Bericht der Bundesregierung zum Umsetzungsstand des Investitionsgesetzes Kohleregionen 2025
Text
Bericht der Bundesregierung zum Umsetzungsstand des Investitionsgesetzes Kohleregionen 2025
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2700
21. Wahlperiode 11.11.205
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Bericht der Bundesregierung zum Umsetzungsstand des
Investitionsgesetzes Kohleregionen 2025
Inhal tsverzeichnis
Seite
I. Ausgangssituation ...................................................................... 3
Erste Säule – Finanzhilfen und Strukturhilfen an Länder und
Gemeinden .......................................................................................... 3
Zweite Säule – Bundesmaßnahmen in den Braunkohlerevieren ......... 3
Berichtszeitraum und Datenstand ........................................................ 3
Inhalt und Gliederung .......................................................................... 3
II. Bericht zum Stand der Umsetzung und zur
zweckentsprechenden Verwendung der InvKG-Mittel
gemäß § 26 Absatz 2 InvKG ...................................................... 4
II.1 Maßnahmen in Zuständigkeit der Länder............................................ 5
i) Finanzhilfen .............................................................................. 5
ii) Strukturhilfen ............................................................................ 7
II.2 Maßnahmen in Zuständigkeit des Bundes ........................................... 10
Maßnahmen gemäß den §§ 14 bis 17 InvKG (alles außer
Verkehrsprojekte) ................................................................................ 10
Ansiedlungen von Einrichtungen des Bundes ..................................... 11
Prozesskosten des InvKG .................................................................... 11
Verkehrsprojekte ................................................................................. 11
Verplante und abgeflossene Mittel revierspezifisch bei den
Bundesmaßnahmen ............................................................................. 12
Darstellung ausgewählter Projekte ...................................................... 13
Zugeleitet mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 5. November 2025 gemäß § 26
Absatz 2 bis 4 des Investitionsgesetzes Kohleregionen.
Seite
III. Bericht zum Stand der Ansiedlung von Einrichtungen
des Bundes ................................................................................. 20
IV. Bericht zum Stand der Umsetzung der Verkehrsprojekte ....... 22
Bahnhof Bitterfeld (Mitteldeutsches Revier, Sachsen–Anhalt)........... 23
Strecke Lübbenau – Cottbus (Lausitzer Revier, Brandenburg) ........... 23
S–Bahn Köln – Mönchengladbach (Rheinisches Revier,
Nordrhein–Westfalen) ......................................................................... 23
Strecke Arnsdorf – Kamenz – Hosena (– Hoyerswerda –
Spremberg) (Lausitzer Revier, Sachsen) ............................................. 24
B 178 Zittau – Niederoderwitz (Lausitzer Revier, Sachsen) ............... 24
V. Zusammenfassung und Ausblick ............................................... 24
Anhang ................................................................................................ 25
I. Ausgangssituation
Mit dem vorliegenden Bericht gemäß § 26 Absatz 2 bis 4 des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG)
unterrichtet die Bundesregierung den Deutschen Bundestag über den Umsetzungsstand und die zweckentsprechende
Verwendung der InvKG-Mittel sowie über die Ansiedlungen von Einrichtungen des Bundes und zusätzliche
Investitionen in die Bundesfernstraßen und Bundesschienenwege.
Das InvKG trat am 14. August 2020 in Kraft. Bis zum Jahr 2038 stellt der Bund insgesamt bis zu 41,09 Mrd. Euro
bereit, um die vom Kohleausstieg betroffenen Braunkohlereviere und strukturschwachen Standorte von
Steinkohlekraftwerken beim Strukturwandel zu unterstützen.
Erste Säule – Finanzhilfen und Strukturhilfen an Länder und Gemeinden
Die erste Säule umfasst bis zu 15,09 Mrd. Euro Bundesmittel bis 2038 für besonders bedeutsame Investitionen in:
⎯ Braunkohlereviere (Lausitzer Revier in Brandenburg und Sachsen, Mitteldeutsches Revier in Sachsen und
Sachsen-Anhalt, Rheinisches Revier in Nordrhein-Westfalen; vgl. Kapitel 1 InvKG; inklusive 90 Mio. Euro
für den Landkreis Altenburger Land in Thüringen) – bis zu 14 Mrd. Euro;
⎯ Strukturschwache Standorte von Steinkohlekraftwerken (Nordrhein-Westfalen, Saarland, Mecklenburg-
Vorpommern und Niedersachsen; vergleiche Kapitel 2 InvKG) – bis zu 1,09 Mrd. Euro.
Die Länder wählen die Projekte aus und verantworten ihre Durchführung. Die zweckentsprechende Verwendung
der Finanzhilfen wird ex-ante durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geprüft.
Zweite Säule – Bundesmaßnahmen in den Braunkohlerevieren
Im Rahmen der zweiten Säule setzt der Bund eigenständig Projekte um, untergliedert in:
⎯ Weitere Bundesmaßnahmen unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Klimaschutz, Bildung, Forschung,
Kultur und Ansiedlung von Bundeseinrichtungen, einschließlich der Förderung im Rahmen des STARK-
Programms (vgl. Kapitel 3 InvKG);
⎯ zusätzliche Investitionen in die Bundesfernstraßen und Bundesschienenwege (vergleiche Kapitel 4 InvKG).
Hierfür stehen bis 2038 bis zu 26 Mrd. Euro an Bundesmitteln zur Verfügung.
Berichtszeitraum und Datenstand
Der Betrachtungszeitraum reicht vom Inkrafttreten des InvKG im Jahr 2020 bis zum 31. Dezember 2024 und
bildet damit die ersten vier Jahre der Umsetzung (2020 bis 2024) ab. Im Gegensatz zum Vorjahresbericht, der den
Stichtag 30. Juni 2024 nutzte, erfolgt hier eine vollständige Jahresbetrachtung. Eine zusätzliche
Halbjahresauswertung entfällt.
Inhalt und Gliederung
Der Bericht stellt die Umsetzung des InvKG über die ersten vier Jahre seit Inkrafttreten mit Fokus auf die
zweckentsprechende Verwendung der verausgabten Mittel dar. Im Sinne des InvKG gilt die Verwendung der Mittel
dann als zweckentsprechend, wenn sie den Förderbereichen des InvKG zuordenbar, gemäß der im InvKG
definierten Verfahren beschlossen sind und gemäß den Vorgaben der Bundeshaushaltsordnung (BHO) umgesetzt
werden. Die Mittelverwendung muss darauf abzielen, wirtschaftliche Ungleichheiten abzubauen, das
Wirtschaftswachstum zu stärken, den Strukturwandel zu fördern und die Sicherung von Arbeitsplätzen zu unterstützen.
Im Bericht werden ausgewählte Bundesmaßnahmen dargestellt. Die Beschreibungen geben Einblick in den Stand
der Umsetzung, benennen Ziele und Perspektiven und verdeutlichen Beiträge zum Strukturwandel. Zudem
werden bereits sichtbare Ergebnisse hervorgehoben.
Der Bericht betrachtet die Verteilung der Finanz- und Strukturhilfen, der Bundesmaßnahmen auf die
Braunkohlereviere (Lausitzer, Mitteldeutsches und Rheinisches Revier) sowie auf die strukturschwachen Standorte von
Steinkohlekraftwerken und ehemaligen Braunkohlereviere in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Thüringen. Die Darstellung umfasst sowohl geplante als auch bereits
gestartete Projekte, deren jeweilige Projektbudgets sowie – bei Bundesmaßnahmen – zusätzlich die bis Ende 2024
abgeflossenen Mittel.
Die begleitende Evaluierung, die seit 2023 jährlich erfolgt und dem Deutschen Bundestag alle zwei Jahre
vorgelegt wird, verwendet dieselbe Datengrundlage wie der vorliegende Bericht. Während der vorliegende Bericht die
zweckentsprechende Verwendung der verausgabten Mittel und den Stand der Umsetzung dokumentiert, analysiert
die Evaluierung schwerpunktmäßig die Wirkungen der Maßnahmen. Sie verfolgt eine evidenzbasierte,
ursachenbezogene Betrachtung hinsichtlich der Effekte auf Wirtschaftskraft, Arbeitsmarkt und kommunales
Steueraufkommen in den betroffenen Regionen. Die begleitende Evaluierung soll dem Deutschen Bundestag 2025
zeitgleich mit diesem Bericht vorgelegt werden.
II. Bericht zum Stand der Umsetzung und zur zweckentsprechenden Verwendung der InvKG-
Mittel gemäß § 26 Absatz 2 InvKG
Gemäß § 26 Absatz 2 InvKG richtet sich dieser Berichtsteil an den Haushaltsausschuss des Deutschen
Bundestages. Die beteiligten Bundesressorts bestätigen, dass die bereitgestellten InvKG-Mittel in der 2. Säule entsprechend
ihrer Zielsetzung eingesetzt werden.
Das Monitoring zur Umsetzung erfolgt beispielhaft anhand folgender zentraler Instrumente und Verfahren, die je
nach Bedarf kombiniert werden können:
⎯ Bund-Länder Koordinierungsgremium
Prüfung aller Bundesmaßnahmen auf ihre Strukturwandel-Dienlichkeit und einstimmiger Beschluss.
⎯ Förderrichtlinien und Projektleitfäden
Einheitliche Vorgaben definieren Fördervoraussetzungen, Projektumfang und Meldepflichten für Geförderte
und Bewilligende.
⎯ Ex-ante-Prüfungen (nur Finanzhilfen)
Fachliche und finanzielle Konsistenz der Projektanträge wird vor Bewilligung durch das BAFA und das
BMWE sichergestellt.
⎯ Operatives Controlling und Haushaltsvollzug
Ressorts und beauftragte Projektträger (z. B. ZUG gGmbH) dokumentieren Soll-Ist-Vergleiche via
Kosten-Leistungs-Rechnung und Zwischenberichte. Interne Controlling-Gremien (z. B. im Bundesamt für
Naturschutz und Nationales Monitoringzentrum Biodiversität) begleiten fachliche Prüfungen.
Haushaltsstellenbuchungen (HKR) erfolgen titelgenau.
⎯ Berichts- und Nachweispflichten (auch Finanzhilfen)
Regelmäßige Verwendungsnachweise, Quartals- und Abschlussberichte gewährleisten Transparenz über
Mittelabfluss und Projektergebnisse.
⎯ Vor-Ort-Kontrollen und Belegprüfungen
Bei Auffälligkeiten oder stichprobenhaft werden Fachreferate vor Ort tätig, um Abweichungen frühzeitig zu
identifizieren und gegebenenfalls Beratung anzubieten. Ab 2026 wird dies auch für Finanzhilfen eingeführt.
⎯ Externe Evaluierung
Alle zwei Jahre legt das BMWE dem Deutschen Bundestag eine Evaluierung zur evidenzbasierten Analyse
der tatsächlichen Wirkungen auf Wirtschaftskraft, Arbeitsmarkt und kommunales Steueraufkommen vor.
Zudem evaluieren die Länder eigenständig die Wirkung ihrer Finanzhilfen und teilweise auch die Wirkung
der Bundesmaßnahmen in ihren Ländern.
Die Prüfung der zweckentsprechenden Mittelverwendung aller vom Bund-Länder-Koordinierungsgremium
(BLKG) zur Umsetzung mit InvKG-Mitteln gebilligten Schieneninfrastrukturmaßnahmen erfolgt durch die
Verwendungsprüfung des zuständigen Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) und kann zum jetzigen Zeitpunkt bestätigt
werden. Für die gebilligten Straßeninfrastrukturmaßnahmen gilt, dass mit der Realisierung der
Bedarfsplanvorhaben gemäß BLKG-Beschluss das gleichlautende Anliegen des Gesetzgebers (§ 22 InvKG) realisiert wird. Die
Verwendung der Mittel erfolgt wie bei anderen Bedarfsplanvorhaben auch, insbesondere unter Beachtung der
Richtlinien zum Planungsprozess und für die einheitliche Gestaltung der Entwurfsunterlagen im Straßenbau
(RE 2012) hinsichtlich technischer Gestaltung und Dimensionierung, der Anweisung zur Kostenermittlung und
zur Veranschlagung von Straßenbaumaßnahmen (AKVS 2014) zur Haushaltsabwicklung und natürlich der
Bundeshaushaltsordnung. Die Inanspruchnahme der Mittel erfolgt im Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen
des Bundes (HKR-Verfahren) und wird quartalsmäßig gemonitort.
