Deutscher Fortschrittsbericht 2026
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Deutscher Fortschrittsbericht 2026
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 200/26
23.04.26
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Bundesministerium Berlin, 23. April 2026
der Finanzen
Parlamentarischer Staatssekretär
An den
Präsidenten des Bundesrates
Herrn Bürgermeister
Dr. Andreas Bovenschulte
Sehr geehrter Herr Präsident,
zur weiteren Befassung des Bundesrates übersende ich als Anlage den am
22. April 2026 vom Bundeskabinett gebilligten deutschen jährlichen
Fortschrittsbericht 2026, der in gemeinsamer Federführung durch das Bundesministerium der
Finanzen und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erstellt wurde.
Gemäß der Verordnung zum präventiven Arm des reformierten Stabilitäts- und
Wachstumspaktes legen die EU-Mitgliedstaaten jährliche Fortschrittsberichte
(Annual Progress Reports - APR) bis zum 30. April eines jeden Jahres vor. Der APR
bildet, gemeinsam mit dem mittelfristigen finanzpolitisch-strukturellen Plan (FSP),
das neue Berichtsformat im Rahmen des Europäischen Semesters (neben dem Draft
Budgetary Plan). Während der FSP der Festlegung des Nettoausgabenpfades
sowie der Reform- und Investitionspakete dient, soll der APR über deren Einhaltung
berichten.
Mit dem APR berichtet die Bundesregierung nun insbesondere über die
Fortschritte bei der Einhaltung des im FSP festgelegten Nettoausgabenpfades, die
Umsetzung des Reform - und Investitionspakets sowie die Umsetzung weiterer im
FSP angekündigter Reformen und Investitionen, welche die
länderspezifischen Empfehlungen (LSE) und die gemeinsamen EU-Prioritäten adressieren.
Der APR berichtet rückblickend für den Zeitraum Juli 2025 bis April 2026.
Der APR zeigt, dass das Nettoausgabenwachstum 2026 den Vorgaben des
Nettoausgabenpfades, wie im FSP dargestellt, unter Berücksichtigung des Kontrollkontos
entspricht.
Der APR legt dar, dass zehn der insgesamt 17 Maßnahmen des Reform- und
Investitionspakets zur Begründung der Verlängerung der Anpassungsperiode
umgesetzt wurden und die Umsetzung der restlichen Maßnahmen im Zeitplan ist.
Von den 36 weiteren im FSP angekündigten Reformen und Investitionen, die die
LSE adressieren, wurden zwölf Maßnahmen umgesetzt. Ferner enthält der APR
Ausführungen zur Wirtschafts- und Finanzpolitik des vergangenen Jahres sowie
zur Haushaltsentwicklung, fasst Fortschritte bei der Umsetzung des Deutschen
Aufbau- und Resilienzplans (DARP) zusammen und stellt ausgewählte Aspekte der
Umsetzung der Europäischen Säule Sozialer Rechte sowie der UN-
Nachhaltigkeitsziele dar.
Die Länder haben – koordiniert durch das Land Rheinland-Pfalz, das den Vorsitz
der Ministerpräsidentenkonferenz innehat – einen eigenen Text zum Thema
„Beseitigung der Engpässe bei Planung und Durchführung sowie Digitalisierung der
öffentlichen Verwaltung“ beigesteuert. Der Textbeitrag gibt die Perspektive der
Länder wieder. Mit der Aufnahme im APR macht sich die Bundesregierung die
Ausführungen nicht zu eigen.
Mit freundlichen Grüßen
Dennis Rohde
Deutscher
Fortschrittsbericht 2026
gem. Verordnung (EU) 2024/1263
Fassung (Stand 17. April 2026)
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Inhalt
INHALT 2
1 VORBEMERKUNGEN UND ZUSAMMENFASSUNG 5
2 GESAMTWIRTSCHAFTLICHES UMFELD IN DEUTSCHLAND 7
3 HAUSHALTSENTWICKLUNG 10
3.1 Entwicklung des Staatshaushalts 10
3.2 Entwicklung des Bundeshaushalts und wichtiger Sondervermögen des Bundes 12
4 ENTWICKLUNG DER NETTOAUSGABEN 19
4.1 Entwicklung der Nettoausgaben in den Jahren 2025 und 2026 19
4.2 Bebuchung des Kontrollkontos in den Jahren 2025 und 2026 19
5 REFORMEN UND INVESTITIONEN 21
5.1 Fortschritte bei Reformen und Investitionen, die einer Verlängerung des Anpassungszeitraums
zugrunde liegen 21
5.1.1 Abgeschlossene Reformen und Investitionsprogramme 21
5.1.2 Laufende Reformen und Investitionen 25
5.2 Reformen und Investitionen in Antwort auf die länderspezifischen Empfehlungen und zur Adressierung
der gemeinsamen EU-Prioritäten 28
5.2.1 Arbeitsmarkt und Humankapital 29
5.2.2 Bürokratierückbau, Planungsbeschleunigung, moderne öffentliche Verwaltung 30
5.2.3 Energie 30
5.2.4 Sozialstaat 31
5.2.5 Investitions- und Standortbedingungen 32
5.3 Zuschüsse aus dem DARP 36
6 TABELLENANHANG 39
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Verzeichnis der Kästen
Kasten 1: Länderbeitrag zum jährlichen Fortschrittsbericht 2026: „Beseitigung der Engpässe bei Planung
und Durchführung auf allen staatlichen Ebenen sowie Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung“
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Ausgaben für Investitionen im Bundeshaushalt, im KTF und Ausgaben des SVIK ...................... 14
Abbildung 2: Investitionsschwerpunkte des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität ..... 16
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Finanzierungssalden und Schuldenstand des Staats ......................................................................................... 10
Tabelle 2: Finanzierungssalden nach staatlichen Ebenen .................................................................................................... 11
Tabelle 3: Wesentliche Kennziffern des Bundeshaushalts ................................................................................................... 13
Tabelle 4: Ausgaben ausgewählter Bereiche............................................................................................................................... 18
Tabelle 5: Wachstum der Nettoausgaben und Kontrollkonto - vor und nach Berücksichtigung der
Nationalen Ausweichklausel ................................................................................................................................................. 20
Tabelle 6a: Gesamtstaatliches Nettoausgabenwachstum ..................................................................................................... 39
Tabelle 7: Projektion der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ....................................................................................... 40
Tabelle 8: Technische Annahmen ................................................................................................................................................... 41
Tabelle 9: Projektion der Staatsfinanzen ..................................................................................................................................... 42
Tabelle 10: Diskretionäre einnahmeseitige Maßnahmen (DRM) ...................................................................................... 44
Tabelle 11: Auswirkungen der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) auf die Projektion – Zuschüsse.............. 45
Tabelle 12: Umsetzungsstand der länderspezifischen Empfehlungen (strukturiert nach Vorgaben der EU-
Kommission) ................................................................................................................................................................................ 46
Tabelle 13: Fortschritte bei Reformen und Investitionen, die einer Verlängerung des Anpassungszeitraums
zugrunde liegen .......................................................................................................................................................................... 91
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Tabelle 14: Weitere Reformen und Investitionen in Antwort auf die länderspezifischen Empfehlungen und
zur Adressierung der gemeinsamen EU-Prioritäten .................................................................................................. 96
Tabelle 15: Maßnahmen zur Implementierung der Europäischen Säule Sozialer Rechte (ESSR-Tabelle) ... 100
Tabelle 16: Ausgewählte Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) ............................. 107
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1 Vorbemerkungen und Zusammenfassung
(1) Die Verordnung (EU) 2024/1263 über die wirksame Koordinierung der
Wirtschaftspolitik und über die multilaterale haushaltspolitische Überwachung sieht
vor, dass die Mitgliedstaaten ihre Finanz- und Wirtschaftspolitik in Form sogenannter
mittelfristiger finanzpolitisch-struktureller Pläne (FSP) sowie jährlicher
Fortschrittsberichte (APR) darlegen. Die Bundesregierung kommt mit diesem Bericht
ihrer Pflicht gemäß Artikel 21 der Verordnung (EU) 2024/1263 nach. Der APR folgt
inhaltlich und formal den Vorgaben der Verordnung (EU) 2024/1263 sowie den
Leitlinien der Europäischen Kommission für die Mitgliedstaaten zu den
Informationsanforderungen für die mittelfristigen finanzpolitisch-strukturellen Pläne
und den jährlichen Fortschrittsberichten.
(2) Der von der Bundesregierung am 16. Juli 2025 beschlossene und vom ECOFIN-Rat
gebilligte finanzpolitisch-strukturelle Plan (FSP) legt einen verbindlichen mehrjährigen
Pfad für das Wachstum der gesamtstaatlichen Ausgaben in Deutschland fest
(„Nettoausgabenpfad“). Im Gegenzug für eine Verlängerung der Anpassungsperiode des
FSP auf sieben Jahre hat die Bundesregierung ein substanzielles Reform- und
Investitionspaket im Rahmen des FSP vorgelegt. Mit dem APR berichtet die
Bundesregierung nun insbesondere über die Fortschritte bei der Einhaltung des
Nettoausgabenpfads, bei der Umsetzung des Reform- und Investitionspakets sowie bei
der Umsetzung weiterer im FSP angekündigter Reformen und Investitionen, welche die
länderspezifischen Empfehlungen (LSE) und die gemeinsamen EU-Prioritäten
adressieren. Der APR berichtet rückblickend für den Zeitraum Juli 2025 bis März 2026.
(3) Das Bundeskabinett hat den vorliegenden Fortschrittsbericht am 22. April gebilligt.
Die darin enthaltene Projektion der Haushaltsentwicklung aller staatlichen Ebenen für
das Jahr 2026 beruht auf dem Gesetz zur Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das
Haushaltsjahr 2026 vom 22. Dezember 2025 und der Jahresprojektion der
Bundesregierung zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vom 28. Januar 2026. Dabei
wurden die Steuereinnahmen des Bundeshaushalts sowie der Länder und Gemeinden an
die anhand der Jahresprojektion aktualisierten Ergebnisse des Arbeitskreises
„Steuerschätzungen“ vom 21. bis 23. Oktober 2025 angepasst. Stichtag der Projektion ist
der 30. März 2026. Der APR zeigt, dass das Nettoausgabenwachstum im Jahr 2025 das
maximal zulässige Wachstum der Nettoausgaben, wie im FSP dargestellt, unterschreitet.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Auch im Jahr 2026 hält das Nettoausgabenwachstum gemäß Fiskalprojektion unter
Berücksichtigung des Kontrollkontos das maximal zulässige Wachstum der
Nettoausgaben laut FSP ein. Der APR legt weiterhin dar, dass zehn der insg. 17
Maßnahmen des Reform- und Investitionspakets zur Begründung der Verlängerung der
Anpassungsperiode umgesetzt wurden und die Umsetzung der restlichen Maßnahmen
im Zeitplan ist. Von den 36 weiteren im FSP angekündigten Maßnahmen, die die
länderspezifischen Empfehlungen adressieren, wurden zwölf Maßnahmen umgesetzt.
Ferner enthält der APR Ausführungen zur Wirtschafts- und Finanzpolitik des
vergangenen Jahres sowie zur Haushaltsentwicklung, fasst Fortschritte bei der
Umsetzung des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) zusammen und stellt
ausgewählte Aspekte der Umsetzung der Europäischen Säule Sozialer Rechte (ESSR)
sowie der UN-Nachhaltigkeitsziele tabellarisch dar. Die Länder haben – koordiniert
durch das Land Rheinland-Pfalz, das den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz
innehat – einen eigenen Text zum Thema „Beseitigung der Engpässe bei Planung und
Durchführung sowie Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung“ beigesteuert (siehe
Kasten 1). Der Textbeitrag gibt die Perspektive der Länder wieder; mit der Aufnahme im
APR macht sich die Bundesregierung die Ausführungen nicht zu eigen.
(4) Im Rahmen der Beteiligung relevanter Interessenträger im Einklang mit dem
nationalen Rechtsrahmen zur Erfüllung der Anforderungen von Artikel 21 der
Verordnung (EU) 2024/1263 hat die Bundesregierung den Sozialpartnern und Verbänden
den APR übermittelt. Ebenfalls vor dem Hintergrund der Beteiligung relevanter
Interessensträger und der finanzverfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen in
Deutschland hat die Bundesregierung dem Arbeitskreis Stabilitätsrat die dem
Nettoausgabenpfad zu Grunde liegende Fiskalprojektion zur Beratung vorgelegt und den
APR an den Deutschen Bundestag und den Bundesrat übersandt. Der APR wird bis zum
30. April 2026 an die Europäische Kommission und den ECOFIN-Rat übermittelt. Nach
der Befassung im ECOFIN-Rat wird die Bundesregierung auch die Ratsstellungnahme
zum APR an den Deutschen Bundestag übersenden. Die APR aller EU-Mitgliedstaaten
sowie die entsprechenden Analysen der Europäischen Kommission und die
Empfehlungen des ECOFIN-Rats sind auf der Seite der Europäischen Kommission
veröffentlicht:
https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-governance-framework/stability-and-growth-
pact/preventive-arm/annual-progress-reports_en
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2 Gesamtwirtschaftliches Umfeld in Deutschland
(5) Die Risiken für die wirtschaftliche Erholung sind mit dem neu entflammten
Konflikt im Nahen Osten und den daraus folgenden Preissteigerungen bei Öl und Gas
deutlich gestiegen. Diese Entwicklung war in der diesem Bericht zugrunde gelegten
Jahresprojektion noch nicht absehbar. Die Auswirkungen auf die globale Wirtschaft und
auf Deutschland hängen entscheidend davon ab, wie lange sich der Konflikt hinzieht, die
Handelsroute durch die Straße von Hormus faktisch gesperrt bleibt und
Produktionskapazitäten in der Region beeinträchtigt werden. Eine belastbare Einschätzung hierzu
konnte zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch nicht abgegeben werden.
(6) Die deutsche Wirtschaftsleistung stabilisierte sich im Jahr 2025 nach den negativen
Wachstumsraten der Jahre 2023 und 2024. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt
(BIP) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,2 %. Die anhaltende
Investitionsschwäche und ein spürbar negativer Wachstumsbeitrag des Außenhandels
bremsten die Entwicklung, während sich die Konsumausgaben der privaten Haushalte
und des Staates erhöhten. Gegenüber dem Jahr 2019 lag das preisbereinigte BIP 2025 nur
marginal höher. Die exportorientierte deutsche Industrie wurde weiterhin durch
fortdauernde geo- und handelspolitische Unsicherheiten, handelspolitische
Fragmentierung und weltweit gestiegenen Protektionismus belastet. Diese Faktoren
verstärkten bereits bestehende strukturelle Herausforderungen im Inland. Zu diesen
zählen insbesondere eine hohe Regulierungsdichte sowie hohe Bürokratiekosten und
langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren, ein über Jahre entstandener
(öffentlicher) Investitionsstau bei Infrastruktur und Digitalisierung, der absehbare
Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials im Zuge der demografischen Entwicklung, im
internationalen Vergleich hohe Energiekosten und hohe (und potenziell im Kontext der
gesellschaftlichen Alterung steigende) Abgaben auf Arbeitseinkommen sowie hohe
Steuern auf Unternehmenserträge. Zentrale wirtschafts- und finanzpolitische
Maßnahmen der Bundesregierung, insbesondere das Sondervermögen Infrastruktur und
Klimaneutralität sowie steuerliche Investitionsanreize, entfalteten im späteren
Jahresverlauf erste konjunkturelle Effekte.
