Asylverfahren und Abschiebungen beim Herkunftsland Guinea (Antwort zu Drs. 21/4242)
Text
Asylverfahren und Abschiebungen beim Herkunftsland Guinea (Antwort zu Drs. 21/4242)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4742
21. Wahlperiode 13.03.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Clara Bünger, Doris Achelwilm, Anne-
Mieke Bremer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke
– Drucksache 21/4242 –
Asylverfahren und Abschiebungen beim Herkunftsland Guinea
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Nach Angaben des Vereins Guinée-Solidaire-Organisation kommt seit
Monaten wiederholt eine Delegation aus Guinea nach Deutschland, die den Auftrag
hat, aus Guinea stammende Geduldete zu identifizieren und ihnen
Passersatzpapiere auszustellen. So soll deren Abschiebung ermöglicht werden. Die
Anhörungen finden demnach meist in der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB)
Essen statt. Der Verein kritisiert diese Anhörungen und die darauffolgenden
Abschiebungen, weil Guinea kein sicheres Land sei. Seit dem Militärputsch
im September 2021 seien schwerwiegende Eingriffe in politische und
bürgerliche Freiheiten zu beobachten. Es komme ferner zu exzessiver
Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte sowie Repression gegen Oppositionelle und
Journalisten (vgl. Pressemitteilung von Guinée-Solidaire-Organisation e. V.
vom 14. November 2025).
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Sofern eine Person in Deutschland Asyl oder internationalen Schutz beantragt,
wird ihr individuelles Schutzbedürfnis durch das zuständige Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge (BAMF) umfassend geprüft. Maßgeblich ist dabei
allein, ob den konkreten Antragstellern in ihrem Herkunftsstaat Gefahren
drohen, die einen Anspruch auf Asyl, Flüchtlingsschutz, subsidiären Schutz oder
die Feststellung eines Abschiebungsverbots begründen. Demgegenüber
begründet die allgemeine Situation in einem Herkunftsland für sich genommen noch
keinen Anspruch auf Schutz.
Sofern Ausländer einen erforderlichen Aufenthaltstitel nicht besitzen, sind sie
gesetzlich verpflichtet, die Bundesrepublik Deutschland zu verlassen (§ 50 des
Gesetzes über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von
Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG)). Kommen sie dieser Rechtspflicht
nicht nach, sind die Ausländerbehörden verpflichtet, diese Personen
abzuschieben (§ 58 AufenthG). Zudem sind Ausländer auch gesetzlich verpflichtet, vor
ermächtigten Bediensteten des Staates, dessen Staatsangehörigkeit sie vermut-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 13. März 2026
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
lich besitzen, persönlich zu erscheinen und die zur Klärung der Identität
erforderlichen Angaben zu machen (§ 82 Absatz 4 AufenthG).
Bereits völkergewohnheitsrechtlich ist jeder Staat verpflichtet, seine eigenen
Staatsangehörigen, die im Gastland über kein Aufenthaltsrecht verfügen,
formlos zurückzunehmen. Eine Konkretisierung findet sich in dem Abkommen
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der
Republik Guinea über die Zusammenarbeit im Bereich legaler und illegaler
Migration vom 5. Januar 2018.
1. Wie viele Asylanträge von Geflüchteten aus Guinea wurden seit 2020 in
Deutschland registriert (bitte nach Jahren, Geschlecht, Minder- bzw.
