Bericht über das Ergebnis der Vorplanung und der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung Ausbaustrecke/Neubaustrecke Augsburg - Ulm
Text
Bericht über das Ergebnis der Vorplanung und der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung Ausbaustrecke/Neubaustrecke Augsburg - Ulm
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Zugeleitet mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr vom 29. Januar 2026 gemäß Beschluss vom
28. Februar 2016 auf Bundestagsdrucksache 18/7365 in Verbindung mit § 5 der
Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung.
Deutscher Bundestag Drucksache 21/3950
21. Wahlperiode 29.01.2026
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Bericht über das Ergebnis der Vorplanung und der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung
Ausbaustrecke/Neubaustrecke Augsburg – Ulm
Inhal tsverzeichnis
Seite
1 Einleitung ........................................................................................ 3
2 Vorzugsvariante .............................................................................. 3
2.1 Verkehrliche Aufgabenstellung ........................................................ 3
2.2 Betriebliche Aufgabenstellung ......................................................... 3
2.3 Lösung (Vorplanungsergebnis) ........................................................ 4
2.3.3 Trassenvorschlag (Kurzbeschreibung; verkehrlicher Nutzen) .......... 4
2.3.4 Umweltauswirkungen und Konzepte zum Ausgleich ....................... 5
2.3.5 Konzepte zum Lärm- und Erschütterungsschutz .............................. 5
2.3.6 Kosten (Wirtschaftlichkeit) .............................................................. 5
3 Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung
nach § 25 Absatz 3 VwVfG ............................................................ 6
3.1 Forderungen aus der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung ................... 6
3.1.3 Allgemeines ...................................................................................... 6
3.1.4 Forderungen, die in der Vorzugsvariante berücksichtigt
wurden .............................................................................................. 6
3.1.5 Forderungen, die nicht berücksichtigt werden konnten .................... 7
Zugeleitet m it Schreiben des Bundesm inis teriums für Verkehr vom 29 . Januar 2026 gemäß Besch luss vom 28. Februar 2016 auf Bundestagsdrucksache 18/7365 in Verbindung mit § 5 der Bedarfsplanum setzungsvereinbarun g.
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Seite
4 Fazit und Empfehlung .................................................................... 10
5 Anlagen ............................................................................................ 14
1 Einleitung
Mit Blick auf den Beschluss des Deutschen Bundestages vom 28. Februar 2016 auf Bundestagsdrucksache
18/7365 zur Menschen- und umweltgerechten Realisierung europäischer Schienennetze legt das
Bundesministerium für Verkehr (BMV) mit dem vorliegenden Bericht eine transparente Information über die Ausgestaltung
des zur Realisierung anstehenden Bedarfsplanvorhabens nach Abschluss der Vorplanung (Leistungsphase 2
HOAI) vor. Mit Abschluss dieser Planungsphase liegt eine Vorzugsvariante inklusive erster belastbarer
Kostenschätzung vor. Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 25 Absatz 3 des
Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) ist erfolgt.
Die Ausbau-/Neubaustrecke (ABS/NBS) Augsburg – Ulm ist als Teil des Projektbündels 6 im Vordringlichen
Bedarf des geltenden Bedarfsplans (Anlage zu § 1 des Bundesschienenwegeausbaugesetzes (BSWAG))
enthalten (Abschnitt Neue Vorhaben, lfd. Nr. 6). Das Projekt beinhaltet im Wesentlichen einen durchgängigen
viergleisigen elektrifizierten Aus- und Neubau zwischen Augsburg und Ulm und ist Bestandteil der
Transeuropäischen Netze (TEN) als Abschnitt des TEN-Korridors Rhein-Donau. Die Vorplanung (Leistungsphase 2 HOAI)
wurde 2025 abgeschlossen.
Die Berichterstattung beruht auf Informationen der DB InfraGO AG und einer zuwendungsrechtlichen
Einschätzung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) auf Basis des Vorplanungsergebnisses. Die umfassende
Abwägung zwischen allen berührten öffentlichen und privaten Belangen erfolgt durch die unabhängige
Planfeststellungsbehörde im planrechtlichen Verfahren nach § 18 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG). Eine
Bewertung und Festlegung zu konkreten, entscheidungserheblichen rechtlichen Fragestellungen erfolgt mit dem
Planfeststellungsbeschluss.
2 Vorzugsvariante
2.1 Verkehrliche Aufgabenstellung
Mit der Ausbau-/Neubaustrecke (ABS/NBS) Augsburg – Ulm werden folgende verkehrlichen Ziele verfolgt:
⎯ Entmischung langsamer und schneller Verkehre
⎯ Schaffung zusätzlicher Kapazitäten für den Güterverkehr und Schienenpersonennahverkehr
⎯ Anbindung des Bahnhofs Günzburg an die ABS/NBS Augsburg – Ulm
⎯ Erhöhung der Reisegeschwindigkeit zur Erfüllung der Fahrzeitanforderungen des Deutschlandtaktes
(26 Minuten ohne Halt in Günzburg)
2.2 Betriebliche Aufgabenstellung
Die wesentlichen betrieblichen Anforderungen entsprechen Vorgaben des Bundesverkehrswegeplans (BVWP)
2030. Mit den ergänzenden Anforderungen für den Deutschlandtakt und das 740-Meter-Gleis Programm liegen
diese Anforderungen zugrunde:
⎯ Herstellung der durchgängigen Viergleisigkeit zwischen Ulm und Augsburg
⎯ Zielgeschwindigkeit bis zu 300 km/h
⎯ maximale Längsneigung 8 ‰
⎯ Fernverkehrshalt Günzburg
⎯ Zielfahrzeit im Fernverkehr: 26 min ohne Halt, 40 min mit Halt in Günzburg
⎯ Sicherungstechnik: ETCS-Level 2 ohne Signale in den NBS-Abschnitten, ETCS-Level 2 mit Signalen
in den ABS-Abschnitten bzw. Anbindungsbereichen
⎯ Anbindung an die Bestandsstrecken
⎯ Maßnahmen an der Bestandsinfrastruktur, soweit diese für das Projektziel des Neubauvorhabens
zwingend notwendig sind
2.3 Lösung (Vorplanungsergebnis)
2.3.3 Trassenvorschlag (Kurzbeschreibung; verkehrlicher Nutzen)
Im Zuge der Vorplanung wurden vier Trassenverläufe (Blau-Grün, Orange, Türkis, Violett) untersucht
(Abbildung 1). Die vier Varianten waren so gestaltet, dass es an mehreren Punkten die Möglichkeit gab, die Varianten
miteinander zu verknüpfen, um über den gesamten Projektbereich die wirtschaftlichste und auch in allen
Bereichen umweltverträglichste Trassenführung zu finden. Alle vier Varianten erfüllten die Fahrzeitziele von
26 Minuten von Ulm nach Augsburg und 40 Minuten von Ulm nach Augsburg mit Halt in Günzburg.
Abbildung 1: Trassenvarianten (grau = Bestandsstrecke)
Die Entscheidungsgrundlage für die Trassenauswahl setzte sich aus dem Trassenauswahlverfahren und dem
Raumordnungsverfahren zusammen.
Die Varianten wurden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die relevanten Schutzgüter Mensch, Natur, Umwelt
und die Erfüllung der wirtschaftlichen und verkehrlichen Zielvorgaben untersucht. Ein Fokus lag darauf, die
Betroffenheit Dritter so gering wie möglich zu halten sowie Siedlungsgebiete, Kulturgüter und besonders
schützenswerte Gebiete möglichst nicht zu beeinträchtigen.
Aus diesen 4 Trassenvarianten wurde mit Hilfe eines Trassenauswahlverfahrens, das von der Universität
Innsbruck durchgeführt wurde, und den Ergebnissen des Raumordnungsverfahrens in der Zuständigkeit der
Regierung von Schwaben, die Vorzugsvariante generiert. Die Vorzugsvariante ist eine Kombination aus drei
Abschnitten der untersuchten Trassenvarianten als einzige Variante, welche alle rechtlichen, verkehrlichen und
wirtschaftlichen Anforderungen erfüllt. Die Abschnitte setzen sich wie folgt zusammen:
⎯ Neu-Ulm bis Höhe Günzburg: Violett,
⎯ Höhe Günzburg bis Höhe Gessertshausen: Orange,
⎯ Höhe Gessertshausen bis Augsburg Hbf: Türkis.
Eine abschließende Überprüfung der Trassierung sowie der ihr zugrunde liegenden Kriterien erfolgt regulär im
Planfeststellungsverfahren.
Die Vorzugsvariante ist nachfolgend in Abbildung 2 dargestellt.
Abbildung 2: Vorzugsvariante (rot)
2.3.4 Umweltauswirkungen und Konzepte zum Ausgleich
Nach § 14 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) stellt das Vorhaben einen Eingriff in Natur und
Landschaft dar. Die Beeinträchtigungen sind laut § 15 Absatz 2 Satz 1 BNatSchG auszugleichen oder zu ersetzen.
Dies erfolgt im Rahmen der Genehmigungsplanung auf Grundlage der in der Umweltverträglichkeitsprüfung
(UVP) ermittelten erheblichen Beeinträchtigungen der einzelnen Schutzgüter. Für die FFH-Gebiete,
Landschaftsschutzgebiete und weitere Schutzgebiete (Vogel-, Natur-, Trinkwasser-, Moorschutzgebiete) im Umfeld
der Aus- und Neubaustrecke wurden im Rahmen der Vorplanung Vorprüfungen durchgeführt. Die
identifizierten Schutzgebiete werden in der weiteren Entwurfs- und Genehmigungsplanung gemäß den gesetzlichen
Vorgaben berücksichtigt und behandelt. Eine Übersicht, der von der Trassenführung potenziell betroffenen
Schutzgebiete und -objekte, ist dem Bericht der Vorhabenträgerin zu entnehmen.
2.3.5 Konzepte zum Lärm- und Erschütterungsschutz
Untersuchungen zum Lärm- und Erschütterungsschutz wurden im Rahmen der Vorplanung des Vorhabens
durchgeführt.
Aus den Ergebnissen der Schalluntersuchung wurde abgeleitet, ob Lärmschutzmaßnahmen erforderlich werden
und wie diese sinnvoll umgesetzt werden können. Im Ergebnis zeigt sich, dass im gesamten Aus- und
Neubaubereich aktive Schallschutzmaßnahmen in Form von Schallschutzwänden vorzusehen sind.
Eine Gesamtlärmbetrachtung mit weiteren Verkehrsträgern wie z. B. der Bundesautobahn 8 (A 8) ist zum
aktuellen Planungsstand noch nicht erfolgt. Diese wird in der nächsten Leistungsphase durchgeführt.