(7) Für das Jahr 2026 erwartet die Bundesregierung in ihrer Jahresprojektion aus dem
Januar eine einsetzende konjunkturelle Erholung mit einem realen BIP-Zuwachs von
1,0 % bei weiterhin unterausgelasteten gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten
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(negative Produktionslücke). Diese Erholung wird vor allem von einer stärkeren
binnenwirtschaftlichen Dynamik getragen, während die außenwirtschaftlichen
Belastungen nur etwas nachlassen dürften. Von den wirtschafts- und finanzpolitischen
Maßnahmen der Bundesregierung werden dabei spürbare Wachstumseffekte erwartet;
sie dürften für sich genommen rund zwei Drittel Prozentpunkte zum BIP-Zuwachs
beitragen. Die strukturellen Wachstumsperspektiven sind mit einer
Potenzialwachstumsrate von rund ½ Prozent aber angesichts der genannten
Herausforderungen im historischen Vergleich merklich abgeschwächt und infolge
tiefgreifender Umbrüche mit erhöhter Unsicherheit behaftet. Um einem weiteren
Verlust an Wettbewerbsfähigkeit entgegenzuwirken und das Potenzialwachstum
nachhaltig zu erhöhen, sind neben staatlichen Investitionen zur Modernisierung der
Infrastruktur und steuerlichen Investitionsanreizen strukturelle Verbesserungen der
Standortbedingungen in zentralen Handlungsfeldern notwendig, darunter zusätzliche
Reformschritte zur Sicherung der Fachkräftebasis, zum Rückbau bürokratischer
Belastungen, zur Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung sowie zur nachhaltigen
Reduzierung der Energiepreise.
(8) Die weltwirtschaftlichen Perspektiven bleiben schwierig. Der internationale Handel
wird durch geopolitische Spannungen sowie gestiegenen Handelsprotektionismus
gedämpft und die US-Zollpolitik belastet die Weltwirtschaft weiterhin. Mit der
Eskalation des Konflikts im Nahen Osten infolge des Angriffs der USA und Israels auf
den Iran, der faktischen Blockade der Straße von Hormus und den daraus folgenden
globalen Preissteigerungen bei Öl und Gas haben sich die Rahmenbedingungen seit
Veröffentlichung der Jahresprojektion nochmals deutlich verschlechtert. Für die
deutschen Ausfuhren ergibt sich ein herausforderndes Umfeld, zusätzlich geprägt von
zunehmendem Wettbewerbsdruck und den Folgen nicht-marktwirtschaftlicher
Praktiken aus China sowie der Aufwertung des Euro. Besonders betroffen sind die
Kernbereiche der deutschen Exportindustrie, insbesondere der Maschinen- und
Anlagenbau sowie die Automobilindustrie. Für das Jahr 2026 erwartet die
Bundesregierung in ihrer Jahresprojektion einen verhaltenen Anstieg der
preisbereinigten Ausfuhren um 0,8 %, während die preisbereinigten Einfuhren bei
anziehender Binnennachfrage stärker um 2,1 % zunehmen dürften. Der
Wachstumsbeitrag des Außenhandels bleibt damit negativ, wenn auch weniger deutlich
als 2025.
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(9) Positive Wachstumsimpulse werden 2026 gemäß der Jahresprojektion vor allem
von der Binnennachfrage erwartet. Reale Lohnsteigerungen dürften den privaten
Konsum stützen, allerdings durch die jüngsten Energiepreissteigerungen spürbar
gedämpft werden. Die Sparquote der privaten Haushalte wird gemäß der
Jahresprojektion voraussichtlich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres verharren. Bei
den Investitionen wird nach mehrjährigen Rückgängen eine Trendwende erwartet.
Öffentliche und private Ausrüstungs- und Bauinvestitionen erhalten Impulse aus dem
Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität, aus dem verteidigungsbezogenen
Ausgabenrahmen, dem Deutschlandfonds sowie durch die steuerlichen
Investitionsanreize. Der Verteidigungssektor gewinnt als gesamtwirtschaftlicher
Investitionstreiber an Bedeutung. Beschleunigte Planungs- und
Genehmigungsverfahren sowie Bürokratiekostenabbau erleichtern darüber hinaus
zusätzliche Investitionen. Im Bau zeichnet sich nach den deutlichen Rückgängen der
vergangenen Jahre eine allmähliche Erholung ab, vor allem im öffentlichen Hoch- und
Tiefbau sowie bei Infrastrukturprojekten. Der Wohnungsbau dürfte sich stabilisieren,
bleibt jedoch durch hohe Finanzierungskosten und stark gestiegene Baukosten belastet.
(10) Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist durch sektorale Verschiebungen geprägt und
wird zunehmend auch durch die demografische Entwicklung bestimmt. 2025 ging die
Erwerbstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe deutlich zurück, während sie in den
Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Erziehung und Gesundheitswesen,
zunahm. Insgesamt stagnierte die Zahl der Erwerbstätigen. Für 2026 erwartet die
Bundesregierung gemäß der Jahresprojektion trotz der konjunkturellen Erholung
zunächst nur eine verzögerte Belebung der Arbeitskräftenachfrage. Im
Jahresdurchschnitt dürfte die Zahl der Erwerbstätigen um rund 20 Tsd. Personen
zurückgehen. Die Arbeitslosigkeit dürfte sich im Jahresverlauf verringern, im
Jahresdurchschnitt jedoch nur leicht sinken.
(11) Die Inflation bewegte sich 2025 in der Nähe der 2-%-Marke und lag im
Jahresdurchschnitt bei 2,2 %. Die Kerninflation lag darüber. Für 2026 rechnet die
Bundesregierung in ihrer Jahresprojektion aus dem Januar mit einer Inflationsrate von
2,1 % und mit einem weiteren Rückgang der Kerninflation. Aufgrund der jüngsten
Entwicklungen im Nahen Osten und den daraus folgenden globalen
Energiepreissteigerungen dürfte die Inflation allerding deutlich höher ausfallen.
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3 Haushaltsentwicklung
3.1 Entwicklung des Staatshaushalts
(12) Im Jahr 2025 belief sich das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit, wie bereits im
Jahr 2024, auf 2,7 % des BIP. Im laufenden Jahr dürfte sich das Defizit gemäß aktueller
Projektion auf rund 4 ¼ % des BIP erhöhen (siehe Tabelle 1). Unter Berücksichtigung der
Nationalen Ausweichklausel, d.h. unter Abzug des Aufwuchses der
Verteidigungsausgaben gegenüber dem Jahr 2021, läge das Defizit bei rund 3 ½ % des
BIP. Das gesamtstaatliche Defizit entfällt dabei hauptsächlich auf den Bund, für den ein
Defizit von rund 3 % des BIP im Jahr 2026 projiziert wird (siehe Tabelle 2). Die erwartete
Ausweitung des Defizits im Jahr 2026 ist auf einen deutlichen Anstieg der
gesamtstaatlichen Ausgaben zurückzuführen, welcher den Anstieg der gesamtstaatlichen
Einnahmen übersteigt. Der Ausgabenanstieg geht dabei insbesondere auf die Zuwächse
für die verteidigungs- und sicherheitsrelevanten Ausgaben sowie auf zusätzliche
Ausgaben des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität zurück.
Tabelle 1: Finanzierungssalden und Schuldenstand des Staats
2024 2025 2026
- in % des BIP -
Finanzierungssaldo -2,7 -2,7 -4 ¼
Struktureller Finanzierungssaldo -1,6 -1,5 -3 ¼
Struktureller Primärsaldo -0,6 -0,4 -2
Maastricht-Schuldenstand 62,2 63,5 66 ½
Finanzierungssaldo unter
Berücksichtigung des Aufwuchses der
Verteidigungsausgaben im Sinne der
Nationalen Ausweichklausel
-2,3 -3 ½
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet.
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Tabelle 2: Finanzierungssalden nach staatlichen Ebenen
2024 2025 2026
- in % des BIP -
Bund -1,4 -1,8 -3
Länder -0,5 -0,2 - ½
Gemeinden -0,5 -0,6 - ½
Sozialversicherung -0,3 0,0 - ¼
Staat insgesamt -2,7 -2,7 -4 ¼
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet
Etwaige Differenzen zwischen dem Finanzierungssaldo für den Staat und der Summe der Finanzierungssalden der
Ebenen sind rundungsbedingt.
(13) Diese Entwicklung spiegelt sich tendenziell auch in der Maastricht-
Schuldenstandsquote wider. Diese belief sich im Jahr 2025 nach vorläufigem Stand auf
63,5 % des BIP. Für das Jahr 2026 wird ein Anstieg der Schuldenstandsquote auf 66 ½ %
des BIP erwartet.
(14) Der gesamtstaatliche Finanzierungssaldo wird in erster Linie über die Gestaltung
von Einnahmen und Ausgaben durch die Haushaltspolitik beeinflusst. Daneben wirkt
jedoch eine Reihe konjunktureller und außergewöhnlicher Faktoren, die zu großen
Teilen außerhalb der direkten Kontrolle der Regierung liegen. Daher ist eine Betrachtung
der strukturellen Indikatoren ökonomisch sinnvoll. Zur Beurteilung der Finanzpolitik
wird insbesondere der strukturelle Primärsaldo herangezogen, da die Zinsausgaben in
der kurzen Frist weitgehend außerhalb der Kontrolle der Regierung liegen und keinen
unmittelbaren nachfrageseitigen Impuls auf die Volkswirtschaft ausüben. Der
strukturelle Primärsaldo ergibt sich, indem der Finanzierungssaldo sowohl um
Einmaleffekte und die konjunkturelle Komponente (die um diese beiden Elemente
bereinigte Größe ergibt den strukturellen Finanzierungssaldo) als auch um die
Zinsausgaben bereinigt wird.
(15) Im Jahr 2025 lag der strukturelle Finanzierungssaldo bei -1,5 % des BIP und der
strukturelle Primärsaldo bei -0,4 % des BIP. Für das Jahr 2026 wird eine Ausweitung auf
einen strukturellen Saldo von rund -3 ¼ % des BIP sowie einen strukturellen
Primärsaldo von rund -2 % des BIP erwartet. Die Entwicklung dieser Größen spiegelt den
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
fiskalischen Impuls insbesondere bedingt durch die Verteidigungs-, Sicherheits- und
Investitionsausgaben wider.
3.2 Entwicklung des Bundeshaushalts und wichtiger Sondervermögen
des Bundes
(16) Das Haushaltsgesetz 2025 wurde am 2. Oktober 2025 im Bundesgesetzblatt
verkündet. Damit war der Haushaltsvollzug des Jahres 2025 gut ein Dreivierteljahr durch
die vorläufige Haushaltsführung geprägt. Zuvor war mit den Änderungen von Art. 109
und Art. 115 Grundgesetz (GG) sowie mit dem neuen Art. 143h GG zum 25. März 2025 die
Möglichkeit geschaffen worden, umfangreichere finanzielle Mittel für zusätzliche
öffentliche Investitionen und für verteidigungs- und sicherheitsrelevante Ausgaben
auch ohne Anrechnung auf die nationale Schuldenregel bereitzustellen.
(17) Im Rahmen der sogenannten Bereichsausnahme werden verteidigungs- und
sicherheitsrelevante Ausgaben, die über 1 % des nominalen BIP liegen, nicht auf die
nationale Schuldenregel angerechnet. Dies umfasst Verteidigungsausgaben, die
Ausgaben des Bundes für den Zivil- und Bevölkerungsschutz sowie für die
Nachrichtendienste, für den Schutz der informationstechnischen Systeme und für die
Hilfe für völkerrechtswidrig angegriffene Staaten.
(18) Für die Bewältigung der strukturellen Herausforderungen der deutschen
Volkswirtschaft ist eine funktionierende, moderne Infrastruktur unerlässlich. Mit der
Bereitstellung von finanziellen Mitteln i. H. v. bis zu 500 Mrd. Euro für zusätzliche
Investionen über das 2025 neu geschaffene Sondervermögen Infrastruktur und
Klimaneutralität (SVIK) auf Grundlage des Art. 143h GG und des darauf aufbauenden
Errichtungsgesetzes (SVIKG) sowie des Gesetzes zur Finanzierung von
Infrastrukturinvestitionen von Ländern und Kommunen (LuKIFG) werden die
gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für alle Wirtschaftsakteure verbessert und
das Wachstum strukturell gestärkt.
(19) Im Jahr 2025 beliefen sich die Gesamtausgaben des Bundeshaushalts nach
vorläufigem Abschluss auf 493,3 Mrd. Euro, denen Einnahmen i. H. v. 427,9 Mrd. Euro
(ohne Münzeinnahmen und Nettokreditaufnahme (NKA)) gegenüberstanden.
(20) Das Haushaltsgesetz 2026 wurde am 22. Dezember 2025 im Bundesgesetzblatt
verkündet. Für das Jahr 2026 sind im Bundeshaushalt Gesamtausgaben von 524,5 Mrd.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Euro vorgesehen. Die NKA beträgt unter Berücksichtigung der Bereichsausnahme 98,0
Mrd. Euro (die zulässige NKA ohne Bereichsausnahme nach Art. 115 Abs. 2 S. 4 GG
beläuft sich hierbei auf 40,4 Mrd. Euro). Die nach der nationalen Schuldenregel zulässige
NKA wird eingehalten. Damit steigen sowohl das Ausgabenniveau als auch die
Kreditaufnahme gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Der Anstieg resultiert dabei zu
wesentlichen Teilen aus dem Hochlauf der Ausgaben im Bereich Verteidigung (vgl.
Tabelle 3).