Volljährigkeit aufschlüsseln und zwischen Erst- und Folgeanträgen
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Asylanträge Gesamt Erstanträge Folgeanträge
2020 1.511 1.268 243
darunter:
männlich 1.021 805 216
weiblich 490 463 27
minderjährig 642 628 14
volljährig 869 640 229
Asylanträge Gesamt Erstanträge Folgeanträge
2021 1.131 882 249
darunter:
männlich 732 509 223
weiblich 399 373 26
minderjährig 504 490 14
volljährig 627 392 235
Asylanträge Gesamt Erstanträge Folgeanträge
2022 1.513 1.319 194
darunter:
männlich 898 738 160
weiblich 615 581 34
minderjährig 600 576 24
volljährig 913 743 170
Asylanträge Gesamt Erstanträge Folgeanträge
2023 3.469 3.299 170
darunter:
männlich 2.362 2215 147
weiblich 1107 1084 23
minderjährig 956 944 12
volljährig 2513 2355 158
Asylanträge Gesamt Erstanträge Folgeanträge
2024 3.246 3.052 194
darunter:
männlich 2.320 2157 163
weiblich 926 895 31
minderjährig 1437 1423 14
volljährig 1809 1629 180
Asylanträge Gesamt Erstanträge Folgeanträge
2025 2.238 1.994 244
darunter:
männlich 1.418 1217 201
weiblich 820 777 43
minderjährig 1145 1118 27
volljährig 1093 876 217
Asylanträge Gesamt Erstanträge Folgeanträge
Januar 2026 140 114 26
darunter:
männlich 87 66 21
weiblich 53 48 5
minderjährig 70 67 3
volljährig 70 47 23
2. Wie hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seit 2020
über die Asylanträge von Geflüchteten aus Guinea entschieden (bitte
nach den einzelnen Status, den Formen der Ablehnung bzw. formellen
Entscheidungen und nach Jahren aufschlüsseln)?
3. Wie hat sich die um formelle Entscheidungen bereinigte Schutzquote des
BAMF bei Asylsuchenden aus Guinea seit 2020 entwickelt (bitte nach
Jahren aufschlüsseln)?
Die Fragen 2 und 3 werden zusammen beantwortet.
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Entscheidungen über Asylanträge von Personen aus Guinea
Zeitraum
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2020 2.280 32 274 101 97 29,9
Prozent 992 190 594
2021 1.630 64 302 62 84 46,9
Prozent 476 103 539
2022 1.520 66 334 74 76 60,0
Prozent 308 59 603
2023 1.719 68 300 82 62 50,3
Prozent 400 106 701
2024 2.831 119 333 80 113 36,9
Prozent 845 259 1.082
2025 5.406 257 589 166 267 29,9
Prozent 2.364 636 1.127
Jan. 2026 288 18 36 7 8 33,0
Prozent 114 26 79
4. Wie viele Klagen von Asylsuchenden aus Guinea gegen BAMF-
Bescheide gab es seit 2020, und wie haben die Gerichte darüber entschieden
(bitte nach Jahren und den einzelnen Status, nach Ablehnung und
formellen Erledigungen aufschlüsseln)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden, wobei
Daten für 2026 noch nicht vorliegen.
Erst- und Folgeanträge
Zeitraum Erhobene
Klagen
Gerichtsentscheidungen zu Klagen von Asylsuchenden aus Guinea
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2020 1.499 2.252 3 24 12 66 1.040 1.107
2021 883 2.092 3 40 8 89 984 968
2022 680 1.499 1 48 6 131 629 684
2023 867 1.219 — 32 4 89 373 721
2024 1.527 1.016 — 28 2 42 294 650
2025 3.194 1.561 — 26 4 27 603 901
5. Wurden die internen Leitlinien des BAMF zum Herkunftsland Guinea
seit 2020 überarbeitet, und wenn ja, inwiefern (bitte möglichst genau mit
Datum darstellen)?
Eine Überarbeitung des Leitsatzes des Bundesamts für Migration und
Flüchtlinge (BAMF) erfolgte regelmäßig und ggf. anlassbezogen in den
zurückliegenden Jahren. Der Leitsatz wird derzeit grundlegend überarbeitet. Die
Überarbeitung berücksichtigt die Entwicklung der allgemeinen politischen und
gesellschaftlichen Verhältnisse, die rechtliche Lage im Bereich der Rechtsetzung,
Rechtsanwendung und Strafzumessung sowie die allgemeinen humanitären
Bedingungen (inklusive der medizinischen und allgemeinen Versorgung) in
Guinea.
Die Lage in Guinea wird durch kontinuierliche Auswertung nationaler und
internationaler Quellen sowie unter Berücksichtigung der aktuellen
Rechtsprechung analysiert. Zu den verwendeten Quellen gehört dabei unter anderem der
Bericht des Auswärtigen Amts über die asyl- und abschiebungsrelevante Lage
in Guinea.
6. Wann wurde der Lagebericht des Auswärtigen Amts für das
Herkunftsland Guinea zuletzt aktualisiert, welche Änderungen in der Bewertung
wurden dabei gegebenenfalls vorgenommen, und wie ist die aktuelle
asylrelevante Bewertung der Lage in Guinea durch das Auswärtige Amt
im Kern (bitte ausführen)?