2.3.6 Kosten (Wirtschaftlichkeit)
Im Ergebnis der Vorplanung weist das Vorhaben Gesamtkosten (Gesamtwertumfang, GWU) in Höhe von
8.152 Mio. Euro auf (nominal; Stand: 2022). Diese beinhalten Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit
> 50 Prozent. Die DB InfraGO AG hat zusätzlich eine Gesamtwertprognose ermittelt, die weitere anhand von
statistisch ermittelten Risikokennwerten quantifizierte mögliche Risiken einbezieht. Damit soll der sich
erfahrungsgemäß im Projektverlauf erhöhende Wert der Investitionskosten durch eine Prognose der mutmaßlichen
Projektendkosten ersetzt werden. Die Gesamtwertprognose (GWP) für das Vorhaben beträgt 13.288 Mio. Euro.
Die Differenz zu den Gesamtkosten ergibt sich aus zusätzlichen Baukostenrisiken sowie zusätzlichen
Nominalisierungseffekten, u. a. aufgrund einer im Worst Case deutlich verzögerten Fertigstellung.
Die Einzelbetrachtung des Vorhabens im Rahmen des BVWP 2030 hat ein NKV von 2,7 ergeben. Das BMV hat
das Projektbündel 6 mit der ABS/NBS Augsburg – Ulm als Teil dieses Projektbündels 2025 unter
Berücksichtigung der Vorplanungsergebnisse volkswirtschaftlich bewertet. Im Ergebnis dieser Untersuchung ergibt sich eine
positive Wirtschaftlichkeit (Nutzen-Kosten-Verhältnis, NKV) von 1,1. Nicht enthalten in dieser Betrachtung
sind zusätzliche Forderungen aus der Region, die das NKV im Falle einer Umsetzung negativ beeinflussen
würden.
Kosten Vorzugsvariante (GWU): 8.152 Mio. Euro
Kosten Forderungen der Region (nominal): 4.413 bis 8.255 Mio. Euro
Kosten bei Realisierung aller Forderungen: 12.565 bis 16.407 Mio. Euro
Eine Umsetzung der zusätzlichen Forderungen der Region würde dazu führen, dass sich das Nutzen-Kosten-
Verhältnis verschlechtert und die Wirtschaftlichkeit der Gesamtmaßnahme in Gefahr wäre. Dem Vorhaben wäre
damit die gesetzliche Realisierungsgrundlage entzogen.
3 Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 25 Absatz 3 VwVfG
Die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung ist in § 25 VwVfG verankert. Für den Dialog mit der Region nutzt die
DB InfraGO AG verschiedene Kommunikationsformate, um über die aktuellen Planungsschritte sowie den
Projektfortschritt zu informieren und Optimierungsmöglichkeiten mit den Beteiligten zu besprechen. Durch den
Dialog konnten viele Hinweise der Akteure aus der Region in die Planungen und nicht zuletzt in die
Vorzugsvariante einfließen.
Der planungsbegleitende Dialog erfolgt seit 2019, angepasst an die unterschiedlichen Planungsphasen und
Zielgruppen. Dazu gehören Mitglieder des Europäischen Parlaments, des Deutschen Bundestages, des Bayerischen
Landtages, Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, Bürgerinitiativen und
Verbände, kommunale Gebietskörperschaften und Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Betroffene. Mit
diesen Beteiligten führt das Projektteam seit Projektstart regelmäßig Gespräche.
Über die Internetpräsenz https://www.ulm-augsburg.de/ können entsprechende Informationen abgerufen werden.
3.1 Forderungen aus der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung
3.1.3 Allgemeines
Im Zuge der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung haben die Beteiligten Anregungen bzw. Forderungen hinsichtlich
der Ausgestaltung des Streckenaus- und -neubaus bzw. zu aus ihrer Sicht erforderlichen Begleitmaßnahmen
eingebracht.
Viele Anregungen beziehen sich auf die spätere Ausgestaltung von Maßnahmen, beispielsweise Lärmschutz.
Diese kann jedoch erst im rechtsförmlichen Planfeststellungsverfahren nach § 18 AEG in Verbindung mit den
§§ 72 bis 78 VwVfG festgelegt werden, da hier u. a. Eigentumssachverhalte abzuwägen sind. Insofern können
diese Anregungen hinsichtlich ihrer Realisierungsmöglichkeiten und Finanzierungsfähigkeit zum jetzigen
Zeitpunkt nicht abschließend bewertet werden.
Verschiedene Anregungen können aufgrund der rechtlichen Vorgaben nicht in die Vorzugsvariante
aufgenommen werden. Diese sind ebenfalls dargestellt.
3.1.4 Forderungen, die in der Vorzugsvariante berücksichtigt wurden
3.1.4.1 Lärm- und Erschütterungsschutz
Die Vorzugsvariante verläuft im östlichen Bereich aufgrund der autobahnnahen Trassenbündelung mit hohem
Abstand zu bebauten Bereichen, was zu geringen Betroffenheiten führt. Im westlichen Bereich der ABS/NBS
kommt es durch die Bündelung mit der Bestandsstrecke entlang der Ortschaften Nersingen und Burlafingen zu
einer höheren Betroffenheit. Die Auswertungen zu den Trassenvarianten in Unterscheidung Ost/West sind in
Anlage 1 zu finden.
3.1.4.2 Gestaltung von Lärmschutzwänden
Nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip sind grundsätzlich lediglich die Kosten der wirtschaftlichsten
Lärmschutzwände zuwendungsfähig, mit denen das Schutzziel erreicht wird.
Dementsprechend ist die DB InfraGO AG verpflichtet, mit der wirtschaftlichsten Variante die Planfeststellung
zu beantragen. Für eine Gestaltung von Lärmschutzwänden besteht dabei gemäß den bestehenden Regelungen
ein Spielraum. Auch steht der DB InfraGO AG nach Maßgabe des Eisenbahn-Bundesamts ein Budget in
Abhängigkeit von den Gesamtkosten des Vorhabens zur Verfügung. Die Ausgestaltung erfolgt im Zuge der
weiteren Planung. Des Weiteren sind grundsätzlich alle Maßnahmen, die von der Planfeststellungsbehörde als
Auflage zur Erlangung des Baurechts aufgegeben werden, zuwendungsfähig, soweit sie sich auf den eigentlichen
Streckenaus- und -neubau beziehen. Insofern bleibt abzuwarten, inwiefern die Gestaltungsforderungen
beispielsweise vor dem Hintergrund städtebaulicher Aspekte im Planfeststellungsbeschluss berücksichtigt werden.
3.1.4.3 Beteiligung am Planungsprozess
Alle Kommunen und Landkreise in der von der Planung der verschiedenen näher betrachteten Varianten
tangierten Region sowie das Land Bayern wurden durch Bereitstellung von Informationen sowie (bilaterale)
Gespräche mit der DB InfraGO AG in den Planungsprozess involviert. Die Beteiligung erfolgt im Rahmen der
geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie verkehrlichen und wirtschaftlichen Zielvorgaben.
3.1.4.4 Anpassung bzw. Gestaltung von Kreuzungsbauwerken
Kreuzungsbauwerke werden im Regelverfahren im Zuge der vertiefenden Planung (Entwurfs- und
Genehmigungsplanung) genauer ausgestaltet. Hier erfolgt sowohl hinsichtlich der konkreten baulichen Ausführung als
auch hinsichtlich der Finanzierung eine breite Einbindung der relevanten Akteure und Institutionen. Die
Regelungen des Eisenbahnkreuzungsgesetzes bleiben unberührt.
3.1.4.5 Möglicher Regionalbahnhalt Zusmarshausen
Die Gemeinde Zusmarshausen und der Kreistag Augsburg-Land fordern einen stündlichen Regionalhalt
Zusmarshausen. Durch die Festlegung, im mittleren Teil der Vorzugsvariante die Trassenvariante Orange
umzusetzen, wurde die Voraussetzung dafür geschaffen.
3.1.5 Forderungen, die nicht berücksichtigt werden konnten
Verschiedene der von den Landkreisen und Kommunen der von der Neubauplanung tangierten Region
vorgebrachten Anregungen und Forderungen können nicht in der Planung der gesetzlichen Vorzugsvariante
berücksichtigt werden. Dies entweder, weil die geforderte Umsetzung über das gesetzliche Maß hinausginge oder die
seitens der Vorhabenträgerin gewählten Alternativen dem Grundsatz der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit
besser entsprechen. Mitunter ist auch eine Zuständigkeit des Bundes nicht gegeben und die Verantwortung für
Realisierung und Finanzierung der Maßnahmen dem Land Bayern oder der kommunalen Ebene zuzuordnen. Im
Folgenden werden die wesentlichen übergesetzlichen Forderungen zusammengefasst und erläutert, warum diese
in der Planung keine Berücksichtigung finden konnten. Angesichts der Vielzahl der eingereichten Forderungen
wird ein Fokus auf häufig vorgebrachte, besonders kostenintensive oder lokal herausragende Themen gelegt.
Eine ausführliche Darstellung und Bewertung der regionalen Forderungen kann der Anlage 2 zur
Einzelvorstellung des Vorhabens ABS/NBS Augsburg – Ulm der Vorhabenträgerin DB InfraGO AG entnommen werden.
3.1.5.1 Kernforderung 1 – Lärmschutz an der Vorzugstrasse
Um die bestmögliche Lärmvorsorge zu erreichen, ist eine Gesamtlärmbetrachtung erforderlich. Dabei müsste
die Schallemission unter Berücksichtigung der Autobahn A8 und der Bestandsstrecke berechnet werden. In
Bereichen mit Überschreitung des Schallpegels müssen neue Schallschutzwände für die Autobahn (welche auch
die bestehenden ersetzen) und neue Schallschutzwände für die Eisenbahn errichtet werden.
Der Wunsch nach bestmöglicher Lärmvorsorge ist ebenso nachvollziehbar wie der Wunsch nach einer
Gesamtbetrachtung aller Lärmquellen. Die verkehrsträgerübergreifende Dimensionierung von Schallschutzmaßnahmen
aufgrund bestehender Verkehre darf jedoch nicht ausschließlich zu Lasten des Projekts ABS/NBS Augsburg –
Ulm gehen. Es wird daher empfohlen, die Forderung abzulehnen. Es erscheint geboten, einen adäquaten
Kostenteiler vorzusehen.
3.1.5.2 Kernforderung 2 – Knoten Ulm und Augsburg
Die Knoten Augsburg und Ulm sowie die Einbindung des Güterverkehrszentrums Augsburg/Neusäß/Gersthofen
sollen in das Vorhaben ABS/NBS Augsburg – Ulm integriert werden, um die Verkehrsabwicklung zu
verbessern. Die Kapazitätsprobleme der Knoten resultieren insbesondere aus der starken Zunahme des Nahverkehrs.
Der Wunsch, diese Schwierigkeiten im Rahmen des Projekts aufzulösen, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Eine
Umsetzung im Rahmen des Bedarfsplanprojekts ABS/NBS Augsburg – Ulm wäre jedoch nicht sachgerecht und
würde sich negativ auf dessen Nutzen-Kosten-Verhältnis auswirken. Es wird daher empfohlen, die Forderung
abzulehnen.
