
Zusammenstellung von Namen sozialdemokratischer Beamter
verstanden, die in höhere Positionen gebracht werden
sollten. Man wollte unbedingt den Beweis antreten,
daß eine angebliche Genossenwirtschaft und
Nepotismus auch im Spionagefall eine Rolle gespielt
haben könnten.
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU]: Haben sie
auch!)
Zur Charakterisierung dieses Vorgehens eignet sich
der psychologische Begriff der Projektion. Darunter
versteht man die Übertragung eigener Wünsche,
Vorstellungen und Handlungsweisen auf andere.
(Beifall bei der SPD)
Wir wissen, daß man auch in den von der CDU/CSU
regierten Ländern in Personalfragen nicht gerade
zimperlich ist.
(Dr. Kohl [CDU/CSU] : Was hat denn das
eigentlich mit einem Bericht zu tun? —
Zuruf des Abg. Dr. Schäuble [CDU/CSU])
— Das ist ein Bericht über die Arbeit —
(Dr. Kohl [CDU/CSU] : Wir sind doch nicht
im SPD-Unterbezirk Kreuznach! — Weitere
Zurufe von der CDU/CSU)
— Nun seien Sie doch nicht so nervös, Herr Kohl!
(Dr. Kohl [CDU/CSU] : Sie sollen sich parla
-
mentarisch ordentlich verhalten! — Fortge
setzte Zurufe von der CDU/CSU)
— Herr Kohl! Ihre Personalpolitik, Herr Kohl, ist
doch weit bekannt, die Sie in Rheinland-Pfalz
getrieben haben.
(Dr. Jenninger [CDU/CSU] : Das steht doch
nicht zur Debatte!)
— Doch.
Präsident Carstens: Herr Abgeordneter, ich muß
Sie nochmal bitten, sich an die Rolle des
Berichterstatters zu halten.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Ahlers (SPD) : Gern! Aber es ist doch wohl die
Feststellung erlaubt, daß trotz aller Bemühungen die
Suche der Opposition nach der Förderliste erfolglos
geblieben ist. Man ist nicht fündig geworden. Sie
war, wie sich schließlich herausstellte, ein
Phantom.
(Dr. Kohl [CDU/CSU] : Das ist doch nicht
die Sprache eines Berichterstatters! — Kunz
[Berlin] [CDU/CSU] : Das hat doch mit dem
Bericht nichts zu tun!)
In diesem Zusammenhang erlauben Sie mir, Herr
Kohl, eine allgemeine Bemerkung, die Sie
interessieren wird. Im Interesse einer guten Zusammenarbeit
im Leitungsbereich der Häuser, aber auch sonst muß
es ein gewisses Maß an parteilich induzierter
Personalpolitik geben.
(Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Das ist schon
wieder nicht Berichterstattung!)
Wir sollten aufhören, uns deshalb zu genieren.
(Dr. Kohl [CDU/CSU] : Sie haben doch keine
Wertung hier vorzunehmen! — Dr. Schäuble
[CDU/CSU]: Reden Sie doch zur Debatte!)
— Ich nehme gar keine Wertung vor.
(Dr. Kohl [CDU/CSU] : Sie haben einen Be
richt zu geben!)
Dies war zu allen Zeiten so, und ich meine, wir
sollten aufhören, auf tüchtige Beamte nur deshalb
herabzublicken,
(Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Das ist doch
keine Berichterstattung!)
weil sie sich zu einer demokratischen Partei
bekennen.
(Zuruf des Abg. Dr. Kohl [CDU/CSU])
Das gilt auch, Herr Kohl, für Journalisten im
öffentlich-rechtlichen Bereich.
(Zurufe von der CDU/CSU)
Präsident Carstens: Soweit der Berichterstatter
Meinungen wiedergibt, die im Ausschuß geäußert
worden sind, hält er sich im Rahmen der
Berichterstattung.
(Beifall bei der SPD und der FDP)
Ahlers (SPD): Das ist überhaupt keine Frage. —
Entscheidend ist nach meiner und unserer
Auffassung nur, daß solche Beamte auch die Qualifikation
besitzen, die sie für ihr Amt brauchen, und dies
war im Fall von Herbert Laabs gegeben.
(Dr. Jenninger [CDU/CSU] : Da kann man
nur lachen!)
— Sie können ruhig lachen. Aber es war so.
(Dr. Jenninger [CDU/CSU] : Warum ist er
gegangen?)
— Weil er in diese Sache verwickelt war, wie Sie
wissen.
Ihnen liegt die Drucksache vorn 15. November
dieses Jahres vor. Sie enthält den Abschlußbericht
mit der Beschlußempfehlung, daß dieser Bericht
vom Bundestag zur Kenntnis genommen und die
eingegangenen Petitionen und Eingaben für erledigt
erklärt werden. Die Systematik des
Abschlußberichts ist nicht befriedigend, wie ich einräumen muß.
Es war beabsichtigt, die gemeinsamen
Feststellungen und die unterschiedlichen Würdigungen der
Mehrheit und der Minderheit in den einzelnen
Abschnitten organisch miteinander zu verbinden. Dies
erwies sich als unmöglich. Deshalb wurde, auch
wegen der Länge der Ausführungen, der Bericht der
Minderheit an den Schluß des Gesamtberichts
gestellt.
Wie gesagt, trotz aller Schwierigkeiten gelang es,
gemeinsame Feststellungen zu treffen. Ein solches
Ergebnis kann nur erzielt werden, wenn die
Koalitionsmehrheit, die meist ihre Regierung zu
verteidigen hat, bereit ist, auch Unzulänglichkeiten
einzuräumen, und wenn sich die angreifende Minderheit
von Tatsachen überzeugen läßt. Der
Untersuchungsausschuß hat ohne Zweifel fleißig gearbeitet. Er trat
insgesamt 29mal zusammen, 42 Zeugen und
sachverständige Zeugen wurden vernommen, einige
mehrfach befragt. Wir haben uns bemüht, das
parallel laufende Strafverfahren gegen die der Spionage
verdächtigten Personen nicht zu beeinflussen. Der
Untersuchungsauftrag, also der Beweisbeschluß, der
mehrmals ergänzt wurde, war umfassend. Der
Ausschuß hat auch gut daran getan, auf Verteidigungen
zu verzichten.
Den Hintergrund des Spionagefalles bildet
natürlich die enorme Aktivität des
nachrichtendienstlichen Gegners. Zuständige Stellen schätzen, daß
sich bei uns ständig etwa 2 000 Agenten betätigen.
Ihr Ausspähungsbereich ist weit gespannt. Im
Mittelpunkt stehen natürlich unsere eigenen
Streitkräfte und die unserer Verbündeten sowie die
zahlreichen militärischen Einrichtungen auf unserem
Territorium. Man nennt die Spionage das
zweitälteste Gewerbe der Welt. Genau wie im ältesten
Gewerbe arbeiten die Spione im allgemeinen für
Geld und mit den raffiniertesten, oft auch mit den
gemeinsten Mitteln. Der Fall Lutze/Wiegel hat dies
erneut bestätigt. Wegen unserer freiheitlichen
Verhältnisse, die wir nicht aufgeben dürfen, wegen des
verbreiteten Widerwillens gegen strenge Kontrollen
und wegen der Gutgläubigkeit oder Leichtlebigkeit
der Menschen finden die Agenten bei uns ein
ziemlich leichtes Betätigungsfeld.
Die mühevolle Arbeit der Abwehr, die hier auch
einmal gelobt werden soll, wird dadurch erschwert,
daß die Späher aus der DDR keine
Sprachschwierigkeiten kennen, daß sie gute Einstiegsmöglichkeiten
haben und ihre Arbeit deshalb leicht tarnen können.
Man kommt an der Tatsache nicht vorbei, daß das
Ausmaß der östlichen Spionage einen ernsthaften
Störungsfaktor in den Beziehungen zwischen den
beiden deutschen Staaten darstellt.
Bei der Vielzahl der nachrichtendienstlichen
Ansätze kann es nicht ausbleiben, daß von Zeit zu Zeit
auch Fälle von schwerem Landesverrat vorkommen.
Keine Regierung ist davor gefeit. Der Fall Lutze/
Wiegel ist ein solcher Fall gewesen, aber der
Versuch, ihn zu einem einmalig schweren Fall zu
deklarieren, muß mißlingen. Auch aus früheren Zeiten
kennen wir Fälle von vergleichbarem, wenn nicht
schwererem Gewicht. Hier ist vor allem der
Verräter im Bundesnachrichtendienst Felfe zu nennen.
Dieses Gebiet eignet sich nicht zur
Selbstgerechtigkeit.
Die Zahl der durch das Spionentrio, das Ehepaar
Lutze und Herrn Wiegel, als verraten
anzusehenden Dokumente ist groß. Darunter befinden sich
auch solche von schwerwiegender Bedeutung. Doch
kann auf der anderen Seite die erfreuliche
Mitteilung gemacht werden, daß die Zahl der als „streng
geheim" eingestuften Papiere klein ist und daß sich
Operationspläne und Geheimnisse der atomaren
Kampfführung nicht darunter befinden. Manches
von dem, was vermutlich kompromittiert wurde,
war auch bereits öffentlich bekannt. Deshalb sollte
man sich auch vor Übertreibungen des
möglicherweise eingetretenen Schadens hüten.
Bei der öffentlichen Erörterung des
Spionagefalles wurde anfangs häufig eine falsche Optik
eingestellt. Es wurde der Eindruck erweckt, Frau
Renate Lutze sei die Hauptspionin und das Zentrum
des Verrats habe in der Sozialabteilung gelegen.
Heute steht fest, daß der Spionagefall seine Ursache
nicht in der Person von Herrn Laabs hatte und daß
der Großteil der empfindlichen Dokumente nicht aus
seiner Abteilung, sondern aus den Abteilungen
Rüstung und Verwaltung stammte. Offenkundig ist
auch geworden, daß nicht Frau Lutze, sondern ihr
Mann die treibende Kraft bei der Spionagetätigkeit
war.
Der Ausschuß hat eine Reihe von Fehlern,
Versäumnissen und Mängeln bei der Behandlung des
Spionagefalles im Verteidigungsministerium
festgestellt. Dazu gehört in erster Linie, daß seine
schwerwiegende Bedeutung zu spät erkannt und daß er
auch dann noch als Routinefall behandelt wurde.
Doch gibt es dafür mildernde Umstände. In der
fraglichen Zeit waren der damalige
Verteidigungsminister Georg Leber und der, damalige
Generalinspekteur Admiral Zimmermann krank oder
erkrankten. Für ihre engsten Mitarbeiter, für
Staatssekretär Fingerhut und für General Wust, ergab sich
daraus eine übermäßige Arbeitsbelastung. Dies muß
berücksichtigt werden.
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU] : Es standen
Bundestagswahlen vor der Tür!)
— Das spielte natürlich auch eine Rolle. Aber wenn
man krank ist, hat das mit den Wahlen nichts zu tun,
Herr Kollege. — Also für Herrn Fingerhut und für
General Wust ergab sich daraus eine übermäßige
Arbeitsbelastung. Dies muß berücksichtigt werden,
wenn man sich um ein faires Urteil bemüht.
Allerdings wurden auch Mängel festgestellt, die
damit nichts zu tun hatten. Dazu gehörten die
langanhaltenden Kompetenzstreitigkeiten im Hause, eine
ungenügende kollegiale Zusammenarbeit gerade auf
höherer Ebene und ein partiell schlechtes
Betriebsklima. Eine besondere Rolle hat in diesem
Zusammenhang der Zuständigkeitskrieg zwischen dem auf ein
Eigenleben bedachten Militärischen Abschirmdienst
und der für Sicherheitsfragen zuständigen
Führungsabteilung FüS II gespielt.
Als sich herausstellte, daß dieser
Kompetenzkonflikt die Ermittlungen zu erschweren drohte, hat
Staatssekretär Fingerhut eine abgrenzende
Verfügung getroffen, den sogenannten Fingerhut-Erlaß.
Dieser wurde von der Minderheit und auch von
manchen Offizieren als ein Versuch gewertet, die
militärische Seite auszuschalten. Es wurde die
Vermutung ausgesprochen, daß dies im Hinblick auf die
Bundestagswahlen 1976 geschehen sei. Nach
Auffassung der Mehrheit haben die Untersuchungen
ergeben, daß ein solcher Verdacht nicht
aufrechterhalten werden kann. Auch der Wortlaut des
Erlasses läßt für solche Deutungen keinen Raum. In dem
Mehrheitsbericht heißt es, daß der Fingerhut-Erlaß
vom 16. Juni 1976 allein das Ziel verfolgte, die neu
entbrannten Kompetenzstreitigkeiten durch eine
klare Regelung beizulegen. Weiter heißt es an dieser
Stelle, der Führungsstab der Streitkräfte sei zu
keinem Zeitpunkt aus den Ermittlungen ausgeschaltet
worden.
Gemeinsam haben Mehrheit und Minderheit
erklärt, daß der bisherige Generalinspekteur Wust
sich fragen lassen müsse, warum er trotz der
erkannten Bedeutung des Falles auf die routinemäßige
Bearbeitung durch den Apparat vertraut und es
unterlassen habe, im Rahmen seiner Dienstaufsicht die
militärische Schadensbewertung anzumahnen.
Diese Fragestellung hat sich als folgenschwer
erwiesen. Denn die Unteilbarkeit der Verantwortung
für die Verzögerung bei der Schadensbewertung, die
ja die Voraussetzung für mögliche Maßnahmen zur
Schadensbegrenzung bildet, führte zu der Diskussion
über sein weiteres Verbleiben im Amt und legte die
Forderung nach einem Rücktritt nahe. Die Verdienste
des bisherigen Generalinspekteurs sollen dadurch
nicht geschmälert werden. Es versteht sich von
selbst, daß seine persönliche Integrität überhaupt
nicht berührt ist.
(Dr. Kohl [CDU/CSU] : Aber scheinheiliger
geht es wirklich nicht mehr! Was Sie hier
vorführen!)
— Das ist auch eine Wertung, Herr Kohl, und die
sollten Sie sich ruhig ersparen.
(Heiterkeit und Zustimmung bei der SPD —
Dr. Kohl [CDU/CSU] : Nach der Polemik, die
Sie in der Öffentlichkeit betrieben haben!
— Zuruf von der CDU/CSU: Buchstaller! —
Jenninger [CDU/CSU] : Was sind Sie für ein
Kerl!)
Als gescheitert anzusehen, Herr Kohl und Herr
Jenninger, ist in den Augen der Mehrheit der
Versuch der Opposition, den Bundeskanzler mit einer
ähnlichen Verantwortung zu belasten. Wie es sich
gehört, ist der Kanzler vom ersten Tage an über
den Spionagefall unterrichtet worden. Doch konnte
diese Unterrichtung nur so weit reichen, wie es der
Wissensstand derjenigen zuließ, die mit dem
Kanzler persönlich oder mit dem Kanzleramt Verbindung
zu halten hatten. Der Kanzler selber mußte sich
darauf verlassen können, daß die Angelegenheit in
dem zuständigen Ressort ordnungsgemäß behandelt
wurde.
Ebenso verfehlt war nach Meinung der Mehrheit
auch die Kritik an dem früheren
Verteidigungsminister Leber. Er wurde das Opfer unglücklicher
Umstände. Dazu gehörte seine Krankheit, gehörte die
enorme Inanspruchnahme durch andere Fragen, dazu
gehörte auch der langjährige Brauch, der
verhinderte, daß ihm das umfassende Gutachten zur
Kenntnis gebracht wurde, welches für die
Bundesanwaltschaft zum Zwecke der Strafverfolgung hergestellt
worden war. Dieser Brauch ging noch auf die Zeit
der „Spiegel"-Affäre zurück. Er ist inzwischen
abgeschafft worden, sollte aber sicherstellen, daß dem
Gutachter, der vor Gericht auftreten muß, ein
Höchstmaß an Unabhängigkeit zuerkannt werden
kann.
Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, daß
Georg Leber unverzüglich tätig geworden wäre,
wenn er das Gutachten gelesen und dadurch von
dem vollen Ausmaß des Verratsfalles Kenntnis
erhalten hätte. Wir bedauern es sehr, daß durch diese
Umstände die großen Leistungen in den Hintergrund
gerückt wurden, die Georg Leber für unseren Staat
und insbesondere für die Bundeswehr, für ihre
Stellung im Staat und im Bündnis erbracht hat. Als
Berichterstatter der Mehrheit möchte ich ihm in diesem
Augenblick dafür ausdrücklich danken.