Tabelle 3: Wesentliche Kennziffern des Bundeshaushalts
2024 (Ist)* 2025 (Ist)* 2026 (Soll)
in Mrd. Euro
Ausgaben des Bundes 465,7 493,3 524,5
Veränderung ggü. Vorjahr in % +3,7 +5,9
Einnahmen des Bundes 440,6 427,9 426,4
Steuereinnahmen 375,0 388,6 387,2
Nettokreditaufnahme 33,3 66,9 98,0
Bei der Schuldenregel nicht zu
berücksichtigende Kreditaufnahme der
Bereichsausnahme nach Art. 115 Absatz
2 Satz 4 GG
/ 28,6 57,6
Für die Schuldenregel relevante NKA 33,3 38,3 40,4
Zulässige NKA ohne Bereichsausnahme
nach Art. 115 Absatz 2 Satz 4 GG
38,7 38,0 40,4
* Ohne haushaltstechnische Verrechnungen und ohne nicht-strukturelle Tilgungsausgaben
Hochlauf der Ausgaben für Investitionen im Bundeshaushalt und in wichtigen
Sondervermögen
(21) Bei der Betrachtung der Ausgaben für Investitionen des Bundes sind neben dem
Bundeshaushalt auch spezifische Sondervermögen des Bundes relevant: der Klima- und
Transformationsfonds (KTF) sowie vor allem das SVIK. Für das Jahr 2025 beliefen sich die
investiven Ausgaben des Bundeshaushalts und des KTF sowie die Ausgaben des SVIK
(ohne jährliche Zuweisung an den KTF i. H. v. 10 Mrd. Euro) auf insgesamt 86,8 Mrd.
Euro. Davon entfallen 55,4 Mrd. Euro auf den Bundeshaushalt, 17,4 Mrd. Euro auf den
KTF und 14,0 Mrd. Euro auf das SVIK.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
(22) Die Ausgaben für Investitionen im Bundeshaushalt sind im Jahr 2026 mit 128,7 Mrd.
Euro veranschlagt. Davon entfallen 58,4 Mrd. Euro auf den Bundeshaushalt, 22,3 Mrd.
Euro auf den KTF und 39,7 Mrd. Euro auf das SVIK (exklusive Ländersäule i. H. v. 8,3 Mrd.
Euro; ohne jährliche Zuweisung an den KTF i. H. v. 10 Mrd. Euro; vgl. Abbildungen 1 und
2).
Abbildung 1: Ausgaben für Investitionen im Bundeshaushalt, im KTF und Ausgaben des SVIK
(23) Die Bundesregierung hat die Ausgaben des Bundes für Investitionen im
Bundeshaushalt und Sondervermögen im Jahr 2025 gegenüber 2024 insgesamt um mehr
als 12 Mrd. Euro erhöht. Dies entspricht einer Steigerung von rund 17 %. Der im Jahr
2025 noch unvollständige Mittelabfluss ist dabei auch auf die bis Anfang Oktober 2025
andauernde vorläufige Haushaltsführung und damit verbundene, nicht
auszuschließende Verzögerungen bei der Bewirtschaftung investiver Titel
zurückzuführen. Zudem traten die rechtlichen Grundlagen für die Bewirtschaftung des
Anteils der Länder am SVIK für Investitionen der Länder und Kommunen mit
Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung am 11. Dezember 2025 in Kraft. Die
notwendigen Arbeiten an den rechtlichen Grundlagen der Länder für die Umsetzung des
LuKIFG dauerten darüber hinaus fort. Erste Mittelabrufe werden daher erst im
Haushaltsjahr 2026 erfolgen.
(24) Die 2025 nicht genutzten Mittel der Länder können in den Folgejahren verausgabt
werden. Dies gilt im Übrigen auch für die übrigen Titel aus dem SVIK: Da für die
Ausgaben des SVIK eine überjährige Kreditermächtigung zur Verfügung steht, können
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nicht abgeflossene Investitionsmittel aus dem SVIK im Zuge der Aufstellungsverfahren
der darauffolgenden Haushalte grundsätzlich nachveranschlagt werden. Dadurch ist
gewährleistet, dass die im SVIK vorgesehene Kreditermächtigung i. H. v. 500 Mrd. Euro –
trotz möglicherweise verzögertem Mittelabfluss in einzelnen Jahren – in voller Höhe in
Anspruch genommen werden kann und die Mittel ihre volle Wirkung entfalten können.
(25) Die gesteigerten öffentlichen Ausgaben (Verteidigungsausgaben und Investitionen
aus dem SVIK) werden nach dem geringen BIP-Wachstum von 0,2 % im Jahr 2025
wesentlich zu einer Belebung der Wirtschaft beitragen. Die Bundesregierung rechnet in
ihrer Jahresprojektion vom 28. Januar 2026 mit Wachstumsraten des preisbereinigten
BIP von 1,0 % im Jahr 2026 und 1,3 % im Jahr 2027, hierzu trägt der fiskalische Impuls
wesentlich bei.
(26) Die Investitionen aus dem SVIK konzentrieren sich auf folgende Bereiche (vgl.
Abbildung 2): Im Verkehrsbereich steigen die Mittel von 10,4 Mrd. Euro im Jahr 2025 (Ist-
Angaben) auf 22 Mrd. Euro im Jahr 2026 (im Wirtschaftsplan veranschlagte Ausgaben).
Für Digitalisierung wurden 2025 1,5 Mrd. Euro investiert, und für 2026 sind 6 Mrd. Euro
vorgesehen. Die Krankenhaustransformation wird ebenfalls mit 1,5 Mrd. Euro (2025) und
6,0 Mrd. Euro (2026) unterstützt. Für Energieinfrastruktur wurden 0,4 Mrd. Euro (2025)
investiert und es ist eine Steigerung auf 2,1 Mrd. Euro im Jahr 2026 geplant. Hinzu
kommen Mittel für Forschung und Entwicklung, für die Bauförderung sowie ab 2026 für
Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur i. H. v. 1,2 Mrd. Euro. Die Bundesregierung wird
ein umfassendes Monitoring für das SVIK einrichten, um Transparenz und eine
Steuerungsgrundlage zu schaffen. Über die im Zuge der Grundgesetzänderungen und im
SVIKG festgelegte bereinigte Investitionsquote (ohne finanzielle Transaktionen) von
10 % bei der Aufstellung des Kernhaushalts wird sichergestellt, dass Mittel zusätzlich
wirken können.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Abbildung 2: Investitionsschwerpunkte des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität
(27) Der KTF leistet einen zentralen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele nach
dem Bundes-Klimaschutzgesetz. Er finanzierte sich im Jahr 2025 aus eigenen Einnahmen
i. H. v. rd. 21,4 Mrd. Euro. Dies sind die auf ihn entfallenden Anteile aus den Erlösen des
europäischen Emissionshandels (rd. 5,4 Mrd. Euro) sowie aus den Erlösen der CO2-
Bepreisung im Rahmen des nationalen Emissionshandels (rd. 16,0 Mrd. Euro). Hinzu kam
eine Zuweisung i. H. v. 10 Mrd. Euro aus dem SVIK. Außerdem verfügte der KTF zu
Jahresbeginn 2025 über eine Rücklage i. H. v. 6,0 Mrd. Euro. Für 2026 sind Einnahmen
i. H. v. 38,4 Mrd. Euro eingeplant, darunter eigene Einnahmen i. H. v. rd. 21,0 Mrd. Euro.
(28) Im KTF erfolgten im Jahr 2025 investive Ausgaben i. H. v. 17,4 Mrd. Euro. Sie fielen
damit nahezu so hoch aus wie im vorangegangenen Jahr (17,8 Mrd. Euro), jedoch um
8,3 Mrd. Euro niedriger als geplant. Für 2026 sind 22,3 Mrd. Euro investive Ausgaben im
Wirtschaftsplan vorgesehen. Insgesamt sind Programmausgaben i. H. v. 37,4 Mrd. Euro
vorgesehen. Schwerpunkte sind vor allem die Förderung des Klimaschutzes im
Gebäudebereich, die Transformation der Industrie und die Entlastung der Verbraucher
bei den Energiekosten, die Förderung einer klimafreundlichen Mobilität, der Hochlauf
der Wasserstoffwirtschaft sowie Maßnahmen zum natürlichen Klimaschutz.
Ausgaben für die Sicherstellung der Verteidigungsfähigkeit
(29) Im Jahr 2025 beliefen sich die Ist-Ausgaben des Einzelplans 14 auf 59,4 Mrd. Euro.
Für das Jahr 2026 ist eine Steigerung auf insgesamt 82,7 Mrd. Euro vorgesehen. Die
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Ausgaben werden damit gegenüber den Vorjahren nochmals deutlich aufgestockt. Dieser
erhebliche Aufwuchs trägt dem gestiegenen sicherheitspolitischen Handlungsdruck
Rechnung.
(30) Europa und Deutschland müssen mehr Verantwortung übernehmen. Vor dem
Hintergrund neuer NATO-Fähigkeitsziele war eine substanzielle Erhöhung der Ausgaben
des Epl. 14 erforderlich. Hierfür wurde die nationale Schuldenregel um die
Bereichsausnahme erweitert.
(31) Unter Einhaltung der Schuldenregel des Grundgesetzes (Art. 109 und Art. 115 GG)
und aufgrund abweichender Prioritätensetzung war der fiskalische Spielraum im
Einzelplan 14 bislang stark begrenzt. Auch das 2022 eingerichtete Sondervermögen
Bundeswehr i. H. v. 100 Mrd. Euro hätte allein für die Finanzierung des weiter
gestiegenen Finanzierungsbedarfs nicht ausgereicht. Im Jahr 2025 wurden aus dem
Sondervermögen Bundeswehr 19,5 Mrd. Euro verausgabt. Für 2026 sind Ausgaben i. H. v.
25,5 Mrd. Euro geplant. Die im Sondervermögen Bundeswehr vorhandenen
Ausgabemittel waren Ende 2025 zu 97 % gebunden.
(32) Zusätzlich zu den nationalen Verteidigungsausgaben stehen für die Ertüchtigung
völkerrechtswidrig angegriffener Staaten bzw. im Wesentlichen für die Unterstützung
der Ukraine im Jahr 2026 Ausgaben i. H. v. 11,5 Mrd. Euro zur Verfügung. Die Mittel im
Einzelplan 60 dienen der Ausfinanzierung von in Vorjahren zugesagten sowie neuen
geplanten militärischen Unterstützungsleistungen an die Ukraine, der Finanzierung von
Wiederbeschaffungen von an die Ukraine abgegebenem Material aus Beständen der
Bundeswehr sowie der Finanzierung von deutschen Pflichtbeträgen in der zweiten Säule
der European Peace Facility, die der Unterstützung der Ukraine gewidmet ist.
Deutschland ist durch die stetige Steigerung der Verteidigungsausgaben insgesamt auf
einem gutem Weg, die Vorgabe der NATO zu erfüllen, die Gesamtverteidigungsausgaben
auf 3,5 % des BIP zu steigern.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Tabelle 4: Ausgaben ausgewählter Bereiche
In Mrd. Euro 2024 (Ist) 2025 (Ist) 2026 (Soll)
Epl. 14 50,2 59,4 82,7
Sondervermögen Bundeswehr 17,2 19,5 25,5
Ertüchtigung angegriffener
Staaten (im Wesentlichen
Ukraine)
7,96 8,4 11,5
Ausgaben gesamt* 75,4 87,3 119,7
*Diese Gesamtausgaben sind nicht identisch mit den Ausgaben für die NATO-Quote. Es fehlen noch
Ausgaben für Verteidigung aus anderen Einzelplänen.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
4 Entwicklung der Nettoausgaben
4.1 Entwicklung der Nettoausgaben in den Jahren 2025 und 2026
(33) Deutschland hat am 17. Juli 2025 seinen mittelfristigen
finanzpolitischstrukturellen Plan (FSP) an die Europäische Kommission übermittelt. Dieser legt
insbesondere den maximalen deutschen Nettoausgabenpfad für die Jahre 2025 bis 2029
fest, welcher im Oktober 2025 vom Rat der Europäischen Union bestätigt wurde. An
diesem Pfad wird das deutsche gesamtstaatliche Wachstum der Nettoausgaben
gemessen.
(34) Im Jahr 2025 betrug das Wachstum der Nettoausgaben gegenüber dem Vorjahr 3,9
%. Damit wurde das im FSP festgelegte maximale Nettoausgabenwachstum von 4,4 % für
das Jahr 2025 unterschritten (siehe Tabelle 3). Im laufenden Jahr wird ein Anstieg der
Nettoausgaben in Höhe von 5 ¾ % gegenüber dem Vorjahr projiziert, was zu einer
Überschreitung der zulässigen Wachstumsrate der Nettoausgaben von 4,5 % gemäß FSP
führen würde.
(35) Das gegenüber 2025 beschleunigte Wachstum der Nettoausgaben im
Projektionsjahr resultiert vor allem aus gestiegenen gesamtstaatlichen Ausgaben im
Bereich Verteidigung und Investitionen, die durch die finanzverfassungsrechtlichen
Änderungen im Frühjahr 2025 (Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“,
Bereichsausnahme Verteidigung) ermöglicht wurden. Darüber hinaus werden im Jahr
2026 in deutlich geringerem Maße als im Jahr 2025 einnahmesteigernde diskretionäre
Maßnahmen wirksam. Im Jahr 2025 waren diese noch deutlich höher und hatten
insofern den Anstieg der Nettoausgaben stärker gedämpft (siehe Tabelle 10 im
Tabellenanhang).
4.2 Bebuchung des Kontrollkontos in den Jahren 2025 und 2026
(36) Das Kontrollkonto dokumentiert die kumulierten jährlichen Abweichungen der
Nettoausgaben vom festgelegten Nettoausgabenpfad. Für die Bewertung der Einhaltung
des Nettoausgabenpfades ist das Kontrollkonto der einschlägige Indikator. Für das Jahr
2025 ergibt sich auf dem Kontrollkonto eine Unterschreitung des Nettoausgabenpfads
von 0,2 % des BIP. Unter Berücksichtigung der Nationalen Ausweichklausel beträgt diese
Unterschreitung 0,6 % des BIP. Für das Jahr 2026 beläuft sich das Kontrollkonto auf ¼ %
des BIP (Überschreitung des Nettoausgabenpfades) bzw. unter Berücksichtigung der
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Nationalen Ausweichklausel auf -¼ % des BIP (Unterschreitung des
Nettoausgabenpfades).
Tabelle 5: Wachstum der Nettoausgaben und Kontrollkonto - vor und nach Berücksichtigung der Nationalen
Ausweichklausel
2025 2026
- in % ggü. dem
Vorjahr -
Durch den Rat festgelegter Nettoausgabenpfad 4,4 4,5
Wachstum der Nettoausgaben 3,9 5 ¾
- in % des BIP -
Saldo des kumulierten Kontrollkontos (Positiv bzw. negativ =
Überschreitung bzw. Unterschreitung des Nettoausgabenpfads)
-0,2 ¼
Saldo des kumulierten Kontrollkontos unter Berücksichtigung
des Aufwuchses der Verteidigungsausgaben im Sinne der
Nationalen Ausweichklausel (Positiv bzw. negativ =
Überschreitung bzw. Unterschreitung des Nettoausgabenpfads)
-0,6 - ¼
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
5 Reformen und Investitionen
5.1 Fortschritte bei Reformen und Investitionen, die einer Verlängerung
des Anpassungszeitraums zugrunde liegen
(37) Die Bundesregierung hat mit der Europäischen Kommission eine Verlängerung der
Anpassungsperiode des FSP von vier auf sieben Jahre vereinbart. Im Gegenzug für die
damit verbundene Erweiterung des finanzpolitischen Handlungsspielraums hat die
Bundesregierung ein Reform- und Investitionspaket vorgelegt, das sowohl der Erhöhung
des Wachstumspotenzials als auch der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen dient
sowie den länderspezifischen Empfehlungen der EU Rechnung trägt. Der ECOFIN-Rat
hat am 10. Oktober 2025 festgestellt, dass die mit dem Reform- und
Investitionsprogramm eingegangenen Verpflichtungen die Kriterien für die
Verlängerung des Anpassungszeitraums gem. Art 14 der Verordnung (EU) 2024/1263
erfüllen, und das Reform- und Investitionspaket gebilligt.
