Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EU) 2024/1157 hinsichtlich des Verbots der Ausfuhr von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen
Text
Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EU) 2024/1157 hinsichtlich des Verbots der Ausfuhr von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 307/26
21.05.26
EU - U - Wi
Unterrichtung
durch die Europäische Kommission
Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der
Verordnung (EU) 2024/1157 hinsichtlich des Verbots der Ausfuhr von zur Verwertung
bestimmten gemischten Siedlungsabfällen
COM(2026) 183 final
Der Bundesrat wird über die Vorlage gemäß § 2 EUZBLG auch durch die Bundesregierung
unterrichtet.
Hinweis: Drucksache 809/21 = AE-Nr. 211051
DE DE
EUROPÄISCHE
KOMMISSION
Brüssel, den 29.4.2026
COM(2026) 183 final
2026/0099 (COD)
Vorschlag für eine
VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
zur Änderung der Verordnung (EU) 2024/1157 hinsichtlich des Verbots der Ausfuhr
von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen
(Text von Bedeutung für den EWR)
BEGRÜNDUNG
1. KONTEXT DES VORSCHLAGS
• Gründe und Ziele des Vorschlags
Gemäß Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe f der Verordnung (EU) 2024/1157 über die
Verbringung von Abfällen (im Folgenden „Abfallverbringungsverordnung“) ist die Ausfuhr
von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen aus der EU in Drittländer
(einschließlich der Schweiz) ab dem 21. Mai 2026 nicht mehr zulässig. Diese Bestimmung
wurde im Rahmen der allgemeinen Umweltpolitik der EU zur Verringerung des Aufkommens
an gemischten Siedlungsabfällen (d. h. von Haushalten erzeugter Abfall, der nicht getrennt
gesammelt wird) angenommen. Ziel der Bestimmung war es, die Behandlung gemischter
Siedlungsabfälle in Anlagen zu fördern, die nach EU-Standards betrieben werden und sich im
Einklang mit dem Grundsatz der Nähe in der Nähe des Ortes der Abfallentstehung befinden,
sowie die Materialeffizienz zu erhöhen und den ökologischen Fußabdruck von Abfällen zu
verringern.
Jedes Jahr werden rund 200 000 Tonnen gemischte Siedlungsabfälle aus verschiedenen EU-
Mitgliedstaaten in die Schweiz verbracht. Ein großer Teil dieser Abfälle stammt aus Orten in
unmittelbarer Nähe zur Schweiz. Mit dem Beginn der Anwendung von Artikel 44 Absatz 2
Buchstabe f der Abfallverbringungsverordnung würde einer langjährigen Praxis ein Ende
gesetzt. Durch dieses Verbot würden solche Abfälle zu anderen Anlagen in der EU
transportiert werden, die jedoch weiter entfernt sind als die Schweizer Anlagen, die derzeit
von den Behörden der EU-Mitgliedstaaten und Abfallbewirtschaftern genutzt werden.
Aus den von diesen Behörden und Interessenträgern vorgelegten Daten geht hervor, dass ein
Verbot der Ausfuhr von Siedlungsabfällen in die Schweiz die Kosten für die Bewirtschaftung
dieser Abfälle erheblich erhöhen und zu höheren Treibhausgasemissionen aufgrund des
zusätzlichen Straßenverkehrs (und der Ersetzung des Schienenverkehrs, der derzeit für die
Verbringung von Abfällen von Österreich in die Schweiz genutzt wird) führen würde.
Darüber hinaus scheinen die mit dieser Maßnahme verbundenen Vorteile (erhöhte
Wirtschaftstätigkeit im Zusammenhang mit der Abfallbehandlung in EU-Anlagen, verringerte
Abhängigkeit von Abfallausfuhren für die Bewirtschaftung von in der EU angefallenen
Abfällen) begrenzt zu sein. Vor diesem Hintergrund erscheint die Maßnahme im Vergleich zu
den mit ihr angestrebten Zielen nicht verhältnismäßig. Im Einklang mit ihrer
Vereinfachungsagenda schlägt die Kommission daher eine sehr gezielte und begrenzte
Änderung der Abfallverbringungsverordnung vor, um Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe f zu
ändern, damit die Ausfuhr von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen in
die Schweiz fortgesetzt werden kann. Die Ausfuhr solcher Abfälle zur Beseitigung
(Deponierung oder Verbrennung ohne energetische Verwertung) wird verboten.