(Beifall bei der SPD und FDP)
Zu den Mängeln, die der Untersuchungsausschuß
im Sicherheitsverhalten des Ministeriums
herausgefunden hat und die zu dem Erfolg der Spione
beigetragen haben, gehören weiter: einmal die Unzahl
der geheimzuhaltenden Schriftstücke. Es ist ein
Unding, daß über 600 000 Vorgänge als „Vertraulich",
„Geheim" oder „Streng Geheim" eingestuft werden
und daß jährlich rund 200 000 neue Vorgänge dieser
Art produziert werden. Ein General hat z. B. vor dem
Ausschuß ausgesagt, daß auch die Weihnachtsgrüße
eines ausländischen Kollegen als „Geheim"
eingegangen sind.
(Lachen bei der SPD)
Die verhängnisvolle Folge dieser Flut von
Geheimdokumenten ist, daß sie das
Sicherheitsbewußtsein und die Wachsamkeit vieler Angehöriger des
Ministeriums unterspült.
Zweitens. Zu der großen Zahl von
Geheimpapieren gehört auch die große Zahl von
Panzerschränken, mit denen nur wenige richtig umzugehen
wissen. Offenbar ist der Panzerschrank eine Art
Statussymbol geworden. Wo aber tausend solcher
Schränke verstreut sind, müssen Aufsicht und Kontrolle zu
wünschen übriglassen.
Drittens. Ursächlich für den Erfolg der Spione
waren wohl in erster Linie die Ermächtigungen zum
Zugang zu geheimen Dokumenten. Der
Untersuchungsausschuß hat den Eindruck gewonnen, daß im
Bundesministerium der Verteidigung bei Erteilung
dieser Ermächtigungen nicht die gebotene
Zurückhaltung und Sorgfalt obwalten. So muß die Frage
gestellt werden, ob beispielsweise die
Vorzimmerdame des Leiters der Sozialabteilung ermächtigt sein
muß, Vorgänge bis zur Stufe „Streng Geheim"
einzusehen, wenn der Abteilungsleiter selbst solche
Vorgänge nur höchst selten zu bearbeiten hat. In
all diesen Fällen wurde gegen den Grundsatz
„Kenntnis nur, wenn nötig" verstoßen.
Schließlich muß auch die Frage gestellt werden,
wie effektiv eigentlich die Sicherheitsüberprüfungen
sind, die solchen Ermächtigungen vorangehen und
die sie begleiten, wenn eine Persönlichkeit wie
Lothar Lutze auch bei wehrmaliger Überprüfung und
trotz gezielter Hinweise — auch von Herrn Laabs —
nicht enttarnt werden konnte.
Insgesamt haben wir den Eindruck gewonnen, daß
es im Verteidigungsministerium zwar keinen
Mangel an Sicherheitsvorschriften gibt, wohl aber einen
Mangel an Sicherheitsbewußtsein gab. Herr Lutze
hatte z. B. seine Minox-Kamera gelegentlich offen
auf dem Schreibtisch liegen, ohne daß jemand
Anstoß daran genommen hätte, und er hat bündelweise
Geheimakten im Kofferraum seines Wagens mit
nach Hause nehmen können.
Ich komme zum Schluß: Der
Untersuchungsausschuß hat es nicht bei der Registrierung der
Vorgänge, bei der Auflistung der Mängel, bei der
Feststellung der Versäumnisse bewenden lassen. Da die
des Landesverrats Angeklagten mit verhältnismäßig
einfachen Mitteln einen unverhältnismäßig großen
Spionageerfolg erzielen konnten, hat der Ausschuß
eine Reihe von Folgerungen zur Verbesserung der
Sicherheitslage gezogen. Sie finden diese am Schluß
des Berichts.
Bundesminister Apel hat bereits eine Reihe von
Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und
der Spionageabwehr getroffen. Dazu gehören die
Einrichtung eines Sicherheitsreferates im
Leitungsbereich, die klare Unterstellung des MAD unter den
Stellvertreter des Generalinspekteurs, die
Intensivierung der Aufsicht und die Einengung des
Personenkreises, der Zugang zu den Verschlußsachen
erhält.
Damit hat die Arbeit des Ausschusses einen
zufriedenstellenden Abschluß gefunden.
(Beifall bei der SPD und der FDP)
Präsident Carstens: Das Wort als Berichterstatter
hat der Herr Abgeordnete Ernesti.
.Ernesti (CDU/CSU) : Herr Präsident! Meine sehr
verehrten Damen und Herren! Der Deutsche
Bundestag debattiert heute den vorgelegten
Abschlußbericht des Verteidigungsausschusses als
Untersuchungsausschuß aus Anlaß des Spionagefalles
Lutze/Wiegel und die damit im Zusammenhang
stehenden Sachverhalte. Ich darf auf den Bericht
verweisen und vor allen Dingen auf die Berichtigung
auf der Drucksache 8/2350, die erforderlich wurde
weil in dem Originalbericht einige Unrichtigkeiten
aus drucktechnischen Gründen entstanden sind.
Das Ergebnis der Untersuchung ist in acht
Kapiteln ausgeführt worden, von denen vier vom
gesamten Ausschuß getragen werden, während bei
den weiteren vier Kapiteln die Minderheit der
Auffassung war, daß die von der Mehrheit
vorgenommene Würdigung mit dem Ergebnis der
Beweisaufnahme nicht im Einklang steht. Daher sah sich die
Minderheit gezwungen, in diesen vier Punkten eine
eigene Würdigung vorzunehmen. Nachdem der
Kollege Ahlers bei seiner Berichterstattung den
Schwerpunkt auf die Darstellung der Würdigung der
Mehrheit legte, werde ich verständlicherweise als
Berichterstatter auch die Würdigung der Minderheit
darlegen.
Die Bedeutung des Spionagefalles spiegelt sich
darin wider, daß sich die Gesamtzahl der
Verschlußsachendokumente, die den Spionen zugänglich
waren, auf über 1 000 Vorgänge der
Geheimhaltungsgrade „Vertraulich", „Geheim" und „Streng geheim"
beläuft. Auch auf Grund der Ermittlungen der
Bundesanwaltschaft kann davon ausgegangen werden,
daß davon 17 Vorgänge „Streng geheim" und
40 Vorgänge „Geheim" eingestuft waren. Um Ihnen
einen wirklich nur kleinen Eindruck dieses
Spionagefalles, der auch im Vergleich zu anderen Fällen
für die äußere Sicherheit der Bundesrepublik als
besonders schwerwiegend anzusehen ist, zu geben,
möchte ich sieben Vorgänge aufgreifen.
Das sind zunächst einmal die militärischen
Zustandsberichte der Bundeswehr für 1972 bis 1974
sowie der des Heeres für 1974. Diese
Zustandsberichte geben in zusammenfassender Form ein
detailliertes Leistungsbild über Stärken und Schwächen
der Streitkräfte. Durch die Tatsache, daß die drei
aufeinanderfolgenden Leistungsbilanzen der
Bundeswehr als verraten gelten können, war der
Gegner in der Lage, eine vergleichende Darstellung zu
haben.
Da ist der Streitkräfteplan von 1975 bis 1988. Er
enthält die langfristige Planung für die Entwicklung
der Bundeswehr. Es sind weiterhin die
verteidigungspolitischen Richtlinien, in denen die
verteidigungspolitischen Interessen der Bundesrepublik
Deutschland erörtert, die Rahmenbedingungen für
die Konzeption der militärischen Verteidigung
umrissen und der Auftrag der Bundeswehr
umschrieben werden.
Es gehören auch die Bewertungsergebnisse über
den Kampfpanzer 3 dazu. Sie betreffen die Konzep
-
tion der Bundeswehr für die Panzerbewaffnung der
90er Jahre.
Es sind die Pläne, Analysen und Berichte aus dem
Bereich des NATO-Pipeline-Systems. Dies betrifft
die Treibstoffversorgung der NATO-Verbände
sowohl im Frieden wie auch im Verteidigungsfall.
Zu den Unterlagen gehört der Alarmplan der
Bundeswehr in der Fassung von 1972. Er enthält
Angaben über den Umfang und Stand militärischer
Alarm- und Mobilmachungsvorbereitungen sowie
die Verfahren für die Durchführung der
Alarmierung.
Schließlich ist da der Mobilmachungsplan. Er
enthält die grundsätzlichen Bestimmungen
organisatorischer, personeller und materieller Art zur
Vorbereitung und Durchführung einer Mobilmachung.
Insgesamt ist im Ausschuß übereinstimmend
festgestellt worden, daß der nachrichtendienstliche
Gegner durch den Verrat einen umfangreichen und für
ihn wichtigen Einblick in die Stärken und
Schwächen der Verteidigungsfähigkeit der
Bundesrepublik - Deutschland erhalten hat. Dieser Schaden ist
zum überwiegenden Teil irreparabel.
Für den Komplex der Ermittlungen haben die
Untersuchungen des Ausschusses nach Auffassung der
Minderheit eindeutig ergeben, daß von einer
Behinderung der ermittelnden Beamten des
Bundeskriminalamtes durch den MAD nicht die Rede sein kann.
Dies gilt auch für die Stellen des Ministeriums,
insbesondere für das damals noch bestehende Referat
Fü S II 7. — Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich
ich ab und zu Abkürzungen gebrauche. Im Bericht
werden Sie eine Erklärung dieser Abkürzungen
finden.
Dagegen hat die Beweisaufnahme ergeben, daß
die von Minister Leber gegen Ministerialdirektor
Laabs angeordneten Ermittlungen des MAD von
Brigadegeneral Scherer und Staatssekretär
Fingerhut nicht nur behindert, sondern schließlich sogar
vorzeitig abgebrochen worden sind. Die
Ermittlungen gegen Herrn Laabs beruhten auf einer Aussage
eines Beamten. Dieser hatte einem persönlichen
Gespräch der Frau Lutze entnommen, daß diese einem
Gesprächspartner gegenüber ein intimes Verhältnis
zu Herrn Laabs behauptet hatte. Außerdem hatte sie
sich dabei beklagt, daß Herr Laabs sich nicht für die
Förderung ihres Mannes eingesetzt habe.
(Zuruf von der SPD)
— Ich trage hier die Bewertung der Minderheit vor.
Dieses wissend, gab der Minister die Weisung, gegen
Ministerialdirektor Laabs zügig zu ermitteln und den
Mitwisserkreis kleinzuhalten. Der Chef des Amtes
für Sicherheit der Bundeswehr, Brigadegeneral
Scherer, entschied jedoch am 16. Juni 1976, die
Ermittlungen vorläufig ruhen zu lassen. Gleichfalls im
Juni 1976 führte er hierüber ein Gespräch mit
Staatssekretär Fingerhut. Anschließend wurden die
unterbrochenen Ermittlungen nicht wieder
aufgenommen.
Die Beweisaufnahme hat ferner im Zusammenhang
mit den Ermittlungen schwerwiegende Behinderung
des Führungsstabes der Streitkräfte, insbesondere
des Referats Fü S II 7, durch Brigadegeneral Scherer
und Staatssekretär Fingerhut ergeben. Die
Minderheit ist der Auffassung, diese Behinderungen
bewirkten, daß dringende militärische Aufgaben nicht
rechtzeitig, teilweise sogar bis heute nicht voll erfüllt
werden konnten.
Erschwerend kam außerdem hinzu, daß der MAD,
der dem Bundeskriminalamt Amtshilfe leisten sollte,
seine Tätigkeit aufnahm, ohne den Führungsstab
der Streitkräfte hierüber zu unterrichten.
Insbesondere unterließ die MAD-Gruppe S die nach den
Richtlinien für die Zusammenarbeit zwischen Fü S
II 7 und der MAD-Gruppe S vom 28. Februar 1973
erforderliche Erstunterrichtung des Führungsstabes
der Streitkräfte II 7. Diese Ausschaltung von Fü S
wurde durch den sogenannten Fingerhut-Erlaß vom
16. Juni 1976, ohne daß eine geschäftsordnungsmä
-
ßig Beteilig ng militärischer oder sonstiger Stellen
des Ministeriums, etwa in der Form einer
Mitzeichnung, stattgefunden hätte, festgeschrieben. Da nun
befürchtet werden mußte, daß eine Reihe
notwendiger militärischer Maßnahmen unterbleiben oder sich
über Gebühr verzögern könnte, entwarf der
Referent Fü S II 7 für den damaligen stellvertretenden
Generalinspekteur Wust ein Schreiben an
Staatssekretär Fingerhut. In diesem Schreiben wurde u. a.
auf diese Verzögerung hingewiesen. Leider hat es
General Wust damals abgelehnt, dieses Schreiben
zu unterzeichnen. Die Folge war, daß nach
Herausgabe des Fingerhut-Erlasses der Informationsfluß
und die Zusammenarbeit sowohl innerhalb des
Geschäftsbereiches des Bundesministeriums der
Verteidigung als auch im Verhältnis zur NATO nach
Auffassung der Minderheit auffällig gestört war.
Eine weitere Folge war, daß dadurch die
Einleitung, Überwachung und der Abschluß des
militärischen Verfahrens zum Zweck der
Schadensminderung, wofür nach Geschäftsverteilungsplan des
Bundesministeriums der Verteidigung in der Zentralen
Dienstvorschrift 2/30 eindeutig der Führungsstab
der Streitkräfte zuständig war, zunächst unterblieb.
Nach Aussagen von sachkundigen Zeugen wären
nämlich nicht nur die Benachrichtigungen an die
NATO und an die nationalen Herausgeber bis Ende
1976 abgeschlossen gewesen, auch die
Schadensabgrenzung bis zur letzten bloßgestellten
Verschlußsache wäre bis spätestens Frühjahr 1977 beendet
gewesen. Dies alles, wenn der Führungsstab der
Streitkräfte II 7 in Tätigkeit hätte bleiben dürfen!
Vor diesem Hintergrund — das ist die Auffassung
der Minderheit — müssen die Angaben von
Brigadegeneral a. D. Scherer mit größter Zurückhaltung
aufgenommen werden. Er hat nämlich am Vorabend
seiner Vernehmung mit den dem
Untersuchungsausschuß angehörigen Kollegen Ahlers und Horn ein
etwa anderthalbstündiges Gespräch geführt, das der
Vorbereitung der Vernehmung gegolten hat.
(Hört! Hört! bei der CDU/CSU)
Es bleibt der Eindruck, daß Staatssekretär
Fingerhut mit seinem Erlaß absichtlich das auf schnelle
Bewertung und Minderung des mutmaßlichen
Schadens gerichtete militärische Verfahren
behindert hat. Angesichts der zusätzlichen Gefahren, die
diese Behinderung für die Sicherheit des Staates
heraufbeschwören konnte, war dieses Verhalten
nach Auffassung der Minderheit besonders
unverantwortlich. Bei der Frage nach dem Motiv fällt
auf, daß die Verhaftungen in diesem schwersten
Spionagefall der Bundesrepublik vier Monate vor
der letzten Bundestagswahl erfolgten.
Meine Damen und Herren, beim Komplex der
Unterrichtungen hat die Minderheit des
Ausschusses festgestellt, daß den verantwortlichen
Regierungsstellen die besondere Schwere des
Verratsfalles von Anfang an bekannt war. Dies galt
insbesondere für Staatssekretär Fingerhut. Er gab zu,
am 2. Juni 1976 nicht nur mündlich, sondern auch
schriftlich unterrichtet worden zu sein; denn dieses
hatte ihm erlaubt, seinen Minister am 4. Juni 1976
eingehend zu informieren.
Auch Staatssekretär Schüler räumte vor dem
Ausschuß ein, den Spionagefall von Anfang an für
einen Fall von Bedeutung gehalten zu haben. Der
Bundeskanzler war von Staatssekretär Schüler am
2. Juni 1976 ebenfalls über den Spionagefall
unterrichtet worden. Auch er bestätigte vor dem
Ausschuß, zu keinem Zeitpunkt ein Informationsdefizit
gehabt zu haben. Im Gegenteil: Das, was ihm
vorgetragen worden sei, habe ihm schon damals die
Auffassung vermittelt, daß es sich um einen
schwerwiegenden Fall von Spionage handele.
Zum Komplex „Würdigung der
Schadensbewertung" war der gesamte Ausschuß der Auffassung,
daß die notwendigen Maßnahmen zur militärischen
Schadensbewertung und Schadensminderung
erheblich verzögert worden sind. Die Tatsache, daß erst
18 Monate nach der Aufdeckung des Spionagefalls
und erst im Zusammenhang mit der Einsetzung des
Untersuchungsausschusses eine umfassende
Schadensbewertung in Angriff genommen wurde, ist als
ernstes Versäumnis anzusehen.