3.1.5.3 Kernforderung 3 – Generalsanierung der Bestandsstrecke
Die Korridorsanierung (bisher Generalsanierung) der Bestandsstrecke 5302 ist für das 2. Halbjahr 2030
vorgesehen. Gefordert wird, dass hierbei auch vorbereitende Maßnahmen für die Neubaustrecke umgesetzt werden.
Derzeit ist jedoch die Finanzierung der Korridorsanierung noch nicht sichergestellt.
Die Sicherstellung der Finanzierung der Korridorsanierung würde grundsätzlich auch die Planungssicherheit für
die ABS/NBS Augsburg – Ulm erhöhen, da die Maßnahmen teilweise ineinandergreifen bzw. aufeinander
aufbauen.
Eine direkte Abhängigkeit der Finanzierung und Umsetzung des Bedarfsplanvorhabens zur Korridorsanierung
besteht jedoch nicht. Es wird daher empfohlen, die Forderung abzulehnen. Um verlorene Investitionen und
verlängerte Realisierungszeiträume zu vermeiden, sollte in dem von beiden Vorhaben betroffenen Bereich Neu-
Ulm – Unterfahlheim jedoch mindestens eine koordinierte, wenn nicht gleichzeitige Realisierung angestrebt
werden.
3.1.5.4 Kernforderung 4 – Neue oder reaktivierte Personenhalte an der Bestandsstrecke
Die Landkreise und Kommunen fordern aktuell die Einrichtung der zusätzlichen Haltepunkte Neu-Ulm
Industrie, Burlafingen, Unterfahlheim, Mödishofen, Vogelsang und Augsburg Hirblinger Straße.
Die Realisierung neuer und die Reaktivierung ehemaliger Haltepunkte für den Nah- und Regionalverkehr an der
Bestandsstrecke sind nicht Inhalt des Bedarfsplanvorhabens. Die Zuständigkeit hierfür liegt beim
Aufgabenträger für den Nahverkehr. Es wird daher empfohlen, die Forderung abzulehnen.
Platzbedarfe für die Verkehrsstationen werden – soweit im Bereich des Bedarfsplanvorhabens liegend und
wirtschaftlich vertretbar – freigehalten, um deren gegebenenfalls zukünftige Umsetzung nicht zu verhindern.
3.1.5.5 Kernforderung 5 – Verbesserung des Regionalverkehrs auf der Bestandsstrecke
Zwischen Augsburg und Dinkelscherben sowie Ulm soll ein S-Bahn-ähnlicher Verkehr mit einem 15-/30-
Minuten-Takt angeboten werden.
Die Einrichtung S-Bahn-ähnlicher Verkehre sowie die Schaffung hierfür erforderlicher Infrastruktur ist nicht
Aufgabe und Inhalt des Bedarfsplanvorhabens. Die Zuständigkeit hierfür liegt beim Aufgabenträger für den
Nahverkehr. Es wird daher empfohlen, die Forderung abzulehnen.
3.1.5.6 Kernforderung 6 – Regionalverkehr auf Neubautrasse
Es soll ein Regionalzug über die Neubautrasse eingerichtet werden, der einmal in der Stunde in Zusmarshausen
hält.
Die Bestellung eines stündlichen Regionalzuges mit Halt in Zusmarshausen sowie die Schaffung hierfür
erforderlicher Infrastruktur ist nicht Aufgabe und Inhalt des Bedarfsplanvorhabens. Die Zuständigkeit hierfür liegt
beim Aufgabenträger für den Nahverkehr. Es wird daher empfohlen, diese Forderung abzulehnen.
Der Überholbahnhof Zusmarshausen wird im Rahmen des Bedarfsplanvorhaben so gestaltet, dass er zu einer
Regionalzugstation ausgebaut werden kann. Dieser Ausbau kann zwar zeitgleich mit dem Bedarfsplanvorhaben
realisiert werden, muss jedoch von anderer Stelle finanziert werden.
3.1.5.7 Kernforderung 7 – Konkrete, regionale Forderungen an der Vorzugstrasse
3.1.5.7.1 Augsburg-Bärenkeller – Untertunnelung Bundesstraße 17
Aus Sorge vor einem großen Brückenbauwerk zur Überbrückung der in Dammlage verlaufenden Strecke
Augsburg – Donauwörth besteht der Wunsch nach Untertunnelung der Bundesstraße 17 (B 17). In der Folge würden
keine Lärmemissionen entstehen und das Landschaftsbild würde nicht verändert.
Die Untertunnelung der B 17 scheidet aus trassierungstechnischen Gründen aus, da hierdurch die für den
Streckenverlauf festgelegte Maximalneigung für Güterzüge überschritten würde. Die Kernforderung steht dem
Erreichen der Projektziele entgegen und ist somit zwingend abzulehnen.
3.1.5.7.2 Gersthofen – Trogbauwerk und Tunnelverlängerung im Ortsteil Hirblingen
Gemäß Kreistagsbeschluss im Landkreis Augsburg soll im Bereich Gersthofen-Hirblingen der Tunnel zur
Unterquerung der Autobahn verlängert werden, so dass im Ortsteil Hirblingen keine Lärmbeeinträchtigungen durch
die Neubautrasse entstehen.
Die Untertunnelung des Flusses Schmutter scheidet aus trassierungstechnischen Gründen aus, da hierdurch die
für den Streckenverlauf festgelegte Maximalneigung für Güterzüge überschritten würde.
Die Variante der Tunnelverlängerung kann ebenfalls nicht empfohlen werden, da zwar eine Entlastung der
Anwohner von Bahnlärm möglich ist, aufgrund der hohen Vorbelastung durch die Autobahn hierdurch jedoch
keine wesentliche Verbesserung der Lärmsituation eintritt.
Bezüglich der Gesamtlärmbetrachtung wird auf das Votum zur Kernforderung 1 (Punkt 3.1.3.1) verwiesen.
3.1.5.7.3 Adelsried – Unterquerung der Laugna mit Tunnelverbindung statt Überführung mit
Talbrücke
Im Ortsgebiet von Adelsried wird alternativ zur geplanten circa 310 m langen Talbrücke eine durchgehende
Tunnellösung gefordert.
Die durchgehende Tunnellösung wird ebenfalls nicht empfohlen, da zwar eine Entlastung der Anwohner von
Bahnlärm möglich ist, aufgrund der hohen Vorbelastung durch die Autobahn hierdurch jedoch keine
wesentliche Verbesserung der Lärmsituation eintritt. Im Verhältnis zu den Nachteilen, etwa in Bezug auf die
Maßnahmen zur Gewährleistung eines sicheren Eisenbahnbetriebs im Tunnel, ist die Umsetzung der Kernforderung aus
hiesiger Sicht abzulehnen.
Bezüglich der Gesamtlärmbetrachtung wird auf das Votum zur Kernforderung 1 (Punkt 3.1.3.1) verwiesen.
3.1.5.7.4 Zusmarshausen – Personenbahnhof statt Überholbahnhof
Der in Zusmarshausen geplante Überholbahnhof für den Güter- und Fernverkehr soll gemäß Beschluss der
Gemeinde Zusmarshausen und des Kreistags Augsburg-Land zur einem Regionalhalt ausgebaut werden.
Die Realisierung einer Station für den Personennahverkehr ist nicht Aufgabe und Inhalt des
Bedarfsplanvorhabens. Dies liegt beim Aufgabenträger für den Nahverkehr. Der Überholbahnhof Zusmarshausen wird im
Rahmen des Bedarfsplanvorhaben jedoch so gestaltet, dass er zu einer Regionalzugstation ausgebaut werden kann.
Dieser Ausbau kann zwar zeitgleich mit dem Bedarfsplanvorhabens realisiert werden, die Mehrkosten in Höhe
von 59 Mio. Euro sind jedoch von anderer Stelle zu finanzieren. Es wird empfohlen, die Forderung abzulehnen.
3.1.5.7.5 Burgau – Tunnelverbindung im Kronbachtal
Um die Gemeindeteile Großanhausen, Kleinanhausen und Unterknöringen vor zusätzlichem Schall zu schützen,
wird eine Verlängerung bzw. die unterirdische Verbindung der Tunnel Wannenberg (Länge 250 m) und
Limbach (Länge 990 m) im Bereich des Geländeeinschnitts Kronbachtal gefordert.
Die Trasse müsste hierfür im Bereich des Flusses Kammel deutlich tiefer als derzeit geplant liegen. Da die
Strecke zudem bereits beidseits des Kammeltals in den Tunneln Wannenberg und Limbach verläuft, ergäbe sich hier
ein langer Tunnel; die Mehrkosten belaufen sich auf circa 152 Mio. Euro.
Aufgrund der hohen Vorbelastung durch die Autobahn geht mit einem Tunnel für die Neubautrasse keine
wahrnehmbare Verbesserung der Lärmsituation einher. Diese Variante kann daher nicht empfohlen werden.
3.1.5.7.6 Burlafingen/Nersingen – Verschiedene Tieflagen
Im Bereich Burlafingen / Nersingen gibt es verschiedene Forderungen zur Trassenführung. Diese schließen sich
gegenseitig aus, so dass allenfalls eine Forderung berücksichtigt werden könnte.
3.1.5.7.6 a Untertunnelung statt geländegleiche Trassenführung
Gefordert wird in diesem Streckenabschnitt die komplette Untertunnelung, um eine optische Zerschneidung
insbesondere durch hohe Lärmschutzwände zu vermeiden.
Die Herstellung eines circa 7,5 km langen Tunnels müsste im Grundwasser erfolgen; die Mehrkosten liegen bei
3.996 Mio. Euro.
Die hohen Mehrkosten gefährden das positive Nutzen-Kosten-Verhältnis, zudem besteht keine bauliche
Notwendigkeit für einen Tunnel in diesem Bereich. Diese Variante kann daher nicht empfohlen werden.
3.1.5.7.6 b Halbhoher Trog statt geländegleiche Trassenführung
Gefordert wird in diesem Streckenabschnitt die Trassenführung in einem halbhohen Trog, so dass die
erforderlichen Lärmschutzwände noch überblickbar seien und die Zerschneidungswirkung reduziert würde.
Die Mehrkosten dieser Variante würden sich auf circa 280 Mio. Euro belaufen, ohne dass die gewünschte
Überblickbarkeit der Lärmschutzwände umgesetzt werden könnte.
Die Höhe der Mehrkosten steht damit außer Verhältnis zum Nutzen, so dass die Variante nicht empfohlen
werden kann.
3.1.5.7.6 c Burlafingen – Adenauerstraße Kreuzung unter Bahnstrecke
Die Stadtverwaltung Neu-Ulm fordert statt einer Überführung der Adenauerstraße über die dann viergleisige
Strecke (2 Ausbau- und 2 Neubaugleise) eine Unterführung der Straße zur Vermeidung einer zusätzlichen
optischen Zerschneidung in einen nördlichen und einen südlichen Teil.
Die Mehrkosten dieser Variante liegen bei 154 Mio. Euro.
