Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V (Antwort zu Drs. 21/4359)
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Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V (Antwort zu Drs. 21/4359)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4735
21. Wahlperiode 13.03.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Stephan Brandner
und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/4359 –
Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.
(IDA) fungiert nach eigenen Angaben als bundesweites Dienstleistungs- und
Kompetenzzentrum für Jugendverbände und arbeitet zu den Schwerpunkten
Rassismus und Rassismuskritik, Rechtsextremismus einschließlich
Rechtspopulismus, Antisemitismus, Migrationsgesellschaft, diskriminierungs- und
rassismuskritische beziehungsweise interkulturelle Öffnung, Diversität sowie
Flucht und Asyl. Der Verein wurde 1990 auf Initiative demokratischer
Jugendverbände in der Bundesrepublik Deutschland gegründet und vereint heute
mehr als 30 bundesweit aktive Jugendverbände (www.idaev.de). Das
Nachrichtenportal NIUS berichtete Anfang 2026, dass die Broschüre „Stark gegen
Rechts: Jugendverbände gegen rechte Einflussnahme“ (www.idaev.de/fileadm
in/user_upload/pdf/publikationen/leitfaeden/IDA-Leitfaden_Bd._2.pdf) durch
IDA veröffentlicht wurde. Diese richtet sich gezielt an Jugendverbände und
enthält pädagogische Handlungsempfehlungen zum Umgang mit rechten
Einstellungen bei Jugendlichen. Die Publikation wurde laut dem
Nachrichtenportal NIUS durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren,
Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms
„Demokratie leben!“ gefördert.
In der Broschüre werden Begriffe wie „rechts“, „rechtspopulistisch“ und
„rechtsextrem“ zusammenfassend verwendet und inhaltlich miteinander
verknüpft. Zudem wird die AfD ausdrücklich als rechtspopulistische bzw.
rechtsextreme Partei benannt. Kritiker sehen darin eine fehlende Differenzierung
zwischen verfassungskonformen politischen Positionen und extremistischen
Bestrebungen und äußern Zweifel an der Wahrung der staatlichen
Neutralitätspflicht bei der Förderung entsprechender Inhalte. Darüber hinaus wird auf
personelle Verflechtungen zwischen dem Verein und parteipolitisch aktiven
Personen hingewiesen, unter anderem durch frühere oder aktuelle Funktionen von
Beteiligten in Parteien und politischen Organisationen. Vor diesem
Hintergrund wird die Frage aufgeworfen, inwieweit mit öffentlichen Mitteln
finanzierte Publikationen parteipolitisch einseitige Positionen vertreten und ob die
Förderpraxis des Bundesministeriums den verfassungsrechtlichen
Anforderungen an politische Neutralität entspricht (www.nius.de/politik/news/regierung-f
inanziert-linken-verein-mit-300-000-euro-um-die-opposition-zu-bekaempfen).
Das Lobbyregister des Deutschen Bundestages weist für das Jahr 2024 hohe
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren,
Frauen und Jugend vom 12. März 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Zuwendungen durch die Bundesregierung aus (www.lobbyregister.bundesta
g.de/suche/R003374/70964?backUrl=%2Fsuche%3Fq%3DInformations-%2B
und%2BDokumentationszentrum%26pageSize%3D25 Prozent26sort%3DRE
LEVANCE_DESC): So erhielt der Verein jeweils bis zu 300 000 Euro vom
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und
dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA)
und eine Summe bis 10 000 Euro von der Bundeszentrale für politische
Bildung (bpb). Die Kleine Anfrage dient der Ergänzung der Erkenntnisse, die aus
der Bundestagsdrucksache 19/31536 gewonnen wurden.
1. Wie hoch war die Fördersumme aus Bundesmitteln, die das IDA im
Zeitraum seit 1. Juli 2021 aus jeweils welchen Förderprogrammen erhalten hat
(bitte nach Jahresscheiben aufschlüsseln)?