Hierzu hat nach Auffassung der Minderheit
beigetragen, daß nach dem Erlaß des Staatssekretärs
Fingerhut vom 16. Juni 1976 die Stabsabteilung
Fü S II die von ihr begonnenen militärischen
Schadensfeststellungen einstellte. Dieser Erlaß mußte
als Versuch der politischen Leitung des
Ministeriums gewertet werden, den als schwerwiegend
erkannten Spionagefall_ den militärischen Stellen
weitgehend zu entziehen. Nach Auffassung der
Minderheit sollte damit der Mitwisserkreis so lange
wie möglich auf Personen beschränkt werden, die
aus der Sicht der Leitung zuverlässig waren.
Zum Komplex der Sicherheitsbestimmungen
wurde durch die Minderheit des Ausschusses folgendes
festgestellt. Ministerialdirektor Laabs hat als Leiter
der Sozialabteilung im Bundesministerium der
Verteidigung Zugang zu Geheimakten gehabt, die er
nach der Aufgabenstellung dieser Abteilung für die
Erfüllung seiner Dienstpflichten nicht hätte zu
kennen brauchen. Er hat die Vorschriften über den
Umgang mit Geheimakten über Jahre hinweg grob
mißachtet. Auch hat er es pflichtwidrig unterlassen,
den Umgang seiner Mitarbeiter mit Geheimakten
dienstaufsichtlich zu überwachen.
Ministerialdirektor Laabs hat durch sein Verhalten den Verrat von
Geheimsachen erleichtert.
Da sich die Zuständigkeit der Sozialabteilung des
Bundesministeriums der Verteidigung auf
allgemeine Sozial- und Fürsorgeangelegenheiten, das
Betreuungswesen, Fragen der sozialen Sicherung
und Berufsförderung erstreckt, sind die zu
bearbeitenden Vorgänge in aller Regel keine
Verschlußsachen. Entsprechend der Zuständigkeit seiner
Abteilung hätte Ministerialdirektor Laabs nach
Auffassung der Minderheit, von seiner Teilnahme an
Abteilungsleiterkonferenzen abgesehen, kaum
Veranlassung gehabt, sich mit Verschlußsachen zu
befassen. Dennoch bekam er eine Reihe von
geheimen und streng geheimen Dokumenten auf den
Tisch, die mit seiner Tätigkeit unmittelbar nichts
zu tun hatten. Beispielhaft sei hier auf den
Streitkräfteplan von 1975 bis 1988 und auf die
Unterlagen zu den Stabsrahmenübungen Wintex 1973
und 1975 hingewiesen.
Nach dem in der Zentralen Dienstvorschrift 2/30,
der Sicherheitsvorschrift, niedergelegten
Grundsatz „Kenntnis nur, wenn nötig" hätte Herr Laabs
die mit seinem Tätigkeitsbereich nicht in
Zusammenhang stehenden Geheimakten nicht zu kennen
brauchen und deshalb auch nicht kennen dürfen.
Daß Herr Laabs dennoch solche Akten auf den
Tisch bekam, lag nach Meinung der Minderheit
daran, daß er Mitglied der SPD sei und seine Nähe
zum Bundeskanzler bekannt gewesen sei. Dies habe
wohl auch dazu beigetragen, daß ihm seitens der
Leitung des Hauses ein besonderes Vertrauen
entgegengebracht wurde und man ihn deshalb
selbstverständlich in alle wichtigen Dinge des
Geschäftsbereichs einweihte.
Die Beweisaufnahme hat weiter ergeben, daß
Ministerialdirektor Laabs in den Jahren, in denen er
die Sozialabteilung leitete, also seit Anfang 1972,
in einer Reihe von Fällen gegen die Vorschriften
über den Umgang mit Verschlußsachen verstoßen
hat. So hat er z. B. zu keiner Zeit seinen
Panzerschrank vorschriftsmäßig verschlossen. Auch ist
festgestellt worden, daß das Kombinationsschloß
seines Panzerschranks seit seinem Dienstbeginn
1972 auf die international übliche Grundzahl 50
eingestellt war. Alle anderslautenden Behauptungen
von Ministerialdirektor Laabs sind nach
Auffassung der Minderheit nachgewiesenermaßen
Schutzbehauptungen. Somit konnte der Panzerschrank von
Herrn Laabs seit 1972 immer allein mit einem
Schlüssel geöffnet werden.
Außerdem hat er den Erstschlüssel für seinen
Panzerschrank nicht, wie die Vorschrift es
erfordert, ständig in persönlichem Gewahrsam gehalten.
Enge Mitarbeiter von ihm bestätigen
übereinstimmend, daß der Abteilungsleiter den Schlüssel
normalerweise, mindestens aber überwiegend in
seinem Aktenkoffer aufbewahrte. Dieser Koffer
verblieb auch dann offen in seinem Dienstzimmer,
wenn er dies kurzfristig oder für längere Zeit
verließ.
Zwei Zeugen gaben darüber hinaus an, Frau
Lutze habe bei Abwesenheit von Ministerialdirektor
Laabs und bei entsprechendem Bedarf den
Schlüssel tatsächlich dem zurückgelassenen Aktenkoffer
entnommen und den Panzerschrank damit geöffnet.
Nach eigenem Bekunden ist Herr Laabs bei seiner
Ermächtigung zum Umgang mit Verschlußsachen im
Jahre 1969 über Inhalt und Sinn der
Sicherheitsbestimmungen belehrt worden. Auch hat er, wie er
ausführte, die Vorschriften in der Folgezeit
gründlich studiert. Sein fortgesetztes Fehlverhalten stellt
daher nach Auffassung der Minderheit eine bewußte
Mißachtung der im Sicherheitsinteresse erlassenen
Vorschriften dar. Dies ist deshalb besonders
schwerwiegend, da er von seinem Vertreter immer wieder
auf die Notwendigkeit der Beachtung der
einschlägigen Dienstvorschriften hingewiesen wurde.
Ministerialdirektor Laabs hat diese Bemühungen jedoch
damit abgetan, daß die Sicherheitsbestimmungen in
seinen Augen Formalismus seien. Diese Bewertung
der Sicherheitsbestimmungen für den Bereich des
Bundesministeriums der Verteidigung unterstrich er
dadurch, daß er einem Stellvertreter hinfort
Zimmerverbot erteilte.
Die Beweisaufnahme hat außerdem ergeben, daß
Herr Laabs eigenem Eingeständnis zufolge nie
kontrolliert hat, in welcher Weise seine Sekretärin mit
Verschlußsachen umging. Ihn hat es also auch nie
gekümmert, daß Frau Lutze nach seinem
abendlichen Weggang des öfteren noch im Büro blieb und
dabei in Gesellschaft ihres Mannes war.
Das Verhalten von Ministerialdirektor Laabs
verdient daher nach Auffassung der Minderheit
schärfste Mißbilligung. Seine bloße Zurruhesetzung
erscheint als Reaktion auf sein Fehlverhalten nicht
ausreichend.
Meine Damen und Herren, im Zusammenhang
mit dem Komplex der Einstellung von
Verdachtspersonen ist die Frage geprüft worden, ob
Ministerialdirektor Laabs auf Bitten von Renate Lutze oder aus
einem anderen Grund die Einstellung von Lothar
Lutze im Bundesministerium der Verteidigung
beeinflußt hat. Der Ausschuß geht nach Anhörung der
Zeugen und Studium der Aktenlage insgesamt davon
aus, daß Herr Laabs auf die Einstellung des Lothar
Lutze im Bundesministerium der Verteidigung nicht
eingewirkt hat.
Die Untersuchungen des Ausschusses hinsichtlich
der Sozialabteilung im Bundesministerium der
Verteidigung haben ergeben, daß nach Auffassung der
Minderheit des Ausschusses die Einstellung von
Herrn Laabs in das Bundesministerium der
Verteidigung, seine Verwendung als Leiter des
neugegründeten Leitungsstabs, seine Ernennung zum Leiter der
neugegründeten Sozialabteilung sowie seine
Ernennung und Verbeamtung vom damaligen
Verteidigungsminister Helmut Schmidt betrieben wurden.
Darüber hinaus ergaben die Zeugenvernehmungen
zusätzlich eine Reihe von Merkwürdigkeiten, die
auf die Person von Herrn Laabs ein bezeichnendes
Licht warfen. Vorschriften über dem Umgang mit
Verschlußsachen nahm er nicht ernst. Zur Uniform
hatte er ein gespanntes Verhältnis. Die
Verweigerung seines Einverständnisses zur Beiziehung seiner
Personalakte aus der Referendarzeit erweckte den
Eindruck, Herr Laabs habe etwas zu verbergen. Über
eine Reihe der zu seiner Abteilung gehörenden
Angehörigen, die, wie die Zeugenvernehmungen
ergaben, Mitglieder der SPD waren, verfügte er in
einer Weise persönlich, daß der zuständige
Unterabteilungsleiter kaum noch die Möglichkeit hatte,
diese Angehörigen zum Dienst einzusetzen.
Die Existenz einer sogenannten Förderliste, die
Ministerialdirektor Laabs nach Presseberichten im
Auftrag des Bundeskanzlers geführt haben soll, ließ
sich in den Verfahren vor dem
Untersuchungsausschuß nicht nachweisen. Die Zeugenaussagen zu der
Vielzahl angeblicher Listen waren widersprüchlich.
Man sprach von Förderliste, von Essensliste, von
Gruppenschulungsliste, von politischem Klub, von
einer Liste mit Namen höchster Beamter im Bundes-
und Landesdienst sowie von Bundes-, Landes- und
Kommunalpolitikern vorn Norden bis zum tiefsten
Süden.
(Möllemann [FDP]: Das war jetzt gerade
eine „listenreiche" Passage!)
Der Verdacht, daß es sie gab, besteht jedoch nach
Auffassung der Minderheit fort:
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU] : Sehr richtig!)
denn eigenartigerweise sorgte sich Herr Laabs nach
der Aussage eines Zeugen weniger um den Fall
Lutze als vor allem um die Liste, und es wurde sogar
ein Abteilungsleiter im Range eines Oberst aus dem
Amt für Sicherheit der Bundeswehr in das
Ministerium geschickt, damit er diese Liste sucht.
Die des Landesverrats angeklagten Eheleute Lutze
und Wiegel haben nach Auffassung des gesamten
Ausschusses mit verhältnismäßig einfachen Mitteln
im Bundesministerium der Verteidigung einen
unverhältnismäßig großen Spionageerfolg erzielt. Auf
der Grundlage des Ergebnisses seiner Ermittlungen
hat der Untersuchungsausschuß deshalb empfohlen,
eine Reihe von Lehren zu ziehen, so u. a., daß das
Sicherheitsbewußtsein aller Personen, die im
Bundesministerium der Verteidigung und in der
Bundeswehr tätig sind, angesichts der Anstrengungen der
gegnerischen Nachrichtendienste geschärft und
ständig wachgehalten werden muß. Dies kann vor allem
durch vermehrte Sicherheitskontrollen erreicht
werden, die das Einhalten der Sicherheitsvorschriften
überwachen. Ungeübtheit und Laxheit bei der
Beachtung der Sicherheitsvorschriften haben wie in
vielen anderen Spionagefällen, so auch in diesem
den Spionen die Arbeit erleichtert.
Lassen Sie mich aus den insgesamt 17
Folgerungen aus dem Spionagefall nur noch einige weitere
aufzählen. Es erscheint geboten, stichprobenweise
Personentaschenkontrollen durchzuführen. Bei der
Neueinstellung von Bediensteten sollte der
vorangehende berufliche Werdegang stärker
berücksichtigt und gewürdigt werden. Die klare und
zweifelsfreie Zuordnung von Aufgaben und Befugnissen und
eine eindeutige Organisation und Befehlsstruktur
auf dem Gebiet der militärischen Sicherheit sind
unabdingbar. Hier ist der Ausschuß insgesamt der
Auffassung, daß die Unterstellung des Militärischen Ab
-
schirmdienstes unter die militärische Führung
beizubehalten ist. Auch dürfen Verschlußvorgänge nur
denjenigen zur Kenntnis gebracht werden, bei denen
hierfür eine unbedingte Notwendigkeit besteht;
Kenntnis nur, wenn nötig. Aus der Reihe von
Maßnahmen zur Verbesserung der Spionageabwehr hat
das Bundesministerium der Verteidigung bereits
einige eingeleitet. In unser aller Interesse ist nur zu
wünschen, daß diese und weitere Maßnahmen auch
tatsächlich vollzogen werden und nicht andere
Ereignisse die Arbeit zum Nutzen unser aller
Sicherheit überrollen.
Zum Abschluß darf ich auch meinerseits als
Berichterstatter dem Vorsitzenden des
Untersuchungsausschusses und seinem Stellvertreter, vor allem
aber auch den Damen und Herren des
Ausschußsekretariats und den beteiligten Angehörigen der
Bundestagsverwaltung für ihre vorbildliche Arbeit
danken.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Präsident Carstens: Von seiten der
Berichterstatter wird das Wort nicht weiter gewünscht.
Ich eröffne die Aussprache. Das Wort hat der Herr
Abgeordnete Dr. Voss.
Dr. Voss (CDU/CSU) : Herr Präsident! Meine sehr
verehrten Damen und Herren! Wenn wir mit der
heutigen Debatte versuchen, einen Schlußstrich
unter das parlamentarische
Untersuchungsverfahren im schwerwiegendsten Spionagefall der
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu ziehen,
dann, meine ich, ist das kein Anlaß zu hochnäsiger
Besserwisserei oder hämischer Schadenfreude.
Denn dazu ist der Schaden zu groß, der durch
diesen Spionagefall entstanden ist.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Aber, Herr Kollege Ahlers, es darf auch kein
Anlaß sein, von den Verantwortlichkeiten derjenigen,
die in diesem Spionagefall eine bedeutende Rolle
gespielt haben, wegen ihrer parteipolitischen
Zugehörigkeit abzulenken und sie zu entlasten.
Vielmehr sehe ich in der heutigen Debatte die
Gelegenheit, einmal die Maßstäbe anzulegen, die an
jeden politisch und militärisch Verantwortlichen bei
uns angelegt werden müssen, ganz gleichgültig,
welcher parteipolitischen Richtung er angehört.
Jeder von uns weiß, daß wir auf Grund unserer
besonderen politischen Lage für Spionagefälle
besonders gefährdet sind. Niemand von uns weiß,
wann der nächste größere Spionagefall aufgedeckt
werden wird, der dann Reaktionen verlangt:
sachgerechter — von politischer wie von militärischer
Seite —, als wir sie in diesem Fall erlebt haben.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Daher, meine Damen und Herren, ist für mich
— unabhängig von der Frage, wie es zu diesem
Spionagefall kommen konnte — besonders
beantwortungsdürftig, ob nach der Aufdeckung dieses
Spionagefalls im Juni 1976 von politischer und
militärischer Seite alles in unserem Staatsinteresse
Erforderliche und Mögliche getan worden ist, um
den für unsere äußere Sicherheit. entstandenen
Schaden soweit wie möglich abzuwenden oder zu
vermindern.
Der ehemalige Bundesminister der Verteidigung,
Leber, sein ehemaliger Staatssekretär Fingerhut,
der ehemalige Generalinspekteur Wust, der
ehemalige Chef des Amtes für Sicherheit in der
Bundeswehr, General Scherer, und der damals wie
heute im Amt befindliche Bundeskanzler waren von
Anfang an über Umfang und Schwere des Verrats
und des dadurch entstandenen Schadens informiert.
Frage also, ob sie etwas — gegebenenfalls was und
wann — veranlaßt haben, um zu einer militärischen
Bewertung des entstandenen Schadens zu gelangen,
did in allen Militärbereichen, in allen Armeen als
erste und unabdingbare Voraussetzung für eine
Abwendung und Minderung von Spionageschäden
angesehen wird. Es ist festzustellen, daß es seit der
Aufdeckung des Spionagefalles am 2. Juni 1976
mehr als 18 Monate, also mehr als eineinhalb Jahre,
gedauert hat, ehe der ehemalige Bundesminister
der Verteidigung, Leber die erste umfassende
Schadensbewertung hinsichtlich der verratenen
Dokumente in Auftrag gab. Dies ist ein Skandal, meine
Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU — Biehle [CDU/
CSU] : Und der Herr Ahlers hat noch die
Verdienste bei diesem Skandal herausge
-
stellt!)