In der Mitteilung COM(2025) 980 „Vereinfachungen für eine nachhaltige
Wettbewerbsfähigkeit“ zum im Dezember 2025 angenommenen Omnibus-Paket für den
Umweltbereich (Vereinfachung der Verwaltung im Bereich des Umweltrechts) erkannte die
Kommission die Bedenken an, die zu diesen Fragen von Interessenträgern und Behörden in
den betroffenen Mitgliedstaaten (Österreich, Frankreich, Deutschland und Italien) geäußert
wurden, in denen die geografische Lage bestimmter Regionen die Ausfuhr solcher Abfälle
durch nachhaltigere Transportmittel zu nahe gelegenen Abfallbewirtschaftungsanlagen in
Nachbarländern rechtfertigt. Die Kommission kündigte an, gemeinsam mit den beiden
gesetzgebenden Organen zu prüfen, wie die Angelegenheit im Einklang mit den Zielen der
Abfallverbringungsverordnung und der Dekarbonisierungsagenda der EU im Rahmen des
Rechtsakts über die Kreislaufwirtschaft oder anderer Rechtsinstrumente rasch gelöst werden
kann. Der wirksamste und schnellste Weg zur Lösung dieses Problems besteht darin, einen
eigenständigen Vorschlag zur Änderung von Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe f der Verordnung
(EU) 2024/1157 vorzulegen.
Dieser Vorschlag enthält gezielte Bestimmungen, mit denen lediglich klargestellt wird, dass
das Verbot der Verbringung von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen
nicht gilt, wenn diese Abfälle in die Schweiz ausgeführt werden. Es ist wichtig, dass dieser
Vorschlag so bald wie möglich von der Kommission angenommen wird, damit die beiden
gesetzgebenden Organe rasch eine Einigung erzielen können, sodass die Verbringung
gemischter Siedlungsabfälle in die Schweiz nicht unterbrochen werden muss. Artikel 44 der
Verordnung (EU) 2024/1157 tritt am 21. Mai 2026 in Kraft. Zustimmungen für die
Verbringung gemischter Siedlungsabfälle gelten bis zu einem Jahr, was in der Praxis
bedeutet, dass Verbringungen, für die die Zustimmungen vor dem 21. Mai 2026 erteilt
wurden, nach diesem Datum bis höchstens zum 20. Mai 2027 vorgenommen werden dürfen.
Dies entspricht Artikel 85 Absatz 3 der Verordnung (EU) 2024/1157. Es ist daher von
wesentlicher Bedeutung, dass die Änderung von Artikel 44 Absatz 2 vor diesem Termin
angenommen wird und in Kraft tritt.
Mögliche weitere Änderungen an oder Abweichungen von der Abfallverbringungsverordnung
liegen außerhalb des Anwendungsbereichs und der Ziele des vorliegenden Vorschlags. Die
Kommission wird konstruktiv mit den beiden gesetzgebenden Organen zusammenarbeiten,
um sicherzustellen, dass das wesentliche Ziel dieses Vorschlags im Gesetzgebungsverfahren
in vollem Umfang gewahrt bleibt und seine Absicht nicht geändert wird.
• Kohärenz mit den bestehenden Vorschriften in diesem Bereich
Grundsätzlich unterliegt die Ausfuhr von Abfällen in die Schweiz denselben Vorschriften wie
die grenzüberschreitende Verbringung von Abfällen zwischen Mitgliedstaaten. Das in der
Abfallverbringungsverordnung festgelegte Verbot der Ausfuhr von zur Verwertung
bestimmten gemischten Siedlungsabfällen war eine Ausnahme von dieser allgemeinen Regel.
Mit diesem Legislativvorschlag wird die Kohärenz mit den Vorschriften für die Ausfuhr von
Abfällen zwischen den EU-Mitgliedstaaten sowie zwischen den EU-Mitgliedstaaten und der
Schweiz gewahrt.