II.1 Maßnahmen in Zuständigkeit der Länder
Der Bund unterstützt die vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländer mit Finanzhilfen nach Artikel 104b
Grundgesetz (GG). Die Auswahl und Durchführung der mit Finanzhilfen geförderten Maßnahmen obliegen der
Verantwortung der Länder. Dem Bund, vertreten durch BAFA und BMWE, steht ein ex-ante-Prüfrecht zu. Es dient der
Bestätigung, ob die Maßnahmen den Förderbereichen gemäß § 4 InvKG entsprechen. Des Weiteren berichten die
Länder halbjährlich dem BMWE gemäß § 8 Absatz 2 InvKG die zweckentsprechende Verwendung. Zudem führt
das BMWE Stichproben durch. Im InvKG werden neun Förderbereiche für Finanzhilfen ausgeführt, die von der
Verbesserung wirtschaftsnaher Infrastruktur über Digitalisierung und Breitbandausbau bis hin zu Naturschutz und
Landschaftspflege reichen. Die Vielfalt der Förderbereiche spiegelt sich auch in den Vorhaben wider.
i) Finanzhilfen
Im Rahmen der Finanzhilfen kann zwischen bestätigten, begonnenen und abgeschlossenen Projekten
unterschieden werden.
Bestätigte Projekte
Im Betrachtungszeitraum seit Inkrafttreten der Bund-Länder-Vereinbarung am 27. August 2020 bis zum 31.
Dezember 2024 hat der Bund 395 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 6,99 Mrd. Euro bestätigt (Tabelle 1).
Im Vergleich zum letzten Bericht lässt sich ein Anstieg von 18 bestätigten Projekten mit einem Fördervolumen
von rund 242 Mio. Euro verzeichnen, insbesondere in den ostdeutschen Revieren. Gleichzeitig gab es in
Brandenburg seit Juni 2024 einen leichten Rückgang an bestätigten Projekten. Grund dafür ist der Rückzug mehrerer
kommunaler Projekte, die zwar bereits durch den Bund bestätigt, aber vom Land nicht mehr weiterverfolgt
wurden.
Tabel le 1: Bisherige Mittelverwendung der Finanzhilfen nach Revieren – bestätigte Projekte
(Stand 31.12.2024) im Vergleich zum letzten Bericht (Stand 30.06.2024)
Revier Anzahl
bestätigter Projekte
Fördervolumen
in Mio. Euro 2024
Lausitzer Revier (BB) 80 (-3)1 2.045 (-88)
Lausitzer Revier (SN)2 127 (+11) 1.132 (+27)
Mitteldeutsches Revier (SN) 51 (+1) 558 (+87)
Mitteldeutsches Revier (ST) 88 (+6) 1.547 (+79)
Rheinisches Revier 49 (+3) 1.703 (+37)
Reviere Gesamt 395 (+18) 6.985 (+242)
Die Finanzhilfen bestehen nach § 4 Absatz 1 InvKG aus neun Förderbereichen. Tabelle 2 gibt einen Überblick
über die Projekte nach Förderbereichen in den einzelnen Revieren und Teilrevieren. Zwischen den Revieren
lassen sich bei den bestätigten Projekten unterschiedliche Gewichtungen in den Förderbereichen feststellen. Im
Lausitzer und im Rheinischen Revier liegt ein Hauptfokus der Projekte in Länderverantwortlichkeit im Bereich der
Infrastrukturen für Forschung, Innovation, Technologietransfer sowie ergänzende betriebliche Aus- und
Weiterbildung (Förderbereich 7). Im Mitteldeutschen Revier (Sachsen und Sachsen-Anhalt) und im Brandenburger Teil
des Lausitzer Reviers wird ein Großteil der zur Verfügung stehenden Mittel durch Investitionen in wirtschaftsnahe
1 Zum Start des InvKG wurden in Brandenburg die Gemeinden und Kommunen, Städte und das Land aufgefordert, Projektideen
einzureichen. Daraus resultiert die erste Anmeldung von Projekten zur ex-ante beim BAFA. Einige Projekte wurden von der kommunalen
Familie im Rahmen des Werkstattverfahrens nicht weiterverfolgt, wodurch ein Rückgang der bestätigten Projekte zu verzeichnen ist.
2 Ein Projekt in Sachsen, dass sowohl im Lausitzer als auch im Mitteldeutschen Revier implementiert wird, wird unter „Lausitzer Revier“
erfasst.
Infrastrukturen (Förderbereich 1) gebunden. Im sächsischen Teil der Lausitz liegt ein weiterer Fokus im Städtebau
sowie in Maßnahmen der Stadt- und Regionalentwicklung (Förderbereich 4).
Tabel le 2: Darstellung der bestätigten Projekte (Stand 31.12.2024) in den Förderbereichen
nach § 4 Absatz 1 InvKG mit Projektvolumina (in Mio. Euro)
Revier Projekte
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Lausitzer Revier (BB) Anzahl 25 5 18 2 3 10 11 5 1
Volumen 748 122 166 54 89 217 536 91 22
Lausitzer Revier (SN) Anzahl 17 5 39 13 4 25 16 6 2
Volumen 175 81 153 248 29 140 246 49 11
Mitteldeutsches Revier (SN) Anzahl 8 4 16 6 0 9 5 2 1
Volumen 182 99 96 9 0 54 68 37 14
Mitteldeutsches Revier (ST) Anzahl 17 3 17 15 2 20 6 8 0
Volumen 963 7 100 52 1 172 188 66 0
Rheinisches Revier (NRW) Anzahl 6 6 0 6 0 3 21 7 0
Volumen 190 440 0 143 0 31 716 183 0
Gesamt3 Anzahl 73 23 90 42 9 67 59 28 4
Volumen 2.258 749 515 506 119 614 1.754 426 47
Begonnene Projekte
Die erste Förderperiode der Finanzhilfen endet zum 31. Dezember 2026. Die Budgets der ostdeutschen
Bundesländer für die erste Förderperiode sind bereits bei den bestätigten Projekten überzeichnet. In Brandenburg mit
144 Prozent, in Sachsen mit 121 Prozent und in Sachsen-Anhalt mit 234 Prozent. In Nordrhein-Westfalen ist das
Budget zu 84 Prozent verplant. Die Überzeichnung der Budgets für die Finanzhilfen ist darauf zurückzuführen,
dass die ostdeutschen Länder dem Bund mehr Projekte zur Bestätigung vorgelegt haben, als sie in der ersten
Förderperiode schlussendlich bewilligen und umsetzen werden. Sie müssen die bestätigten Projekte
dementsprechend in die nächste Förderperiode legen oder repriorisieren. In Nordrhein-Westfalen besteht weiterer Spielraum
für die erste Förderperiode.
3 Durch Rundungen kann es zu Abweichungen bei den Fördervolumen im Vergleich zu Tabelle 1 kommen.
Um die Verwendung der Finanzhilfen zu flexibilisieren, wurde im vergangenen Jahr zwischen Bund und Ländern
die n+3 Regelung beschlossen. Dadurch können begonnene Projekte noch bis zu drei Jahre nach Ende der
Förderperiode abgerechnet werden. Entscheidend ist jedoch die Anzahl der dann faktisch begonnenen Projekte.
Projekte werden als begonnen gemeldet, wenn sie durch einen Zuwendungsbescheid der Landesbewilligungsbehörde
beschieden wurden. Mit Stand 31. Dezember 2024 sind bereits 225 Projekte mit einem Fördervolumen von rund
2,6 Mrd. Euro begonnen (Tabelle 3). Die Budgetauslastung der begonnenen Projekte ist insbesondere in Sachsen
mit 91 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 71 Prozent weit vorangeschritten. In Brandenburg ist die
Budgetauslastung mit 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen. In Nordrhein-Westfalen sind mit Stand 31.
Dezember 2024 lediglich 19 Prozent des Budgets für die Förderperiode durch begonnene Projekte gebunden.
Abgeschlossene Projekte
Bislang wurden 16 Finanzhilfeprojekte mit einem Fördervolumen von 18 Mio. Euro als abgeschlossen gemeldet.
Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem letzten Bericht und auf den Abschluss von Projekten im Lausitzer
Revier und im sachsen-anhaltischen Teil des Mitteldeutschen Reviers zurückzuführen (Tabelle 3).
Gegenwärtig erarbeiten das BMWE und das BAFA eine ex-post Kontrolle, mit der sie die zweckentsprechende
Verwendung überprüfen. Grundsätzlich müssen die Länder eine Verwendungsprüfung durchführen und dem
Bund auf Anfrage zur Kontrolle vorlegen. Dazu ist geplant, dass eine stichprobenartige Kontrolle durchgeführt
wird.
Tabel le 3: Bisherige Mittelverwendung der Finanzhilfen nach Revieren – begonnene und
abgeschlossene Projekte (Stand 31.12.2024) im Vergleich zum letzten Bericht (Zahlen
mit Stand 30.06.2024)
Revier Anzahl
begonnener Projekte
Fördervolumen
in Mio. Euro
Anzahl
abgeschlossener Projekte
Fördervolumen
in Mio. Euro
Lausitzer Revier (BB) 31 (+9) 481 (+239) 5 (+1) 13 (+11)
Lausitzer Revier (SN)4 97 (+8) 847 (+69) 7 (+3) 4 (+3)
Mitteldeutsches Revier (SN) 39 (+3) 420 (+3) 1 (0) 0,5
Mitteldeutsches Revier (ST) 39 (0) 466 (+50) 3 (+3) 1 (+1)
Rheinisches Revier 19 (+9) 386 (+217) 0 0
Reviere gesamt 225 (+29) 2.600 (+578) 16 (+7) 18,5 (+15)
ii) Strukturhilfen
Die Unterstützung für die Länder mit strukturschwachen Standorten von Steinkohlekraftwerken und ehemaligen
Braunkohlerevieren ist mit Inkrafttreten der Verwaltungsvereinbarung am 10. August 2021 gestartet. Im
Gegensatz zur Unterstützung für die Braunkohleländer bestehen die Strukturhilfen überwiegend aus Finanzhilfen
(Säule 1) des Bundes. Die Beteiligung der Steinkohleländer an den Bundesmaßnahmen (Säule 2) beschränkt sich
auf das Bundesprogramm STARK. Insgesamt stehen den Kapitel 2-Gebieten ohne STARK bis 2038 Finanzhilfen
in Höhe von bis zu 944,4 Mio. Euro zur Verfügung.
Die Verwaltungsvereinbarung zur Durchführung der Strukturhilfen wurde zum 1. August 2025 angepasst, um den
Abruf der Mittel zu erleichtern. Die Kapitel-2-Länder haben nun bis Ende 2025 die Möglichkeit, Haushaltsmittel
aus der 1. Säule in das Bundesprogramm STARK umzuschichten.
Bestätigte Projekte
Die Anzahl der bestätigten Projekte ist gegenüber dem letzten Bericht nahezu unverändert (Tabelle 4). Nur in
Niedersachsen ist ein Vorhaben hinzugekommen. Das Saarland hat dem Bund mit Stand 31. Dezember 2024 noch
kein Strukturhilfeprojekt zur Bestätigung vorgelegt.
4 Ein Projekt in Sachsen, dass sowohl im Lausitzer als auch im Mitteldeutschen Revier implementiert wird, wird unter „Lausitzer Revier“
erfasst.
Tabelle 4: Bisherige Mittelverwendung der Finanzhilfen nach Revieren – bestätigte Projekte
(Stand 31.12.2024) im Vergleich zum letzten Bericht (Zahlen mit Stand 30.06.2024)
Kapitel 2-Gebiet Anzahl
bestätigter Projekte
Fördervolumen
in Mio. Euro
Mecklenburg-Vorpommern 1 9
Niedersachsen 6 (+1) 75
Nordrhein-Westfalen 6 178
Saarland 0 0
Thüringen 1 14
Reviere Gesamt 14 276
Die Strukturhilfen nach Kapitel 2 InvKG bestehen aus den gleichen neun Förderbereichen wie die Finanzhilfen
nach Kapitel 1 InvKG. Ein Großteil der bisher bestätigten Projekten konzentriert sich auf Infrastrukturen für
Forschung, Innovation, Technologietransfer sowie ergänzende betriebliche Aus- und Weiterbildung
(Förderbereich 7). Drei Projekte mit einem Fördervolumen von rund 134 Mio. Euro zielen auf wirtschaftsnahe
Infrastrukturen ab (Förderbereich 1). Niedersachsen hat zudem zwei kleinvolumige Projekte mit Bezug zur touristischen
Infrastruktur (Förderbereich 6) gemeldet (Tabelle 5).
Tabel le 5: Darstellung bestätigte Projekte (Stand 31.12.2024) in den Förderbereichen mit
Projektvolumina (in Mio. Euro)
Revier Projekte
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Mecklenburg-Vorpommern Anzahl – – – – – – 1 – –
Volumen – – – – – – 9 – –
Niedersachsen Anzahl 2 – – – – 2 2 – –
Volumen 59 – – – – 1 15 – –
Nordrhein-Westfalen Anzahl 1 – – – – – 5 – –
Volumen 75 – – – – – 102 – –
Thüringen Anzahl – – – – – – 1 – –
Volumen – – – – – – 14 – –
Gesamt Anzahl 3 – – – – 2 9 – –
Volumen 134 – – – – 1 140 – –
Begonnene und abgeschlossene Projekte
In Nordrhein-Westfalen haben im Betrachtungszeitraum zwei neue Vorhaben begonnen. Ansonsten ist die Anzahl
der gestarteten und abgeschlossenen Projekte unverändert (Tabelle 6). Bislang wurden lediglich in Niedersachsen
und Nordrhein-Westfalen Projekte begonnen, wobei der Großteil des Fördervolumens auf niedersächsische
Projekte entfällt. Das einzige abgeschlossene Projekt ist weiterhin in Niedersachsen zu verzeichnen.