Denn nirgendwo in der Welt dauert eine solche
Schadensbewertung derart lange. Die NATO
verlangt innerhalb von drei Monaten die Meldung von
verratenen Dokumenten und ist in der Regel in drei
weiteren Monaten in der Lage, eine
Schadensbewertung zu erstellen. Von der in unserem
Verteidigungsministerium für die Schadensbewertung
zuständigen Abteilung Fü S II haben wir im
Untersuchungsverfahren erfahren, daß spätestens bis
Anfang 1977, also nach sechs Monaten, diese
Arbeiten auch im Falle Lutze/Wiegel hätten
abgeschlossen sein können und abgeschlossen gewesen
wären, wenn nicht Maßnahmen erfolgt und
Handlungen unterlassen worden wären, die die politische
und militärische Führung zu verantworten hat.
(Kiechle [CDU/CSU]: Vertuschung!)
Bei der Aufdeckung des Spionagefalls im Juni
1976, also drei Monate vor der Bundestagswahl
gelangten so viele Tatsachen zutage, daß den
politisch Verantwortlichen nicht nur die besondere
Schwere des Falles in militärischer und
sicherheitsmäßiger Hinsicht, sondern auch die Brisanz in
parteipolitischer Hinsicht von Anbeginn an klar war. Denn
der Fall übertraf nicht nur in seinem Umfang alles
bisher Dagewesene, sondern mit dem
Abteilungsleiter Laabs, bei dem die Spionin Renate Lutze im
Vorzimmer gesessen hatte, war auch ein
prominenter SPD-Mann in die Sache verwickelt. Ferner stand
fest, daß das spionageverdächtige Ehepaar Lutze
Mitglied der SPD war. Schließlich ergaben sich auch
noch Verdachtsmomente für engere persönliche
Beziehungen zwischen Herrn Laabs und der Spionin
Lutze. Man befürchtete also, daß der Spionagefall
die Wahlchancen der Koalitionsparteien ganz
erheblich beeinträchtigen könnte. Man sah, daß das
Bekanntwerden des Falles die Öffentlichkeit mit
Munition gegen die Regierungskoalition beliefern könn
te, nämlich für die seit dem Fall des DDR-
Meisterspions Guillaume nicht verstummende Behauptung,
daß die SPD-typische Vetternwirtschaft und der SPD-
typische Genossenfilz immer wieder ursächlich
werden könne für schwere Beeinträchtigungen der
Sicherheit unseres Landes. Weil die politisch
Verantwortlichen das sahen, mußte die Zeit bis zur
Bundestagswahl überbrückt werden.
(Kiechle [CDU/CSU] : Zum Schaden unseres
Landes!)
Das tatsächliche Verhalten des ehemaligen
Staatssekretärs Fingerhut und des Brigadegenerals a. D.
Scherer entspricht genau diesem Muster.
Erstens. Fingerhut erklärte am 9. Juni 1976 vor
dem Verteidigungsausschuß des Deutschen
Bundestages wahrheitswidrig, über Umfang und Gewicht
des Falles seien noch keine Angaben möglich,
obwohl er bereits am 2. Juni wußte, daß Dokumente
über die Kriegsfallplanung, die Lagerung von
Kernwaffen, den Verlauf und die Kennzeichnung von
Pipelinetrassen sowie die Alarm- und
Mobilmachungsplanung zu den verratenen Dokumenten
gehörten. Fingerhut versuchte, den schwersten
Spionagefall mit der Bemerkung abzutun, bei
Ministerialdirektor Laabs habe es nichts zu spionieren
gegeben, weil er im wesentlichen über das
Kantinenwesen der Bundeswehr zu arbeiten habe und sich
daher vorwiegend mit Flaschenbier, Bierflaschen und
Bierpreisen zu beschäftigen habe. •
(Lachen und Zurufe bei der CDU/CSU)
Fingerhut kündigte zweitens die baldige
Unterrichtung des Parlamentarischen
Vertrauensmännergremiums an; diese erfolgte nie.
Drittens. Eine Kleine Anfrage der CDU/CSU
wurde ausweichend beantwortet, und zwar mit dem
Hinweis auf das schwebende Ermittlungsverfahren
beim Generalbundesanwalt.
Viertens. Zusammen mit seinem willfährigsten
Erfüllungsgehilfen Scherer — ebenfalls SPD-Mitglied
— drängte Fingerhut die militärische Führung
immer mehr aus deren ureigenem
Zuständigkeitsbereich hinaus. Beim Führungsstab der Streitkräfte
hatte man nämlich bereits am 2. Juni 1976 zügig
damit begonnen, die kompromittierten Dokumente
aufzulisten. Bereits am 15. Juni konnte dem
Generalinspekteur eine Liste von 450 möglicherweise
verratenen Dokumenten vorgelegt werden.
Fünftens. Brigadegeneral a. D. Scherer drohte den
für die Bearbeitung des Falles zuständigen
Offizieren von Fü S, daß sie mit ihren Erhebungen gegen
Weisungen des Generalbundesanwalts verstießen
und damit ohne Erlaubnis in ein schwebendes
Verfahren eingriffen. Ihre Maßnahmen seien
rechtswidrig und gefährdeten, wie er sich ausdrückte, die
judikativen Möglichkeiten, was nur als
rechtswidriges Verhalten von Herrn Scherer selbst qualifiziert
werden kann.
(Zuruf von der CDU/CSU: So ist es!)
Ich möchte an dieser Stelle einmal betonen, daß
sich die überwiegende Zahl der Mitarbeiter des
MAD bei ihrer .sensiblen und diffizilen Tätigkeit
pflichtbewußt und rechtlich völlig einwandfrei
verhalten hat
(Beifall bei der CDU/CSU)
und daß sich einige MAD-Offiziere den
Machenschaften des Herrn Scherer mutig entgegengestellt
haben, wofür ich ihnen an dieser Stelle
ausdrücklich danken möchte.
(Erneuter Beifall bei der CDU/CSU)
Sechstens. Durch den Sondererlaß vom 16. Juni
1976 unterband Fingerhut das beim Führungsstab
der Streitkräfte laufende und auf Bewertung des
militärischen Schadens gerichtete Verfahren.
Ausschließlich durch Scherers MAD sollten im
Bundeswehrbereich die notwendigen Maßnahmen veranlaßt
bzw. durchgeführt werden.
Es ist wahrlich nicht übertrieben, wenn man
feststellt, daß sich im Fall Lutze/Wiegel die politisch
Verantwortlichen angesichts der herannahenden
Bundestagswahlen zu einem der abgefeimtesten
Manöver der Skandalvertuschung entschlossen.
(Möllemann [FDP] : Ach Gott, ach Gott!)
Gipfel des Zynismus aber war, daß man zur selben
Zeit, als man den Spionagefall und die die
Bundesregierung belastenden Begleitumstände unter
politischen Verschluß nahm, einen anderen Skandal
erfand und diesen, weil man sich davon eine
Beeinträchtigung der Wahlchancen der CDU/CSU
erhoffte, in skrupelloser Weise unter die Leute brachte.
Fingerhut versuchte nämlich, den Eindruck zu
erwecken, als habe der CSU-Vorsitzende Strauß
Lockheed-Akten aus dem Verteidigungsministerium
mitgenommen, was als Beweis für eine Bestechung
herhalten sollte. Man sagte damals: Wenn sich in
anderen Ländern dieser oder jener Prominente von
Lockheed hat bestechen lassen, wäre es ja gelacht,
wenn nicht auch ein politisch Prominenter in
Deutschland Lockheed-Gelder angenommen hätte.
Eine infame Methode!
(Beifall bei der CDU/CSU)
Der ehemalige Verteidigungsminister Leber war
offensichtlich bis zu seinem Rücktritt der
unumstößlichen — leider fehlerhaften — Überzeugung,
daß eine militärische Schadensbewertung zum
Zwecke der Schadensabwendung und
Schadensminderung so lange nicht erfolgen dürfe, wie das
strafrechtliche Ermittlungsverfahren laufe. Leber
hat leider nicht erkannt, daß es in einem Fall wie
dem vorliegenden zweierlei Verfahren gibt, die
gleichzeitig, unabhängig und gleichberechtigt
nebeneinander laufen. Das eine Verfahren dient der
Ermittlung der Schuld der Täter und ihrer
Bestrafung, das andere Verfahren dient der Erkennung
des militärischen Schadens und seiner Abwendung.
Im Strafverfahren ist die individuelle Schuld der
Täter nachzuweisen. Hier gilt der Grundsatz in
dubio pro reo. Bei der militärischen
Schadensbewertung und den Folgemaßnahmen kommt es nicht in
erster Linie darauf an, ob tatsächlich verraten
worden ist, sondern nur darauf, ob der Verrat nicht
ausgeschlossen werden kann. Ist der Verrat nicht
auszuschließen und besteht daher die konkrete
Möglichkeit, daß die äußere Sicherheit gefährdet ist,
muß unverzüglich gehandelt werden, als ob
tatsächlich verraten worden wäre. Hier gilt demnach der
Grundsatz in dubio pro securitate: im Zweifel für
die Sicherheit.
Der damalige Verteidigungsminister Leber er
-
scheint in dieser Spionagesache als der
Überforderte; nicht weil er längere Zeit erkrankt war,
sondern weil er in dieser ganz wesentlichen Frage
nicht den erforderlichen Durchblick hatte. Es ist
nicht zu übersehen, daß auch im militärischen
Bereich Fehler gemacht worden sind. Wir haben das
im Untersuchungsbericht auch klar zum Ausdruck
gebracht.
Dennoch wäre es ungerecht und unzutreffend,
die Fehler, die im militärischen Bereich gemacht
worden sind, in ihrem Ausmaß und in ihrer
Bedeutung mit dem Versagen gleichzusetzen, das bei den
politisch Verantwortlichen zu erkennen ist. Das
gilt insbesondere für den ehemaligen
Generalinspekteur Wust. Zwar hat er sich der Ausschaltung
des Führungsstabes nicht widersetzt und auch später
keine besonderen Anstrengungen unternommen, um
eine baldige militärische Schadensbewertung zu
erreichen. Man muß jedoch die Situation sehen, in
der er sich befand, unter dem Druck einer
politischen Leitung nämlich, die nicht in den Kategorien
der militärischen Sicherheit dachte, sondern den
parteipolitischen und damit sachfremden
Erwägungen deutlich den Vorrang gab, so daß er seine
möglichen Bemühungen von Anfang an als
erfolglos und aussichtslos ansah.
Dies wird auch in seinem Interview mit der „Welt"
vom 29. November 1978 deutlich, das ihm der jetzige
Verteidigungsminister am liebsten wohl verboten
hätte. Dort sagt er, dieser Spionagefall sei politisch
behandelt worden, und er als Generalinspekteur
habe den Primat der Politik — meines Erachtens im
Sinne von Parteipolitik — bei der Behandlung
dieses Vorgangs auf Grund der Gesamtumstände
akzeptiert. Daß er ihn auch dann noch akzeptierte, wie er
sagt, als er befürchten mußte, daß sein Verhalten
mißdeutet würde, mag in der Konsequenz seines
vorangegangenen Verhaltens liegen.
Erschreckend ist, meine Damen und Herren, wie
Bundeskanzler Schmidt sich nach Aufdeckung dieses
Spionagefalls verhielt, von dem er von Anfang an
Kenntnis hatte und über den er nach eigener
Bekundung zu keiner Zeit ein Informationsdefizit
gehabt hat — der Bundeskanzler, ein Mann, der selbst
drei Jahre lang Verteidigungsminister der
Bundesrepublik Deutschland war und der nach eigenem
Bekunden sich bereits 15 Jahre, ehe er in dieses
Amt berufen wurde, mit militärpolitischen Fragen
befaßt hat. Auf Grund dieser Erfahrung und seiner
Informationen mußte es ihm von Anfang an klar
sein, daß dieser Spionagefall nicht nur die
nationalen Sicherheitsinteressen auf das äußerste gefährden
konnte, sondern daß auch die Sicherheitsinteressen
des Bündnisses in vergleichbarer Weise gefährdet
waren.
Mit seinem Verteidigungsminister, meine Damen
und Herren, sprach er nie in dieser Sache. Ob er das
Kabinett irgendwann einmal mit dem. Fall befaßte,
wußte er nicht mehr zu sagen. Auch mit dem
Außenminister besprach er die Sache im Jahre 1976 nicht.
Ob er sie 1977 mit ihm besprach, möchte er lediglich
vermuten. Was der Gegenstand des Gesprächs
gewesen sein könnte, kann er, wie er sagte, „nicht
mehr erinnern" . Fragen nach den konkreten
Maßnahmen, die den Schaden eingrenzen könnten, stellte
er jedoch nachweislich nie.
Dabei kannte der Bundeskanzler doch die
fachlichen Unzulänglichkeiten seines überforderten
Verteidigungsministers. Er wußte auch, daß die Spionin
Lutze im Vorzimmer des Mannes gesessen hatte,
den er selbst ins Verteidigungsministerium gebracht
hatte und der ohne seine, des Kanzlers, nachhaltige
Förderung niemals vom Neuling im öffentlichen
Dienst innerhalb von zwei Jahren bis zum
zweithöchsten Beamtenrang im Verteidigungsministerium
aufgestiegen wäre.
(Hört! Hört! bei der CDU/CSU — Dr. Zim
-
mermann [CDU/CSU] : So ist es!)
Der heutige Bundeskanzler wußte doch, daß es
für den ehemaligen Fraktionsassistenten für
Sozialfragen nie die Möglichkeit gegeben hätte, nach B 6
zu gelangen — die Position eines
Brigadegenerals —, wenn er ihn nicht dahin durchgeboxt hätte,
und daß er die weitere Förderung dieses Mannes
zum Abteilungsleiter der Sozialabteilung betrieben
hatte und damit zu einer steilen Parteibuchkarriere
beitrug.
Worin allerdings der heutige Bundeskanzler die
Kompetenz von Herrn Laabs für diese Ämter sah,
wird wohl sein unerforschliches Geheimnis bleiben.
Sollte dem heutigen Bundeskanzler verborgen
geblieben sein, daß Herr Laabs von seiner gesamten
Persönlichkeitsstruktur her alles andere als ein
geeigneter Staatsdiener und zuverlässiger Beamter
war,
(Zurufe von der SPD)
der Sicherheitsbestimmungen über Jahre hinweg
grob mißachtete, sie als „Formalismus" abtat und
dadurch den Verrat wesentlich erleichterte?
(Beifall bei der CDU/CSU)
Hätte der jetzige Bundeskanzler nicht wenigstens
aufmerken müssen, als sich im Zusammenhang mit
dem damaligen spektakulären Hochschießen von
Herrn Laabs zugleich die ganze „Narrhalla der
Ochsentourbeamten" wie er wörtlich formulierte,
verbündete? Im übrigen, meine Damen und Herren,
die Beamtenschaft — die tragende Säule der
Exekutive — als „Narrhalla der Ochsentourbeamten"-
zu diffamieren, erscheint mir an Anmaßung kaum
überbietbar.
(Beifall bei der CDU/CSU — Zurufe von
der CDU/CSU: Unerhört! — Kiechle [CDU/
CSU] : Ein Beispiel für seine Arroganz!
Zuruf des Abg. Wehner [SPD])
Hätte der Bundeskanzler bei seiner
sprichwörtlichen Intelligenz nicht spätestens bei Aufdeckung
des Spionagefalls und der Kenntnis seiner näheren
Umstände erkennen müssen, welchen Bock er in
Laabs hier zum Gärtner gemacht hatte?
Präsident Carstens: Herr Abgeordneter, ich bitte
Sie, sich in der Bewertung eines früheren Beamten
zurückzuhalten.
(Beifall bei der SPD und der FDP)
Dr. Voss (CDU/CSU) : Ist es unter diesen
Umständen nicht erschreckend, daß der Bundeskanzler
diesen Spionagefall wie einen Allerweltsfall behandelte
und daß es bei seiner Aussage als Zeuge vor dem
Untersuchungsausschuß nur so von Wendungen
wimmelte: „Ich kann es nicht erinnern", „Ich weiß
es nicht", „Ich möchte meinen", „Ist mir nicht
bekannt", „Ich bin nicht sicher", „Kann ich nicht
sagen", „Kann ich nicht beurteilen"?
(Zuruf von der CDU/CSU: Das war viel
leicht so ein Beamter!)
Ist es nicht erschreckend, daß ein Mann wie
Bundeskanzler Schmidt seine Untätigkeit damit zu
entschuldigen versuchte, daß er erklärte: Ich bin davon
ausgegangen, daß das Notwendige veranlaßt würde,
und ich durfte mich darauf verlassen, daß alles
Notwendige geschah? Er ging von viel zu viel aus,
dieser Bundeskanzler, und das, obwohl er doch eine
ganze „Narrhalla von Ochsentourbeamten" unter
sich hatte.
