Krankenversicherte entlasten, nicht belasten (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5487)
Text
Krankenversicherte entlasten, nicht belasten (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5487)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7015
21. Wahlperiode 08.07.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Ates Gürpinar, Nicole Gohlke, Dr. Michael Arndt,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke
– Drucksache 21/5487 –
Krankenversicherte entlasten, nicht belasten
A. Problem
Nach Auffassung der Antragsteller belasten die aktuellen Reformpläne der
Bundesregierung zur GKV die Versicherten einseitig zugunsten der Arbeitgeberseite.
Durch geplante Leistungskürzungen und den angekündigten Wegfall der
beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner drohe eine massive Netto-Umverteilung
zuungunsten der Mitglieder.
B. Lösung
Mit dem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, auf sämtliche
Leistungskürzungen sowie Mehrbelastungen zu verzichten und die Beitragsbemessungs-
und Pflichtversicherungsgrenze auf monatlich 15 000 Euro unverzüglich
anzuheben.
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, AfD,
SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gegen die Stimmen der Fraktion Die
Linke.
C. Alternativen
Annahme des Antrags.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/5487 abzulehnen.
Berlin, den 8. Juli 2026
Der Ausschuss für Gesundheit
Dr. Tanja Machalet
Vorsitzende
Ates Gürpinar
Berichterstatter
Bericht des Abgeordneten Ates Gürpinar
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat den Antrag auf Drucksache 21/5487 in seiner 74. Sitzung am 23. April 2026
in erster Lesung beraten und zur Beratung an den Ausschuss für Gesundheit überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die antragstellende Fraktion führt aus, dass die Regierungspläne zu einer ungerechten finanziellen Umschichtung
führen, bei der die Versicherten belastet und die Arbeitgeber entlastet werden. Die Initianten fordern den
vollständigen Verzicht auf Kürzungen beim Krankengeld, bei Zahnersatz und Zuzahlungen sowie der beitragsfreien
Mitversicherung von Ehepartnern, da Letztere insbesondere Frauen und einkommensschwache Personen
finanziell gefährden. Des Weiteren dürften keine Kürzungen bei den Leistungserbringenden erfolgen, sofern sich
dadurch die Versorgung der Patientinnen und Patienten verschlechtere. Mit der Vorlage soll zudem erreicht
werden, dass die Beitragsbemessungs- und Pflichtversicherungsgrenze unverzüglich auf 15 000 Euro angehoben
wird, um Gutverdienende in der Solidargemeinschaft zu halten. Die Beitragssätze sollen erheblich gesenkt und
perspektivisch soll eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung eingeführt werden.
Dem Ausschuss lag zu dem Antrag auf Drucksache 21/5487 eine Petition vor. Diese wurde in die Beratungen
einbezogen.
III. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Gesundheit hat seine Beratungen zu dem Antrag auf Drucksache 21/5487 in seiner 44. Sitzung
am 20. Mai 2026 aufgenommen und beschlossen, eine öffentliche Anhörung durchzuführen.
