Berufsbildungsbericht 2026
Text
Berufsbildungsbericht 2026
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5900
21. Wahlperiode 07.05.2026
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Berufsbildungsbericht 2026
Zugeleitet mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 6. Mai
2026 gemäß § 86 des Berufsbildungsgesetzes.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis .......................................................................................................................................................... 2
Verzeichnis der Schaubilder ....................................................................................................................................... 3
Verzeichnis der Tabellen ............................................................................................................................................. 4
Abkürzungsverzeichnis ................................................................................................................................................ 5
Das Wichtigste kompakt .............................................................................................................................................. 6
1. Der Ausbildungsmarkt 2025 und seine Herausforderungen ............................................................... 8
2. Die Ausbildungsmarktsituation 2025 ........................................................................................................ 33
2.1 DIE BEWERBERSITUATION 33
2.1.1 Entwicklung der Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger und Ausblick bis 2040 33
2.1.2 Nachfrage nach einer dualen Ausbildung nach Berufsbildungsgesetz (BBiG)/ Handwerksordnung
(HwO) 35
2.1.3 Entwicklung des Übergangsbereichs/Übergang in Ausbildung 40
2.2 DAS AUSBILDUNGSANGEBOT 44
2.2.1 Angebotene Ausbildungsstellen nach BBiG/HwO 44
2.2.2 Betriebliche Ausbildungsbeteiligung 45
2.2.3 Ausbildung und duales Studium 48
2.3 NEUE AUSBILDUNGSVERHÄLTNISSE UND AUSBILDUNGSBILANZ 2025 50
2.3.1 Integrierte Ausbildungsberichterstattung 50
2.3.2 Ausbildung in Berufen nach BBiG/HwO 57
2.3.2.1 Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2025 ...................................................................................... 57
2.3.2.2 Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge nach strukturellen Merkmalen ............................................. 62
2.3.2.3 Schulische Vorbildung der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag ................... 77
2.3.3 Berufe außerhalb des dualen Systems: Anfängerinnen und Anfänger in Berufen des
Gesundheitswesens 79
2.3.4 Berufe außerhalb des dualen Systems: Anfängerinnen und Anfänger in Sozial- und
Bildungsberufen 84
2.3.5 Berufe außerhalb des dualen Systems: Ausbildung in Berufen des Öffentlichen Dienstes 86
2.3.6 Prognose zur Entwicklung von Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt 2026 86
2.4 ENTWICKLUNG NACH AUSBILDUNGSSTART 88
2.4.1 Unversorgte Bewerberinnen und Bewerber und unbesetzte Stellen 88
2.4.2 Verbleib der bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern gemeldeten Bewerberinnen und
Bewerber 99
2.4.3 Nachvermittlung 105
2.4.4 Junge Menschen in Teilzeitberufsausbildung 108
2.4.5 Integration von jungen Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Ausbildung 110
2.4.6 Vertragslösungen 117
2.4.7 Prüfungserfolg 121
2.5 ÜBERGANG IN DEN ARBEITSMARKT 123
2.5.1 Übernahmeverhalten der Betriebe/Übergang in Beschäftigung 123
2.5.2 Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss 123
2.5.3 Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen 126
2.6 HÖHERQUALIFIZIERENDE BERUFSBILDUNG UND BERUFLICHE WEITERBILDUNG 128
3. Gesamtüberblick der berufsbildungspolitischen Aktivitäten und Programme der
Bundesregierung ...................................................................................................................................................... 135
Stellungnahme des Hauptausschusses im Bundesinstitut für Berufsbildung zum Entwurf des
Berufsbildungsberichts 2026 ............................................................................................................................... 169
Stichwortverzeichnis ............................................................................................................................................... 178
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/5900 – 2 –
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Verzeichnis der Schaubilder
Schaubild 1: Entwicklung der Zahl der Abgängerinnen und Abgänger aus allgemeinbildenden
Schulen 1992 bis 2040 .............................................................................................................. 34
Schaubild 2: Schulische Vorbildung der Anfängerinnen und Anfänger im Übergangsbereich
2024 .......................................................................................................................................... 42
Schaubild 3: Entwicklung der Sektoren/Konten des (Aus-)Bildungsgeschehens 2005 bis 2025*
.................................................................................................................................................. 53
Schaubild 4: Anfängerinnen und Anfänger in den Sektoren/Konten des (Aus-
)Bildungsgeschehens 2005 bis 2025* nach Staatsangehörigkeit (deutsche und ausländische
Staatsangehörigkeit1) ............................................................................................................... 55
Schaubild 5: ANR, erweiterte ANR und erweiterte ANR bezogen auf das betriebliche Angebot
.................................................................................................................................................. 59
Schaubild 6: Einmündungsquote der ausbildungsinteressierten jungen Menschen (EQI)...... 61
Schaubild 7: Die 25 im Jahr 2025 am häufigsten von jungen Frauen besetzten dualen
Ausbildungsberufe nach BBiG und HwO .................................................................................. 72
Schaubild 8: Die 25 im Jahr 2025 am häufigsten von jungen Männern besetzten dualen
Ausbildungsberufe nach BBiG und HwO .................................................................................. 73
Schaubild 9: Entwicklung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach Geschlecht .. 74
Schaubild 10: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in zweijährigen Berufsausbildungen
.................................................................................................................................................. 75
Schaubild 11: Schulische Vorbildung der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem
Ausbildungsvertrag................................................................................................................... 78
Schaubild 12: Gemeldete unbesetzte Berufsausbildungsstellen und noch eine
Ausbildungsstelle suchende Bewerberinnen und Bewerber ................................................... 90
Schaubild 13: Regionale Unterschiede am Ausbildungsmarkt ................................................ 93
Schaubild 14: Berufe mit einem hohen Anteil an unbesetzten Ausbildungsstellen am
betrieblichen Gesamtangebot 2024 und 2025 (in Prozent) .................................................... 95
Schaubild 15: Berufe mit einem hohen Anteil an erfolglosen Ausbildungsplatznachfragern
2024 und 2025 (in Prozent) ...................................................................................................... 95
Schaubild 16: Verbleib der bei den Agenturen für Arbeit oder Jobcentern gemeldeten
Bewerberinnen und Bewerber zum 30. September .............................................................. 101
Schaubild 17: Schulische Vorbildung der bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern
gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber 2025 ................................................................. 102
Schaubild 18: Anteil der dualen Teilzeitausbildungsverhältnisse an allen Neuabschlüssen (in
Prozent) nach Zuständigkeitsbereichen, Deutschland 2008 – 2024* .................................... 110
Schaubild 19: Absolventinnen und Absolventen in der dualen Berufsausbildung (BBiG/HwO)
nach Staatsangehörigkeit ....................................................................................................... 115
Schaubild 20: Ausländische Absolventinnen und Absolventen einer dualen Berufsausbildung
(BBig/HwO) nach Zuständigkeitsbereichen ........................................................................... 116
Schaubild 21: Entwicklung der Vertragslösungsquote in der dualen Berufsausbildung 2008 bis
2024 (in Prozent) .................................................................................................................... 118
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/5900– 3 –
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Verzeichnis der Tabellen
Tabelle 1: Gemeldete Bewerberinnen und Bewerber für eine duale Berufsausbildung nach
ausgewählten Merkmalen ......................................................................................... 36
Tabelle 2: Bewerberinnen und Bewerber früherer Berichtsjahre ..................................... 39
Tabelle 3: Entwicklung der Anfängerzahlen im Übergangsbereich* ................................. 41
Tabelle 4: Gemeldete Berufsausbildungsstellen............................................................ 44
Tabelle 5: Betriebe, Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsbetriebsquoten ....................... 46
Tabelle 6: Entwicklung der Anfängerzahlen in den Sektoren/Konten der iABE 2005 bis 2025*
............................................................................................................................. 52
Tabelle 7: Anfängerinnen und Anfänger in den iABE-Sektoren/Konten nach ausgewählten
Merkmalen ............................................................................................................. 56
Tabelle 8: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, Angebot und Nachfrage .................. 58
Tabelle 9: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2025 nach Ländern und
Zuständigkeitsbereichen ........................................................................................... 64
Tabelle 10: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge nach Finanzierungsform................. 66
Tabelle 11: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge nach Finanzierungsform und Ländern
............................................................................................................................. 68
Tabelle 12: Entwicklung des betrieblichen Ausbildungsangebots nach
Zuständigkeitsbereichen ........................................................................................... 70
Tabelle 13: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge nach dem Pflegeberufegesetz zum
Stichtag 31.12. nach Geschlecht ................................................................................. 80
Tabelle 14: Schülerinnen und Schüler im 1. Ausbildungsjahr in Berufen des
Gesundheitswesens ohne bundesgesetzliche Pflegeausbildung ...................................... 83
Tabelle 15: Schülerinnen und Schüler im 1. Ausbildungsjahr in ausgewählten Sozial- und
Bildungsberufen ...................................................................................................... 85
Tabelle 16: Unbesetzte Stellen und noch eine Ausbildungsstelle suchende Bewerberinnen
und Bewerber zum Stichtag 30.09.2025 nach Ländern .................................................. 90
Tabelle 17: Gemeldete Berufsausbildungsstellen und Bewerberinnen und Bewerber mit
Wunsch eines Ausbildungsbeginns bis Ende 2025 ........................................................ 107
Tabelle 18: Ausbildungsanfängerquote für deutsche und ausländische Frauen und Männer
............................................................................................................................ 112
Tabelle 19: Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss 2020 bis 2024 ............................... 125
Tabelle 20: Erwerbslosenquoten junger Erwachsener (18 bis 34 Jahre) nach Art des
Abschlusses ........................................................................................................... 129
Tabelle 21: Teilnahmen an Fortbildungsprüfungen und bestandene Fortbildungsprüfungen
nach BBiG/HwO ...................................................................................................... 130
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/5900 – 4 –
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Abkürzungsverzeichnis
AA Auswärtiges Amt
AES Adult Education Survey
ANR Angebots-Nachfrage-Relation
ATA-OTA-G Anästhesietechnische- und Operationstechnische-Assistenten-Gesetz
BA Bundesagentur für Arbeit
BBiG Berufsbildungsgesetz
BIBB Bundesinstitut für Berufsbildung
BMAS Bundesministerium für Arbeit und Soziales
BMBFSFJ Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
BMFTR Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
BMG Bundesministerium für Gesundheit
BMI Bundesministerium des Innern
BMLEH Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
BMUKN Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
BMWE Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
BMWSB Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
BVaDiG Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz
DIHK Deutsche Industrie- und Handelskammer
ESF Europäischer Sozialfonds
EQI Einmündungsquote der ausbildungsinteressierten jungen Menschen
GES Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen
HwO Handwerksordnung
HZB Hochschulzugangsberechtigung
IAB Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
iABE integrierte Ausbildungsberichterstattung
KMK Kultusministerkonferenz
KMU kleine und mittlere Unternehmen
NEPS Nationales Bildungspanel
NWS Nationale Weiterbildungsstrategie
PfleA Pflegeausbildungsstatistik
PROSIMA ökonometrisches Prognose- und Simulationsmodell
SGB Sozialgesetzbuch
StBA Statistisches Bundesamt
TQ Teilqualifikationen
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/5900– 5 –
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Das Wichtigste kompakt
Anfängerinnen und Anfänger im (Aus-)Bildungsgeschehen
Die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger im Sektor „Berufsausbildung“ ging 2025 im Vergleich
zum Vorjahr 2024 etwas zurück (-1,2 Prozent). Während die duale Berufsausbildung nach
BBiG/HwO (-3,3 Prozent) als auch die sogenannte sonstige schulische Berufsausbildung (-1,7
Prozent) Rückgänge verzeichneten, stieg die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger in der
Berufsausbildung im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen (+3,8 Prozent). Im
„Übergangsbereich“ nahm die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger um 0,7 Prozent zu. Die
Zahl der Anfängerinnen und Anfänger im Sektor „Erwerb der HZB“ blieb konstant (-136 bzw.
0,0 Prozent), auch weil sich seit zwei Jahren keine starken Veränderungen der Schülerzahlen
durch die Rückkehr zu G9 zeigen. Im Sektor „Studium“ gab es 2025 einen leichten Anstieg (1,6
Prozent).
Minus bei der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach dem
Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung
Die derzeitige schwierige wirtschaftliche Situation in Deutschland spiegelt sich in der
Ausbildungsbilanz des Jahres 2025 wider. Zum 30. September 2025 wurden 476.000
Ausbildungsverträge gezählt, 10.300 (-2,1 Prozent) weniger als 2024. Die Zahl der
betrieblichen Verträge lag mit 461.000 (-2,5 Prozent oder 12.000 Verträge) unter dem
Vorjahresniveau. Die Zahl der außerbetrieblichen Verträge dagegen stieg um 12,4 Prozent
oder 1.700 auf 15.000.
Rückgänge auch beim Ausbildungsangebot
Deutlich zurückgegangen ist im Jahr 2025 das Angebot an Ausbildungsplätzen: Bundesweit
wurden 530.300 Ausbildungsstellen angeboten. Das Ausbildungsangebot (neu abgeschlossene
Ausbildungsverträge plus unbesetzte Berufsausbildungsstellen) fiel somit 25.300 Stellen (-4,6
Prozent) niedriger aus als im Vorjahr.1 Das betriebliche Ausbildungsangebot (ohne
überwiegend öffentlich finanzierte Ausbildungsstellen) lag bei 515.300. Somit haben Betriebe
und Unternehmen in Deutschland 27.000 (-5,0 Prozent) Ausbildungsplätze weniger zur
Verfügung gestellt als im Vorjahr.
Anstieg bei erweiterter, Rückgang bei traditioneller Nachfrage
Die Nachfrage nach Ausbildung errechnet sich aus der Zahl der neu abgeschlossenen
Ausbildungsverträge (realisierte Nachfrage) zuzüglich der Zahl der in der Statistik der
Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten Personen, die noch auf der Suche nach einer
Ausbildungsstelle sind. Nach der traditionellen Nachfragedefinition lag die Nachfrage 2025 bei
515.800. Das sind 1.600 (-0,3 Prozent) weniger als 2024. Die Nachfrage nach der erweiterten
Definition, die auch Bewerberinnen und Bewerber mit Alternative und weiterem
Vermittlungswunsch in Ausbildung einbezieht, ist auf 560.300 gestiegen (+3.700 bzw. +0,7
Prozent zu 2024).
1 Die bei der BA gemeldeten Berufsausbildungsstellen waren im Berichtsjahr 2024/25 untererfasst, die Auswirkungen der
Untererfassung sind jedoch mit einem sukzessiven Anstieg von April bis September 2025 auf schätzungsweise rund 2 Prozent
insgesamt moderat. Die Vorjahresveränderung betrug deshalb im September 2025 bundesweit -4 Prozent statt den ausgewiesenen -
5 Prozent. Bei den unbesetzten Ausbildungsstellen waren es -18 Prozent statt -22 Prozent. Die Revision erfolgt erst nach
Redaktionsschluss.
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Weiterhin Schwierigkeiten bei der Passfähigkeit von Angebot und Nachfrage sowie
zunehmende Versorgungsprobleme
Zum Stichtag 30. September waren noch 39.900 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt.
Das ist ein neuer Höchststand bezogen auf die Zeitreihe seit 2009. Verglichen mit dem Vorjahr
ist die Zahl der Unversorgten um 8.700 (+28,0 Prozent) gestiegen. Die Zahl der Bewerberinnen
und Bewerber mit Alternative und weiterem Vermittlungswunsch in Ausbildung lag mit 44.500
ebenfalls über dem Vorjahresniveau (+5.300 bzw. +13,4 Prozent). Insgesamt waren somit
84.400 Bewerberinnen und Bewerber noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle und
wünschten eine entsprechende Vermittlung durch die BA. Das sind 14.000 mehr als im Vorjahr
(2024: 70.400). Die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen ist 2025 erneut gesunken.
Sie sank um 15.000 (-21,6 Prozent) auf 54.400. Somit wies die Statistik der BA zum Stichtag 30.
September mehr noch suchende Bewerberinnen und Bewerber als unbesetzte Stellen aus.
Nach wie vor ist es schwierig, Ausbildungsangebot und -nachfrage zusammenzuführen.
Während der Anteil unbesetzter Stellen am betrieblichen Gesamtangebot nach Anstiegen in
den Vorjahren zuletzt wieder leicht gesunken ist (2023: 13,4 Prozent; 2024: 12,8 Prozent;
2025: 10,6 Prozent), fiel der Anteil der noch eine Ausbildungsstelle suchenden Bewerberinnen
und Bewerber an der Gesamtnachfrage höher aus (2023: 11,5 Prozent; 2024: 12,6 Prozent;
2025: 15,1 Prozent). Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Berufen und Regionen.
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1. Der Ausbildungsmarkt 2025 und seine Herausforderungen
Die duale Ausbildung trägt entscheidend zur Fachkräftesicherung und damit auch zum Wohlstand
Deutschlands bei. Gleichzeitig bietet sie jungen Menschen vielfältige Chancen, einen beruflichen Weg
nach ihren individuellen Interessen und Stärken einzuschlagen.2 Nicht umsonst gilt die berufliche
Bildung in Deutschland als Erfolgsmodell, denn sie „bildet die strategische Brücke zwischen Bildung
und Wirtschaft und liegt genau an der Schnittstelle, an der die Zukunft der Arbeit gestaltet wird. Sie
stattet junge Menschen mit arbeitsbereiten und übertragbaren Fähigkeiten aus. Sie hilft Erwachsenen,
sich zu orientieren, wenn sich Branchen verändern. Und sie verwandelt Kompetenzlücken in
Wachstumschancen.“3
Daher gilt es, vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen möglichst viele
(ausbildungsinteressierte) junge Menschen in Ausbildung zu bringen und sie dabei zu unterstützen,
diese erfolgreich abzuschließen. Die duale Ausbildung ist der zentrale Hebel, um Fachkräftenachwuchs
zu gewinnen und damit Deutschland, seine Wirtschaft und seine Innovationskraft voranzubringen.
Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass auf dem Arbeitsmarkt Personen mit einer
abgeschlossenen Berufsausbildung dringend benötigt werden: Im Jahr 2025 waren durchschnittlich
1,53 Millionen arbeitslose Menschen auf der Suche nach einer Tätigkeit im Helferbereich. Dabei
richteten sich nur 119.000 der insgesamt 632.000 gemeldeten Stellen an Helferinnen bzw. Helfer.
Arbeitgeber suchten überwiegend ausgebildete Fachkräfte.4 Gut qualifizierte Fachkräfte sind daher
unverzichtbar, um die sich verändernden Bedarfe des Arbeitsmarktes zu decken.
Eine Berufsausbildung senkt das Risiko von Arbeitslosigkeit sowie von späterer Altersarmut signifikant.
So lag die Arbeitslosenquote von Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung (eine fehlende
Ausbildung geht in der Regel einher mit der Suche nach einer Helfertätigkeit) im Jahr 2025 mit 21,3
Prozent etwa sechs Mal so hoch wie die von Personen mit einem beruflichen oder akademischen
Abschluss (3,6 bzw. 3,3 Prozent).5 Zudem steigt die Arbeitslosigkeit von Fachkräften mit
Berufsausbildung langsamer an als die von Hoch- und Geringqualifizierten.6
Auch die Beschäftigungsquote von Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Bildung kann sich
im internationalen Vergleich sehen lassen. Auf Basis von OECD-Daten lassen sich die
Beschäftigungsquoten von Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Bildung im Alter von 15
bis 34 Jahren in den einzelnen OECD-Ländern vergleichen. Diese Quote liegt in Deutschland für
2 Vergleiche Testimonial-Videos der Dualen. Zuletzt aufgerufen am 05.02.2026 unter https://www.die-
duale.de/DE/Home/home_node.html.
3 Zitat von Andreas Schleicher, OECD-Bildungsdirektor. Table-Kolumne zur beruflichen Bildung vom 16. Dezember 2025 „Warum die
berufliche Bildung eine große Zukunft hat“. Zuletzt aufgerufen am 29.12.2025 unter https://table-1media-
1fq5utxlf0115.han.prod.ibib.bmi.in.bund.de/bildung/kolumne/warum-die-berufliche-bildung-eine-grosse-zukunft-hat.