Es ist tatsächlich nicht das Notwendige veranlaßt
worden. Denn weder ist die NATO über alle
verratenen Dokumente innerhalb der 90-Tage-Frist
unterrichtet worden, noch ist eine militärische
Schadensbewertung hinsichtlich der verratenen
nationalen Dokumente vor dem 20. Dezember 1977, also vor
dem Ablauf von 18 Monaten, in Auftrag gegeben
worden.
Ist es nicht erschreckend, daß ein Mann wie
Helmut Schmidt sich damit herauszureden versuchte,
nach der Verfassung dürfe er sich nicht in die
Führung eines Ressorts einmischen, sondern habe er
nur die Richtlinien der Politik zu bestimmen? Ist
es nicht erschreckend, daß sich das Verhalten des
Bundeskanzlers im Endergebnis nicht von dem
Fehlverhalten seines ehemaligen
Verteidigungsministers und dessen Staatssekretärs Fingerhut
unterschied und daß der Bundeskanzler, der im
Verteidigungsfall der Hauptverantwortliche für unsere
Sicherheit ist, sich in diesem schwerwiegenden
Spionagefall so verhielt, weil er wußte, daß seine
Wahlchancen und die Wahlchancen der SPD durch das
Publikwerden der näheren Umstände gefährdet
werden würden?
Ist es nicht erschreckend, daß dies kein Einzelfall
ist, sondern daß sich der Bundeskanzler bei dem
Problem der Rentenversicherung
(Dr. Dregger [CDU/CSU] : Sehr richtig!)
vor der Wahl 1976 im Ergebnis ebenso verhielt, als
er bestritt, daß es ein solches Problem gebe, und
sich darauf berief, es sei nur ein „Problemchen der
Liquidität", und sich auf seine Weise über jene
lustig machte, die Verantwortungsbewußtsein hatten
und die Wahrheit sagten? Nach der Wahl, als die
Rentenmisere nicht mehr zu vertuschen war, glaubte
der Kanzler, betroffen zugeben zu müssen, daß er
sich geirrt habe.
(Dr. Langner [CDU/CSU]: Subjektiv!)
So verhält sich derselbe Mann, der besonders gern
an das christliche Gebot erinnert, das man nicht
falsch Zeugnis reden soll wider seinen Nächsten.
(Wehner [SPD] : Das ist unglaublich, was
Sie sich erlauben! — Dr. Dregger [CDU/
CSU] : Völlig zutreffend! — Weitere Zurufe
von der CDU/CSU: So ist es!)
Im übrigen steht fest, daß der Bundeskanzler auch
zu einer Falschinformation der deutschen
Öffentlichkeit im Zusammenhang mit diesem Spionagefall
nach seiner Aufdeckung beigetragen hat, und zwar
mindestens dadurch, daß er eine wahrweitswidrige
Behauptung seines Regierungssprechers Bölling
länger als einen Monat, nämlich vom 14. Dezember 1977
bis zu seiner Bundestagsrede vom 19. Januar 1978,
unkorrigiert hat bestehen lassen. Bölling hatte
nämlich nach der Kabinettsitzung vom 14. Dezember 1977
erklärt, der Bundeskanzler habe vor den
Zeitungsveröffentlichungen am Wochenbeginn — er meinte
die „FAZ" — keine Kenntnis über diesen
militärischen Verratsfall besessen.
(Dr. Jenninger [CDU/CSU] : Hört! Hört!)
Demgegenüber sagte der Bundeskanzler, der bereits
am 2. Juni 1976 von seinem Staatssekretär Schüler
über den Spionagefall unterrichtet worden war, vor
dem Ausschuß aus, zu keinem Zeitpunkt ein
Informationsdefizit gehabt zu haben.
Ist es nicht erschreckend,
(Wehner [SPD] : Sie sind erschreckend!)
daß in diesen Fällen durch Vertuschen aus
wahltaktischen und parteipolitischen Überlegungen gegen
das Interesse unseres Staates und unseres Volkes
gehandelt wurde? Statt „erschreckend", Herr
Wehner, vermag ich auch zu sagen: „unverantwortlich"
oder „verantwortungslos".
(Beifall bei der CDU/CSU — Wehner [SPD] :
Über Verantwortung spreche ich im Zusam
-
menhang mit Ihnen nicht!)
Ist es nicht erschreckend, daß es des Mutes eines
Redakteurs und einer verantwortungsbewußten
Zeitung bedurfte, um die derzeit in diesem Land
politisch Verantwortlichen unter dem Druck der
Öffentlichkeit und der Einsetzung eines parlamentarischen
Untersuchungsausschusses dazu zu bringen,
notwendige Konsequenzen aus einem Spionagefall zu
ziehen, und daß man diesen Journalisten — dem ich
für seinen Mut Dank und Anerkennung sage — mit
einem Ermittlungsverfahren einzuschüchtern und in
Schwierigkeiten zu bringen versuchte?
(Hört! Hört! bei der CDU/CSU)
Ist es nicht erschreckend, daß ohne diese
journalistische Tat mit großer Wahrscheinlichkeit bis heute
nicht die schlimmen Fehler im Zusammenhang mit
dem Verratsfall Lutze/Wiegel hätten aufgearbeitet
werden können, wie Minister Apel vor einigen
Tagen formulierte?
Das alles darf nicht wieder vorkommen; denn
unsere Demokratie muß Schaden nehmen, wenn die
Erhaltung von Macht für eine parteipolitische
Gruppierung über die Verantwortung für unser
Gemeinwohl gestellt wird.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Unsere äußere Sicherheit als eine wichtige
Voraussetzung unserer Demokratie muß Schaden nehmen,
wenn sie der Frage untergeordnet wird, wie man am
ungefährdetsten die nächste Wahl gewinnen kann.
Aber keiner Bundesregierung, die einen
schwerwiegenden Spionagefall so behandelt, wie der Fall
Lutze/Wiegel behandelt worden ist, wird und darf
ein Untersuchungsverfahren mit seinen Folgen
erspart bleiben. Daher hoffe ich, daß dieses
parlamentarische Untersuchungsverfahren dazu beigetragen
hat, Wiederholungen zu verhindern.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Präsident Carstens: Das Wort hat der Herr
Abgeordnete Horn.
Horn (SPD) : Herr Präsident! Meine Damen und
Herren! Ich bin sicherlich dafür, daß in der •Sache
hart gesprochen und auch hart um sie gerungen
wird; aber ich bin enttäuscht, wie wenig hier zur
Sache gesprochen und in welcher Weise über
Menschen hergezogen wird, die sich hier im Parlament
nicht wehren können.
(Beifall bei der SPD und der FDP)
Das geschah sogar in einer Weise, daß der
Präsident einschreiten mußte.
Präsident Carstens: Herr Abgeordneter, ich bitte,
Hinweise auf meine sitzungsleitende Tätigkeit zu
unterlassen.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Horn (SPD): Wenn Herr Voss hier eine
Verschwörungstheorie zusammenbastelt,
(Zuruf von der CDU/CSU: Vertuschungs-!)
dann muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß
gerade in der Zeit unmittelbar nach der
Aufdekkung des Spionagefalles die Ermittlungsarbeiten am
intensivsten betrieben wurden. In gleicher Weise
erfolgte auch die Benachrichtigung der NATO
fristgerecht. Unangemessene zeitliche Verzögerungen
fallen gerade in die Zeit nach der Bundestagswahl.
Dazu gehört auch einmal ein menschliches Wort
hier in diesem Hause. Es war nämlich eine
Kumulierung ungewöhnlicher Schwierigkeiten, wie der
Tod von Generalinspekteur Zimmermann — das
wissen Sie —, der monatelang schwer krank war,
sowie die schwere Krankheit von
Bundesverteidigungsminister Leber. Dazwischen lag ein
Bundestagswahlkampf, der alle Parteien in dieser Zeit
absorbiert hat, Sie genauso wie auch uns.
(Zurufe von der CDU/CSU: Zur Lockheed
-
Verleumdung hatte man Zeit!)
Da Herr Voss auf die Komplotttheorie
hingewiesen hat, will ich Ihnen sagen, daß Sie hier im
Grunde genommen selber in sich widerspruchsvoll
argumentieren. Sie können nicht auf der einen Seite
von einer Komplotttheorie ausgehen und auf der
anderen Seite eine Nachlässigkeitstheorie
einbringen. Eine bewußte Täuschung der Öffentlichkeit
über das Ausmaß des Spionagefalles setzte
eigentlich eine verwerfliche Staatsgesinnung, aber ein
Maß an hoher Intelligenz und Führungsfähigkeit in
einem eingespielten Verwaltungsapparat voraus.
Dies schließt zugleich Schludrigkeit und
Nachlässigkeit der verantwortlichen Personen und Mängel im
System aus. Den Widerspruch hätten Sie doch
begreifen müssen!
Der Bericht des Verteidigungsausschusses als
Untersuchungsausschuß und die Diskussionsbeiträge
meiner Vorredner haben zum Ausdruck gebracht,
daß der Spionagefall Lutze/Wiegel tatsächliçh
schwerwiegender Natur ist. Wir sind uns alle in
der Beurteilung einig, daß dem Verratsfall in der
langen Kette der Verratsfälle, die es seit der
Gründung der Bundesrepublik Deutschland gegeben hat,
besondere Bedeutung beigemessen werden muß.
Bereits im Mai dieses Jahres habe ich in einer
überregionalen Tageszeitung darauf hingewiesen, daß
es im Bundesministerium der Verteidigung eine
Reihe von Unzulänglichkeiten gegeben hat, die
Spionen ihr Handwerk erleichtern und die einer
raschen und optimalen Zusammenarbeit aller
Beteiligten nach der Entdeckung eines solchen Falles
hinderlich sind. Allerdings muß auch darauf
hingewiesen werden, daß die organisatorischen und
sachlichen Mängel mitunter 20 Jahre zurückreichen, also
bis in die Regierungszeit der CDU/CSU.
(Zustimmung bei der SPD)
Die Opposition begründete die Einsetzung eines
Untersuchungsausschusses vor allem mit zwei
Argumenten nach der Veröffentlichung des Esters-
Gutachtens in der „Frankfurter Allgemeinen
Zeitung" und der anschließenden Pressekonferenz von
Georg Leber: Erstens habe Georg Leber das
Gutachten seinem Inhalt nach gekannt und die Ö
fentlichkeit belogen, und zweitens seien das
Bundeskriminalamt und der Generalbundesanwalt in ihrer
Ermittlungstätigkeit aus parteipolitischen Gründen
behindert worden. Schon nach den ersten
Anhörungen und Zeugenvernehmungen erwiesen sich
beide Anschuldigungen als unwahr, bewußt
konstruiert und unhaltbar. Es muß festgestellt werden,
daß der damalige Generalinspekteur wider die
Regeln das Gutachten angefordert hat, dem Minister
aber dennoch keine Mitteilung machte, jedoch
seinerseits keine militärische Bewertung vornehmen
ließ. Es entsprach allerdings auch der bisherigen,
20 Jahre lang geübten Praxis im
Bundesverteidigungsministerium, daß der Minister keine Einsicht
in das Gutachten nahm, um die Unabhängigkeit des
Gutachters nicht in Frage zu stellen. Es bedurfte
schon der krausen Logik von Ihnen, meine Damen
und Herren von der CDU/CSU, Georg Leber
zuerst vorzuwerfen, er habe die Öffentlichkeit
getäuscht, wenn er behaupte, das Gutachten nicht
gelesen zu haben. Als Leber dann nachwies, daß dies
nicht der Fall war, weil es noch nie der Fall war,
wurde ihm auch dies wiederum zum Vorwurf
gemacht. Daß dies das Regelverhalten aller bisherigen
Bundesverteidigungsminister war, daß sich bisher
jeder Verteidigungsminister, auch die Minister der
CDU/CSU, genauso verhalten hatten, störte die
Opposition nicht im geringsten, da es ihr darum ging,
ihre parteipolitischen Ziele vor die Frage der
Staatsräson zu setzen.
(Zustimmung bei der SPD)
Auch die zweite Legende der Opposition, das
Bundeskriminalamt und der Generalbundesanwalt
seien bei ihren Ermittlungen behindert worden,
wurde schnell widerlegt. Wir wissen, daß sowohl
der Generalbundesanwalt als auch Bundesanwalt
Lunz hier eine eindeutige Stellungnahme
abgegeben haben, daß sie nicht nur nicht behindert
wurden, sondern jede mögliche Unterstützung seitens
des Verteidigungsministeriums erhielten. Woher
nahm eigentlich die Opposition die Begründung
für eine derart falsche Behauptung? Sie ist bis heute
die Antwort darauf schuldig geblieben. Das
Bundeskriminalamt und die Bundesanwaltschaft haben
diese üblen Verdächtigungen eindeutig entkräftet.
Wenngleich die Opposition ihr ursprüngliches Ziel
auf Grund dieser Zeugenaussagen nicht erreichte,
konnte der Untersuchungsausschuß in gemeinsamer
Arbeit langjährige Strukturmängel aufdecken.
Wir Sozialdemokraten haben bereits bei der
Einsetzung des Untersuchungsausschusses erklärt, daß
es uns nicht darauf ankomme, einen billigen
Schlagabtausch mit dem politischen Gegner zu führen.
Vielmehr wollten wir zu konkreten Ergebnissen
kommen und damit der Sicherheit unseres Landes
dienen. Es wird von niemandem bestritten, daß es
sich hier um einen Verratsfall von besonderer
Schwere handelt. Aber zugleich ist auch
offenkundig, daß dieser Verratsfall nur ein Glied in einer
Kette schwerer und schwerster Verratsfälle ist, von
denen die Bundesrepublik und speziell die
Bundeswehr seit ihrer Errichtung betroffen wurden. Diesen
Ursachen und den Möglichkeiten eines wirksamen
Schutzes sind wir im Ausschuß nachhaltig
nachgegangen.
Unser Land, meine Damen und Herren, ist aus
drei Gründen besonders spionagegefährdet:
Erstens. Wir leben in einer geteilten Nation. Über
5 Millionen Deutsche aus der DDR haben seit
Kriegsende in der Bundesrepublik Deutschland eine neue
Heimat gefunden. Ihnen können und dürfen wir
nicht mit vorgegebenem Mißtrauen begegnen oder
ihnen gar Recht und Chancengleichheit verwehren.
Das Fehlen einer Sprachbarriere erleichtert jedoch
Agenten- und Spionagetätigkeiten.
Zweitens. Nach dem Grundgesetz und unserem
politischen Verständnis kann und darf es zwischen
beiden Teilen Deutschlands keine Barriere der
Staatsangehörigkeit in der Bundesrepublik
Deutschland geben.
(Dr. Kohl [CDU/CSU]: Sehr gut!)
Das heißt, eine Diskriminierung deutscher
Staatsangehöriger aus der DDR darf nicht erfolgen.
Dies ist ein Risikofaktor in Hinsicht auf
eingeschleuste Agenten. Aber dieses Risiko müssen wir
tragen, wenn wir unseren Verfassungsauftrag ernst
nehmen.
Deshalb ist es um so bitterer und schäbiger, wenn
auf diesem Gebiet Aufrechnungen vorgenommen
werden. Die Fälle Schmidt-Wittmack und Frenzel,
Felfe und Guillaume sind nicht einer Fraktion oder
einer Regierung anzulasten. Auch sie sind aus der
besonderen Situation Deutschlands zu erklären —
ein Schicksal, das sich nicht mit Fackelzügen
erhellen läßt, sondern dessen Ursachen wir kennen
müssen, besonders die Abgeordneten im rechten
Spektrum der deutschen Politik. Dessen Folgen haben wir
alle zu tragen.
Drittens. Die Bundesrepublik Deutschland ist poli-,
tisch, wirtschaftlich und militärisch von großer
Bedeutung für die europäische und internationale
Politik. Wir Sozialdemokraten nehmen deshalb die
Sorge für und um unseren Staat ernst. Ich habe deshalb
bereits am 25. Mai unter Zustimmung meiner
Parteifreunde einen Artikel in einer überregionalen
Tageszeitung veröffentlicht, der kritisch die
Schwachpunkte im Bereich des
Bundesverteidigungsministeriums herausstellte. Diese Mängel und Fehlerquellen
haben in erheblichem Maße dazu beigetragen,
Verrat zu ermöglichen und zu erleichtern. Sie haben
ihren Niederschlag in den Folgerungen aus dem
Spionagefall im Bericht gefunden. Mein Freund
Conny Ahlers hat dazu schon inhaltlich Stellung
genommen.