Bei einer Unterführung der Adenauerstraße würden die Lärmschutzwände entlang der Bahnstrecke gleich hoch
ausfallen, bei einer Straßenüberführung würden die Lärmschutzwände zumindest teilweise verdeckt. Dem
Ortsteil Burlafingen entsteht durch eine derartige Lösung aus Sicht des BMV kein Mehrwert. Diese Variante kann
daher nicht empfohlen werden.
3.1.5.7.7 Burlafingen/Nersingen – Im tiefen Trog statt geländegleicher Trassenführung
Zwar wurde festgestellt, dass es sich bei der geländegleichen Trassenführung um die wirtschaftlichste Variante
in diesem Streckenabschnitt handele, dennoch wurde in der Vergangenheit mehrfach der Wunsch nach einer
kompletten Troglösung an die DB herangetragen, um eine optische Zerschneidung insbesondere durch hohe
Lärmschutzwände zu vermeiden.
Ein tiefer Trog mit einer Länge von 7,5 km würde voraussichtlich Mehrkosten in Milliardenhöhe verursachen.
Es kann davon ausgegangen werden, dass derartig hohe Mehrkosten das positive Nutzen-Kosten-Verhältnis des
Gesamtvorhabens gefährden. Diese Variante kann daher nicht empfohlen werden.
3.1.5.8 Kernforderung 8 – Sammlung weiterer Forderungen Dritter
Unter diesem Punkt sind weitere Forderungen Dritter zusammengefasst, die nicht als Kernforderungen
formuliert wurden. Teilweise handelt es sich hierbei um Forderungen, die nicht im Bereich der Vorzugsvariante liegen
oder mit der gewählten Vorzugsvariante bereits weitgehend Berücksichtigung fanden bzw. in weiteren
Planungsphasen erst umgesetzt werden können.
Einige der hier erfasste Einzelforderungen decken sich inhaltlich zum Teil mit den Kernforderungen 1 bis 7 und
wurden dort bereits grundsätzlich behandelt.
In Anlage 4 zur Einzelvorstellung der DB InfraGO AG sind neben den Kernforderungen 1 bis 7.7 auch
insgesamt 140 Einzelforderungen gelistet und kommentiert.
Eine Umsetzung der Einzelforderungen wird – soweit nicht im Zusammenhang mit einer der Kernforderungen
abweichend votiert – etwa mangels Sachzusammenhang nicht empfohlen.
4 Fazit und Empfehlung
Laut Einschätzung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) werden mit der vorliegenden Vorzugsvariante der
ABS/NBS Augsburg – Ulm die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Das EBA kommt zu dem Ergebnis, dass mit
der Vorzugsvariante der Vorhabenträgerin DB InfraGO AG der zuwendungsrechtlich geforderte Grundsatz der
Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit gewahrt wird.
Die Region hat im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung zusätzliche Forderungen zur Vorzugsvariante erhoben, die
über den Stand der Technik, bestehende Finanzierungsregularien oder gesetzliche Regelungen hinausgehen und
folglich nicht in der Planung berücksichtigt wurden. Die Forderungen betreffen im Wesentlichen die Gestaltung
des Lärmschutzes (Kernforderung 1), eine Erweiterung des Vorhabenumfangs (Kernforderung 2), zusätzliche
Regionalverkehre (Kernforderungen 4, 5 und 6) sowie Änderungen an der Trassierung (Kernforderung 7).
Unter Berücksichtigung gesetzlicher und wirtschaftlicher Aspekte können die zusätzlichen Forderungen
der Region aus Sicht des Bundes nicht zur Umsetzung empfohlen bzw. nicht im Rahmen des
Bedarfsplanvorhabens finanziert werden. Der Bund empfiehlt daher die Bestätigung der beschriebenen Vorzugsvariante der
DB InfraGO AG als Grundlage für die weiteren Planungen.
Sollte es zur Realisierung der Kernforderungen kommen, würde dies zu erheblichen Mehrkosten in Höhe von
bis zu 8.255 Mio. Euro im Vorhaben ABS/NBS Augsburg – Ulm führen. Die Berücksichtigung der
übergesetzlichen Mehrforderungen führt dazu, dass die gesamtwirtschaftliche Vorteilhaftigkeit des Vorhabens nicht mehr
gegeben ist (Nutzen-Kosten-Verhältnis kleiner 1) und das Gesamtvorhaben auf Basis der aktuellen Rechtslage
nicht mehr aus Bundesmitteln finanzierbar wäre. Davon unabhängig besteht im Rahmen der aktuell und
absehbar verfügbaren Haushaltsmittel kein Spielraum zur Finanzierung der planerischen und baulichen Umsetzung
der regionalen Forderungen. Diese könnten nur zulasten anderer, parallel in Planung und Realisierung
befindlicher Vorhaben des Bedarfsplans Schiene gewährleistet werden. Verlorene Planungs- und Investitionsmittel in
relevanter Höhe wären bei den betroffenen Vorhaben in diesem Szenario nicht vermeidbar, die Umsetzung des
Bedarfsplans insgesamt würde sich damit weiter verzögern.
4.1 Tabellarische Darstellung Vorzugsvariante und Forderungen
Kosten1 NKV2 technisch
umsetzbar
rechtlich
umsetzbar
Finanzierung
im Rahmen
der voraussichtlich
verfügbaren
Haushaltsmittel3
Vorzugsvariante 8.152 1,1 ja ja derzeit
nicht gesichert
1 Gesamtwertumfang, Preisstand 2022 inklusive Planungskosten, Nominalisierung und Risiken in Mio. Euro.
2 Bewertung gemäß BVWP-Methodik.
3 Im Rahmen der fortgeschriebenen geltenden Finanzlinie.
Forderungen gemäß § 25 Absatz 3 VwVfG
Berücksichtigte Forderungen aus der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung
Lärm- und Erschütterungsschutz Die Vorzugsvariante verläuft im östlichen Bereich
aufgrund der autobahnnahen Trassenbündelung mit
hohem Abstand zu bebauten Bereichen, was zu
geringen Betroffenheiten führt.
Gestaltung von Lärmschutzwänden Für eine Gestaltung von Lärmschutzwänden besteht
gemäß den bestehenden Regelungen ein Spielraum.
Die Ausgestaltung erfolgt im Zuge der weiteren
Planung.
Beteiligung am Planungsprozess Alle Kommunen und Landkreise in der von der
Planung der verschiedenen näher betrachteten
Varianten tangierten Region sowie das Land Bayern
wurden durch Bereitstellung von Informationen
sowie (bilaterale) Gespräche mit der
DB InfraGO AG in den Planungsprozess involviert.
Anpassung bzw. Gestaltung von
Kreuzungsbauwerken
Kreuzungsbauwerke werden im Regelverfahren im
Zuge der vertiefenden Planung (Entwurfs- und
Genehmigungsplanung) genauer ausgestaltet. Hier
erfolgt sowohl hinsichtlich der konkreten baulichen
Ausführung als auch hinsichtlich der Finanzierung
eine breite Einbindung der relevanten Akteure und
Institutionen.
Möglicher Regionalbahnhalt Zusmarshausen Die Gemeinde Zusmarshausen und der Kreistag
Augsburg-Land fordern einen stündlichen
Regionalhalt Zusmarshausen. Durch die Festlegung,
im mittleren Teil der Vorzugsvariante die
Trassenvariante Orange umzusetzen, wurde die
Voraussetzung dafür geschaffen.
Nicht berücksichtigte Forderungen aus der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung
Kosten
(Mio. Euro)4
technisch
umsetzbar
rechtlich
umsetzbar
Finanzierung
im Rahmen
der verfügbaren
Haushaltsmittel
Kernforderung 1
(Lärmschutz an der Vorzugstrasse)
nicht
ermittelt
Ja Ja Nur zu Lasten
anderer zeitgleicher
Vorhaben
sicherzustellen.
Kernforderung 2
(Knoten Ulm und Augsburg)
nicht
ermittelt
Ja Als separates
D-Takt-
Vorhaben
Kernforderung 3
(Generalsanierung der
Bestandsstrecke)
nicht
ermittelt
Ja Ja
Kernforderung 4
(Neue oder reaktivierte
Personenhalte an der
Bestandsstrecke)
nicht
ermittelt
Ja Ja, aber
keine
Bundeszuständigkeit
Kernforderung 5
(Verbesserung des
Regionalverkehrs auf der
Bestandsstrecke)
nicht
ermittelt
Ja Ja, aber
keine
Bundeszuständigkeit
Kernforderung 6
(Regionalverkehr auf
Neubautrasse)
nicht
ermittelt
Ja Ja, aber
keine
Bundeszuständigkeit
Kernforderung 7
(Konkrete, regionale Forderungen
an der Vorzugstrasse)
1.444 bis
5.286
Ja Ja
Kernforderung 8
(Sammlung weiterer Forderungen
Dritter)
2.969 Ja Ja
Gesamt
(Vorzugsvariante zuzüglich
aller Forderungen)
12.565 bis
16.407 5
4 Nominalisierte Kostenschätzung einschließlich Risikozuschlägen
5 GWU zuzüglich nominalisierte Kostenschätzung Forderungen.
5 Anlagen
DB InfraGO AG: Einzelvorstellung ABS/NBS Augsburg – Ulm vom 21.07.2025
(zuletzt aktualisiert am 22.01.2026) nebst Anhang
Eisenbahn-Bundesamt: Schreiben und Prüfbericht Empfehlung zur Parlamentarischen Befassung vom
23.01.2026 auf Basis der Einzelvorstellung der DB InfraGO AG vom 21.07.2025
(zuletzt aktualisiert am 22.01.2026) nebst Anhang
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 15 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 16 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 17 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 18 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 19 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 20 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 21 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 22 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 23 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 24 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 25 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 26 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 27 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 28 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 29 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 30 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 31 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 32 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 33 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 34 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 35 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 36 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 37 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 38 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 39 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 40 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 41 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 42 –
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Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
Anlage 1
Bewertungsmatrix gesetzliche Vorzugsvariante
und gesetzlicher Schallschutz
DB InfraGO AG
Region Süd
V.II-S-U
ABS/NBS Augsburg - Ulm
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 43 –
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Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
Inhaltsverzeichnis
1 Methodik der Variantenuntersuchungen 3
1.1 Allgemeines 3
1.2 Entscheidung für die Vorzugsvariante 4
2 Bereich West - Detaillierte Variantenuntersuchung zur Vorzugsvariante 12
2.1 Neu-Ulm 12
2.2 Burlafingen 13
2.3 Kammeltal 14
3 Bereich Mitte/Mindeltal - Detaillierte Variantenuntersuchung zur
Vorzugsvariante 15
3.1 Mindeltal 15
3.2 Einfahrbereich Tunnel Burgau im westlichen Mindeltal 17
4 Bereich Ost - Detaillierte Variantenuntersuchung zur Vorzugsvariante 18
4.1 Zusamtal 18
4.2 Laugnatal 19
4.3 Schmuttertal 20
4.4 Ausfahrt Augsburg 21
5 Gesetzliche Schallschutzmaßnahmen 22
6 Sensibilitätsanalyse Erschütterung Trassenauswahlverfahren 23
6.1 Methodik 23
6.2 Trassenvarianten Ost 26
6.3 Trassenvarianten West 30
Anmerkung: Auf den Abbildungen unter Inhaltspunkt 2, 3 und 4 ist jeweils bei der Linie in
roter Farbe der Verlauf der Vorzugsvariante dargestellt.