Die öffentliche Anhörung fand gemeinsam mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung auf Drucksachen
21/6130, 21/6559 sowie den Anträgen auf den Drucksachen 21/2036, 21/2716, 21/5332, 21/5759 und 21/5753 in
der 49. Sitzung am 22. Juni 2026 statt. Als sachverständige Organisationen waren eingeladen: ABDA –
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, ADAC Luftrettung, Aktion Psychisch Kranke (APK), Allianz
Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG), AOK-Bundesverband, BG Kliniken – Klinikverbund der gesetzlichen
Unfallversicherung, BKK Dachverband, Bitkom, Bund Deutscher Cannabis-Patienten (BDCan), Bund
freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD), Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen und -Initiativen
(BAGP), Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp), Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von
Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen (BAG SELBSTHILFE),
Bundesärztekammer (BÄK), Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), Bundesrechnungshof (BRH), Berufsverband
der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ), Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Berufsverband
der Deutschen Dermatologen (BVDD), Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK), Bundesverband für
Ergotherapeut:innen in Deutschland (BED), Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg, Bundesverband Häusliche
Kinderkrankenpflege (BHK), Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), Bundesverband Niedergelassener
Kardiologen (BNK), Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bundesvereinigung der
Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND), Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
(BDA), Bundeszahnärztekammer – Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern (BZÄK), Deutsche
Dermatologische Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG),
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK), Deutsche Gesellschaft für Kinder- und
Jugendmedizin (DGKJ), Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA), Deutsche Interdisziplinäre
Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Deutsche
PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Deutsche Rentenversicherung (DRV), Deutsche Rentenversicherung
Knappschaft-Bahn-See, Deutsche Stiftung für chronische Kranke (DScK), Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe –
DBfK Bundesverband, Deutscher Berufsverband Rettungsdienst (DBRD), Deutscher Caritasverband, Deutscher
Evangelischer Krankenhausverband (DEKV), Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Deutscher
Hebammenverband (DHV), Deutscher Landkreistag (DLT), Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband,
Deutscher Pflegerat (DPR), Deutscher Städtetag, Deutscher Städte- und Gemeindebund, Diakonie Deutschland –
Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung, Die Arzneimittel Importeure, DRF Stiftung Luftrettung,
eurocom – European Manufacturers Federation for Compression Therapy and Orthopaedic Devices, European
Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA), gematik, Gemeinsamer Bundesauschuss (G-
BA), Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GKinD), GKV-
Spitzenverband, Hausärztinnen- und Hausärzteverband, IKK – Gemeinsame Vertretung der Innungskrankenkassen, Institut
für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), Interessenverband kommunaler Krankenhäuser (IVKK),
Johanniter Unfallhilfe, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV),
Katholischer Krankenhausverband Deutschland (KKVD), LOGO Deutschland – Selbstständige in der Logopädie,
Malteser Hilfsdienst, Medizinischer Dienst Bund, MEZIS – Mein Essen zahl‘ ich selbst, Netzwerk der
Geburtshäuser, Pharma Deutschland, Physio Deutschland – Deutscher Verband für Physiotherapie, Pro Generika,
Sozialverband Deutschland (SoVD), Sozialverband VdK Deutschland, Spitzenverband der Heilmittelverbände
(SHV), Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa), Spitzenverband digitale
Gesundheitsversorgung (SVDGV), VDB-Physiotherapieverband – Bundesverband, ver.di – Vereinte
Dienstleistungsgewerkschaft, Verband der Ersatzkassen (vdek), Verband der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband), Verband
der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa),
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Verein Demokratischer Ärzt*innen, Zentralverband des Deutschen Handwerks
(ZDH), Arbeitsgemeinschaft der Gesundheitshandwerke. Als namentlich benannte Sachverständige waren
eingeladen: Prof. Dr. Christian Karagiannidis (Universität Witten/Herdecke), Marc Nellen (Deutsches Rotes Kreuz
(DRK), Dr. Michael Vogt (Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands). Auf das
Wortprotokoll der Anhörung und die als Ausschussdrucksachen veröffentlichen Stellungnahmen 21(14)92(1-62) wird
verwiesen.
Der Ausschuss hat in seiner 52. Sitzung am 8. Juli 2026 seine Beratungen zu dem Antrag auf Drucksache 21/5487
fortgesetzt und abgeschlossen.
Als Ergebnis empfiehlt der Ausschuss für Gesundheit mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, AfD, SPD
und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gegen die Stimmen der Fraktion Die Linke die Ablehnung des Antrags auf
Drucksache 21/5487.
Fraktionsmeinungen
Die Beschlussfassung über den Antrag auf Drucksache 21/5487 fand im Kontext der Beratungen zu dem
Gesetzentwurf der Bundesregierung auf Drucksachen 21/6130, 21/6559 sowie den Anträgen auf Drucksachen 21/2063,
21/2716, 21/5332, 21/5759 und 21/5753 statt. Hinsichtlich der Fraktionsmeinungen wird daher auf die zu den
genannten Vorlagen erstellte Beschlussempfehlung verwiesen.
Berlin, den 8. Juli 2026
Ates Gürpinar
Berichterstatter
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
- authored ← Ates Gürpinar (Berichterstattung)
- authored ← Ausschuss für Gesundheit
- part_of_vorgang → Krankenversicherte entlasten, nicht belasten (Beschlussempfehlung und Bericht)