4 Vergleiche Bericht Arbeitsmarkt kompakt der Bundesagentur für Arbeit – Arbeits- und Fachkräftemangel trotz Arbeitslosigkeit
(November 2025). Zuletzt aufgerufen am 14.01.2026 unter https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-
Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Fachkraeftebedarf/Generische-Publikationen/Arbeits-und-Fachkraeftemangel-trotz-
Arbeitslosigkeit.pdf?__blob=publicationFile.
5 Vergleiche Bericht Arbeitsmarkt kompakt der Bundesagentur für Arbeit – Arbeits- und Fachkräftemangel trotz Arbeitslosigkeit
(November 2025). Zuletzt aufgerufen am 14.01.2026 unter https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-
Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Fachkraeftebedarf/Generische-Publikationen/Arbeits-und-Fachkraeftemangel-trotz-
Arbeitslosigkeit.pdf?__blob=publicationFile.
6 Vergleiche Burstedde, Alexander; Döring, Chiara; Werner, Dirk (2025): Eine Berufsausbildung bietet den größten Schutz vor
Arbeitslosigkeit, IW-Kurzbericht, Nr. 12. Köln. Zuletzt aufgerufen am 14.01.2026 unter https://www.iwkoeln.de/studien/alexander-
burstedde-dirk-werner-eine-berufsausbildung-bietet-den-groessten-schutz-vor-arbeitslosigkeit.html.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/5900 – 8 –
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Absolventinnen und Absolventen, deren Abschluss ein bis zwei Jahre vergangen ist, bei 94 Prozent und
liegt damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 79 Prozent.7
Allianz für Aus- und Weiterbildung
In der Allianz für Aus- und Weiterbildung setzen sich Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Ländern,
Wirtschaft und Gewerkschaften dafür ein, die Attraktivität und die Qualität der Ausbildung zu stärken und
Matchingprobleme zu lösen. Junge Menschen sollen für eine duale Ausbildung gewonnen werden.
Die duale Ausbildung bietet jungen Menschen nicht nur Schutz vor Arbeitslosigkeit, sondern auch gute
Chancen, sich entsprechend ihrer Interessen und Stärken zu verwirklichen sowie sich weiter- und
fortzubilden. Durch die stärkere Durchlässigkeit von akademischer und beruflicher Bildung sind
Wechsel zwischen den Systemen leichter geworden.
Neben weiteren Schritten der stärkeren Durchlässigkeit und vielfältigen Fort- und
Weiterbildungsmöglichkeiten sind weitere Faktoren wichtig, um junge Menschen für eine duale
Ausbildung zu begeistern. Für fast alle jungen Menschen machen laut einer Studie der Bertelsmann
Stiftung und des Instituts der deutschen Wirtschaft ein gutes Betriebsklima, gute Bezahlung nach der
Ausbildung, spannende Aufgaben in der Ausbildung, gute Übernahmechancen nach der Ausbildung
sowie eine hohe Ausbildungsvergütung eine Ausbildungsstelle attraktiv. Für mehr als drei Viertel (81,4
Prozent) der Befragten gehören dazu auch ein einfaches Bewerbungsverfahren sowie für 74,3 Prozent
weitere Auszubildende im Unternehmen („Azubi-Gesellschaft“), was in zwei Drittel der befragten
Unternehmen bereits der Fall ist. Junge Menschen fühlen sich laut einer Befragung allerdings oftmals
nicht ausreichend über die Möglichkeiten der beruflichen Bildung informiert, obwohl es aus ihrer Sicht
genügend Informationen gibt.8 Wie bereits im letzten Berufsbildungsbericht 2025 dargestellt wurde,
sind hier vor allem auch die passenden Informations- und Ansprachewege der jeweiligen Zielgruppen
von besonderer Relevanz. Vor dem Hintergrund, dass die Passungsprobleme weiterhin anhalten,
kommt es künftig noch stärker auf die richtige Kommunikation mit allen potenziell interessierten
jungen Menschen und eine möglichst umfassende und frühzeitige Berufsorientierung an, die die
verschiedenen Ausgangslagen der jungen Menschen berücksichtigt und dabei verschiedene
Zielgruppen in den Blick nimmt. Beispiele sind junge Frauen, die deutlich seltener in eine duale
Ausbildung einmünden und insbesondere bei dualen MINT-Ausbildungsberufen unterrepräsentiert
sind, Personen mit Einwanderungsgeschichte, deren Zugänge in Ausbildung oftmals erschwert sind
und junge Menschen aus Haushalten mit SGB II-Bezug. Letztere verlassen die Schule mit einem deutlich
niedrigeren Bildungsniveau und nehmen in den ersten vier Jahren nach dem Schulabschluss seltener
eine Berufsausbildung auf als junge Menschen aus Haushalten ohne Leistungsbezug9. Junge Menschen
aus Haushalten mit Leistungsbezug sind im Hinblick auf ihren weiteren Bildungsweg nach der Schule
7 Vergleiche Anger, Christina; Betz, Julia; Plünnecke, Axel (2025): INSM-Bildungsmonitor 2025 - Mehr Empireorientierung an den
Schulen für mehr Qualität. Institut der deutschen Wirtschaft (Hrsg.). Zuletzt aufgerufen am 23.01.2026 unter
https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2025/INSM-Bildungsmonitor_2025.pdf; OECD (2023):
Bildung auf einen Blick, OECD Indikatoren. Paris. Hinweis: Bei Bildung auf einen Blick 2023 lag der Schwerpunkt auf der beruflichen
Bildung.
8 Vergleiche Bertelsmann Stiftung und Institut der deutschen Wirtschaft (Hrsg.): Was macht die duale Ausbildung attraktiv?
Wünsche von jungen Menschen und Angebote von Unternehmen im Vergleich. Eine kombinierte Jugend- und
Unternehmensbefragung. Gütersloh und Köln 2025. Zuletzt aufgerufen am 29.12.2025 unter https://www.bertelsmann-
stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/was-macht-die-duale-ausbildung-attraktiv-wuensche-von-jungen-menschen-
undangebote-von-unternehmen-im-vergleich.
9 Anmerkung; Vier Jahre nach Verlassen der Schule hat ein Fünftel der jungen Erwachsenen aus der SGB-II-Gruppe noch keine
Berufsbildung begonnen, in der Vergleichsgruppe sind es zu diesem Zeitpunkt nur 6 %; Vergleiche Fitzenberger, Bernd; Heusler,
Anna; Holleitner, Julia (2025): Zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung: Die Barrieren für Jugendliche aus Haushalten mit
Grundsicherungsbezug sind besonders hoch, In: IAB-Forum 18. Juni 2025. Zuletzt aufgerufen am 02.01.2026 unter https://iab-
forum.de/zwischen-schulabschluss-und-berufsausbildung-die-barrieren-fuer-jugendliche-aus-haushalten-
mitgrundsicherungsbezug-sind-besonders-hoch.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/5900– 9 –
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deutlich unsicherer als junge Menschen ohne Leistungsbezug.10 Zurückzuführen ist das
möglicherweise auf unterschiedliche Zugänge zu Beratung und Berufsorientierung sowie
unterschiedliche Unterstützung im eigenen Umfeld. Laut der CoDu-Studie des IAB nennen junge
Menschen aus Haushalten mit SGB II-Bezug ihre Eltern seltener als Informationsquelle und nehmen
die Möglichkeit eines Praktikums oder eines Ferienjobs seltener wahr, obwohl diese bei der
Berufsorientierung hilfreich sein können. Junge Menschen aus Haushalten mit SGB II-Bezug nehmen
öfter Gespräche mit der Berufsberatung in Anspruch, gleichzeitig geben sie an, bestimmte Angebote
nicht erhalten zu haben.
Eine weitere Gruppe, die noch stärker adressiert werden kann, sind Studienabbrecherinnen
und -abbrecher. Fast ein Viertel aller Studienanfängerinnen und -anfänger bricht ein begonnenes
Studium ab. Als häufigster Grund dafür wird die fehlende Übereinstimmung der persönlichen
Interessen mit den Inhalten des Bildungsweges angegeben.11 Für diese, aber auch andere Gruppen, ist
eine zielgerichtete berufliche Umorientierung besonders wichtig. Dabei kann die berufliche Bildung
nach einem Studienausstieg einen alternativen Bildungs- und Karriereweg darstellen. Initiativen und
Maßnahmen der Berufsorientierung für unterschiedliche Zielgruppen gibt es bereits (s. auch Kapitel
3).12 Von einem passgenauen Ausbildungsmarketing profitieren nicht nur die jungen Menschen selbst,
sondern auch die Ausbildungsbetriebe und die Gesamtwirtschaft. 86 Prozent der jungen Menschen
betrachten die duale Ausbildung als solide Basis für die berufliche Karriere.13
Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung
Mit der Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung (QBB) bündelt das BMBFSFJ seine berufsbildungspolitische
Agenda für die 21. Wahlperiode. Es entwickelt bestehende Initiativen zur beruflichen Bildung gezielt weiter
und ergänzt diese um neue Vorhaben, die ebenso gezielt auf veränderte Rahmenbedingungen für die
beruflichen Bildung reagieren. Damit setzt das BMBFSFJ zugleich mehrere Aufträge des Koalitionsvertrags „aus
einem Guss“ um. Ziel ist eine moderne und attraktive berufliche Bildung.
Zu den Schwerpunkten der QBB gehören u.a. die Neuauflage der Bildungsketten mit einer Weiterentwicklung
des Berufsorientierungsprogramms, die Einführung eines Validierungszuschusses für das neue
Feststellungsverfahren, die Fortentwicklung der Förderung zur Standardisierung und zum Ausbau von
Teilqualifikationen (TQ) sowie der Ausbau der Förderung der Weiterbildungsmentoren-Qualifizierung.
Dennoch blieben 2024/25 54.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Zahl ging im Vorjahresvergleich
um 15.000 Stellen zurück. Aus einer Befragung des ifo Instituts geht hervor, dass im Jahr 2024 61
Prozent der Betriebe Schwierigkeiten bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen hatten, obwohl aus
einer kombinierten Jugend- und Unternehmensbefragung (IW-Personalpanel des Instituts der
10 Vergleiche CoDu-Studie des IAB – Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. (o. J); Anger, Silke (2025): Wie schulische und
berufliche Bildung die Lebens- und Arbeitsmarktchancen verbessert. Teil des Zeitgesprächs: "Zukunft fair gestalten:
Generationengerechte Wirtschafts- und Sozialpolitik". In: Wirtschaftsdienst, Jg. 105, H. 11, S. 781-786. Zuletzt aufgerufen am
15.01.2026 unter https://reference-global.com/article/10.2478/wd-2025-0202; Anger, S.; Christoph, B.; Galkiewicz, A. D.; Hörl, T.;
Margaryan, S.; Maushart, M.; Peter, F.; Sandner, M. ; Siedler, T. (2024): Berufliche Pläne von Haupt- und Realschüler*innen: Der Anteil
der Unentschlossenen steigt. IAB-Forum. 24. September 2024. Zuletzt aufgerufen am 06.02.2026 unter https://iab-
forum.de/berufliche-plaene-von-haupt-und-realschuelerinnen-der-anteil-der-unentschlossenen-steigt/.
11 Vergleiche Anger, Silke; Bernhard, Sarah; Dietrich, Hans; Hübner, Christine; Lerche, Adrian; Patzina, Alexander; Sandner, Malte;
Toussaint, Carina; Wilzek, Lukas (2025): Wenn der Bildungsweg eine neue Richtung nimmt: Warum Abiturient*innen ihr Studium
oder ihre Ausbildung abbrechen, In: IAB-Forum 25. Juli 2025. Zuletzt aufgerufen am 02.01.2026 unter https://iab-forum.de/wenn-
der-bildungsweg-eine-neue-richtung-nimmt-warum-abiturientinnen-ihr-studium-oder-ihre-ausbildung-abbrechen/.
12 Für Initiativen für Studienabbrecherinnen und -abbrecher sei beispielhaft auf die „Initiative SWITCH der IHK Aachen:
Karrierechancen für Studienabbrecher“ verwiesen.
13 Vergleiche Bertelsmann Stiftung und Institut der deutschen Wirtschaft (Hrsg.): Was macht die duale Ausbildung attraktiv?
Wünsche von jungen Menschen und Angebote von Unternehmen im Vergleich. Eine kombinierte Jugend- und
Unternehmensbefragung. Gütersloh und Köln 2025. Zuletzt aufgerufen am 29.12.2025 unter https://www.bertelsmann-
stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/was-macht-die-duale-ausbildung-attraktiv-wuensche-von-jungen-menschen-
undangebote-von-unternehmen-im-vergleich.
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deutschen Wirtschaft und Ausbildungsperspektiven 2025 Bertelsmann Stiftung) hervorgeht, dass die
duale Ausbildung für Unternehmen nach wie vor das zentrale Mittel zur Fachkräftesicherung ist. So
sehen neun von zehn Betrieben die duale Ausbildung als unverzichtbar für die eigene
Nachwuchssicherung. Dies bestätigt die hohe Übernahmequote von 79 Prozent im Jahr 2024 der
Auszubildenden in eine Beschäftigung in ihrem Ausbildungsbetrieb. 88 Prozent der befragten Betriebe
bilden aus gesellschaftlicher Verantwortung aus. Damit werden wirtschaftliches Interesse und
Verantwortung für die nachfolgenden Generationen verbunden.14 Dabei sprechen 81 Prozent der
befragten Unternehmen aktiv unterschiedliche Zielgruppen an und stellen zunehmend auch
Auszubildende ein, die Unterstützungsbedarf haben. Zwei Drittel der Unternehmen (67 Prozent)
stellen junge Menschen ein, die nicht über alle geforderten Kompetenzen verfügen, mehr als ein Drittel
(36 Prozent) der Unternehmen sogar Jugendliche mit erheblichem Unterstützungs- und Förderbedarf.
Trotzdem sprechen nur vier von zehn Unternehmen junge Menschen mit Hauptschulabschluss an.
Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein demokratisches Miteinander ist die Ansprache und
Einbindung aller jungen Menschen ein wichtiges Zeichen. Diese fördert nicht nur ihren Zugang zum
Arbeitsmarkt, sondern auch ihre gesellschaftliche Teilhabe. Damit die Bereitschaft der Unternehmen,
auch junge Menschen mit schwierigeren Startbedingungen auszubilden, weiter wächst, ist es wichtig,
existierende Unterstützungsmöglichkeiten wie die Assistierte Ausbildung (AsA) bei den Unternehmen
noch bekannter zu machen und in der operativen Umsetzung weiterzuentwickeln. Laut verschiedenen
Erhebungen ist dies noch nicht flächendeckend der Fall.15
Assistierte Ausbildung (AsA)
Die Assistierte Ausbildung (§§ 74 bis 75a SGB III) unterstützt ausbildungsreife junge Menschen bei der
Aufnahme und dem erfolgreichen Abschluss einer betrieblichen Berufsausbildung. Das
Unterstützungsangebot richtet sich auch an Ausbildungsbetriebe. Um dem individuellen Bedarf der
Ausbildungssuchenden und Auszubildenden Rechnung zu tragen, ist das Instrument sehr flexibel gestaltet. Es
beinhaltet neben Hilfen zum Abbau von Sprachdefiziten und „Stützunterricht“ zum Abbau von
Bildungsdefiziten auch die Förderung der Fachpraxis und Fachtheorie, bietet aber auch Angebote zur
sozialpädagogischen Begleitung. Den Teilnehmenden steht beim Träger der Assistierten Ausbildung eine feste
Person zur Ausbildungsbegleitung zur Verfügung. Auch Teilnehmende an einer Einstiegsqualifizierung sowie
der jeweilige Betrieb können durch die begleitende Phase der Assistierten Ausbildung unterstützt werden.
Aktuell geht es insbesondere darum, die Inanspruchnahme des Instrumentes zu erhöhen, indem die
Möglichkeiten der Assistierten Ausbildung bekannter gemacht und diese in gezielten Aktionen beworben
werden.
Die weiterhin angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich auch auf den Ausbildungsmarkt aus.
Das Ausbildungsstellenangebot ging im Vergleich zum Jahr 2024 um 4,6 Prozent auf 530.300 zurück.16
Die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge war mit 476.000 ebenfalls rückläufig (-2,1
14 Vergleiche Bertelsmann Stiftung und Institut der deutschen Wirtschaft (Hrsg.): Was macht die duale Ausbildung attraktiv?
Wünsche von jungen Menschen und Angebote von Unternehmen im Vergleich. Eine kombinierte Jugend- und
Unternehmensbefragung. Gütersloh und Köln 2025. Zuletzt aufgerufen am 29.12.2025 unter https://www.bertelsmann-
stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/was-macht-die-duale-ausbildung-attraktiv-wuensche-von-jungen-menschen-
undangebote-von-unternehmen-im-vergleich.
15 Vergleiche Bertelsmann Stiftung und Institut der deutschen Wirtschaft (Hrsg.): Was macht die duale Ausbildung attraktiv?
Wünsche von jungen Menschen und Angebote von Unternehmen im Vergleich. Eine kombinierte Jugend- und
Unternehmensbefragung. Gütersloh und Köln 2025; IAB-Grafik des IAB-Betriebspanel 2023 „Nur wenige Betriebe kennen die
„Assistierte Ausbildung flexibel“. Zuletzt aufgerufen am 14.01.2026 unter https://iab-forum.de/graphs/nur-wenige-betriebe-kennen-
die-assistierte-ausbildung-flexibel.
16 Anmerkung: Berechnungen der BA für 2025 ergeben eine rechnerische Meldequote von 61 % der institutionell erfassten
Ausbildungssuchenden. Bei den gemeldeten Ausbildungsstellen fiel die Meldequote 2025 mit 74 % deutlich höher aus. Da die
Meldequoten so weit auseinanderliegen, wird die Nachfrageseite auf dem Ausbildungsmarkt durch die Zahl der gemeldeten
Bewerberinnen und Bewerber sehr viel unvollständiger abgebildet als die Angebotsseite durch die Zahl der gemeldeten
Berufsausbildungsstellen.
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Prozent), obwohl die Verträge der außerbetrieblichen Ausbildung deutlich zunahmen (um 1.700 auf
15.000; +12,4 Prozent). Die traditionelle Ausbildungsnachfrage ist um 0,3 Prozent auf 515.800
gesunken, die erweiterte Nachfrage dagegen nahm um 0,7 Prozent (560.300) zu.17 Die Marktlage zum
Berichtsende hat sich damit aus Sicht der nachfragenden jungen Menschen durch den Anstieg der noch
suchenden Bewerberinnen und Bewerber auf 84.400 (+19,9 Prozent) und die Abnahme der noch
unbesetzten Stellen auf 54.400 (-21,6 Prozent) deutlich verschlechtert.18
Wirft man einen genaueren Blick auf die abgeschlossenen Ausbildungsverträge, fällt auf, dass 2025 vor
allem im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel deutlich weniger Verträge abgeschlossen wurden
als im Vorjahr (-4,6 Prozent; 12.600 Verträge). Für diese Entwicklung gibt es verschiedene Ursachen.
Neben der wirtschaftlichen Lage ist dies auch auf Besetzungsschwierigkeiten zurückzuführen, wie auch
aus den Ergebnissen der DIHK-Ausbildungsumfrage 2025 hervorgeht: 32 Prozent der Betriebe mit
Besetzungsschwierigkeiten gaben an, im Jahr 2024 gar keine Bewerbungen auf freie Ausbildungsplätze
erhalten zu haben. Damit ist der Bewerbermangel im Vergleich zu den Vorjahren 2023 und 2022 zwar
etwas zurückgegangen (35 und 37 Prozent), dafür berichteten die befragten Betriebe zunehmend von
einem Mangel geeigneter Bewerbungen. Die Passungsprobleme nahmen deutlich zu: So gaben 73
Prozent der Betriebe mit Besetzungsschwierigkeiten an, im Jahr 2024 keine geeignete Bewerberin bzw.
keinen geeigneten Bewerber gefunden zu haben. Fast die Hälfte der Betriebe (46 Prozent) berichten
von Defiziten in der grundlegenden mentalen Leistungsfähigkeit sowie 56 Prozent von Defiziten im
Arbeits- und Sozialverhalten der Schulabsolventinnen und -absolventen. Auch beim mündlichen und
schriftlichen Ausdrucksvermögen und bei elementaren Rechenfähigkeiten stellt jeweils fast die Hälfte
der Betriebe Mängel fest (44 bzw. 43 Prozent).19
14 Prozent der Betriebe mit Besetzungsschwierigkeiten mussten den Vertrag innerhalb der Probezeit
lösen. Fünf Prozent aller befragten Betriebe boten mangels geeigneter Bewerbungen im Jahr 2025
weniger Stellen als 2024 an. Einige Betriebe bildeten trotz Ausbildungsberechtigung nicht (mehr) aus,
fast ein Drittel (32 Prozent) davon gibt Besetzungsprobleme, ein Viertel (25 Prozent) fehlende
Kapazitäten und 17 Prozent negative Erfahrungen mit Auszubildenden als Gründe an.20
Dagegen nehmen Azubi-„Ghosting“ und Vertragslösungen auf Seiten der Auszubildenden ab: Im
Vergleich zu den Vorjahren 2023 und 2022 (13 und 15 Prozent) berichteten nur noch 11 Prozent der
Betriebe, dass Auszubildende eine Stelle nicht angetreten haben. Nur 10 Prozent der Betriebe gaben
an, dass Auszubildende ihren Vertrag 2024 aufgelöst haben. In den Vorjahren waren es noch 14 bzw.