Tabelle 6: Bisherige Mittelverwendung der Finanzhilfen nach Revieren – begonnene und
abgeschlossene Projekte (Stand 31.12.2024) im Vergleich zum letzten Bericht
(Zahlen mit Stand 30.06.2024)
Kapitel 2-Gebiet Anzahl
gestarteter Projekte
Fördervolumen
in Mio. Euro
Anzahl
abgeschlossener
Projekte
Fördervolumen
in Mio. Euro
Mecklenburg-Vorpommern 0 0 0 0
Niedersachsen 5 37 (-1)5 1 36
Nordrhein-Westfalen 3 (+2) 3 (+2) 0 0
Saarland 0 0 0 0
Thüringen 0 0 0 0
Kapitel 2 gesamt 8 (+2) 40 (+1) 1 36
II.2 Maßnahmen in Zuständigkeit des Bundes
Maßnahmen gemäß den §§ 14 bis 17 InvKG (alles außer Verkehrsprojekte)
In eigener Zuständigkeit des Bundes hat das BLKG 78 Maßnahmen nach den §§ 14 bis 17 InvKG mit einem
Volumen von rund 14,191 Mrd. Euro bis 2038 beschlossen. Bei der Aufteilung der bislang verplanten Mittel auf
die verschiedenen Bundesressorts entfällt der größte Anteil mit rund 6,411 Mrd. Euro (45,7 Prozent) auf
Maßnahmen des BMWE. Die größte Maßnahme ist dabei mit rund 2,767 Mrd. Euro das STARK-Bundesprogramm.
Ein weiterer Großteil der verplanten Mittel entfällt mit 6,177 Mrd. (44 Prozent) auf Maßnahmen des
Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) (Tabelle 7). Hervorzuheben sind dabei
insbesondere die beiden auf Grundlage einer Förderrichtlinie nach einem themenoffenen Wettbewerbsverfahren
beschlossenen Großforschungszentren Center for the Transformation of Chemistry (CTC) und Deutsches Zentrum
für Astrophysik (DZA) des BMFTR, die 2,531 Mrd. Euro binden.
BMWE und BMFTR binden damit aktuell rund 89,7 Prozent (12,588 Mrd. Euro) der bereits verplanten Mittel der
Maßnahmen nach den §§ 14 bis 17 InvKG. Damit wird dem Maßgabebeschluss 19(8)8391 des
Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags vom Januar 2021 Rechnung getragen, wonach sichergestellt werden soll, dass
bei den Maßnahmen nach den §§ 14 bis 17 des InvKG über den gesamten Betrachtungszeitraum bis 2038 hinweg
mindestens 90 Prozent der hierfür vorgesehenen Mittel für Maßnahmen im Geschäftsbereich des BMWE sowie
des BMFTR eingesetzt werden.
5 Erläuterung: Die Zahlen ergeben sich aus den Berichtspflichten der Länder. Die Reduktion des Gesamtvolumens trotz Aufwuchs der
gestarteten Projekte begründet sich durch die Aufspaltung eines niedersächsischen Großprojekts in Teilprojekte, die getrennt voneinander
durch die Landesbewilligungsbehörde bewilligt werden.
Tabel le 7: Verplante Mittel für Maßnahmen nach den §§ 14 bis 17 je Bundesressort
(Stand 31.12.2024)
Bundesressort Summe der verplanten Mittel
(in Mio. Euro)
Anteil der verplanten Mittel
je Bundesressort
(in Prozent)
BMWE 6.410,9 45,7
BMV 230,1 1,6
BMFTR 6.177,1 44,0
BMUKN 579,4 4,1
BMG 0 0,0
BKM 423,4 3,0
BMI 68,7 0,5
BMLEH 24,4 0,2
BMWSB 111,1 0,8
BMVg 0,2 0,0
Gesamt 14.025,3 100,0
BMWE und BMFTR 12.588,0 89,7
Ansiedlungen von Einrichtungen des Bundes
Gemäß § 18 InvKG wird die Bundesregierung bis Ende des Jahres 2028 insgesamt 5.000 neue, zusätzliche
Arbeitsplätze in Behörden und sonstigen Einrichtungen des Bundes in den Kohleregionen einrichten. Für Projekte
nach § 18 InvKG, die zur Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen gefördert werden, wurden bisher
Maßnahmen mit einem verplanten Volumen von 432 Mio. Euro durch das BLKG beschlossen. Diese Projekte umfassen
die Einrichtung der BAFA-Außenstelle in Weißwasser, die Erweiterung der Bundesnetzagentur-Außenstelle und
das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder in der Verantwortung des Bundesamtes für Strahlenschutz in
Cottbus sowie die Einrichtung eines „Zentrums für Künstliche Intelligenz in der Public Health-Forschung (ZKI)“
am Robert Koch-Institut in Wildau.
In Kapitel III wird zu den Ansiedlungen von Einrichtungen des Bundes – gemäß § 26 Absatz 3 InvKG – noch
einmal dezidiert Stellung genommen.
Prozesskosten des InvKG
Die Prozesskosten zur Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen der Bundeszuständigkeit (PK) belaufen sich auf
insgesamt bis zu 244 Mio. Euro. Dies entspricht aktuell einem Anteil von 0,9 Prozent am Gesamtvolumen. Davon
sind 81 Prozent (rund 197 Mio. Euro) dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) und seinen nachgeordneten
Behörden (Eisenbahn- bzw. Fernstraßenbundesamt) zuzurechnen, 19 Prozent (rund 47 Mio. Euro) der
Geschäftsstelle zur Umsetzung des InvKG im BMWE. Hierüber werden auch die Kosten gedeckt, die im Rahmen der
gesetzlich vorgeschriebenen Evaluierungen gemäß § 26 InvKG anfallen.
Aktuell werden die Mittel für die Prozesskosten wie folgt auf die Reviere verteilt: Lausitzer Revier, Brandenburg
mit 26,64 Prozent, Lausitzer Revier, Sachsen mit 19,26 Prozent, Mitteldeutsches Revier, Sachsen mit 8,61
Prozent, Mitteldeutsches Revier, Sachsen-Anhalt mit 13,52 Prozent sowie Rheinisches Revier mit 31,97 Prozent. Das
interne Monitoring des BMWE berücksichtigt diese Veränderungen in der laufenden Abwicklung und passt die
Verteilung bei Bedarf an.
Verkehrsprojekte
Der Bund fördert im Rahmen des InvKG (§§ 20 bis 24) zusätzliche Investitionen in die Bundesfernstraßen und
Bundesschienenwege. Bislang hat das BLKG 29 Schienen- und fünf Straßenbauprojekte beschlossen und hierfür
Mittel in Höhe von rund 7,234 Mrd. Euro bereitgestellt.
Die für Verkehrsprojekte (VP) verplanten Mittel sind in Tabelle 8 dargestellt. Sie binden mit rund 27,8 Prozent
bislang mehr als ein Viertel der für Maßnahmen in Bundeszuständigkeit zur Verfügung stehenden Mittel. Die
Verkehrsinfrastrukturvorhaben sind damit von besonderer Bedeutung für die Bundesmaßnahmen, wobei der
Anteil in den (Teil-)Revieren zwischen 24,1 Prozent (Rheinisches Revier) und 32,8 Prozent (sächsischer Teil der
Lausitz) liegt.
Eine detaillierte Betrachtung der Verkehrsprojekte gemäß § 26 Absatz 4 befindet sich in Kapitel IV.
Verplante und abgeflossene Mittel revierspezifisch bei den Bundesmaßnahmen
Für die fünf betrachteten Teilreviere steht insgesamt ein Budget von 26 Mrd. Euro in der 2. Säule zur Verfügung.
Davon sind bereits 22,1 Mrd. Euro für konkrete Maßnahmen verplant. Das entspricht einer Gesamtauslastung von
85 Prozent. Damit ist ein Großteil der verfügbaren Mittel bereits gebunden.
Gleichzeitig gibt es zwischen den (Teil-)Revieren deutliche Unterschiede in der Auslastung der Revierbudgets.
Sie reicht von 75 Prozent im Rheinischen Revier bis zu 99 Prozent im sächsischen Teil des Mitteldeutschen
Reviers (Tabelle 8). Folglich unterscheiden sich auch die finanziellen Spielräume für weitere Maßnahmen und damit
auch die zukünftigen Gestaltungsspielräume in den einzelnen Revieren.
Tabel le 8: Bisher verplante Mittel in Zuständigkeit des Bundes nach Revieren (Stand 31.12.2024)
Den hohen Werten zur Budgetauslastung stehen vergleichsweise niedrige Werte im Mittelabfluss gegenüber.
Dieser liegt bei insgesamt 7,6 Prozent, unterscheidet sich ebenfalls zwischen den (Teil-)Revieren. So liegt er im
Rheinischen Revier bereits bei 9,2 Prozent und im sächsischen Teil des Mitteldeutschen Reviers bei 5,9 Prozent
(Tabelle 9).
Die beschlossenen Höchstbeträge sowie die Mittelabflüsse werden maßnahmenspezifisch in der Anlage
dargestellt.
An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass der vorliegende Bericht auf den zugelieferten Zahlen und
Meldungen der beteiligten Bundesressorts beruht und nicht auf der Haushaltsrechnung des Bundes. Aus
Transparenzgründen befindet sich in der Anlage eine Gegenüberstellung (Anlage, Tabelle A 5). Die Abweichungen zwischen
den zugelieferten Zahlen sowie Meldungen der Bundesressorts und der Haushaltsrechnung des Bundes ergeben
sich insbesondere aufgrund von Rückzahlungen nach Abschluss des jeweiligen Haushaltsjahres sowie durch
Anpassungen im Rahmen der Jahresabschlussarbeiten aufgrund haushaltsrechtlicher Vorgaben zur Verstärkung
einzelner Haushaltsstellen aus Mitteln zur Förderung der Kohleregionen gemäß Strukturstärkungsgesetz.
Revier Gesamtbudget
(Mio. Euro)
Verplante Mittel (in Mio. Euro)
nach Summe der
verplanten Mittel
(Mio. Euro)
Budgetauslastung
(in Prozent)
§§ 14 bis 17 VP § 18 PK
Lausitzer Revier (BB) 6.708 3.565 1.977 239 65 5.846 87,2
Lausitzer Revier (SN) 4.472 2.394 1.468 193 47 4.102 91,7
Mitteldeutsches Revier (SN) 2.080 1.483 557 – 21 2.061 99,1
Mitteldeutsches Revier (ST) 3.120 1.898 918 – 33 2.849 91,3
Rheinisches Revier 9.620 4.851 2.314 – 78 7.243 75,3
Reviere insgesamt 26.000 14.191 7.234 432 244 22.101 85,0
Tabel le 9: Anteil der bisher abgeflossenen Mittel am bislang verplanten Budget bei Maßnahmen
ohne VP nach Revieren (Stand 31.12.2024)
Revier Gesamtbudget
(in Mio. Euro)
Verplante Mittel
ohne VP
(in Mio. Euro)
Davon entfallen auf
(in Mio. Euro)
Anteil
abgeflossener
Mittel an den
Verplanten
Mitteln
(in Prozent)
§§ 14 bis 17 § 18 PK
Lausitzer Revier (BB) 6.708 3.869 3.565 239 65 7,9
Davon abgeflossen 305,326 261,222 42,094 2,010
Lausitzer Revier (SN) 4.472 2.634 2.3946 193 47 6,1
Davon abgeflossen 161,879 128,158 32,244 1,477
Mitteldeutsches Revier (SN) 2.080 1.507 1.4834 0 21 5,9
Davon abgeflossen 82,663 82,210 0 0,453
Mitteldeutsches Revier (ST) 3.120 1.797 1.78984 0 33 7,8
Davon abgeflossen 141,017 140,249 0 0,768
Rheinisches Revier 9.620 4.817 4.8514 0 78 9,2
Davon abgeflossen 441,326 438,849 0 2,477
Reviere insgesamt 26.000 14.867 14.191 432 244 7,6
Davon abgeflossen 1.132,211 1.050,688 74,338 7,185
Darstellung ausgewählter Projekte
Das InvKG bündelt Maßnahmen, die den Strukturwandel unterstützen, insbesondere im Bereich Wertschöpfung
und Arbeitsmarkt.