(38) Das Reform- und Investitionspaket besteht aus insgesamt 15 ausgewählten
Reformen und Investitionsprogrammen der Bundesregierung sowie zwei Zusagen aus
dem deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP). Bis zum April 2026 hat die
Bundesregierung zehn Maßnahmen umgesetzt. Die restlichen sieben Maßnahmen
befinden sich in Umsetzung (s.
(39) Tabelle 13). Das folgende Kapitel erläutert für jede abgeschlossene Maßnahme,
inwiefern die jeweiligen Indikatoren und Ziele erreicht wurden. Für die sich noch in
Umsetzung befindlichen Maßnahmen wird der Stand der Dinge in Bezug auf den in der
Empfehlung des Rates festgelegten Zeitplan erläutert.
5.1.1 Abgeschlossene Reformen und Investitionsprogramme
(40) Zur Anreizung und Ermöglichung zusätzlicher Investitionen in Infrastruktur und
Klimaneutralität erfolgt die Konkretisierung und Umsetzung des Sondervermögens
Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) im Sinne konkreter und potenzialsteigender
Investitionen. Dies betrifft u.a. die Modernisierung des Schienennetzes, Investitionen in
die energiebezogene Infrastruktur sowie in Bildung, Betreuung und Forschung. Damit
wird dem erheblichen Modernisierungs- und Investitionsbedarf in diesen und weiteren
Bereichen begegnet und ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung der
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstumspotenzials der deutschen Volkswirtschaft
geleistet. Hierfür wurden folgende Gesetze verabschiedet:
• Gesetz zur Errichtung eines Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität
(am 2. Oktober 2025 veröffentlicht und rückwirkend zum 1. Januar 2025 in Kraft
getreten).
• Gesetz zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen von Ländern und
Kommunen (am 21. Oktober 2025 in Kraft getreten).
Der in der Ratsempfehlung genannte Schritt 1 kann daher im Einklang mit seinen
Indikatoren und Zielen als abgeschlossen betrachtet werden.
(41) Die Ausweitung der Forschungszulage soll Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten von Unternehmen durch steuerliche Anreize stärken, um einen
Impuls für zusätzliche F&E-Investitionen zu setzen und zugleich mittelfristig den
Wirtschaftsstandort zu stärken und das Innovationspotenzial in Deutschland zu
erhöhen. Das entsprechende Gesetz ist im Rahmen des steuerlichen
Investitionssofortprogrammes am 19. Juli 2025 in Kraft getreten. Der
Bemessungsgrundlagenhöchstbetrag wurde im Rahmen der steuerlichen
Forschungszulage von zehn auf zwölf Mio. Euro angehoben. Außerdem gab es eine
Ausweitung der förderfähigen Aufwendungen u.a. auf zusätzliche Gemein- und sonstige
Betriebskosten in Form einer 20 %-Pauschale. Der in der Empfehlung des Rates
festgelegte Schritt 1 kann daher im Einklang mit seinen Indikatoren und Zielen als
abgeschlossen betrachtet werden.
(42) Der Wachstumsfonds II zielt darauf ab, die Finanzierungskonditionen im Start-up-
Bereich durch die Mobilisierung von institutionell bereitgestelltem Wagniskapital zu
verbessern. So sollen Start-ups und junge, technologieorientierte Unternehmen mit dem
notwendigen Kapital versorgt werden, um sich optimal entwickeln zu können. Im
vergangenen Jahr wurde der Dachfonds „Wachstumsfonds II“ zur Mobilisierung
institutioneller Investoren für die Assetklasse Wagniskapital konzipiert. Das Fundraising
ist am 1. April 2026 gestartet. Zielgruppe sind professionelle und semi-professionelle
Investoren. Der Wachstumsfonds II baut auf dem Wachstumsfonds Deutschland auf, der
ein Volumen von rd. 1 Mrd. Euro hat (mehrheitlich finanziert von privaten Investoren,
und aus Mitteln des Zukunftsfonds). Auch für den Wachstumsfonds II soll mehrheitlich
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
privates Kapital gewonnen werden. Der in der Ratsempfehlung genannten Schritt 1 kann
daher als abgeschlossen betrachtet werden.
(43) Die Vereinfachung und Beschleunigung der Beschaffung für die Bundeswehr hat
zum Ziel, Bürokratie abzubauen und Investitionen schneller zu ermöglichen. Dafür wird
das Vergaberecht für die Bundeswehr durch die Ausweitung des Anwendungsbereichs
für vereinfachte Vergabeverfahren sowie durch die Beschleunigung und die
Digitalisierung der Verfahren vereinfacht. Das Gesetz zur beschleunigten Planung und
Beschaffung für die Bundeswehr ist am 14. Februar 2026 in Kraft getreten. Das Gesetz
wird zusammen mit deutlich erhöhten Direktauftragswertgrenzen für die Bundeswehr
die Verwaltung um mindestens 23 Mio. Euro und die Wirtschaft um rund 6,9 Mio. Euro
jeweils jährlich entlasten. Von den beschleunigten Auftragsvergaben werden auch die
deutsche und europäische Sicherheits- und Verteidigungsindustrie profitieren. Der in
der Empfehlung des Rates genannte Schritt 1 kann daher als abgeschlossen betrachtet
werden.
(44) Eine Verbesserung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere soll eine höhere
Erwerbstätigkeit für Personen nach Erreichen der Regelaltersgrenze ermöglichen. Das
entsprechende Gesetz ist im Rahmen des Rentenpaket 2025 zum 1. Januar 2026 in Kraft
getreten. Es gab auch bisher schon mehrere Möglichkeiten für eine (Wieder-)Einstellung
nach Erreichen der Regelaltersgrenze. Allein die Wiedereinstellung bei einem früheren
Arbeitgeber mittels sachgrundloser Befristung war danach nicht möglich (sog.
Anschlussverbot, oft auch Vorbeschäftigungsverbot genannt). Die Maßnahme soll
Personen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, insbesondere eine Rückkehr zum
bisherigen Arbeitgeber erleichtern. Der in der Ratsempfehlung genannte Schritt 1 kann
daher im Einklang mit seinen Indikatoren und Zielen als abgeschlossen betrachtet
werden.
(45) Die Vereinfachung und Beschleunigung des Wohnungsneubaus sollen das
Angebot an bezahlbaren Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt – insbesondere in
Ballungsräumen – erhöhen. Am 30. Oktober 2025 ist das Gesetz zur Beschleunigung des
Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung in Kraft getreten. Die neue
Sonderregelung des § 246e BauGB (Wohnungsbauturbo) ermöglicht bis zum Ende des
Jahres 2030 schnelleren Wohnungsbau: Kommunen können für Wohnungsbauvorhaben
auf Bebauungspläne verzichten, Verfahren straffen und von Plänen abweichen, wenn
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
keine erheblichen Umweltauswirkungen drohen. Flankierend wurden die
Befreiungsmöglichkeit des § 31 Abs. 3 BauGB und die Abweichungsmöglichkeit vom
Einfügenserfordernis zugunsten des Wohnungsneubaus (§ 34 Abs. 3b BauGB-neu)
erweitert. Hierdurch werden etwa Hinterlandbebauungen und Aufstockungen
erleichtert. Zur Wahrung der kommunalen Planungshoheit bedarf es jeweils der
Zustimmung der Gemeinde. Auch die Stärkung der planerischen Bewältigung von
Lärmkonflikten soll zu mehr Wohnraumschaffung beitragen sowie eine Durchmischung
von Quartieren ermöglichen. Hierzu wurde die Festsetzungsmöglichkeiten nach § 9 Abs.
1 Nummer 23 Buchstabe a BauGB um Immissionswerte und Emissionskontingente
erweitert. In begründeten Fällen sind Abweichungen von der Technischen Anleitung
zum Schutz gegen Lärm (TA-Lärm) zulässig. Zugleich wird der Schutz vor Verdrängung
durch die Aufteilung eines Wohnhauses durch Begründung von Wohnungseigentum in
Gebieten mit einem angespannten Wohnungsmarkt bis Ende 2030 verlängert. Infolge
des Gesetzes wird eine jährliche Entlastung von Verwaltung, Wirtschaft und
Bevölkerung von mehr als 2,5 Mrd. Euro prognostiziert. Der in der Ratsempfehlung
genannte Schritt 1 kann vor diesem Hintergrund im Einklang mit seinen Indikatoren
und Zielen als abgeschlossen betrachtet werden.
(46) Durch die Beschleunigung des Anlagen- und Infrastrukturausbaus im
Geothermiebereich sollen Investitionsbedingungen erleichtert werden. Das
Geothermie-Beschleunigungsgesetz ist am 23. Dezember 2025 in Kraft getreten. Das
Gesetz dient der Vereinfachung und Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für
Geothermieanlagen, Wärmepumpen (aller Art und jeder Größe), Wärmespeicher und
Wärmeleitungen. Die Verfahren werden digitalisiert und mit kurzen Fristen ausgestattet.
Zielgenaue Änderungen in den einschlägigen Fachgesetzen bauen Hemmnisse in der
Praxis ab. Die Erneuerbare Energien Richtlinie (RED III) wird ambitioniert umgesetzt.
Der in der Ratsempfehlung genannte Schritt 1 kann daher im Einklang mit seinen
Indikatoren und Zielen als abgeschlossen betrachtet werden.
(47) Am 2. April 2026 ist das Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz in Kraft getreten, um
Investitionshemmnisse durch vereinfachte Vorschriften für Investitionen in Wasserstoff
zu beseitigen. Es handelt sich um ein umfassendes Gesetz zur Beschleunigung und
Privilegierung verschiedener Anlagen für den Wasserstoffhochlauf. Das Gesetz nimmt
die gesamte Wasserstoff-Lieferkette – Herstellung, Import, Speicherung und Transport–
in den Blick. Es sieht spezifische Instrumente vor, die die Verfahren massiv
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
beschleunigen. Dazu zählen u.a. klare Fristenregelungen, Verringerung des behördlichen
Prüfumfangs, umfassende Vorgaben zur Digitalisierung und Erleichterungen für
Vergabeverfahren. Überdies wird die Gewinnung von natürlichem Wasserstoff
erleichtert. Zudem liegen Anlagen und Leitungen im Anwendungsbereich des Gesetzes
im überragenden öffentlichen Interesse. Damit kommt
Wasserstoffinfrastrukturprojekten in Zulassungsentscheidungen ein besonderes Gewicht
zu. Der in der Ratsempfehlung genannte Schritt 1 kann daher im Einklang mit seinen
Indikatoren und Zielen als abgeschlossen betrachtet werden.
(48) Das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG; RRP-Reform 7.1.5) soll Hürden für
den Ausbau von erneuerbaren Energien sowie der notwendigen Netzinfrastruktur durch
Straffung der Planungs- und Genehmigungsverfahren reduzieren. Das Gesetz ist am
1. Januar 2023 in Kraft getreten. Das WindSeeG schafft die Voraussetzungen für einen
beschleunigten Ausbau von Offshore-Windenergieanlagen. Der in der Ratsempfehlung
genannte Schritt 1 kann daher im Einklang mit seinen Indikatoren und Zielen als
abgeschlossen betrachtet werden.
(49) Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe für eine effiziente öffentliche Verwaltung (RRP-
Reform 6.2.1) hat Vorschläge zur Vereinfachung der öffentlichen Verwaltungsverfahren
erarbeitet, mit dem Ziel u.a. Planungs- und Genehmigungsverfahren und den Abfluss
von Fördermitteln zu beschleunigen sowie die Zahl erfolgreicher
Unternehmensübertragungen auf die nächste Generation zu erhöhen. Die in der
Ratsempfehlung genannten Schritte können daher im Einklang mit den Indikatoren und
Zielen als abgeschlossen betrachtet werden.
5.1.2 Laufende Reformen und Investitionen
(50) Übermäßige bürokratische Belastungen für Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger
sowie Verwaltung sollen spürbar reduziert werden ohne dabei relevante Schutzstandards
abzusenken. Jedes Ressort reduziert Bürokratiekosten für die Wirtschaft und
Erfüllungsaufwand für Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger sowie Verwaltung in
eigener Verantwortung und mindestens entsprechend seinem jeweiligen
Verursachungsbeitrag. Die zur Umsetzung der Bürokratierückbaumaßnahmen
erforderlichen Rechtsänderungen erarbeiten die Ressorts jeweils in eigener
Zuständigkeit. Zur Umsetzung der Bürokratierückbauziele hat die Bundesregierung
den Staatssekretärsausschuss „Staatsmodernisierung und Bürokratierückbau“ eingesetzt.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Außerdem hat am 5. November 2025 ein Entlastungskabinett stattgefunden, bei dem die
Bundesregierung konkrete Maßnahmen angekündigt hat, die zum ganz überwiegenden
Teil spätestens zum Ende des zweiten Quartals 2026 verabschiedet werden und mit
denen eine Entlastung in Höhe von mehreren Milliarden Euro angestrebt wird. Die
entsprechenden Gesetze und sonstigen Maßnahmen treten an die Stelle der in der
Ratsempfehlung genannten gebündelten Bürokratierückbaugesetze, damit die
Entlastungen – ohne den zusätzlichen Zeitaufwand einer Bündelung – schneller wirken
können. Es wird erwartet, dass der in der Ratsempfehlung genannte Schritt 1 auf diesem
Weg innerhalb der festgelegten Frist umgesetzt wird.