• Kohärenz mit der Politik der Union in anderen Bereichen
Die vorgeschlagene Änderung zielt im Wesentlichen darauf ab, den Status quo in Bezug auf
die besondere Situation der Ausfuhr gemischter Siedlungsabfälle aus der Union in die
Schweiz beizubehalten. Dies führt nicht zu einer Unvereinbarkeit mit der Politik der Union.
2. RECHTSGRUNDLAGE, SUBSIDIARITÄT UND VERHÄLTNISMÄẞIGKEIT
• Rechtsgrundlage
Die Rechtsgrundlage ist dieselbe wie die Rechtsgrundlage der Abfallverbringungsverordnung,
d. h. Artikel 192 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV), in dem
festgelegt ist, wie Artikel 191 AEUV umzusetzen ist. Artikel 191 betrifft die Umweltpolitik
der EU, die dazu beitragen muss, folgende Ziele zu erreichen:
Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Verbesserung ihrer Qualität;
Schutz der menschlichen Gesundheit;
umsichtige und rationelle Verwendung der natürlichen Ressourcen,
Förderung von Maßnahmen auf internationaler Ebene zur Bewältigung regionaler oder
globaler Umweltprobleme und insbesondere zur Bekämpfung des Klimawandels.
• Subsidiarität (bei nicht ausschließlicher Zuständigkeit)
Mit dem Vorschlag soll die Abfallverbringungsverordnung geändert werden, die die
Verbringung von Abfällen zwischen EU-Mitgliedstaaten sowie zwischen der EU und
Drittländern regelt. Seit vielen Jahren gibt es harmonisierte EU-Vorschriften für die
Verbringung von Abfällen, um sicherzustellen, dass die grenzüberschreitende Verbringung
von Abfällen zwischen den EU-Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene nicht unangemessenen
behindert wird. Eine solche Harmonisierung ist zudem erforderlich, um zu vermeiden, dass
illegal agierende Marktteilnehmer ihre Abfälle zunächst über Mitgliedstaaten mit weniger
strengen nationalen Vorschriften verbringen, damit sie diese Abfälle anschließend aus der EU
in Drittländer ausführen können („Port Hopping“-Szenario). Es ist auch gerechtfertigt,
harmonisierte Vorschriften für die Ausfuhr von Abfällen in die Schweiz vorzusehen, um
Gleichbehandlung und Rechtsklarheit für alle Abfallbewirtschafter in der EU zu ermöglichen,
die Abfälle in dieses Land verbringen möchten.
• Verhältnismäßigkeit
Durch die Ausnahme der Schweiz vom Verbot der Ausfuhr von zur Verwertung bestimmten
gemischten Siedlungsabfällen würde ein künftiges Hindernis für die Gewährleistung einer
umweltgerechten Bewirtschaftung von zur Verwertung bestimmten gemischten
Siedlungsabfällen in der nächstgelegenen Anlage beseitigt. Eine gezielte Änderung der
Verordnung wird den von den Interessenträgern und Behörden in den betroffenen
Mitgliedstaaten geäußerten Bedenken angemessen Rechnung tragen, ohne andere Teile der
Verordnung zu berühren oder die Ziele der Verordnung zu beeinträchtigen.
• Wahl des Instruments
Da eine bestehende Verordnung geändert wird, ist eine Verordnung das geeignete Instrument.
3. ERGEBNISSE DER EX-POST-BEWERTUNG, DER KONSULTATION DER
INTERESSENTRÄGER UND DER FOLGENABSCHÄTZUNG
• Ex-post-Bewertung/Eignungsprüfungen bestehender Rechtsvorschriften
Dieser Vorschlag geht nicht auf eine Ex-post-Bewertung oder Eignungsprüfung zurück.
• Konsultation der Interessenträger
Mehrere Interessenträger aus den an die Schweiz angrenzenden Regionen äußerten Bedenken
hinsichtlich der Auswirkungen von Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe f der
Abfallverbringungsverordnung auf ihre Tätigkeiten, insbesondere im Rahmen der öffentlichen
Konsultation zur Vorbereitung des im Dezember 2025 angenommenen Omnibus-Pakets für
den Umweltbereich (Vereinfachung der Verwaltung im Bereich des Umweltrechts).