13 Prozent.21 Diese Zahlen lassen darauf schließen, dass Auszubildende zunehmend feststellen, dass
sich der Ausbildungsmarkt für sie verschlechtert22 und/oder dass die Berufsorientierung Früchte trägt.
17 Hinweis: Der Vollständigkeit halber muss an dieser Stelle darauf verwiesen werden, dass nicht alle Nachfragen auch zu einem
abgeschlossenen Ausbildungsvertrag führen.
18 Vergleiche Christ, Alexander; Neubauer-Pohl, Caroline; Weller, Sabrina Inez; Milde, Bettina; Granath, Ralf-Olaf (2025): Der
Ausbildungsmarkt im Jahr 2025. Analysen auf Basis der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge und der
Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit zum Stichtag 30. September. Bonn. Fassung vom 10.Dezember 2025.
Zuletzt aufgerufen am 02.01.2026 unter https://www.bibb.de/dienst/publikationen/de/20861.
19 Vergleiche Deutsche Industrie- und Handelskammer: Ausbildung 2025. Ergebnisse einer DIHK-Online-Unternehmensbefragung.
Berlin. Zuletzt aufgerufen am 30.12.2025 unter
https://www.dihk.de/resource/blob/134924/bdb84058e435cc14ccadc376629753c4/fachkraefte-dihk-ausbildungsumfrage-2025-
data.pdf.
20 Vergleiche Deutsche Industrie- und Handelskammer: Ausbildung 2025. Ergebnisse einer DIHK-Online-Unternehmensbefragung.
Berlin.
21 Vergleiche Deutsche Industrie- und Handelskammer: Ausbildung 2025. Ergebnisse einer DIHK-Online-Unternehmensbefragung.
Berlin.
22 Vergleiche Deutsche Industrie- und Handelskammer: Ausbildung 2025. Ergebnisse einer DIHK-Online-Unternehmensbefragung.
Berlin.
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Vor dem Hintergrund anhaltender Besetzungsschwierigkeiten bleibt eine möglichst passgenaue
Berufsorientierung weiterhin zentral, um junge Menschen in Ausbildung zu bringen.
Für die Fachkräftesicherung hat mittlerweile jedes dritte Unternehmen aus dem IHK-Bereich schon
einmal versucht, Personen aus Drittstaaten auszubilden. Weitere 23 Prozent sind dafür offen, aber
auch fast die Hälfte aller IHK-Betriebe (43 Prozent) haben weiterhin kein Interesse daran, obwohl
Auszubildende aus anderen Herkunftsländern einen erheblichen Beitrag zur Fachkräftesicherung
leisten können. Ein Beispiel ist die Branche „Hotellerie und Gastronomie“. Über zwei Drittel der
Betriebe im Gastgewerbe (68 Prozent) haben erfolgreich Menschen aus Drittstaaten ausgebildet. Auch
dadurch ist der Anteil der Betriebe, die nicht alle Stellen besetzen konnten, im Jahr 2024 auf 45 Prozent
(2023: 54 Prozent) gesunken. In der „Verkehrswirtschaft“ haben 35 Prozent erfolgreich Menschen aus
Drittstaaten ausgebildet und in der „Industrie“ 33 Prozent. Zu den größten Herausforderungen für
Betriebe, die schon einmal versucht haben, Personen aus Drittstaaten auszubilden, gehören mit 71
Prozent mangelnde Deutschkenntnisse zu Beginn der Ausbildung, bürokratische Hürden bei der
Einwanderung, die Einstellung von Auszubildenden aus Drittstaaten (62 Prozent) und fehlender
bezahlbarer Wohnraum in Betriebsnähe (48 Prozent).23
Nach wie vor zeigen sich deutliche Unterschiede beim Übergang in Ausbildung zwischen jungen
Menschen mit ausländischem Pass gegenüber jungen Menschen mit deutschem Pass.24 Die
Ausbildungsanfängerquote junger Ausländerinnen und Ausländer liegt deutlich unter der
Anfängerquote von Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit (2024: 38,5 vs. 52,8 Prozent).
Verglichen mit dem Vorjahr (2023: 34,1 vs. 54,8 Prozent) ist die Quote bei Personen mit deutschem
Pass gesunken (-2,0 Prozentpunkte).25
Dies untermauern auch die Zahlen der Statistik der Bundesagentur für Arbeit zum Ausbildungsjahr
2024/25. Ausländische Bewerberinnen und Bewerber sind am Ausbildungsmarkt weniger erfolgreich
als deutsche Bewerberinnen und Bewerber. Nur ein Drittel der ausländischen Bewerberinnen und
Bewerber (33 Prozent) hat 2025 eine Ausbildungsstelle gefunden (Deutsche 46 Prozent).26 Die Zahl der
Bewerberinnen und Bewerber mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit ist im Vorjahresvergleich
auf 109.000 gestiegen (+16,2 Prozent) und macht damit ein Viertel des gesamten Bewerbermarktes
(444.000; +13.000) aus, während die Zahl von deutschen Bewerberinnen und Bewerbern gesunken ist
(-1 Prozent). Häufig vertreten sind Staatsangehörige aus den Balkanländern, den GIPS-Staaten27, der
Türkei, Rumänien und Polen. 43 Prozent der ausländischen Bewerberinnen und Bewerber sind
Geflüchtete28, von ihnen münden 2024/25 31 Prozent in Ausbildung ein.29 Die BA-BIBB-IAB-
Bewerberstudie 2024 weist aus, dass Geflüchtete deutlich seltener über schulische Angebote der
23 Vergleiche Deutsche Industrie- und Handelskammer: Ausbildung 2025. Ergebnisse einer DIHK-Online-Unternehmensbefragung.
Berlin.
24 Das Merkmal Migrationshintergrund steht in vielen Statistiken nicht zur Verfügung.
25 Ergänzung: Bei Personen ohne deutschen Pass ist die Quote gestiegen (+4,4 Prozentpunkte). Hierfür sind vor allem Geflüchtete
aus der Ukraine verantwortlich, die nun auf dem Ausbildungsmarkt ankommen. Empirische Erhebungen kommen zu dem Ergebnis,
dass junge Menschen mit Migrationshintergrund auch bei vergleichbaren Ausgangsbedingungen mehr Schwierigkeiten haben eine
Ausbildungsstelle zu finden.
26 Vergleiche Statistik der BA, Berichte: Arbeitsmarkt kompakt – Situation am Ausbildungsmarkt 2024/25. Nürnberg. Oktober 2025.
Zuletzt abgerufen am 04.02.2026 unter https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-
Content/Statistiken/Fachstatistiken/Ausbildungsmarkt/Generische-Publikationen/AM-kompakt-Situation-
Ausbildungsmarkt.pdf?__blob=publicationFile&v=6.
27 Griechenland, Italien, Portugal, Spanien.
28 „Personen im Kontext von Fluchtmigration“ umfassen Ausländerinnen und Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer
Aufenthaltserlaubnis Flucht oder einer Duldung.
29 Vergleiche Statistik der BA, Berichte: Arbeitsmarkt kompakt – Situation am Ausbildungsmarkt 2024/25. Nürnberg. Oktober 2025.
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Berufsorientierung berichten, vor allem über solche außerhalb des Unterrichts. Gründe könnten
Informationsdefizite oder ein erst späterer Zuzug sein.30
Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund zunehmender Fachkräfteengpässe gilt es, hier weitere
Anstrengungen zu unternehmen. Insbesondere eingewanderte Personen in Ausbildung haben laut
einer Projektarbeit des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu Rückkehr- und
Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten eine geringere Neigung als andere Erwerbstätige,
nur vorübergehend in Deutschland zu bleiben. Dies lässt darauf schließen, dass „Investitionen in
aufnahmelandspezifisches Humankapital – wie etwa durch eine Ausbildung – die
Abwanderungsneigung reduzieren können“.31 Gleichwohl muss erwähnt werden, dass dennoch ein
Fünftel (21,0 Prozent) der eingewanderten Personen in Ausbildung in Erwägung zieht, Deutschland
wieder zu verlassen.32
Ein besonderes Augenmerk sollte auch auf Frauen mit Einwanderungsgeschichte gelegt werden. Dies
gilt nicht nur im Hinblick auf die Ausbildungsaufnahme, sondern auch im Hinblick auf die
Nachqualifizierung und Weiterbildung. Hier besteht enormes Potential, durch die Aufnahme einer
Ausoder Weiterbildung oder auch durch Nachqualifizierung, Fachkräfteengpässe zu decken.33 Das kann
durch Programme erfolgen (s. auch Kapitel 3), aber auch durch die gezielte Ansprache (ausbildender)
Betriebe. Frauen mit Einwanderungsgeschichte sind besser über spezifische Communities wie
migrantische Beratungsstellen oder Kulturvereine sowie entsprechende Social-Media-Kanäle
erreichbar als über die regionale Wochenzeitung.34
Durch die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Anforderungen im Pflege- und
Gesundheitsbereich haben Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen eine besondere Bedeutung. Laut
Berechnungsvarianten des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der 67-Jährigen und Älteren bis
zum Jahr 2038 kontinuierlich steigen. Aktuell geht man davon aus, dass in gut zehn Jahren ca. 20,5 bis
21,3 Millionen Menschen im Rentenalter sein werden. Im Vergleich zu heute sind das ca. 3,8 bis 4,5
Millionen mehr.
Wie in den Vorjahren werden in Kapitel 1 ausgewählte berufsbildungspolitische Maßnahmen der
Bundesregierung in „Boxen“ dargestellt. Kapitel 3 beinhaltet einen tabellarischen Überblick über
berufsbildungspolitische Aktivitäten und Programme der Bundesregierung. Darüber hinaus gibt es
zahlreiche weitere Aktivitäten in der originären Zuständigkeit der Länder und anderer Partner.
30 Ertl, Hubert; Fitzenberger, Bernd; Anger, Silke; Christ, Alexander; Christoph, Bernhard; Gei, Julia; Holleitner, Julia; Keßler, Catie;
Leber, Ute; Schels, Brigitte; Seegers, Marco (2025): BA-BIBB-IAB-Bewerberstudie zum Ausbildungsmarkt: Ausbildungssuchende
ohne Kontakt zur Arbeitsagentur und Geflüchtete sind oft im Nachteil. (IAB-Kurzbericht 18/2025), Nürnberg. Zuletzt aufgerufen am
02.01.2026 unter https://doku.iab.de/kurzber/2025/kb2025-18.pdf.
31 Kosyakova, Yuliya; Olbrich, Lukas; Gallegos Torres, Katja; Hammer, Luisa; Koch, Theresa; Wagner, Simon (2025): Deutschland als
Zwischenstation? Rückkehr- und Weiterwanderungsabsichten von Eingewanderten im Lichte neuer Daten des International Mobility
Panel of Migrants in Germany (IMPa). IAB-Forschungsbericht, Nr. 15, Nürnberg. Zuletzt aufgerufen am 02.01.2026 unter
https://doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb1525.pdf.
32 Vergleiche Kosyakova, Yuliya; Olbrich, Lukas; Gallegos Torres, Katja; Hammer, Luisa; Koch, Theresa; Wagner, Simon (2025).
33 Vergleiche Malin, Lydia; Jansen, Anika; Flake, Regina; Döring, Chiara (2026): Frauen als Schlüssel zur Fachkräftesicherung. Studie
im Rahmen des Projektes Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Energie (BMWE). Köln. Zuletzt aufgerufen am 15.01.2026 unter https://www.iwkoeln.de/studien/lydia-malin-anika-jansen-regina-
flake-frauen-als-schluessel-zur-fachkraeftesicherung.html.
34 Vergleiche Malin, Lydia; Jansen, Anika; Flake, Regina; Döring, Chiara (2026): Frauen als Schlüssel zur Fachkräftesicherung. Studie
im Rahmen des Projektes Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Energie (BMWE). Köln.
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Für Kapitel 1 und 2 ist darauf hinzuweisen, dass sich durch unterschiedliche Erhebungszeiträume sowie
Datenverfügbarkeiten die Bezugsjahre einzelner Kennwerte unterscheiden (z.B. neu abgeschlossene
Ausbildungsverträge Bezugsjahr 2025; Vertragslösungsquote Bezugsjahr 2024).
I. Das Ausbildungsgeschehen 2025 (integrierte Ausbildungsberichterstattung)
Bereits seit 2005 liefert die integrierte Ausbildungsberichterstattung (iABE) jährlich detaillierte Daten
über das Ausbildungsgeschehen im Anschluss an die Sekundarstufe I. Die Daten gliedern sich nach
folgenden vier Sektoren: „Berufsausbildung“, „Integration in Ausbildung (Übergangsbereich)“,
„Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung (HZB)“ und „Studium“.
Die Gesamtzahl aller Anfängerinnen und Anfänger im (Aus-)Bildungsgeschehen blieb gegenüber dem
Vorjahr weitgehend stabil (+1.110 bzw. +0,1 Prozent). Auch die Veränderungsraten der einzelnen
Bildungssektoren gegenüber dem Vorjahr fallen vergleichsweise moderat aus.
Traditionell stellt die „Berufsausbildung“ auch 2025 den größten Sektor dar. Hierzu zählen die duale
Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO), die
Berufsausbildung in Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen-Berufen sowie die sonstige schulische
Berufsausbildung inkl. Beamtenausbildung für den mittleren Dienst. Die Zahl der Anfängerinnen und
Anfänger im Sektor Berufsausbildung belief sich 2025 auf insgesamt 688.205 (darunter 48,4 Prozent
Frauen) und nahm damit im Vorjahresvergleich etwas ab (-1,2 Prozent zu 2024). Die Zahl der
Ausländerinnen und Ausländer, die eine Berufsausbildung begannen, stieg im Vergleich zu 2024 um 11
Prozent bzw. um 13.500 auf 132.500. 35
Innerhalb des Sektors Berufsausbildung ist die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger einer Ausbildung
im dualen System um 3,3 Prozent bzw. knapp 15.000 gesunken. Sie lag 2025 bei 438.300, darunter
36,7 Prozent Frauen. Auch die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger einer sonstigen schulischen
Ausbildung (darunter auch die Beamtenlaufbahn mittlerer Dienst) ist 2025 mit 46.730 um 1,7 Prozent
gesunken, darunter 47,7 Prozent Frauen. Für die Berufsausbildung im Gesundheits-, Erziehungs- und
Sozialwesen36 ergab sich nach den vorläufigen Daten der iABE 2025 ein Anstieg um 3,8 Prozent bzw.
7.442, darunter 73,8 Prozent Frauen.37 Damit ist die Zahl zum dritten Mal in Folge gestiegen.
Der Sektor „Übergangsbereich“ beinhaltet Bildungsgänge, in denen junge Menschen auf eine
Teilnahme an der Berufsausbildung vorbereitet werden. Die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger im
Übergangssektor lag 2025 bei 262.210, darunter 38,9 Prozent Frauen. Dies ist ein Anstieg um
0,7 Prozent bzw. 1.740 im Vergleich zu 2024. Die Zahl ist damit zum vierten Mal in Folge gestiegen.
Gleichzeitig ging die Zahl der jungen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in diesem Sektor
erstmals seit vier Jahren zurück (-1.220 bzw. -1,1 Prozent). Diese Entwicklung ist unter anderem auf
die rückläufige Zahl zugewanderter junger Menschen zurückzuführen, zugleich hat sich die Situation
auf dem Ausbildungsmarkt für Jugendliche verschlechtert.38
35 Die Zahlen in Kapitel 1 wurden jeweils auf volle Hundert gerundet. Die absoluten Zahlen sind in Kapitel 2 ersichtlich.
36 In der iABE wird hier der Begriff „schulische Berufsausbildung im Gesundheits-, Erziehungs-, und Sozialwesen“ (kurz: GES-Berufe)
verwendet. Vergleiche auch Kapitel 2.3.1.
37 Zu beachten ist, dass die Daten der iABE im Konto I 05 („Schulische Berufsausbildung im Gesundheits-, Erziehungs- und
Sozialwesen“; „GES-Konto“) seit dem Berichtsjahr 2020 für einige Länder um die Daten zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann
auf Basis der neuen Pflegeausbildungsstatistik (PfleA) ergänzt wurden. Vergleiche hierzu ausführlich Datenreport zum
Berufsbildungsbericht 2025, Kapitel A 4.
38 Vergleiche StBA (2026): 1,9 Millionen Personen beginnen 2025 ein Bildungsprogramm im Anschluss an die Sekundarstufe I oder
ein Studium. (Pressemitteilung Nr. 92 vom 19. März 2026)
(https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/03/PD25_106_212.html).
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Bildungsgänge des Sekundarbereichs II, die junge Menschen an beruflichen oder allgemeinbildenden
Schulen zur Fachhochschulreife oder allgemeinen Hochschulreife führen, zählen zum sogenannten
Sektor „Erwerb der HZB“. Dieser Sektor blieb 2025 mit 463.797 im Vergleich zu 2024 stabil (0,0 Prozent;
-136), auch weil sich seit zwei Jahren keine starken Veränderungen der Schülerzahlen durch die
Rückkehr zu G9 zeigen (53,4 Prozent Frauen).
Der vierte Sektor weist die Anzahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger an Hochschulen aus.
Für diesen Sektor konnte im Jahr 2025 ein leichter Zuwachs der Anfängerzahlen (1,6 Prozent bzw.
7.694) auf 502.269 verzeichnet werden, darunter 52,0 Prozent Frauen. Fast ein Drittel (29,3 Prozent)
sind ausländische Studienanfängerinnen und -anfänger, auch aufgrund eines hohen Anteils an
Bildungsausländerinnen und Bildungsausländern. Der Zuwachs von ausländischen
Studienanfängerinnen und -anfängern betrug 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Betrachtet man das (Aus-)Bildungsgeschehen 2025 im längeren Zeitverlauf (im Vergleich zum Jahr
2005), lassen sich wie bereits in den vergangenen Berichtsjahren Verschiebungen aus der dualen
Berufsausbildung hin zu Berufsausbildungen im Gesundheits-, Erziehungs-, und Sozialwesen, ein Trend
zu höheren Schulabschlüssen sowie eine gestiegene Studierneigung feststellen.
II. Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sowie beim Ausbildungsangebot, dafür
etwas gestiegene Nachfrage nach dualer Ausbildung39
Auch in der Ausbildungsbilanz des Jahres 2025 spiegelt sich die wirtschaftliche Lage wider. So hat die
Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge gemäß der Erhebung des Bundesinstituts für
Berufsbildung (BIBB) zum 30. September 2025 um 2,1 Prozent (10.300 Verträge) im Vergleich zum
Vorjahr abgenommen. Die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge lag 2025 somit bei
476.000, davon wurden 36,4 Prozent der Verträge mit Frauen geschlossen. Aufgrund des weiterhin
großen Bedarfs an beruflich qualifizierten Arbeitskräften muss die Sicherung des
Fachkräftenachwuchses – verbunden mit einer größeren Wertschätzung für die berufliche Bildung –
ein zentrales berufsbildungspolitisches Handlungsfeld bleiben.40
Der Rückgang betrifft im Jahr 2025 nur die betrieblichen Ausbildungsverträge , in absoluten Zahlen
wurden 12.000 Verträge weniger als im Vorjahr geschlossen (-2,5 Prozent) (2025: 461.000; 2024:
472.900; 2023: 474.800). Dagegen wurden 2025 1.700 mehr (+12,4 Prozent) außerbetriebliche
Ausbildungsverträge geschlossen als im Vorjahr (2025: 15.000; 2024: 13.300; 2023: 14.300).