(51) Eine Vereinfachung der Fachkräfteeinwanderung soll durch Bündelung,
Beschleunigung und Digitalisierung der Prozesse der Erwerbsmigration ermöglicht
werden. Die Bundesregierung baut dazu eine Work-and-Stay-Agentur (WSA) für
Fachkräfteeinwanderung auf, mit der die Verwaltungsprozesse der Erwerbs- und
Bildungsmigration aus Drittstaaten nach Deutschland etwa durch Optimierung der
Prozesse, konsequente Digitalisierung sowie, wo zielführend, durch Zentralisierung,
erleichtert werden und damit Arbeitgeber aus Deutschland bei der Gewinnung von
internationalen Fachkräften unterstützt werden. Die WSA soll die gesamte
Antragstellung und Bearbeitung über ein zentrales Portal ermöglichen und Fachkräfte
sollen über das Portal alle erforderlichen Bescheide erhalten können („One-Stop-
Government“). Informationen sollen der Verwaltung künftig nur noch einmal zur
Verfügung gestellt werden („Once-Only-Prinzip“). Neben schnelleren Verfahren für
Fachkräfte werden auch Arbeitgebende von mehr Beteiligungsmöglichkeiten und
Transparenz profitieren. Das Bundeskabinett hat am 5. November 2025 Eckpunkte für
die WSA beschlossen. Die WSA wird auf dieser Grundlage gestaffelt umgesetzt. Die
wesentlichen IT-Komponenten für die WSA sollen noch in 2026 beauftragt werden. Es
wird erwartet, dass Schritt 1 gemäß Ratsempfehlung innerhalb der festgelegten Frist
umgesetzt wird.
(52) Zur Verbesserung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Geflüchtete soll eine
schnellere Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Das
Bundeskabinett hat am 3. September 2025 eine Reduzierung der Arbeitsverbote für
Gestattete in Aufnahmeeinrichtungen als Teil des GEAS-Anpassungsgesetzes sowie
bestimmte Geduldete in Aufnahmeeinrichtungen beschlossen. Die Regelung befindet
sich derzeit im parlamentarischen Verfahren und soll voraussichtlich im Frühjahr 2026
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
in Kraft treten. Es wird daher erwartet, dass die festgelegte Frist für den in der
Ratsempfehlung genannten Schritt 1 erreicht wird.
(53) Die Tabaksteuer wird bereits im Jahr 2026 und im Jahr 2027 nochmals erhöht.
Dadurch werden langfristig dauerhaft höhere Tabaksteuereinnahmen erzielt. Dies dient
kurzfristig zur Gegenfinanzierung der insgesamt erwarteten Mindereinnahmen der
Entlastungsprämie von 1.000 Euro für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in
Deutschland. Langfristig wird dies zu Steuermehreinnahmen führen und gleichzeitig zu
einer Reduktion des Tabakkonsums beitragen. Im Weiteren wird die Bundesregierung
die Effekte der Erhöhung evaluieren. Es wird erwartet, dass die festgelegte Frist für den in
den Ratsempfehlungen zum FSP genannten Schritt 1 erreicht wird. Das entsprechende
Gesetz zur Änderung des Tabaksteuergesetzes soll noch in 2026 in Kraft treten.
(54) Der Subventionsbericht wird alle zwei Jahre von der Bundesregierung erstellt. Der
Bericht stellt die Ziele von Finanzhilfen und Steuervergünstigungen (auch im Hinblick
auf Nachhaltigkeit) dar, informiert über die Einhaltung der subventionspolitischen
Leitlinien und unterstützt die politische Entscheidungsfindung zur Effizienz und
Effektivität von Subventionen. Am 10. September 2025 hat das Bundeskabinett den
30. Subventionsbericht des Bundes beschlossen. Der in der Ratsempfehlung genannte
Schritt 1 kann daher im Einklang mit seinen Indikatoren und Zielen als abgeschlossen
betrachtet werden. Bis zum 3. Quartal 2027 wird ein weiterer Subventionsbericht
erarbeitet. Es wird daher erwartet, dass die festgelegte Frist für den in der
Ratsempfehlung genannten Schritt 2 erreicht wird.
(55) Die Spending Reviews sollen untersuchen, welche Ziele mit einer staatlichen
Maßnahme verfolgt werden, wie gut diese Ziele erreicht werden und inwieweit dies
wirtschaftlich erfolgt. Die ziel- und wirkungsorientierte Haushaltsführung (zwoH) ist ein
Instrument, das Priorisierungsentscheidungen basierend auf einer besseren
Informationsgrundlage ermöglichen soll. Sie kann einen wertvollen Beitrag zur Effizienz
des Bundeshaushalts leisten. Die 12. Spending Review zum Thema „Umsetzung von
Empfehlungen zur Ziel- und Wirkungsorientierung im Bundeshaushalt“ gibt aufbauend
auf der vorangegangenen Spending Review zum Thema „Verbesserung der
Wirkungsorientierung im Bundeshaushalt mit einem Schwerpunkt Nachhaltigkeit“
Impulse, wie die ziel- und wirkungsorientierte Haushaltsführung des Bundeshaushalts
fortentwickelt werden kann. Die 12. Spending Review wurde am 30. Juli 2025 mit
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Kenntnisnahme des Abschlussberichts durch das Bundeskabinett sowie
Beschlussfassung der Gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung zwoH
abgeschlossen. Danach wird die Bundesregierung u. a. „ihre Maßnahmen nachweisbarer
an ihren politischen und strategischen Zielen und deren Wirkungen ausrichten und
somit ihren wirkungsorientierten Blick auf den Bundeshaushalt schärfen“. Dadurch soll
ein wichtiger Beitrag zur Konsolidierung und Staatsmodernisierung geleistet werden.
Der in der Ratsempfehlung genannte Schritt 1 kann im Einklang mit seinen Indikatoren
und Zielen als abgeschlossen betrachtet werden.
Die 13. Spending Review zum Thema „Forderungsmanagement II“ wird vom BMF
zusammen mit dem BMJV und dem BMG durchgeführt. Der Abschlussbericht soll bis Juli
2026 vorliegen. Es wird daher erwartet, dass die festgelegten Fristen für die in der
Ratsempfehlung genannten Schritte 2 und 3 erreicht werden.
(56) Mit der Vereinfachung des Vergaberechts sollen Prozesse beschleunigt, der
Mittelabfluss gesteigert sowie öffentliche Investitionen gestärkt werden. Die
Bundesregierung hat das Vergabebeschleunigungsgesetz per Kabinettbeschluss am
6. August 2025 auf den Weg gebracht. Die öffentliche Beschaffung wird durch das Gesetz
vereinfacht, digitalisiert und vor allem beschleunigt. Zudem wird das Gesetz die
Verwaltung und die Wirtschaft jährlich um mehr als 380 Mio. Euro entlasten. Das Gesetz
befindet sich aktuell im parlamentarischen Verfahren. Ein Inkrafttreten mit Ablauf des 2.
Quartals 2026 erscheint möglich. Es wird daher erwartet, dass die in der Empfehlung des
Rates verankerten Ziele innerhalb der festgelegten Frist erfüllt werden.
5.2 Reformen und Investitionen in Antwort auf die länderspezifischen
Empfehlungen und zur Adressierung der gemeinsamen EU-
Prioritäten
(57) Mit dem FSP hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr – zusätzlich zu den
Maßnahmen, die einer Verlängerung des Anpassungszeitraums zugrunde liegen –
insgesamt 36 weitere Reformen und Investitionsmaßnahmen benannt (s. Tabelle 7 im
FSP), die jeweils die länderspezifischen Empfehlungen des Rates der Europäischen Union
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
sowie gemeinsame EU-Prioritäten adressieren.1 Dieses Reformprogramm umfasst die
Bereiche i) Arbeitsmarkt und Humankapital, ii) Bürokratierückbau,
Planungsbeschleunigung, moderne öffentliche Verwaltung, iii) Energie, iv) Sozialstaat
sowie v) Investitions- und Standortbedingungen. Vor dem Hintergrund der Dringlichkeit
einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum und
Innovation, hat die Bundesregierung das Reformprogramm in den vergangenen
Monaten deutlich vorangetrieben. Im Berichtszeitraum wurden bereits zwölf
Maßnahmen umgesetzt. Im Folgenden werden diese Maßnahmen kurz vorgestellt.
Tabelle 14 bietet einen Überblick über den Verfahrensstand sämtlicher weiterer Reform-
und Investitionsmaßnahmen aus Tabelle 7 des FSP.2
1 Diese beziehen sich auf die folgenden Prioritäten: i) fairer grüner und digitaler Wandel, einschließlich
Kohärenz mit dem europäischen Klimagesetz; ii) soziale und wirtschaftliche Resilienz, einschließlich der
Europäischen Säule sozialer Rechte; iii) Sicherheit der Energieversorgung und iv) erforderlichenfalls Aufbau
von Verteidigungsfähigkeiten.
2 Im Anhang dieses Berichts befinden sich zudem detaillierte Informationen über den Umsetzungsstand aller im
FSP genannten Reformen sowie anderer Maßnahmen, welche die länderspezifischen Empfehlungen für
Deutschland adressieren (CeSaR-Tabelle 12Tabelle 6a: Gesamtstaatliches Nettoausgabenwachstum
2024 2025 2026
Veränderungsrate
Jährliches Nettoausgabenwachstum1) 2,9 3,9 5 ¾
kumulative Veränderungsrate ggü. 2024 3,9 9 ¾
1) Nettoausgaben gemäß Definition der VO 2024/1263
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet.
Tabelle 6b: Finanzierungssalden und Schuldenstand des Staats
2024 2025 2026
in % des BIP
Finanzierungssaldo -2,7 -2,7 -4 ¼
Struktureller Finanzierungssaldo -1,6 -1,5 -3 ¼
Struktureller Primärsaldo -0,6 -0,4 -2
Maastricht-Schuldenstand 62,2 63,5 66 ½
Veränderung der Schuldenquote -0,1 1,3 3
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Tabelle 1c: Finanzierungssalden nach staatlichen Ebenen
2024 2025 2026
- in % des BIP -
1 Bund -1,4 -1,8 -3
2 Länder -0,5 -0,2 - ½
3 Gemeinden -0,5 -0,6 - ½
4 Sozialversicherung -0,3 0,0 - ¼
5 Staat insgesamt -2,7 -2,7 -4 ¼
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des
BIP gerundet.
Etwaige Differenzen zwischen dem
Finanzierungssaldo für den Staat und der Summe
der Finanzierungssalden der Ebenen sind
rundungsbedingt.
Tabelle 7: Projektion der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
ESVG-
Code
2024 2024 2025 2026
Mrd.
Euro
Veränderung ggü.
Vorjahr in %
1 BIP preisbereinigt B1*g -0,5 0,2 1,0
2 BIP Deflator 3,1 3,0 2,5
3 Nominales BIP B1*g 4329,0 2,6 3,3 3,6
Verwendung des BIP, preisbereinigt
4 Private Konsumausgaben1) P.3 0,5 1,6 0,8
5 Staatliche Konsumausgaben P.3 2,6 1,3 2,4
6 Bruttoanlageinvestitionen P.51g -3,3 -0,2 3,0
7 Vorratsveränderungen (in % des BIP) P.52 + P.53 0,0 0,0 0,0
8 Exporte P.6 -2,1 -0,4 0,8
9 Importe P.7 -0,6 3,6 2,1
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Beitrag zur Zuwachsrate des BIP %-Punkte
10 Inlandsnachfrage (ohne Vorräte) 0,1 1,0 1,5
11 Vorratsveränderungen P.52 + P.53 0,1 0,7 0,0
12 Außenbeitrag B.11 -0,7 -1,5 -0,5
Deflatoren
Veränderung ggü.
Vorjahr in %
13 Private Konsumausgaben1) 2,4 2,6 2,3
14 nachrichtlich.: HVPI 2,2 2,2 n.v.
15 Staatliche Konsumausgaben 2,5 4,4 2,7
16 Bruttoanlageinvestitionen 2,5 2,7 2,9
17 Exporte 1,0 1,2 0,5
18 Importe -0,4 0,8 0,4
Arbeitsmarkt
Niveau
Veränderung ggü.
Vorjahr in %
19 Erwerbstätige Personen2) (Tsd.) 45987 0,1 0,0 0,0
20 Arbeitsstunden pro Erwerbstätigen3) 1334 -0,3 -0,2 0,5
21 Arbeitsproduktivität - Personen4) -0,6 0,3 1,1
22 Arbeitsproduktivität - Arbeitsstunden5) -0,3 0,4 0,6
23 Arbeitnehmerentgelte (Mrd. €, Inland) D.1 2351,9 5,5 5,1 3,5
24 Entgelt je Arbeitnehmer (Tsd. €, Inland) 55,6 5,1 5,0 3,5
%
25 Erwerbslosenquote6) (in %) 3,1 3,5 3,6
Veränderung ggü.
Vorjahr in %
26 Produktionspotential 0,6 0,5 0,5
Beiträge (%-Punkte): %-Punkte
27 Arbeit 0,3 0,2 0,0
28 Kapital 0,3 0,3 0,3
29 Totale Faktorproduktivität 0,1 0,1 0,2
30 Produktionslücke (in % des Potenzials) -2,0 -2,3 -1,7
Bis 2025: Statistisches Bundesamt, Februar 2026.
2026: Jahresprojektion der Bundesregierung vom 28. Januar 2026.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
1) Einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck.
2) Erwerbstätige, Inlandskonzept nach Definition der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
3) Definition der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
4) BIP (preisbereinigt) / Erwerbstätige (Inland); (2020=100).
5) BIP (preisbereinigt) / Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen; (2020=100).
6) Erwerbslose (ILO) / Erwerbspersonen.
Tabelle 8: Technische Annahmen
2024 2025 2026
Kurzfristige Zinsen (Jahresdurchschnitt, in %) 4,1 2,4 2,2
Langfristige Zinsen (Jahresdurchschnitt, in %) 2,3 2,6 2,6
US-Dollar/Euro-Wechselkurs (Jahresdurchschnitt) 1,1 1,1 1,2
BIP-Wachstumsrate der Welt (ohne EU) 3,3 3,2 2,9
BIP-Wachstumsrate der EU 1,1 1,4 1,4
Wachstumsrate der Importe der Welt (ohne EU) 3,4 3,5 2,2
Öl-Preis (Brent, USD/Barrel) 79,6 68,0 61,0
Bis 2025: Statistisches Bundesamt, Februar 2026.
2026: Jahresprojektion der Bundesregierung vom 28. Januar 2026.