Anhand ausgewählter Projektbeschreibungen (25 plus 5 Verkehrsprojekte in Kapitel IV von 121
Bundesmaßnahmen) wird exemplarisch dargestellt, wie die verschiedenen Bundesressorts den Strukturwandel unterstützen. Die
nachfolgenden beispielhaften Projektbeschreibungen sind einheitlich strukturiert. Sie beginnen mit dem aktuellen
Stand der Umsetzung und geben anschließend einen Ausblick auf die weiteren Perspektiven und Ziele. Darauf
folgt die Darstellung des jeweiligen Beitrags zum Strukturwandel, insbesondere auf Wertschöpfung und
Arbeitsmarkt. Den Abschluss bilden die bislang erzielten, sichtbaren Ergebnisse.
i) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Im Rahmen der Strukturstärkung in den vom Kohleausstieg besonders betroffenen Regionen übernimmt das
BMWE zum einen die federführende Verantwortung für die Umsetzung des InvKG insgesamt, koordiniert alle
Maßnahmen der Länder sowie der Bundesressorts und hat den Vorsitz im Steuerungsgremium (BLKG). Mit einer
Vielzahl von eigenen Maßnahmen leistet das BMWE zum anderen einen zentralen Beitrag zur erfolgreichen
Gestaltung des Strukturwandels. Bisher wurden in Zuständigkeit des BMWE 28 Projekte mit Gesamtvolumen in
Höhe von rund 6,411 Mrd. Euro durch das BLKG beschlossen.
Das Bundesförderprogramm STARK, zur Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren
und an den Kohlekraftwerksstandorten, ist das größte und am breitesten angelegte Förderprogramm, das über das
InvKG von 2020 bis 2038 finanziert wird. STARK flankiert die indirekt wachstumsfördernden öffentlichen
Investitionen in physische Infrastrukturen von circa 37 Mrd. Euro im Rahmen des InvKG mit etwa 3 Mrd. Euro
primär nicht-investiven Ansätzen. STARK finanziert Köpfe und Know-how und ermöglicht somit die Planung,
Realisierung und Begleitung der Investitionen in physische Infrastrukturen. Das Programm trägt zudem direkt zur
regionalen Wertschöpfung und Schaffung von Arbeitsplätzen (Beispiel direkte Unternehmensförderung) und der
Entwicklung des Arbeitsmarktes (Beispiel Aus- und Fortbildung) bei. Die bislang 306 Projekte des Programms
6 Diese Werte beinhalten auch die auf das InvKG angerechneten Mittel, über die die Länder im Rahmen des JTF eigenständig verfügen.
(Fördervolumen: 549,3 Mio. Euro) decken ein breites Spektrum ab, darunter die strukturwandelgerechte
Anpassung öffentlicher Dienstleistungen, die wissenschaftliche Begleitung sowie den Wissens- und
Technologietransfer. Hinzu kommen Maßnahmen zur Außenwirtschafts- und Gründungsförderung, zur Anregung von
Innovationen sowie Projekte zur Qualifizierung und Weiterbildung von Fachkräften und zur Förderung von Vernetzung,
Teilhabe und Mitgestaltung. Um bislang im Rahmen des InvKG fehlende direkte investive
Unternehmensförderung zu ermöglichen, wurde mit der STARK-Novelle im August 2024 diese Möglichkeit geschaffen. Derzeit wird
prognostiziert, dass dadurch Investitionen von rund 1 Mrd. Euro in die Produktion von für die Energiewende
entscheidenden Transformationstechnologien angestoßen werden.
Weiterhin befinden sich in der Zuständigkeit des BMWE unteranderem die folgenden Projekte.
Durch die unter dem 8. Energieforschungsprogramm (EFP) geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur
Umsetzung der Energiewende werden die Kohleregionen bei ihrer Transformation zu kohlenstoffneutralen, nachhaltigen
und damit zukunftsfähigen Regionen unterstützt. Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in den ehemaligen
Kohleregionen soll dadurch auch zukünftig erhalten werden. So wurden u. a. die folgenden Projekte bewilligt, die einzelne oder
mehrere der sogenannten Missionen adressieren:
⎯ Im Lausitzer Revier will das Konsortium des Reallabors RefLau (Laufzeit 2023 bis 2027) Wasserstoff als
chemischen Speicher in der Praxis erproben und eine CO2-neutrale, sektorübergreifende Energieversorgung der Region
vorantreiben. Mit einem Speicherkraftwerk, das mit grünem Wasserstoff betrieben wird, sollen Strom und Wärme
für alle Sektoren bereitgestellt werden.
⎯ Im mitteldeutschen Chemiedreieck wird mit dem Reallabor Energiepark Bad Lauchstädt (2021 bis 2026) Strom
aus einem Windpark über ein Elektrolyse-Verfahren in Wasserstoff umgewandelt. Hierfür errichten die
Projektpartner eine Anlage mit einer systemrelevanten Größe von 30 Megawatt. Anschließend wird der Wasserstoff über
eine umgerüstete ehemalige Erdgasleitung an den Chemiepark Leuna geliefert und dort stofflich für chemische
Prozesse genutzt.
⎯ Die notwendige Umstellung der kommunalen Energiekonzepte auf eine kohlenstoffneutrale Energieversorgung
unter Einhaltung der Versorgungssicherheit sowie Berücksichtigung der gesellschaftlichen Akzeptanz werden im
Rheinischen Revier mit den Projekten Nekom (Nachhaltige Speicher- und Energiesysteme und deren
gesellschaftliche Akzeptanz), Energiepark Herzogenrath (nachhaltige Energiekonzepte) und QUIRINUS Control
(Netzstabilität im Verteilnetz) untersucht. Um Wertschöpfung auch nach dem Ausstieg aus der Kohlestromerzeugung im
Rheinischen Revier zu erhalten, setzt die Region unter anderem auf die künftige Produktion von Brennstoffzellen. Mit
dem Projekt H2Revier soll ein Gesamtsystem für die Brennstoffzellenproduktion entwickelt werden.
Mit dem Power-to-X-Kompetenzzentrum sowie einer Demonstrationsanlage werden die fachlichen Grundlagen
für eine nachhaltige Erzeugung und Nutzung von Power-to-X (PtX)-Kraftstoffen gelegt und der Markthochlauf
von Power-to-Liquid (PtL)-Kraftstoffen für die Sektoren Luft- und Seeverkehr sowie chemische Industrie
(Grundstoffe) unterstützt. Mit dem Aufbau des PtX Labs wurde die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG)
gGmbH in 2020 beauftragt, welcher aktuell noch andauert. Seit der Gründung in der Lausitz hat sich das PtX Lab
in der Region und überregional gut vernetzt. Die Vergabe zur Förderung der Errichtung und des betriebs einer
PtX-Demonstrationsanlage befindet sich in der Vorbereitung. Zum Stand Mai 2025 sind insgesamt 33 Personen
im PtX Lab Lausitz beschäftigt. Insbesondere der Mangel an geeigneten Arbeitskräften stellt die Erreichung des
gesetzten Ziels von 61,26 Vollzeitäquivalenten vor Schwierigkeiten. Dessen ungeachtet setzt das PtX Lab Lausitz
durch die Durchführung von Webinaren und Konferenzen, der Veröffentlichung von Publikationen (aktuell 13),
sowie der Vernetzung mit regionalen und überregionalen Akteuren in der Lausitz das Thema PtX Kraft- und
Grundstoffe und deren Beitrag zum Strukturwandel regelmäßig im Diskurs.
Das Förderprogramm Ausbildungscluster 4.0 ist am 15. Juni 2024 gestartet. Ziel ist es, die duale Ausbildung von
Fachkräften in den deutschen Kohlerevieren zusätzlich zu stärken. Drei Ausbildungscluster haben ihre Arbeit
aufgenommen: Das Ausbildungscluster Lausitz Cares aus Sachsen für die Care-Berufsbilder Pflege und
Hauswirtschaft, TAB_MINT für den MINT-Bereich in Sachsen-Anhalt und das Ausbildungscluster Zukunftsmacher,
das in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz aktiv ist und Berufsfelder umfasst, die für den industriellen
Strukturwandel unmittelbar entscheidend sind. Die Cluster streben an in der Region die Attraktivität und Qualität
der beruflichen Erstausbildung in der Mechatronik, in Bauberufen und dem Dachdeckerhandwerk, der Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnik sowie der Pflege und Hauswirtschaft zu steigern. Die erfolgreiche Besetzung von
Ausbildungsplätzen und Schaffung neuer Ausbildungsplätze bindet junge Menschen in den Revieren und stärkt
die regionale Wirtschafts- und Fachkräftestruktur.
ii) Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Die Förderung der Modellregion Bioökonomie im Rheinischen Revier ist auf zehn Jahre angelegt und in zwei
fünfjährige Förderphasen gegliedert. Die Vorhaben der Phase 1 sind in den Verbünden „Bio4MatPro“ und „Bio-
RevierPLUS“ gebündelt; ergänzend erfolgen Begleitforschung, Monitoring sowie Fach- und
Wissenschaftskommunikation im Verbund „Bioökonomie VVU“. Ziel ist die Etablierung des Rheinischen Reviers als Standort für
eine regionale Bioökonomie, die Ansiedlung und Gründung von Unternehmen im Bioökonomie- und
Biotechnologie-Sektor sowie die Stärkung wissenschaftlicher Standortvorteile. Der Übergang in Förderphase 2 ist für den
Jahreswechsel 2026/27 vorgesehen.
Mit CASUS – Center for Advanced Systems Understanding wird seit 2019 ein Zentrum für datenintensive
interdisziplinäre Systemforschung in Görlitz angesiedelt, welches als wissenschaftlicher Begegnungsort konzipiert ist.
Im Zentrum steht die interdisziplinäre Methodenentwicklung von Fachdisziplinen zusammen mit Mathematik,
Informatik und Datenwissenschaften für Anwendungen und Fragestellungen aus unterschiedlichen Bereichen wie
der Erdsystemforschung, der Systembiologie oder der Materialforschung. Seit April 2022 wird CASUS als
Institut des Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) geführt. Die InvKG-Mittel werden separat
veranschlagt, dem HZDR zugewendet und im Jahresabschluss sowie der VN-Prüfung ausgewiesen. Aktuell arbeiten
am CASUS 104 Mitarbeitende, davon 83 über Haushaltsmittel finanziert und 21 durch Drittmittel. Bis 2038 ist
ein Wachstum auf etwa 130 Mitarbeitende vorgesehen. CASUS trägt zur regionalen Wertschöpfung bei, indem
es eine wissenschaftliche Infrastruktur aufbaut, neue Arbeitsplätze schafft und den Wissenstransfer über
Kooperationen fördert.
Das NEUROTEC II-Projekt verläuft im Wesentlichen planmäßig. Akademische und Industriepartner erforschen
gemeinsam Materialien und Fertigungstechnologien für neue Chipgenerationen. Erste Demonstrator-Chips
wurden hergestellt, weitere Fertigungsläufe sind in Vorbereitung. Untersucht werden diverse memristive Materialien,
neuromorphe Schaltungen und Softwaremethoden, erste neuromorphe Konzepte wurden demonstriert. Durch die
Vernetzung relevanter Akteure im Rheinischen Revier (Jülich, Aachen) erfolgt eine Stärkung der Forschung und
Industrie. Internationale Konferenzen und Workshops tragen zur stärkeren Wahrnehmung des Standorts als
Kompetenzzentrum für neuromorphe Hardware bei. Das Projekt unterstützt die Ausbildung wissenschaftlichen
Nachwuchses. Das Konsortium strebt neben der Stärkung bestehender Industriepartner auch die Gewinnung weiterer
Partner sowie eine Ansiedlung eines Halbleiterherstellers an. Ergebnisse sollen durch Ausgründungen verwertet
werden. Die Zweckbindung der Bundesmittel wird durch jährliche Zwischenberichte aller Partner und Vor-Ort-
Besuche der Projektträger kontrolliert. Einzelne Kostenpositionen wurden bei der Antragsbearbeitung gesperrt.
Nach Projektabschluss erfolgt eine Verwendungsnachweisprüfung.
Gründung je eines neuen institutionell geförderten Großforschungszentrums nach Helmholtz- oder vergleichbaren
Bedingungen auf Grundlage eines Wettbewerbsverfahrens: Im Herbst 2022 wählten Bund, der Freistaat Sachsen
und das Land Sachsen-Anhalt das „Deutsche Zentrum für Astrophysik“ (DZA) für die sächsische Lausitz sowie
das „Center for the Transformation of Chemistry“ (CTC) für das Mitteldeutsche Revier als zukünftige
Großforschungszentren aus. Das DZA verbindet Forschung in der Astrophysik auf höchstem Niveau mit Digitalisierung
und Technologie. Unter anderem will DZA riesige Datenströme von Großteleskopen bündeln und verarbeiten.
Gleichzeitig sollen in einem neuen Technologiezentrum die Voraussetzungen für neue astronomische Elemente
geschaffen werden. Das CTC will eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft entwickeln, die Deutschland und die EU
mit wichtigen chemischen Erzeugnissen versorgt. Es wird Grundlagenforschung, anwendungsnahe und
gemeinsame Forschung bündeln und mit der Arbeit der Industriepartner kombinieren.