Der letzte Bericht des Auswärtigen Amts über die asyl- und
abschiebungsrelevante Lage in der Republik Guinea gibt den Stand vom 30. Juni 2025 wieder.
Er ist als „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft und liegt
dem Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Bundestages
vor. Für Mitglieder des Bundestages besteht die Möglichkeit der
Einsichtnahme.
7. Wie viele Menschen mit guineischer Staatsbürgerschaft leben in
Deutschland, wie viele haben einen Schutzstatus (welchen?), und welche
Aufenthaltstitel haben sie?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Insgesamt aufhältig 27.016
darunter mit im AZR erfasstem Asylstatus 21.430
davon:
als Asylberechtigter anerkannt 606
Flüchtlingseigenschaft nach § 3 Absatz 4 AsylG 3.716
subsidiärer Schutz nach § 4 Absatz 1 AsylG gewährt 824
Asylantrag abgelehnt 12.378
Im Asylverfahren/Asylantrag gestellt 2.483
Sonstiges (z. B. Asylverfahren eingestellt/widerrufen) 1.423
insgesamt aufhältig 27.016
darunter mit Aufenthaltstitel 13.518
davon
Niederlassungserlaubnis 1.621
Aufenthaltserlaubnis 11.747
EU-Aufenthaltsrechte 150
a) Wie viele sind ausreisepflichtig mit bzw. ohne Duldung (bitte auch
nach Duldungsgründen aufschlüsseln)?
Zum Stichtag 31. Januar 2026 waren ausweislich des Ausländerzentralregister
(AZR) insgesamt 5.042 Personen mit guineischer Staatsangehörigkeit
ausreisepflichtig, davon 4.741 Personen mit einer Duldung und 301 Personen ohne
Duldung. Die Duldungsgründe können der nachfolgenden Tabelle entnommen
werden.
Geduldete insgesamt 4.741
Duldung nach § 60a Absatz 1 AufenthG 55
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG Abschiebungshindernisse n.
§ 60 Absatz 1 bis 5,7 AufenthG
56
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG als unbegleiteter
Minderjähriger gemäß§ 58 Absatz 1a AufenthG
351
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG aufgrund fam. Bindungen 431
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG aus medizinischen Gründen 37
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG aus sonstigen Gründen 855
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG bei Anordnung der
aufschiebenden Wirkung nach § 80 Absatz 5 VwGO
2
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG bei fehlendem Absehen von
einer Vollstreckung nach § 456a StPO
3
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG bei stattgegebenem Eilantrag
gemäß § 123 VwGO
1
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG wegen eines Asylfolgeantrags 58
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG, weil konkrete Maßnahmen
zur Aufenthaltsbeendigung bevorstehen
43
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 3 AufenthG i. V. m. § 60c Absatz 1
AufenthG (Ausbildungsduldung, Anspruch)
106
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 3 AufenthG i. V. m. § 60c Absatz 7
AufenthG (Ausbildungsduldung, Ermessen)
30
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 3 AufenthG i. V. m. § 60d Absatz 1
AufenthG (Beschäftigungsduldung, Regelanspruch, Beschäftigter)
29
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 3 AufenthG i. V .m. § 60c Absatz 6 Satz 2
AufenthG (Arbeitsplatzsuche nach Ausbildungsabschluss)
1
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 3 AufenthG i. V. m. § 60d Absatz 1
AufenthG (Beschäftigungsduldung, Regelanspruch, Ehegatte/Lebenspartner)
9
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 3 AufenthG i. V. m. § 60d Absatz 4
i. V. m. Absatz 1 AufenthG (Beschäftigungsduldung, Ermessen, Ehegatte/
Lebenspartner)
2
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 4 AufenthG erteilt (Altfall) 1
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 1 AufenthG wegen fehlender
Reisedokumente
1.838
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 2 AufenthG 3
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 3 AufenthG 135
Duldung nach § 60a Absatz 2 Satz 3 AufenthG in Verbindung mit § 60c
Absatz 6 Satz 1 AufenthG (Suche nach weiterem Ausbildungsplatz)
2
Duldung nach § 60b Absatz 1 AufenthG (Duldung für Personen mit
ungeklärter Identität)
693
b) Welche Angaben kann die Bundesregierung dazu machen, wie viele
der zum 31. Dezember 2025 in Deutschland lebenden Asylsuchenden
und Geduldeten aus Guinea berechtigt bzw. nicht berechtigt waren,
eine Erwerbstätigkeit auszuüben, und wie vielen von ihnen wurde dies
in den Jahren 2023, 2024 und 2025 versagt (bitte nach Jahren und
nach Bundesländern auflisten)?