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 44 –
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Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
1 Methodik der Variantenuntersuchungen
1.1 Allgemeines
In der Vorplanung wurden vier unterschiedliche Trassenverläufe für eine zweigleisige
Neubaustrecke zwischen Ulm und Augsburg mit der, aufgrund des ICE 4 limitierten,
Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h untersucht. Die vier Varianten waren so gestaltet, dass es an mehreren
Punkten die Möglichkeit gab, die Varianten miteinander zu verknüpfen, um über den gesamten
Projektbereich die wirtschaftlichste und auch eine in allen Bereichen umweltverträgliche
Trassenführung zu finden. Alle vier Varianten erfüllen die Fahrzeitziele von 26 Minuten von Ulm
nach Augsburg und 40 Minuten von Ulm nach Augsburg mit Halt in Günzburg.
Abbildung 1: Trassenverläufe aus der Machbarkeitsstudie
Die Variante „Blau-Grün“ entspricht in weiten Teilen der Variante 2 des Gutachterentwurfs zur
Bewertung im Bundesverkehrswegeplan 2030 und stellt eine Ausbaustrecke zwischen
Augsburg und Dinkelscherben mit den Trassierungsparametern für eine Geschwindigkeit von 250
km/h dar. Zwischen Dinkelscherben und Neu-Ulm verläuft die Variante „Blau-Grün“ als
Neubaustrecke über Jettingen-Scheppach und Kötz mit den Trassierungsparametern für eine
Geschwindigkeit von 300 km/h.
Die Variante „Violett“ vereinigt möglichst viel Ausbauanteil mit dem Ziel die Fahrzeit von 26
Minuten einzuhalten. Dabei verläuft sie von Augsburg bis kurz vor Diedorf als Ausbaustrecke,
zweigt dann als NBS für eine Entwurfsgeschwindigkeit von 300 km/h ab und führt durch die
Gemeindegebiete von Zusmarshausen, Burgau und Günzburg. Bei Unterfahlheim führt sie
wieder als Ausbaustrecke entlang der Bestandsstrecke nach Neu-Ulm. Im Zuge der Planung
der violetten Trasse wurden im Bereich vor Neu-Ulm außerdem zwei Untervarianten,
„Durchfahrung Burlafingen“ und „Umfahrung Burlafingen“, untersucht, von denen eine direkt durch
Burlafingen an der Bestandsstrecke hindurchdurchgeführt wird, und die andere Burlafingen
abschnittsweise mit der Bundestraße 10 gebündelt umfährt.
Die türkise Variante ist die kürzeste Verbindung zwischen Ulm und Augsburg und führt als
NBS mit Trassierungsparametern für 300 km/h über Adelsried, Zusmarshausen, Jettingen-
Scheppach, Kötz nach Neu-Ulm.
Die orange Variante stellt eine möglichst enge Bündelung mit der Autobahn dar. Diese
Bündelung konnte nur durch die Verwendung von Trassierungsparametern für 250 km/h erreicht
werden, da die Bogenradien der Autobahn deutlich enger sind. Diese Variante führt durch die
Gemeindegebiete Adelsried, Zusmarshausen, Jettingen-Scheppach, Burgau, Bubesheim und
das Kammeltal. Auch bei der Variante „Orange“ ergaben sich im Verlauf der Planung
Untervarianten zur ursprünglichen orangen Trassenführung, die weiterführend untersucht wurden.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 45 –
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DB InfraGO AG, V.II-S-U, Stand: 22.01.2026
Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
So gliedert sich diese Variante in „Orange enge Bündelung“, welche der Ursprungsidee der
orangen Trasse entspricht, „Orange Tiefbahnhof Zusmarshausen“, welche die Idee eines
Regionalhalts in Zusmarshausen beinhaltet und in „Orange Tunnel Mindeltal“, welche jedoch im
Raumordnungsverfahren ausschied und daher nachfolgend nicht weiter behandelt wird.
1.2 Entscheidung für die Vorzugsvariante
Die Entscheidungsgrundlage für die Trassenauswahl der ABS/NBS Augsburg-Ulm setzte sich
aus dem Trassenauswahlverfahren (TAV) und dem Raumordnungsverfahren (ROV)
zusammen.
Abbildung 2: Zusammensetzung der Vorzugsvariante
Das Trassenauswahlverfahren ist ein Verfahren, in dem Kriterien definiert werden, deren
Bewertung und Gewichtung über die Auswahl einer geeigneten Trasse entscheiden. Die Inhalte
des Kriterienkatalogs wurden hierbei durch das Vorhaben ABS/NBS Augsburg-Ulm in
Zusammenarbeit mit dem Dialogforum und dem Projektkoordinierungsrat erarbeitet und abgestimmt.
Der Kriterienkatalog wurde in drei Fachbereiche untergliedert. Diese umfassten sowohl
„Verkehr und Technik“, als auch „Raum und Umwelt“ und als dritten Bereich „Kosten“.
Im Trassenauswahlverfahren wurden der West- und Ostbereich getrennt voneinander, aber
hinsichtlich gleicher Kriterien betrachtet. Ziel war es, die Vor- und Nachteile der Trassen
gegeneinander abzuwägen und den bestmöglichen Trassenverlauf für den jeweiligen Bereich zu
finden. Der Prozess der Trassenauswahl wurde durch Experten der Universität Innsbruck
begleitet. Die Bewertung der einzelnen Kriterien wurde durch externe vom Projekt gebundene
Fachplaner mithilfe eines zuvor definierten Punktesystems vorgenommen.
Nach der fachlichen Beurteilung der Kriterien erfolgte eine Gewichtung der jeweiligen
Teilkriterien durch das Dialogforum und den Projektkoordinierungsrat. Durch diese Gewichtung hatte
die Region die Möglichkeit ihre Interessen im Projekt abzubilden.
Die zweite Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der Vorzugsvariante stellte das
Raumordnungsverfahren dar. Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens wurde die
Raumverträglichkeit der Trassenvarianten unter überörtlichen landesplanerischen Gesichtspunkten geprüft
und der Raumplanung der Planungsverbände Augsburg und Donau-Iller gegenübergestellt.
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 46 –
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Abbildung 3: Trassenverläufe gemäß ROV mit Trennungslinie (rot dargestellt) Ost-West
Durch einen von der DB InfraGO AG gebundenen Umweltplaner wurden die
Verfahrensunterlagen erstellt. Im Verfahrensverlauf wurden die Träger öffentlicher Belange (TÖB), betroffene
Gemeinden, Fachbehörden, Verbände sowie die Öffentlichkeit eingebunden. Für die
Beurteilung der Unterlagen des Raumordnungsverfahrens im Vorhaben ABS/NBS Augsburg-Ulm ist
die Regierung von Schwaben als Landesplanungsbehörde zuständig. Der Abschluss des
Verfahrens umfasste eine landesplanerische Beurteilung und die Darstellung
genehmigungskritischer Sachverhalte. Der ROV-Beschluss liegt seit dem 29.05.2024 vor.
Im weiteren Prozess der Trassenauswahl wurden anschließend die Ergebnisse des
Trassenauswahlverfahrens mit den Maßgaben des Raumordnungsverfahrens überlagert. Dies wurde
getrennt für die Abschnitte West, Mitte (Bereich Mindeltal) und Ost durchgeführt. Des Weiteren
sollten die entsprechenden Hinweise und Vorgaben der landesplanerischen Beurteilung sowie
die bekannten und erwarteten Genehmigungsrisiken berücksichtigt werden. Die aus diesen
Ergebnissen erarbeitete Vorzugsvariante stellt dabei die technisch notwendige,
wirtschaftlichste Variante dar, die genehmigungsfähig ist.
Bereich West:
Im westlichen Projektgebiet bestehen verschiedene Genehmigungsrisiken für alle
untersuchten Trassenvarianten. Im Hinblick auf Wasserschutzgebiete befinden sich diese im Bereich
Burgau Süd, Burgau Nord, Bubesheim und Nersingen/ Straß. Des Weiteren bestehen Risiken
hinsichtlich der Genehmigung für das FFH-Gebiet Donauauen, das Vogelschutzgebiet Donau-
Auen, sowie die Hochwasserschutzeinrichtungen im Mindeltal. In weiteren Untersuchungen
wurde daher ein Trassenverlauf erarbeitet, der diese Konfliktpunkte vermeidet, sich aber
grundsätzlich an der Rangfolge der Ergebnisse aus dem Trassenauswahlverfahren orientiert.
Die beste Variante im Bereich West bildete „Türkis“ im Trassenauswahlverfahren. Diese
durchfährt jedoch die Wasserschutzgebiete Nersingen/ Straß und Burgau. Eine Vermeidung
des Konfliktpunkts Wasserschutzgebiet Nersingen/ Straß, z. B. durch eine kleinräumige
Umtrassierung, wurde geprüft, ist allerdings aufgrund der geometrischen Randbedingungen nicht
möglich. Nach den Vorgaben des Raumordnungsverfahrens darf die Trasse nur durch dieses
Wasserschutzgebiet verlaufen, wenn keine alternative Trassenführung möglich ist. Eine
Trassenführung „Türkis“ im Bereich West ist somit mit sehr hohen Genehmigungsrisiken
verbunden, weshalb die Variante „Türkis“ im Auswahlverfahren nicht weiter berücksichtigt wurde.
Auch die im Trassenauswahlverfahren zweitplatzierte Variante „Orange“ durchfährt wie
„Türkis“ das Wasserschutzgebiet Nersingen/ Straß mittig und schied dadurch ebenfalls aus.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 47 –
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Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
Die drittplatzierte Variante „Violett“ ist die einzige Trasse, die das Wasserschutzgebiet
Nersingen/Straß nicht quert. Sie durchfährt allerdings im weiteren Verlauf das Wasserschutzgebiet
Burgau in Tunnellage.
Durch eine Kombination der beiden Varianten „Orange“ und „Violett“ konnten sowohl der
Konflikt mit dem Wasserschutzgebiet Burgau als auch der Konflikt mit dem Wasserschutzgebiet
Nersingen/ Straß vermieden werden. Eine Verknüpfungsmöglichkeit dieser beiden Varianten
bestand westlich der Gemeinde Deffingen. Damit konnte einer geforderten
Eingriffsminimierung im Sinne der Maßgaben der landesplanerischen Beurteilung Rechnung getragen werden.
Die Vorzugsvariante folgt aus Richtung Ulm kommend dem Verlauf der violetten Untervariante
„Durchfahrung Burlafingen“ bis Deffingen im Bereich der Kreuzung mit der B16 und geht ab
dort in die orange Linienführung über.