Die rechtliche Selbständigkeit als DZA GmbH bzw. CTC GmbH wird im Jahr 2025 erwartet – die
Vorgründungsgesellschaften (sogenannte Vor-GmbH) bestehen bereits. Seit 2023 erfolgt die Finanzierung zunächst über
Projektförderung an bestehende Forschungseinrichtungen. Die Entscheidung über eine institutionelle Förderung wird
auf Grundlage einer Evaluation im Jahr 2026 getroffen. Zum Stichtag 30. Juni 2025 waren an beiden Zentren
bereits deutlich mehr als 50 Mitarbeitende tätig, der Personalaufwuchs hält an. Als dauerhafte Standorte haben
sich Bund und der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt auf Görlitz in der Sächsischen Lausitz und
Delitzsch sowie Merseburg im Mitteldeutschen Revier verständigt und erste Planungen hierzu liegen vor.
Interimsunterbringungen sind bezogen.
Zur Umsetzung des Helmholtz-Clusters für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft (HC-
H2) wurde das Institut für nachhaltige Wasserstoffwirtschaft (INW) am Forschungszentrum Jülich (FZJ)
gegründet und aufgebaut. Das INW ist das Kerninstitut, das die wissenschaftliche Grundlage liefert, neue Technologien
entwickelt und als zentraler Standort im Brainergy Park Jülich den Cluster organisatorisch und inhaltlich trägt. Es
umfasst mehrere wissenschaftliche Institute und administrative Bereiche, die mit entsprechendem Personal
ausgestattet sind. Die institutionelle Förderung erfolgt über einen separaten Teilwirtschaftsplan, die
Mittelverwendung wird im jährlichen Verwendungsnachweis des FZJ ausgewiesen. Im Rahmen der H2-
Demonstrationsregion im Rheinischen Revier sind bisher drei Demonstrationsvorhaben gestartet, weitere befinden sich in
Vorbereitung. Nach der Aufbauphase liegt der Fokus auf dem Ausbau der Demonstrationsregion sowie der Forschung
zu Wasserstoffthemen, auch mit internationaler Ausrichtung. Das HC-H2 trägt zum Strukturwandel bei, indem es
neue Arbeitsplätze schafft und bestehende sichert, die Ansiedlung innovativer Unternehmen fördert und hilft, eine
nachhaltige Energie- und Industrieinfrastruktur aufzubauen. Ziel der Demonstrationsvorhaben ist die Etablierung
neuer Technologien und wirtschaftlicher Aktivitäten, die nach erfolgreicher Demonstration über das Rheinischen
Revier hinaus ausgeweitet werden sollen. Als sichtbare Ergebnisse sind das Institut INW mit seiner Infrastruktur,
Informationsformate zum Ausbau der Wasserstoffwirtschaft und der erste Teilbetrieb des Demonstrators Multi-
SOFC am Krankenhaus Erkelenz zu nennen. Die Demonstrationsvorhaben HyFRed und HyHeat sind gestartet,
die zu untersuchenden Anlagen befinden sich noch im Aufbau.
iii) Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Das Förderprogramm „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in
Strukturwandelregionen“ (KoMoNa) unterstützt Kommunen und lokale Akteure dabei eine sozial-ökologische
Transformation umzusetzen – gefördert werden investive Maßnahmen, wie Flächenentsiegelung, Renaturierung
sowie nachhaltiger Tourismus und Bildung für nachhaltige Entwicklung. KoMoNa fördert die Umsetzung
kommunaler Nachhaltigkeitskonzepte und stärkt durch befristete Personalstellen die Umsetzungskraft vor Ort.
Insgesamt wurden bislang über 100 Modellvorhaben mit rund 95 Mio. Euro gefördert, erste Projekte sind erfolgreich
abgeschlossen und dienen bereits als Vorbilder. Bis Ende 2025 sollen weitere Projekte bewilligt werden, ein
letzter Förderaufruf ist für 2026 geplant. Die Nachfrage bleibt hoch, eine Ausweitung des Programms wird geprüft.
Die Maßnahmen verbessern die Umweltqualität, stärken soziale Strukturen und machen Regionen resilienter z. B.
gegenüber Klimafolgen. Die KoMoNa-Projekte tragen viel dazu bei, die Lebensqualität und die Attraktivität in
den Strukturwandelregionen zu sichern und weiterzuentwickeln. Das wiederum erhöht die Standortattraktivität
für Fachkräfte und Unternehmen. Die geförderten Projekte leisten so einen konkreten Beitrag zum nachhalitgen
Strukturwandel. Nachhaltigkeit wird zur Grundlage für ökonomische, soziale und ökologische Erneuerung.
Das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder (KEMF) in Cottbus ist zentrale Fachstelle des Bundes für
Strahlenschutzfragen im Bereich elektromagnetischer Felder Aufgabenschwerpunkt sind Forschung und
Forschungsbewertung sowie Risikokommunikation. Das KEMF ist mit regionalen Akteuren vernetzt und Teil des
Lausitz Science Network. Der Aufbau stärkt Cottbus als Wissenschaftsstandort und hat hochwertige Arbeitsplätze
geschaffen. Informationsangebote wie Bürgerveranstaltungen, mobile Ausstellungen sowie der Verleih von
Personenexposimetern stärken das Vertrauen in Forschung und Technik. Das KEMF leistet so einen sichtbaren
Beitrag zum Aufbau neuer wissenschaftlicher Kompetenzfelder in der Lausitz. Es wirkt als Impulsgeber für
Innovation, Qualifizierung und Standortentwicklung. Damit unterstützt es aktiv den Strukturwandel hin zu einer
wissensbasierten Regionalwirtschaft.
Das Nationale Monitoringzentrum zur Biodiversität (NMZB) wurde 2021 ins Leben gerufen und etabliert derzeit
ein bundesweites Biodiversitätsmonitoring. Am Standort in der Region Leipzig-Halle-Jena wurden
Fachstrukturen und Netzwerke aufgebaut, Fachtagungen wie das „Forum Forschung und Anwendung im Dialog“ finden hohe
Resonanz. Im Fokus stehen die Konzeption des Monitorings sowie der Aufbau eines Informations- und
Vernetzungsportals. Mittelfristig soll das Zentrum bundesweit als Koordinierungsstelle agieren. Das NMZB stärkt den
Biodiversitätscluster am Standort und schafft dauerhafte, qualifizierte Arbeitsplätze in Forschung und
Verwaltung. Es trägt so zur Ansiedlung und Verankerung ökologischer Kompetenz in einer vom Strukturwandel
betroffenen Region bei. Durch Investitionen in Büro- und Veranstaltungsstrukturen profitieren auch lokale
Dienstleister. Die Region wird zum Knotenpunkt für wissenschaftsbasierte Naturschutzpolitik. Biodiversitätswissen
wird damit zu einem strategischen Standortfaktor. Das NMZB wirkt als nachhaltiger Impulsgeber im
ökologischen Strukturwandel.
Das Nationale Zentrum für Umwelt- und Naturschutzinformationen hat seinen Sitz in Merseburg und startete im
Januar 2025 mit dem Portal umwelt.info ein öffentlich zugängliches Umweltinformationssystem. Der Aufbau der
Organisation ist weitgehend abgeschlossen, ein Großteil der Personalstellen ist besetzt. Aktuell liegt der Fokus
auf der Erweiterung des Datenangebots und der gezielten Ansprache von Zielgruppen, insbesondere Forschenden.
Das Zentrum arbeitet mit Partnern aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft an Themen wie Open Source,
Wirkungsorientierung sowie Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung. Neben den direkten und indirekten
Effekten für die regionale Wirtschaft, entstehen durch die Einrichtung des Zentrums ganz neue
Entwicklungsimpulse. Die Maßnahme stärkt gleichermaßen die Digital- als auch Umweltkompetenz in einer Region, die durch
den Strukturwandel geprägt ist. Bestärkt durch hochqualifizierte IT-Arbeitsplätze und durch die Vernetzung mit
den umliegenden Hochschulen über neue Kooperationsformate, gewinnt der Standort Merseburg an
wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung. Durch Wissenstransfer und Dateninfrastruktur entsteht
ein neuer Entwicklungskern mit Sogwirkung auf weitere Unternehmen und Talente. Die Maßnahme zeigt, wie
Digitalisierung und Nachhaltigkeit lokal verankert werden können.
Die Realisierung eines Forschungs- und Demonstrationsfeldes für innovative Wasser- und Abwassertechnik an
einem Klärwerkstandort im Lausitzer Revier wird derzeit durch Machbarkeitsstudien vorbereitet. Diese werden
durch den Bund und das Land Brandenburg begleitet. Ziel ist der Aufbau eines Reallaborzentrums für
kommunales und Industrielles Abwasser in Cottbus sowie den Industriestandorten Schwarze Pumpe und Schwarzheide
mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Brandenburgische Technische Universität in Cottbus. Hier ist
geplant, einen Lehrstuhl für Abwassertechnik einzurichten. Der Fokus des Zentrums liegt auf der Entwicklung und
Testung marktfähiger Verfahren zur Wasser- und Abwasseraufbereitung unter Praxisbedingungen, auch mit
internationaler Ausstrahlung. Weitere Ansiedlungen von Unternehmen und Verknüpfungen mit
Forschungseinrichtungen im Umfeld des Reallabors sind vorgesehen. Internationale Fortbildungen, Fachkongresse und
Kooperationen stehen auf der Agenda. Das Projekt adressiert eine der zentralen Zukunftsfragen – Wasser – und stärkt so
die thematische Profilierung der Lausitz. Neue Arbeitsplätze in Forschung, Verwaltung und Technik entstehen in
der Region. Durch praxisnahe Erprobung innovativer Technologien wird der Strukturwandel forschungsbasiert
unterstützt. Das Projekt hat das Potenzial, die Lausitz als Standort für Umwelttechnik weltweit sichtbar zu
machen.
Die Maßnahme „Digitale Anwendungen zur Steigerung der Ressourceneffizienz in zirkulären
Produktionsprozessen“ (DigiRess) fördert innovative Vorhaben von Unternehmen im Rheinischen Revier zur Entwicklung
digital unterstützter Ressourceneffizienzstrategien. Bereits elf Projekte mit einem Fördervolumen von rund
4,7 Mio. Euro sind bewilligt, weitere Anträge befinden sich in der Bearbeitung. Eine zentrale
Auftaktveranstaltung sowie begleitende Netzwerktreffen fördern Austausch und Sichtbarkeit. Erste Kooperationen zwischen
Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Forschungseinrichtungen wie der Rheinisch-Westfälischen
Technische Hochschule (RWTH) Aachen oder Fraunhofer-Instituten sind entstanden. Ziel ist die langfristige
Verstetigung dieser Netzwerke im Sinne nachhaltiger Regionalentwicklung. DigiRess schafft direkte wirtschaftliche
Impulse durch Beschäftigungssicherung und -ausbau in zukunftsfähigen Bereichen. Unternehmen verbessern ihre
Wettbewerbsfähigkeit durch ressourcenschonende Produktionsprozesse. Die Maßnahme fördert so Innovation
und wirtschaftliche Diversifizierung im Rheinischen Revier. Digitale Transformation wird zu einem Instrument
des Strukturwandels. Erste sichtbare Synergien zeigen das Potenzial für einen nachhaltigen Wirtschaftsumbau.
iv) Bundesministerium für Verkehr
Im Geschäftsbereich des BMV werden InvKG-Mittel nicht nur für Verkehrsinfrastrukturprojekte eingesetzt,
sondern auch für die Förderungen innovativer Modellvorhaben. Dazu zählen Projekte zur Stärkung des ÖPNV, zum
Einsatz von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien sowie die Beschaffung von
Brennstoffzellentriebzügen. Zudem werden Mittel für die Aufstockung des Modernitätsfonds (mFUND)-Programms bereitgestellt. Für
diese zusätzlichen Fördermaßnahmen hat das BLKG bislang InvKG-Mittel in Höhe von rund 230 Mio. Euro
bewilligt.
Weitere Informationen zu den Verkehrsmaßnahme finden sich in Kapitel IV.
v) Bundesministerium des Inneren
Die Maßnahme zur Verstärkung der bestehenden Sportförderung in den Kohleregionen umfasst mehrere
Einzelprojekte an traditionsreichen und leistungssportlich relevanten Standorten. Sie zielt darauf ab, sowohl bauliche
Investitionen wie Modernisierungen und Neubauten an bestehenden Bundesstützpunkten als auch internationale
Sportereignisse zu unterstützen. Die Umsetzung ist bereits in Teilen angelaufen – so wurde etwa ein international
anerkanntes Sportturnier mehrfach erfolgreich durchgeführt (Turnier der Meister in Cottbus) und in seiner
Bedeutung durch den Weltverband aufgewertet. Parallel wurden für verschiedene Bauprojekte Planungsleistungen
beauftragt und teils abgeschlossen; erste Baumaßnahmen sind in Vorbereitung. Perspektivisch werden durch die
Maßnahme attraktive Trainings- und Wettkampfbedingungen für nationale und internationale Sportlerinnen und
Sportler geschaffen, was die Leistungszentren dauerhaft stärkt. Die Maßnahme leistet damit einen Beitrag zur
strukturellen Weiterentwicklung ehemaliger Kohleregionen, indem sie Investitionen in sportliche Infrastruktur
mit Impulsen für Tourismus, Wirtschaft und Beschäftigung verbindet. Durch die Einbindung lokaler und
regionaler Firmen entstehen Aufträge mit direkter Hebelwirkung auf die regionale Wertschöpfung. Internationale
Wettkämpfe und sportliche Großveranstaltungen führen zu erhöhtem Besucheraufkommen und stärken das Image
der Region. Die Projekte stoßen bereits jetzt auf hohe Resonanz in der Bevölkerung und bei internationalen
Partnern – erste infrastrukturelle Fortschritte und sportliche Erfolge sind sichtbar bzw. absehbar.