Tabelle 9: Projektion der Staatsfinanzen
Einnahmen ESVG-Code
2024 2024 2025 2026
Mrd. € in % des BIP
1 Produktions- und Importabgaben D.2 443,8 10,3 10,3 10 ¼
2 Einkommen- und
Vermögensteuern
D.5 552,8 12,8 12,8 12 ¾
3 Sozialbeiträge D.61 756,6 17,5 18,4 18 ½
4 Sonstige laufende Einnahmen1 251,0 5,8 5,8 5 ½
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
5 Vermögenswirksame Steuern D.91 10,0 0,2 0,3 ¼
6 Sonstige Vermögenstransfers D.92 + D.99 10,3 0,2 0,2 ¼
7 Gesamte Einnahmen GE 2024,4 46,8 47,9 47 ½
8 davon: Transfers von der EU 8,7 0,2 0,2 ¼
9 Gesamte Einnahmen ohne
Transfers von der EU
2015,7 46,6 47,7 47 ½
10 nachrichtlich: Maßnahmen auf der
Einnahmenseite
38,7 0,9 0,6 0
11 nachrichtlich: Einmalmaßnahmen
und sonstige temporäre Effekte auf
der Einnahmenseite
0,0 0,0 0,0 0
Ausgaben ESVG-Code Mrd. € - in % des BIP -
12 Arbeitnehmerentgelt D.1 357,3 8,3 8,6 8 ½
13 Vorleistungen P.2 280,4 6,5 6,5 6 ½
14 Zinsausgaben D.41 45,8 1,1 1,1 1 ¼
15 monetäre Sozialleistungen D.62 709,5 16,4 16,8 17
16 soziale Sachleistungen D.632 386,6 8,9 9,3 9 ½
17 Subventionen D.3 54,2 1,3 1,2 1 ¼
18 Sonstige laufende Ausgaben2 90,5 2,1 2,1 2 ¼
19 Bruttoanlageinvestitionen P.51 132,3 3,1 3,3 3 ½
20 davon: national finanzierte
öffentliche Investitionen
126,1 2,9 3,1 3 ½
21 Vermögenstransfers D.9 84,0 1,9 1,8 1 ¾
22 Sonstige Investitionsausgaben P.52+P.53+NP -1,0 0,0 0,0 0
23 Gesamte Ausgaben GA 2139,7 49,4 50,5 51 ¾
24 davon: mit Transfers von der EU
finanzierte Ausgaben (=8)
8,7 0,2 0,2 ¼
25 National finanzierte Ausgaben 2131,0 49,2 50,4 51 ½
26 nachrichtlich: Nationale
Kofinanzierung von Programmen,
die von der Union finanziert
werden.
1,7 0,0 0,0 0
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
27 nachrichtlich: konjunkturelle
Komponente der
Arbeitslosenunterstützung
3,2 0,1 0,2 ¼
28 nachrichtlich: in den Projektionen
enthaltene einmalige Ausgaben
(ohne von der EU finanzierte
Maßnahmen)
0,0 0,0 0,0 0
29 National finanzierte
Nettoprimärausgaben (vor
einnahmeseitigen Maßnahmen)
(=25-26-27-28-14)
2080,4 48,1 49,0 50
National finanzierte
Nettoprimärausgaben
- Wachstumsrate -
30 Wachstum der national
finanzierten Nettoprimärausgaben
2,9 3,9 5 ¾
Salden ESVG-Code Mrd. € - in % des BIP -
31 Finanzierungssaldo (=7-23) B.9 -115,3 -2,7 -2,7 -4 ¼
32 Primärsaldo (=31-14) B.9-D.41p -69,5 -1,6 -1,6 -3
Konjunkturanpassung - in % des BIP -
33 Struktureller Saldo -1,6 -1,5 -3 ¼
34 Struktureller Primärsaldo (=31-14) -0,6 -0,4 -2
Verschuldung Mrd. € - in % des BIP -
35 Bruttoschulden 2693,8 62,2 63,5 66 ½
36 Änderung der Bruttoschulden 63,3 -0,1 1,3 3
37 Beiträge zur Änderung der
Bruttoverschuldung
38 Primärsaldo 1,6 1,6 3
39 Schneeball-Effekt: -2,4 -0,7 0
40 Zinsausgaben (=14) 1,1 1,1 1 ¼
41 Wachstum 0,2 0,1 - ¼
42 Inflation -3,6 -1,9 -1 ¼
43 Bestandsanpassungen (=36-38-39) 0,7 0,4 0
- % -
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
44 nachrichtlich: Impliziter Zinssatz
auf Schulden3
1,7 1,8 2
Verteidigungsausgaben Mrd. € - Wachstumsrate -
45 Gesamte Verteidigungsausgaben
(COFOG)
58,6 11,2 17,5 25 ¼
46 Investive Verteidigungsausgaben
(COFOG)
8,4 4,2 63,4 34 ½
1) P.11 + P.12 + P.131 + D.39rec + D.4rec + D.7rec.
2) D.29pay + D.4pay (ohne D.41pay) + D.5pay + D.7pay + P.52 + P.53 + NP + D.8.
3) Approximiert als Verhältnis der geleisteten Vermögenseinkommen zum Schuldenstand des
vorangegangenen Jahres.
Abweichungen in den Summen durch Runden der Zahlen möglich.
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet.
Tabelle 10: Diskretionäre einnahmeseitige Maßnahmen (DRM)
Beschreibung
Erstes
Jahr
ESA
Code
Oneoff
2024 2025 2026
in % des BIP
Unterstellte Anpassungen der
Beitragssätze in der gesetzlichen
Krankenversicherung 2023 D.61 Nein 0,1 0,6 0
Gesetz zur Fortentwicklung des
Steuerrechts und zur Anpassung des
Einkommensteuertarifs
(Steuerfortentwicklungsgesetz) 2025 D.5 Nein 0,0 -0,1 - ¼
Unterstellte Preisanpassungseffekte bei
der Einkommensteuer 2024 D.5 Nein 0,7 0,2 ¼
Summe sonstiger Maßnahmen, kleiner als
0,1 % des BIP absolut 0,1 0,1 0
Summe einnahmeseitiger Maßnahmen 0,9 0,6 0
Abweichungen in den Summen durch Rundungsdifferenzen möglich.
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet.
Tabelle 11: Auswirkungen der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) auf die Projektion – Zuschüsse
Einnahmen aus ARF-Zuschüssen (in % des BIP)
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
5.2.1 Arbeitsmarkt und Humankapital
(58) Mit dem Gesetz zur Verlängerung der Fristen im Investitionsprogramm
Ganztagsausbau sind die Fristen des Programms um zwei Jahre verlängert worden.
Danach können Maßnahmen bis zum 31. Dezember 2029 abgeschlossen und bis zum
30. Juni 2030 abgerechnet werden. Dies ist ein wichtiger Schritt, um den weiteren
flächendeckenden Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im
Grundschulalter wirkungsvoll abzusichern. Ziel des Investitionsprogramms ist es,
gemeinsam mit den Ländern die Grundlagen für den stufenweise ab dem Schuljahr
2026/2027 greifenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im
Grundschulalter zu schaffen. Die nun vorgesehene Verlängerung ermöglicht es,
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
ARF-Zuschüsse im Rahmen der
Projektion der Einnahmen 0,00 0,20 0,12 0,13 0,09 0,08 0,11
Kasseneinnahmen ARF-Zuschüsse 0,00 0,06 0,00 0,09 0,31 0,00 0,23
Ausgaben, finanziert durch ARF-Zuschüsse (in % des BIP)
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Laufende Ausgaben insgesamt 0,00 0,11 0,05 0,04 0,02 0,01 0,02
Bruttoanlageinvestitionen P.51g 0,01 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Vermögenstransfers D.9 0,00 0,07 0,08 0,09 0,07 0,06 0,07
Investitionsausgaben 0,02 0,08 0,08 0,09 0,07 0,06 0,07
Sonstige Kosten, die durch ARF finanziert werden (in % des BIP)
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Steuermindereinnahmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Weitere Mindereinnahmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Finanzielle Transaktionen
Abweichungen in den Summen durch Runden der Zahlen möglich.
Tabelle 12). Ferner wird im Anhang über die Umsetzung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige
Entwicklung (SDG, Tabelle 16) und der Europäischen Säule sozialer Rechte (ESSR, Tabelle 15) berichtet.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
begonnene und geplante Maßnahmen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen zu
realisieren. Das Gesetz ist am 24. Juli 2025 in Kraft getreten.
(59) Mit der Reform der Grundsicherung für Arbeitsuchende werden die Vermittlung
in Arbeit und Ausbildung sowie die Unterstützung beim Abbau von
Vermittlungshemmnissen gestärkt, Rechte und Pflichten verbindlicher geregelt,
Leistungsminderungen vereinheitlicht. Für Jobcenter wird ein zusätzlicher
Finanzierungsweg (sog. Passiv-Aktiv-Transfer) gesetzlich verankert und ausgeweitet. Es
werden wirksamere Instrumente zur Bekämpfung des Sozialleistungsmissbrauchs
geschaffen werden, z.B. Arbeitgeberhaftung. Der überwiegende Teil der Regelungen tritt
zum 1. Juli 2026 in Kraft.
5.2.2 Bürokratierückbau, Planungsbeschleunigung, moderne öffentliche Verwaltung
(60) Schnelleres Internet und neuester Mobilfunkstandard sind wesentlich für die nötige
Modernisierung des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Bürgerinnen und Bürger,
Unternehmen und Verwaltungen müssen Zugang zu zuverlässigen digitalen Netzen
haben. Der Ausbau der Glasfaser- und Mobilfunknetze wird daher mit einer Änderung
des Telekommunikationsgesetztes (TKG) u.a. durch einfachere und schnellere
Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt. Das TKG-Änderungsgesetz 2025
beinhaltet u.a. die Feststellung des öffentlichen Interesses für den Netzausbau befristet
bis 2030 und ist am 30. Juli 2025 in Kraft getreten.
(61) Mit der Einführung eines digitalen Beurkundungsverfahrens bei Notaren und
anderen Urkundenstellen sollen notarielle Vorgänge vereinfacht und so Bürokratie
abgebaut werden, u.a. um Gründungsprozesse zu vereinfachen. Dazu wird ermöglicht,
auch im Präsenzverfahren elektronische Urkunden zu erstellen. Diese Möglichkeit
bestand bislang nur bei der Online-Beurkundung. Ziel ist eine schnellere, effizientere
Bearbeitung ohne Medienbrüche zwischen Papier und Digitalem. Das Gesetz zur
Einführung einer elektronischen Präsenzbeurkundung ist am 29. Dezember 2025 in Kraft
getreten.
(62) Das Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der
Schwarzarbeitsbekämpfung schafft unter anderem die Rechtsgrundlage für den Einsatz
digitaler und datengestützter Prüfungs- und Ermittlungsmethoden. Es ermöglicht einen
verbesserten Datenaustausch der Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit anderen
Sicherheitsbehörden wie Polizei, Zoll- und Steuerfahndung. Große Datenmengen
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
können systematisch – auch unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz – hinsichtlich
bestehender Risiken für Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung ausgewertet werden.
Auffällige Betriebe geraten so schneller in den Blick der Prüf- und Ermittlungsbehörde.
Die Mitwirkungspflichten für Unternehmen und ihre Beschäftigten werden ausgeweitet.
Das Gesetz ist grundsätzlich am 30. Dezember 2025 in Kraft getreten, wobei einzelne
Änderungen zu späteren Zeitpunkten in Kraft treten.
5.2.3 Energie
(63) Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) setzt Anreize für Aus-, Um-
und Neubau von Wärmenetzen und ermöglicht die Realisierung des Potenzials der
Fernwärme zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Gefördert werden Planungen
sowie Investitionen in die Nutzung erneuerbarer Energien und Abwärme sowie Speicher,
Leitungsbau und weitere Fernwärmeinfrastruktur. Soweit zur Schließung der
Wirtschaftlichkeitslücke erforderlich, ist eine Betriebskostenförderung für Solarthermie
und Großwärmepumpen möglich. Mit der Aufstockung der BEW in den
Bundeshaushalten 2025 und 2026 können in angemessenem Umfang Investitionen
ermöglicht und bei den Wirtschaftsakteuren Vertrauen in die Rahmenbedingungen
geschaffen werden.
(64) Wettbewerbsfähige Strompreise sind ein wichtiger Standortfaktor und grundlegend
für die erforderliche Sektorkopplung im Zuge der Dekarbonisierung. Die
Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket zur Absenkung der Strompreise auf den
Weg gebracht. Mit der Verstetigung der Stromsteuerentlastung für das Produzierende
Gewerbe und die Land und Forstwirtschaft werden bis zu 600.000 antragsberechtigte
Unternehmen auch künftig um bis zu drei Mrd. Euro pro Jahr zusätzlich entlastet. Das
Dritte Gesetz zur Änderung des Energiesteuer- und des Stromsteuergesetzes ist am
1. Januar 2026 in Kraft getreten. Parallel dazu wird alleine im Jahr 2026 ein Zuschuss zu
den Übertragungsnetzkosten in Höhe von insgesamt 6,5 Mrd. Euro gewährt, welcher
eine Senkung der Übertragungsnetzentgelte im Jahr 2026 um 57% ermöglicht. Das
Gesetz über die Gewährung eines Zuschusses zu den Übertragungsnetzkosten des Jahres
2026 trat am 12. Dezember 2025 in Kraft.
(65) Prozessbedingte CO2-Emissionen der Industrie, die nur sehr schwer oder gar nicht
vermeidbar sind, v.a. bei der Herstellung von Zement und Kalk, können künftig
abgeschieden und gespeichert werden. So können Klimaziele in der Industrie erreicht
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
werden und entsprechende Industrien weiter in Deutschland bestehen. Das gleiche gilt
für Emissionen bei der thermischen Abfallbehandlung. Das Gesetz zur Änderung des
Kohlendioxid-Speichergesetzes schafft einen entsprechenden Rechtsrahmen für den
Bau von CO2-Leitungen und -Speichern unter Berücksichtigung der erforderlichen
Sicherheits- und Umweltvorschriften und stellt zudem das überragende öffentliche
Interesse am Bau der CO2-Infrastrukturen fest. Das Gesetz ist am 28. November 2025 in
Kraft getreten.
5.2.4 Sozialstaat
(66) Um das Arbeitsangebot zu erhöhen, setzt die Bundesregierung mit einer Aktivrente
steuerliche Anreize für eine Erwerbsbeteiligung nach Erreichen der Regelaltersgrenze.
Dazu erhalten Personen, die die Regelaltersgrenze erreichen, bei freiwilliger Weiterarbeit
ihr Gehalt bis zu 2000 Euro im Monat steuerfrei. Zum 1. Januar 2026 ist die Aktivrente in
Kraft getreten.
5.2.5 Investitions- und Standortbedingungen
(67) Die degressive Absetzung für Abnutzung (AfA) wurde vom 01. Juli 2025 (auch
rückwirkend) bis einschließlich 31. Dezember 2027 für neu angeschaffte bzw. bewegliche
Wirtschaftsgüter wieder eingeführt und zusätzlich auf 30 Prozent angehoben. Dieser
sogenannte Investitionsbooster zielt darauf ab, Investitionsentscheidungen zu
beschleunigen und die wirtschaftliche Dynamik zu fördern. Die verbesserten
Abschreibungsbedingungen ermöglichen es Unternehmen, in den Anfangsjahren einer
Anschaffung höhere Abschreibungen vorzunehmen, was zu einer temporären
Steuerminderung und zu einer verbesserten Liquidität insbesondere in der
unmittelbaren Phase nach der Investition führt. Die Änderung des
Einkommensteuergesetzes ist am 20. Juli 2025 in Kraft getreten.