Betrachtet man die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach Zuständigkeitsbereichen, zeigt
sich auch im Jahr 2025 kein einheitliches Bild: während die Verträge in den Freien Berufen (+4,6
Prozent), im Handwerk (+0,4 Prozent) und in der Landwirtschaft (+0,1 Prozent) etwas zunahmen,
verzeichneten die Zuständigkeitsbereiche Seeschifffahrt (-9,6 Prozent), Industrie und Handel (-4,6
Prozent), Hauswirtschaft (-4,5 Prozent) und der Öffentliche Dienst (-2,0 Prozent)41 Rückgänge.42
39 Nach der erweiterten Definition.
40 In Kapitel 2.1.1 wird auf die aktuellste Mittelfristprognose im Rahmen des Fachkräftemonitorings verwiesen.
41 Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Zuständigkeitsbereich Öffentlicher Dienst (BIBB-Erhebung zum 30.
September) ist nicht mit den Angaben zur Ausbildungsleistung im Öffentlichen Dienst basierend auf der Personalstandstatistik des
StBA vergleichbar (siehe Kapitel 2.3.5). Denn die Ausbildungsleistungen des Öffentlichen Dienstes in Ausbildungsberufen der
gewerblichen Wirtschaft (z.B. Handwerk oder Industrie und Handel) werden bei der BIBB-Erhebung zum 30. September unter dem
jeweiligen Zuständigkeitsbereich erfasst. Das Merkmal der Zugehörigkeit der Ausbildungsstätte zum Öffentlichen Dienst wird im
Rahmen der BIBB-Erhebung zum 30. September nicht erhoben.
42 Die absoluten Zahlen finden sich in Kapitel 2.3.2.2.
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Das Ausbildungsstellenangebot ist 2025 wie bereits im Vorjahr rückläufig. Das Angebot an
Ausbildungsstellen, das sich aus den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen sowie den noch
unbesetzten Ausbildungsstellen zusammensetzt, ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 25.300 (-4,6
Prozent) auf 530.300 gesunken. Das betriebliche Ausbildungsangebot (ohne überwiegend öffentlich
finanzierte Ausbildungsstellen) lag bei 515.300.43
Betrachtet man die Entwicklungen der unbesetzten Ausbildungsstellen im dualen Ausbildungssystem,
blieben im Vergleich zu den Vorjahren deutlich weniger Ausbildungsstellen unbesetzt. Gemäß der
Statistik der BA waren Ende September 2025 noch 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das bedeutet
einen Rückgang um 15.000 Stellen (-21,6 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Rückgang ist
allerdings vor dem Hintergrund eines sinkenden Ausbildungsstellenangebots zu betrachten.
Für die Ausbildungsnachfrage nach der erweiterten Definition ist wie im Vorjahr im Jahr 2025 ein
Anstieg zu verzeichnen. Diese bezieht Personen ein, die zwar noch eine Ausbildungsstelle suchen, aber
bereits über eine Alternative wie einen weiteren Schulbesuch, einen Studienplatz oder eine
berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme verfügen. Für sie besteht weiterhin ein Vermittlungsauftrag.
Die erweiterte Nachfrage stieg um 3.700 Personen auf 560.300. Dies stellt ein Plus von 0,7 Prozent dar.
Die traditionelle Nachfrage nach Ausbildungsstellen, die sich aus den neu abgeschlossenen
Ausbildungsverträgen sowie den noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern ergibt, ist im
Berichtsjahr dagegen um 1.600 (-0,3 Prozent) auf 515.800 gesunken.
Die Zahl der gänzlich unversorgten Bewerberinnen und Bewerber zum Stichtag 30. September nahm
zum dritten Mal infolge zu. So waren im Berichtsjahr 2025 39.900 Bewerberinnen und Bewerber als
unversorgt gemeldet. Dies sind 8.700 bzw. 28,0 Prozent mehr als 2024. Dies ist der höchste Wert für
die Zahl der gänzlich unversorgten Bewerberinnen und Bewerber seit dem Jahr 2007.
Innerhalb der Gruppe der noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerber zeigten sich über alle
Altersgruppen sowie Schulabschlüsse kaum Unterschiede zum Jahr 2024. Unter den Unversorgten sind
weiterhin überproportional viele ältere Bewerberinnen und Bewerber, Bewerberinnen und Bewerber
mit ausländischer Staatsangehörigkeit, schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber,
Bewerberinnen und Bewerber ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss und Bewerberinnen
und Bewerber, die wiederholt einen Ausbildungsplatz suchen, vertreten. Gut jede und jeder vierte
Unversorgte besitzt die (Fach-)Hochschulreife. Hier wird deutlich, dass sich in der Gruppe der
unversorgten Bewerberinnen und Bewerber sowohl junge Menschen mit einer niedrigen schulischen
Qualifikation als auch mit hoher schulischer Qualifikation finden. Junge Menschen mit Abitur streben
dabei häufiger beliebte Ausbildungsberufe an, bei denen das Angebot geringer als die Nachfrage ist
(wie z. B. künstlerisch-kreative Berufe oder IT-Berufe).44
2025 überstieg die Ausbildungsnachfrage (560.300) zum zweiten Mal infolge das Ausbildungsangebot
(530.300 Stellen, davon 515.300 betrieblich), allerdings nur unter Berücksichtigung der erweiterten
Definition (die traditionelle Ausbildungsnachfrage lag 2025 bei 515.800).
43 Die bei der BA gemeldeten Berufsausbildungsstellen waren im Berichtsjahr 2024/25 untererfasst, die Auswirkungen der
Untererfassung sind jedoch mit einem sukzessiven Anstieg von April bis September 2025 auf schätzungsweise rund 2 Prozent
insgesamt moderat. Die Vorjahresveränderung betrug deshalb im September 2025 bundesweit -4 Prozent statt den ausgewiesenen -
5 Prozent. Bei den unbesetzten Ausbildungsstellen waren es -18 Prozent statt -22 Prozent. Die Revision erfolgt erst nach
Redaktionsschluss.
44 Vergleiche Statistik der BA, Berichte: Arbeitsmarkt kompakt – Situation am Ausbildungsmarkt 2024/25. Nürnberg. Oktober 2025.
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Fasst man die dargestellten Kennwerte zusammen, so ergibt sich für das Jahr 2025 eine Angebots-
Nachfrage-Relation (ANR) von 102,8 (2024: 107,4). Dies bedeutet, dass rechnerisch 100
ausbildungsplatznachfragenden Personen 102,8 angebotene Ausbildungsstellen gegenüberstanden.
Damit war die ANR im Jahr 2025 erneut rückläufig.
Die erweiterte ANR lag mit 94,7 im Jahr 2025 wie bereits im Vorjahr unter dem Wert 100 (2024: 99,8).
Zwischen 2009 und 2023 ist die eANR stetig gestiegen. Die erweiterte ANR bezogen auf das
betriebliche Angebot lag bei 92,0 (2024: 97,4; 2023: 99,2; 2019: 94,2). Immer mehr Nachfragende
stehen so einem zurückgehenden Ausbildungsangebot gegenüber.
Die Einmündungsquote der ausbildungsinteressierten jungen Menschen (EQI) war mit 65,3 Prozent
um 2,3 Prozentpunkte geringer als im Vorjahr (2024: 67,6). Bezogen auf die Zeitreihe seit 2009 ist das
der stärkste Rückgang im Vorjahresvergleich. Nach Rückgängen in den Vorjahren ist die Zahl der
Ausbildungsinteressierten dagegen zum dritten Mal in Folge gestiegen. Sie lag 2025 bei 729.122
(+9.452 bzw. +1,3 Prozent).
EANR und EQI geben somit Hinweise darauf, dass sich die Marktlage für eine Ausbildung suchende
junge Menschen im Jahr 2025 rechnerisch sichtbar verschlechtert hat.
Im Jahr 2025 war es – wie bereits im Vorjahr – eine der größten Herausforderungen, Betriebe und
junge Menschen zusammenzuführen. Die Passung wurde noch schwieriger, insbesondere auch
aufgrund der Zunahme der Versorgungsschwierigkeiten aufgrund regionaler, beruflicher und
qualifikatorischer Disparitäten zu.
III. Ausbildung in Berufen des Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesens
Die Ausbildung in den Berufen des Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesens stellt neben der dualen
Ausbildung nach BBiG/ HwO die zweite Säule der Berufsausbildung in Deutschland dar. Bei der
Berufsausbildung in den Berufen des Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesens handelt es sich um
Ausbildungsgänge, die sich nach spezialgesetzlichen bundes- oder nach landesrechtlichen
Bestimmungen richten. Durchgeführt werden sie an Berufsfachschulen, Schulen des
Gesundheitswesens und Fachschulen. Ein Teil dieser Ausbildungen ist dual strukturiert.45
Dieser Ausbildungsbereich hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Er hebt sich damit von den
anderen schulischen Ausbildungsberufen ab. Die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger einer
Ausbildung in den Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufen stieg zwischen 2005 und 2025 um
42,4 Prozent an.
Nach den vorläufigen Daten der iABE 2025 lag die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger in einem
Ausbildungsberuf des Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesens bei 203.180 (darunter 73,8 Prozent
Frauen). Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 3,8 Prozent.
Auf den Bereich der Gesundheitsberufe (ohne die bundesgesetzlich geregelte Pflegeausbildung46),
welcher die Ausbildungen in den bundesrechtlich geregelten anderen Heilberufen umfasst, wie bspw.
45 Viele der bundes- sowie landesrechtlich geregelten Gesundheits-, Sozial- und Bildungsberufe werden sowohl im Betrieb (z. B.
Krankenhaus) als auch am Lernort Schule (z. B. Pflegeschule) ausgebildet. Dennoch ist der Begriff „schulische“ Berufsausbildung
für diese dual strukturierten Bildungsgänge bislang etabliert. Dabei treffen die Begrifflichkeiten keine Aussage über die Wertigkeit
dieser Säule der Berufsausbildung in Deutschland.
46 Daten über Auszubildende nach dem Pflegeberufegesetz werden seit dem 1. Januar 2020 im Rahmen der „Statistik nach der
Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung“ erhoben und veröffentlicht.
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Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut sowie die landesrechtlich geregelten Ausbildungen in den
Berufen der Pflegefachassistenz sowie die Assistenz- und Helferberufe in der Pflege, entfielen gemäß
dem Statistischen Bericht „Berufliche Schulen und Schulen des Gesundheitswesens –
Berufsbezeichnungen – Schuljahr 2024/25“ des StBA insgesamt rund 56.800 Schülerinnen und Schüler
im ersten Ausbildungsjahr (darunter 70,5 Prozent Frauen). Dies stellt insgesamt einen Anstieg von
10,1 Prozent bzw. rund 5.200 Personen im Vergleich zum Vorjahr dar (vgl. auch diesbezügliche
Ausführungen in Kapitel 2.3.3).
Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe
Zur Neuordnung und Stärkung der Ausbildungen in den bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberufen
hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gemeinsam mit den Ländern im Jahr 2020 ein
„Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe“ erarbeitet und sich auf dieses verständigt. Die Eckpunkte des
„Gesamtkonzeptes Gesundheitsfachberufe“ bilden die Grundlage für erforderliche gesetzliche Änderungen
und sind der Ausgangspunkt für grundlegende Reformen der vom „Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe“
umfassten Ausbildungen. Die Reform der Berufe in der Medizinischen Technologie war dazu der erste
gesetzgeberische Schritt.
Der Bereich der Sozial- und Bildungsberufe umfasst u.a. die Ausbildungsberufe Erzieherin und Erzieher,
Kinderpflegerin und Kinderpfleger, Heilerziehungspflegerin und Heilerziehungspfleger sowie die
Ausbildung zur Sozialassistentin bzw. zum Sozialassistenten. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler im
ersten Ausbildungsjahr lag im Schuljahr 2024/2025 bei rund 76.400 Personen (darunter 60.638
Frauen). Das bedeutet einen Rückgang um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
IV. Herausforderungen bei der Zusammenführung von Angebot und Nachfrage weiterhin groß
Das Zusammenführen von Angebot und Nachfrage (Passung) auf dem Ausbildungsmarkt bleibt eines
der zentralen berufsbildungspolitischen Handlungsfelder. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze
(54.400) hat zwar abgenommen (-21,6 Prozent). Dies ist vor allem vor dem Hintergrund des
zurückgehenden Ausbildungsstellenangebots zu betrachten und nicht auf eine Verbesserung der
Besetzungssituation von Ausbildungsstellen zurückzuführen. Die Zahl der gänzlich unversorgten
Bewerberinnen und Bewerber 2025 ist deutlich gestiegen (39.900; +8.700). Die Zahl der noch
suchenden Bewerberinnen und Bewerber (gänzlich unversorgte plus Bewerberinnen und Bewerber
mit Alternative) belief sich 2025 auf 84.400. Dies ist eine Zunahme um 19,9 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr. So übersteigt die Zahl der noch suchenden Bewerberinnen und Bewerber deutlich die der
unbesetzten Stellen. Der Anteil noch suchender Bewerberinnen und Bewerber ist im aktuellen
Berichtsjahr deutlich angestiegen auf 15,1 Prozent (gegenüber 12,6 Prozent im Vorjahr). Der Anteil
unbesetzter Ausbildungsstellen am betrieblichen Gesamtangebot ist von 12,8 Prozent auf 10,6 Prozent
gesunken. Dennoch bleiben die Herausforderungen für Betriebe bei der Stellenbesetzung in vielen
Ausbildungsberufen weiterhin bestehen.
Dabei können vielfältige Gründe zu einer geringeren Passung von Angebot und Nachfrage beitragen
(Beispiele): Differenz zwischen Berufswünschen der jungen Menschen und Bedarfen der Betriebe,
eingeschränkte Passung von regionaler Nachfrage und regionalem Angebot, fehlende
Übereinstimmung der Qualifikationen von Bewerbenden und der Anforderungsprofile der Betriebe.
Bei der Passung von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt gibt es wie in den Vorjahren
weiterhin deutliche berufliche und regionale Unterschiede. So sind manche Ausbildungsberufe bereits
seit einigen Jahren durch besondere Stellenbesetzungsprobleme gekennzeichnet (siehe auch Kapitel
2.4.1). Je nach Ausbildungsberuf kann das Interesse junger Menschen sehr unterschiedlich ausgeprägt
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sein. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit zum Beratungsjahr 2024/2025 fiel die Zahl der
gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen in Berufen der Lebensmittelherstellung und des
Verkaufs, der Gastronomie, und im Hoch- und Tiefbau erneut sehr viel höher aus als die Zahl der
gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber. In diesen Berufen stehen die Chancen für junge Menschen
gut einen Ausbildungsplatz zu finden. Deutlich weniger gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen als
Bewerberinnen und Bewerber gab es in diesem Berichtsjahr hingegen im Friseurhandwerk, in der
Softwareentwicklung, in Kfz-Berufen sowie in Büro- und Verwaltungsberufen. Neben Unterschieden
nach Berufen lassen sich auch regionale Unterschiede feststellen. Betrachtet man die Bewerber-
Stellen-Relation, hatten Bewerberinnen und Bewerber aus Berlin die größten Herausforderungen
einen Ausbildungsplatz zu finden – gefolgt von Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Niedersachsen,
Sachsen und Brandenburg. Die besten Chancen auf einen Ausbildungsplatz hatten dagegen
Bewerberinnen und Bewerber in Thüringen und Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg,
Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg.47
Auch die Qualifikationen der Bewerberinnen und Bewerber (z.B. Art des Schulabschlusses, Schulnoten,
soziale und sprachliche Kompetenzen) haben einen Einfluss auf die Vermittlungswahrscheinlichkeit.
Obwohl im Jahr 2025 61 Prozent der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen für Personen mit
Hauptschulabschluss (inkl. keine Angabe) zur Verfügung standen48, beziehungsweise für 57,7 Prozent
(absolut betrachtet 31.395) der unbesetzten Ausbildungsstellen ein Hauptschlussabschluss als
Mindestabschluss49 verlangt wurde, waren rund 24.600 junge Menschen mit Hauptschulabschluss
erfolglos bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dies macht deutlich, dass Betriebe und
Ausbildungsinteressierte besser zueinander finden müssen.50
Ausbildungsgarantie
Um allen jungen Menschen ohne Berufsabschluss den Zugang zu einer vollqualifizierenden, möglichst
betrieblichen Berufsausbildung zu eröffnen, wurde eine Ausbildungsgarantie eingeführt. Zum Gesamtkonzept
zur Ausbildungsgarantie gehören verschiedene Handlungsfelder, u. a. die Stärkung der beruflichen
Orientierung, die Förderung von Mobilität und die Flexibilisierung der Einstiegsqualifizierung. Auch
Jugendberufsagenturen werden als zentrale Akteure am Übergang von der Schule in den Beruf
weiterentwickelt. Wer trotz eigener Bemühungen und Unterstützungsangebote aufgrund einer
Lernbeeinträchtigung oder sozialen Benachteiligung keinen betrieblichen Ausbildungsplatz findet oder in
einer Region mit zu wenigen Ausbildungsplätzen wohnt (unterversorgte Region), hat zudem einen Anspruch
auf außerbetriebliche Berufsausbildung.
Menschen mit Behinderungen
Wirft man einen Blick auf die Situation von Menschen mit Behinderungen, muss zunächst festgestellt
werden, dass die Forschungslage zu Menschen mit Behinderungen in Ausbildung überschaubar ist.
Eine der aktuellsten Studien aus dem Jahr 2024 weist daraufhin, dass bisher weniger als 23 Prozent
der ausbildenden Betriebe Menschen mit Behinderungen ausbilden.51 Obwohl Menschen mit
47 Vergleiche Statistik der BA, Berichte: Arbeitsmarkt kompakt – Situation am Ausbildungsmarkt 2024/25. Nürnberg. Oktober 2025.
48 Vergleiche Statistik der BA, Berichte: Arbeitsmarkt kompakt – Situation am Ausbildungsmarkt 2024/25. Nürnberg. Oktober 2025.
49 Bei 9 % der unbesetzten Ausbildungsstellen wurde kein Hauptschulabschluss erwartet, bei 0,2 % der unbesetzten
Ausbildungsstellen gab es keine Angabe.
50 Vergleiche Christ, Alexander; Neuer-Pohl, Caroline; Weller, Sabrina Inez; Milde, Bettina; Granath, Ralf-Olaf (2025): Die Entwicklung
des Ausbildungsmarktes im Jahr 2025 Analysen auf Basis der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge und der
Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit zum Stichtag 30. September. Bonn. Fassung vom 10.12.2025. Zuletzt
aufgerufen am 02.01.2026 unter https://lit.bibb.de/vufind/Record/DS-784189.
51 Vergleiche Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung: Ausbildung von Menschen mit Behinderung. Artikel vom 26. November 2024.
Zuletzt aufgerufen am 15.01.2026 unter https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden/zielgruppen/menschen-mit-
behinderung/ausbildung/.