Die Maßnahmen zur Förderung der sorbischen Sprache und Kultur im Strukturwandel bestehen aus zwei
eigenständigen Vorhaben in Sachsen und Brandenburg, die jeweils eigenständig organisiert und umgesetzt werden.
Beide zielen darauf ab, die Sprache, Kultur und Traditionen der sorbischen Minderheit im Lausitzer Revier zu
bewahren und weiterzuentwickeln. Die Umsetzung erfolgt über die Stiftung für das sorbische Volk in
Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat. Im Freistaat Sachsen können im Rahmen der
Maßnahme jährlich neue Projekte beantragt werden (Laufzeiten 1 bis 5 Jahre). Zum Stand 31. Dezember 2024
befanden sich sechs Projekte in der Durchführung, eines wurde bereits abgeschlossen. Insgesamt wurden bislang
29 Arbeitsplätze geschaffen. Im Land Brandenburg wurden für den Zeitraum 2022 bis 2031 sieben Projekte
festgelegt, aus denen bisher 18 Arbeitsplätze hervorgegangen sind. Ein hervorzuhebendes Projekt in Brandenburg ist
das Pilotvorhaben „Zorja“ der Dompro gGmbH zur Revitalisierung der niedersorbischen/wendischen Sprache.
Der erste zehnmonatige Sprachkurs mit elf Teilnehmenden wurde im Juni 2024 abgeschlossen, der zweite im Juni
2025. 50 Prozent der Teilnehmenden fanden anschließend Anstellung in sorbischen Institutionen, über 90 Prozent
engagieren sich freiberuflich oder ehrenamtlich im sorbischen Kulturleben. Beide Maßnahmen leisten einen
wichtigen Beitrag zur Stärkung der sorbischen Identität im Strukturwandelprozess und wirken positiv auf
Beschäftigung, Teilhabe und kulturelle Vielfalt in der Lausitz.
vi) Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
Im Mai 2022 wurde das Kompetenzzentrum Regionalentwicklung (KRE) im Lausitzer Revier, als neue Abteilung
des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), gegründet. Das KRE hat den Auftrag, Regionen
im Strukturwandel auf dem Weg zu einer räumlich nachhaltigen Transformation im Dreiklang von Wirtschaft,
Gesellschaft und Umwelt fachlich zu begleiten und praktisch zu unterstützen. Der organisatorische Aufbau ist
vollständig, der personelle Aufbau weitgehend abgeschlossen. Mittels wissenschaftlicher Analysen sowie
diverser Kommunikationsformate hat sich das KRE als relevanter Akteur im Strukturwandel der Braunkohlreviere
etabliert. Im Fokus stehen empirisch basierte Handlungsempfehlungen insbesondere für Akteure der kommunalen
Ebene, um Transformationsprozesse aktiv zu gestalten. Wertschöpfung, Arbeitsmarktsituation und kommunales
Steueraufkommen setzen lebendige Regionen voraus, in denen die Menschen vor Ort arbeiten sowie leben können
und alle Varianten der sogenannten Daseinsvorsorge nutzen können. Das KRE erarbeitet Empfehlungen zur
Regionalentwicklung und leistet praktische Hilfestellung bei der Umsetzung. Die vom KRE veranstaltete „Tagung
zum Strukturwandel in den Braunkohlerevieren“ hat sich als Leitveranstaltung etabliert und findet zum dritten
Mal vom 26.bis 27. November 2025 in Hoyerswerda statt.
vii) Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Die Maßnahme zum Neubau des Technikums für das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) in Leipzig
zielt auf die bauliche Erweiterung und technische Modernisierung einer zentralen Forschungseinrichtung im
Bereich der Bioökonomie. Der Neubau befindet sich derzeit in der Ausführungsphase und soll bis 2027
abgeschlossen werden. Das DBFZ ist heute ein führendes Institut für die energetische und stoffliche Nutzung von Biomasse
in Deutschland und Europa, mit mehr als 270 Mitarbeitenden und über 100 laufenden Forschungsprojekten in
enger Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern. Durch die Maßnahme wird die Grundlage dafür gelegt, diese
Position zu festigen und auszubauen – auch im internationalen Wettbewerb. Der Ausbau stärkt die zirkuläre
Bioökonomie als Kernelement der Klimaneutralitätsstrategie Deutschlands bis 2045. Die Aktivitäten des DBFZ
tragen zur regionalen Wertschöpfung bei, durch Steuerzahlungen, Firmenansiedlungen und die Schaffung
zusätzlicher Arbeitsplätze, insbesondere im wissenschaftlich-technischen Bereich. Veranstaltungen und
Netzwerktreffen am Standort bringen weitere wirtschaftliche Impulse für die Region. Die Maßnahme ist damit ein bedeutender
Baustein im Strukturwandelprozess und unterstützt gezielt den Wandel von fossilen hin zu biobasierten
Wirtschaftsstrukturen.
viii) Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Ein ganzheitlicher Strukturwandelprozess umfasst die Stärkung und Weiterentwicklung sogenannter weicher
Standortfaktoren, die sich v. a. auf die Lebensqualität, den Freizeitwert sowie auf die Identifikation mit der Region
nachhaltig positiv auswirken. Kultur ist ein zentraler Faktor für gelingende Strukturentwicklungsprozesse: Indem
Kultur die regionale Historie sicht- und erfahrbar macht, fördert sie die Identifikation der Menschen vor Ort wie
auch den touristischen Reiz der Regionen und damit deren wirtschaftlichen Erfolg. Das InvKG sieht für den
Kulturbereich zwei Maßnahmen in der Zuständigkeit des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und
Medien (BKM) vor:
Verstärkung der Kulturförderung gem. § 17 Satz 1 Nummer 13 InvKG: Diese Gesamtmaßnahme bündelt die
projektspezifischen strukturstärkenden Wirkungen von 22 Einzelprojekten, die Fortsetzungen oder Ergänzungen
von bestehenden BKM-Förderungen darstellen. Um die geforderte Strahlkraft und Stärkung der weichen
Standortfaktoren zu prognostizieren, hat BKM solche gesamtstaatlich-repräsentativen Einrichtungen und Projekte
identifiziert, die aufgrund der bisherigen Erfahrungen und Expertise seitens BKM das entsprechende Potenzial
besaßen (Leuchtturmfunktion). Zielsetzung der „verstärkten Kulturförderung“ ist die Stärkung kultureller
Infrastruktur in strukturschwachen Regionen, um einen nachhaltigen strukturellen Aufbau zu ermöglichen. Die 22 Projekte
zur Verstärkung der Kulturförderung tragen substanziell zur Stärkung strukturschwacher Regionen bei, leisten
insbesondere einen wichtigen Beitrag zur touristischen Attraktivität der Regionen und fördern damit auch die
lokale und die regionale Wirtschaft. Sie sichern auch den Erhalt zentraler öffentlicher Einrichtungen, die
wiederum entscheidend für die Lebensqualität, den sozialen Zusammenhalt, die Standortattraktivität und kulturelle
Identität vor Ort sind. Es sind strategisch ausgewählte Projekte mit gesamtstaatlicher Relevanz, langfristiger
Wirkung und nachhaltigem Mehrwert für die betroffenen Regionen.
Förderprogramm Industriekultur gemäß § 17 Satz 1 Nummer 1 InvKG: Der BKM hat zudem ein Förderprogramm
Industriekultur zum Erhalt und zur Umgestaltung herausragender Industriegebäude und -anlagen zu lebendigen
Kulturdenkmälern aufgelegt. In einem ersten Schritt wurden seit Ende 2020/Anfang 2021 bis Ende 2023/Mitte
2024 umfassende Bestandsaufnahmen der Zeugnisse der Kulturgeschichte des Industriezeitalters im Kontext der
Braunkohlewirtschaft in den drei Revieren gefördert, deren Ergebnisse u. a. auf dem Online-Informationssystem
Kultur.Landschaft.Digital (www.kuladig.de) veröffentlicht sind. Mit dem Investitionsprogramm Industriekultur
(„InKult“) fördert BKM herausragende Industriegebäude und -anlagen, die bereits unter Denkmalschutz stehen.
Die Fördergrundsätze wurden mit den Ländern entwickelt und abgestimmt. Förderfähig sind Maßnahmen zum
Erhalt und/oder zur Umgestaltung der Industriegebäude und -anlagen. Es finden jährliche Förderrunden statt. Für
die ersten beiden Förderrunden 2024 und 2025 konnten insgesamt 15 Vorhaben für eine Förderung vorgesehen
werden.
ix) Bundesministerium für Gesundheit
Mit der dauerhaften Einrichtung eines Zentrums für Künstliche Intelligenz in der Public Health-Forschung (ZKI-
PH) am Robert Koch-Institut an der Technischen Hochschule (TH) Wildau soll die strategische Unterstützung
von Fortschritten auf dem Gebiet der Public Health-Forschung unter Einsatz neuester künstlicher Intelligenz (KI)-
basierter Technologien Anwendung finden. Nach Gründung im Jahr 2021 umfasst der größtenteils
abgeschlossene Aufbau unter anderem die Einrichtung von High Performance Computing (HPC) KI-Clustern, die Definition
von Leuchtturm Projekten (Einfluss des Klimawandels auf Pandemien und die Entwicklung digitaler
Frühwarnsysteme) sowie das Aufsetzen von Doktorandenprogrammen und Kooperationen. Zu den Zielen zählen die
Erforschung und Entwicklung neuer Algorithmen des Maschinellen Lernens mit Anwendung im Bereich der
nichtübertragbaren und der Infektionskrankheiten sowie die übergreifende Forschung im Bereich der KI-Grundlagen
inkl. KI-gestützten Visualisierungen. Dabei fokussiert das ZKI-PH auf Nachwuchsförderung und
Forschungsexzellenz und arbeitet eng mit den RKI-Fachabteilungen zusammen. Forschungsergebnisse werden der Fach- und
breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. So wurden 2024 über 40 wissenschaftliche (peer-review) Artikel
veröffentlicht. Neben einer Vielzahl an verwaltungstechnischen und infrastrukturell arbeitenden Angestellten
wurden bis Ende 2024 über 55 interdisziplinär ausgebildete wissenschaftliche Mitarbeitende gewonnen, darunter
23 Promotionsstudierende. Damit leistet das ZKI-PH einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel in der Region.
Weitere Erfolge des ZKI-PH sind die Entwicklung eines KI-Systems zur Analyse der Auswirkungen extremer
Hitze auf das Mortalitätsrisiko in Deutschland sowie laufende Projekte zur Untersuchung des pandemischen
Potenzials tropischer Infektionskrankheiten in Europa im Kontext des Klimawandels.
x) Abgeschlossene Bundesmaßnahmen
Um möglichst zeitnah nach Vorlage der Ergebnisse der sogenannten Kohlekommission strukturwirksame
Projekte in den betroffenen Braunkohleregionen realisieren zu können, vereinbarten der Bund und die betroffenen
Länder im April 2019 ein sogenanntes Sofortprogramm (SP). Die Finanzierung der Projekte des Sofortprogramms
erfolgte aus den Mitteln, die im Koalitionsvertrag für die Bereiche „Regionale Strukturpolitik/Strukturwandel
Kohlepolitik“ als prioritäre Maßnahmen vorgesehen waren. Mit dem Sofortprogramm konnten somit im Zeitraum
2019 bis 2021 und damit bereits vor Inkrafttreten des InvKG strukturwirksame Projekte in den betroffenen
Braunkohleregionen umgesetzt werden. Insgesamt wurden im Rahmen des Sofortprogramms 31 Maßnahmen mit einem
Volumen von 131,272 Mio. Euro umgesetzt. Das Sofortprogramm ist inzwischen Bestandteil des InvKG (§ 6
Absatz 2 InvKG). Die Mittel aus dem Sofortprogramm werden auf die Maßnahmen, die der Bund im Rahmen des
InvKG zur Verfügung stellt, angerechnet. Die regionale Aufteilung der für das Sofortprogramm bereitgestellten
Mittel erfolgte dabei analog zu den im InvKG festgelegten Quoten. Das Sofortprogramm und seine Maßnahmen
sind mittlerweile abgeschlossen.
