Vorschlag 82106 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung (Antwort zu Drs. 21/3793)
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Vorschlag 82106 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung (Antwort zu Drs. 21/3793)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4051
21. Wahlperiode 06.02.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Uwe Schulz, Robin Jünger, Ruben
Rupp, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/3793 –
Vorschlag 82106 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die die Bundesregierung tragenden Parteien CDU, CSU und SPD haben sich
in ihrem Koalitionsvertrag der 21. Wahlperiode dazu bekannt, die
Bürokratiebelastung, der Unternehmer und Unternehmen ausgesetzt sind, zu reduzieren
(Koalitionsvertrag, S. 58; www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitions
vertrag2025.de/files/koav_2025.pdf).
Im Frühjahr 2023 wurde eine Verbändeabfrage zur Bürokratiebelastung vom
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)
durchgeführt. Insgesamt wurden 71 Verbände eingeladen, Regelungen und
Bestimmungen, die aus ihrer Sicht eine Bürokratiebelastung darstellen, zu benennen
und ggf. Verbesserungsvorschläge zu formulieren. 34 weitere Verbände
erklärten, an der Verbändeabfrage teilnehmen zu wollen. An der Verbändeabfrage
beteiligten sich mehr als 57 Verbände, die 442 Vorschläge zur Entlastung von
Bürokratie dem BMJV unterbreiteten (www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/
DE/Fachinformationen/Verbaendeabfrage_Buerokratieabbau_Ergebnisdokum
entation_Einzelvorschlaege.pdf?__blob=publicationFile&v=3, S. 6 f.).
In einer Auswertung der Verbändeabfrage, die im Dezember 2023 vorgelegt
wurde, erfolgte eine Kategorisierung und Bewertung der einzelnen
Vorschläge. Im Ergebnis wurden 34 Vorschläge vollständig umgesetzt. Teilweise
umgesetzt wurden 55 Vorschläge und für 26 Vorschläge werden alternative
Lösungen gesucht. Darüber hinaus untersucht und prüft das BMJV weitere
61 Vorschläge. Nicht behandelt wurden 210 Vorschläge. Begründungen zu den
einzelnen Vorschlägen und dem Umgang mit ihnen wurden durch die
Bundesregierung gegeben (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Pub
likationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringberich
t.pdf?__blob=publicationFile).
Eine Umsetzung der noch zu untersuchenden und zu prüfenden Vorschläge
erfolgte nach Kenntnis der Fragesteller aufgrund der Auflösung der
Bundesregierung nicht.
In der Verbändeabfrage, an der sich der „Verband Forschender
Arzneimittelhersteller e. V. (vfa)“ beteiligte, wurde unter dem Vorschlag 82106 –
Genehmigung/Errichtung Produktionsanlagen (Pharma) – eine Anpassung der
Bundesemissionsschutzgesetzgebung gefordert. Die Anforderungen an Planungs-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Digitales und
Staatsmodernisierung vom 6. Februar 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
und Genehmigungsprozesse sind in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-
Mitgliedstaaten, die auch dem europäischen Recht unterliegen, zu
unübersichtlich und langwierig. Während der Pandemie wurden pragmatische
Lösungen gefunden, die eine Genehmigung von Anlagen ermöglichte, ohne auf
Sicherheitsanforderungen verzichten zu müssen. Die aktuelle Handhabung stellt
einen Standortnachteil für unser Land dar. Aus diesem Grund sollten
Verfahrensanforderungen, die Art der Öffentlichkeitsbeteiligung, Ein-,
Widerspruchs- und Klagerechte sowie Fristen auf ihre Plausibilität überprüft werden
(www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publikationen/Downlo
ads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage.pdf?__blob=publicationFile, S. 552).
Die Bundesregierung beabsichtigt, den Vorschlag 82106 vollständig
umzusetzen und diskutiert derzeit mit den Ländern und Unternehmen die
Anpassungen des gesetzlichen und untergesetzlichen Regelwerkes der
Bundesemissionsschutzgesetzgebung (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekoste
n/Publikationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringb
ericht.pdf?__blob=publicationFile, S. 403).
1. Aus welchen konkreten Erwägungsgründen wurde der Vorschlag 82106
der Verbändeabfrage zum Bürokratieabbau nicht im Vierten Gesetz zur
Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft sowie der
Verwaltung von Bürokratie (Viertes Bürokratieentlastungsgesetz) von der
Bundesregierung aufgenommen bzw. umgesetzt?
Der Vorschlag 82106 wurde im Rahmen des Gesetzes zur Verbesserung des
Klimaschutzes beim Immissionsschutz, zur Beschleunigung
immissionsschutzrechtlicher Genehmigungsverfahren und zur Umsetzung von EU-Recht (BGBl.
2024 I Nr. 225) aufgegriffen und umgesetzt.
2. Inwiefern wird die Bundesregierung die Umsetzung des Vorschlages
82106 der Verbändeabfrage fortführen und auf andere Wirtschaftssektoren
übertragen, um eine tatsächliche Beschleunigung von
Genehmigungsverfahren zu erreichen, wenn ja, wie ist eine Umsetzung vorgesehen, und
wenn nein, aus welchen Gründen nicht?
Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
3. Wie wurden nach Kenntnis der Bundesregierung die EU-Regelungen zur
Genehmigung und Errichtung von Produktionsanlagen (Pharma) in
anderen EU-Mitgliedstaaten, in denen die gleichen europäischen
Rechtsnormen Anwendung finden, im Vergleich zu Deutschland umgesetzt?
Soweit es sich um europarechtliche Vorgaben handelt, werden diese nach
Kenntnis der Bundesregierung in vergleichbarer Weise in allen EU-
Mitgliedstaaten umgesetzt.
4. Aus welchem Grund wird nach Kenntnis der Bundesregierung die
Umsetzung der europäischen Rechtsnormen in unserem Land als ein
Standortnachteil betrachtet und in anderen EU-Mitgliedstaaten nicht?
Der Bundesregierung sind derartige Betrachtungen in der vorgetragenen Form
nicht bekannt.
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ISSN 0722-8333
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