• Einholung und Nutzung von Expertenwissen
Die österreichischen und deutschen Behörden übermittelten Daten über die ökologischen und
wirtschaftlichen Auswirkungen eines künftigen Verbots der Ausfuhr gemischter
Siedlungsabfälle in die Schweiz im Vergleich zu Alternativen in den betroffenen
Mitgliedstaaten (Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien). Diese Daten zeigen, dass ein
solches Verbot überwiegend negative wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen hätte.
Die nachstehenden Abbildungen, die aus dem österreichischen Grenzgebiet im Bundesland
Vorarlberg und dem deutschen Grenzgebiet im Bundesland Baden-Württemberg stammen,
liefern quantifizierte Zahlen zu diesen Auswirkungen.
Auswirkung auf die Umwelt
Die Umleitung von Abfällen, die derzeit in die Schweiz verbracht werden, an andere Orte
würde zu einem längeren Transport im Straßenverkehr führen. So ist beispielsweise die
Verbringung gemischter Siedlungsabfälle aus dem österreichischen Bundesland Vorarlberg
zur nächstgelegenen Anlage in der Schweiz zehnmal kürzer als zur wahrscheinlichsten Option
in Österreich (40 km gegenüber 400 km). Darüber hinaus werden die meisten
Abfallverbringungen von Österreich in die Schweiz im Schienengüterverkehr durchgeführt.
Dies müsste durch den Transport per Lastkraftwagen ersetzt werden. Aus diesem Grund kann
davon ausgegangen werden, dass durch den derzeitigen Transport von Abfällen in die
Schweiz im Vergleich zum Transport zu einer ähnlichen Anlage in der EU schätzungsweise
1 400 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.
Darüber hinaus werden derzeit jährlich 15 000 Tonnen Rückstände aus der Abfallverbrennung
mit energetischer Verwertung direkt aus der Schweiz nach Vorarlberg zurück transportiert,
wodurch eine optimale Nutzung der bestehenden Transportlogistik sichergestellt wird und
Synergien aus der regionalen Zusammenarbeit genutzt werden.
Müssten Abfälle über größere Entfernungen transportiert werden, könnte dies zu negativen
Auswirkungen auf den inneralpinen Verkehr (z. B. Luftverschmutzung, Lärm,
Infrastrukturbelastung, Klimaschäden) führen. So könnte durch den erhöhten Lkw-Verkehr
auf Gebirgsstraßen auch das Unfallrisiko zunehmen.
In Deutschland würde die Umleitung von Abfallströmen zu den nächstgelegenen Anlagen zur
energetischen Verwertung von Abfällen in Baden-Württemberg zu erheblichen zusätzlichen
Transportwegen von insgesamt etwa 887 000 km pro Jahr durch die betroffenen Grenzgebiete
führen. Nach Schätzungen der deutschen Behörden würde dies die CO2-Emissionsbelastung
zusätzlich um etwa 383 Tonnen erhöhen. Diese Zahlen basieren auf den günstigsten
möglichen Szenarien, denn es ist wahrscheinlich, dass die Abfälle zum Zwecke der
Behandlung über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus transportiert werden müssten,
wenn sie nicht in nahe gelegene Schweizer Anlagen verbracht werden.
Obwohl die Schweiz nicht an EU-Recht wie die Richtlinie über Industrieemissionen
(Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010
über Emissionen aus Industrie und Tierhaltung) gebunden ist, unterliegen Anlagen zur
energetischen Verwertung von Abfällen in der Schweiz in Bezug auf den Umweltschutz
hohen Standards. Die Ausfuhr von gemischten Siedlungsabfällen zu diesen Anlagen wird
daher nicht dazu führen, dass in der EU erzeugter Abfall unter weniger umweltgerechten
Bedingungen behandelt wird als in der EU.
Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Kosten:
Bei einem Verbot der Ausfuhr von Abfällen gemäß Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe f der
Abfallverbringungsverordnung in die Schweiz würden neben höheren CO2-Emissionen und
der Notwendigkeit des Transports im Straßenfernverkehr durch Bergregionen die
wirtschaftlichen Kosten für den Transport und die Behandlung gemischter Siedlungsabfälle
steigen.