Neben dem Sofortprogramm wurde bisher eine Bundesmaßnahme in Ressortzuständigkeit des BMVg im
sächsischen Teil des Lausitzer Reviers abgeschlossen. Das Technologie-Symposium – Zukunftscluster Oberlausitz
diente vor allem der Erschließung von Innovationspotentialen mit zivilen Forschungseinrichtungen und
Universitäten des Freistaates Sachsen, um zielgerichtet die Potentiale der Region sowie unter Einbeziehung insbesondere
der sächsischen Forschungslandschaft Möglichkeiten bzw. Innovationsziele der Sicherheits- und
Verteidigungsindustrie zur (Weiter-)Entwicklung von Technologien der Bundeswehr aufzuzeigen. Die Veranstaltung stieß auf
sehr positive Resonanz.
III. Bericht zum Stand der Ansiedlung von Einrichtungen des Bundes7
Gemäß § 26 Absatz 3 InvKG richtet sich dieser Berichtsteil an die Ausschüsse für Wirtschaft und Energie, Inneres
sowie Haushalt des Deutschen Bundestages.
Mit der gezielten Ansiedlung von Behörden und Einrichtungen in den Braunkohleregionen leistet der Bund einen
konkreten strukturpolitischen Beitrag. Gemäß § 18 InvKG wird die Bundesregierung bis Ende des Jahres 2028
insgesamt 5.000 neue, zusätzliche Arbeitsplätze in Behörden und sonstigen Einrichtungen des Bundes in den
Kohleregionen einrichten. Für Projekte nach § 18 InvKG, die zur Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen
gefördert werden, wurden bisher Maßnahmen mit einem verplanten Volumen von 432 Mio. Euro durch das BLKG
beschlossen (vergleiche Anlage, Tabelle A 2). Diese Projekte umfassen die Einrichtung der BAFA-Außenstelle
in Weißwasser, die Erweiterung der Bundesnetzagentur-Außenstelle und das Kompetenzzentrum
Elektromagnetische Felder in der Verantwortung des Bundesamtes für Strahlenschutz in Cottbus sowie die Einrichtung eines
„Zentrums für Künstliche Intelligenz in der Public Health-Forschung (ZKI)“ am Robert Koch-Institut in Wildau.
Nach derzeitigem Stand sind durch Maßnahmen für die eine Standortentscheidung vorliegt und Stellen im
Haushalt vorgesehen sind, rund 1.230 Vollzeitäquivalente (VZÄ) geplant. Rund 950 Arbeitsplätze sind davon bereits
besetzt.
Zusätzlich zu den geplanten Arbeitsplätzen, die auf Beschlüssen des BLKG basieren und durch Mittel des InvKG
finanziert werden, plant der Bund weitere Stellen. Diese werden in den Kohleregionen eingerichtet, jedoch von
den jeweiligen Bundesministerien aus eigenen Haushaltsmitteln finanziert.
Im Zeitraum von 2019 bis 2028 sieht der aktuelle Planungsstand der Bundesregierung vor, in den
Braunkohlerevieren insgesamt 5.538 VZÄ zu schaffen. Der Bericht informiert über geplante Stellen bis zum Jahr 2028. Daher
werden auch solche berücksichtigt, für die derzeit noch keine Haushaltsmittel vorgesehen sind. Die Planung steht
damit unter Haushaltsvorbehalt. Die geplanten Stellen verteilen sich wie in Tabelle 10 dargestellt auf die
einzelnen Reviere.
Die Verteilung der geschaffenen Stellen auf die Reviere und Bundesländer soll sich an den ausgewiesenen
Anteilen des § 3 InvKG orientieren. Die in Tabelle 10 dargestellte Verteilung umfasst alle geplanten Stellen in den
Kohlerevieren, die durch Mittel des Bundes finanziert wurden.
7 Gemäß Kapitel 5 § 26 Absatz 3 InvKG.
Tabel le 10: Geplante Stellen (VZÄ) je Revier (Datenstand Clearingstelle des BMI zum 31.12.2024)
Revier Geplante Stellen (VZÄ) Verteilung der geplanten Stellen
(in Prozent)
Lausitzer Revier (BB) 2.102 –
Lausitzer Revier (SN) 576 –
Lausitzer Revier gesamt* 2.678 48
Mitteldeutsches Revier (SN) 1.005 –
Mitteldeutsches Revier (ST) 695 –
Mitteldeutsches Revier gesamt* 1.700 31
Rheinisches Revier 1.160 21
Reviere gesamt 5.538 100
Die Verteilung der bereits geplanten Stellen auf die Behörden und sonstigen Einrichtungen des Bundes ist in
Anhang, Tabelle A 7 dargestellt. Detaillierte Informationen zur Personalplanung von deutschen
Sicherheitsbehörden wie der Bundespolizei oder der Bundeswehr werden nicht veröffentlicht, um die Aufgabenerfüllung der
Sicherheitsbehörden nicht zu beeinträchtigen. In dieser Tabelle sind daher lediglich 2.989 der 5.538 geplanten
Stellen ausführlich dargestellt.
Seit dem 1. Januar 2019 wurden in den Revieren bereits 4.539 VZÄ in Behörden und Einrichtungen des Bundes
besetzt (Tabelle 11). 25 Behörden (in Anlage, Tabelle A 7 grau hinterlegt) wurden mit einer Haupt- oder
Außenstelle in den Braunkohlerevieren neu angesiedelt.
Tabel le 11: Besetzte Stellen (VZÄ) je Kohlerevier (Stand: 31.12.2024)
Region Besetzte Stellen (VZÄ)
Lausitzer Revier (BB) 1.703
Lausitzer Revier (SN) 582
Mitteldeutsches Revier (SN) 759
Mitteldeutsches Revier (ST) 629
Rheinisches Revier 866
Reviere gesamt 4.539
Die Stellenbesetzung zeigt im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Revieren eine positive Entwicklung. Einige
bereits beschlossene künftige Ansiedlungen werden in den Planzahlen bislang noch nicht berücksichtigt, da der
Schaffung von Arbeitsplätzen langjährige Planungs- und Aufbauphasen vorausgehen. Dies betrifft beispielsweise
die Gründung je eines Großforschungszentrums in der sächsischen Lausitz und dem Mitteldeutschen Revier sowie
das „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ in Halle (Saale). Auch die
Stationierung des Logistikbataillons in Bernsdorf in Sachsen wird künftig die Strukturentwicklung in der Lausitz mit
neuen Arbeitsplätzen stärken.
IV. Bericht zum Stand der Umsetzung der Verkehrsprojekte8
Gemäß § 26 Absatz 4 InvKG richtet sich dieser Berichtsteil an die Ausschüsse für Wirtschaft und Energie,
Verkehr sowie Haushalt des Deutschen Bundestages.
Der Bund fördert im Rahmen von Kapitel 4 InvKG zusätzliche Investitionen in die Bundesfernstraßen und
Bundesschienenwege. Bislang wurden durch das BLKG 29 Schienen- und fünf Straßenbauprojekte beschlossen und
Mittel in Höhe von rund 7,234 Mrd. Euro verplant. Eine Übersicht zum Umsetzungsstand der einzelnen Vorhaben
findet sich in der Anlage wieder.
In den beschlossenen Mitteln sind neben den geschätzten Projektkosten auch Planungsreserven enthalten. Diese
sollen unvorhersehbare Kostensteigerungen abfedern. Die Planungsreserven liegen bei den Bundesstraßen bei
15 Prozent. Bei den Schienenverkehrsvorhaben wurden in der Regel, vor allem aufgrund des zumeist sehr frühen
Planungsstandes, Planungsreserven mit 35 Prozent, in wenigen Fällen mit 30 Prozent oder 50 Prozent der
Projektkosten angesetzt.
Durch die Verkehrsprojekte insgesamt werden bislang rund 27,8 Prozent der für Maßnahmen in
Bundeszuständigkeit zur Verfügung stehenden Mittel (26 Mrd. Euro) gebunden. Die Anteile der verplanten Mittel nach
unterschiedlichen Verkehrsträgern zeigen insgesamt über alle Reviere hinweg einen deutlichen Fokus auf den
Schienenverkehr.
In der Gesamtschau zeigt sich, dass der Mittelabfluss im Bereich Schiene in allen Revieren deutlich unter drei
Prozent liegt. Gänzlich anders stellt sich die Lage bei dem Autobahnvorhaben dar, wo fast 90 Prozent der
eingeplanten Mittel bereits abgeflossen sind. Bei den Bundesstraßen liegt der Mittelabfluss je nach Revier bei 50 bis
80 Prozent. Insgesamt konzentriert sich die derzeitige Umsetzung damit temporär stark auf den Straßenbereich
(Tabelle 12). Insbesondere bei Schienenverkehrsprojekten (z. B. Strecke Berlin – Cottbus – Weißwasser – Görlitz
(– Breslau) oder auch Strecke Aachen – Köln usw.) ist zu beachten, dass bis zum Erreichen der Baureife
(Planfeststellung) und der erst dann gegebenen Möglichkeit zur baulichen Umsetzung meist eine längere Planungs-
und Genehmigungszeit notwendig ist.
Tabel le 12: Bisher abgeflossene Mittel je Verkehrsträger in den jeweiligen Revieren
(Stand 31.12.2024)
Revier Verkehrsträger
Verplante Mittel
für Verkehrsprojekte
je Revier
und Verkehrsträger
(in Mio. Euro)
Abgeflossene Mittel
für Verkehrsprojekte
je Revier
und Verkehrsträger
(in Mio. Euro)
Anteil des Abflusses
für Verkehrsprojekte
je Revier
und Verkehrsträger
(in Prozent)
Lausitzer Revier (BB) Schiene 1.891 5 0,3
Autobahn – – –
Bundesstraße 86 40 46,5
Lausitzer Revier (SN) Schiene 1.406 1 0,1
Autobahn – – –
Bundesstraße 62 53 85,5
Mitteldeutsches Revier (SN) Schiene 353 8 2,3
Autobahn 203 181 89,2
Bundesstraße – – –
Mitteldeutsches Revier (ST) Schiene 629 11 1,7
Autobahn – – –
Bundesstraße 289 159 55
8 Gemäß Kapitel 4 Anlage 4 zu den §§ 20 und 21 InvKG und Anlage 5 zu § 22 InvKG.
Revier Verkehrsträger
Verplante Mittel
für Verkehrsprojekte
je Revier
und Verkehrsträger
(in Mio. Euro)
Abgeflossene Mittel
für Verkehrsprojekte
je Revier
und Verkehrsträger
(in Mio. Euro)
Anteil des Abflusses
für Verkehrsprojekte
je Revier
und Verkehrsträger
(in Prozent)
Rheinisches Revier Schiene 2.314 12 5,2
Autobahn – – –
Bundesstraße – – –
Gesamt Schiene 6.593 37 0,6
Autobahn 203 181 89,2
Bundesstraße 437 252 57,7
Auf den Umsetzungsstand von fünf ausgewählten Vorhaben wird im Folgenden näher eingegangen. Insgesamt
ist zu erkennen, dass die Planungsarbeiten voranschreiten. So befinden sich 17 Schieneninfrastrukturvorhaben in
der Grundlagenermittlung und Vorplanung (Leistungsphasen (Lph.) 1 und 2 der Honorarordnung für Architekten
und Ingenieure (HOAI)). Bei sechs Vorhaben werden die konkreten Planungen vorangetrieben, indem
Detailentwürfe erstellt und Baugenehmigungen vorbereitet werden (Entwurfs– und Genehmigungsplanung, Lph. 3 bzw. 4).
Bei drei Vorhaben wurde bereits mit der baulichen Umsetzung begonnen. Der Neubau des Empfangsgebäudes
Bahnhof Bitterfeld sowie die Stationen des 1. Bauabschnitts der Strecke Merseburg – Querfurt konnten bereits in
Betrieb genommen werden. Für drei weitere, neu vom BLKG beschlossene Vorhaben ist eine zügige
Planungsaufnahme vorgesehen (Lph. 0). Eine detaillierte, maßnahmenspezifische Übersicht befindet sich in Tabelle A 6
im Anhang.
Von den fünf beschlossenen Straßeninfrastrukturvorhaben befinden sich vier Maßnahmen im Bau. Das Vorhaben
„B 178, Zittau – Niederoderwitz“ konnte im Mai 2025 für den Verkehr freigeben werden.
Bahnhof Bitterfeld (Mitteldeutsches Revier, Sachsen-Anhalt)
Am 17. Juli 2025 wurde der Neubau eines bedarfsgerechten und zukunftsorientierten Empfangsgebäudes in
Bitterfeld öffentlichkeitswirksam in Betrieb genommen, nachdem das ursprüngliche Empfangsgebäude
zurückgebaut worden ist. Dieser Bahnhof berücksichtigt die Anforderungen der Barrierefreiheit und eines modernen Bahn–
und Kundenbetriebs. Der kaufmännische Projektabschluss des mit 8,85 Mio. Euro an InvKG-Mitteln
ausgestatteten Vorhabens wird voraussichtlich im Jahr 2028 erfolgen. Eine Verbesserung der Mobilität der vom
Strukturwandel betroffenen Arbeitnehmer ist bereits sichtbar. Perspektivisch soll das Vorhaben zur Aufwertung des
Standorts für die Industriewirtschaft beitragen.