Das AZR erfasst lediglich, in welchen Fällen Geduldeten bzw. Gestatteten eine
Erwerbstätigkeit erlaubt bzw. versagt worden ist. Allerdings lassen diese Daten
keine Aussage darüber zu, ob die Erwerbstätigkeit, zu der die Erlaubnis erteilt
wurde, auch tatsächlich aufgenommen wurde bzw. zum Stichtag noch bestand.
Angaben zur Beschäftigung sind nur zum aktuellen Stichtag möglich,
weswegen der 31. Januar 2026 als Stichtag für die folgenden Angaben herangezogen
wurde.
Zum Stichtag 31. Januar 2026 lag bei 924 geduldeten Personen aus Guinea eine
von der Ausländerbehörde erteilte Beschäftigungserlaubnis vor, zu der die
Bundesagentur für Arbeit ihre Zustimmung gegeben hat. 164 Personen haben die
Erlaubnis zu einer zustimmungsfreien Beschäftigung erhalten, bei der die
Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nicht erforderlich ist. In 62 Fällen
wurde eine Beschäftigungserlaubnis abgelehnt.
Bei 544 Personen mit einer Aufenthaltsgestattung lag eine von der
Ausländerbehörde erteilte Beschäftigungserlaubnis vor, zu der die Bundesagentur für
Arbeit ihre Zustimmung gegeben hat. 47 Personen haben die Erlaubnis zu einer
zustimmungsfreien Beschäftigung erhalten, bei der die Zustimmung der
Bundesagentur für Arbeit nicht erforderlich ist. Bei 19 Personen wurde eine
Beschäftigungserlaubnis abgelehnt. Weitere Angaben können den nachfolgenden
Tabellen entnommen werden.
Aufhältige Personen mit
Duldung und Versagung zur
Beschäftigung
Beschäftigungserlaubnis 2023
abgelehnt
Beschäftigungserlaubnis 2024
abgelehnt
Beschäftigungserlaubnis 2025
abgelehnt
Gesamt 1 8 12
Aufhältige Personen mit
Duldung und Versagung zur
Beschäftigung
Beschäftigungserlaubnis 2023
abgelehnt
Beschäftigungserlaubnis 2024
abgelehnt
Beschäftigungserlaubnis 2025
abgelehnt
Baden-Württemberg 0 0 1
Bayern 0 0 1
Berlin 0 1 2
Brandenburg 0 0 0
Bremen 0 0 0
Hamburg 0 1 1
Hessen 0 0 0
Mecklenburg-Vorpommern 0 0 0
Niedersachsen 0 3 4
Nordrhein-Westfalen 1 3 3
Rheinland-Pfalz 0 0 0
Saarland 0 0 0
Sachsen 0 0 0
Sachsen-Anhalt 0 0 0
Schleswig-Holstein 0 0 0
Thüringen 0 0 0
Aufhältige Personen mit
Gestattung und Versagung zur
Beschäftigung
Beschäftigungserlaubnis 2023
abgelehnt
Beschäftigungserlaubnis 2024
abgelehnt
Beschäftigungserlaubnis 2025
abgelehnt
Gesamt 0 3 13
Baden-Württemberg 0 1 3
Bayern 0 0 1
Berlin 0 1 1
Brandenburg 0 0 0
Bremen 0 0 0
Hamburg 0 0 0
Hessen 0 0 1
Mecklenburg-Vorpommern 0 0 0
Niedersachsen 0 0 2
Nordrhein-Westfalen 0 1 4
Rheinland-Pfalz 0 0 0
Saarland 0 0 0
Sachsen 0 0 0
Sachsen-Anhalt 0 0 0
Schleswig-Holstein 0 0 0
Thüringen 0 0 1
8. Wie viele Abschiebungen aus Deutschland nach Guinea gab es seit 2020
(bitte nach Jahren aufschlüsseln und zwischen Linien- und Charterflügen
differenzieren), welche Bundesländer waren an den Abschiebungen in
welchem Umfang beteiligt, und wer war für die Charterflüge jeweils
federführend verantwortlich (diese bitte mit Datum auflisten und die
jeweilige Zahl der betroffenen Personen, des Begleitpersonals und die
Gesamtkosten nennen)?