2. Wurden Projekte, die das IDA in dem Zeitraum seit 1. Juli 2021
unterstützt, initiiert oder umgesetzt hat, von der Bundesregierung gefördert,
wenn ja, um welche Projekte handelte es sich hierbei, und wie wurden
diese von der Bundesregierung gefördert (bitte die Titel der Projekte
nennen und nach Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Die Fragen 1 und 2 werden aufgrund des Sachzusammenhags gemeinsam
beantwortet.
Folgende Projekte des Informations- und Dokumentationszentrums für
Antirassismusarbeit e. V. (IDA e. V.) wurden seit 2021 durch folgende Ressorts
gefördert.
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(BMBFSFJ)
Jahr Projekttitel und Fördersumme
2021 www.vielfalt-mediathek.de
Gefördert als Begleitprogramm im Bundesprogramm „Demokratie leben!“, 244.414,68 Euro
2021 Indirekte Förderung über das Landesdemokratiezentrum Nordrhein-Westfalen für die
Förderung der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus NRW zur landesweiten
Koordinierung und Vernetzung sowie von Mobiler Beratung, Opfer- und Ausstiegsberatung,
208.146,95 Euro
2022 www.vielfalt-mediathek.de
Gefördert als Begleitprogramm im Bundesprogramm „Demokratie leben!“, 247.854,73 Euro
2022 Indirekte Förderung über das Landesdemokratiezentrum Nordrhein-Westfalen für die
Förderung der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus NRW zur landesweiten
Koordinierung und Vernetzung sowie von Mobiler Beratung, Opfer- und Ausstiegsberatung,
208.146,95 Euro
2023 www.vielfalt-mediathek.de
Gefördert als Begleitprogramm im Bundesprogramm „Demokratie leben!“, 259.212,10 Euro
2023 Indirekte Förderung über das Landesdemokratiezentrum Nordrhein-Westfalen für die
Förderung der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus NRW zur landesweiten
Koordinierung und Vernetzung sowie von Mobiler Beratung, Opfer- und Ausstiegsberatung,
208.146,95 Euro
2024 www.vielfalt-mediathek.de
Gefördert als Begleitprogramm im Bundesprogramm „Demokratie leben!“, 259.987,72 Euro
2024 Indirekte Förderung über das Landesdemokratiezentrum Nordrhein-Westfalen für die
Förderung der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus NRW zur landesweiten
Koordinierung und Vernetzung sowie von Mobiler Beratung, Opfer- und Ausstiegsberatung,
208.146,95 Euro
2025 www.vielfalt-mediathek.de
Gefördert als Begleitprogramm im Bundesprogramm „Demokratie leben!“, 300.000 Euro
Jahr Projekttitel und Fördersumme
2025 Indirekte Förderung über das Landesdemokratiezentrum Nordrhein-Westfalen an IDA e. V. für
Opfer- und Betroffenenberatung und weitere Maßnahme, 544.839,69 Euro
2026 www.vielfalt-mediathek.de
Gefördert als Begleitprogramm im Bundesprogramm „Demokratie leben!“, 300.000 Euro
2026 Indirekte Förderung über das Landesdemokratiezentrum Nordrhein-Westfalen an IDA e. V. für
Opfer- und Betroffenenberatung und weitere Maßnahme, 544.842,48 Euro
Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)
Jahr Projekttitel und Fördersumme
2021 Erstellung eines Bildungs-Comics zum Thema „Deutscher Kolonialismus“, 5.000 Euro
2022 Diskriminierung innerhalb der Minderheitsgesellschaften / Migrationsgesellschaft –
Antialevitischem Rassismus alevitisches Empowerment entgegensetzen, 1.021,54 Euro
2022 IDA-Talk: „Klassismus und Rassismen intersektional denken und bearbeiten – aber wie?“ Eine