Strecke Lübbenau – Cottbus (Lausitzer Revier, Brandenburg)
Nachdem im November 2023 die Baufinanzierungsvereinbarung für den zweigleisigen Ausbau der Strecke
zwischen Lübbenau und Cottbus abgeschlossen worden ist, soll die Maßnahme noch im Jahr 2025 in Bau gehen. Die
dazu erforderliche Vergabe an den Auftragnehmer ist bereits erfolgt. Für die Teilmaßnahme „Bahnhof Cottbus
Süd“ ist die Inbetriebnahme für das Jahr 2025 vorgesehen, für die Strecke Lübbenau – Cottbus für 2027. Die
Maßnahme soll der verbesserten Anbindung der sich transformierenden Industriestandorte der Lausitz an die
Metropolregion Berlin–Brandenburg sowie einer Erhöhung der Taktdichte dienen. Die Finanzierung der
Maßnahme mit InvKG–Mitteln beläuft sich auf 403,56 Mio. Euro.
S-Bahn Köln – Mönchengladbach (Rheinisches Revier, Nordrhein–Westfalen)
Die Vorentwurfsplanung (Leistungsphase (Lph.) 2 Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)) des
Vorhabens, welches hauptsächlich den Streckenausbau mit höhenfreier Einfädelung in die S-Bahn-Stammstrecke
Köln sowie den zweigleisigen Ausbau zwischen Rheydt Hauptbahnhof und Rheydt-Oderkirchen umfasst, wird
voraussichtlich bis 2027 abgeschlossen sein. Das Ergebnis der Genehmigungsplanung (Lph. 4 HOAI) soll im Jahr
2032 vorliegen, so dass der Baubeginn 2034 erfolgen könnte. Im Jahr 2037 soll das rund 202 Mio. Euro teure
Vorhaben den Betrieb aufnehmen.
Strecke Arnsdorf – Kamenz – Hosena (– Hoyerswerda – Spremberg) (Lausitzer Revier, Sachsen)
Das Vorhaben ermöglicht mit der Elektrifizierung und dem Ausbau der Strecke Arnsdorf – Kamenz – Hosena
einschließlich dem Neubau einer Verbindungskurve in Hosena die Einbindung der Region in das Dresdener
S-Bahn-Netz und neue direkte Zugverbindungen zwischen (Dresden –) Kamenz und Hoyerswerda, das strukturell
besonders vom Strukturwandel betroffen ist. Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Grundlagenermittlung
(Lph. 1 HOAI), die noch im Jahr 2025 abgeschlossen werden soll. Der Baubeginn soll voraussichtlich 2031
erfolgen, die Inbetriebnahme voraussichtlich im Jahr 2035. Für das Vorhaben wird von Kosten in Höhe von
147 Mio. Euro aus InvKG-Mitteln ausgegangen.
B 178 Zittau – Niederoderwitz (Lausitzer Revier, Sachsen)
Die feierliche Verkehrsfreigabe am 25. Mai 2025 bildet den baulichen Abschluss für das erste
Bundesfernstraßenprojekt, das mit zusätzlichen Mitteln des Bundes aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen finanziert wurde.
Die Bundestraße 178 (B 178) ist als Verbindungsachse zwischen der Bundesautobahn 4 (A 4) und dem
Dreiländereck Bundesrepublik Deutschland, Republik Polen und Tschechische Republik eine der wichtigsten
Bundesstraßen in Ostsachsen mit grenzüberschreitender Bedeutung für das Lausitzer Revier, deren Ergänzungen im
vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen enthalten sind.
Mit dem jetzt fertiggestellten Abschnitt Zittau – Niederoderwitz wurde die noch bestehende Lücke des
Streckenzugs im Bereich zwischen Zittau und Löbau geschlossen. Für den rund sechs Kilometer langen Abschnitt hat der
Bund fast 60 Mio. Euro investiert. Letzter noch erforderlicher Baustein des drei-, in Teilbereichen auch
vierstreifigen Streckenzugs der B 178 mit insgesamt rund 43 Kilometern Länge ist der noch in der Planfeststellung
befindliche, ursprünglich auch für die Finanzierung aus InvKG-Mitteln vorgesehene Abschnitt zwischen der
Anschlussstelle Weißenberg und der Staatsstraße 112 bei Nostitz.
V. Zusammenfassung und Ausblick
Im Rahmen der Finanz- und Strukturhilfen (1. Säule) wurden dem Bund 395 Projekte mit einem Gesamtvolumen
von rund 6,99 Mrd. Euro vorgelegt und bestätigt. Das entspricht einem Zuwachs um 18 Projekte mit einem
Fördervolumen von rund 242 Mio. Euro gegenüber dem letzten Bericht – vor allem aus den ostdeutschen Revieren.
Mit Stand 31. Dezember 2024, also am Ende der ersten vier Jahre seit Inkrafttreten des InvKG (2020 bis 2024),
befinden sich 225 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 2,6 Mrd. Euro bereits in der Umsetzung.
Auch bei der Unterstützung von strukturschwachen Standorten von Steinkohlekraftwerken und ehemaligen
Braunkohlerevieren im Rahmen der Strukturhilfen ist ein weiterer Anstieg der Projektzahlen und Fördermittel zu
verzeichnen – hier vor allem in Nordrhein–Westfalen. Bei acht von 14 bestätigten Projekten ist die Umsetzung
bereits gestartet.
In der Zuständigkeit des Bundes (2. Säule) wurden bis zum 31. Dezember 2024 insgesamt 121 Maßnahmen mit
einem verplanten Gesamtvolumen von 22,1 Mrd. Euro beschlossen. Mit einer Budgetauslastung von rund 85
Prozent sind die Spielräume für zusätzliche Vorhaben begrenzt bzw. variieren zwischen den einzelnen (Teil-)
Revieren.
Durch die Ansiedlung von Behörden und Einrichtungen des Bundes in den Kohleregionen konnten bisher
4.539 Arbeitsplätze besetzt werden.
Für die kommenden Jahre plant das BMWE, die STARK–Richtlinie in der Förderkategorie 12 – direkte
Unternehmensförderung – fortzuführen. Grundlage bildet der neue EU–Beihilferahmen „Clean Industrial Deal State
Aid Framework“ (CISAF), der den bisherigen Krisen– und Transformationsrahmens für staatliche Beihilfen
(TCTF) ablöst und bis zum 31. Dezember 2030 befristet ist. Die BKR–Bundesregelung
Transformationstechnologie soll durch eine CISAF–Bundesregelung abgelöst werden. Vorbehaltlich ihrer beihilferechtlichen
Genehmigung plant BMWE, die neue Förderkategorie 12 bis Ende 2030 fortzuführen.
Der Evaluierungsbericht gemäß § 26 Absatz 1 InvKG, der vom Leibniz–Institut für Wirtschaftsforschung Halle
(IWH) und dem Leibniz–Institut für Wirtschaftsforschung Essen (RWI) erstellt wird, wird zeitgleich mit diesem
Bericht veröffentlicht werden. Im Zentrum der Evaluierung stehen vor allem die Wertschöpfungs- und
arbeitsmarktpolitischen Effekte der InvKG–Mittel in den Kohleregionen.
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Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/2700– 49 –
Tabelle A 5: Gegenüberstellung Haushaltsrechnung Bund für das Jahr 2024 und
Ressortmeldungen
Ressort Werte laut Haushaltsrechnung
des Bundes
Werte laut übermittelten
Ressortmeldungen Differenz
BMWE 186.010 186.796 78617
BMV 186.535 186.575 40
BMFTR 121.320 121.425 105
BMUKN 29.901 29.104 79718
BMG 2.097 2.097 0
BKM 6.468 7.988 1.520
BMI 3.669 3.669 0
BMLEH 605 605 0
BMWSB 3.865 3.865 0
BMVg – –
Summe 540.070 542.123 2.05319
17 Die Veranschlagung der UBA-Mittel des sogenannten „KEI-Projekts“ (BMWE-Maßnahme – Kapitel 6002 Titel 893 43) erfolgt seit
2024 bei BMUKN (Kapitel 6002 Titel 893 47).
18 Die Veranschlagung der UBA-Mittel des sogenannten „KEI-Projekts“ (BMWE-Maßnahme – Kapitel 6002 Titel 893 43) erfolgt seit
2024 bei BMUKN (Kapitel 6002 Titel 893 47).
19 Die Abweichung zu den gemeldeten Werten laut Haushaltsrechnung des Bundes beträgt damit rund 0,4 Prozent.
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Tabel le A 6: Umsetzungstand der Straßen– und Schieneninfrastrukturprojekte (Stand: 30.12.2024)
Maßnahme Umsetzungsstand/Status
Straßen–Verkehrsvorhaben A 72, Borna–Nord – AD A 38/A 72
(BA 5.2 AS Rötha – AD A 38/A 72)
Im Bau
Straßen–Verkehrsvorhaben B 87, Ortsumgehung Bad Kösen Im Bau
Straßen–Verkehrsvorhaben B 180, Ortsumgehung Aschersleben/Süd
bis Quenstedt
Im Bau
Straßen–Verkehrsvorhaben B 97, Ortsumgehung Cottbus, 2. BA Im Bau
Straßen–Verkehrsvorhaben B 178, Zittau – Niederoderwitz Verkehrsfreigabe im Mai 2025 erfolgt
Schienen–Verkehrsvorhaben Bahnhof Lübbenau Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben S–Bahn Köln, Köln – Mönchengladbach Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben S–Bahn Köln, S 11 Ergänzungspaket Leistungsphase 3/4
Entwurfsplanung/Genehmigungsplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Arnsdorf – Kamenz – Hosena
(– Hoyerswerda – Spremberg)
Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Berlin – Cottbus – Weißwasser – Görlitz Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/ Vorplanung
(Bhf. Görlitz 1.Baustufe Leistungsphase 3/4
Grundlagenermittlung/Vorplanung,
Baubeginn voraussichtlich September 2025)
Schienen–Verkehrsvorhaben Bahnhof Bitterfeld Leistungsphase 5 – 8
Bauliche Realisierung
Inbetriebnahmefeier 17. Juli 2025
Schienen–Verkehrsvorhaben Graustein – Spreewitz Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Bahnhof Leuna Werke Nord Leistungsphase 3/4
Entwurfsplanung/Genehmigungsplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Lübbenau – Cottbus Strecke Lübbenau – Cottbus und Bahnhof Cottbus Süd
Leistungsphase 3/4
Entwurfsplanung/Genehmigungsplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Knoten Ruhland Leistungsphase 3/4
Entwurfsplanung/Genehmigungsplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Ausbaustrecke Aachen – Köln Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Merseburg – Querfurt 1. BA Leistungsphase 9 Restmaßnahmen; Inbetriebnahme 11/2024
2. BA Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Verbindungskurve Großkorbetha Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben S–Bahn Leipzig – Pegau – Zeitz – Gera Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Bahnhof Königs Wusterhausen 1. Teil (Nordkopf): Leistungsphase 5–8 Bauliche Realisierung seit
2025
2. Teil (Südkopf): Leistungsphase 3/4 Entwurfs– und
Genehmigungsplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Strecke Leipzig – Bad Lausick –
Geithain (–Chemnitz) (nur Planungskosten)
Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
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Maßnahme Umsetzungsstand/Status
Schienen–Verkehrsvorhaben (Leipzig –) Geithain – Chemnitz
(nur Planungskosten)
Leistungsphase 3/4
Entwurfsplanung/Genehmigungsplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Weißenfels – Zeitz 1. BA und 2.BA: Leistungsphase 1/2
Entwurfsplanung/Genehmigungsplanung
Verkehrsstation Zeitz: Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben S–Bahn Leipzig, Leipzig – Merseburg Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Knoten Falkenberg
(1. Teilmaßname)
Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Strecke Berlin–Grünau – Königs
Wusterhausen
Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Strecke Cottbus – Forst Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Strecke Leipzig – Falkenberg – Cottbus
(1. Teilmaßnahme)
Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben S–Bahn–Netz Rheinisches Revier,
Abschnitt Ost
Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Schienen–Verkehrsvorhaben Strecke Naumburg – Halle (Saale) Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Bahnhof Cottbus Leistungsphase 1/2
Grundlagenermittlung/Vorplanung
Bahnhof Eisenhüttenstadt20 Leistungsphase 0
Bahnhof Bischdorf Leistungsphase 0
Strecke Cottbus – Guben – Grünberg Leistungsphase 0
20 Mit der Umsetzung kann erst nach Verabschiedung des Bundeshaushalts 2025 begonnen werden.
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Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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