Schätzungen des Bundeslandes Vorarlberg zufolge würden die Transportkosten um
mindestens das Zehnfache und die Behandlungskosten um etwa 40 % steigen. Die deutschen
Behörden haben ebenfalls darauf hingewiesen, dass das Ausfuhrverbot zu höheren Kosten für
die Gemeinden führen würde, die in Baden-Württemberg für die Bewirtschaftung gemischter
Siedlungsabfälle zuständig sind.
• Folgenabschätzung
Eine Folgenabschätzung ist nicht erforderlich, da die Auswirkungen auf EU-Ebene begrenzt
sein dürften und die politischen Optionen, mit denen gewünschte Ergebnis erreicht werden
kann, begrenzt sind.
• Effizienz der Rechtsetzung und Vereinfachung
Dieser Vorschlag wird die Tätigkeiten von Gemeinden und
Abfallbewirtschaftungsunternehmen, die derzeit gemischte Siedlungsabfälle in die Schweiz
verbringen, im Vergleich zu einer Situation, in der solche Verbringungen verboten wären,
vereinfachen.
• Grundrechte
Der Vorschlag hat keine Auswirkungen auf den Schutz der Grundrechte.
4. AUSWIRKUNGEN AUF DEN HAUSHALT
Es wurden keine Auswirkungen auf den Haushalt festgestellt.
5. WEITERE ANGABEN
• Durchführungspläne sowie Monitoring-, Bewertungs- und
Berichterstattungsmodalitäten
Entfällt
• Ausführliche Erläuterung einzelner Bestimmungen des Vorschlags
Artikel 1 enthält die geänderte Bestimmung von Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe f der
Verordnung (EU) 2024/1157. Es wird klargestellt, dass das Verbot der Verbringung von zur
Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen (gemäß Artikel 4 Absatz 3 der
Abfallverbringungsverordnung) nicht gilt, wenn diese Abfälle in die Schweiz ausgeführt
werden.
Artikel 2 enthält Bestimmungen für das Inkrafttreten und die Anwendung der vorliegenden
Verordnung.
2026/0099 (COD)
Vorschlag für eine
VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
zur Änderung der Verordnung (EU) 2024/1157 hinsichtlich des Verbots der Ausfuhr
von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen
(Text von Bedeutung für den EWR)
DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —
gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf
Artikel 192 Absatz 1,
auf Vorschlag der Europäischen Kommission,
nach Zuleitung des Entwurfs des Gesetzgebungsakts an die nationalen Parlamente,
gemäß dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) Gemäß Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe f der Verordnung (EU) 2024/11571 ist die
Ausfuhr von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen aus der EU in
Drittländer verboten. Die Verbringung solcher Abfälle aus Grenzgebieten in nahe
gelegene Behandlungsanlagen in der Schweiz, die hohe Standards für die
Abfallbewirtschaftung vorsehen, wäre somit nicht mehr zulässig, wodurch einer seit
Langem bewährten Praxis ein Ende gesetzt werden würde. Durch dieses Verbot
müssten solche Abfälle in weiter entfernte Abfallbewirtschaftungsanlagen in anderen
Länder verbracht werden, was zur Ersetzung des bislang genutzten Schienenverkehrs
und somit zu zusätzlichem Straßenverkehr führen würde. Dies würde die Kosten für
die Bewirtschaftung dieser Abfälle erhöhen und zu höheren Treibhausgasemissionen
aufgrund des zusätzlichen Straßenverkehrs führen, während die Vorteile dieser Lösung
sehr begrenzt wären. Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, Artikel 44 Absatz 2
Buchstabe f der Verordnung (EU) 2024/1157 zu ändern, um die Fortsetzung der
Ausfuhren von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen in die
Schweiz zu ermöglichen.
(2) Die Verordnung (EU) 2024/1157 sollte daher entsprechend geändert werden.
(3) Da die Ziele dieser Verordnung von den Mitgliedstaaten nicht ausreichend
verwirklicht werden können, sondern vielmehr wegen der erforderlichen
Harmonisierung auf Unionsebene besser zu verwirklichen sind, kann die Union im
Einklang mit dem in Artikel 5 des Vertrags über die Europäische Union verankerten
Subsidiaritätsprinzip tätig werden. Entsprechend dem in demselben Artikel genannten
1 Verordnung (EU) 2024/1157 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. April 2024 über die
Verbringung von Abfällen, zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 1257/2013 und (EU) 2020/1056
und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1013/2006 (Text von Bedeutung für den EWR) (ABl. L,
2024/1157, 30.4.2024).