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Behinderungen/ Beeinträchtigungen einen wertvollen Beitrag in Unternehmen leisten, stellen viele
Unternehmen oft nur Bewerberinnen und Bewerber ohne erkennbare Beeinträchtigungen ein. Für ein
inklusives Miteinander im Arbeitsleben sowie für eine teilhabeorientierte Gesellschaft wäre es
gewinnbringend, divers aufgestellte Teams zu haben. Für mehr Inklusion sowie vor dem Hintergrund
zunehmender Fachkräfteengpässe sollten die Potenziale von Menschen mit Behinderungen noch
stärker berücksichtigt werden. Die Digitalisierung kann hier einen Beitrag leisten. So zeigen die
deskriptiven Ergebnisse einer BIBB-Untersuchung zu Betrieben, die Menschen mit Schwerbehinderung
im Rahmen des dualen Ausbildungssystems ausbilden, einen positiven Zusammenhang zwischen dem
Digitalisierungsgrad eines Ausbildungsbetriebs und der Ausbildung von Menschen mit
Schwerbehinderung: Je besser die digitale Ausstattung eines Betriebs, desto wahrscheinlicher ist es,
dass Menschen mit Schwerbehinderung ausgebildet werden.52
Insbesondere im Hinblick auf Bildungsverläufe von Menschen mit Behinderungen wie beim Übergang
Schule-Beruf ist die Forschungslage begrenzt, dies ist u.a. auf häufig fehlende umfassende und
einheitliche Angaben zum Vorliegen von Beeinträchtigungen etwa aufgrund unterschiedlicher
Definitionen und Messansätze in den verschiedenen (rechtlichen) Kontexten am Übergang von Schule
zu Beruf zurückzuführen. Erste Vorschläge zu Kriterien, die die Datenlage verbessern könnten, werden
in einer BIBB-Veröffentlichung beleuchtet.53 Neben einer verbesserten wissenschaftlichen Datenlage,
ist hier aber auch das Zusammenspiel von allen Akteuren der beruflichen Bildung gefordert. Dafür
sollten sowohl das Kompensationspotenzial als auch Ausgrenzungsrisiken bestehender
Übergangsmaßnahmen analysiert und sowohl individuelle (z. B. Art der Beeinträchtigung,
Mehrfachbenachteiligungen) als auch institutionelle Einflussfaktoren (z. B. Besuch einer Förderschule,
Diskriminierungen) genauer betrachtet werden.54
Unternehmensseitig kann auch ein Beitrag zu mehr Inklusion geleistet werden: Um Menschen mit
Behinderung noch gezielter anzusprechen, könnten Unternehmen, die bereits Menschen mit
Behinderung ausbilden, explizit in Stellenausschreibungen darauf hinweisen, dass sie auf
Barrierefreiheit am Arbeitsplatz achten und ihre Mitarbeitenden mit Hilfsmitteln unterstützen. Auch
auf die die Möglichkeit, Stellenanzeigen in Stellenbörsen für Menschen mit Behinderung zu schalten,
sollte noch stärker zurückgegriffen werden. Gleichzeitig können die Unternehmen damit über das
eigene Engagement für Menschen mit Behinderung berichten. Die Bundesagentur für Arbeit fördert
Betriebe, die Menschen mit Behinderungen bzw. Schwerbehinderung ausbilden oder beschäftigen.
Finanzielle Zuschüsse gibt es zum Beispiel zur Ausbildungsvergütung oder für die
Einstiegsqualifizierung.55
Nach den Daten der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30.09.2025
wurden 6.132 neue Ausbildungsverträge über Ausbildungsregelungen der zuständigen Stelle für
52 Vergleiche Weller, Sabrina Inez; Rausch-Berhie, Friederike (2022): Berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung durch
digitale Technologien. In: Digitale Transformation in der Berufsbildung: Konzepte, Befunde und Herausforderungen / Stephan
Schumann [Hrsg.]; Susan Seeber [Hrsg.]; Stephan Abele [Hrsg.]; Seite 103-121. Zuletzt aufgerufen am 15.01.2026 unter
https://lit.bibb.de/vufind/Record/DS-781052.
53 Vergleiche Reims, Nancy; Weller, Sabrina Inez (2025): Zur Datenlage zu Menschen mit Behinderungen am Übergang Schule–Beruf.
Relevante Datensätze und ihr Potenzial für die Forschung. In DDS – Die Deutsche Schule. 117. Jahrgang 2025, Heft 4, S. 313–319.
Zuletzt aufgerufen am 27.01.2026 unter https://lit.bibb.de/vufind/Record/DS-784335.
54 Vergleiche Blanck, Jonna M. (2025): Übergänge von jungen Menschen mit Behinderungen von der Schule in die Berufsausbildung in
Deutschland. Ein Forschungsüberblick. In DDS – Die Deutsche Schule 117. Jahrgang 2025, Heft 4, S. 261–273. Zuletzt aufgerufen am
27.01.2026 unter https://lit.bibb.de/vufind/Record/DS-784323.
55 Vergleiche Aktion Mensch (2024): Fachkräfte mit Behinderung gewinnen. Zuletzt aufgerufen am 06.02.2026 unter
https://www.aktion-mensch.de/inklusion/arbeit/fachkraefte-mit-behinderung-gewinnen; vergleiche auch Aktion Mensch (2024):
Ausbildung für Menschen mit Behinderung. Zuletzt aufgerufen am 06.02.2026 unter https://www.aktion-
mensch.de/inklusion/arbeit/fachkraefte-mit-behinderung-gewinnen/auszubildende-mit-behinderung.
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Menschen mit Behinderungen (§ 66 BBiG und § 42r HwO) abgeschlossen (2024: 6.035). Dies entsprach
einem Anteil von 1,3 Prozent an allen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Die große Mehrheit
von 5.516 Verträgen wurden dabei überwiegend öffentlich finanziert, nur 616 Verträge sind
überwiegend betrieblich finanziert.56 Wünschenswert wäre hier eine größere Anzahl dieser
Ausbildungen insgesamt und vor allem der Ausbau von Ausbildungen in den Betrieben. In vielen hierfür
zuständigen Stellen fehlt es wegen der geringen Fallzahlen an Routine, daher wurde vom Ausschuss
für Fragen behinderter Menschen (AFbM) über den Hauptausschuss eine beispielhafte
Prozessbeschreibung als Orientierungsmarke zur Verfügung gestellt.
V. Im Fokus: Künstliche Intelligenz – Verbreitung in der Arbeitswelt und Handlungsbedarfe für die
berufliche Bildung
Vor dem Aufkommen von ChatGPT wurde Künstliche Intelligenz (KI) in der öffentlichen Wahrnehmung
oftmals als Zukunftsvision gesehen, obwohl „klassische“ KI-Anwendungen wie Sprachassistenten oder
Übersetzungstools bereits seit Langem weit verbreitet sind. Mit dem flächendeckenden Einzug
„generativer“ KI-Systeme, die eigenständig Inhalte wie Texte, Bilder oder Code erzeugen, änderte sich
dies ab Ende 2022 innerhalb kurzer Zeit. So ermittelte bereits die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung
2024, dass rund 21 Prozent der Erwerbstätigen KI-Anwendungen im Rahmen ihrer Arbeit einsetzen.57
Mit einer erweiterten Abfrage, die auch viele „klassische“ KI-Anwendungen einschließt, beträgt die KI-
Nutzungsquote von Beschäftigten sogar 62 Prozent.58 Dabei zeigt sich, dass diese Nutzung oft
eigeninitiativ erfolgt und dass es gerade in Betrieben oft noch an systematischer Steuerung mangelt:
Rund 60 Prozent der KI-nutzenden Beschäftigten geben an, dass die Anwendungen nicht offiziell vom
Arbeitgeber eingeführt wurden, sondern informell genutzt werden.59 Eine Beschäftigung in einem
Betrieb, der sich an Aus- und Weiterbildung beteiligt, erweist sich hingegen als besonders förderlich.
Denn aus- und weiterbildungsaktive Betriebe setzen deutlich häufiger KI ein als Betriebe ohne solches
Engagement. So geben 2025 33 Prozent der Weiterbildungsbetriebe an, generative KI zu nutzen,
während der Anteil bei Betrieben ohne Weiterbildungsbeteiligung bei 17 Prozent liegt.60
Jenseits betrieblicher Kontexte zeigt sich, dass der Einsatz von KI stark von den individuellen
Tätigkeitsprofilen der Beschäftigten abhängt. Denn KI wird vor allem von Beschäftigten eingesetzt, bei
denen analytische, wissensintensive oder kommunikative Arbeitsaufgaben im Vordergrund stehen.
Entsprechend zeigt sich eine ausgeprägte Ungleichheit nach dem Anforderungsniveau der ausgeübten
Tätigkeiten: Rund 37 Prozent der Beschäftigten mit Tätigkeiten auf Expertenniveau nutzen KI, auf
Fachkraftniveau sind es lediglich rund 10 Prozent.61 Daraus abzuleiten, die Arbeitsaufgaben von
Fachkräften seien von KI nicht betroffen, wäre jedoch zu kurz gegriffen. Denn KI verändert auch auf
56 Vergleiche Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge (2025); Hinweis:
Werden Menschen mit Behinderungen in anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet (vgl. § 64 BBiG), wird dies nicht gesondert
erfasst und kann daher nicht gesondert ausgewiesen werden.
57 Vergleiche Hall, Anja; Santiago Vela, Ana (2026): Wer nutzt KI und welche Anforderungen werden in der Arbeit mit KI gestellt. In:
BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel C5.2.
58 Vergleiche Baum, Myriam; Dorau, Ralf (2026): KI-Nutzung von Beschäftigten und ihre Veränderung im Blick. In: BIBB-Datenreport
zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel C5.3.
59 ³ Vergleiche Baum, Myriam; Dorau, Ralf (2026): KI-Nutzung von Beschäftigten und ihre Veränderung im Blick. In: BIBB-Datenreport
zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel C5.3.
60 Vergleiche Gerhards, Christian; Baum, Myriam (2026): Verbreitung betrieblicher KI-Nutzung. In: BIBB-Datenreport zum
Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel C5.5.
61 Vergleiche Hall, Anja; Santiago Vela, Ana (2026): Wer nutzt KI und welche Anforderungen werden in der Arbeit mit KI gestellt. In:
BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel C5.2.
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Fachkraftniveau einzelne Tätigkeiten innerhalb von Berufen – etwa textbezogene, organisatorische
oder informationsverarbeitende Aufgaben.62
Für die Bewältigung der veränderten Kompetenzanforderungen kommt beruflicher Weiterbildung eine
Schlüsselrolle zu. So zeigt sich, dass Beschäftigte, die an Weiterbildung teilnehmen, mit höherer
Wahrscheinlichkeit KI nutzen – und zwar auf allen Anforderungsniveaus gleichermaßen. Zwar lässt sich
hierbei mit bestehenden Daten noch nicht eingrenzen, in welchem Umfang Weiterbildungen aktuell
schon spezifische KI-Kompetenzen vermitteln. Im Kontext der KI-Transformation könnte es
zunehmend zum Problem werden, dass die Weiterbildungsbeteiligung von Fachkräften insgesamt
deutlich geringer ausfällt als die von Beschäftigten mit Tätigkeiten auf Experten- oder
Spezialistenniveau. Dadurch steigt die Gefahr, dass erforderliche Kompetenzentwicklungen auf
Fachkräfteniveau nicht erreicht werden und vorhandene KI-Potenziale ungenutzt bleiben.63
Die mögliche Relevanz dieses Problems unterstreichen aktuelle Projektionen, wonach es durch die
Verbreitung von KI-Technologie zu einer erhöhten Nachfrage nach Tätigkeiten auf Fachkräfteniveau
kommen könnte. So steigt die Nachfrage in einem KI-Szenario beispielsweise durch den Bedarf an
neuen Rechenzentren, für deren Bau unter anderem Beschäftigte im Energie- und Bausektor sowie im
Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie benötigt werden. Die Nachfrage nach
Tätigkeiten auf Spezialisten- und Expertenniveau könnte hingegen mittel- und langfristig leicht sinken,
da hier generative KI kognitive Nichtroutinetätigkeiten zunehmend übernehmen kann.64 Für
weiterführende Forschung stellt sich somit die Frage, ob es dadurch zu einer Abwertung vormals
hochqualifizierter Tätigkeiten im Sinne eines Deskilling kommt, oder ob die betroffenen
Erwerbspersonen auf Spezialisten- und Expertenniveau ihre Kompetenzen durch gezielte
Weiterbildungsmaßnahmen erweitern und verstärkt Aufgaben in der Steuerung, Qualitätssicherung
sowie kritischen Bewertung von KI-Systemen übernehmen.
Neben der oben dargestellten Bedeutung von Weiterbildung rücken die veränderten
Kompetenzanforderungen an beruflich qualifizierte Fachkräfte auch Handlungsbedarfe in der
Ausbildung in den Fokus. Erste empirische Befunde zeigen, dass generative KI in der Ausbildungspraxis
bereits eingesetzt wird, wobei es deutliche institutionelle Unterschiede gibt: Berufliche Schulen und
Weiterbildungsinstitute nutzen KI intensiver als Ausbildungsbetriebe oder Kammern. Aus Sicht
befragter Ausbildungsverantwortlicher erleichtert KI die Materialerstellung, ermöglicht individuellere
Lernprozesse und verschiebt die eigene Rolle in Richtung Coaching und Lernbegleitung. Zugleich
werden die Auswirkungen auf die Lernenden zurückhaltender eingeschätzt, insbesondere mit Blick auf
kritisches Denken und Reflexionsfähigkeit. Damit das Ausbildungspersonal KI verantwortungsvoll und
lernförderlich einsetzen kann, wäre eine gezielte Kompetenzentwicklung und Wissensvermittlung
förderlich– nicht nur im Umgang mit KI-Tools, sondern auch in didaktischer, rechtlicher und ethischer
Hinsicht.
Portal für Ausbildungs- und Prüfungspersonal „Leando“
Das vom BMBFSFJ geförderte Portal für „Leando“ unterstützt Ausbildungs- und Prüfungspersonal mit
praxisnahen Informationen und Lernangeboten im Umgang mit KI. Ein interaktiver Lernpfad vermittelt
62 Vergleiche Krebs, Bennet (2025): Künstliche Intelligenz: Aufgabenabnahme oder Qualitätsverbesserung? In: Berufsbildung in
Wissenschaft und Praxis (BWP) 4/2025.
63 Vergleiche Schlieker, Mortimer (2026): Wie hängen Ungleichheiten bei KI-Nutzung und Weiterbildung zusammen? In: BIBB-
Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel C6.2.
64 Vergleiche Krebs, Bennet (2026): Qualifikations- und Berufsprojektionen: Das QuBe-KI-Szenario. In: BIBB-Datenreport zum
Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel C5.4. Sowie Zika, Gerd u. a. (2025): Künstliche Intelligenz: Potenzielle Effekte für den deutschen
Arbeitsmarkt. IAB-Forschungsbericht Nr. 23/2025. Nürnberg.
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Grundlagen zum EU AI Act und ermöglicht eine Zertifizierung. Ein Chatbot erleichtert die gezielte Recherche
und Content-Erstellung. Perspektivisch sollen ein KI-gestütztes Tool sowie die Anbindung an die Plattform für
berufliche Schulen (https://hubbs.schule/) den Austausch gewinnbringender Ansätze für Lernortkooperation
erleichtern. Zudem sollen im Rahmen einer „Transferschmiede“ wissenschaftliche Erkenntnisse aus einem
BIBB-Forschungsprojekt zum Einsatz generativer KI in der Berufsbildung in Form praxisnaher Tools und
Lerninhalte auf Leando bereitgestellt werden.
Entscheidend sind zudem die betrieblichen Rahmenbedingungen: Ob KI produktiv genutzt wird, hängt
von verlässlicher technischer Infrastruktur, klaren Regelungen – etwa zu Datenschutz und zur EU-KI-
Verordnung – sowie einer Organisationskultur ab, die Erprobung ermöglicht.65 Eine solche Kultur
zeichnet sich etwa durch geschützte Experimentierräume für das Testen von KI-Anwendungen,
definierte Zuständigkeiten und eine Führung aus, die Lernprozesse aktiv unterstützt und Orientierung
im Umgang mit neuen Technologien bietet. Der eingangs erwähnte hohe Anteil informeller KI-Nutzung
verdeutlicht, dass viele Betriebe hier Gestaltungspotenziale haben. Empirische Befunde unterstreichen
dabei die Bedeutung partizipativer Ansätze: In Betrieben, in denen Beschäftigte und ihre
Interessenvertretungen frühzeitig in die Einführung von KI-Anwendungen einbezogen werden, ist die
Akzeptanz der Technologie höher und die Zusammenarbeit zwischen Management und Betriebsrat
deutlich konfliktärmer. Zugleich zeigt sich jedoch, dass selbst unter kooperativen Bedingungen einem
erheblichen Teil der betrieblichen Akteure die nötige Expertise, Zeit und Information fehlen, um KI-
Systeme angemessen bewerten zu können.66 Erforderlich sind daher transparente Nutzungsrichtlinien,
niedrigschwellige Qualifizierungsangebote und strategische Leitlinien, die informelle Praktiken in
gesteuerte und lernorientierte Strukturen überführen.
VI. Betriebliche Beteiligung an dualer Ausbildung
Nach Analysen des BIBB anhand der Daten der Beschäftigungsstatistik der BA beteiligten sich im
Berichtsjahr 2024 396.800 Betriebe67 an der beruflichen Ausbildung von Jugendlichen und jungen
Erwachsenen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Ausbildungsbetriebe um 6.000 (-1,5 Prozent)
gesunken. Die Ausbildungsbetriebsquote lag bei 18,7 Prozent (2023: 18,8 Prozent).68
Der Rückgang ist auf sinkende Bestände an Ausbildungsbetrieben bei Kleinst- und Kleinbetrieben
zurückzuführen. Bei mittleren Betrieben und Großbetrieben entwickelten sich die Bestandzahlen der
Ausbildungsbetriebe im Jahr 2024 leicht positiv. Das Ergebnis ist auch vor dem Hintergrund der
ausgeprägteren Stellenbesetzungsschwierigkeiten von kleineren Betrieben zu sehen.
Laut IAB-Betriebspanel waren 2024 wie im Vorjahr 51 Prozent der Betriebe ausbildungsberechtigt. Von
den ausbildungsberechtigten Betrieben beteiligten sich im Jahr 2024 56 Prozent an Ausbildung und
damit drei Prozentpunkte weniger als im Jahr 2023.
VII. Übernahmeverhalten von Betrieben und Behörden
65 Vergleiche Nahm, Oliver (2026): Generative KI in der beruflichen Bildung: Erste empirische Befunde. In: BIBB-Datenreport zum
Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel C3.1.
66 Vergleiche Krzywdzinski, Martin (2024): Zwei Welten der KI in der Arbeitswelt. Wie Management und Betriebsräte die Einführung
und Nutzung von KI-Anwendungen gestalten. Weizenbaum Discussion Paper Nr. 39. Berlin.
67 Hinweis: Als Betrieb im Sinne des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung gilt immer die Einheit, in der Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer am Beschäftigungsort beschäftigt werden und für die dem Arbeitgeber zur Teilnahme an den Meldeverfahren zur
Sozialversicherung eine Betriebsnummer bereitgestellt worden ist (vgl.
https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Grundlagen/Statistik-erklaert/Beschaeftigung-Nav.html). Insofern zählen dazu
neben den „klassischen“ Betrieben auch Behörden und z. B. auch Kindergärten, Museen und andere Einrichtungen.
68 Daten für 2025 liegen erst für den BBB 2027 vor.
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Das Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liefert regelmäßig
Ergebnisse zum Übernahmeverhalten von Ausbildungsbetrieben. Daten zur Übernahmequote der
Auszubildenden (Anteil der übernommenen Auszubildenden mit erfolgreichem Berufsabschluss an
allen Auszubildenden mit erfolgreichem Berufsabschluss) liegen aktuell für das Jahr 2024 vor.
Im Jahr 2024 wurden über drei Viertel (79 Prozent) aller Absolventinnen und Absolventen von ihrem
Ausbildungsbetrieb oder einem anderen Betrieb des Unternehmens übernommen. Für die restlichen
21 Prozent liegen keine Erkenntnisse darüber vor, ob sie kein Übernahmeangebot erhalten oder den
Betrieb freiwillig verlassen haben. Die Übernahmequote ist damit um 3 Prozentpunkte im
Vorjahresvergleich gestiegen.69
Grundsätzlich gilt weiterhin, dass die Übernahmechancen für Auszubildende in Großbetrieben besser
stehen als in kleinen und mittleren Betrieben. Es gibt allerdings auch deutliche Branchenunterschiede.
So werden fast neun von zehn Auszubildende im Finanz- und Versicherungswesen, in den Bereichen
Bergbau/Energie- und Wasserversorgung, Verkehr und Lagerei sowie in der öffentlichen Verwaltung
übernommen, in der Land- und Forstwirtschaft dagegen nur 60 Prozent.70
Grundsätzlich ist positiv hervorzuheben, dass die Investitionsbereitschaft der Betriebe in die duale
Berufsausbildung trotz der wirtschaftlich angespannten Lage und der insgesamt zurückgehenden Zahl
an Auszubildenden hoch blieb. So investierten die Betriebe im Ausbildungsjahr 2022/2023 rund 9,7
Milliarden Euro und damit etwa 1,3 Milliarden Euro mehr als fünf Jahre zuvor. Nach
Betriebsgrößenklassen gab es den prozentual und real stärksten Anstieg der Nettokosten (um 77
Prozent) bei den Kleinstbetrieben, bei den Kleinbetrieben stiegen die Nettokosten um 55 Prozent.