Von einer Weiterverfolgung der Untervariante „Violett, Umfahrung von Burlafingen“ wurde
insbesondere wegen der Zerschneidung des umwelttechnisch wertvollen Pfuhler Rieds
abgesehen. Zudem stellt die Trassenvariante mit der Durchfahrung von Burlafingen die
wirtschaftlichere Lösung dar.
Abbildung 4: Bereich West – Konfliktpunkte Wasserschutzgebiete
Es sind auch bei der gewählten Trassenkombination „Violett Durchfahrung
Burlafingen/Orange“ noch geringfügige Anpassungen erforderlich, um eine dem ROV entsprechende,
konfliktfreie Linienführung zu erreichen. Diese werden in der nachfolgenden Planung durch
kleinere Anpassungen an der Trassierung gelöst. Die Auswirkungen auf die Kosten des
Gesamtprojekts sind dabei sehr gering.
Bereich Mitte/ Mindeltal:
Im mittleren Bereich, im Mindeltal, der den zentralen Verknüpfungsbereich zwischen West,
Ost und der Bestandstrecke darstellt, entspricht die Variante „Orange enge Bündelung“
weitestgehend den Maßgaben der landesplanerischen Beurteilung. Das betroffene Gebiet
zeichnet sich durch eine flusstalgeprägte Topografie und hoch anstehendes Grundwasser mit einer
Fließrichtung von Süd nach Nord senkrecht zur Neubautrasse aus. Hinzu kommen mehrere
Gewässer- und Straßenkreuzungen, Hochwasserschutzmaßnahmen, sowie die Anbindung
der Bestandsstrecke. Die örtlichen Gegebenheiten sind somit hoch komplex. Variante „Orange
enge Bündelung“ als Abschnitt der Vorzugsvariante musste hier ausgewählt werden, da sie
als einzige Variante mit den Hochwasserschutzmaßnahmen zu vereinbaren war, keine
Wasserschutzgebiete tangiert werden und die Beeinflussung der Grundwasserströmungen
beherrschbar bleibt. Sie gewährleistet außerdem die Umsetzung einer technisch und
wirtschaftlich darstellbaren Anbindung an die Bestandsstrecke.
Deffingen
Burlafingen
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 48 –
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Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
Abbildung 5: Bereich Mitte - Konfliktpunkte Hochwasserrückhaltebecken und Trinkwasserschutzgebiet Burgau
Bereich Ost:
Im Bereich Ost erhielt Variante „Orange Tiefbahnhof Zusmarshausen“ aufgrund des
Bewertungskriteriums „regionale Erschließung“ die höchste Punktzahl im Trassenauswahlverfahren.
Dieses Ergebnis bietet die Möglichkeit zur Realisierung des Personenbahnhofs in
Zusmarshausen.
Im Planungsprozess entstand aus dem ursprünglich geplanten Überholbahnhof in einem
Waldgebiet zwischen Zusmarshausen und Adelsried nahe des Ortsteils Streitheim bei der
Variante „Orange enge Bündelung“ die Idee eines Regionalzughaltes in Zusmarshausen. Nach
Prüfung der Machbarkeit und technischen Realisierbarkeit dieses Regionalbahnhalts wurde
auch seitens des Marktgemeinderats im Sommer 2023 ein positiver Beschluss zur
Weiterverfolgung dieser Idee gefasst. Gemeinsam mit dem Beschluss des Landkreis Augsburg wurde
somit eine Untersuchung des Halts im Zusamtal in Form einer Potentialanalyse der BEG
(Bayerische Eisenbahngesellschaft) angestoßen.
Grundlage dieser Potentialanalyse ist die Ermittlung der werktäglichen Ein- und Aussteiger.
Hierbei wurden Potentiale aus der Marktgemeinde Zusmarshausen, den umliegenden
Gemeinden und eines neuen Regionalbusangebots von der BEG berücksichtigt. Als Ergebnis der
Analyse konnten 1.830 Ein- und Aussteiger pro Werktag ermittelt werden, was einen
erforderlichen Schwellenwert von 1.000 Ein- und Aussteigern pro Werktag deutlich übersteigt. Es
wurde die Annahme einer Regionalexpresslinie, die im Stundentakt zwischen Augsburg über
Zusmarshausen und Ulm unter Teilnutzung der Neubaustrecke verkehrt, unterstellt.
Orange enge Bündelung /
Orange Tiefbahnhof
Zusmarshausen
Orange Tunnel Mindeltal
Türkis
Violett
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 49 –
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Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
Abbildung 6: Pressemitteilung der BEG zum Regionalzughalt in Zusmarshausen
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 50 –
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DB InfraGO AG, V.II-S-U, Stand: 22.01.2026
Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
Im Ausfahrtsbereich Augsburg wurde von der orangen Variante abgewichen. An dieser Stelle
war die Variante „Türkis“ die bessere Option, da es hier zu keinem Konflikt mit dem
Gewerbegebiet Täfertingen kommt und die Bündelung mit den Ausgleichsflächen des
Güterverkehrszentrums (GVZ) möglich ist. Ein weiterer Vorteil ist ein geringerer Eingriff in das festgesetzte
Überschwemmungsgebiet der Schmutter durch eine noch engere Bündelung mit der BAB A8
als die Variante „Orange“ in diesem Bereich.
Abbildung 7: Bereich Ost - Ausfahrt Augsburg
Final setzt sich die Vorzugsvariante im Vorhaben ABS/NBS Augsburg-Ulm aus den
Linienführungen der Varianten „Violett Durchfahrung Burlafingen“ (Bereich West), „Orange enge
Bündelung“ in Kombination mit dem „Tiefbahnhof Zusmarshausen“ (Bereich Mindeltal bis
Hirblingen) und „Türkis“ (Ausfahrtsbereich Augsburg) zusammen.
Abbildung 8: Vorzugsvariante Bahnprojekt Augsburg-Ulm
Die in Abbildung 8 rot dargestellten Übergangsbereiche stellen die Streckenanteile dar, welche
für die Vorzugsvariante angepasst wurden, um eine durchgehende Linienführung erzeugen zu
können. Die Varianten wurden in der ursprünglichen Konzeption mit unterschiedlichen
Höchstgeschwindigkeiten trassiert. Die Trassierungselemente für die Varianten „Violett“ und „Türkis“
waren auf Grund des Projektauftrags auf eine Maximalgeschwindigkeit von 300 km/h
ausgelegt. Die Variante „Orange“ sollte möglichst nahe an der Bundesautobahn A8 bleiben, sodass
hier nur mit einer Geschwindigkeit von 250 km/h trassiert werden konnte.
Um nun in der zusammengeführten Kombination der Varianten „Violett-Orange-Türkis“ beide
Fahrzeitziele von 26 Minuten zwischen Ulm und Augsburg und 40 Minuten mit Halt in
Günzburg sicher zu erreichen, wurde eine Streckengeschwindigkeit von 265 km/h ermittelt. Dafür
musste die orange Variante geringfügig in ihren Parametern angepasst werden. Im weiteren
Planungsverlauf ist diese Geschwindigkeit immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls
anzupassen.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 51 –
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DB InfraGO AG, V.II-S-U, Stand: 22.01.2026
Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
1
Abbildung 9: Bewerteter Kriterienkatalog Bereich West
1: Die dargestellten Kosten stellen den Stand Trassenauswahlverfahren Preisstand 2022 dar. Die Markierung mit
einem Ausrufezeichen (!) bedeutet, dass die Trasse im jeweiligen Kriterium ein hohes Genehmigungs- bzw.
Realisierungsrisiko aufweist.
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 52 –
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Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
2
Abbildung 10: Bewerteter Kriterienkatalog Bereich Ost
2: Die dargestellten Kosten stellen den Stand Trassenauswahlverfahren Preisstand 2022 dar. Die Markierung mit
einem Ausrufezeichen (!) bedeutet, dass die Trasse im jeweiligen Kriterium ein hohes Genehmigungs- bzw.
Realisierungsrisiko aufweist.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 53 –
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Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
2 Bereich West - Detaillierte Variantenuntersuchung zur
Vorzugsvariante
Die Vorzugsvariante wird im westlichen Teil des Projektgebietes aus einer Kombination von
Violett und Orange gebildet. Der Trassenverlauf der violetten Trasse führt von Ulm bis an die
Ostflanke des Günztales, weiter geht es dann auf der orangen Trasse in Richtung Augsburg.
2.1 Neu-Ulm
Für den Bereich Neu-Ulm musste festgelegt werden, wie die ABS/NBS Augsburg-Ulm in den
Knoten einbinden kann, sodass der Deutschlandtakt funktioniert.
Als Vorzugsvariante wurde ermittelt:
▪ Nördliche Einbindung der Neubaustrecke
Die beiden Gleise der Neubaustrecke für den Personenfernverkehr binden an die
beiden nördlichen Gleise im Bahnhof Neu-Ulm an. Die Bestandsstrecke 5302 bindet an
die beiden südlichen Gleise an.
Begründung für die ermittelte Variante:
– Da die Neubaustrecke Ulm-Wendlingen auf der Nordseite des Bahnhofes Ulm auf den
Gleisen 1 und 2 angeschlossen ist müssen die Fernverkehre ebenfalls auf Gleis 1 und
2 halten. Somit muss der Fernverkehr in nördlicher Lage bleiben und auch im Bahnhof
Neu-Ulm in den Gleisen 1 und 2 einbinden.
Abbildung 11: Einfahrbereich Neu-Ulm
Folgende weitere Varianten wurden untersucht:
▪ Mittige Einbindung der Neubaugleise
Die beiden Gleise der Neubaustrecke für den Personenfernverkehr binden an die
beiden mittigen Gleise im Bahnhof Neu-Ulm an, die Verkehrsabwicklung erfolgt im
Richtungsbetrieb. Die Bestandsstrecke 5302 bindet an die beiden äußeren Gleise an.
▪ Südliche Einbindung der Neubaugleise
Die beiden Gleise der Neubaustrecke für den Personenfernverkehr binden an die
beiden südlichen Gleise im Bahnhof Neu-Ulm an. Die Bestandsstrecke 5302 bindet an die
beiden nördlichen Gleise an.
Nördlich: Gleise Neubaustrecke
Südlich: Gleise
Bestand
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 54 –
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2.2 Burlafingen
In Burlafingen besteht die bautechnischen Herausforderungen der engen Bebauung und der
bestehenden Infrastruktur. Hier verlaufen die zweigleisige Bestandsstrecke und die kreuzende
St 2023/Adenauerstraße im Ortsgebiet.
Als Vorzugsvariante wurde ermittelt:
▪ Durchfahrt Burlafingen mit beiden Verkehrsträgern
Die viergleisige Bahnstrecke wird entlang der Bestandstrasse durch den Ort verlaufen
und die St 2023/Adenauerstraße überführt diese an der heutigen Stelle.
Begründung für die ermittelte Variante:
– Keine neue Flächenzerschneidung südlich von Burlafingen notwendig.
– Weiterhin Querungsmöglichkeit für motorisierten Individualverkehr in Burlafingen
möglich und somit keine größer werdende Trennwirkung im Ort.