Fachveranstaltungsreihe für die Jugendverbands- und -bildungsarbeit, 2.250 Euro
2023 IDA-Talk „Feminismen in der Migrationsgesellschaft“, 800 Euro
2023 IDA-Talk „Antifeminismus“, 1.000 Euro
2023 Erinnerungskultur im Dialog: Alevitische und êzidische Perspektiven, 2.200 Euro
2024 IDA-Training online 2024 „Antisemitismuskritik und Rassismuskritik verbinden – fachliche
Unterstützung für die Bildungsarbeit“, 800 Euro
2024 Rechtspopulismus inner- und außerhalb der Parlamente und seine Konsequenzen für die
Jugend(verbands)arbeit, 1.700 Euro
2025 Empowermentangebote für junge BIPoC* und Jüdinnen:Juden in Jugendverbänden, 830 Euro
2025 Rassismuskritik und Antisemitismuskritik intersektional verbinden, 2.970 Euro
2025 IDA-Training online „Antisemitismuskritik und Rassismuskritik verbinden – fachliche
Unterstützung für die Bildungsarbeit“, 700 Euro
Zudem wird das IDA e. V. im Rahmen einer infrastrukturellen Förderung nach
den Richtlinien des Kinder- und Jugendplans (KJP) seit 2021 gefördert. Im Jahr
2021 erhielt IDA e. V. Mittel in Höhe von (i. H. v.) 279.632 Euro, von 2022 bis
2023 jeweils Mittel i. H. v. 314.632 Euro sowie von 2024 bis 2026 jeweils
Mittel i. H. v. 330.634 Euro.
3. Wurden Veranstaltungen (Fachtagungen, Seminare, Workshops, Trainings)
für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und sogenannte Teamer der
Jugend- und Bildungsarbeit, die das IDA nach Kenntnis der
Bundesregierung in dem Zeitraum seit 1. Juli 2021 angeboten hat, von der
Bundesregierung gefördert, wenn ja, um welche Veranstaltungen handelte es sich
hierbei, und wie wurden diese von der Bundesregierung gefördert (bitte
die Titel der Veranstaltungen nennen und nach Jahresscheiben
aufschlüsseln)?
In der Förderung der Projekte des IDA e. V. durch die BpB waren
Veranstaltungen, Seminare, Workshops oder Trainings wie folgt enthalten.
Jahr Veranstaltung
(z. B. Fachtagung, Seminar,
Workshop etc.)
Titel und Fördersumme
2022 Seminar IDA-Talk: „Klassismus und Rassismen intersektional
denken und bearbeiten – aber wie?“ Eine
Fachveranstaltungsreihe für die Jugendverbands- und -bildungsarbeit,
2.250 Euro
2023 Kurzveranstaltung IDA-Talk „Feminismen in der Migrationsgesellschaft“,
800 Euro
Jahr Veranstaltung
(z. B. Fachtagung, Seminar,
Workshop etc.)
Titel und Fördersumme
2023 Kurzveranstaltung IDA-Talk „Antifeminismus“, 1.000 Euro
2024 Training IDA-Training online 2024 „Antisemitismuskritik und
Rassismuskritik verbinden – fachliche Unterstützung für
die Bildungsarbeit“, 800 Euro
2024 Fachtag Rechtspopulismus inner- und außerhalb der Parlamente
und seine Konsequenzen für die Jugend(verbands)arbeit,
1.700 Euro
2025 Seminar Empowermentangebote für junge BIPoC* und
Jüdinnen:Juden in Jugendverbänden, 830 Euro
2025 Seminar Rassismuskritik und Antisemitismuskritik intersektional
verbinden, 2.970 Euro
2025 Training IDA-Training online „Antisemitismuskritik und
Rassismuskritik verbinden – fachliche Unterstützung für die
Bildungsarbeit“, 700 Euro
Für die infrastrukturelle Förderung ist eine Aufschlüsselung des Förderanteils
der jeweiligen Veranstaltungen in den jeweiligen Projekten nicht möglich. Es
wird daher auf die Antwort zu den Fragen 1 und 2 und die dort aufgeführten
jeweiligen Gesamtfördersummen der Projekte verwiesen.