Insgesamt zeigten sich nur weniger als zehn Prozent der ausbildenden Betriebe unzufrieden mit dem
aktuellen Kosten-Nutzen-Verhältnis, wie aus einer BIBB-Veröffentlichung hervorgeht.71
VIII. Stagnation der Vertragslösungsquote auf hohem Niveau
Vorzeitige Vertragslösungen in der dualen Berufsausbildung erfolgen in der Regel durch einen
Aufhebungsvertrag oder durch Kündigung. Zur Einordnung der folgenden Ergebnisse ist es wichtig zu
ergänzen, dass nicht jede vorzeitige Vertragslösung einen Abbruch der dualen Berufsausbildung
darstellt und nicht jeder Abbruch eine Vertragslösung nach sich zieht.72 So schließt etwa die Hälfte73
der Auszubildenden mit vorzeitiger Vertragslösung erneut einen Ausbildungsvertrag im dualen System
69 Vergleiche Fitzenberger, Bernd; Leber, Ute; Schwengler, Barbara (2025): IAB-Betriebspanel: Steigende Übernahmequote bei
rückläufiger Zahl erfolgreich beendeter Ausbildungsverträge. IAB-Kurzbericht Nr. 14. Nürnberg. Zuletzt aufgerufen am 02.01.2026
unter https://doku.iab.de/kurzber/2025/kb2025-14.pdf.
70 Vergleiche Fitzenberger, Bernd; Leber, Ute; Schwengler, Barbara (2025): IAB-Betriebspanel: Steigende Übernahmequote bei
rückläufiger Zahl erfolgreich beendeter Ausbildungsverträge. IAB-Kurzbericht Nr. 14. Nürnberg. Zuletzt aufgerufen am 02.01.2026
unter https://doku.iab.de/kurzber/2025/kb2025-14.pdf.
71 Vergleiche Wenzelmann, Felix; Schönfeld, Gudrun; Linck, Carolin; Pfeifer, Harald (2025): Ergebnisse der BIBB-Kosten-Nutzen-
Erhebung 2022/23: Eigene Ausbildung oder externe Fachkräftegewinnung – mit welchen Kosten müssen Betriebe rechnen. Zuletzt
aufgerufen am 29.01.2025 unter
https://www.bibb.de/dienst/publikationen/de/20504?referrer=dm9lX3B1YmxpY2F0aW9uc19zZWFyY2hyZXN1bHRzeyJwdWJsaWNh
dGlvbl9zZWFyY2hfcmVzdWx0X3ZvZSI6eyJmcmVlVGV4dFNlYXJjaCI6IkJJQkItRXJoZWJ1bmciLCJzb3J0aW5nIjoibmV3ZXN0X2Rlc2MifX
0%3D.
72 Vergleiche BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2025, Kapitel A 5.6 Vorzeitige Lösung von Ausbildungsverträgen.
Ergänzung: In der Berufsbildungsstatistik wird nicht erhoben, ob eine vorzeitige Vertragslösung einen kompletten Abbruch der dualen
Berufsausbildung bedeutet, da sie keine personenbezogenen Verlaufsdaten liefert, auch der Verbleib nach einer Vertragslösung wird
nicht erfasst. Da die Berufsbildungsstatistik nur Daten zu Verträgen bzw. Ausbildungsverhältnissen erhebt, die tatsächlich
angetreten wurden, werden Vertragslösungen, die vor Antritt der Ausbildung erfolgen, nicht erfasst.
73 Der Anteil variiert je nach Spezifika der jeweiligen Studie (z. B. Länge des betrachteten Zeitraums nach der Vertragslösung). Für
detaillierte Informationen zu den einzelnen Studien und den entsprechenden Anteilen siehe BIBB-Datenreport 2021, Kapitel A 5.6
sowie Uhly, Alexandra (2015): Vorzeitige Vertragslösungen und Ausbildungsverlauf in der dualen Berufsausbildung.
Forschungsstand, Datenlage und Analysemöglichkeiten auf Basis der Berufsbildungsstatistik. Bonn.
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ab.74
Die Vertragslösungsquote75 lag 2024 wie auch schon 2023 bei 29,7 Prozent. In absoluten Zahlen sind
dies 159.000 vorzeitig gelöste Verträge. 2022 hatte es einen deutlichen Anstieg der Lösungsquote
gegeben und bewegt sich seither auf etwa gleich hohem Niveau (2021: 26,7 Prozent; 2022: 29,5
Prozent).
Die Berufsbildungsstatistik kann nur Daten zum Ausmaß der Vertragslösungen liefern und nicht die
Gründe für die vorzeitige Lösung oder den Verbleib. In verschiedenen Studien werden (ehemalige)
Auszubildende und Ausbildungsbetriebe nach den Gründen von Vertragslösungen befragt.76 Als
Gründe werden von (ehemaligen) Auszubildenden überwiegend betriebliche Probleme wie z. B.
Kommunikationsprobleme oder Konflikte mit Ausbilderinnen bzw. Ausbildern und Vorgesetzten, eine
mangelhafte Ausbildungsqualität, ungünstige Arbeitsbedingungen, aber auch persönliche und
gesundheitliche Gründe sowie falsche Berufsvorstellungen genannt. Von betrieblicher Seite werden
vor allem mangelnde Ausbildungsleistungen der Auszubildenden sowie mangelnde Motivation oder
fehlende Integration in das Betriebsgeschehen sowie falsche Berufsvorstellungen genannt.
Zu ergänzen ist an dieser Stelle, dass Vertragslösungen auch auf andere Faktoren (Berufswechsel der
Auszubildenden, Wechsel von einer außerbetrieblichen in eine betriebliche Ausbildung oder auch
Insolvenz und Schließung des Betriebs) zurückgeführt werden können.77
2024 wurden Ausbildungsverträge von Frauen minimal häufiger vorzeitig gelöst als die von Männern
(29,8 Prozent zu 29,6 Prozent).78 Relativ hoch fielen die Lösungsquoten der Frauen im Vergleich zu den
Männern in den Ausbildungsberufen des Handwerks (Frauen: 38,4 Prozent; Männer: 36,3 Prozent) und
der Landwirtschaft (Frauen: 27,4 Prozent; Männer: 24,2 Prozent) aus. Männer lösen im Vergleich zu
Frauen dagegen häufiger vorzeitig den Vertrag in den Ausbildungsberufen des Öffentlichen Dienstes
(Frauen: 7,4 Prozent; Männer: 11,5 Prozent) sowie in den Freien Berufe (Frauen: 33,4 Prozent; Männer:
35,8 Prozent). Höhere Lösungsquoten von Frauen waren insbesondere in den Zuständigkeitsbereichen
mit einem geringeren Frauenanteil an den Auszubildenden zu beobachten. 79 Umgekehrt fielen auch
die Lösungsquoten der Männer in den Zuständigkeitsbereichen etwas höher aus, in denen der
Männeranteil vergleichsweise gering war.
Betrachtet man die Vertragslösungsquote nach Schulabschlüssen gilt: Je höher der Schulabschluss,
desto niedriger die Lösungsquote (mit Studienberechtigung: 17,9 Prozent, mit mittlerem
74 Um Informationen über den Verbleib nach einer vorzeitigen Vertragslösung zu erhalten, müssen Analysen und Studien
herangezogen werden, die auf anderen Datenquellen wie z. B. dem Nationalen Bildungspanels (NEPS) basieren. In der Schweiz
liegen für die duale Berufsausbildung auf Basis der amtlichen Statistik personenbezogene Verlaufsdaten vor, wodurch die
Berechnung einer personenbezogenen Vertragslösungsquote möglich ist. Für die Eintrittskohorte 2020 bis 31.12.2024 fiel die
personenbezogene Lösungsquote mit 24,2 % rund 6 Prozentpunkte niedriger aus als die vertragsbezogene Quote (30,4 %).
Vergleiche hierzu ausführlich auch Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel A 5.6.
75 Die Vertragslösungsquote gibt den Anteil der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge an den begonnenen Ausbildungsverträgen der
dualen Berufsausbildung wieder. Da zum aktuellen Berichtsjahr nicht bekannt ist, wie viele der Auszubildenden mit neu
abgeschlossenem Ausbildungsvertrag künftig ihren Vertrag vorzeitig lösen werden, wird bei der Berechnung der
Vertragslösungsquote ein „Schichtenmodell“ herangezogen, das die Lösungsquote der aktuellen Ausbildungskohorte
näherungsweise ermittelt. Zu weiteren Details zur Lösungsquotenberechnung siehe Kroll, Stephan; Schmidt; Robyn; Uhly, Alexandra
(2024): Erläuterungen zum Datensystem Auszubildende (DAZUBI) – Ausbildungsvertragsdaten, Berufsmerkmale, Berechnungen des
Bundesinstituts für Berufsbildung. Oktober 2025. Bonn. Zuletzt aufgerufen am 05.02.2026 unter
bibb.de/dokumente/pdf/dazubi_daten.pdf.
76 Vergleiche hierzu ausführlich BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel A 5.6.
77 Zu den Gründen für eine vorzeitige Vertragslösung sowie zum weiteren Verlauf nach der vorzeitigen Beendigung eines
Ausbildungsverhältnisses kann eine BIBB-Analyse auf Basis des Nationalen Bildungspanels (NEPS) Aufschluss geben (siehe auch
Kapitel 2.4.6).
78 Für weitergehende Analysen vergleiche BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel A 5.6.
79 Frauenanteil an allen Auszubildenden nach Zuständigkeitsbereichen im Berichtsjahr: 2024: Handwerk 17,3 %, Landwirtschaft
25,8 %, Industrie und Handel 33,0 %, Öffentlicher Dienst 62,6 %, Hauswirtschaft 80,6 %, Freie Berufe 89,6 % (Auszubildende
insgesamt 34,8 %; vergleiche ausführlich Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel A 5.2).
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Schulabschluss: 27,9 Prozent, mit erstem Schulabschluss: 42,8 Prozent, ohne Hauptschulabschluss:
43,8 Prozent).80
Nach Staatsangehörigkeit betrachtet lässt sich sagen, dass Ausbildungsverträge der ausländischen
Auszubildenden häufiger vorzeitig gelöst wurden als diejenigen der Auszubildenden mit deutschem
Pass (38,2 Prozent zu 28,3 Prozent).
Auch in den Ländern variieren die Lösungsquoten deutlich. Während die Lösungsquote in Baden-
Württemberg durchschnittlich 27,0 Prozent sowie 26,8 Prozent in Bayern betrug, war sie mit 34,9
Prozent in Berlin und 34,1 Prozent in Sachsen-Anhalt deutlich höher. Zwischen den
Zuständigkeitsbereichen81 gibt es ebenfalls deutliche Unterschiede. In den Berufen des Handwerks
zeigte sich mit 36,7 Prozent im Bundesdurchschnitt die höchste Lösungsquote, auch bei den Freien
Berufen (33,7 Prozent) lag die Lösungsquote deutlich über dem Gesamtdurchschnitt. Eine sehr niedrige
Lösungsquote von nur 9,0 Prozent ergab sich lediglich für die Berufe des Zuständigkeitsbereichs
Öffentlicher Dienst. Im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel fiel sie mit 26,8 Prozent
unterdurchschnittlich aus.82
Analysen des BIBB zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der
Vertragslösungsquote und der Ausbildungsmarktlage. In Jahren mit einer aus Sicht der Auszubildenden
günstigen ANR am Ausbildungsmarkt ist die Lösungsquote tendenziell höher als bei einer eher
ungünstigen, niedrigeren ANR. Eine Ursache hierfür könnte darin bestehen, dass junge Menschen bei
einem größeren Angebot an Ausbildungsstellen eher den Ausbildungsvertrag lösen und in ein anderes
Ausbildungsverhältnis wechseln.83 BIBB-Analysen zeigen zudem: Das Vertragslösungsrisiko fällt umso
höher aus, je weniger der Ausbildungsberuf dem Wunschberuf entspricht und je größer
Berufswahlkompromisse eingegangen wurden.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der Ausbildungsreport der DGB-Jugend, für den Auszubildende zu
ihrer Zufriedenheit und ihren Verbleib im Ausbildungsberuf befragt wurden: Im Ausbildungsreport
2025 gab die Mehrheit (71,6 Prozent) der rund 9.000 befragten Auszubildenden an, mit ihrer
Ausbildung in den Betrieben zufrieden zu sein. So erlernt fast ein Drittel (31,5 Prozent) der befragten
Auszubildenden den Wunschberuf, dabei gelingt es jungen Männern (34,8 Prozent) häufiger in ihrem
Wunschberuf zu arbeiten als jungen Frauen (26,4 Prozent). Weitere 40,6 Prozent werden zumindest in
einem von mehreren für sie interessanten Beruf ausgebildet. Ein Fünftel der Auszubildenden (20,9
Prozent) absolvierte seine Ausbildung allerdings in einem Beruf, der nicht geplant war, auch das ist bei
jungen Frauen mit 26,5 Prozent öfter der Fall als bei jungen Männern (17,1 Prozent). 7,1 Prozent
bezeichneten ihren Ausbildungsberuf als „Notlösung“, auch das gaben junge Frauen häufiger an als
junge Männer (7,8 Prozent vs. 6,4 Prozent). Ob diese Daten Auswirkungen auf den geringen
Frauenanteil in der dualen Ausbildung haben, lässt sich anhand der Befragung nicht erschließen. Von
den Auszubildenden, die in „ungeplanten Berufen“ ausgebildet werden, sind laut dem
Ausbildungsreport des DGB nur 59,8 Prozent (sehr) zufrieden mit ihrer Ausbildung, von denjenigen im
Wunschberuf sind es dagegen 84,1 Prozent. Auszubildende, die ihren Ausbildungsberuf als
»Notlösung« gewählt haben, sind selten mit ihrer Ausbildung zufrieden (31,6 Prozent). Weniger als ein
80 Vergleiche BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel A 5.6.
81 Durchschnitt über alle Berufe im Zuständigkeitsbereich.
82 Vergleiche BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel A 5.6; auf die Interpretationen im Umgang mit vorzeitigen
Vertragslösungen wird in Kapitel 2.4.6 genauer eingegangen.
83 Vergleiche hierzu auch Uhly, Alexandra; Neises, Frank (2023): Vorzeitige Vertragslösungen in der dualen Berufsausbildung -
Aktuelle empirische Befunde der Berufsbildungsstatistik und Maßnahmen – Ein Überblick. Bonn.
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Drittel von dieser Gruppe möchte nach der Ausbildung im erlernten Beruf tätig sein, während es bei
denjenigen, die im Wunschberuf ausgebildet werden, 85,7 Prozent sind. Diese Zahlen verdeutlichen,
wie wichtig eine zielgerichtete Berufsorientierung ist. Von den befragten jungen Menschen gaben 15,1
Prozent an, schon einmal eine Ausbildung abgebrochen zu haben, viele von denjenigen, die eine
Ausbildung vorzeitig beendet haben, haben sich für einen anderen Ausbildungsberuf entschieden (81,9
Prozent).84
Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Frauen seltener in ihren Wunschberufen einmünden, ist es
wichtig, dass Rollenbilder und Stereotype geschlechtsspezifische Zuschreibungen im Beruf und auch
anderen gesellschaftlichen Bereichen nicht bestimmen. Im Zusammenhang mit der Berufswahl sind es
häufig Frauen, die Berufe wählen, die Ihnen weniger Aufstiegschancen, weniger Teilhabe am
technischen und digitalen Fortschritt und weniger Entgelt einbringen, dafür aber mehr Teilzeit
„ermöglichen“ mit unter Umständen weitreichenden Folgen für die ökonomische Selbstbestimmung.
Dazu gehört auch, dass Männer deutlich seltener Soziale Berufe wählen.
Lebenskarte
Um das notwendige ökonomische Orientierungswissen praxisnah zu vermitteln und individuelle
Entscheidungen zugunsten der Eigenständigkeit zu erleichtern, wurde die digitale Lebenskarte wirtschaftliche
Eigenständigkeit (s. https://www.lebenskarte.info/) entwickelt. Dieses Tool unterstützt Frauen und Männer
an unterschiedlichen Lebensstationen – von der Ausbildungswahl bis zur Rente – bei der persönlichen
Zukunftsplanung und wird 2026 weiterentwickelt.
Eine geschlechtersensible Berufsorientierung, Personalentwicklung sowie eine generelle
Sensibilisierung für wirtschaftliche Eigenständigkeit bleiben deshalb unerlässlich. Nur so können die
vollständige Chancengleichheit von Frauen und Männern im Berufsleben und zugleich die notwendige
Fachkräftesicherung erreicht werden. Dabei spielen auch kontinuierliche berufliche Weiterbildung und
Karrierewege eine wesentliche Rolle. Jede erfolgreiche Etappe der Bildungskette und jeder gelungene
Bildungsübergang ist wichtig für die wirtschaftliche Eigenständigkeit. Beispielsweise zeigt der DIW
Wochenbericht 48/2025 in einer Analyse85, dass ein höheres Ausbildungsniveau auch direkt mit einer
höheren Erwerbsbeteiligung im Alter einhergeht.
Initiative Klischeefrei
Die Initiative Klischeefrei, ein etablierter Akteur der geschlechtersensiblen Berufsorientierung, hat im Oktober
2025 mit dem neuen „Klischeefrei-Navigator – der E-Learningkurs für Unternehmen“ ein kostenfreies
Unterstützungsangebot für Unternehmen und Institutionen aller Branchen entwickelt. Das E-Learning-Tool
(https://elearning.klischeefrei.kompetenzz.net/ ) zeigt praxisnah, wie Personalprozesse (z.B. in Bezug auf
Ausbildungen), Unternehmenskultur sowie Bereiche wie Beschaffung, Produktion und Marketing klischeefrei
und chancengerecht gestaltet werden können. Er bietet sowohl Einsteigerinnen und Einsteigern als auch
erfahrenen Fachkräften – u.a. in Ausbildungsbetrieben - hilfreiche Impulse, Reflexionsräume sowie konkrete
Werkzeuge für eine faire und vielfältige Arbeitswelt.
IX. Prüfungserfolg
2024 wurden insgesamt 383.900 Abschlussprüfungen (354.000 Erstprüfungen, 29.900
Wiederholungsprüfungen) gemeldet. Damit hat sich der Rückgang fortgesetzt. 2023 war die Zahl der
84 Vergleiche Ausbildungsreport der DGB-Jugend (2025). Zuletzt aufgerufen am 02.01.2025 unter
https://www.dgb.de/fileadmin/download_center/Studien/ausbildungsreport2025_mid.pdf.
85 Vergleiche DIW Wochenbericht 48 (2025). Zuletzt aufgerufen am 26.01.2025 unter
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.988968.de/25-48.pdf.
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Abschlussprüfungen auf 394.90086 gesunken (2022: 427.700). Der Rückgang steht in Zusammenhang
mit dem Rückgang der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge drei Jahre vorher im Zuge
der Coronapandemie. Bezogen auf alle durchgeführten Abschlussprüfungen (Prüfungsteilnahmen) der
Auszubildenden lag die Erfolgsquote bei 88,4 Prozent (Erfolgsquote I). Von allen 372.800
Prüfungsteilnehmern und Prüfungsteilnehmerinnen bestanden im Jahr 2024 339.200 Personen
(Erfolgsquote II: 91,0 Prozent) die Abschlussprüfung (2023: 90,8 Prozent).
Von den Absolventinnen und Absolventen waren 216.000 Männer und 123.00 Frauen. 310.000 der
Absolventinnen und Absolventen haben die deutsche Staatsangehörigkeit, 30.000 eine ausländische
Staatsangehörigkeit. Die Zahl der ausländischen Absolventinnen und Absolventen war in den Jahren
2023 und 2024 zwar rückläufig, aber sie liegt immer noch deutlich über dem Wert von 2010 (+9.126).
Zum Anstieg der Zahl der ausländischen Absolventinnen und Absolventen haben bis 2022 vor allem
auch Personen mit einer Staatsangehörigkeit aus einem nicht europäischen Asylherkunftsland
beigetragen.