Abbildung 12: Möglichkeiten der Trassenführung in Burlafingen
Folgende weitere Varianten wurden untersucht:
▪ Umfahrung Burlafingen mit der Straße
Es wird eine neue Umfahrung für die St 2023 südlich von Burlafingen errichtet, die
Bahnstrecke führt durch den Ort und wird im Bereich der heutigen Bahnstrecke
viergleisig ausgebaut.
▪ Umfahrung Burlafingen mit der Bahn (Violett)
Es wird eine neue viergleisige Umfahrung um Burlafingen errichtet, die St 2023/
Adenauerstraße verbleibt in heutiger Lage. Ein Brückenbauwerk der Adenauerstraße über
die Bahn ist dann nicht mehr notwendig.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 55 –
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DB InfraGO AG, V.II-S-U, Stand: 22.01.2026
Anlage 1 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFM 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
2.3 Kammeltal
In der Vorplanung wurden im Kammeltal zwei verschiedene Trassenverläufe näher untersucht.
Zum einen nördlich der Kapelle und zum anderen südlich der Kapelle. Für die südliche
Variante wurden zudem verschiedene Höhenlagen betrachtet.
Als Vorzugsvariante wurde ermittelt:
▪ Verlauf südlich der Kapelle Maria Wannenberg (Rot)
Es ist hierbei keine bestehende und geplante Bebauung betroffen, eine enge
Bündelung mit der Autobahn ist aber somit nicht möglich.
Begründung für die ermittelte Variante:
– Geringste Auswirkungen auf die Bauleitplanung in Burgau bei Großanhausen und
somit weniger Risiken in der Genehmigung.
– Keine private Betroffenheit Dritter.
Abbildung 13: Kammeltal
Folgende weitere Variante wurde untersucht:
▪ Verlauf nördlich der Kapelle Maria Wannenberg (Orange)
Es handelt sich bei dieser Variante um die von den Trassierungsparameter zulässig
engst mögliche Bündelung mit der Autobahn mit dem Ziel möglichst wenig Restflächen
entstehen zu lassen. Es würde hierbei aber eine bestehende (Gewerbehalle) und
geplante (Biogasanlage) Bebauung betroffen sein, welche zurück gebaut werden müsste.
Hinweis:
Aufgrund von Auflagen aus der Raumordnung zum Trinkwasserschutz in Burgau muss die
Trassenlage in diesem Bereich nochmals überarbeitet werden. Die derzeit an der Westflanke
des Mindeltales befindliche Unterquerung der Autobahn muss so verändert werden, dass das
Trinkwasserschutzgebiet in Burgau nebenstehend der Autobahn nicht mehr durchfahren wird.
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 56 –
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3 Bereich Mitte/Mindeltal - Detaillierte Variantenuntersuchung
zur Vorzugsvariante
3.1 Mindeltal
Bereits im Rahmen des Trassenauswahlverfahren wurde deutlich, dass im Mindeltal der
Variantenentscheid dahin gehend fallen muss, welche Variante technisch umsetzbar und
genehmigungsfähig ist.
Aufgrund der Bestands-Infrastruktur (Autobahn A8, Staatsstraße 2025,
Ortsverbindungsstraße, Rastanlage, Bestandsstrecke 5302), welche auf engstem Raum zusammentrifft, der
querenden Gewässer, der geplanten Hochwasserrückhaltemaßnahmen zwischen Autobahn
und Burgau und des hoch anstehenden Grundwassers von bis zu 1,20 Meter unter
Geländeoberkante musste der Verlauf der Vorzugsvariante mit vielen Beteiligten auf dessen
Umsetzbarkeit intensiv abgestimmt werden.
Im Mindeltal muss die Verbindungskurve zwischen Bestandsstrecke und Neubaustrecke
entstehen, um das Fahrzeitziel von 40 Minuten mit Halt in Günzburg sicherzustellen. Eine
Verbindungskurve ist nur östlich der Bestandsstrecke möglich, da im Westen das
Hochwasserrückhaltebecken entstehen wird. Da die Trasse, aufgrund der Topografie, von Osten aus
einem Tunnel kommt, ist die Entwicklungslänge für diesen Übergang nur sehr kurz.
Als Vorzugsvariante wurde ermittelt:
▪ Enge Bündelung mit der Autobahn (Rot)
Die enge Bündelung folgt dem Verlauf der Autobahn so gebündelt wie es die
Trassierungsparameter zulassen. Bei dieser Lösung sind die kreuzenden Straßen so
anzupassen, dass die Verkehrswege weiter erhalten bleiben können. Bei der Raststätte
„Burgauer See“ müssen die Abstellmöglichkeiten und Anbindung an die Raststätte neu
konzipiert werden. Die Gebäude und Tankstelle sollen dabei in ihrer Bausubstanz
erhalten bleiben.
Der Eingriff in das Hochwasserrückhaltebecken ist im südlichen Randbereich gering.
Ebenso ist der Eingriff in das aufgestellte interkommunale Gewerbegebiet von
Röfingen und Burgau nur gering.
Die Grundwasserdurchströmung ist sichergestellt, da die Trasse hier in Dammlage
parallel zur Autobahn A8 verläuft.
Begründung für die ermittelte Variante:
– Einzige technische Lösung, welche aufgrund Wassersituation im Mindeltal
genehmigungsfähig ist.
– Nur geringe Eingriffe in das Hochwasserrückhaltebecken südlich von Burgau und kaum
räumliche Konflikte mit dem aufgestellten Interkommunalen Gewerbegebiet der
Gemeinden Röfingen und Burgau.
– Im Hauptgrundwasserstrom der Mindel verläuft die Trasse in Dammlage parallel auf
Höhenniveau zur Autobahn und stellt somit kein Hindernis dar, welches technisch
aufwendig gelöst werden muss.
– Die Verbindungskurve kann so trassiert werden, dass sie südlich vor dem Bahnhof
Burgau anschließen kann.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 57 –
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Abbildung 14: Varianten im Mindeltal
Folgende weitere Varianten wurden untersucht:
▪ Tunnel Mindeltal (Orange)
Der Tunnel Mindeltal sollte über die gesamte Breite des Tales in einem Tunnel
verlaufen, welcher sich zwischen dem ersten und zweiten Grundwasserstockwerk befindet,
um keine Eingriffe in das Hochwasserrückhaltebecken zu haben und die Auswirkungen
auf die bestehenden Verkehrsbeziehungen minimal zu halten.
Im Trassenauswahlverfahren ist die Variante eines Tunnel Mindeltal ausgeschieden
und deshalb nicht weiterverfolgt worden. Maßgebend dafür waren die
Durchlassbauwerke des Hochwasserrückhaltebecken unter der Bestandsstrecke 5302 welche dafür
sorgen, dass bei einer Überschreitung der Hochwasserpegel im
Hochwasserrückhaltebecken, der Abfluss des Wassers in Richtung Norden sichergestellt ist.
Des Weiteren würde dieser Tunnel einen Wasserkurzschluss zwischen dem tertiärem
und quartärem Grundwasserstockwerk verursachen, was zu einer Vermischung des
Wassers der verschiedenen Grundwasserstockwerke führen könnte. Dies ist aus
umweltfachlicher Sicht nicht zulässig.
▪ Südlich der Autobahn (Violett)
Die Violette Trasse verläuft durch das Gewerbegebiet von Jettingen-Scheppach,
sodass dort bestehende Gebäude rückgebaut werden müssten.
Aufgrund des benötigten Abzweiges zur Bestandsstrecke, der wegen der vielen
kreuzenden Straßen nur unterhalb der Autobahn verlaufen kann, muss die Trassenlage
sehr tief liegen. Dies hat zur Folge, dass durch das ganze Mindeltal ein Trog verlaufen
würde, welcher den Grundwasserstrom mit seiner Fließrichtung von Süd nach Nord in
einer Ost-West Richtung abschneiden würde.
Eine mittige Anbindung des Überganges von der Neubau- auf die Bestandsstrecke ist
aufgrund der Höhenlage mit der Unterquerung des Abzweiges unter der Autobahn
hierbei ebenfalls nicht möglich, was die Qualität des Bahnbetriebes einschränkt.
▪ Nördlich Burgauer See (Türkis)
Diese Trasse führt am südlichen Rand des interkommunalen Gewerbegebietes mit
einer Unterführung der bestehenden Bahnstrecke 5302 durch das Mindeltal. Südlich von
Burgau verläuft die Variante dabei durch das Hochwasserrückhaltebecken.
Diese Querung des planfestgestellten Hochwasserrückhaltebeckens wird in der
Raumordnung aufgrund der Minderung des Retentionsvolumens kritisch gesehen.
Die Anbindung des Streckenüberganges erfolgt erst im Bahnhof Burgau, so dass dort
größere Umbaumaßnahmen stattfinden müssen. Diese haben auch Auswirkungen auf
den nördlichen Teil des Bahnhofes, da nur so die Abstelllängen für den Güterverkehr
sichergesellt werden kann.
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 58 –
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▪ Tunnelquerung unter der Autobahn
Durch den Verlauf der Strecke von Ost nach West wäre bei einer Unterquerung der
Autobahn im Tal (Höhe John-F.-Kennedy-Straße) der Grundwasserfluss von Süd nach
Nord abgeschnitten worden, was zu einer Anstauung des Grundwassers südlich des
Troges geführt hätte. Aufgrund dieses Grundwasserproblems ist diese
Lösungsvariante schon früh in den Planungen ausgeschieden.
3.2 Einfahrbereich Tunnel Burgau im westlichen Mindeltal
In der Vorplanung wurden zwei Varianten für die Einfahrt in den Tunnel auf der Westflanke
des Mindeltales geprüft.
Als Vorzugsvariante wurde ermittelt:
▪ Beginn des Bogens auf Höhe der Mindel (Rot)
Die enge Bündelung wird so lange wie möglich in Richtung Westen beibehalten, bis
ca. auf Höhe der Mindel. Dies führt zu einem schleifenderen Schnitt unter der
Autobahn.
Begründung für die ermittelte Variante:
– Weniger Flächenverbrauch durch kleinere Inselflächen zwischen NBS und Autobahn.
– Weniger Eingriff in das Regenrückhaltebecken an der Westflanke des Mindeltals.
– Kreuzungswinkel ändert nichts am Herstellungsverfahren des Tunnels in Burgau.
Abbildung 15: Bündelungsbereich Mindeltal
Folgende weitere Variante wurde untersucht:
▪ Beginn des Bogens auf Höhe von Burgauer See (Orange)
Die enge Bündelung endet auf Höhe der Rastanlage, was im weiteren Verlauf zu einem
Abrücken der Eisenbahn von der Autobahn führt. Dies führt zu einem etwas besseren
Kreuzungswinkel bei der Autobahn.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 59 –
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4 Bereich Ost - Detaillierte Variantenuntersuchung zur
Vorzugsvariante
Im östlichen Bereich setzt sich die Vorzugsvariante aus dem Mindeltal kommend von der
orangen Trasse bis zur westlichen Talseite des Schmuttertales und im weiteren Verlauf Richtung
Augsburg der türkisenen Trasse zusammen.