Mir geht es in diesem Zusammenhang um ein
anderes : Gerade weil wir Sozialdemokraten kritisch
gegenüber früheren Regierungen und selbstkritisch
gegenüber unserer jetzigen Regierung Bilanz
gezogen haben, um dem Schutz unseres Staates den ihm
gebührenden Rang zukommen zu lassen, brauchen
wir keinen Nachhilfeunterricht seitens der
Opposition. Vor allem aber weisen wir üble
Verdächtigungen entschieden zurück.
(Beifall bei der SPD und der FDP)
Wir wollen das Gespräch, und wir sind bereit zur
gemeinsamen Arbeit für unseren Staat; aber wir
lassen uns nicht verleumden, wie dies heute hier in
schlimmer Weise geschehen ist.
(Beifall bei der SPD)
Das Bundesministerium der Verteidigung hat aus
den im Ausschußbericht festgestellten Mängeln
schon Konsequenzen gezogen. Wir danken dafür.
Es handelt sich dabei um Mängel, die sich bereits
seit über 20 Jahren, d. h. anfänglich unter CDU-
Regierungen, festgesetzt hatten und immer
weitergeschleppt wurden.
Diese Maßnahmen waren notwendig, um den
sicherheitspolitischen Bereich besser vor Spionage
zu schützen. Dazu gehören u. a. auch die Einrichtung
eines Sicherheitsreferates im Bereich der Leitung,
die Einengung des Personenkreises, der Zugang zu
Verschlußsachen erhält, und ein verändertes
Verfahren bei den Entleihscheinen, die Intensivierung
der Sicherheitsaufsicht und die Verschärfung der
Kontrollen und andere Maßnahmen mehr, wie aus
dem Bericht ersichtlich ist.
Dadurch ist zum • erstenmal ein
Untersuchungsausschuß nicht nur im parteipolitischen Hickhack
unterschiedlicher Feststellungen und Bewertungen
erstorben, sondern es wurden — dies ist doch gar nicht zu
bestreiten — gerade auch auf Betreiben der
Koalitionsfraktionen konkrete Maßnahmen gefordert und
dadurch auch sachliche Ergebnisse erzielt.
Die sozialdemokratischen Mitglieder des
Verteidigungsausschusses werden auch in Zukunft nicht
lokkerlassen, um die Erfüllung der von ihnen im
Bericht geforderten Maßnahmen durchzusetzen. Wir
werden uns darüber im Verteidigungsausschuß in
entsprechenden Abständen berichten lassen.
Bedauerlicherweise ist ein Teil der Arbeitsgruppe
der CDU/CSU dem Anspruch, Staatsinteressen vor
Parteipolitik zu stellen, nicht gerecht geworden.
Wir wissen, daß sich der Ausschußvorsitzende selbst
mit scharfmacherischen Kräften seiner Fraktion
auseinandersetzen mußte, um den Ausschuß zu
vernünftigen Ergebnissen zu führen. So war es doch; das
können Sie doch gar nicht leugnen. Wir wissen
allerdings auch, daß ihm dies nur zum Teil gelang, so
daß die von allen gemeinsam erarbeiteten guten Er-
9556 Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 123. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 7. Dezember 1978
Horn
gebnisse durch eine Flut von Verdächtigungen,
Unterstellungen und Verleumdungen entwe rtet werden.
Manches von den Behauptungen der Opposition
nahm doch schon den Charakter des Komischen an.
So mutete es z. B. komisch an, wenn monatelang
nach einer Förderliste gefahndet wurde, die
überhaupt nicht existiert. Conny Ahlers hat sie heute
morgen zu Recht als Phantom bezeichnet.
Selbstverständlich stellt sich auch hier die Frage
nach der Seriosität und nach der Ernsthaftigkeit bei
der Untersuchung eines sicherheitspolitischen
Problems unseres Staates. Meine Damen und Herren,
was hätte eigentlich eine solche Liste, wenn es sie
wirklich gegeben hätte, mit der Untersuchung eines
Spionagefalls zu tun, bei dem mehr als 1 000
Dokumente kompromittiert worden sind?
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU]: Klüngelei!)
Das war doch ein Ablenkungsmanöver. Das muß
man sehen.
Ich kann den Kollegen Ahlers noch einmal
zitieren. Er hat vorhin von dem Projektionsverhalten
(Zurufe von der CDU/CSU: Protektions
-
verhalten!)
gesprochen: Meine sehr verehrten Damen und
Herren, wenn Sie hier über Genossenfilzokratie und
andere Dinge sprechen, dann sollten Sie sich einmal
von Herrn Dr. Dregger aufklären lassen, wie man
seitens der CDU eine Personalkartei zur
Postenbeschaffung in Hessen anlegt.
(Beifall bei Abgeordneten der SPD — La
chen bei der CDU/CSU — Dr. Kohl [CDU/
CSU] : In Hessen! Das müssen Sie gerade sa
gen! Reden Sie mal mit Herrn Wallmann,
über das, was er gefunden hat!)
— Leider Gottes
(Dr. Jenninger [CDU/CSU] : Leider Gottes
hat er etwas gefunden!)
haben wir bei den Wahlen vom 20. März 1977
erhebliche Einbrüche erlebt, und nun vollführt die
CDU das, was sie uns zu Unrecht immer
vorgeworfen hat, Herr Dr. Kohl.
(Lachen bei der CDU/CSU)
Durch die parteipolitisch motivierte Treibjagd auf
den sozialdemokratischen Abteilungsleiter Laabs
hat die Union in der Öffentlichkeit den falschen
Eindruck hervorgerufen, als liege hier der
Schwerpunkt des Verrates. In Wirklichkeit ist es genau
umgekehrt: Mehr als zwei Drittel der verratenen
Dokumente stammen nicht aus der Sozialabteilung,
sondern aus den Bereichen, in denen Herr Lutze und
Herr Wiegel gearbeitet haben.
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU] : Aber
„Streng geheim" !)
Auf das Konto des Herrn Wiegel, den es für die
Fragen der Union überhaupt nicht gegeben hat, geht
mehr als die Hälfte der verratenen streng geheimen
Dokumente. Dadurch wurden die Proportionen
willkürlich und einseitig verzerrt.
Verwerflicher ist allerdings die Tatsache, daß
Abgeordnete der CDU/CSU der Versuchung nicht
widerstehen konnten, die Verleumdung als Mittel zum
Zweck einzusetzen, um Mißtrauen nach innen und
nach außen zu schüren. Dabei scheuten sie sogar
vor Tricks und direkter Täuschung nicht zurück. Ja,
Herr Kollege Voss, wer mit diesen Mitteln arbeitet,
hat das Recht verwirkt, in selbstgerechter Pose hier
vor dem Parlament aufzutreten. Nach Ihrem Trick
mit der Karte, mit dem Sie den Bundeskanzler
bewußt in unsauberer Weise unmittelbar in diese
Affäre einbeziehen wollten, hätte es Ihnen gut
angestanden, entweder hier zu schweigen oder sich
vorher beim Bundeskanzler zu entschuldigen.
(Beifall bei der SPD und der FDP)
Präsident Carstens: Herr Abgeordneter,
gestatten Sie eine Zwischenfrage des Herrn Abgeordneten
Dr. Voss?
Dr. Voss (CDU/CSU) : Herr Kollege Horn, sind
Sie bereit, sich die Korrespondenz einmal
anzusehen, die ich in dieser Sache mit dem Herrn
Bundeskanzler geführt habe?
Horn (SPD) : Die kenne ich, Herr Kollege Voss. In
dieser Korrespondenz haben Sie sich nicht
entschuldigt. Sie haben in dieser Korrespondenz leider den
billigsten Ausweg gewählt, indem Sie sagten, es
hätte sich um ein Mißverständnis gehandelt. Jeder,
der lesen und schreiben kann, weiß, daß Sie hier
den Bundeskanzler eindeutig mit einem Trick
hereinzulegen versuchten.
(Wehner [SPD] : Hört! Hört! — Beifall bei
Abgeordneten der SPD)
Übertroffen wurde Herr Voss allerdings noch
von einigen Presseorganen und anderen Medien.
Die infamste Verleumdung, die den
sozialdemokratischen Abteilungsleiter Laabs als eine Art
Prominenten-Kuppler hinstellte, war ausgerechnet in
der katholischen „Deutschen Tagespost" aus
Würzburg zu lesen. Aber auch andere Pamphlete der
Union und ihrer publizistischen Helfer waren nicht
viel besser.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, die
Kombination von Verdächtigungen, Verleumdungen
und Verfälschungen, die wir aus vielen anderen
Beispielen kennen — ich erinnere etwa an die
Kampagne gegen unseren Kollegen Uwe Holtz —,
hat Robert Leicht am 8. September 1978 in der
„Süddeutschen Zeitung" treffend charakterisiert; das
könnten Sie sich ruhig einmal zu Gemüte führen,
Herr Kollege Voss. Ich darf mit der Genehmigung
des Herrn Präsidenten zitieren:
Ist es schon ein ziemliches Bubenstück, jemanden
ohne seriöse Anhaltspunkte zu verdächtigen, so
gehört doch einige Unverfrorenheit dazu, ihm
nachher auch noch vorzuhalten, es sei ihm nicht
gelungen, zu beweisen, daß er so etwas nicht
getan habe.
Präsident Carstens: Gestatten Sie noch eine
Zwischenfrage des Herrn Abgeordneten Dr. Voss?
Dr. Voss (CDU/CSU) : Herr Horn, sind Sie bereit
und in der Lage, zwischen Fragen, die man stellt,
und Unterstellungen, die man macht — wie Sie hier
dauernd behaupten —, zu unterscheiden?
(Zurufe von der SPD)
Horn (SPD) : Herr Kollege Voss, dort wurden
nicht nur Fragen gestellt. Ich berichte hier
ausdrücklich nicht nur über den Untersuchungsausschuß,
sondern auch über das Umfeld. Dieses Umfeld ist durch
eine Fülle von Presseartikeln, Äußerungen der
Kollegen der CDU/CSU und ihr nahestehender Organe
gekennzeichnet, in denen nicht nur Fragen gestellt,
sondern üble Verdächtigungen ausgesprochen
wurden und direkt zu dem Mittel der Verleumdung
gegriffen wurde.
(Beifall bei der SPD und der FDP)
Diese Methode, über Verleumdung Mißtrauen zu
säen, zerstört nicht nur das Vertrauen unseres
Volkes zur Demokratie, sondern es zerstört auch das
Vertrauen bei anderen Nationen gegenüber unserem
Volk. Es ist doch eine systematische Kampagne, mit
der bestimmende Leute der CDU/CSU — koste es,
was es wolle — deutsche Sozialdemokraten
diffamieren wollen, um nach innen und nach außen zu
suggerieren, daß Sozialdemokraten die Sicherheit
unseres Volkes und sogar des Westens auf das
Spiel setzen würden.
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU] : Das glauben
Sie doch selber nicht!)
Ich erinnere an die Kampagnen, wie sie gegen Uwe
Holtz und Egon Bahr laufen. Das steht exakt auch
in der Tradition der Deutschnationalen in der
Weimarer Republik.
(Widerspruch bei der CDU/CSU)
Unsere Freunde im Westen wissen, daß die
Bundeswehr noch nie so in die Gesellschaft integriert war
wie heute.
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU] : Fragen Sie
einmal Herrn Brandt, was er über die CDU
erklärt hat!)
Sie wissen auch, daß unsere Leistungen für die
Bundeswehr und das Bündnis unumstritten sind. Ja,
Herr Kollege Weiskirch, wir Sozialdemokraten
stehen als älteste demokratische deutsche Partei seit
115 Jahren für Freiheit und Demokratie in unserem
Lande ein. Sozialdemokraten haben die erste
Republik verteidigt und für sie gestritten, als andere
politische Kräfte schon längst vor der Diktatur in die
Knie gegangen waren und vor ihr kapituliert hatten.
(Beifall bei der SPD — Weiskirch [Olpe]
[CDU/CSU]: Herr Horn, sollen wir jetzt alle
aufstehen? — Dr. Kohl [CDU/CSU] : Meinen
Sie damit die Kommunisten?)
Sie haben im Nazireich Verfolgungen und
Peinigungen auf sich genommen. Jawohl, vor den
Sozialdemokraten, die so viel gelitten und für die Freiheit
getan haben, könnten Sie ruhig auch einmal
aufstehen, Herr Weiskirch.
(Beifall bei der SPD — Weiskirch [Olpe]
[CDU/CSU] : Gut!)
Ich würde jedenfalls das gleiche vor den Opfern, die
aus der katholischen Kirche oder aus anderen
Bereichen kommen, auch tun.
(Dr. Kohl [CDU/CSU] : Geschmacklos, was
Sie hier machen!)
Sozialdemokraten haben im Nazireich Verfolgungen
und Peinigungen auf sich genommen und nach 1945
von den Fundamenten der Gemeinden bis zum
Grundgesetz diesen Staat aufgebaut. Die
Bundeswehr hat unter sozialdemokratischen
Verteidigungsministern einen international anerkannten Standard
erreicht. Ausbildung und Ausrüstung, 30 %
Investitionsmittel heute im Vergleich zu 19 % unter CDU/
CSU-Regierungen bei wesentlich niedrigeren
Ansätzen, Erfüllung der NATO-Verpflichtungen heute im
Vergleich zu manchen großen Worten, aber keinen
Taten früher: das ist der einzige Maßstab zur
Bewertung unserer Sicherheitspolitik nach innen und nach
außen.
(Beifall bei der SPD)
Unsere Verbündeten vergleichen sehr wohl die
Position der Bundesrepublik vor zehn Jahren im Bündnis
mit unserer heutigen Situation. Sie erkennen unsere
Leistungen an.
Ich bin einige Male in internationalen Gremien
der NATO gewesen.
(Würzbach [CDU/CSU] : Davon sprechen die
noch heute!)
Viele haben Sorge vor Verdächtigungen und
Verleumdungen, die doch allen Tatsachen hohnsprechen,
weil diese Leute sie aus Sachkenntnis geradezu
widerlegen können. Besorgte Stimmen gerade aus dem
befreundeten Ausland fragen uns bei solchen
Aktionen dann, ob in der Bundesrepublik bestimmte
Kreise wieder Weimarer Republik spielen wollen.
(Zustimmung bei Abgeordneten der SPD)
Wir sollten aus der Untersuchung nicht nur
Schlüsse für unsere Sicherheit im
Verteidigungsbereich ziehen, wir sollten auch als
Verteidigungsausschuß selbst lernen. Uns ist eine Materie anvertraut,
die zu wichtig und zu ernst ist, als daß wir uns auf
diesem Felde allzu viel parteipolitisches Gezänk
leisten könnten.
Der Faineß halber möchte ich an dieser Stelle aber
auch bemerken, daß sich — neben der
sachbezogenen und kritischen Mitarbeit der
Koalitionsfraktionen — der Vorsitzende des
Untersuchungsausschusses, Herr Kollege Dr. Wörner, nach Kräften darum
bemüht hat, diese Sachbezogenheit mitzutragen,
zuweilen selbst am Rande des Konflikts mit der
eigenen Fraktion. Ihm und seinem Stellvertreter im
Vorsitz, dem Kollegen Dr. Penner, möchte ich für die
sachliche Leitung der Untersuchung danken. Diese
hat neben vielen Bitternissen auch ein Gutes
gehabt: daß wir nämlich für künftige Fälle besser
gerüstet sind, wenngleich wir sie auch nicht
ausschließen können.
(Beifall bei der SPD und der FDP)
Präsident Carstens: Das Wort hat der Herr
Abgeordnete Möllemann.
Möllemann (FDP): Herr Präsident! Meine sehr
verehrten Damen und Herren! In der heutigen
Debatte ist in den Ausführungen einiger Vorredner,
wie ich meine, der eigentliche politische Aspekt
nicht immer deutlich genug herausgearbeitet
worden. Die Untersuchungen dieses Ausschusses
hatten sich ja nicht primär mit der Frage zu befassen,
ob und wie viele Verschlußsachen durch die
Beschuldigten Lutze und Wiegel verraten worden
sind. Dies aufzuklären ist Aufgabe nicht eines
parlamentarischen Untersuchungsausschusses, sondern
der militärischen Sicherheitsorgane, ebenso wie es
Aufgabe der Gerichtsbarkeit ist, festzustellen,
welcher Schuldvorwurf den der Spionage
Beschuldigten zu machen ist.