X. Junge Erwachsene ohne abgeschlossene Berufsausbildung
Nach den Erstergebnissen des Mikrozensus lag der Anteil junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34
Jahren ohne Berufsausbildung (nicht formal Qualifizierte [nfQ]; Ungelerntenquote) 2024 bei 18,8
Prozent (2023: 19,0 Prozent). Hochgerechnet waren dies 2,76 Mio. nicht formal qualifizierte junge
Erwachsene und damit 30.000 Personen weniger als im Jahr 2023.87 Der Rückgang zeigt sich
insbesondere bei Personen ohne Einwanderungsgeschichte.
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die Ergebnisse ab dem Jahr 2021 rückwirkend an die
Ergebnisse des Zensus 2022 angepasst wurden. Insofern gibt es Abweichungen zu früheren
Darstellungen. Dies hat zur Folge, dass die Anzahl der nicht formal Qualifizierten im Jahr 2021 (-
120.000), 2022 (-140.000) und 2023 (-80.000) gesunken ist. Gleiches gilt für die nfQ-Quote im Jahr
2021 (-0,5 Prozent) und im Jahr 2022 (-0,4 Prozent). Die Quote für 2023 blieb unverändert. Hauptgrund
für die Abweichungen sind Korrekturen der Hochrechnung bei der ausländischen Bevölkerung (-7,2
Prozent) im Jahr 2022.
Rund 1,68 Mio. Personen ohne beruflichen Abschluss sind der Personengruppe mit
Einwanderungsgeschichte zuzuordnen – die nfQ-Quote beträgt 33,4 Prozent (2023: 33,8 Prozent).
Darunter befinden sich rund 1,36 Mio. selbst zugewanderte Personen (Eingewanderte) und 318.000
direkte Nachkommen von Personen, die nach 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Während bei
Eingewanderten die nfQ-Quote 2024 38,8 Prozent beträgt (2023: 38,9 Prozent), liegt sie bei
Nachkommen von Eingewanderten mit 21,0 Prozent (2023: 21,0 Prozent) deutlich niedriger. Gleiches
gilt für Personen mit einseitiger Einwanderungsgeschichte (Personen, die in Deutschland geboren sind
und nur ein seit 1950 eingewandertes Elternteil haben) mit einer nfQ-Quote von 16,3 Prozent (2023:
17,4 Prozent). Bei Personen ohne Einwanderungsgeschichte, zu denen das Statistische Bundesamt all
jene Personen zählt, die weder selbst noch ihre Eltern nach 1950 nach Deutschland eingewandert sind,
betrug die nfQ-Quote im Jahr 2024 10,6 Prozent (2023: 11,3 Prozent).
86 Aufgrund von Meldefehlern geht das BIBB hier von einer Untererfassung aus; vergleiche Datenreport zum Berufsbildungsbericht
2025, Kapitel A 5.7.
87 Vergleiche hierzu ausführlich StBA (2025): Hochrechnung des Mikrozensus auf Basis des Zensus 2022 – ab Berichtsjahr 2021.
Wiesbaden. 2025.
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Die nfQ-Quote in der Gruppe der Geflüchteten aus Kriegs- und Krisengebieten88 betrug 2024 54,9
Prozent (2023: 56,3 Prozent), wohingegen die nfQ-Quote aller neu Zugewanderten89 bei 38,4 Prozent
(2023: 36,9 Prozent) lag.90 Die nfQ-Quote der im Jahr 2024 und im Vorjahr nach Deutschland
zugezogener Ukrainerinnen und Ukrainer im Alter von 20 bis 34 Jahren betrug 41,9 Prozent (2023: 29,4
Prozent).91
Der Anteil der nicht formal Qualifizierten unterscheidet sich auch nach Altersgruppen: Bei Personen
im Alter von 20 bis 24 Jahren fiel die nfQ-Quote mit 17,8 Prozent im Jahr 2024 niedriger aus als bei den
25- bis 34-Jährigen mit 19,3Prozent. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich jüngere Personen noch
häufiger in Bildung befinden und damit nicht zu den nicht formal Qualifizierten zählen.
Teilqualifikationen
Die Bundesregierung unterstützt durch Projekte den Ansatz, mit Teilqualifikationen (TQ) in transparenten,
strukturierten Schritten und aufbauend auf vorhandenen Kenntnissen und Fähigkeiten auch nachträglich
berufliche Qualifikationen zu erhalten bis hin zu einer vollständigen beruflichen Handlungsfähigkeit. TQ
werden aus dem dualen Ausbildungsberuf abgeleitet. Über den Weg einer beruflichen Weiterbildung bieten
TQ für An- und Ungelernte im Alter über 25 Jahren häufig auch die Möglichkeit über das Absolvieren einer
Gesellen- oder Abschlussprüfung einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben. Sie stellen die
grundsätzliche berufsbildungspolitische Präferenz für eine grundständige duale Ausbildung nicht infrage. Im
Fokus der Projekte stehen die Weiterentwicklung einheitlicher struktureller Grundlagen sowie die
Unterstützung von TQ-Angeboten für Beschäftigte und Arbeitssuchende in Transformationsbereichen. Ihre
Erkenntnisse fließen u.a. in die Arbeitsgruppe des Hauptausschusses des BIBB ein, die eine Empfehlung zur
Erarbeitung und Anwendung bundesweit einheitlicher TQ für die dualen Referenzberufe erarbeitet hat. Die
Empfehlung wurde im Dezember 2025 verabschiedet.
Berufsanschlussfähige Teilqualifikationen im Sinne der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind abgegrenzte und
standardisierte Einheiten innerhalb der Gesamtstruktur eines Ausbildungsberufes, deren Absolvieren den
Erwerb eines Berufsabschlusses sicherstellen soll.
Der nachträgliche - auch mittelbare bzw. schrittweise - Erwerb eines Berufsabschlusses durch die Teilnahme
an Teilqualifizierungen wird von der BA nach § 81 Abs. 2 SGB III durch die Übernahme der
Weiterbildungskosten gefördert, wenn Arbeitnehmende entweder über keinen Berufsabschluss
(Geringqualifizierte) oder über keinen verwertbaren Berufsabschluss (sog. Wiederungelernte) verfügen.
Bei der abschlussorientierten Weiterbildungsförderung Beschäftigter kommt neben der Übernahme von
Weiterbildungskosten für geringqualifizierte Beschäftigte nach § 81 Abs. 2 SGB III das Förderinstrument des
Arbeitsentgeltzuschusses (AEZ) für den weiterbildungsbedingten Arbeitsausfall nach § 82 Abs. 3 SGB III in
Betracht.
Junge Frauen zwischen 20 und 34 Jahren wiesen mit 16,6 Prozent im Jahr 2024 eine niedrigere nfQ-
Quote auf als junge Männer in der gleichen Altersgruppe (20,9 Prozent).
Die Quote der nicht formal Qualifizierten variiert deutlich in Abhängigkeit vom erreichten
Schulabschluss. Personen ohne Schulabschluss haben ein besonders hohes Risiko, auch ohne einen
beruflichen Abschluss zu bleiben. Die nfQ-Quote der 20- bis 34-Jährigen ohne ersten Schulabschluss lag
im Jahr 2024 bei 79,2 Prozent. Mit steigendem Schulabschluss sinkt der Anteil der jungen Menschen ohne
formale Qualifizierung (Erster Schulabschluss: 37,6 Prozent; mittlerer Abschluss: 16,4 Prozent;
88 Zu den Kriegs- und Krisenländern zählen Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Die Ukraine wird
separat ausgewiesen.
89 Definition: Neu Zugewanderte sind im aktuellen oder im Vorjahr erstmals auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland
zugezogen.
90 Vergleiche ausführlich Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel A 11.3.
91 Bei der Interpretation der Ergebnisse im Lichte der erhöhten Fluchtmigration in den vergangenen Jahren muss
beachtet werden, dass gerade neu zugewanderte Geflüchtete im Mikrozensus untererfasst sind. Durch die Eingrenzung
auf Personen in Privathaushalten wurden alle jene in Gemeinschaftsunterkünften wie Aufnahmeeinrichtungen hier
nicht berücksichtig und werden mit einer gewissen Zeitverzögerung erfasst. Dies trifft auch auf im Jahr 2022 aus der
Ukraine geflüchtete Personen zu.
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ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Studienberechtigung: 7,6 Prozent).
Feststellungsverfahren im Rahmen des Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetzes (BVaDiG)
Mit dem neuen Feststellungsverfahren (greift seit dem 01.01.2025) können berufserfahrene Personen über
25 Jahren ohne einen dualen Ausbildungsabschluss auf Antrag bei der nach BBiG zuständigen Stelle (zum
Beispiel Handwerkskammer oder IHK) ihre im Arbeitsleben erworbene berufliche Handlungsfähigkeit
bewerten und den Umfang ihrer individuellen beruflichen Handlungsfähigkeit am Maßstab eines dualen
Ausbildungsberufs feststellen und bescheinigen lassen. Voraussetzung ist insbesondere eine berufliche
Tätigkeit in dem Referenzberuf von mindestens der 1,5fachen regulären Dauer einer Ausbildung in dem
Referenzberuf. Ist die individuelle berufliche Handlungsfähigkeit vollständig vergleichbar mit derjenigen, die
Absolventinnen und Absolventen des Referenzberufs haben müssen, stellt die zuständige Stelle ein
öffentlichrechtliches Zeugnis über die vollständige Vergleichbarkeit aus. Bei lediglich überwiegender Vergleichbarkeit
der beruflichen Handlungsfähigkeit wird eine öffentlich-rechtliche Bescheinigung hierüber ausgestellt.
Ausnahmen gelten für Menschen mit Behinderungen. Die Altersgrenze von 25 Jahren gilt für sie nicht. Bei
ihnen kann individuelle berufliche Handlungsfähigkeit am Maßstab eines Referenzberufs auch dann
festgestellt und bescheinigt werden, wenn diese nicht überwiegend oder vollständig, sondern nur teilweise
vergleichbar ist mit der für die Ausübung des Referenzberufs erforderlichen beruflichen Handlungsfähigkeit.
Zudem kann auf Antrag der Bescheid zusätzlich zur Vergleichbarkeit mit dem Referenzberuf eine
überwiegende oder vollständige Vergleichbarkeit mit einer Referenzberufsausbildungsregelung nach § 66
BBiG bzw. 42 HwO ausweisen.
Um Hürden an der Teilnahme am Feststellungsverfahren abzubauen, plant das BMBFSFJ in Umsetzung des
Koalitionsvertrages die Einführung eines Validierungszuschusses.
XI. Höherqualifizierende Berufsbildung
Gemäß Berufsbildungsstatistik der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder haben 2024
insgesamt etwas weniger Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmer als im Vorjahr eine
Fortbildungsprüfung nach BBiG oder HwO erfolgreich bestanden (2024: 80.088; 2023: 80.937).
Betrachtet man die bestandenen Prüfungen nach Geschlechtern, zeigt sich bei den Frauen ein
Rückgang der bestandenen Prüfungen (2024: 25.353 2023: 27.153), bei den Männern dagegen ein
Anstieg (2024: 54.735; 2023: 53.784) im Vergleich zum Vorjahr.92 Auch die
Fortbildungsprüfungsteilnahmen sind bei Frauen (2024: 31.626; 2023: 33.963) deutlich rückläufig,
während die Teilnahmen bei Männern (2024: 66.561 2023: 66.114) zunehmen. Die
Prüfungserfolgsquote lag im Jahr 2024 bei 81,6 Prozent (2023: 80,9 Prozent), hier lagen die Frauen mit
(80,2 Prozent) etwas hinter den Männern (81,6 Prozent).
Wie in Kapitel 2.6 genauer ausgeführt wird, lohnt sich eine berufliche Höherqualifizierung sowohl im
Hinblick auf die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten (z. B. Fachkarrieren, Personalverantwortung)
als auch finanziell.
Schaut man sich den Beschäftigungszuwachs bei den Spezialistenprofilen im Jahr 2024 insgesamt an,
zeigt sich, dass in den vergangenen Jahren vor allem das Potenzial von höher qualifizierten Frauen
vermehrt erschlossen wurde. Die Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Spezialistinnen, also
der Frauen, die Tätigkeiten ausüben, die typischerweise einen Bachelor- oder Fortbildungsabschluss
wie einen Meister oder Techniker erfordern, ist um mehr als die Hälfte gestiegen. Waren es im Jahr
2014 noch knapp 1.465.000 Spezialistinnen mit Fortbildungsabschluss, gab es im Jahr 2024 knapp
2.225.000. Das bedeutet einen Zuwachs von 760.000 Frauen zwischen 2014 und 2024, die in diesen
Berufen arbeiten. Der Zuwachs bei Männern fiel in diesen Berufen mit 21,2 Prozent bzw. knapp
486.000 zusätzlichen Spezialisten deutlich geringer aus. Mit Blick auf die Handwerksberufe zeigt sich,
92 Die Daten beziehen sich auf die bei den im Sinne des Berufsbildungsgesetzes zuständigen Stellen abgelegten
Fortbildungsprüfungen nach §§ 53 und 54 BBiG.
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dass der Beschäftigungszuwachs bei Handwerksmeisterinnen und -meistern überwiegend weiblich ist,
auch wenn die Zahl der in Handwerksberufen beschäftigten Frauen insgesamt leicht gesunken ist. Der
Frauenanteil unter den Meisterinnen und Meistern stieg von 13,3 Prozent im Jahr 2013 auf 17,1
Prozent zwischen Juli 2023 und Juni 2024.93 Vor dem Hintergrund der rückläufigen Zahlen bei den
Fortbildungsprüfungen gilt es, wieder mehr Frauen in die höherqualifizierenden Berufsbildung zu
bekommen, um auch das Fachkräftepotenzial von Frauen stärker zu berücksichtigen.
Nationale Weiterbildungsstrategie (NWS)
Mit der NWS ist 2019 ein langfristig angelegter, übergreifender und sozialpartnerschaftlicher
Austauschprozess zur Weiterbildungspolitik gelungen. Unter gemeinsamer Federführung von BMAS und
BMBFSFJ verständigen sich die 17 NWS-Partner auf konkrete Maßnahmen und Aktivitäten mit dem Ziel,
Weiterbildung in Deutschland weiter zu stärken und das Weiterbildungssystem zukunftsfest aufzustellen. Der
zweite Umsetzungsbericht der NWS wurde im März 2025 veröffentlicht. Zudem wurde im Zuge der Nationalen
Weiterbildungskonferenz auf Ministerinnenebene am 27. November 2025 in Berlin das Fortsetzungspapier
„Weiterbildung 2030: Chancen eröffnen, Qualifizierung stärken, Zukunft sichern!“94veröffentlicht mit
zentralen Zielen und Maßnahmen für eine ambitionierte Fortsetzung und Weiterentwicklung der NWS.
Nationales Onlineportal für berufliche Weiterbildung „mein NOW“
Seit Januar 2024 ist „mein NOW“ online verfügbar (www.mein-now.de). Das Portal wurde von der
Bundesagentur für Arbeit entwickelt und bietet für Unternehmen sowie Menschen im Erwerbsleben – sowohl
für weiterbildungsinteressierte Beschäftigte als auch Arbeitslose – Informationen rund um das Thema
berufliche Weiterbildung wie z.B. Förder- und Beratungsmöglichkeiten von Bund und Ländern sowie
berufliche Weiterbildungsangebote.
Das Portal wird fortlaufend weiterentwickelt, ist in die Prozesse der BA eingebunden und kann als digitale,
selbstbestimmte Erstberatung bei der Erschließung beruflicher Entwicklungs- und
Qualifizierungsmöglichkeiten unterstützen.
93Malin, Lydia; Jansen, Anika; Flake, Regina; Döring, Chiara (2026): Frauen als Schlüssel zur Fachkräftesicherung. Studie im Rahmen
des Projektes Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
(BMWE). Köln. Zuletzt aufgerufen am 15.01.2026 unter https://www.iwkoeln.de/studien/lydia-malin-anika-jansen-regina-flake-
frauen-als-schluessel-zur-fachkraeftesicherung.html; Malin, Lydia; Hickmann, Helen (2025): Fachkräftemangel in
Handwerksberufen – Frauen sind ein wichtiger Teil der Lösung. Zuletzt aufgerufen am 15.01.2026 unter
https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/KOFA_kompakt_und_Studien/2025/KOFA-Kompakt_03-2025-Frauen-im-
Handwerk.pdf.
94 Fortsetzung und Weiterentwicklung der Nationalen Weiterbildungsstrategie in der 21.Legislaturperiode „Weiterbildung 2030“ vom
27.November 2025 unter https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arbeitsfoerderung/nwk-
fortsetzungspapier.pdf?__blob=publicationFile&v=4
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2. Die Ausbildungsmarktsituation 2025
2.1 Die Bewerbersituation
2.1.1 Entwicklung der Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger und
Ausblick bis 2040
Demografiebedingt ist die Zahl der Abgängerinnen und Abgänger aus allgemeinbildenden Schulen in
den letzten Jahren deutlich gesunken. 2024 verließen rund 66.800 Personen weniger die
allgemeinbildenden Schulen als im Jahr 2010 (2010: 865.300; 2024: 798.500).
Die Zahl der Abgängerinnen und Abgänger mit erstem Schulabschluss (früher: Hauptschulabschluss) fiel
2024 um 46.600 Personen niedriger aus als 2010 (2010: 179.800; 2024: 133.100).95 Ohne ersten
Schulabschluss verließen 9.000 Personen mehr die allgemeinbildenden Schulen (2010: 53.100;
2024: 62.000). Die Zahl der Abgängerinnen und Abgänger mit mittlerem Abschluss verzeichnete einen
Rückgang um 6.700 (2010: 350.900; 2024: 344.200). Bei den studienberechtigten Abgängerinnen und
Abgängern betrug das Minus 22.500 (2010: 281.600; 2024: 259.100).
Insgesamt ist im langfristigen Vergleich ein Trend zu höheren Schulabschlüssen festzustellen. Der Anteil
der Personen mit erstem Schulabschluss an allen Schulabgängerinnen und Schulabgängern sank von
20,8 Prozent im Jahr 2010 auf 16,7 Prozent im Jahr 2024. Zuwächse waren bei den Personen mit
mittleren Abschlüssen (2010: 40,5 Prozent; 2024: 43,1 Prozent) zu verzeichnen. Der Anteil der
Abgängerinnen und Abgänger mit Studienberechtigung entsprach mit 32,5 Prozent dem Anteil von
2010. In den Vorjahren hatte er noch etwas höher gelegen. Noch deutlicher wird der Trend zu höheren
Schulabschlüssen, wenn das Jahr 2000 für den Vergleich herangezogen wird (2000:
Hauptschulabschluss: 25,1 Prozent; mittlerer Abschluss: 39,9 Prozent,
Studienberechtigung: 25,7 Prozent).
Umstrukturierungen in der Schullandschaft spielen bei diesen Entwicklungen eine Rolle. Zu beachten
ist zudem, dass allgemeinbildende Schulabschlüsse nicht nur an den hier betrachteten
allgemeinbildenden Schulen erworben werden, sondern auch an beruflichen Schulen.
In den letzten Jahren (seit 2021) ist allerdings auch der Anteil der Personen, der die allgemeinbildende
Schule ohne ersten Schulabschluss verlässt, wieder gestiegen (2020: 6,0 Prozent; 2021: 6,2 Prozent;
2022: 6,8 Prozent; 2023: 7,1 Prozent; 2024: 7,8 Prozent). Für diesen Personenkreis besteht ein höheres
Risiko, ohne Berufsabschluss zu bleiben, mit den negativen Folgen für Beschäftigungsfähigkeit und
gesellschaftliche Teilhabe.96
Nach der Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen der Kultusministerkonferenz (KMK)97
fällt die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger 2025 (758.100) niedriger aus als 2024.98 2026
soll sie auf einen Tiefstand von 738.800 sinken. Der Rückgang ist in erster Linie auf die rückläufige Zahl
95 Alle Zahlen wurden auf ein Vielfaches von 100 gerundet. Dies gilt auch für die absolute Veränderung zum Vergleichsjahr. Hier
wurde erst der Wert berechnet und dann gerundet. Insofern kann es zu Abweichungen zwischen diesem Wert und dem Wert
kommen, der sich ergibt, wenn man die Differenz der hier ausgewiesenen gerundeten Werte der beiden Jahre bildet.
96 Vergleiche Kapitel 2.5.2.
97 Vergleiche Kultusminister Konferenz (2024): Vorausberechnung der Zahlen der Schüler/-innen und Absolvierenden 2024 bis 2040.