4.1 Zusamtal
In Zusmarshausen wurden drei verschiedene Verläufe in den Planungen untersucht. Eine der
Lösungen verläuft zwischen Wörleschwang und Wollbach die anderen beiden sind direkt
nördlich der Autobahn.
Folgende Variante wurde als Vorzugsvariante ermittelt:
▪ Tiefbahnhof südlich des Ortsteiles Wollbach (Rot)
Die enge Bündelung ist im Zusamtal nur 2 Meter höher als das Höhenniveau der
Autobahn. Dies ermöglicht in der Anordnung, dass dort ein Personenverkehrshalt
entstehen kann. Nachdem die Gemeinde Zusmarshausen und der Landkreis Augsburg für
diesen Bahnhof einen Beschluss gefasst hatten, wurde von der BEG eine positive
ausgefallene Potentialanalyse zu diesem Halt durchgeführt.
Begründung für die ermittelte Variante:
– Umsetzbarkeit des von der BEG angekündigten Regionalverkehrs am Haltepunkt in
Zusmarshausen.
– Geringere Auswirkungen auf das Landschaftsbild als bei einem Brückenbauwerk.
Abbildung 16: Zusmarshausen
Folgende weitere Varianten wurden untersucht:
▪ Talbrücke südlich des Ortsteiles Wollbach (Orange)
Die Talbrücke im Zusamtal würde sich über eine Länge von 1,9 km erstrecken und die
Gleisachse wäre ca. 35 Meter über der Zusam. Östlich und westlich davon würden
weniger Tunnelanteile benötigt als bei der Variante mit dem Tiefbahnhof.
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 60 –
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▪ Nördlicher Verlauf in Zusmarshausen zwischen Wollbach und Wörleschwang
(Türkis)
Die Talbrücke im Zusamtal würde sich hier über eine Länge von 2,2 km erstrecken und
die Gleisachse wäre ca. 40 Meter über der Zusam. Hierbei entstehen deutliche
Zerschneidungen der Landschaft im Landschaftsschutzgebiet der Westlichen Wälder.
4.2 Laugnatal
Im Laugnatal bei Adelsried wurden zwei Varianten untersucht, eine Variante nördlich der
Autobahn und eine Variante südlich der Autobahn.
Als Vorzugsvariante wurde ermittelt:
▪ Südlich der Autobahn in Bündelung mit der BAB 8 (Rot)
Die Variante südlich der Autobahn erfolgt in enger Bündelung mit der Autobahn und
zerschneidet somit weniger die Landschaft. Hierbei entsteht eine 310 Meter lange
Talbrücke, welche sich ca. 10 Meter über dem Autobahnniveau befindet.
Begründung für die ermittelte Variante:
– Kein Konflikt in der Raumordnung.
– Größere Entfernung zur Wohnbebauung und dadurch weniger Eisenbahnlärm für die
Anwohner.
– Keine große Flächenzerschneidung durch Neubautrasse.
Abbildung 17: Adelsried
Folgende weitere Variante wurde untersucht:
▪ Nördlich der Autobahn (Türkis)
Die Variante nördlich der Autobahn führt durch ein in der Bauleitplanung aufgestelltes
Gewerbegebiet. Es ist eine Talbrücke von ca. 380 Meter Länge herzustellen, um die
Höhenunterschiede des Tales zu überwinden.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 61 –
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4.3 Schmuttertal
Für das Schmuttertal wurden zwei Varianten untersucht, welche sich hauptsächlich in der
Anordnung der Trassierung in Augsburg und Neusäß unterscheiden. Diese Varianten haben
Auswirkungen in der Lage bei Querung des Schmuttertales.
Als Vorzugsvariante wurde ermittelt:
▪ Unterquerung der Autobahn östlich der Anschlussstelle Neusäß/Hirblingen
(Rot)
Ausgehend aus dem Stadtgebiet Augsburg bündelt diese Variante mit den
Ausgleichsflächen des GVZ Augsburg. Sie unterquert die Autobahn A8 und die Anschlussstelle
Neusäß/Hirblingen. Im Bereich des Ortsteiles Hirblingen liegt die Trasse in einem Trog.
Im weiteren Verlauf des Schmuttertales ist eine deutlich engere Bündelung mit der
Autobahn möglich.
Begründung für die ermittelte Variante:
– Deutlich engere Bündelung mit der Autobahn im Schmuttertal möglich.
– Kein Konflikt mit dem in der Bauleitplanung aufgestellten Gewerbegebiet in
Täfertingen.
Abbildung 18: Untersuchte Trassenverläufe bei Hirblingen
Folgende weitere Variante wurde untersucht:
▪ Unterquerung der Autobahn westlich der Anschlussstelle Neusäß/Hirblingen
(Orange)
Die Variante, welche die Autobahn westlich der Anschlussstelle Neusäß/Hirblingen
unterquert, führt durch ein in der Bauleitplanung aufgestelltes Gewerbegebiet. Im
Schmuttertal ist aufgrund des Kreuzungswinkels keine enge Bündelung möglich.
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 62 –
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4.4 Ausfahrt Augsburg
Für die Ausfahrt aus dem Augsburger Hauptbahnhof wurden zwei Varianten untersucht. Eine
verläuft in Bündelung mit der Strecke 5300 Augsburg – Donauwörth bis Höhe des
Postfrachtzentrum bei Gersthofen. Die andere Variante verläuft in Bündelung mit der Strecke 5302
Augsburg – Ulm bis östlich des Stadtteiles Bärenkeller.
Als Vorzugsvariante wurde ermittelt:
▪ Bündelung mit den Ausgleichsflächen des GVZ (Rot)
Die Variante führt aus dem Augsburger Hauptbahnhof entlang der Strecke 5300
Richtung Donauwörth und überwirft diese auf Höhe der Karlsruher Straße beim
Postfrachtzentrum. Im Anschluss verläuft diese entlang der Ausgleichsflächen des GVZ und
zerschneidet dabei kaum landwirtschaftliche Flächen. Diese Variante führt zu einer
Unterquerung der Autobahn östlich der Anschlussstelle Neusäß/Hirblingen.
Begründung für die ermittelte Variante:
– Kein Konflikt mit dem in der Bauleitplanung in Täfertingen aufgestelltem
Gewerbegebiet.
– Deutlich weniger Zerschneidung der landwirtschaftlichen Flächen durch Bündelung mit
den Ausgleichflächen des Güterverkehrszentrum Augsburg/Neusäß/Gersthofen.
Abbildung 19: Trassenvarianten Ausfahrtbereich Augsburg
Folgende weitere Variante wurde untersucht:
▪ Bündelung mit Strecke Augsburg – Ulm (Orange)
Die Variante führt aus dem Augsburg Hauptbahnhof entlang der Strecke 5302 Richtung
Ulm bis östlich des Stadtteiles Bärenkeller. Im weiteren Verlauf bündelt diese
Trassenführung mit der Hirblinger Straße und Nürnberger Straße bei der westlichen Einfahrt in
das GVZ. In Täfertingen gibt es bei diesem Verlauf einen Konflikt mit dem in der
Bauleitplanung aufgestellten Gewerbegebiet.
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 63 –
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5 Gesetzliche Schallschutzmaßnahmen
In der nachfolgenden Tabelle sind die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen abgebildet,
welche durch die Anwendung des Bundesimmissionsschutzgesetzes ermittelt wurden.
Eine Gesamtlärmbetrachtung zwischen weiteren Verkehrsträgern (wie z.B. der Autobahn A8)
ist zum aktuellen Planungsstand noch nicht erfolgt. Diese wird in der nächsten Leistungsphase
durchgeführt.
Im Bereich der Bündelung mit der Bestandsstrecke zwischen Unterfahlheim und Neu-Ulm
wurde aufgrund des notwendigen Umbaus der Bestandsgleise die gemeinsame
Lärmauswirkung aller vier Gleise betrachtet.
Maßnahme
km
Gemarkung Länge [m]
von km bis km
Schallschutzwand 2m Höhe
51,30 52,07 Bubesheim nördlich 767,6
41,69 42,95 Großanhausen nördlich 1240,9
25,83 26,22 Wollbach nördlich 368,4
26,08 26,29 Friedensdorf südlich 206,9
15,91 16,50 Adelsried nördlich 592,8
Schallschutzwand 3m Höhe
68,67 69,18 Neu-Ulm Pfuhl nördlich 506,2
7,85 8,21 Hirblingen nördlich 360,3
5,10 5,71 Bärenkeller westlich 605,0
3,60 4,36 Bärenkeller westlich 757,8
Schallschutzwand 4m Höhe
66,68 68,67 Neu-Ulm Pfuhl nördlich 1985,8
Schallschutzwand 5m Höhe
64,90 66,68 Burlafingen nördlich 1781,1
65,34 66,70 Burlafingen südlich 1332,2
61,57 62,70 Nersingen/Leibi nördlich 1129,1
60,46 60,79 Nersingen/Leibi südlich 329,9
58,16 59,00
Oberfahlheim südlich
entlang Neubau
841,8
58,96 60,46
Oberfahlheim südlich
entlang Bestand
1498,8
Schallschutzwand 6m Höhe
60,80 61,57 Nersingen/Leibi nördlich 768,3
60,79 62,08 Nersingen/Leibi südlich 1291,0
Tabelle 1: Übersicht Schallschutzmaßnahmen
Die in der Tabelle angegebenen baulichen Maßnahmen berücksichtigen kein Besonders-
Überwachtes-Gleis
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Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 73 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 74 –
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Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 75 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 76 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 77 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 78 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 79 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 80 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 81 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 82 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 83 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 84 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 85 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 86 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 87 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 88 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 89 –
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Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 91 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 92 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 93 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 94 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 95 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 96 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 98 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 99 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 100 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 101 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 102 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 103 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 104 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 105 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 106 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 107 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 108 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 109 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 110 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 111 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 112 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 113 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 114 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 115 –
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Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 117 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 118 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 119 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 120 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 121 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 122 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 124 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 125 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 126 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 128 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 129 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 130 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 132 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 134 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 136 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 138 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 139 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 140 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 141 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 142 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 143 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 144 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 148 –
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Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 151 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 152 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 153 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 154 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 155 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 156 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 164 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 165 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 166 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 168 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 169 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 170 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 172 –
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Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 174 –
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Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 245 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 246 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 247 –
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Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 249 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 250 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 251 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 252 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 253 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 254 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 255 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 256 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 257 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 258 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 259 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 260 –
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 261 –
Drucksache 21/3950 Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode– 262 –
DB InfraGO AG, V.II-S-U, Stand: 22.01.2026
Anlage 4 zu Standardvorlage „Einzelvorstellung des Projektes“ für Prozess I.05.02.02.02 (V: I.IFP 1), Rev. 3.0, Stand: 01.01.2024
Anlage 4
Zusammenfassung der Kernforderungen
der Region
DB InfraGO AG
Region Süd
V.II-S-U
ABS/NBS Augsburg - Ulm
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/3950– 263 –
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Anzeige gekürzt – vollständiger Text im Original.
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