Grundsatz der Verhältnismäßigkeit geht diese Verordnung nicht über das für die
Verwirklichung dieser Ziele erforderliche Maß hinaus —
HABEN FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe f der Verordnung (EU) 2024/1157 erhält folgende Fassung:
„f) die Ausfuhr von Abfällen gemäß Artikel 4 Absatz 3 ist verboten, ausgenommen in die
Schweiz;“
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der
Europäischen Union in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am
Im Namen des Europäischen Parlaments Im Namen des Rates
Die Präsidentin Der Präsident/die Präsidentin
[...] [...]
FINANZ- UND DIGITALBOGEN ZU RECHTSAKTEN
1. RAHMEN DES VORSCHLAGS/DER INITIATIVE
1.1. Bezeichnung des Vorschlags/der Initiative
Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur
Änderung der Verordnung (EU) 2024/1157 über die Verbringung von Abfällen
1.2. Politikbereich(e)
Politikbereich: 09 Umwelt- und Klimaschutz: 09 02 02 – Programm für Umwelt- und
Klimapolitik (LIFE) – Kreislaufwirtschaft und Lebensqualität
1.3. Ziel(e)
1.3.1. Allgemeine(s) Ziel(e)
Die Verordnung (EU) 2024/1157 dient dem Schutz der Umwelt und der
menschlichen Gesundheit vor den nachteiligen Auswirkungen, die sich aus der
Verbringung von Abfällen ergeben können. Dies bleibt unverändert.
1.3.2. Einzelziel(e)
Gemäß Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe f der Verordnung (EU) 2024/1157 ist die
Ausfuhr von zur Verwertung bestimmten gemischten Siedlungsabfällen aus der EU
ab dem 21. Mai 2026 verboten, dies betrifft auch die Ausfuhr in die Schweiz. Mit
dieser Bestimmung ist die Verbringung solcher Abfälle aus Grenzgebieten in nahe
gelegene Schweizer Behandlungsanlagen nicht mehr zugelassen, wodurch einer
langjährigen Praxis ein Ende gesetzt werden würde. Durch dieses Verbot müssen
solche Abfälle in weiter entfernte Abfallbewirtschaftungsanlagen in anderen Länder
verbracht werden. Dies wird die Kosten für die Bewirtschaftung dieser Abfälle
erhöhen und zu höheren Treibhausgasemissionen aufgrund des zusätzlichen
Straßenverkehrs führen. In der Mitteilung zum im Dezember 2025 angenommenen
Omnibus-Paket für den Umweltbereich nahm die Kommission die Bedenken zur
Kenntnis, die zu diesen Fragen von Interessenträgern und Behörden in den
betroffenen Mitgliedstaaten (Österreich, Frankreich, Deutschland und Italien)
geäußert wurden, insbesondere in Bezug auf Fälle, in denen die geografische Lage
bestimmter Regionen die Ausfuhr solcher Abfälle durch nachhaltigere
Transportmittel zu nahe gelegenen Abfallbewirtschaftungsanlagen in
Nachbarländern rechtfertigt. Die Kommission nahm keine Vorschläge zur
Behandlung dieser Angelegenheit in das Paket auf, aber sie kündigte an, gemeinsam
mit den beiden gesetzgebenden Organen zu prüfen, wie die Angelegenheit im
Einklang mit den Zielen der Abfallverbringungsverordnung und der
Dekarbonisierungsagenda der EU im Rahmen des Rechtsakts über die
Kreislaufwirtschaft oder anderer Rechtsinstrumente gelöst werden kann.
1.3.3. Erwartete Ergebnisse und Auswirkungen
Bitte geben Sie an, wie sich der Vorschlag/die Initiative auf die
Begünstigten/Zielgruppen auswirken sollte.
Vermeidung übermäßiger wirtschaftlicher und ökologischer Kosten für die
Verbringung von Abfällen über große Entfernungen anstatt in die nächstgelegene
Anlage.