Die Bundesregierung erfasst die Kosten für begleitete Rückführungen mit
Linienflügen nicht. Daher sind nur die Kosten in der Übersicht enthalten, die im
Rahmen der durchgeführten Sammelchartermaßnahmen angefallen sind. Die
weiteren Angaben können ausweislich der Polizeilichen Eingangsstatistik der
Bundespolizei den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
2020 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
8. Jan Niedersachsen 1 0 Linie
21. Jan 134.050 Euro Nordrhein-Westfalen 8 40 Charter
Thüringen 1 5 Charter
24. Jan Saarland 1 3 Linie
5. Feb Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
20. Feb Hamburg 1 0 Linie
14. Sep Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
20. Okt Nordrhein-Westfalen 4 12 Linie
22. Okt Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
17. Nov 125.050 Euro Baden-Württemberg 1 5 Charter
Nordrhein-Westfalen 4 21 Charter
Rheinland-Pfalz 1 6 Charter
16. Dez 124.050 Euro Nordrhein-Westfalen 13 55 Charter
Gesamt 38 147
2021 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
19. Jan 130.050 Euro Baden-Württemberg 1 4 Charter
Berlin 1 3 Charter
Nordrhein-Westfalen 23 85 Charter
9. Feb 130.050 Euro Baden-Württemberg 1 5 Charter
Nordrhein-Westfalen 13 72 Charter
16. Mrz 130.050 Euro Berlin 1 3 Charter
Nordrhein-Westfalen 21 71 Charter
2. Jun Bayern 1 0 Linie
28. Jun 212.185 Euro Nordrhein-Westfalen 16 56 Charter
Sachsen-Anhalt 1 3 Charter
Gesamt 79 302
2022 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
29. Jun Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
18. Jul Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
1. Aug Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
31. Aug Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
7. Sep Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
14. Sep Niedersachsen 1 0 Linie
20. Sep Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
22. Sep Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
13. Okt Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
26. Okt Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
2. Nov Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
9. Nov Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
29. Nov Sachsen-Anhalt 1 3 Linie
30. Nov Niedersachsen 1 3 Linie
Gesamt 14 24
2023 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
18. Jan Sachsen-Anhalt 1 4 Linie
25. Jan Nordrhein-Westfalen 1 4 Linie
13. Feb Niedersachsen 1 3 Linie
21. Mrz Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
21. Mrz Nordrhein-Westfalen 2 3 Linie
4. Apr Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
12. Apr Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
13. Apr Hamburg 1 0 Linie
13. Apr Hessen 1 3 Linie
17. Apr Rheinland-Pfalz 1 3 Linie
20. Apr Baden-Württemberg 1 0 Linie
20. Apr Hessen 1 4 Linie
24. Apr Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
3. Mai Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
8. Mai Baden-Württemberg 1 4 Linie
22. Mai Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
25. Mai Bremen 1 3 Linie
1. Jun Niedersachsen 1 0 Linie
13. Jun Bayern 1 3 Linie
26. Jun Hessen 1 3 Linie
30. Jun Schleswig-Holstein 1 0 Linie
6. Jul Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
12. Jul Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
24. Jul Brandenburg 1 3 Linie
2023 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
8. Aug Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
14. Aug Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
21. Aug Baden-Württemberg 1 0 Linie
23. Aug Bremen 1 3 Linie
18. Sep Baden-Württemberg 1 0 Linie
25. Sep Baden-Württemberg 1 4 Linie
6. Okt Sachsen-Anhalt 1 3 Linie
19. Okt BPOL 1 0 Linie
30. Okt Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
16. Nov Hamburg 1 3 Linie
20. Nov Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
14. Dez Berlin 1 4 Linie
Gesamt 37 93
2024 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
3. Jan Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
19. Jan Niedersachsen 1 0 Linie
6. Feb Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
4. Apr Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
12. Apr Niedersachsen 1 0 Linie
25. Apr Baden-Württemberg 1 0 Linie
26. Apr Baden-Württemberg 1 3 Linie
29. Apr Niedersachsen 1 3 Linie
16. Mai Niedersachsen 1 0 Linie
22. Mai Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
7. Jun Baden-Württemberg 1 3 Linie
24. Jun Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
9. Aug Niedersachsen 1 0 Linie
13. Aug Bremen 1 0 Linie
19. Aug Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
5. Nov Niedersachsen 1 0 Linie
Gesamt 16 21