(68) Mit der Senkung der Körperschaftsteuer und des Thesaurierungssteuersatzes
wird die Unternehmenssteuerbelastung schrittweise auf ein international
wettbewerbsfähigeres Niveau reduziert, um den Standort zu stärken und
Investitionsanreize zu setzen. So wird der bis einschließlich Veranlagungszeitraum 2027
geltende Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent in den Veranlagungszeiträumen ab 2028
jährlich um jeweils einen Prozentpunkt bis auf 10 Prozent ab dem Veranlagungszeitraum
2032 verringert. Korrespondierend wird der Thesaurierungssteuersatz ab dem 1. Januar
2028 in drei Schritten auf 25 Prozent abgesenkt, um die Belastungsneutralität zwischen
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Personenunternehmern und Kapitalgesellschaften weiterhin zu gewährleisten. Die
entsprechenden Änderungen des Körperschaftsteuergesetzes und des
Einkommensteuergesetzes sind am 20. Juli 2025 in Kraft getreten.
(69) Das Standortfördergesetz wird die Finanzierungsmöglichkeiten für kleine
Unternehmen und Start-ups sowie die Infrastrukturfinanzierung durch Fonds
verbessern. Es zielt darauf ab, private Investitionen insb. in Infrastruktur und
erneuerbare Energien sowie in kleinere Unternehmen und Startups zu fördern.
Schwerpunkt des Gesetzes bilden Maßnahmen zur Verbesserung der
Finanzierungsbedingungen von Unternehmen und für einen wettbewerbsfähigeren
Finanzstandort, darunter die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten für kleine
Unternehmen und Startups, auch in Umsetzung der Initiative „Wachstums- und
Innovationskapital für Deutschland“ (WIN), die Förderung von Investitionen von Fonds
in erneuerbare Energien und Infrastruktur sowie Maßnahmen zum Abbau von
Bürokratie im Finanzmarktbereich und die standortfreundliche Implementierung von
kapitalmarktrechtlichen EU-Rechtsakten. Das Gesetz wurde am 19. Dezember 2025 vom
Deutschen Bundestag beschlossen und ist weitgehend am 10. Februar 2026 in Kraft
getreten. Einzelne Regelungen treten aus technischen Gründen oder als EU-Umsetzung
später im Jahr 2026 bzw. bis 2030 (ESAP-Paket) in Kraft
Kasten 1: Länderbeitrag zum jährlichen Fortschrittsbericht 2026: „Beseitigung der
Engpässe bei Planung und Durchführung auf allen staatlichen Ebenen sowie
Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung“3
Einleitung
Die Länder und den Bund eint die Überzeugung, dass schnelle, einfache und
unbürokratische Verfahren nicht nur förderlich für Investitionen und den
wirtschaftlichen Fortschritt Deutschlands sind, sondern auch essenziell für die Stärkung
des Vertrauens in demokratische Strukturen und die Verbesserung der Lebensqualität der
Bürgerinnen und Bürger. Die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung zielt darauf ab,
die Verwaltung zukunftsfähig zu gestalten, die digitale Souveränität zu stärken und die
Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit Deutschlands zu steigern.
Föderale Modernisierungsagenda
Im Bewusstsein, dass es eines grundlegenden Paradigmenwechsels hin zu einer Kultur des
Vertrauens, der Effizienz und der Eigenverantwortung bedarf, haben sich der
Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder im
3 Der Länderbeitrag gibt die Perspektive der Länder wieder und wurde in Verantwortung der Länder verfasst.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Dezember 2025 auf eine Föderale Modernisierungsagenda verständigt, die unter den fünf
Leitthemen „Weniger Bürokratie“, „Schnellere Verfahren“, „Effiziente, resiliente und
leistungsfähige staatliche Strukturen“, „Digitale Verfahren“ und „Bessere Rechtsetzung“
über 200 Maßnahmen beinhaltet und eine Überarbeitung der bestehenden
Verwaltungsprozesse und deren rechtlicher Grundlagen vorsieht. Maßnahmen zum
Bürokratieabbau und der Verbesserung der Effizienz staatlichen Handelns sind ein
wesentlicher Bestandteil der Föderalen Modernisierungsagenda. So sollen z. B. Berichts-
und Dokumentationspflichten umfassend abgebaut werden. Sowohl der Grundsatz der
Genehmigungsfiktion als auch der Grundsatz, dass eine einfache E-Mail im Schriftverkehr
zwischen Bürger und Behörden grundsätzlich ausreichend ist, werden im
Verwaltungsverfahrensgesetz festgeschrieben. Um Investitionen zu erleichtern sowie zu
fördern und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu stärken,
wurden in der Föderalen Modernisierungsagenda insbesondere eine zügige
Modernisierung der Infrastruktur und eine erhebliche Beschleunigung von Planungs-
und Genehmigungsverfahren auf allen Ebenen vereinbart.
Die Beschleunigung soll insbesondere durch Vereinfachungen im Baurecht,
Umweltrecht und Vergaberecht erreicht werden. Die Länder werden hierbei vor allem im
Bereich des Baurechts u.a. mittels Genehmigungsfiktionen und Ausweitung
genehmigungsfreier Verfahren zur Verfahrensbeschleunigung beitragen.
Überdies wurde die Vereinfachung des Vergaberechts vereinbart, um öffentliche
Beschaffungsprozesse effizienter zu gestalten. Als weitere Stellschraube wurde die
Anpassung von datenschutzrechtlichen Regelungen identifiziert, um digitale
Verwaltungsprozesse zu erleichtern und zugleich die Wettbewerbs- und
Innovationsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Bund und Länder wollen außerdem schlanke,
bürokratiearme und weitgehend standardisierte Förderverfahren umsetzen, die leicht zu
digitalisieren sind.
Die Länder eint die Überzeugung, dass der Föderalstaat leistungsfähig und effizient sein
muss, damit alle staatlichen Ebenen ihre Stärken gemeinsam zur Entfaltung bringen
können. Bund und Länder haben daher vereinbart, die bestehenden Prozesse zu
hinterfragen, den Vollzug von Gesetzen zu optimieren und ihre Zusammenarbeit –
insbesondere in Krisensituationen – zu verbessern.
Die Föderale Modernisierungsagenda bildet eine wesentliche Grundlage für den
Bürokratieabbau und die Beschleunigung von Verfahren und ergänzt damit die
zahlreichen Aktivitäten der Länder in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen.
Daneben schreitet die Umsetzung des im November 2023 beschlossenen Paktes für
Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung zwischen Bund und
Ländern voran. Gemeinsam mit dem Bundeskanzler haben die Regierungschefinnen und
Regierungschefs der Länder dessen vollständige Umsetzung in der ersten Hälfte der 21.
Legislaturperiode des Deutschen Bundestages vereinbart.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Mit Umsetzung der in der Föderalen Modernisierungsagenda vereinbarten Maßnahmen
kann eine signifikante Verbesserung und Beschleunigung der Planung und
Durchführung, mithin eine Erleichterung von Investitionen erreicht werden.
Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung
Zur digitalen Transformation der öffentlichen Verwaltung in der komplexen, föderalen
Verwaltungsstruktur Deutschlands konzentrieren sich Bund und Länder auf die
konsequente Weiterentwicklung digitaler Zugangs- und Verfahrensangebote im Rahmen
des Onlinezugangsgesetzes (OZG).
Eine zentrale Rolle nimmt das „Einer-für-Alle“-Prinzip ein. Auf dieser Grundlage werden
digitale Verwaltungsleistungen von einem Land bereitgestellt und allen anderen Ländern
für die Nachnutzung verfügbar gemacht. Ergänzt durch Steuerungs-, Arbeits- und
Kooperationsstrukturen auf föderaler Ebene sowie durch Umsetzungsprogramme in
mehreren Ländern leistet dieser Ansatz einen wesentlichen Beitrag zur Standardisierung,
zum flächendeckenden Roll-Out sowie zur Vermeidung von Doppel-Entwicklungen bei
digitalen Verwaltungsleistungen.
Ein wichtiger Meilenstein ist die am 1. Oktober 2025 in Kraft getretene Verordnung über
Standards für den Onlinezugang zu Verwaltungsleistungen (OZSV), die
Architekturvorgaben und Qualitätsanforderungen für die IT-Systeme festlegt.
Im Berichtszeitraum ist die föderale Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung
auch durch politische Beschlüsse weiter gestärkt worden. Dazu zählt u.a. die
Verständigung auf eine systematische Evaluation der OZG-Umsetzung. Die Evaluation
wird im Rahmen einer mehrjährigen ersten Phase unter Beteiligung von Bund und
Ländern durchgeführt.
Im Rahmen der Digitalministerkonferenz wurde beschlossen, die Bedeutung tragfähiger
Governance- und Finanzierungsmodelle für eine gemeinsame Plattformbasis der
öffentlichen Verwaltung zu bekräftigen und deren Ausgestaltung im föderalen Verbund
mit dem Deutschland-Stack weiter zu konkretisieren.
Flankierend greifen föderale Modernisierungsmaßnahmen, die auf eine verbesserte
Servicequalität, beschleunigte Verfahren und effizientere Verwaltungsabläufe abzielen,
etwa in den Bereichen Mobilität, Bauen, Justiz, Unternehmensgründung oder
Förderwesen.
Registermodernisierung
Zentrales Element einer nutzungsorientierten digitalen Verwaltung ist das sogenannte
„Once-Only“-Prinzip, nach dem Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen Daten und
Nachweise der Verwaltung nur einmal bereitstellen müssen und diese anschließend – mit
ihrer Einwilligung und unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Vorgaben –
verwaltungsintern wiederverwendet werden können. Der automatisierte Datenaustausch
zwischen Behörden führt zu erheblichen Zeit- und Kosteneinsparungen, der den
Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen sowie der Verwaltung gleichermaßen
zugutekommt. Die Umsetzung des Once-Only-Prinzips setzt voraus, dass die in der
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Verwaltung vorhandenen Registerdaten in strukturierter und elektronisch nutzbarer
Form vorliegen und für digitale Verwaltungsprozesse zugänglich gemacht werden
können. Ziel der Registermodernisierung ist es, bestehende Register entsprechend zu
ertüchtigen bzw. neue elektronische Register zu schaffen, sodass Daten standardisiert,
qualitätsgesichert und automatisiert für Verwaltungsverfahren bereitgestellt werden
können.
Automatisierte Nachweisabrufe erfordern darüber hinaus eine eindeutige Identifikation
von Personen sowie die eindeutige Zuordnung der zugehörigen Datensätze. Hierfür
werden im Rahmen sogenannter initialer Anschlussvorhaben bundesweit Anbindungen
an das Identitätsdatenabruf-Verfahren (IDA-Verfahren) umgesetzt. Ziel ist die Einführung
der Steuer-Identifikationsnummer (IDNr) in die Datensätze der relevanten Register, um
eine rechtssichere, eindeutige und automatisierte Zuordnung von Nachweisen zu
ermöglichen.
Für den Nachweisaustausch im Rahmen der Registermodernisierung wurde das Nationale
Once-Only-Technical-System (NOOTS) entwickelt. Im Rahmen des NOOTS können
Daten und Nachweise ressort-, fach- und ebenenübergreifend abgerufen werden. Damit
werden die Vorgaben der Single-Digital-Gateway-Verordnung (SDG-VO)
datenschutzkonform umgesetzt und zugleich die Voraussetzungen für
grenzüberschreitende Nachweisabrufe innerhalb der Europäischen Union geschaffen.
Über die dauerhafte Governance-Struktur des NOOTS haben Bund und Länder im
Dezember 2024 einen Staatsvertrag geschlossen, der zum 1. Februar 2026 in Kraft getreten
ist.
Diese etablierten Strukturen der Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Bund,
Ländern und Kommunen setzen den geeigneten Rahmen, die Digitalisierung der
öffentlichen Verwaltung auf allen staatlichen Ebenen voranzubringen.
5.3 Zuschüsse aus dem DARP
(70) Die Europäische Union hat schnell und kraftvoll auf die Corona-Krise reagiert. Sie
hat das Aufbauinstrument „Next Generation EU“ ins Leben gerufen, dessen Kernstück
mit einem Volumen von inzwischen 650 Mrd. Euro die Aufbau- und Resilienzfazilität
(ARF) ist. Die ARF ist ein temporäres Kriseninstrument, dessen Ziel es ist, die
Widerstands- und Zukunftsfähigkeit der EU zu stärken und dabei insbesondere den
grünen und digitalen Wandel voranbringen. Die ARF-Verordnung trat Anfang 2021 in
Kraft, sie endet mit Ablauf des Jahres 2026.
(71) Um Mittel aus der ARF zu erhalten, mussten alle EU-Mitgliedstaaten der
europäischen Kommission 2021 nationale Pläne mit ambitionierten Investitionen und
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Reformen vorlegen, die die wirtschaftliche Erholung befördern und die wirtschaftliche
und soziale Resilienz stärken.
(72) Mit dem Deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP) trägt die Bundesregierung
zur wirtschaftlichen und sozialen Zukunftssicherung in Deutschland und Europa bei.
Der Fokus des Plans liegt – den Leitlinien der ARF entsprechend – auf den zentralen
Zukunftsthemen Digitalisierung und Bewältigung des Klimawandels. Die Digital-Quote
im deutschen Plan beträgt 45,8 %, die Klimaquote 44,9 %. Deutschland übertrifft damit
deutlich die EU-Vorgaben einer Ausgabenquote von 37 % für Klimamaßnahmen und
20 % für Digitalisierung. Die Deutschland aus der ARF zustehenden Mittel betragen
30,3 Mrd. Euro. Der DARP enthält 45 Maßnahmen mit 144 Meilensteinen und Zielen, die
den folgenden sechs Themenschwerpunkten zugeordnet sind:
a. Klimapolitik und Energiewende,
b. Digitalisierung der Wirtschaft und Infrastruktur,
c. Digitalisierung der Bildung,
d. Stärkung der sozialen Teilhabe,
e. Stärkung eines pandemieresilienten Gesundheitssystems,
f. moderne Verwaltung und Abbau von Investitionshemmnissen.
(73) Der Schwerpunkt Klimapolitik und Energiewende beinhaltet u. a. die Förderung
klimafreundlicher Mobilität und energetischer Gebäudesanierung sowie umfangreiche
Investitionen in den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoff-Wirtschaft.
(74) Im Bereich Digitalisierung nutzt Deutschland die Mittel gezielt für eine umfassende
Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, des Bildungs- und Gesundheitswesens. Die
Investitionsschwerpunkte werden durch strukturelle Reformen begleitet. So sollen
Verwaltungsprozesse sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren bürgerfreundlicher
erbracht und öffentliche Investitionsvorhaben schneller umgesetzt werden. Das Thema
Digitalisierung durchzieht den DARP maßnahmenübergreifend.