An dieser Stelle darf ich im übrigen
zwischendurch anmerken, daß wir Freien Demokraten Wert
darauf gelegt haben, daß der Spionageprozeß
Lutze/Wiegel durch die Untersuchungen des
Ausschusses nicht beeinträchtigt wird. Ich darf mit
Befriedigung feststellen, daß diese Bemühungen durch
entsprechende Abgrenzungen der
Ausschußaktivitäten weitgehend erfolgreich gewesen sind.
Ich wiederhole: Nicht die Frage der Schuld der
der Spionage Verdächtigten und nicht Art und
Umfang des Verrats mußten im Mittelpunkt der
Untersuchungen des Parlamentarischen
Untersuchungsausschusses stehen, sondern die Frage, ob die mit
dem Fall befaßten Personen und Organe im
politischen und administrativen sowie im militärischen
Bereich alles getan haben, was in ihrer
Verantwortung lag. Daß dabei die Frage nach dem Umfang
des Verrats natürlich eine gewisse Rolle spielen
mußte und daß hierzu der Untersuchungsausschuß
auch gewisse Feststellungen treffen mußte, ändert
nichts daran, daß es die zentrale Aufgabe des
Ausschusses war, als parlamentarisches Kontrollorgan
zu untersuchen, ob in der Exekutive Versäumnisse
vorgekommen sind.
Wir müssen deshalb, wenn wir dem verfassungs
-politischen Aspekt der Tätigkeit des
Untersuchungsausschusses gerecht werden wollen, in den
Vordergrund dieser Debatte die Frage stellen, ob
der Ausschuß seiner Aufgabe, die Exekutive auf
etwaige Versäumnisse hin zu kontrollieren, in seiner
Arbeit gerecht geworden ist, ob insoweit politische
Konsequenzen gezogen worden sind oder ob diese
noch zu ziehen sind.
Lassen Sie mich Ihnen zunächst in einer kurzen
Zusammenfassung meine Bewertung des Ablaufs
und des sachlichen Ergebnisses der
Ausschußuntersuchungen darstellen, bevor ich die zentrale
politische Bewertung anschließe. Zuerst darf ich zur
Versachlichung einmal die wichtigsten Fragen, die
der Ausschuß zu untersuchen hatte, in Ihre
Erinnerung zurückrufen:
Erstens. Welcher Schaden ist durch den
Spionagefall Lutze/Wiegel tatsächliche für die Sicherheit
der Bundesrepublik Deutschland und des
nordatlantischen Bündnisses entstanden?
Zweitens. Sind die ermittelnden Stellen und
Behörden in ihrer Arbeit durch das
Bundesministerium der Verteidigung behindert oder gar
ausgeschaltet worden?
Drittens. Haben Verstöße von Angehörigen des
Bundesministeriums der Verteidigung gegen die
Sicherheitsbestimmungen oder sonstige
Abweichungen oder Sonderregelungen von den für die
Bundesministerien geltenden allgemeinen Regeln des
Verwaltungsablaufs den Landesverrat ermöglicht
oder erleichtert?
Viertens. Ist das Parlament von der Regierung in
der notwendigen Art und Weise über diesen
Spionagefall unterrichtet worden?
Fünftens. Hat das Bundesministerium der
Verteidigung mit der notwendigen Schnelligkeit und
Genauigkeit, wie sie auf Grund der Schwere dieses
Falles geboten waren, die zur Aufklärung des
Schadens und zur Verringerung desselben nötigen
Gegenmaßnahmen ergriffen?
Sechstens. Hat es im personellen Umfeld des
Spionagefalls Umstände gegeben, die die Spionage
erleichtert haben?
Meine Damen und Herren, der Ausschuß hat das
Ziel, das er sich gesetzt hat, erreicht. Wir wissen
jetzt, daß der durch den Spionagefall eingetretene
Schaden für die Sicherheit unseres Landes als
schwerwiegend anzusehen ist Wir wissen, daß der
nachrichtendienstliche Gegner durch den Verrat
einen umfangreichen und wichtigen Einblick in die
Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik erhalten
hat und daß dieser Schaden zum Teil irreparabel
und nur zu einem Teil reparabel ist.
Allerdings rechtfertigt auch diese deutliche
Feststellung keine Überbewertung des Spionagefalls.
Die Klassifizierung als „der schwerste Fall in der
Geschichte" ist eine höchst subjektive, die hier
auch nicht belegt worden ist. Ich meine, sie
entspricht eindeutig auch dem parteipolitischen
Interesse dessen, der sie hier vorgenommen hat.
Wir haben auch feststellen können, daß die
Ermittlungen des Bundeskriminalamtes durch das
Verteidigungsressort in keiner Weise behindert
worden sind. Es hat sich jedoch auch
herausgestellt, daß Kompetenzrangeleien zwischen den für
das militärische Nachrichtenwesen zuständigen
Stellen im Ministerium und im nachgeordneten
Bereich die Arbeit behindert haben.
Wir haben in den Ausschußuntersuchungen auch
feststellen müssen, daß der Verteidigungsausschuß
des Deutschen Bundestages am 6. Juni 1976 vom
Bundesministerium der Verteidigung nicht so
umfassend unterrichtet worden ist, wie es nach den
dem Ministerium vorliegenden Erkenntnissen
möglich gewesen wäre. Damals wurde vom
Regierungsvertreter Staatssekretär Fingerhut im Ausschuß zu
Umfang und Gewicht des Schadens keine
Sachaussage gemacht, obwohl es im
Verteidigungsministerium bereits erste Feststellungen zu Art und
Ausmaß des Verrats gab.
Wir haben weiter feststellen müssen, daß die
Maßnahmen zur Wertung des durch den Verrat
eingetretenen Schadens im Verteidigungsministerium
in unverständlicher Weise zögerlich behandelt
worden sind, so daß auch die insbesondere wegen
der Schwere des Falles notwendigen Maßnahmen
zur Begrenzung des Schadens und, soweit möglich,
zu seiner Behebung zu spät ergriffen worden
sind.
Der Untersuchungsausschuß, meine sehr
verehrten Kolleginnen und Kollegen hat dem
Verteidigungsministerium auf Grund des Ergebnisses der
Untersuchungen in 17 Punkten Vorschläge
gemacht, wie die Sicherheit im
Verteidigungsministerium verbessert werden kann. Der Ausschuß hat
darauf hingewiesen, daß das Sicherheitsbewußtsein
aller Personen, die im Bundesministerium der
Verteidigung und in der Bundeswehr tätig sind,
angesichts der Anstrengungen der gegnerischen
Nachrichtendienste geschärft und ständig wachgehalten
werden muß.
Die Ausschußuntersuchungen haben gezeigt, daß
wenige undichte Stellen, Unvorsichtigkeit,
Sorglosigkeit und mangelnde Kontrolle schweren
Landesverrat ermöglichen und großen Schaden für die
Sicherheit der Bundesrepublik herbeiführen können.
Der Ausschuß hat besonders darauf hingewiesen,
daß klare und zweifelsfreie Zuordnung von
Aufgaben und Befugnissen und eine eindeutige
Organisations- und Befehlsstruktur auf dem Gebiet der
militärischen Sicherheit besonders dringlich sind, weil
sie Voraussetzungen dafür sind, daß die
notwendigen Informationen rechtzeitig in die militärische
und politische Spitze des Ressorts gelangen. Es darf
sich nicht wiederholen, daß nach Eintritt eines
Spionagefalls durch Kompetenzstreitigkeiten
wertvolle Zeit verlorengeht und notwendige
Maßnahmen nicht in der erforderlichen Art getroffen
werden.
Wir haben mit Befriedigung zur Kenntnis
genommen, daß das Verteidigungsministerium eine Reihe
unserer Vorschläge bereits aufgegriffen hat. Zu den
übrigen sind noch Detailprüfungen im Gange. Auch
hier hoffen wir auf baldige Entscheidungen.
Am Ende der Arbeit dieses Ausschusses, die nun
fast ein ganzes Jahr in Anspruch genommen hat,
können wir also feststellen, daß der Ausschuß das
Ziel, das er sich selbst gesteckt hat, wirklich
erreichen konnte. Daß der Ausschußbericht nicht ganz
aus einem Guß ist, weil nur etwa zur Hälfte der
Fragen, die zu klären waren, Einvernehmen
zwischen Koalition und Opposition herzustellen war,
muß dabei keineswegs stören. Ich bin vielmehr der
Meinung, daß es positiv zu bewerten ist, wenn
immerhin zu einer großen Anzahl von Fragen eine
einheitliche Bewertung zwischen uns allen möglich
war. Es ist' gute Recht der Opposition, in den
Fragen, in denen sich ihre Bewertung der Vorgänge
von denen der Koalition unterscheidet, ihre
abweichende Meinung zu veröffentlichen.
Ich will mich mit dem sachlichen Inhalt dieser
Abweichungen hier nicht befassen. Ich halte
allerdings das Minderheitenvotum sachlich für
unzutreffend. In einem Punkt halte ich es sogar für höchst
bedenklich, nämlich dort, wo der inzwischen
zurückgetretene Generalinspekteur der Bundeswehr,
General Wust, massiv angegriffen wird. Ich habe
vorhin zum Ausdruck gebracht, daß der Ausschuß
festgestellt hat, daß die Gegenmaßnahmen gegen
die Spionage im militärischen Nachrichtendienst zu
spät ergriffen worden sind. Daran halte ich fest.
Dieser Vorwurf trifft aber nicht den seinerzeitigen
Generalinspekteur der Bundeswehr, sondern andere
Stellen. Zu keiner Zeit ist im Verlauf der
Untersuchungen festgestellt worden, daß der
Generalinspekteur etwa seine Pflicht zur Aufsicht und
Kontrolle der ihm nachgeordneten Stellen verletzt hat.
Nur dies aber, liebe Kolleginnen und Kollegen,
könnte neben den Fragen, die wir aufgeworfen
haben, einen besonders schweren Vorwurf gegen ihn
rechtfertigen. Ich stelle ausdrücklich fest, daß dem
damaligen Generalinspekteur der Bundeswehr nach
dem Ergebnis der Ausschußuntersuchungen keine
— im Vergleich zu anderen — besonders massiven
Vorwürfe wegen seines Verhaltens in dieser
Angelegenheit zu machen sind.
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU]: Das
müssen Sie Herrn Ahlers und Herrn Buch
-
staller sagen!)
Wenn im zivilen oder auch militärischen
Administrationsbereich des Bundesministeriums der
Verteidigung Fehler gemacht worden sind, dann waren
sie nach unserer Meinung schonungslos
offenzulegen. Das ist in der Ausschußarbeit auch geschehen.
Ungerechtfertigte Anschuldigungen aber gegen den
Generalinspekteur als den obersten Soldaten der
Bundeswehr, wie wir sie in der letzten Woche
gehört haben, treffen die Bundeswehr und damit die
Truppe und jeden einzelnen Soldaten. Dies muß
unter allen Umständen vermieden werden. Politische
Kontroversen müssen im Bereich der Politik
ausgetragen werden. Die Bundeswehr muß von
parteipolitischer Polarisierung freigehalten werden. Wir
werden mit all denjenigen, die diese Auffassung
teilen, dafür sorgen, daß dies auch so ist.
Inzwischen hat General Wust, wie wir alle
wissen, auf Grund von in anderen Bereichen
eingetretenen Entwicklungen keine Basis mehr für sein
Verbleiben im Amt gesehen. Wir haben diese
Entscheidung zwar zu respektieren, weisen aber bei
dieser Gelegenheit mit allem Nachdruck auf eine
Forderung hin, die wir in den vergangenen Jahren
immer wieder gestellt haben, nämlich auf die
Forderung, die Position des Generalinspekteurs nicht
nur in seinem Verhältnis zu den Inspekteuren der
Teilstreitkräfte, sondern auch und vor allem in
seinem Verhältnis zur Leitungshierarchie des
Verteidigungsministeriums eindeutig klarzustellen. Hier
muß die in der Bundeswehr bestehende
Unsicherheit über die Einordnung ihres ranghöchsten
Soldaten durch eine klare Regelung endlich beseitigt
werden. Ich will hier auch ganz unumwunden
erklären, daß ich diese Einordnung — aus der
Aufgabe des Amtes heraus — nicht als die eines von
vielen Abteilungsleitern des Ministeriums verstehen
kann. Der Generalinspekteur muß vielmehr —
anders könnte er seiner Aufgabe nicht gerecht
werden — als Verantwortlicher für die Entwicklung
der verteidigungspolitischen Konzeption der
Bundesrepublik und als oberster militärischer Berater
der Bundesregierung auch tatsächlich die Stellung
erhalten, die dieser Aufgabe gerecht wird. Sonst ist
er alles andere, nur kein Generalinspekteur.
Damit wird im übrigen der Primat der Politik
nicht in Frage gestellt, wie man gelegentlich hören
kann. Die vom Generalinspekteur zu entwickelnde
'verteidigungspolitische Konzeption ist zwar von
ihm zu entwickeln, aber sie ist ein Vorschlag, über
dessen Annahme oder Ablehnung der Minister, der
natürlich die Befehls- und Kommandogewalt behält,
entscheidet. So steht also der Primat der Politik —
bei dieser Frage jedenfalls — nicht zur Debatte.
Vielmehr geht es um eine schlüssige und effiziente
Spitzengliederung der Bundeswehr. Wie schwach
müßte eine Politik sein, die ihren Primat von dieser
oder jener Strukturvariante abhängig machen
ließ!
Wer überdies die von uns vorgeschlagene
Aufgabenstellung und Einordnung des
Generalinspekteurs mit Mißtrauen und Argwohn betrachtet, tut
unseren Streitkräften unrecht. In den 23 Jahren
ihres Bestehens hat die Bundeswehr bewiesen, daß
sie eine loyale Armee dieses Staates ist. Sie hat
niemals Anlaß dazu gegeben, daran zu zweifeln,
daß sie den Primat der Politik respektiert. Auf dem
schwierigen Weg unseres Staates zur Demokratie
ist die Bundeswehr ein Meilenstein demokratischer
Entwicklung, die allerdings auch in ihr noch nicht
abgeschlossen ist. Aber wir sollten ihr
Selbstbewußtsein, das sie braucht, um diese Aufgabe
weiterhin zu erfüllen, abzurunden, nicht zerstören,
zerstören z. B. durch ein ungerechtfertigtes Mißtrauen
gegen die Loyalität ihres obersten Repräsentanten
und damit gegen die Streitkräfte insgesamt.
(Beifall bei der FDP und bei Abgeordneten
der CDU/CSU — Dr. Wörner [CDU/CSU]:
Sehr gut, voll einverstanden!)
Im übrigen, meine sehr verehrten Damen und
Herren, begrüßen wir nach dem Rücktritt des
Generalinspekteurs Wust die Entscheidungen des
Verteidigungsministers im Blick • auf die Nachfolge.
Wir halten es für richtig, daß diese Entscheidung
sehr schnell getroffen worden ist, um
Unsicherheiten, soweit sie vorhanden waren, sich nicht
auswachsen zu lassen oder keine neuen
Unsicherheiten entstehen zu lassen. Ich möchte allerdings in
aller Klarheit auch sagen: Die Art und Weise, in
der der neue Generalinspekteur von Ihnen, meine
sehr verehrten Kollegen von der CSU, begrüßt
worden ist, halte ich für unmöglich; das ist ein
Vorgang, der es Ihnen doch selbst unmöglich machen
muß, mit diesem neuen Generalinspekteur
zusammenzuarbeiten.
(Beifall bei der FDP und der SPD — Zuruf
des Abg. Dr. Voss [CDU/CSU])
Ich finde, auch er hat ein Recht darauf, daß wir
ihm mit der gleichen Unbefangenheit
gegenübertreten, die andere für sich beanspruchen können. Wir
sollten ihm diese Chance geben.
Lassen Sie mich jetzt zur politischen Bewertung
der Arbeit und der Ergebnisse des
Untersuchungsausschusses kommen und folgendes feststellen.
Erstens. Das Verteidigungsministerium als
Exekutivorgan hat sich dem Untersuchungsausschuß
gegenüber in dessen parlamentarischer
Kontrollaktivität kooperativ verhalten. Dem Ausschuß wurden
alle Akten und Unterlagen zur Verfügung gestellt,
die er anforderte. Den zu vernehmenden Zeugen
aus dem Ressort wurden die notwendigen
Aussagegenehmigungen erteilt. Hier gab es also das
angemessene Rollenverständnis.