2025 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
3. Jan Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
7. Jan Sachsen-Anhalt 1 3 Linie
14. Jan Bayern 1 3 Linie
16. Jan Bremen 1 3 Linie
20. Jan Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
2025 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
29. Jan 185.510 Euro Nordrhein-Westfalen 15 53 Charter
7. Feb Nordrhein-Westfalen 2 0 Linie
25. Feb Baden-Württemberg 1 0 Linie
19. Mrz Bayern 1 0 Linie
19. Mrz Nordrhein-Westfalen 2 4 Linie
21. Mrz Baden-Württemberg 1 4 Linie
24. Mrz Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
25. Mrz Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
25. Mrz Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
1. Apr Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
2. Apr Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
7. Apr Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
9. Apr Bayern 1 0 Linie
5. Mai Niedersachsen 1 3 Linie
6. Mai Bayern 1 3 Linie
7. Mai Rheinland-Pfalz 1 3 Linie
9. Mai Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
19. Mai Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
21. Mai Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
22. Mai Bremen 1 3 Linie
26. Mai Nordrhein-Westfalen 1 6 Linie
2. Jun Brandenburg 1 3 Linie
2. Jun Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
11. Jun Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
16. Jun Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
17. Jun Berlin 1 3 Linie
18. Jun 317.857 Euro Nordrhein-Westfalen 14 61 Charter
25. Jun Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
9. Jul Baden-Württemberg 1 0 Linie
9. Jul Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
17. Jul Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
21. Jul Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
22. Jul Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
29. Jul Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
29. Jul Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
30. Jul Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
8. Aug Hessen 1 3 Linie
14. Aug Hamburg 1 3 Linie
18. Aug Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
19. Aug Sachsen-Anhalt 1 0 Linie
21. Aug Hamburg 1 0 Linie
2025 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
1. Sep Mecklenburg-
Vorpommern
1 4 Linie
1. Sep Hamburg 1 0 Linie
3. Sep Bayern 1 0 Linie
4. Sep 298.080 Euro Baden-Württemberg 1 4 Charter
Bayern 1 4 Charter
Nordrhein-Westfalen 12 47 Charter
16. Sep Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
16. Sep Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
24. Sep Baden-Württemberg 1 3 Linie
1. Okt Baden-Württemberg 1 3 Linie
7. Okt 202.080 Euro Nordrhein-Westfalen 12 44 Charter
13. Okt Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
14. Okt Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
20. Okt Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
21. Okt Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
29. Okt Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
7. Nov Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
10. Nov Hessen 1 0 Linie
17. Nov Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
27. Nov 196.810 Euro Bayern 2 7 Charter
Hessen 1 4 Charter
Niedersachsen 2 7 Charter
Nordrhein-Westfalen 20 67 Charter
1. Dez Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
9. Dez Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
9. Dez Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
12. Dez Thüringen 1 0 Linie
16. Dez 214.610 Euro Bayern 3 11 Charter
Niedersachsen 2 8 Charter
Nordrhein-Westfalen 18 61 Charter
29. Dez Sachsen-Anhalt 1 3 Linie
Gesamt 169 498
Januar
2026 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
6. Jan Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
8. Jan Nordrhein-Westfalen 1 0 Linie
13. Jan Hamburg 1 0 Linie
14. Jan Nordrhein-Westfalen 1 3 Linie
21. Jan Niedersachsen 1 0 Linie
Januar
2026 Kosten Veranlasser
Anzahl
abgeschobener
Personen
Anzahl
Begleiter
Linie/
Charter
29. Jan 192.929 Euro Baden-Württemberg 13 64 Charter
Bayern 1 0 Charter
Nordrhein-Westfalen 10 0 Charter
Rheinland-Pfalz 1 0 Charter
Gesamt 30 70
9. Hat die gemeinsame Koordinierungsstelle Passersatzbeschaffung (PEB
Bund) seit 2023 Sammelanhörungen mit guineischen Vertreterinnen und
Vertretern durchgeführt, und wenn ja, welche (bitte mit Ort, Datum und
weiteren beteiligten deutschen Behörden auflisten, zudem die Zahl und
die Funktion bzw. Legitimität der Vertretungspersonen aus Guinea
nennen)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Ort Datum Beteiligte deutsche
Behörden
Beteiligte guineische Behörden
Essen,
(am 9.