1.3.4. Leistungsindikatoren
Bitte geben Sie an, anhand welcher Indikatoren die Fortschritte und Ergebnisse
verfolgt werden sollen.
Vermiedene Kosten für Abfallbewirtschafter und Behörden in den an die Schweiz
angrenzenden EU-Mitgliedstaaten. Verringerung des Straßenverkehrs und der damit
verbundenen Treibhausgasemissionen.
1.4. Der Vorschlag/Die Initiative betrifft
☐ eine neue Maßnahme
☐ eine neue Maßnahme im Anschluss an ein Pilotprojekt/eine vorbereitende
Maßnahme1
☐ die Verlängerung einer bestehenden Maßnahme
☑ die Zusammenführung mehrerer Maßnahmen oder die Neuausrichtung
mindestens einer Maßnahme
1.5. Begründung des Vorschlags/der Initiative
1.5.1. Kurz- oder langfristig zu deckender Bedarf, einschließlich einer detaillierten
Zeitleiste für die Durchführung der Initiative
Nicht zutreffend
1.5.2. Mehrwert aufgrund des Tätigwerdens der EU (kann sich aus unterschiedlichen
Faktoren ergeben, z. B. Vorteile durch Koordinierung, Rechtssicherheit, größere
Wirksamkeit oder Komplementarität). Für die Zwecke dieses Abschnitts bezeichnet
der Ausdruck „Mehrwert aufgrund des Tätigwerdens der EU“ den Wert, der sich aus
dem Tätigwerden der EU ergibt und den Wert ergänzt, der andernfalls allein von den
Mitgliedstaaten geschaffen worden wäre.
EU-weite Vorschriften über die Verbringung von Abfällen gewährleisten, dass das
umfassende EU-Abfallrecht nicht dadurch umgangen wird, dass Abfälle in
Drittländer verbracht werden, in denen Abfallbewirtschaftungsstandards und -
leistungen stark von denen in der EU abweichen. Der Mehrwert eines EU-Ansatzes
für die Abfallverbringung besteht auch darin, dass er die einheitliche Umsetzung des
Basler Übereinkommens und des OECD-Beschlusses durch die einzelnen
Mitgliedstaaten sicherstellt. Die detaillierten Bestimmungen der
Abfallverbringungsverordnung verhindern, dass die Mitgliedstaaten diese
Bestimmungen unterschiedlich auslegen, was die Verbringung von Abfällen
innerhalb der EU behindern würde.