Zweitens. Verlauf und Ergebnis der
Ausschußuntersuchungen haben gezeigt, daß das Parlament in
der Lage ist, seine Kontrollfunktion auch mit dem
Instrument eines Untersuchungsausschusses
wirksam wahrzunehmen; denn der Ausschuß hat
festgestellt, daß in der Behandlung des Spionagefalls
Lutze/Wiegel im Verteidigungsressort Versäumnisse
vorgekommen sind, die ohne die
Ausschußuntersuchungen nicht entdeckt worden wären.
Drittens. Die Feststellungen der Versäumnisse
durch den Untersuchungsausschuß haben zu
gravierenden sachlichen und personellen
Konsequenzen im Verteidigungsministerium geführt.
Keine unmittelbare Konsequenz aus dem hier in
Rede stehenden Spionagefall war meines Erachtens
der Rücktritt von Georg Leber; der hatte, wie wir
alle wissen, andere Ursachen.
(Beifall bei der FDP und der SPD)
Unter Berücksichtigung der vorliegenden
Erkenntnisse des Untersuchungsausschusses teile ich
nachhaltig die Auffassung meiner Kollegen, die hier
gesagt haben, daß Georg Leber der bislang
erfolgreichste Verteidigungsminister der Bundesrepublik
Deutschland ist.
(Beifall bei der FDP und der SPD — La
-
chen und Zurufe von der CDU/CSU)
Ich glaube also ; der ,Bundestag kann in seiner
Gesamtheit — hier sehe ich keine Unterschiede
zwischen Koalition und Opposition — feststellen,
(Zurufe von der CDU/CSU)
daß er in dem Untersuchungsausschuß Lutze/Wiegel
seine Kontrollfunktion gegenüber der Exekutive
wirksam wahrgenommen hat.
(Zuruf von der CDU/CSU: Der neue Ver
teidigungsminister ist also noch schlech
ter?!)
— Ich habe den auf der Regierungsbank sitzenden
Verteidigungsminister in diese Wertung gar nicht
einbeziehen wollen.
(Zurufe von der CDU/CSU)
Sie wissen doch, daß man Denkmäler nicht schon
dann zur Würdigung der Leistungen aufstellt, wenn
der Betreffende noch im Amt ist; das kann dann
sehr schnell zur Revision derselben führen.
(Zurufe von der CDU/CSU)
Gestatten Sie mir, meine Damen und Herren,
nach dieser grundsätzlichen, positiven Bewertung
der Arbeit des Untersuchungsausschusses jedoch
auch einige kritische Anmerkungen.
Der Ausschuß hat mit seinen Mitgliedern der
Koalition und der Opposition in den langen
Monaten seiner Tätigkeit unter der fairen Leitung seines
Vorsitzenden und seines Stellvertreters — ich habe
allmählich Sorge, Herr Kollege Wörner, daß wir Sie
nicht zu sehr loben dürfen; das könnte Ihnen
schaden, aber bei Ihren Leuten; trotzdem, es war eine
faire Leitung —
(Zurufe von der CDU /CS
sachlich zusammengearbeitet. Wir haben unter der
fairen Leitung des Vorsitzenden und seines
Stellvertreters sachlich gut zusammenarbeiten können.
Wenn trotzdem fast ein Jahr vergehen mußte,
bevor der Bericht vorgelegt werden konnte, so zeigt
dies natürlich die Problematik der Wirksamkeit
parlamentarischer Untersuchungsausschüsse auf.
Wenn ein Untersuchungsgremium wie hier der
Verteidigungsausschuß als Untersuchungsausschuß
27 ordentliche und noch einmal 27 stellvertretende
Mitglieder hat, dann ist eine gewisse
Umständlichkeit des Prozedierens nicht zu vermeiden. Wenn
das Untersuchungsgremium so viele Mitglieder hat,
dann wird es auch schwierig, eine Prozeßordnung
einzuhalten. Wir haben ja die Strafprozeßordnung
für unser Verfahren heranzuziehen, ohne' daß wir
etwa alle Juristen wären, was ich an sich ganz
positiv finde. In einem parlamentarischen
Untersuchungsausschuß darf natürlich auch nicht
übersehen werden, daß die die Untersuchung führenden
Mitglieder des Gremiums aus den unterschiedlichen
Interessenlagen der Fraktionen unterschiedliche
Vorgehensweisen bevorzugen. Dies nur als eine
allgemein kritische, nicht polemische Bewertung von
parlamentarischen Untersuchungsausschüssen, über
deren künftige Gestaltung man sich sicherlich noch
einmal Gedanken machen müßte.
Was aber bei der Tätigkeit dieses
Untersuchungsausschusses im Falle Lutze/Wiegel ganz besonders
bemerkt werden mußte und deshalb auch nicht
verschwiegen werden kann, ist die Tatsache des Miß
-
brauchs eines parlamentarischen Ausschusses für
parteipolitische Zwecke. Wir und die ganze
deutsche Öffentlichkeit haben miterleben müssen, wie
versucht wurde, die sachlichen Schwerpunkte der
Untersuchungen in den Hintergrund zu rücken und
Randerscheinungen hervorzukehren, die
parteipolitisch ausgeschlachtet werden sollten.
In vielen Stunden hat sich der
Untersuchungsausschuß auf Grund der Anträge der Opposition mit
angeblichen Intimitäten Beteiligter und mit dem
Waschen schmutziger Wäsche befaßt. Manche
Beratungspassage kam mir vor wie der Ausschnitt aus
einer Redaktionskonferenz im Bereich der
Regenbogenpresse — jedenfalls so, wie ich mir solche
Konferenzen vorstellen kann. Am Schluß hat sich das
herausgestellt, was die Koalition von Anfang an
behauptet hat, nämlich daß es keinerlei Anhaltspunkte
für das gibt, was von der Opposition in dieser
Hinsicht mit dem erkennbaren Genuß an
Schlüpfrigkeiten ständig behauptet und in der Presse und sonstwo
verbreitet worden ist.
(V o r s i t z: Vizepräsident Stücklen)
Wenn es um Wahlen geht, ist die Opposition in
der Wahl ihrer politischen Mittel offenbar nicht
zimperlich. Vor der hessischen Landtagswahl haben Sie,
meine verehrten Kolleginnen und Kollegen, ohne
Rücksicht auf die noch zu klärenden Punkte und vor
Fertigstellung des offiziellen Ausschußberichts Ihre
Bewertung bereits in der Öffentlichkeit vorgelegt.
Ich muß erklären, daß die Opposition mit diesem
Verhalten im gesamten Verlauf des
Untersuchungsverfahrens weder der Tätigkeit des Ausschusses
noch dem Parlament genutzt hat.
(Beifall bei der FDP und der SPD)
Vizepräsident Stücklen: Herr Abgeordneter,
gestatten Sie eine Zwischenfrage des Herrn
Abgeordneten Dr. Voss?
Möllemann (FDP) : Ja.
Dr. Voss (CDU/CSU) : Herr Kollege Möllemann,
sind Sie bereit, zur Kenntnis zu nehmen,. daß sich
unsere Bewertung, die wir damals der Öffentlichkeit
vorgelegt haben, in keinem Punkt, nicht einmal in
einem Jota, von dem unterscheidet, was dem Hohen
Hause jetzt an Bewertung vorliegt?
Möllemann (FDP) : Herr Kollege Voss, ich dachte,
daß die Arbeit eines parlamentarischen
Untersuchungsausschusses beispielsweise den Sinn hat, dem
Parlament einen Bericht vorzulegen, nachdem der
Bericht abgeschlossen ist. Sie haben vor Abschluß
dieses Berichts, gezielt auf den Wahlkampf, Ihre
Bewertung eines Teilaspekts veröffentlicht.
(Weiskirch [Olpe] [CDU/CSU] : Weil der
Bericht von Ihnen verzögert worden ist!)
Das halte ich für einen schlechten parlamentarischen
Stil.
(Beifall bei der FDP und der SPD)
Im übrigen: Wie die Wahlergebnisse, die Sie im
Auge hatten und die wir natürlich mit einem
gewissen Genuß auch heute noch im Auge haben,
zeigen, hat es Ihnen offenbar nichts genutzt. Es wird
eben auch draußen vermerkt und als widersprüchlich
empfunden, wenn Sie, Herr Kollege Wörner, hier in
der Rolle des politischen Edelmannes mit dem Florett
fechtend — was wir ausdrücklich würdigen —
auftreten, während der Kollege Voss, wie soeben
praktiziert, mit dem polemischen Knüttel unterhalb der
politischen Gürtellinie herumfuchtelt.
Gestatten Sie mir an dieser Stelle eine Bemerkung
zur Behandlung des Themas Spionage im Rahmen
parteipolitischer Auseinandersetzung. Die Aussagen
des Untersuchungsausschusses wie auch meine
eigenen darauf bezogenen zuvor dargelegten
Überlegungen machen deutlich, daß ja wohl niemand
ernstlich behaupten kann und sollte, in diesem Hause
gebe es eine Partei, die für Spionage besonders
anfällig sei oder sie nicht richtig zu bekämpfen
versuche. Um so verwunderlicher ist es — hier schließe
ich mich gern der entsprechenden Bewertung des
Kollegen Ahlers an —, welche irrationalen
Überlegungen und parteipolitisch motivierten
Interpretationen Spionagefälle immer wieder erfahren bzw.
was von Menschen, die es eigentlich besser wissen
müßten, zur Spionage erklärt wird. So empfinde ich
es als fast schon albern, wenn ein Mitglied des
Verteidigungsausschusses die Genehmigung des
Überflugs für sechs sowjetische MIG-Jäger über . die
Bundesrepublik Deutschland gewissermaßen als
Begünstigung von Spionage bezeichnet. Beim Thema
Spionage wird eben der sonst sehr geschätzte
Kollege Handlos immer grundlos kopflos.
(Heiterkeit bei der FDP und der SPD)
Als nicht sehr überzeugend muß man wohl auch
die bei jedem Spionagefall neu aufgestellte
Behauptung bezeichnen, die von den Staaten des
Warschauer Pakts betriebene Spionage belege, daß
dieser es mit seiner Entspannungspolitik nicht ernst
meine. Diese Schlußfolgerung ist insbesondere dann
wohl nicht überzeugend, wenn ich daran denke, daß
wir bei der Schlußabstimmung über den
Bundeshaushalt in Kürze wieder in schöner Einmütigkeit
das Haushaltskapitel 04 04 verabschieden werden.
Zum besseren Verständnis: Hierbei handelt es sich
um die Mittel für den BND, also für unsere auf die
freiheitlich-demokratische Grundordnung
verpflichteten Spione, seien sie Beamte, Angestellte oder im
wahrsten Sinne des Wortes freie Mitarbeiter.
Eine weitere Bemerkung, meine Damen und
Herren, möchte ich zum Thema „Liste" machen.
Glauben Sie mir: Es ist für einen Liberalen
ausgesprochen amüsant, zu erleben, wie die beiden großen
'Parteien sich wechselseitig vorhalten, diejenige
Partei, die jeweils die Mehrheit hat, betreibe eine
von ihren Interessen induzierte Personalpolitik. Sie
haben alle völlig recht, wenn Sie das sagen.
{Biehle [CDU/CSU] : Und Sie betätigen sich
als Erbschleicher! — Ernesti [CDU/CSU]:
So unschuldig sind Sie auch nicht!)
— In diesem Zusammenhang von „Unschuld" zu
reden ist ein schwieriges Unterfangen; im übrigen
auch von „Schuld".
Lassen Sie mich, meine Damen und Herren, zum
Abschluß meiner Ausführungen noch auf einen
anderen, leider ebenfalls negativen Teilaspekt der Arbeit
des Verteidgungsausschusses als
Untersuchungsausschuß hinweisen. Der Ausschuß hat fast ein Jahr lang
gearbeitet. Er ist 29mal zusammengetreten, die
Beweisaufnahme wurde in 20 Sitzungen geführt, 42
Zeugen wurden vernommen.
(Ernesti [CDU/CSU] : Und wie oft waren
Sie dabei?)
— Offenbar schon zu oft, denn Sie haben mich des
öfteren dort mit Ihren Bemerkungen irritiert. — In
dieser gesamten Zeit von fast einem Jahr haben,
verursacht durch die Arbeitsbelastung des
Verteidigungsausschusses mit diesen Untersuchungen, fast
keine Ausschußsitzungen stattgefunden, die sich mit
der eigentlichen Aufgabe des Ausschusses, nämlich
der Verteidigungspolitik, befassen konnten. Im
gleichen Zeitraum sind im Bundesministerium der
Verteidigung die vielleicht schwerwiegendsten
verteidigungspolitischen Entscheidungen der letzten
Jahre vorbereitet worden. Abgelenkt durch diese
Untersuchungstätigkeit, mußte es der
Verteidigungsausschuß unterlassen, die notwendige,
parlamentarische Kontrolle der Regierung — jedenfalls in dem
eigentlich notwendigen Umfang — wahrzunehmen.
Ich halte dies für eine äußerst bedenkliche
Nebenerscheinung der Tätigkeit des Verteidigungsauschusses
als Unterausschuß im Spionagefall Lutze/Wiegel.
Wir sollten diese Erfahrungen in guter Erinnerung
behalten und sollten sie im Interesse der
Wirksamkeit unserer parlamentarischen Arbeit und des
Ansehens unseres Parlaments bedenken, wenn wir
wieder einmal vor der Frage stehen, ob wir einen
Untersuchungsausschuß — und wenn ja, in welcher
Zusammensetzung — einsetzen müssen.
(Beifall bei der FDP und der SPD)
Vizepräsident Stücklen: Das Wort hat der
Bundesminister der Verteidigung.
Dr. Apel, Bundesminister der Verteidigung: Herr
Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Der Verteidigungsausschuß als 1.
Untersuchungsausschuß kommt bei der Schadensbewertung
übereinstimmend zu dem Ergebnis, daß es sich bei dem
Spionagefall Lutze/Wiegel um einen besonders
schweren Fall handelt. Diese Feststellung des
Untersuchungsausschusses entspricht dem Ergebnis, das
wir in einer Arbeitsgruppe „Sicherheit" auf der
Hardthöhe, d. h. im Bundesverteidigungsministerium,
selbst ermittelt haben. insofern besteht
Übereinstimmung zwischen Ihnen und unseren eigenen
Erkenntnissen.
In einem zweiten Punkt, denke ich, werden wir
nicht so schnell zur Übereinstimmung kommen,
nämlich hinsichtlich der Frage der Behandlung. Ich denke
schon, daß man betrübt sein muß, sich vielleicht
sogar schämen muß, wenn jemand wie Herr Laabs, der
sich in diesem Saal nicht verteidigen kann und im
Zweifelsfall auch keine rechtlichen Möglichkeiten
hat, sich gegen Sie, Herr Voss, zur Wehr zu
setzen, in dieser Art und Weise hier durch den Dreck
gezogen wird.
(Beifall bei der SPD)
Wenn wir uns schon parteipolitisch Vorwürfe
machen wollen — und die Materie lädt zwangsläufig
dazu ein —, dann sollten wir uns in der Tat sehr
genau überlegen, wie wir, wenn dann wieder ein
Untersuchungsausschuß ein schwieriges Gebiet zu
bearbeiten hat, miteinander umgehen sollen. Ich
kann mir nicht gut vorstellen, daß es uns allen, den
Demokraten, guttut, wenn wir in dieser Weise
argumentieren. Wir brauchen uns dann auch nicht zu
wundern, wenn viele jüngere Menschen sich
abwenden und sich fragen,
(Dr. Voss [CDU/CSU] : Demokratie heißt
auch, die Dinge beim Namen zu nennen!)
was Demokraten eigentlich miteinander für dieses
Geweinwesen tun sollen und tun wollen.
(Zurufe von der CDU/CSU)
Ich meine das mit ganzem Ernst und will deswegen
dieses Thema nicht vertiefen,
(Frau Tübler [CDU/CSU] : Das ist auch
Anzeige gekürzt – vollständiger Text im Original.
Relationen
- part_of_vorgang → Gesetz zur Fortsetzung der Eingliederung von Vertriebenen und Flüchtlingen (G-SIG: 00020183)
- part_of_vorgang → Jahresbericht 1977 (G-SIG: 00001378) (Beratung)
- part_of_vorgang → Neunundzwanzigstes Gesetz zur Änderung des Lastenausgleichsgesetzes (29. ÄndG LAG) (G-SIG: 00020155)
- part_of_vorgang → Privatisierung von Grund und Boden und von Sozialmietwohnungen (G-SIG: 00000890)