September 2024
in Bremen)
3. – 12. September
2024
- Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge
- Bundespolizei
- Zentrale
Ausländerbehörde Essen
- Landespolizei
Nordrhein-Westfalen
- Senator für Inneres –
Bremen
- Landespolizei Bremen
- Direction Technique Accueil, Orientation et
Suivi
- Direction Générale des Affaires Juridiques et
Consulaires
- Direction Technique Migration Réinsertion et
Action Culturelle
- Botschaft der Republik Guinea
Insgesamt: fünf Teilnehmer
Essen 2. – 13. Dezember
2024
- Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge
- Bundespolizei
- Zentrale
Ausländerbehörde Essen
- Landespolizei
Nordrhein-Westfalen
- Fonds d’Assistance des Guinéens Rapatriés
- Direction Centrale de la Police aux Frontière
- Direction Générale des Guinéens établis à
l’Etranger
- Direction Générale des Affaires Juridiques et
Consulaires
- Botschaft der Republik Guinea
Insgesamt: sechs Teilnehmer
Essen 3. – 11. April 2025 - Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge
- Bundespolizei
- Zentrale
Ausländerbehörde Essen
- Landespolizei
Nordrhein-Westfalen
- Service a. i. Associations et Groupements
- Service a. i. Statistiques Migratoires
- Direction Générale des Affiares Juridiques et
Consulaires
- Police, Section Fraude Documentaire
- Botschaft der Republik Guinea
Insgesamt: fünf Teilnehmer
Ort Datum Beteiligte deutsche
Behörden
Beteiligte guineische Behörden
Lüneburg
(10. –
12. Juli 25),
Karlsruhe
(13. -18. Juli
2025)
10. – 18. Juli 2025 - Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge
- Bundespolizei
- Regierungspräsidium
Karlsruhe
- Landespolizei Baden-
Württemberg
-
Landesaufnahmebehörde Niedersachsen
- Landespolizei
Niedersachsen
- Direction Générale des Guinéens établis à
l’Etranger
- Direction Générale du Fonds d’Assistance aux
Guinéens Rapatriés
- Direction Générale des Affaires Juridiques et
Consulaires
- Police
- Botschaft der Republik Guinea
Insgesamt: fünf Teilnehmer
Essen 2. – 11. September
2026
- Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge
- Bundespolizei
- Zentrale
Ausländerbehörde Essen
- Landespolizei
Nordrhein-Westfalen
- Direction Générale des Guinéens établis à
l’Etranger
- Direction Générale des Affaires Juridiques et
Consulaires
- Direction Générale de l’Observatoire Guinéen
des Migrations
- Direction Centrale de la Police aux Frontières
- Botschaft der Republik Guinea
Insgesamt: fünf Teilnehmer
Essen 25. November –
4. Dezember 2025
- Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge
- Bundespolizei
- Zentrale
Ausländerbehörde Essen
- Landespolizei
Nordrhein-Westfalen
- Direction Générale des Guinéens établis à
l’Etranger
- Direction Générale des Guinéens établis à
l’Etranger
- Direction Générale des Affaires Juridiques et
Consulaires
- Direction Centrale de la Police aux Frontières
- Botschaft der Republik Guinea
Insgesamt: fünf Teilnehmer
Berlin 3. – 11. Februar
2026
- Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge
- Bundespolizei
- Landesamt für
Einwanderung Berlin
- Landespolizei Berlin
- Direction Générale Guinéens établis à l’
Etranger
- Direction Générale des Guinéens établis à
l’Etranger
- Direction Générale des Affaires Juridiques et
Consulaires
- Direction Centrale de la Police aux Frontières
- Botschaft der Republik Guinea
Insgesamt: fünf Teilnehmer
10. Wie viele mutmaßliche guineische Staatsangehörige wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung seit 2023 bei solchen Sammelanhörungen
angehört, bei wie vielen von ihnen wurde die guineische Staatsbürgerschaft
durch guineische Vertreterinnen und Vertreter bestätigt, und wie vielen
von ihnen wurden Reisepapiere ausgestellt, die eine Abschiebung
ermöglichen (bitte jeweils den Angaben der Antwort zu Frage 9 zuordnen)?