Innerhalb der KJP-Richtlinien besteht außerdem die Möglichkeit,
unterschiedliche Aktivitäten wie Kurse, Arbeitstagungen, Workshops und ähnliche
Veranstaltungen zu fördern. Seit Jahrzehnten wurde daher eine Vielzahl solcher
Veranstaltungen durch IDA e. V. unter anderem mit Mitteln der Bundesregierung
umgesetzt. Einzelne Veranstaltungen gezielt für haupt- und ehrenamtliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugend- und Bildungsarbeit zu ermitteln ist
nicht möglich, da eine Differenzierung nach dieser Zielgruppe im
Verwendungsnachweis nicht erforderlich ist.
Bezüglich möglicher Veranstaltungen im Rahmen der Mittelweiterleitungen
durch das Landesdemokratiezentrum Nordrhein-Westfalen (LDZ NRW) wird
an das LDZ NRW verwiesen. Dieses führt die Verwendungsnachweisprüfung
für die entsprechenden Förderungen durch.
4. Wurden Publikationen, die durch das IDA nach Kenntnis der
Bundesregierung in dem Zeitraum seit 1. Juli 2021 veröffentlicht wurden, von der
Bundesregierung gefördert, wenn ja, um welche Publikationen handelte es
sich hierbei, und wie wurden diese von der Bundesregierung gefördert
(bitte die Titel der Publikationen nennen und nach Jahresscheiben
aufschlüsseln)?
Folgende Publikationen des IDA e. V. wurden seit 2021 im Rahmen einer
infrastrukturellen Förderung nach den Richtlinien des KJP gefördert.
Jahr Titel der Publikation und Fördersumme
2021 Reader zum Thema Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten in der Migrationsgesellschaft,
7.415 Euro
2021 Layout und Online-Veröffentlichung von drei Flyern zu Intersektionalität,
Rechtsextremismus und Verschwörungserzählungen, 1.293 Euro
2022 IDA Reader zum Thema Klassismus und Rassismus, 10.580 Euro
2022 Druck von drei Flyern zu Intersektionalität, Rechtsextremismus und
Verschwörungserzählungen, 1.257 Euro
2023 Reader zum Thema Antifeminismus, 9.850 Euro
Jahr Titel der Publikation und Fördersumme
2023 Druckkostenzuschuss zur Erstellung der Materialien für den Beginn:
Internationalen Wochen gegen Rassismus, 500 Euro
2023 Layout des Flyers Antifeminismus, 432 Euro
2024 Reader zum Thema Antisemitismuskritik und Rassismuskritik verbinden, 8.474 Euro
2024 Leitfaden Rassismuskritische Öffnung Band 1, 3.800 Euro
2024 Layout und Druck des eines Wandkalenders mit Feier- und Gedenktagen der
Migrationsgesellschaft, 1.870 Euro
2024 Layout des IDA-Glossars als pdf-Dokument in Form einer digitalen Broschüre in den
Themenfeldern Antisemitismus, Antifeminismus und Kolonialismus, 990 Euro
2024 Flyer Antifeminismus, 580 Euro
2025 Layout und Druck eines Leitfadens Band 2 zum Thema Jugendverbände
Rechtsextremismus/Rechtspopulismus sowie Onlinestellung, 4.550 Euro
2025 Barrierefreie Darstellung des IDA-Glossars als pdf-Dokument in Form einer digitalen
Broschüre, 213 Euro
2025 Layout, Druck und barrierefreie Gestaltung des inhaltlich stark überarbeiteten IDA-Flyers „Was
heißt eigentlich ... Rassismus?“, 1.720 Euro
2025 Druck der aktualisierten und inhaltlich überarbeiteten und ergänzten Auflage des Feier- und
Gedenktagskalenders der Migrationsgesellschaft, 530 Euro
Darüber hinaus förderte die BpB in 2021 die Publikation „Die drei, die als
Koloniegründer bekannt sind, aber nicht dafür gefeiert werden sollten“ mit einer
Fördersumme in Höhe von 5.000 Euro.
Bezüglich möglicher Publikationen im Rahmen der Mittelweiterleitungen
durch das LDZ NRW wird an das LDZ NRW verwiesen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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