Dokumentation Nr. 246 vom 6. November 2025, Berlin. Zuletzt aufgerufen am 04.02.2026 unter www.kmk.org/
dokumentationstatistik/statistik/schulstatistik/vorausberechnung-der-schueler-und-absolventenzahlen.html.
98 Die Vorausberechnung der Kultusminister Konferenz (KMK) weist für 2024 eine Abgängerzahl von 790.700 aus. Der Wert liegt
etwas niedriger als die hier berichtete Ist-Zahl aus der Schulstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (798.500).
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der studienberechtigten Schulabgängerinnen und Schulabgänger zurückzuführen (vergleiche
Schaubild 1). Hier ist ein Zusammenhang mit der Rückkehr zum neunjährigen Abitur in Bayern (2025)
sowie in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein (2026) zu sehen.99
Bis 2035 wird die Zahl der Abgängerinnen und Abgänger aus allgemeinbildenden Schulen laut KMK-
Vorausberechnung auf 895.500 ansteigen, um dann in den Folgejahren bis 2040 wieder zu sinken
(2040: 856.400), wobei das Niveau über dem von 2024 bleibt.
Schaubild 1: Entwicklung der Zahl der Abgängerinnen und Abgänger aus allgemeinbildenden Schulen 1992 bis 2040
Gleichzeitig wird im Jahr 2035 jede vierte Person in Deutschland 67 Jahre oder älter sein. Zu diesem
Ergebnis kommen alle Varianten der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des
Statistischen Bundesamtes. Zum Vergleich: 2024 war jede fünfte Person im Rentenalter.100 Auf die
Generation der sogenannten Babyboomer, die aus dem Erwerbsleben ausscheidet, folgen deutlich
kleinere Jahrgänge. Die Sicherung der Fachkräftebasis stellt somit eine erhebliche Herausforderung
dar.
In allen Berechnungsvarianten des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der 67-Jährigen und
Älteren bis zum Jahr 2038 beständig steigen. Je nach weiterer Entwicklung der Lebenserwartung
werden dann 20,5 bis 21,3 Millionen Menschen im Rentenalter sein. Das sind 3,8 bis 4,5 Millionen
99 Eine Übersicht zu G8/G9 nach Ländern kann dem Internetangebot der KMK entnommen werden. Zuletzt aufgerufen am
04.02.2026 unter kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/bildungswege-und-abschluesse/sekundarstufe-ii-gymnasiale-
oberstufe-und-abitur.html.
100 Vergleiche Pressemitteilung Nr. 446 des Statistischen Bundesamtes vom 11.12.2025. Zuletzt aufgerufen am 04.02.2026 unter
www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/12/PD25_446_12.html.
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mehr als heute. Diese Entwicklung ist auch mit erheblichen zusätzlichen Anforderungen an den
Gesundheits- und Pflegebereich verbunden.
Die aktuellste Mittelfristprognose im Rahmen des Fachkräftemonitorings für das BMAS101 verdeutlicht,
was der Rückgang der Erwerbsbevölkerung im Alter zwischen 15 und unter 67 Jahren konkret für das
Arbeitskräfteangebot bedeutet: Der Rückgang der Erwerbsbevölkerung um 1,9 Mio. bis zum Jahr 2029
wird durch eine weiterhin steigende Erwerbsbeteiligung, insbesondere von Frauen und älteren
Menschen, nicht gänzlich aufgefangen werden können. Die Zahl der Erwerbspersonen, also jener
Personen, die sich aktiv um Arbeit bemühen, geht bis 2029 um rund -1 Mio. zurück. Dadurch verringert
sich auch die Zahl der Erwerbstätigen. Bei guter Passung von Arbeitskräfteangebot und -nachfrage in
beruflicher und regionaler Hinsicht geht die Erwerbstätigenzahl bis 2029 um -0,5 Mio. zurück. Die Zahl
der Erwerbslosen bleibt niedrig.
Die Mittelfristprognose sieht aber auch Risiken. Ändern sich die Erfolgsquoten in den beruflichen
Schulen und den Hochschulen nicht, so werden zwischen 2025 und 2029 rund 680 000 Personen ohne
formalen beruflichen Abschluss neu auf den Arbeitsmarkt kommen. Die Zahl der aufgrund von
Verrentung und Strukturwandel neu zu besetzenden Stellen auf Helferniveau beträgt aber lediglich
420 000 Stellen. Im Schnitt würden somit 100 Personen ohne beruflichen Abschluss um rund 61 Stellen
auf Helferniveau konkurrieren, während auf Fachkraftebene Engpässe bestehen. Hier müssten bis
2029 rund 2,48 Mio. Stellen für fachlich ausgerichtete Tätigkeiten neu besetzt werden, es werden aber
nur 1,95 Mio. Personen mit einem vollqualifizierenden Berufsabschluss neu dem Arbeitsmarkt zur
Verfügung stehen. Auf der Ebene von (hoch)komplexen Tätigkeiten zeichnen sich ebenfalls Engpässe
ab. Hier werden rund 1,74 Mio. Personen mit einer höherqualifizierenden Berufsausbildung,
Bacheloroder Masterabschluss auf den Arbeitsmarkt strömen, während rund 1,91 Mio. Stellen für
qualifikationsadäquate komplexe bzw. hochkomplexe Tätigkeiten zu besetzen sind.
Gelingt die qualifikatorische Passung nicht, ist auch eine stärker sinkende Erwerbstätigkeit bei
gleichzeitig steigender Erwerbslosigkeit möglich. Gute Beschäftigungsperspektiven zeigen sich aktuell
in 41 von 140 betrachteten Berufsgruppen, in so genannten „Fokusberufen mit Engpässen“. Diese
finden sind zum einen in wachsenden Beschäftigungsfeldern, wie im IT und Gesundheitsbereich, aber
vor allem auch in schrumpfenden Beschäftigungsfeldern aufgrund des Ersatzbedarfs. Hierzu zählen
technische Produktionsberufe, Bauberufe oder auch Berufe in der Lebensmittelverarbeitung.
2.1.2 Nachfrage nach einer dualen Ausbildung nach Berufsbildungsgesetz
(BBiG)/ Handwerksordnung (HwO)
Im Berichtsjahr 2024/2025 haben bundesweit 444.335 Bewerberinnen und Bewerber die Agenturen
für Arbeit und Jobcenter bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle eingeschaltet. Das waren 12.783
(+3,0 Prozent) mehr als im Vorjahr. Damit sind die Bewerbermeldungen zum zweiten Mal in Folge
gestiegen. Zuvor gab es einen nahezu kontinuierlichen Rückgang seit 2012/2013.102 Auch 2025 waren
deutlich mehr Männer (278.786 bzw. 62,7 Prozent) als Frauen (165.549 bzw. 37,3 Prozent) als
Bewerber bzw. Bewerberin gemeldet.
101 Zika, G.; Kalinowski, M.; Krinitz, J.; Maier, T.; Mönnig, A.; Schneemann, C.; Schroer, J. P.; Wolter, M. I.; Zenk, J. (2025):
Fachkräftemonitoring für das BMAS – Mittelfristprognose bis 2029. BMAS-Forschungsbericht 670. Fachkräftemonitoring für das
BMAS – Mittelfristprognose bis 2029.
102 Vergleiche Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Arbeitsmarkt kompakt – Situation am Ausbildungsmarkt 2024/25.
Nürnberg. Oktober 2025. Zuletzt aufgerufen am 04.02.2026 unter
statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Fachstatistiken/Ausbildungsmarkt/Produkte/Produkte-Nav.html.
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Tabelle 1 weist die gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber nach den Merkmalen Geschlecht, Alter,
Nationalität, Schulabschluss und besuchte Schule aus. Ausführliche Informationen (einschließlich
Zeitreihen) zum Verbleib der bei der BA gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber können Kapitel
2.4.2 entnommen werden.
Tabelle 1: Gemeldete Bewerberinnen und Bewerber für eine duale Berufsausbildung nach ausgewählten Merkmalen
Laut BA geht der Anstieg bei den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern insbesondere auf
Personen mit Fluchthintergrund zurück.103 Von Oktober 2024 bis September 2025 waren 47.458 junge
Menschen, die in Deutschland Zuflucht gesucht haben, als Bewerberinnen und Bewerber gemeldet
Das entspricht einem Anstieg von 11.321 (+31,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 29.964
von ihnen waren Männer, 17.494 Frauen.
Wie schon im Vorjahr entsprach der Frauenanteil bei den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern
mit Fluchthintergrund nahezu dem Anteil unter den deutschen Bewerberinnen und Bewerbern (36,9
103 Vergleiche Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Situation am Ausbildungsmarkt 2024/25.
Nürnberg. November 2025. Zuletzt aufgerufen am 04.02.2026 unter
statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202412/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/monatsbericht-d-0-
202412-pdf.
absolut in % 2023 2024 2025
Bewerberinnen und
Bewerber insgesamt 422.059 431.552 444.335 12.783 3,0 100,0% 100,0% 100,0%
Männer 262.431 269.765 278.786 9.021 3,3 62,2% 62,5% 62,7%
Frauen 159.628 161.787 165.549 3.762 2,3 37,8% 37,5% 37,3%
Unter 20 Jahre 279.896 286.470 287.891 1.421 0,5 66,3% 66,4% 64,8%
20 bis unter 25 Jahre 110.620 110.059 118.092 8.033 7,3 26,2% 25,5% 26,6%
25 Jahre und älter 31.538 35.021 38.352 3.331 9,5 7,5% 8,1% 8,6%
deutsch 340.534 337.424 334.936 -2.488 -0,7 80,7% 78,2% 75,4%
ausländisch 81.524 94.127 109.399 15.272 16,2 19,3% 21,8% 24,6%
darunter
mit Fluchthintergrund 1) 36.137 47.458 11.321 31,3 8,4% 10,7%
ohne ersten Schulabschluss 6.259 6.529 6.932 403 6,2 1,5% 1,5% 1,6%
mit erstem Schulabschluss 117.141 119.383 123.683 4.300 3,6 27,8% 27,7% 27,8%
Mittlerer Abschluss 173.867 178.298 181.014 2.716 1,5 41,2% 41,3% 40,7%
Fachhochschulreife 51.935 51.982 53.802 1.820 3,5 12,3% 12,0% 12,1%
Allgemeine Hochschulreife 48.681 50.097 51.422 1.325 2,6 11,5% 11,6% 11,6%
Keine Angabe 24.176 25.263 27.482 2.219 8,8 5,7% 5,9% 6,2%
Allgemeinbildende Schule 211.809 217.987 219.439 1.452 0,7 50,2% 50,5% 49,4%
Berufsbildende Schule 169.488 170.360 177.707 7.347 4,3 40,2% 39,5% 40,0%
Hochschulen und Akademien 18.971 20.718 22.976 2.258 10,9 4,5% 4,8% 5,2%
Sonstige Schulen 16.500 16.634 17.527 893 5,4 3,9% 3,9% 3,9%
Keine Angabe 5.291 5.853 6.686 833 14,2 1,3% 1,4% 1,5%
2024
Veränderung 2025 zu
2024
1) Die Anzahl der Personen mit einem Aufenthal tss tatus Flucht war in Folge tei l s noch unvol l s tändiger Erfassung für ukra inische
Staatsangehörige tei lweise zu niedrig. Vergleiche mit dem Zei traum März 2022 bis März 2024 s ind nicht aussagekräftig.
Anteile an allen gemeldeten
Bewerberinnen und Bewerbern
Geschlecht
Alter
Nationalität
Schulabschluss
Besuchte Schule
2023 2025
Quelle: Statistik der BA; Berechnungen des BIBB
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zu 37,1 Prozent). Der Frauenanteil war zuletzt gestiegen, weil im Zuge des russischen Angriffskriegs
gegen die Ukraine mehr Frauen nach Deutschland gekommen sind. Für das Jahr 2023 konnte ein erster
deutlicher Anstieg der Zahl der Ukrainerinnen und Ukrainer beobachtet werden, die einen
Ausbildungsvertrag im dualen Berufsbildungssystem abgeschlossen haben.104 2024 hat sich diese
Entwicklung noch einmal verstärkt. 5.793 Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit schlossen
einen Ausbildungsvertrag ab – mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr (2023: 1.866).105
Gemäß § 86 Absatz 2 BBiG errechnet sich die Nachfrage nach Ausbildung aus der Zahl der neu
abgeschlossenen Ausbildungsverträge (realisierte Nachfrage) aus der BIBB-Erhebung über neu
abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September zuzüglich der Zahl der in der Statistik der BA
gemeldeten Personen, die noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind.
Nach der traditionellen Definition lag die Nachfrage 2025 bei 515.818 (-1.594 bzw. -0,3 Prozent zu
2024). Mit der traditionellen Nachfragedefinition wird die Zahl der ausbildungssuchenden jungen
Menschen nicht vollständig abgebildet. Berufsbildungsbericht, Datenreport zum
Berufsbildungsbericht und Nationaler Bildungsbericht106 weisen deshalb auch die erweiterte
Nachfrage aus, die neben den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen (2025: 475.950) und den
unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern (2025: 39.868) auch Bewerberinnen und Bewerber mit
Alternative zum 30. September und weiterem Vermittlungswunsch in Ausbildung (2025: 44.490)
einbezieht.107 Nach dieser erweiterten Definition ergibt sich für 2025 eine Nachfrage in Höhe von
560.308. Das entspricht einem Zuwachs um 3.662 (+0,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. 108 Somit ist
die Nachfrage zum dritten Mal in Folge gestiegen (2023: +3,2 Prozent; 2024: +0,7 Prozent).
Anstiege der Nachfrage109 zum Vorjahr sind bezogen auf die Zeitreihe seit 2009110 auch in den Jahren
2011, 2017 und 2018 zu finden. Für 2011 ist ein Zusammenhang mit dem Aussetzen der Wehrpflicht
zu sehen.111 Die Anstiege in den Jahren 2017 und 2018 waren auch darauf zurückzuführen, dass
Menschen mit Fluchthintergrund, die im Zuge der Fluchtbewegung 2015 nach Deutschland gekommen
waren, zunehmend auf den Ausbildungsstellenmarkt gelangten.112 Dadurch konnte der demografisch
bedingte Rückgang der Nachfrage kompensiert werden.
Im längeren Zeitvergleich ist die Nachfrage jedoch deutlich gesunken. 2009 lag sie noch bei 652.947.
2019 war sie mit 598.759 erstmals unter 600.000 gefallen. 2022 – im Zuge der Coronapandemie –
wurde mit 535.544 ein Tiefstand der Nachfrage registriert. Auch wenn die Nachfrage zuletzt wieder
gestiegen ist, bleibt sie weiterhin deutlich unter dem Wert von 2019 (-38.451 bzw. -6,4 Prozent).
104 Vergleiche Schmidt, Robyn; Kroll, Stephan (2024): Integration junger Geflüchteter in das duale System der Berufsausbildung als
wichtige Säule zur Fachkräftesicherung: Wie gut gelingt sie? Deskriptive Auswertungen auf Basis der Berufsbildungsstatistik. Bonn.
Zuletzt aufgerufen am 04.02.2026 unter res.bibb.de/vet-repository_782970.
105 Vergleiche Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kapitel A 5.3. Datenquelle ist die Berufsbildungsstatistik der
Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31.12.). Ergebnisse für 2025 können erst im Berufsbildungsbericht
2027 berichtet werden.
106 Vergleiche Autorinnen- und Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2024): Bildung in Deutschland 2024. Ein
indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu beruflicher Bildung. 2024. Bielefeld. Zuletzt aufgerufen am 06.02.2026 unter
https://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2024/pdf-dateien-2024/bildungsbericht-2024.pdf.
107 Für weitere Informationen zu dieser Gruppe vergleiche Kapitel 2.4.2.
108 Aufgrund von Datenkorrekturen Abweichungen zu früheren Angaben für 2024.
109 Im Folgenden wird hier die Nachfrage nach der erweiterten Definition berichtet.
110 Das Jahr 2009 wird hier zugrunde gelegt, weil ab dann eine einheitliche Zeitreihe für die zentralen Eckwerte des
Ausbildungsmarktes vorliegt.
111 Vergleiche Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2012, Kapitel A 1.1.
112 Vergleiche Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2019, Kapitel A 1.1.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/5900– 37 –
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Für die Entwicklung der Ausbildungsplatznachfrage ist neben der demografischen Entwicklung die
wahrgenommene Attraktivität einer dualen Berufsausbildung entscheidend. Mit Blick auf die Statistik
der BA und die Entwicklung der Bewerberzahlen ist zudem das Meldeverhalten junger Menschen von
Bedeutung. Hier spielt neben der zunehmenden Digitalisierung (Ausbildungsangebote können
eigenständig online recherchiert werden) auch die zwischenzeitlich verbesserte Ausbildungsmarktlage
für junge Menschen eine Rolle, die es erleichtert hat, auch ohne die Vermittlungsdienste der BA einen
Ausbildungsplatz zu finden. Auch durch die Covid 19-Pandemie wurde diese Entwicklung verstärkt, da
gewohnte Zugangswege zur Berufsberatung eingeschränkt waren.113
Berechnungen der BA für das Jahr 2025 ergeben eine rechnerische Meldequote von 61 Prozent der
institutionell erfassten Ausbildungssuchenden. Bei den gemeldeten Ausbildungsstellen fiel die
Meldequote 2025 mit 74 Prozent deutlich höher aus.114 Da die Meldequoten so weit
auseinanderliegen, wird die Nachfrageseite auf dem Ausbildungsmarkt durch die Zahl der gemeldeten
Bewerberinnen und Bewerber sehr viel unvollständiger abgebildet als die Angebotsseite durch die Zahl
der gemeldeten Berufsausbildungsstellen.115
Altbewerberinnen und Altbewerber
Von den bundesweit 444.335 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern 2025 hatten sich 158.394
Personen auch schon in mindestens einem der letzten fünf Berichtsjahre für eine Ausbildungsstelle
beworben. Das sind 7.387 (+4,9 Prozent) mehr als 2024. Damit ist der Anteil der Bewerberinnen und
Bewerber aus früheren Berichtsjahren an allen gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern zum ersten
Mal seit 2021 wieder gestiegen. Die Entwicklung ist auf Westdeutschland zurückzuführen,
Ostdeutschland verzeichnete weiterhin einen sinkenden Altbewerberanteil.116
Tabelle 2 zeigt die Entwicklung der Zahl der Bewerberinnen und Bewerber aus früheren Berichtsjahren
im Bundesgebiet sowie für Ost- und Westdeutschland absolut sowie den Anteil bezogen auf alle
gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber.
113 Anmerkung: Der bis vor zwei Jahren rückläufige Trend der Bewerberzahlen dürfte auch mit der zunehmenden Digitalisierung und
einer dadurch verbesserten Transparenz über die vorhandenen Ausbildungsangebote zusammenhängen. Immer mehr Unternehmen
bieten ihre Ausbildungsstellen über Internetbörsen oder die eigene Internetpräsenz an. Auch die Online-Jobsuche der
Bundesagentur für Arbeit beinhaltet Ausbildungsstellenangebote. Auch die für Bewerberinnen und Bewerber bessere
Ausbildungsmarktlage begünstigt prinzipiell die eigenständige Stellensuche. Berechnungen der BA für 2025 ergeben eine
rechnerische Meldequote von 61 % der institutionell erfassten Ausbildungssuchenden. Bei den gemeldeten Ausbildungsstellen fiel
die Meldequote 2025 mit 74 % deutlich höher aus. Da die Meldequoten so weit auseinanderliegen, wird die Nachfrageseite auf dem
Ausbildungsmarkt durch die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber sehr viel unvollständiger abgebildet als die
Angebotsseite durch die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen.
114 Im Zusammenhang mit den gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist ebenso wie bei den gemeldeten Bewerberinnen und
Bewerbern zu beachten, dass die Inanspruchnahme der Dienste der Agenturen für Arbeit und Jobcenter für junge Menschen und für
Betriebe freiwillig ist. Im Rahmen einer Befragung des BIBB Qualifizierungspanels 2022 gaben 75 % der befragten Betriebe an, die
Vermittlungsdienste der örtlichen Arbeitsagentur für die Suche nach Auszubildenden in Anspruch genommen zu haben (vergleiche
Ebbinghaus, Margit; Gerhards, Christian; Heyer, Philipp; Mohr, Sabine (2023): Vi
Anzeige gekürzt – vollständiger Text im Original.
Relationen
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