Im erfragten Zeitraum wurden insgesamt 775 Personen angehört, davon 442
Personen mit positivem Ergebnis. Von diesen 442 positiv angehörten Personen
wurde für 135 Personen durch die jeweiligen Länder ein Passersatzpapier von
der Passersatzbeschaffung (PEB) Bund angefordert und durch die Botschaft in
Berlin ausgestellt. Die weiteren Angaben können der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden (Stand: 25. Februar 2026).
Zeitraum Summe
Anhörungen davon: Identität
bestätigt davon PEP erhalten
Sep 2024 134 69 34
Dez 2024 165 104 28
Apr 2025 106 57 12
Jul 2025 111 60 21
Sep 2025 79 54 30
Nov-Dez 2025 108 58 10
Feb 2026 72 40 0
Anhörungen
insgesamt
775 442 135
11. Kann die Bundesregierung Angaben dazu machen, wie viele derer, die in
den vergangenen Jahren bei solchen Anhörungen vorgeführt und als
guineische Staatsbürger identifiziert wurden, tatsächlich abgeschoben
wurden, und wenn ja, welche?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine belastbaren Zahlen vor.
12. Wie schätzt die Bundesregierung die politische und menschenrechtliche
Situation in Guinea ein, und was ist ihr insbesondere über willkürliche
Verhaftungen, Verschwindenlassen von Oppositionellen und
Journalisten, Folter und unfaire Gerichtsverfahren bekannt?
Seit dem Militärputsch am 5. September 2021 befand sich Guinea in einer
politischen Übergangsphase (Transition). Mit der Annahme einer neuen Verfassung
per Referendum am 21. September 2025 und den Präsidentschaftswahlen am
28. Dezember 2025 wurden zwei wichtige Voraussetzungen für die
Wiederherstellung einer verfassungsmäßigen Ordnung erfüllt. Parlaments- und
Kommunalwahlen wurden für den 24. Mai 2026 angekündigt.
Die Bundesregierung beobachtet die Menschenrechtslage in Guinea
fortlaufend. Diese ist nach wie vor nicht zufriedenstellend. So bestehen
Einschränkungen der Meinungs-, Presse- und der Versammlungsfreiheit. Berichte über Fälle
von Verschwindenlassen von Personen sind der Bundesregierung bekannt. Sie
spricht die Menschenrechtssituation in ihren Kontakten mit der guineischen
Regierung regelmäßig an.
13. Kommt es nach Kenntnis der Bundesregierung zu Bedrohungen und
Einschüchterungen von politischen Gegnern des Regimes auch im Ausland,
zum Beispiel in Deutschland, wenn ja, was ist der Bundesregierung
darüber bekannt, und welche Gegenmaßnahmen ergreift sie gegebenenfalls?
Der Bundesregierung liegen über die öffentlich zugängliche Berichterstattung
hinaus keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vor. Die
Bundesregierung nimmt transnationale Repression durch ausländische staatliche Stellen
oder ihre Zuträger in Deutschland grundsätzlich sehr ernst und duldet diese
nicht. Das Bundesministerium des Innern setzt sich zusammen mit den
Bundessicherheitsbehörden für eine effektive Eindämmung entsprechender Aktivitäten
in Deutschland ein und arbeitet dazu u. a. auch eng mit dem Auswärtigen Amt
zusammen. Für individuelle Gefährdungsbewertungen und ggf. die Ergreifung
von erforderlichen (Schutz-)Maßnahmen sind die Landespolizeibehörden
zuständig. In konkreten Gefährdungsfällen können und sollen sich Betroffene an
die Notfallrufnummer der Polizei wenden.
14. Ist der Bundesregierung bekannt, ob es in der guineischen Botschaft zu
Korruption kommt, sodass etwa beantragte und bezahlte Pässe nur gegen
die Zahlung von Bestechungsgeldern ausgehändigt werden, was den
Fragestellenden von Betroffenen berichtet wurde, und wenn ja, was genau
ist der Bundesregierung darüber bekannt?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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