1.5.3. Aus früheren ähnlichen Maßnahmen gewonnene Erkenntnisse
Nicht zutreffend
1.5.4. Vereinbarkeit mit dem Mehrjährigen Finanzrahmen sowie mögliche Synergieeffekte
mit anderen geeigneten Instrumenten
Nicht zutreffend
1.5.5. Bewertung der verschiedenen verfügbaren Finanzierungsoptionen, einschließlich der
Möglichkeiten für eine Umschichtung
Nicht zutreffend
1 Im Sinne des Artikels 58 Absatz 2 Buchstabe a oder b der Haushaltsordnung.
1.6. Laufzeit der vorgeschlagenen Maßnahme/der Initiative und Dauer der
finanziellen Auswirkungen
☐ Befristete Laufzeit
☐ Laufzeit [TT.MM.]JJJJ bis [TT.MM.]JJJJ
☐ Finanzielle Auswirkungen auf die Mittel für Verpflichtungen von JJJJ bis
JJJJ und auf die Mittel für Zahlungen von JJJJ bis JJJJ
☑ Unbefristete Laufzeit
Anlaufphase von JJJJ bis JJJJ
Anschließend reguläre Umsetzung
1.7. Vorgeschlagene Haushaltsvollzugsart(en)2
☑ Direkte Mittelverwaltung durch die Kommission
☐ über ihre Dienststellen, einschließlich ihres Personals in den EU-
Delegationen
☐ über Exekutivagenturen
☐ Geteilte Mittelverwaltung mit Mitgliedstaaten
☐ Indirekte Mittelverwaltung durch Übertragung von
Haushaltsvollzugsaufgaben an:
☐ Drittländer oder die von ihnen benannten Einrichtungen
☐ internationale Einrichtungen und deren Agenturen (bitte angeben)
☐ die Europäische Investitionsbank und den Europäischen
Investitionsfonds
☐ Einrichtungen im Sinne der Artikel 70 und 71 der Haushaltsordnung
☐ öffentlich-rechtliche Körperschaften
☐ privatrechtliche Einrichtungen, die im öffentlichen Auftrag tätig werden,
sofern ihnen ausreichende finanzielle Garantien bereitgestellt werden
☐ privatrechtliche Einrichtungen eines Mitgliedstaats, die mit der
Umsetzung einer öffentlich-privaten Partnerschaft betraut werden und
denen ausreichende finanzielle Garantien bereitgestellt werden
☐ Einrichtungen oder Personen, die mit der Durchführung bestimmter
Maßnahmen im Bereich der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik
im Rahmen des Titels V des Vertrags über die Europäische Union betraut
und die in dem maßgeblichen Basisrechtsakt benannt sind
☐ in einem Mitgliedstaat ansässige Einrichtungen, die dem Privatrecht
eines Mitgliedstaats oder dem Unionsrecht unterliegen und im Einklang
2 Erläuterungen zu den Haushaltsvollzugsarten und die Haushaltsordnung können über die
Website BUDGpedia (in englischer Sprache) abgerufen werden:
https://myintracomm.ec.europa.eu/corp/budget/financial-rules/budget-
implementation/Pages/implementation-methods.aspx.
mit sektorspezifischen Vorschriften für die Betrauung mit der
Ausführung von Unionsmitteln oder mit der Erteilung von
Haushaltsgarantien in Betracht kommen, insofern diese Einrichtungen
von öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder von privatrechtlichen, im
öffentlichen Auftrag tätig werdenden Einrichtungen kontrolliert und von
den Kontrollstellen mit angemessenen finanziellen Garantien mit
gesamtschuldnerischer Haftung oder gleichwertigen finanziellen
Garantien ausgestattet werden, die bei jeder Maßnahme auf den
Höchstbetrag der Unionsunterstützung begrenzt sein können.
Bemerkungen
[...]
2. VERWALTUNGSMAẞNAHMEN
2.1. Überwachung und Berichterstattung
Der Finanzbogen betrifft Personalausgaben und Auftragsvergabe, und es gelten die
Standardvorschriften für diese Art von Ausgaben.
2.2. Verwaltungs- und Kontrollsystem(e)
2.2.1. Begründung der Haushaltsvollzugsart(en), des Durchführungsmechanismus/der
Durchführungsmechanismen für die Finanzierung, der Zahlungsmodalitäten und der
Kontrollstrategie, wie vorgeschlagen
Der Finanzbogen betrifft Personalausgaben und Auftragsvergabe, und es gelten die
Standardvorschriften für diese Art von Ausgaben.
2.2.2. Angaben zu den ermittelten Risiken und dem/den zu deren Eindämmung
eingerichteten System(en) der internen Kontrolle
Nicht zutreffend
2.2.3. Schätzung und Begründung der Kosteneffizienz der Kontrollen (Verhältnis zwischen
den Kontrollkosten und dem Wert der betreffenden verwalteten Mittel) sowie
Bewertung des erwarteten Ausmaßes des Fehlerrisikos (bei Zahlung und beim
Abschluss)
Nicht zutreffend
2.3. Prävention von Betrug und Unregelmäßigkeiten
Der Finanzbogen betrifft Personalausgaben und Auftragsvergabe, und es gelten die
Standardvorschriften für diese Art von Ausgaben.
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3.2.6. Vereinbarkeit mit dem derzeitigen Mehrjährigen Finanzrahmen
Der Vorschlag/Die Initiative
☐ kann durch Umschichtungen innerhalb der entsprechenden Rubrik des
Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) in voller Höhe finanziert werden.
☐ erfordert die Inanspruchnahme des verbleibenden Spielraums unter der
einschlägigen Rubrik des MFR und/oder den Einsatz der besonderen
Instrumente im Sinne der MFR-Verordnung.
☐ erfordert eine Änderung des MFR.
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Relationen
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