(75) Eine Vorgabe der ARF-Verordnung ist auch, wichtige Projekte von gemeinsamem
europäischem Interesse (Important Projects of Common European Interest, IPCEI)
umzusetzen. Der DARP umfasst Maßnahmen mit deutscher und französischer
Beteiligung in den Bereichen Wasserstoff, Mikroelektronik und
Kommunikationstechnologien sowie Cloud und Datenverarbeitung. Die Maßnahmen
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
stehen allen EU-Mitgliedstaaten zur Teilnahme offen. Diese Projekte leisten einen
wichtigen Beitrag zu einer grenzüberschreitenden Technologiezusammenarbeit in
zentralen Handlungsfeldern und schaffen somit einen echten europäischen Mehrwert.
(76) Die Auszahlung der ARF-Mittel durch die EU-Kommission erfolgt in Tranchen bei
Nachweis über die Erreichung der vereinbarten Meilensteine und Ziele. Für Deutschland
sind insgesamt fünf Zahlungstranchen vorgesehen. Den ersten Zahlungsantrag hat
Deutschland 2023 eingereicht. Im Herbst 2024 reichte Deutschland einen umfangreichen
zweiten Zahlungsantrag über die kombinierte zweite und dritte Mitteltranche ein. Alle
Zahlungsanträge wurden von der EU-Kommission vollumfänglich positiv bewertet.
Deutschland hat bisher 19,8 Mrd. Euro (65 %) der 30,3 Mrd. Euro abgerufen, und befindet
sich damit im vorderen Feld der EU-Mitgliedstaaten.
(77) Am 16. Februar 2026 hat Deutschland den dritten Zahlungsantrag (vierte Tranche)
über 4,59 Mrd. Euro bei der EU-Kommission eingereicht. Die EU-Kommission hat wie
üblich acht Wochen für ihre Bewertung, anschließend erfolgt die Bewertung durch die
EU-Mitgliedstaaten. Im Falle einer positiven Bewertung des Zahlungsantrages hätte
Deutschland dann rd. 80 % seiner ARF-Mittel abgerufen.
(78) Den letzten Zahlungsantrag (fünfte Tranche) mit einem Volumen von 5,97 Mrd.
Euro wird Deutschland fristgerecht bis spätestens Ende September 2026 einreichen.
Gemäß ARF-VO muss die letzte Auszahlung aus der Fazilität bis zum 31. Dezember 2026
erfolgen.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
6 Tabellenanhang
Tabelle 6a: Gesamtstaatliches Nettoausgabenwachstum
2024 2025 2026
Veränderungsrate
Jährliches Nettoausgabenwachstum1) 2,9 3,9 5 ¾
kumulative Veränderungsrate ggü. 2024 3,9 9 ¾
1) Nettoausgaben gemäß Definition der VO 2024/1263
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet.
Tabelle 6b: Finanzierungssalden und Schuldenstand des Staats
2024 2025 2026
in % des BIP
Finanzierungssaldo -2,7 -2,7 -4 ¼
Struktureller Finanzierungssaldo -1,6 -1,5 -3 ¼
Struktureller Primärsaldo -0,6 -0,4 -2
Maastricht-Schuldenstand 62,2 63,5 66 ½
Veränderung der Schuldenquote -0,1 1,3 3
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet.
Tabelle 1c: Finanzierungssalden nach staatlichen Ebenen
2024 2025 2026
- in % des BIP -
1 Bund -1,4 -1,8 -3
2 Länder -0,5 -0,2 - ½
3 Gemeinden -0,5 -0,6 - ½
4 Sozialversicherung -0,3 0,0 - ¼
5 Staat insgesamt -2,7 -2,7 -4 ¼
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des
BIP gerundet.
Etwaige Differenzen zwischen dem
Finanzierungssaldo für den Staat und der Summe
der Finanzierungssalden der Ebenen sind
rundungsbedingt.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Tabelle 7: Projektion der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
ESVG-
Code
2024 2024 2025 2026
Mrd.
Euro
Veränderung ggü.
Vorjahr in %
1 BIP preisbereinigt B1*g -0,5 0,2 1,0
2 BIP Deflator 3,1 3,0 2,5
3 Nominales BIP B1*g 4329,0 2,6 3,3 3,6
Verwendung des BIP, preisbereinigt
4 Private Konsumausgaben1) P.3 0,5 1,6 0,8
5 Staatliche Konsumausgaben P.3 2,6 1,3 2,4
6 Bruttoanlageinvestitionen P.51g -3,3 -0,2 3,0
7 Vorratsveränderungen (in % des BIP) P.52 + P.53 0,0 0,0 0,0
8 Exporte P.6 -2,1 -0,4 0,8
9 Importe P.7 -0,6 3,6 2,1
Beitrag zur Zuwachsrate des BIP %-Punkte
10 Inlandsnachfrage (ohne Vorräte) 0,1 1,0 1,5
11 Vorratsveränderungen P.52 + P.53 0,1 0,7 0,0
12 Außenbeitrag B.11 -0,7 -1,5 -0,5
Deflatoren
Veränderung ggü.
Vorjahr in %
13 Private Konsumausgaben1) 2,4 2,6 2,3
14 nachrichtlich.: HVPI 2,2 2,2 n.v.
15 Staatliche Konsumausgaben 2,5 4,4 2,7
16 Bruttoanlageinvestitionen 2,5 2,7 2,9
17 Exporte 1,0 1,2 0,5
18 Importe -0,4 0,8 0,4
Arbeitsmarkt
Niveau
Veränderung ggü.
Vorjahr in %
19 Erwerbstätige Personen2) (Tsd.) 45987 0,1 0,0 0,0
20 Arbeitsstunden pro Erwerbstätigen3) 1334 -0,3 -0,2 0,5
21 Arbeitsproduktivität - Personen4) -0,6 0,3 1,1
22 Arbeitsproduktivität - Arbeitsstunden5) -0,3 0,4 0,6
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
23 Arbeitnehmerentgelte (Mrd. €, Inland) D.1 2351,9 5,5 5,1 3,5
24 Entgelt je Arbeitnehmer (Tsd. €, Inland) 55,6 5,1 5,0 3,5
%
25 Erwerbslosenquote6) (in %) 3,1 3,5 3,6
Veränderung ggü.
Vorjahr in %
26 Produktionspotential 0,6 0,5 0,5
Beiträge (%-Punkte): %-Punkte
27 Arbeit 0,3 0,2 0,0
28 Kapital 0,3 0,3 0,3
29 Totale Faktorproduktivität 0,1 0,1 0,2
30 Produktionslücke (in % des Potenzials) -2,0 -2,3 -1,7
Bis 2025: Statistisches Bundesamt, Februar 2026.
2026: Jahresprojektion der Bundesregierung vom 28. Januar 2026.
1) Einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck.
2) Erwerbstätige, Inlandskonzept nach Definition der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
3) Definition der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
4) BIP (preisbereinigt) / Erwerbstätige (Inland); (2020=100).
5) BIP (preisbereinigt) / Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen; (2020=100).
6) Erwerbslose (ILO) / Erwerbspersonen.
Tabelle 8: Technische Annahmen
2024 2025 2026
Kurzfristige Zinsen (Jahresdurchschnitt, in %) 4,1 2,4 2,2
Langfristige Zinsen (Jahresdurchschnitt, in %) 2,3 2,6 2,6
US-Dollar/Euro-Wechselkurs (Jahresdurchschnitt) 1,1 1,1 1,2
BIP-Wachstumsrate der Welt (ohne EU) 3,3 3,2 2,9
BIP-Wachstumsrate der EU 1,1 1,4 1,4
Wachstumsrate der Importe der Welt (ohne EU) 3,4 3,5 2,2
Öl-Preis (Brent, USD/Barrel) 79,6 68,0 61,0
Bis 2025: Statistisches Bundesamt, Februar 2026.
2026: Jahresprojektion der Bundesregierung vom 28. Januar 2026.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Tabelle 9: Projektion der Staatsfinanzen
Einnahmen ESVG-Code
2024 2024 2025 2026
Mrd. € in % des BIP
1 Produktions- und Importabgaben D.2 443,8 10,3 10,3 10 ¼
2 Einkommen- und
Vermögensteuern
D.5 552,8 12,8 12,8 12 ¾
3 Sozialbeiträge D.61 756,6 17,5 18,4 18 ½
4 Sonstige laufende Einnahmen1 251,0 5,8 5,8 5 ½
5 Vermögenswirksame Steuern D.91 10,0 0,2 0,3 ¼
6 Sonstige Vermögenstransfers D.92 + D.99 10,3 0,2 0,2 ¼
7 Gesamte Einnahmen GE 2024,4 46,8 47,9 47 ½
8 davon: Transfers von der EU 8,7 0,2 0,2 ¼
9 Gesamte Einnahmen ohne
Transfers von der EU
2015,7 46,6 47,7 47 ½
10 nachrichtlich: Maßnahmen auf der
Einnahmenseite
38,7 0,9 0,6 0
11 nachrichtlich: Einmalmaßnahmen
und sonstige temporäre Effekte auf
der Einnahmenseite
0,0 0,0 0,0 0
Ausgaben ESVG-Code Mrd. € - in % des BIP -
12 Arbeitnehmerentgelt D.1 357,3 8,3 8,6 8 ½
13 Vorleistungen P.2 280,4 6,5 6,5 6 ½
14 Zinsausgaben D.41 45,8 1,1 1,1 1 ¼
15 monetäre Sozialleistungen D.62 709,5 16,4 16,8 17
16 soziale Sachleistungen D.632 386,6 8,9 9,3 9 ½
17 Subventionen D.3 54,2 1,3 1,2 1 ¼
18 Sonstige laufende Ausgaben2 90,5 2,1 2,1 2 ¼
19 Bruttoanlageinvestitionen P.51 132,3 3,1 3,3 3 ½
20 davon: national finanzierte
öffentliche Investitionen
126,1 2,9 3,1 3 ½
21 Vermögenstransfers D.9 84,0 1,9 1,8 1 ¾
22 Sonstige Investitionsausgaben P.52+P.53+NP -1,0 0,0 0,0 0
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
23 Gesamte Ausgaben GA 2139,7 49,4 50,5 51 ¾
24 davon: mit Transfers von der EU
finanzierte Ausgaben (=8)
8,7 0,2 0,2 ¼
25 National finanzierte Ausgaben 2131,0 49,2 50,4 51 ½
26 nachrichtlich: Nationale
Kofinanzierung von Programmen,
die von der Union finanziert
werden.
1,7 0,0 0,0 0
27 nachrichtlich: konjunkturelle
Komponente der
Arbeitslosenunterstützung
3,2 0,1 0,2 ¼
28 nachrichtlich: in den Projektionen
enthaltene einmalige Ausgaben
(ohne von der EU finanzierte
Maßnahmen)
0,0 0,0 0,0 0
29 National finanzierte
Nettoprimärausgaben (vor
einnahmeseitigen Maßnahmen)
(=25-26-27-28-14)
2080,4 48,1 49,0 50
National finanzierte
Nettoprimärausgaben
- Wachstumsrate -
30 Wachstum der national
finanzierten Nettoprimärausgaben
2,9 3,9 5 ¾
Salden ESVG-Code Mrd. € - in % des BIP -
31 Finanzierungssaldo (=7-23) B.9 -115,3 -2,7 -2,7 -4 ¼
32 Primärsaldo (=31-14) B.9-D.41p -69,5 -1,6 -1,6 -3
Konjunkturanpassung - in % des BIP -
33 Struktureller Saldo -1,6 -1,5 -3 ¼
34 Struktureller Primärsaldo (=31-14) -0,6 -0,4 -2
Verschuldung Mrd. € - in % des BIP -
35 Bruttoschulden 2693,8 62,2 63,5 66 ½
36 Änderung der Bruttoschulden 63,3 -0,1 1,3 3
37 Beiträge zur Änderung der
Bruttoverschuldung
38 Primärsaldo 1,6 1,6 3
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
39 Schneeball-Effekt: -2,4 -0,7 0
40 Zinsausgaben (=14) 1,1 1,1 1 ¼
41 Wachstum 0,2 0,1 - ¼
42 Inflation -3,6 -1,9 -1 ¼
43 Bestandsanpassungen (=36-38-39) 0,7 0,4 0
- % -
44 nachrichtlich: Impliziter Zinssatz
auf Schulden3
1,7 1,8 2
Verteidigungsausgaben Mrd. € - Wachstumsrate -
45 Gesamte Verteidigungsausgaben
(COFOG)
58,6 11,2 17,5 25 ¼
46 Investive Verteidigungsausgaben
(COFOG)
8,4 4,2 63,4 34 ½
1) P.11 + P.12 + P.131 + D.39rec + D.4rec + D.7rec.
2) D.29pay + D.4pay (ohne D.41pay) + D.5pay + D.7pay + P.52 + P.53 + NP + D.8.
3) Approximiert als Verhältnis der geleisteten Vermögenseinkommen zum Schuldenstand des
vorangegangenen Jahres.
Abweichungen in den Summen durch Runden der Zahlen möglich.
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet.
Tabelle 10: Diskretionäre einnahmeseitige Maßnahmen (DRM)
Beschreibung
Erstes
Jahr
ESA
Code
Oneoff
2024 2025 2026
in % des BIP
Unterstellte Anpassungen der
Beitragssätze in der gesetzlichen
Krankenversicherung 2023 D.61 Nein 0,1 0,6 0
Gesetz zur Fortentwicklung des
Steuerrechts und zur Anpassung des
Einkommensteuertarifs
(Steuerfortentwicklungsgesetz) 2025 D.5 Nein 0,0 -0,1 - ¼
Unterstellte Preisanpassungseffekte bei
der Einkommensteuer 2024 D.5 Nein 0,7 0,2 ¼
Summe sonstiger Maßnahmen, kleiner als
0,1 % des BIP absolut 0,1 0,1 0
Summe einnahmeseitiger Maßnahmen 0,9 0,6 0
Abweichungen in den Summen durch Rundungsdifferenzen möglich.
Deutscher Fortschrittsbericht 2026
Angaben für 2026 sind auf ¼ Prozentpunkte des BIP gerundet.
Tabelle 11: Auswirkungen der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) auf die Projektion – Zuschüsse
Einnahmen aus ARF-Zuschüssen (in % des BIP)
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
ARF-Zuschüsse im Rahmen der
Projektion der Einnahmen 0,00 0,20 0,12 0,13 0,09 0,08 0,11
Kasseneinnahmen ARF-Zuschüsse 0,00 0,06 0,00 0,09 0,31 0,00 0,23
Ausgaben, finanziert durch ARF-Zuschüsse (in % des BIP)
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Laufende Ausgaben insgesamt 0,00 0,11 0,05 0,04 0,02 0,01 0,02
Bruttoanlageinvestitionen P.51g 0,01 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Vermögenstransfers D.9 0,00 0,07 0,08 0,09 0,07 0,06 0,07
Investitionsausgaben 0,02 0,08 0,08 0,09 0,07 0,06 0,07
Sonstige Kosten, die durch ARF finanziert werden (in % des BIP)
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Steuermindereinnahmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Weitere Mindereinnahmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Finanzielle Transaktionen
Abweichungen in den Summen durch Runden der Zahlen möglich.
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