Die neue sicherheitspolitische Vision der USA als Chance wahrnehmen - Für eine neue transatlantische Partnerschaft
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Die neue sicherheitspolitische Vision der USA als Chance wahrnehmen - Für eine neue transatlantische Partnerschaft
[Antrag
der Abgeordneten Markus Frohnmaier, Jan Wenzel Schmidt, Udo Theodor
Hemmelgarn, Dr. Anna Rathert, Gerold Otten, Beatrix von Storch, René
Springer, Heinrich Koch, Stefan Keuter, Dr. Alexander Gauland, Uwe Schulz,
Dr. Alexander Wolf, Alexander Arpaschi, Adam Balten, Dr. Christina Baum,
Joachim Bloch, Erhard Brucker, Hauke Finger, Kay Gottschalk, Rainer Groß,
Dr. Ingo Hahn, Nicole Höchst, Dr. Malte Kaufmann, Rocco Kever, Achim
Köhler, Reinhard Mixl, Edgar Naujok, Iris Nieland, Carina Schießl, Andreas
Paul, Manfred Schiller, Bernd Schuhmann, Tobias Teich, Martina Uhr, Sven
Wendorf, Jörg Zirwes, Ulrich von Zons und der Fraktion der AfD
Die neue sicherheitspolitische Vision der USA als Chance wahrnehmen
– Für eine neue transatlantische Partnerschaft
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Am 5. Dezember 2025 veröffentlichte die US-Administration von Präsident Donald J.
Trump die neue Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika
(www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2025/12/2025-National-Security-Stra-
tegy.pdf). Dieses Dokument legt für die kommenden Jahre zahlreiche thematische
Prioritäten fest, bei denen sich US-amerikanische und deutsche Interessen überschneiden,
bietet Lösungsansätze sowie neue Möglichkeiten der bilateralen Zusammenarbeit
zwischen Deutschland und den USA und kann nicht zuletzt für eine neue deutsche
Sicherheitsstrategie als Vorbild dienen.
– In der Außenpolitik wollen die USA in Zukunft auf Einmischungen in die inneren
Angelegenheiten anderer Länder verzichten und stattdessen auf Partnerschaften
setzen. Dies setzt voraus, dass in Europa demokratische Wahlen Regierungen
hervorbringen, die die Interessen ihrer Völker vertreten. Gerade in einer
multipolaren Welt liegt es auch im wohlverstandenen nationalen Interesse Deutschlands,
selbst zu allen Staaten, die guten Willens sind, auf der Grundlage von
Gleichberechtigung und Achtung auch der deutschen Souveränität konstruktive
Beziehungen zu entwickeln und zu pflegen. Als global vernetzte Industrie- und
Kulturnation müsste Deutschland weltweit nach wechselseitig vorteilhaften und
idealerweise partnerschaftlichen Kooperationen streben.
– In der Verteidigungspolitik fordern die USA die europäischen Länder auf,
Verantwortung für ihre eigene Verteidigung zu übernehmen, und erklären, dass sie
die Erweiterung der NATO stoppen und vielmehr eine „strategische Stabilität“
mit Russland wiederherstellen wollen. Tatsächlich befinden sich die deutschen
Streitkräfte aufgrund der chronischen Unterfinanzierung über Jahrzehnte sowie
Deutscher Bundestag Drucksache 21/3305
21. Wahlperiode 16.12.2025
der fortlaufenden Abgabe von einsatzfähigem Material und Waffensystemen aus
Beständen der Bundeswehr an die Ukraine in einem desolaten Zustand. Ein
verteidigungsfähiges Deutschland sollte auch Ziel der Bundesregierung sein. Eine
weitere Osterweiterung der NATO würde hingegen jede Perspektive auf eine
stabile europäische Friedensordnung auf Basis legitimer Sicherheitsinteressen
aller europäischen Staaten erschweren.
– Gleichzeitig kritisieren die USA die europäischen Regierungen für ihre
Migrationspolitik, welche zur fortschreitenden Islamisierung Europas geführt hat, und
die Einschränkungen des politischen Wettbewerbs sowie der Meinungsfreiheit im
Sinne einer „woken“ Ideologie. Augenscheinlich hat die illegale
Massenzuwanderung unter der Bundesregierung und den Vorgänger-Regierungen Deutschland
an seine Grenze gebracht beziehungsweise darüber hinaus – mit verheerenden
Folgen für die innere Sicherheit, den Sozialstaat und im Ergebnis alle Bereiche
von Gesellschaft und Gemeinwohl. Die Ausgrenzung von über einem Viertel der
Wähler hat die gesellschaftliche Spaltung nur verschärft.
Ferner wollen die USA Nationalstaaten mit ihren Werten und Interessen über
supranationale Organisationen stellen, welche in den vergangenen Jahren oft in Ideologie
oder Korruption versunken sind, und insbesondere ein „Gleichgewicht der Kräfte“
anstreben und so die Ära destabilisierender Interventionen wie unter Biden, Obama, Bush
und weiteren beenden – jene Interventionen waren nicht nur für die Gründung von
Terrororganisationen wie dem „Islamischen Staat“ maßgeblich, sondern auch für die
illegalen massenfachen Migrationsbewegungen nach Deutschland und Europa
teilweise mitursächlich.
Die Vereinigten Staaten von Amerika und die Bundesrepublik Deutschland gehören
einem gemeinsamen Kulturraum an, der auf der jüdisch-christlichen Werteordnung,
der Idee freier und souveräner Nationalstaaten, der liberalen Rechtstradition und der
Idee individueller Freiheitsrechte und Würde fußt.
Die Demontage der europäischen Nationen durch die großen politischen
Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre – darunter die Förderung von unqualifizierter und
kulturell unvereinbarer Massenmigration, die Deindustrialisierung durch Energiewende
und Klimaschutzpolitik, der inneren Zerfall durch „woken“ Kulturkampf, die Abkehr
von der liberalen Rechtstradition und besonders von der Meinungsfreiheit sowie die
Anbiederung an den politischen Islam – hat direkte sicherheits- und geopolitische
Konsequenzen für unsere Partner in Nordamerika und Europa. Die Union als zentrale
Regierungspartei der letzten Jahrzehnte trägt für den Niedergang Deutschlands die
Hauptverantwortung.
Vor diesem Hintergrund liegt es im ureigenen deutschen Interesse, nicht nur seine
eigene politische Stabilität und Souveränität wiederherzustellen, sondern gemeinsam
mit den befreundeten Nationen Nordamerikas und Europas darauf hinzuwirken, dass
dies überall geschieht. Statt die US-Administration zu diffamieren und zu brüskieren,
wie es führende CDU-Politiker derzeit tun, sollte mit ihr konstruktiv
zusammengearbeitet werden – zum gegenseitigen Vorteil.
Anstatt die sicherheitspolitischen Chancen anzuerkennen, deutsche nationale
Interessen im Einklang hierzu wahrzunehmen und so die transatlantische Zusammenarbeit zu
vertiefen, begegnete die Kanzlerpartei der US-Strategie jedoch mit verbalen Ausfällen.
Unter ihren Spitzenaußenpolitikern äußerte Jürgen Hardt, der außenpolitische
Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die neue Strategie klinge „manchmal wie
Putin, der über Europa redet“ (https://amp.dw.com/en/germany-rejects-us-security-stra-
tegys-outside-advice/a-75035763), und unterstellte Norbert Röttgen, „erstmals seit
dem Ende des Zweiten Weltkriegs [stünden] die USA nicht mehr an der Seite der
Europäer“ (https://amp.dw.com/de/usa-sicherheitsstrategie-donald-trump-deutschland-
europa/a-75062366). Der Bundesminister des Auswärtigen, Dr. Johann David
Wadephul, sagte, Berlin brauche keine Vorträge von außen über Meinungsfreiheit oder
die Organisation demokratischer Gesellschaften (https://amp.dw.com/en/germany-re-
jects-us-security-strategys-outside-advice/a-75035763) – sein Bundeskanzler übte
aber noch im September 2025 Kritik an Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in den
USA und beklagte mit „allergrößtem Bedauern“, dass dort Meinungsfreiheit und
unabhängige Justiz angeblich in Frage stünden (www.n-tv.de/politik/Merz-uebt-
ungewoehnlich-scharfe-Kritik-am-Zustand-der-USA-article26060062.html). Ein Jahr
zuvor und nur drei Wochen vor den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2024
konstatierte der damalige Kanzlerkandidat der CDU/CSU öffentlich, der
Präsidentschaftskandidat Donald J. Trump sei eine „ernstzunehmende, große Gefahr für die
Demokratie“ (https://www.youtube.com/watch?v=vb7ojSxt8HU&t=788s min 19:20).
Als Bundeskanzler bezeichnete Friedrich Merz nun Teile der neuen US-Strategie als
„aus europäischer Sicht inakzeptabel“ (www.zeit.de/news/2025-12/09/merz-
kritisiertus-sicherheitsstrategie) und reihte sich damit bei jenen CDU-Politikern ein, die die
transatlantische Partnerschaft zu beschädigen drohen. Als er zur US-Strategie sagte,
„Das, was wir einmal den normativen Westen genannt haben, gibt es in dieser Form
nicht mehr. Es ist allenfalls noch eine geografische Bezeichnung, aber keine normative
Bindung mehr, die uns zusammenhält“ (www.bundesregierung.de/breg-de/
aktuelles/rede-merz-gesamtmetall-2398980), kündigte er für seine Partei den Kern
liberalkonservativen Denkens auf und lag damit grundfalsch.
Der Bundestag stellt fest: Die ständige öffentliche Diffamierung und Beleidigung
ausländischer Politiker – insbesondere aus dem Umfeld unseres wichtigsten Partners, der
Vereinigten Staaten von Amerika – durch Vertreter der Bundesregierung ist mit
diplomatischer Verantwortung und partnerschaftlichem Anstand unvereinbar.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA als Anlass für eine Vertiefung des
deutsch-US-amerikanischen Bündnisses zu begreifen, mit der Trump-Administration
zum gegenseitigen Vorteil beider Nationen zusammenzuwirken und undiplomatische
Denunziationen gegenüber der US-Regierung zu unterlassen.
Berlin, den 16. Dezember 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
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